Nicht in meinem Namen

11. November 2018

Gestern veröffentlichte Oberbürgermeister Dieter Krone in der Lingener Tagespost einen Nachruf auf den am vergangenen Montag verstorbenen, früheren Oberbürgermeister Bernhard Neuhaus. Wir lasen darin dasselbe, was Krone bereits am Vorabend bei der Gedenkfeier zur Reichspogromnacht gesagt hatte. Danach, so Krone, hat sich der verstorbene Bernhard Neuhaus „für die Aussöhnung zwischen Deutschen und Juden“ eingesetzt.

Was für ein Missgriff an Gedankenlosigkeit! Denn waren die von den Nazis gequälten, entrechteten, ermordeten Menschen jüdischen Glaubens, die in unserer Stadt und in Deutschland lebten, etwa keine Deutschen?

Wir sind Juden aus Breslau

24. Oktober 2018

Wir sind Juden aus Breslau
Dokumentarfilm
Lingen (Ems) – Centralkino, Marienstr. 8
Donnerstag, 25. Oktober 2018 – 20 Uhr

D 2016, 108 Min., FSK 12,
Regie: Karin Kaper, Dirk Szuszies
Regisseurin  Karin Kaper ist anwesend und gibt zu Beginn eine Einführung in den 108-minütigen Film. Nach der Vorführung besteht für die Besucher die Möglichkeit zu einem Gespräch mit der Regisseurin.

Karten 7 €

„Sie waren jung, blickten erwartungsfroh in die Zukunft, fühlten sich in Breslau, der Stadt mit der damals in Deutschland drittgrößten jüdischen Gemeinde, beheimatet. Dann kam Hitler an die Macht. Ab diesem Zeitpunkt verbindet sie das gemeinsame Schicksal der Verfolgung durch Nazi-Deutschland als Juden: Manche mussten fliehen oder ins Exil gehen, einige überlebten das Konzentrationslager Auschwitz. Der Heimat beraubt, entkamen sie in alle Himmelsrichtungen und bauten sich ein neues Leben auf. Nicht wenige haben bei der Gründung und dem Aufbau Israels wesentlich mitgewirkt. 14 Zeitzeugen stehen im Mittelpunkt des Films. Sie erinnern nicht nur an vergangene jüdische Lebenswelten in Breslau, einige von ihnen nehmen sogar den Weg in die frühere Heimat auf sich, reisen ins heutige Wrocław, wo sie einer deutsch-polnischen Jugendgruppe begegnen.“ (Quelle PM)

Mehr… und noch mehr...

nichts auslassen

27. Dezember 2017

„Meine Familie war jüdisch, aber wie viele Juden waren wir entschlossen, nichts auszulassen.“

In Zeiten zunehmenden Antisemitismus brachte N3 jetzt eine herrliche Reportage über die unglaubliche Geschichte von jüdischen Songwritern, die im Laufe des 20. Jahrhunderts den amerikanischen Soundtrack für Weihnachten erfanden.

„Christmas Songs – Jüdische Songwriter und Weihnachten“ ist eine beschwingte Kombination aus selten gesehenem Archivmaterial, Musicalauftritten und Interviews mit zeitgenössischen Schriftstellern, Darstellern sowie Kennern der nordamerikanischen Popkultur. Ein Muss in dieser Zeit, zumal zwischen den Tagen.

nichts gegen juden

14. September 2015

Vor einem halben Jahr habe ich auf die Aktion schon einmal in diesem kleinen Blog hingewiesen. Jetzt ist die Webseite von „nichts-gegen-juden.de“ relaunched, also neu aufgestellt und gestaltet worden. Ein Grund, auf die Internetseite, aber auch auf die dazu verfassten Broschüren noch einmal aufmerksam zu machen:

Antisemitische Sprechchöre, körperliche Übergriffe und Anschläge auf Synagogen: Wenn der Nahost-Konflikt eskaliert zeigt sich auf erschreckende Weise, wie schnell der Antisemitismus in Deutschland wieder an die Oberfläche kommen kann. Eine neue Broschüre der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigt sich mit israelbezogenem Antisemitismus und bietet Hilfestellungen zum Umgang.

Während des Gaza-Krieges im Juli letzten Jahres beschmierte ein Unbekannter die Dresdner Synagoge. Er sprühte auf einer Länge von zehn Metern den Spruch „Stop killing people“ in schwarzer Farbe an die Fassade. Wenige Tage später in Nürnberg: Nach einer Anti-Israel-Demonstration stürmten mehrere Hundert Teilnehmer den Hauptbahnhof, um in den vermeintlich „jüdischen“ Burger-King- und McDonald’s-Filialen gegen den Krieg zu protestieren. Ein bei Youtube eingestelltes Video zeigt, wie die Massen durch den Bahnhof laufen und Parolen wie „Kindermörder Israel“ skandieren. Der antisemitische Charakter und der Bezug zu Israel ist nicht für alle auf den ersten Blick ersichtlich.

