Die vorläufigen Ergebnisse der niederländischen Kommunalwahlen, die am ervergangeen Mittwoch 21.03.2018 stattfanden, sind jetzt veröffentlicht worden. Sie zeigen, dass die großen, traditionellen Parteien zugunsten der kleineren, lokalen Parteien  immer stärker in die Ecke gedrängt werden und unter Druck stehen. Ungefähr jede dritte Stimme ging an einen Politiker ohne Verbindung zu einer landesweiten Partei. Dabei schnitten die lokalen Parteien nicht nur in kleinen Gemeinden, sondern auch in den großen Städten der Niederlande sehr gut ab.

Die diesjährigen Kommunalwahlen zeigen also eine deutliche Trendwende: Obwohl die Regierungsparteien bislang immer stabile Ergebnisse bei Regionalwahlen erzielten, sind dieses Jahr die lokalen, kommunalen Parteien die deutlichen Gewinner. Damit fanden bei dieser Wahl mehr Parteien ihren Weg in die Gemeinderäte als jemals zuvor.

Positiv war der Wahlausgang für GroenLinks. Die Partei von Jesse Klaver legte im Vergleich zur  letzten Wahl um 3 Prozent zu und erhielt somit 8,4 Prozent der Wählerstimmen. Sie ist außerdem die größte Partei in Städten wie Amsterdam, Utrecht, Delft, Haarlem, Nimwegen, Arnheim, Wageningen und Culemborg geworden. Damit hat GroenLinks in vielen dieser Städte die D66 überholt, die von 12 auf 9 Prozent abstürzte. Eine mögliche Ursache hierfür könnte die momentan starke Kritik gegenüber der D66 als Regierungspartei sein.

Im Gegensatz zur D66 schnitten die anderen an der Regierung beteiligten Parteien allerdings weniger schlecht ab. Die VVD von Mark Rutte liegt mit 13,2 Prozent knapp hinter der CDA, die 13,5 Prozent der Stimmen erhielt. Damit ist die CDA, obwohl auch sie weniger Stimmen als bei der letzten Wahl erhielt, die stärkste landesweite Partei. Die ChristenUnie erzielte mit circa 4 Prozent der Stimmen ungefähr das gleiche Ergebnis wie vier Jahre zuvor.

Die PvdA und die SP mussten deutliche Verluste verzeichnen. Die PvdA bekam lediglich circa 7 Prozent der Stimmen und verlor somit seit der Kommunalwahl 2006 ganze 23 Prozent ihrer Stimmen. Die SP schaffte es nicht, erneut ihren Rekordwert von 6,6 Prozent der letzten Wahl zu erreichen und wird somit viele Gemeindevorstände, in denen sie die letzten Jahre mitregierte, verlassen müssen.

Die PVV von Geert Wilders stand das erste Mal in 28 Gemeinden zur Wahl und bekam 74 Sitze, vor allem in den zwei Gemeinden, in denen die PVV auch bei der letzten Wahl schon teilnahm: Den Haag und Almere. In Rotterdam und Utrecht wurde die PVV allerdings durch die multikulturelle Partei Denk überholt. Auch in anderen Gemeinden war das Wahlergebnis für die PVV enttäuschend. Vor allem durch die Konkurrenz der lokalen Parteien schnitt die PVV schlechter ab, als bei der Parlamentswahl letztes Jahr. Denk bekam 17 Ratssitze, davon drei in Rotterdam und Amsterdam und zwei in Zaanstad.

Auch die Partij voor de Dieren legte deutlich zu.  Sie stand in mehr Gemeinden als noch vier Jahre zuvor zur Wahl und konnte gute Resultate verbuchen: 15 Sitze bekam sie, darunter einen zusätzlichen Sitz in Amsterdam, Den Haag und Utrecht. In Almere, wo die Partei  noch keine Sitze hatte, erhielt sie gleich drei.

Landesweit gaben 55 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das ist etwas mehr als noch bei der letzten Kommunalwahl vier Jahre zuvor.  Die Wahlbeteiligung auf Schiermonnikoog war am höchsten: Hier gingen 82,5 Prozent der Menschen zur Wahlurne. Dementsprechend stimmten hier  prozentual gesehen  fast doppelt so viele Wahlberechtigte wie in Helmond ab, der Gemeinde mit der niedrigsten Wahlbeteiligung. Dort hatten sich lediglich 42,1 Prozent an der Wahl beteiligt.

Die endgültigen Wahlergebnisse mancher Gemeinden  stand zunächst aber noch aus. So soll das Ergebnis der Gemeinde Amsterdam erst am Freitag veröffentlicht werden. Obwohl die Gemeinde mehr Wahlhelfer pro Wahlbüro einsetzte als bei den Wahlen zuvor, dauerte das Auszählen der Stimmen aufgrund des gleichzeitig stattfinden Referendums länger.

