Offene Gärten

17. April 2017

Gärten und Parks, Alleen und Plätze bestimmen in hohem Maße die Lebensqualität und den Erlebniswert einer Stadt. Der Garten als Ort der Ruhe und Erholung gewinnt in dabei immer mehr an Bedeutung. Entsprechend wachsen das Angebot an Gartenliteratur sowie die Lust an Gartenreisen. In den letzten Jahren hat sich zudem die Gartenkultur in Deutschland stark gewandelt.

„Offene Gartenpforte“ ist der treffende Name einer folgerichtigen Bewegung, die – ursprünglich aus England – auch hierzulande immer mehr Freunde findet. Seit 1999 wird diese Aktion im benachbarten Westfalen vom Billerbecker Winfried Rusch durchgeführt. Ich bin auf sie durch eine Broschüre aufmerksam geworden, die ich in Kathys Wohnart in der Lingener Burgstraße fand.

Neugierig geworden stieß ich dann schnell auf vergleichbare Initiativen, u.a. eine deutsch-niederländische, die sehenswerte Privatgärten in unserer Region und den nordöstlichen Provinzen der Niederlande dem interessierten Publikum zugänglich macht. Auf diese Weise werden sowohl die Gartenkultur als auch der Kontakt zwischen Niederländern und Deutschen gefördert.

Inzwischen nehmen rund 150 Gärten teil, die alle von einer Gartenkommission beurteilt und im Turnus von drei Jahren wieder aufgesucht werden. Kriterien für die Bewertung sind u. a. Gastfreundlichkeit, Pflanzenkenntnis der Besitzer, der Zustand und die Ausstrahlung des Gartens. In Lingen (Ems) darf man den Garten von Johannes Wiemker in Darme besuchen und südlich unserer Stadt zwei Gärten in Ahlde und Emsbüren. Im Landkreis Emsland sind es im wesentlichen öffentliche oder quasi-öffentliche Gärten, die mitmachen. Für Privatleute und ihre Gärten ist noch reichlich Platz.

Im nordwestlichen Niedersachsen können außerdem Gärten im Ammerland, in Ostfriesland,  in Oldenburg und im Oldenburgischen Land besucht werden. Im Sommer und im Herbst findet der so genannte Gartenmarathon statt. Darüber hinaus bieten viele Garteninhaber auch individuelle Termine an.

Verantwortlich für das Ganze ist die Stiftung „Het Tuinpad Op/In Nachbars Garten“. Sie wurde 1984 in der Provinz Groningen von motivierten Gartenfreunden als Träger der Initiative gegründet. 1992 wagte die Stiftung den Schritt über die Grenze der Provinz Groningen nach Nord-West-Niedersachsen. Im Jahre 2007 kam die niederländische Provinz Drenthe hinzu. Weitere Informationen hält die Website sowie der Gartenführer „In Nachbars Garten / Het tuinpad op“ (152 Seiten, 10 Euro incl. Versand) bereit.

Auch im Osnabrücker Land gibt es die Offene-Gärten-Bewegung, und eine niedersachsenweite Übersicht findet sich hier. Für Privatleute und ihre Gärten ist noch reichlich Platz zum Mitmachen.

OMM in Tecklenburg

3. Januar 2016

OM_Landschaft_mit_weisser_BankSeit einigen Wochen gibt es in der Region ein neues Museum: Das Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg. Otto Modersohn, dessen Namen das neue Ausstellungshaus trägt, ist einer der bedeutenden deutschen Landschaftsmaler des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Der 1865 im westfälischen Soest geborene Künstler hinterließ ein umfangreiches Werk, das nun in Teilen in Tecklenburg zu sehen ist. Gezeigt werden vor allem zwischen 1885 und 1892 entstandene Arbeiten, die Modersohn bei Aufenthalten bei seinem in Tecklenburg lebenden Bruder malte.

Die Gründung des Museums geht zurück auf ein Angebot, das Rainer Noeres vom Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude (OMMF) wohl spontan am 27. März 2014 am Ende eines Vortrags machte, den er in Tecklenburg über “Otto Modersohn in Tecklenburg“ hielt:
Wenn sich in Tecklenburg Menschen fänden, die ein Haus anböten, würde sein OMMF „mit Freuden“ Bilder und Zeichnungen aus dem Frühwerk des Künstlers zur Verfügung stellen, die eindrucksvoll die Bedeutung seiner westfälischen Heimat, insbesondere seine Begegnung mit dem Tecklenburger Land für seine Abkehr vom Akademismus und seine Hinwendung zur zeitgenössischen Landschaftsmalerei vor Augen führten.