Gerade in der pädagogischen Arbeit stellen sich in diesem Zusammenhang große Herausforderungen gegenüber: Wo fängt der Antisemitismus in Bezug auf Israel genau an? Wie kann pädagogisch gegen (israelbezogenen) Antisemitismus vorgegangen werden, sowohl präventiv als auch bei einer erneuten Eskalation des Nahost-Konflikts? Inwiefern spielt Rassismus eine Rolle bei der öffentlichen Fokussierung auf den Antisemitismus aus muslimisch sozialisierten Milieus? Welchen Stellenwert haben Soziale Netzwerke für den Antisemitismus und wie kann eine pädagogische Arbeit darauf reagieren?

Diese und weitere Fragen behandelt die neue Broschüre „Kritik oder Antisemitismus. Eine pädagogische Handreichung zum Umgang mit israelbezogenem Antisemitismus“. Sie richtet sich sowohl an pädagogische Fachkräfte wie auch an Personen, die im Beruf oder Alltag mit einigen der aufgezählten Fragen konfrontiert werden und sich damit alleingelassen oder überfordert fühlen. Unsere Publikation gibt eine übersichtliche und praxisnahe Hilfestellung an die.

Ein Schaubild zum Erkennen von israelbezogenem Antisemitismus steht hier zum Download.
(PDF-Dokument, 1.5 MB)

Die Broschüre steht hier zum Download bereit.
(PDF-Dokument, 2.6 MB)

Gedruckte Exemplare sind gegen einen Unkostenbeitrag für Porto und Versand hier bestellbar.

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gefunden bei und unterstützt von der Antonio-Amadeu-Stiftung

Nichts gegen Juden

9. März 2015

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Mit dieser großartigen Projekt-Seite gibt die Amadeu Antonio Stiftung die Möglichkeit, einfach und schnell auf die gängigsten antisemitischen Kommentare in sozialen Netzwerken reagieren zu können. Wir stellen dir Antworten für insgesamt acht einzelne Themen zur Verfügung:

Die Stiftung schreibt: „Wenn Du im Internet einen antisemitischen Beitrag in einem Forum, der Diskussionsspalte einer Nachrichtenseite oder einem sozialen Netzwerk entdeckst, aber keine Lust darauf hast, extra eine eigene Antwort darauf zu verfassen, da es sich um eines dieser weit verbreiteten Standardargumente handelt, dann bist du hier richtig. Statt eine eigene Reaktion auf die immer gleichen Argumente verfassen zu müssen, was auf die Dauer sehr ermüdend ist, kannst du einfach auf unsere Beiträge zum Thema verweisen. Interessierte finden hier auch weiterführende Informationen zu den einzelnen Themen.

Wähle einfach die für dich geeignete Teilen-Option unter unseren Einträgen. Für Facebook und Twitter stellen wir dir Möglichkeiten zum direkten Teilen zur Verfügung, für andere Plattformen kannst du einen Link generieren, der sich ganz einfach Posten lässt.“

Ich finde die Internetseite großartig. Doch genauso bedrückend empfinde ich die Erkenntnis, dass überhaupt eine solche Seite notwendig ist.

aas-logoDie Amadeu Antonio Stiftung ist eine deutsche gemeinnützige Stiftung. Ihr Ziel ist es, die Zivilgesellschaft zu stärken, die der rechtsextremen Alltagskultur, nicht nur in den östlichen Bundesländern, entgegentritt. Ihr Motto ist „Ermutigen, Beraten, Fördern“. Dafür werden Initiativen und Projekte unterstützt, die gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus vorgehen und sich für demokratische Strukturen engagieren sowie für den Schutz von Minderheiten eintreten.

Die Stiftung wurde nach Amadeu Antonio Kiowa benannt, der im November 1990 in Eberswalde von Neonazis getötet wurde. Er war eines der ersten Todesopfer rassistischer Gewalt nach der deutschen Wiedervereinigung.

Premiere

14. Februar 2015

StolpersteineFreren

Jüdisches Leben im Emsland ist ausgelöscht. Von den emsländischen Juden haben nur wenige die Deportationen und Morde überlebt. Wo einst im Emsland Synagogen und Bethäuser standen, sind heute meist nur Erinnerungstafeln zu sehen. Allein in Lingen ist die Jüdische Schule und in Freren ist das Bethaus erhalten – überall sonst, ob Meppen, Aschendorf oder Sögel, sind selbst die baulichen Zeugnisse jüdischen Lebens Opfer der Pogrome im November 1938 geworden.