Es ging dann sehr schnell, wie die Webseite berichtet. Der Künstler hatte sich in den Jahren 1885, 1886, 1888, 1891, 1892, 1917, 1919, 1927 und 1931 jeweils längere Zeit in Tcklenburg bei seinen Verwandten aufgehalten. Logierte er 1885 und 1886 noch bei seiner Tante, so besuchte er 1888, 1891 und 1892 seinen älteren Bruder Wilhelm, der in Tecklenburg Amtsrichter war und mit seiner Frau Elisabeth Modersohn ein stattliches Haus (das heutige „Haus des Gastes“) bewohnte. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Legge konnte neben jenem Haus seines Bruders das Haus Markt 9 erworben werden.  Direkt nebenan ist das neue Museum, das von einer Stiftung und einem Förderkreis getragen wird.

Es wurde renoviert und verfügt über fünf Ausstellungsräume. Das Otto-Modersohn-Museum in Tecklenburg hat eine breite Basis mit Werken des Malers, der zu den Mitbegründern der berühmten Künstlerkolonie Worpswede gehörte. Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus dem Frühwerk Modersohns und kommen – wie von Rainer Noeres versprochen – vom Modersohn-Museum in Fischerhude. Es sind vornehmlich Zeichnungen und Ölbilder, aber auch Skizzen- und Tagebücher.

Auch der Kreis Steinfurt hat seine Modersohn-Werke zur Verfügung gestellt.  Hinzu kommen Leihgaben aus Privatbesitz.

Schon in den ersten Wochen seit seiner Eröffnung hat  das neue Museum Kunstinteressierte aus ganz Deutschland angelockt. Die Initiatoren hoffen auf jährlich 15000 Besucherinnen und Besucher. Von Oktober bis März ist das Museum am Samstag und Sonntag, in den anderen Monaten von Dienstag bis Sonntag, jeweils von 11 bis 18 Uhr, geöffnet [mehr Informationen…]

Weiters auf der Internetseite des Otto-Modersohn-Museums Tecklenburg.

(Otto Modersohn: Landschaft mit weißer Bank; Tecklenburg 1892; Frühling in Tecklenburg, Tecklenburg 1888 )

Duitsland

11. April 2014

euregioDie Zeiten sind einstweilen vorbei, wo man als Deutscher ins Nachbarland fuhr, um dort zu arbeiten oder jedenfalls voll zu tanken. Heute geht es andersrum. Rüber nach Duitsland – bei den Jobs wie beim Sprit.

„Niederländische Tankstellenbetreiber in der Grenzregion mussten im März erneut starke Umsatzeinbußen hinnehmen. Es ist bereits der dritte Monat in Folge, in dem die betroffenen Unternehmen mit sinkenden Verkaufszahlen konfrontiert werden. Seitdem in den Niederlanden zum 1. Januar 2014 die Steuererhöhung für Kraftstoffe in Kraft getreten ist, tanken immer mehr PKW- und LKW-Fahrer lieber im benachbarten Deutschland oder Belgien (NiederlandeNet berichtete).

Dieser Umsatzrückgang sei eine direkte Folge der Steuererhöhungen auf Kraftstoffe, wie die Branchenorganisationen BOVAG und NOVE unter Verweis auf eine am heutigen Dienstag veröffentlichte Untersuchung feststellten. Die darin enthaltenen Zahlen beruhen auf Befragungen von 501 Tankstellen im ganzen Land, von denen 71 maximal fünf Kilometer von der deutschen bzw. belgischen Grenze entfernt liegen. Laut dieser Studie tanken offensichtlich immer mehr Privatpersonen im Ausland. Aber auch internationale Transportunternehmen steuern niederländische Tankstellen immer seltener an – das gelte zum Teil sogar für unternehmenseigene Tankstellen auf Firmengeländen. Durch den Rückgang beim Absatz von Kraftstoffen werde auch der übrige Umsatz der Tankstellen-Shops in Mitleidenschaft gezogen.

Die niederländischen Tankstellen entlang der deutschen und belgischen Grenze haben im vergangenen Monat rund 35 Prozent weniger Diesel und fast 22 Prozent weniger LPGverkauft als im März 2013. Bei anderen Kraftstoffen sank der Absatz um 20 Prozent. Dieser empfindliche Einbruch in der Grenzregion wirkt sich auch landesweit negativ auf: hier sank der Verkauf um von Diesel um 13 Prozent, LPG um 18 Prozent und Benzin um 7,8 Prozent.“

Apropos vorbei. Lingen gehörte mal zur Euregio, dem ältesten binationalen Verband in der EU. Eigentlich ist es längst an der Zeit, wieder einzutreten. [In Niedersachsen umfasst das EUREGIO-Gebiet den Landkreis Grafschaft Bentheim, die Stadt Osnabrück, den Landkreis Osnabrück und die Gemeinden Emsbüren, Salzbergen und Spelle (Landkreis Emsland). In Nordrhein-Westfalen gehören die Stadt Münster und alle Kreise des Münsterlandes (Kreis Borken, Kreis Coesfeld, Kreis Steinfurt, Kreis Warendorf) zur EUREGIO.

In den Niederlanden ist die Regio Achterhoek (Provinz Gelderland) sowie die Regio Twente, die Gemeinden Hardenberg und Ommen (Provinz Overijssel) und die Gemeinde Coevorden (Provinz Drenthe) Teil des EUREGIO-Gebiets.

Die EUREGIO-Mitglieder
Die EUREGIO zählt 129 Mitgliedskommunen – 104 auf deutscher und 25 auf niederländischer Seite. Ein Teil der Städte und Gemeinden ist indirekt über ihren jeweiligen (Land)kreis an die EUREGIO angeschlossen. Alle Mitglieder sind in der EUREGIO-Mitgliederversammlung vertreten, die einmal pro Jahr zusammen kommt.]

(Quellen: NiederlandeNet und DRadioKultur)

 

Wodka und Oliven

29. März 2013

wodkaundolivenDer Literaturtipp:
Adrian Kasnitz erzählt in seinem Debütroman die Geschichten zweier Migrationsfamilien aus Polen und Griechenland in der westfälischen Provinz. Von [unserem] Gastautor Daniel Kasselmann.

Adrian Kasnitz‘ Protagonist Moritz ist neu in Berlin und treibt einsam und haltlos durch die Stadt. Der Grund seines Kummers, den er immer wieder mit Alkohol betäubt, bleibt bis zum Schluss im Verborgenen. Als er sich in die Kellnerin Ella verguckt, erzählt er ihr bruchstückhaft von dem Haus in der westfälischen Provinz, in dem er aufwuchs, und seinen migrantischen Bewohnern. Es sind insbesondere zwei Familien, die Bodanskis aus dem polnischen Diwitten und die kretischen Konstantinidis, die über drei Generationen als Migrationsgeschichten im Mittelpunkt des Hauses und Moritz‘ Geschichten stehen. Von der Elterngeneration in den Heimatländern über die Hintergründe der Emigration der Kindergeneration nach Deutschland, deren Ankunft, Einleben und Leben in der neuen Welt bis hin zur Enkelgeneration, zu der auch Moritz gehört.
 weiterlesen →

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Adrian Kasnitz: Wodka und Oliven
CH, SCHROER Verlag, Lindlar 2012, Reihe neudeutsch #1
180 Seiten, gebundene Ausgabe, EUR 16,95,
ISBN 978-3-95445-000-8

(mit freundlicher Genehmigung von Ruhrbarone.de)

vliegfeld

5. Dezember 2012

800px-Enschede_Airport_TwenteIn Lübeck hat es jetzt einen Deutsch-Ägypter gegeben, der den hochdefizitären Flughafen übernommen hat. Aber den Flughafen Twente zwischen Enschede und Hengelo will niemand.

Auf die öffentliche Ausschreibung hat sich im Nachbarland jedenfalls niemand gemeldet, der den „luchthaven Twente“ betreiben will. Der sollte da entstehen, wo es einen Militärflughafen gegeben hatte, der schon seit Jahren außer Betrieb ist.

Zwar hatten sich zunächst drei Firmenkonsortien interessiert gezeigt. Aber keines von ihnen gab nun ein Gebot ab. Warum alle jetzt nicht mehr als Betreiber wollten, ist für die Planungsgesellschaft ein Rätsel, das sie lösen will. Dabei ist die Lösung doch reichlich klar: Man kann mit dem Luchthaven Twente kein Geld verdienen.

Die Stadt Enschede und die Provinz Overijssel, die das „vliegfeld“ dem Vernehmen nach für 30 Mio Euro gekauft hatten, sind über die mangelnde Resonanz besonders enttäuscht. Sie hatten nämlich gehofft, dass der neue Flughafen zu mehr Beschäftigung führen werde. Nun überlegen beide, einen Teil der Pläne für den Flughafen noch umzusetzen. Ob das geht, dürfte aber erst im kommenden Frühjahr feststehen.. Der Chef der Planungsgesellschaft und Bürgermeister von Enschede Peter den Oudsten sagte:

“Die große Chance für Twente durch den Bau des Flughafens mehr Arbeits-plätze und nachhaltige Innovation zu erreichen, ist erst einmal vertan. Aber dies ist nicht das Ende fürunser Ziel, für die Wirtschaft der Region Twente einen kräftigen Anreiz zu geben. ”