Morgen, Sonntag 15. Februar 2015 16 Uhr präsentiert der Kulturkreis impulse e. V. zusammen mit der Geschichtswerkstatt „Samuel Manne in der Alten Molkerei, Bahnhofstraße 79 in Freren die Filmpremiere „Entrechtet, ermordet, vertrieben und nicht vergessen – Vom Ende jüdischen Lebens im Emsland“. Dieser Film spannt den Bogen vom Umgang mit den Nazi-Verbrechen nach 1945, der heutigen Erinnerungskultur im Emsland mit den Spuren jüdischen Lebens bis hin zum latenten Antisemitismus heute.

Die Autoren des Films, Klaus-Peter Kolbe und Prof. Dr. Peter Marchal, stehen am Sonntag in Freren für eine Diskussion zur Verfügung. Der Film (DVD) kann auch für zwölf Euro erworben werden.

Noch ein Programm-Hinweis:
Am kommenden Aschermittwoch, 18.2., 19.30 Uhr findet in der Jüdischen Schule in Lingen (Ems), Konrad-Adenauer-Ring, das nächste Lehrhausgespräch statt mit Manfred Rockel über:
„Nach Auschwitz als Jüdin in Deutschland – eine Rückschau auf das Leben Hella Wertheims“ [mehr…]

Spuren

25. Januar 2015

jüdische Friedhof Freren Bild Stephan Bischof Auf den Spuren jüdischen Lebens
Ausstellung Freren  –  Alte Molkerei 27.01.2015 – 17.02.2015
Eröffnung: 27.01. 2015 – 19 Uhr
Eintritt: frei

Der Kulturkreis impulse e. V. präsentiert zusammen mit der Geschichtswerkstatt „Samuel Manne“ in der Alten Molkerei die Ausstellung Auf den Spuren jüdischen Lebens, die sich der jüdischen Kultur im Emsland widmet.

Am 70. Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz und des internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocausts werden die Broschüre und die neu konzipierte Wanderausstellung in der Alten Molkerei vorgestellt
In vielen Orten des Emslandes stößt man auf Spuren vergangenen jüdischen Lebens wie Friedhöfe, Gedenktafeln, Mahnmale und Stolpersteine. Die Fotogruppe „Objektiv“ nahm im Frühjahr 2014 im Rahmen des Projektes zahlreiche Motive auf, die Spuren vergangen jüdischen Lebens zeigen und die Broschüre illustrieren.

Die Ausstellung vermittelt einen Einblick in die Geschichte und gibt einen Überblick über Orte, an denen man Spuren jüdischen Lebens finden kann. Darüber hinaus stellt sie Personen vor, die mit dem jüdischen Leben im Emsland verbunden sind. Sie möchte dazu beitragen, das reiche Erbe jüdischer Kultur und Religion in’s Bewusstsein zu rücken und seine Bedeutung für die emsländische Geschichte hervorzuheben.

Gedenken

8. September 2014

RuthFoster_holohoaxerDie Stadt Lingen (Ems) und das Forum Juden-Christen laden ein, im Rahmen eines Traueraktes am morgigen 9. September der Lingener Ehrenbürgerin Ruth Foster (Foto) zu gedenken. Beginn ist um 17 Uhr auf dem Jüdischen Friedhof in Lingen.
Ruth Foster verstarb am 5. August 2014 im Alter von 92 Jahren in London. Die Verstorbene war das letzte in Lingen geborene Mitglied der jüdischen Familie Heilbronn. Die Familie wurde 1941 nach Riga deportiert, wo der Vater, Wilhelm Heilbronn, im Mai 1942 von den Nazis erschossen wurde. Caroline Heilbronn, ihre Mutter, wurde im Sommer 1944 im Zuge der so genannten „Dr. Krebsbach-Aktion“ im Wald von Bikerniecki ermordet.
Ruth Foster überlebte als einziges Familienmitglied das Ghetto Riga, das Konzentrationslager Stutthof sowie den Todesmarsch von Stolp in Pommern nach Lauenburg, wo sie von den Truppen der Alliierten befreit wurde. Sie kehrte im August 1945 nach Lingen zurück und emigrierte 1947 mit ihrem Mann, Adolfo Freudenheim, nach London, wo sich das Ehepaar den Namen „Foster“ gab.
Der Initiative und dem Engagement Ruth Fosters in den 1980er Jahren ist es zu verdanken, dass die Schicksale vieler Lingener Juden nach dem Krieg aufgeklärt werden konnten und nicht in Vergessenheit gerieten. 1993 erwies Ruth Foster ihrer Geburtsstadt die große Ehre, die Ehrenbürgerschaft anzunehmen.
Im Rahmen der Trauerfeier wird auf dem Jüdischen Friedhof ein Gedenkstein für Ruth Foster enthüllt. Männer sollten an eine angemessene Kopfbedeckung für den jüdischen Friedhof denken.
(Quelle)