Der Militärflughafen war seit dem zweiten Weltkrieg in Betrieb. 2003 beschloss dann der niederländische Verteidigungsminister die Schließung (Foto oben). Seither gibt es Pläne für eine zivile Nutzung, die aber nun erst einmal scheiterten. Auch im Münsterland und im westlichen Niedersachsen hatte es an den Plänen viel Kritik gegeben, weil eine starke Konkurrenz für den ohnehin gegenwärtig unter Druck stehenden Flughafen Münster/Osnabrück („FMO“) befürchtet wurde. Die Verantwortlichen und der Grafschaft Bentheim fürchteten den Fluglärm.

Region

4. Oktober 2011

Zum zehnten Mal wirbt der „Tag der Regionen“  für Produkte und Angebote der  Handwerker und Landwirte vor Ort – in Niedersachsen mit immerhin mehr als 280 Veranstaltungen.  Gut 1000 Veranstaltungen in ganz Deutschland zeigen in diesem Jahr vom 23. September bis 9. Oktober das Engagement für die Regionen.

Das 2001 gegründete, bundesweite „Aktionsbündnis Tag der Regionen“ ist bunt und vielfältig. Einen Überblick über alle Partner finden Sie unter Aktionsbündnis. 2002 entstand der Untertitel „…wurzeln in einer globalisierten Welt“ für den Aktionstag, der inzwischen in sechs Bundesländern stattfindet. Er zeigt, dass Marktkonzentrationen, Fusionen sowie die Aufgabe des Schutzes heimischer Wirtschaftsbereiche nicht zum Wohlstand für alle führen, sondern wenige Gewinner und viele Verlierer schaffen. Dieser globalisierten Welt setzen die Akteure des Tag der Regionen die Wurzeln vor Ort entgegen, sie nennen Alternativen zur Globalisierung, indem sie den Blick für regionale Kreisläufe schärfen. Motto aller  Bemühungen um Nachhaltigkeit ist der Satz „Global denken, lokal handeln“.

Leider wieder nicht dabei ist das Lingener Land. Im benachbarten Münsterland bieten hingegen immerhin 21 Gastronomiebetriebe unter dem Motto „So schmeckt das  Münsterland“  kreative, aus Produkten der Region (hier zum Rezeptbuch zum Nachkochen) zubereitete Gerichte. Auch im mittleren (mehr…) und nördlichen Emsland finden sich mehrere Veranstaltungen (auch solche, die nicht dahin gehören) und in der Grafschaft Bentheim findet am kommenden Sonntag der 1. Vechtehoftag und Bauernmarkt am Nordhorner Tierpark statt.In Lingen, Lengerich, Freren, Spelle, Salzbergen und Emsbüren hingegen nichts. Das ist schade und kein Ausdruck von Nachhaltigkeit. Dynamik, die die Verantwortlichen statt dessen feiern, ist eben nichts, wenn man nicht weiß, in welche Richtung sie führt…

Einen Überblick über alle Veranstaltungen des „Tag der Regionen“ gibt die Website www.tag-der-regionen.de.

Grafschaft

24. Februar 2011

Alle Tipps und Informationen zu einem schönen (kurzen) Radurlaub im westlich benachbarten Landkreis finden sich jetzt in einer neuen Broschüre „Radwandern in der Grafschaft Bentheim“. So führt die Grafschafter Fietsentour auf der 220 Kilometer langen Hauptroute einmal durch den Nachbarkreis. Dazu kommen 25 Tagestouren. Zwischen Emsland, Westfalen und den Niederlanden gelegen  ist natürlich grenzüberschreitend Rad fahren für die Routenplaner selbstverständlich. Eingebunden sind folglich auch das südliche und mittlere Emsland. Der nicht nur im Notfall hilfreiche Fietsenbus 165 fährt von April bis Oktober an allen Wochenenden  von Lingen (Ems) im 2-h-Rhythmus über Lohne, Wietmarschen und Klausheide nach Nordhorn.

Natürlich, weiß die neue Broschüre, sind alle Radrouten in der Grafschaft Bentheim einheitlich und übersichtlich beschildert. Hier finden Sie die neue Publikation als pdf-Dokument. Den besten Streckenüberblick verschafft man sich mit der Radwanderkarte zur Grafschaft Bentheim. Sie gibt es im Lingener Buchhandel (auch online) aber auch  z.B. im Online-Shop der Grafschaft-Bentheim-Touristik, wo man sich auch GPS-Tracks zu den Routen herunterladen und dann ganz bequem dem eigenen „Navigationsgerät“ vertrauen kann.

(Quelle)