Aber nicht überall in den Niederlanden wurde am letzten Mittwoch abgestimmt. In dreizehn der zwanzig Gemeinden in der Provinz Groningen sowie einigen anderen Gemeinden im Land konnte aufgrund von kommunalen Reformen und Umstrukturierungen noch nicht gewählt werden. Die Wahlen werden hier Ende des Jahres nachgeholt.

Insgesamt haben die Kommunalwahlen 2018 gezeigt, dass die Gemeindevorstände in den nächsten vier Jahren ähnlich zersplittert sein werden wie das niederländische Parlament. Der Großteil der Vorstände wird zukünftig aus mindestens vier Parteien bestehen. Die Wähler haben der Politik somit eine stark heterogene Landschaft beschert, die eine ähnlich komplizierte Politik wie in Den Haag verspricht.

(Quelle: Niederlandenet)

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2018 aus der Region Twente und Drente:

Coevorden
Dinkelland
Emmen
Enschede
Hengelo
Losser
Oldenzaal

Veendam
Westerwolde

Twente Airport, II.

29. Dezember 2015

Wer dachte, dass das Thema „Twente Airport“ erledigt sei, darf sich wundern und sollte bzw. kann sich wehren.

Udo Buchholz, Fraktionsvorsitzender der GAL-Fraktion im Rat der Stadt Gronau (Foto lks), weist darauf hin, dass nur noch bis zum 4. Januar 2016 Einsprüche gegen aktuelle Pläne für den Flughafen Twente bei Enschede eingereicht werden können. Nachdem Flughafenpläne zur Reaktivierung des früheren Militärflughafen nicht realisiert wurden, droht jetzt doch wieder ein Flughafenbetrieb im Dreieck zwischen Enschede, Hengelo und Oldenzaal und damit neue Umweltbelastungen im Grenzgebiet.

Die Abteilung Oldenzaal der niederländischen Partei GroenLinks fasst die aktuellen Pläne auf ihrer Internetseite zusammen: Die Gemeinde Enschede und die Provinz Overijssel wollen, dass ziviler Flugverkehr auf dem Flughafen Twente ermöglicht wird. Nach derzeitigen Planungen sind pro Jahr rund 250 Flugbewegungen, also Starts oder Landungen, beantragt. Das ist nicht viel, aber es ist zu befürchten, dass die Pläne nur als erste Phase zu sehen sind.

GAL-Fraktionsvorsitzender Buchholz befürchtet: „Offenbar soll Stück für Stück versucht werden, einen umfassenden Flughafenbetrieb im Grenzbereich auf den Weg zu bringen. Wer das ablehnt, sollte noch fristgerecht vom Einspruchsrecht Gebrauch machen!“

Einen ausführlichen Mustereinspruch in niederländischer Sprache hat GroenLinks Oldenzaal verfasst. Zu finden ist er im Netz unter oldenzaal.groenlinks.nl. Einsprüche müssen bis einschließlich 4. Januar 2015 beim Verteidigungsministerium der Niederlande eingereicht werden: Ministerie van Defensie, Hoofddirectie Beleid MPC 58B, t.a.v. drs. E. Kwast, Postbus 20701, 2500 ES Den Haag. Auch Einwendungen per E-Mail oder selbst per Telefon sind zulässig: e.kwast@mindef.nl, Tel. O031-70 318 7701.

Die Unterlagen zum drohenden Flughafenbetrieb können bis zum 4. Januar auch bei der Stadtverwaltung in Enschede eingesehen werden (Hengelosestraat 51, 7514 AD Enschede). Im Internet findet man die Unterlagen hier

Kommunalpolitiker Buchholz kritisiert, dass das aktuelle Genehmigungsverfahren auf der deutschen Seite der Grenze nahezu unbekannt ist. Er wird sich bei dem Städte- und Gemeindeverband Euregio erkundigen, ob das betriebene Verfahren den internationalen Anforderungen entspricht.

(Quelle PM, Foto )

onaanvaardbaar

19. April 2014

Hoghe„Wenn die Bäume fallen, stehen die Menschen auf“ sangen vor 30 Jahren die Demonstranten und wehrten sich gegen das Abholzen Hunderter Hektar Wald am Flughafen Rhein-Main bei Frankfurt. Letztlich konnten sie aber die bekämpfte Erweiterung des Flughafens nicht verhindern. Mit der Startbahn West, genaue Bezeichnung Startbahn 18 West, (Luftfahrttechnische Bezeichnung „Runway 18“) entstand eine 4000 Meter lange reine Startbahn auf dem Flughafen Frankfurt am Main, die im westlichen Teil des Flughafens von Norden nach Süden verläuft. Die Planungen zu dieser Startbahn stießen auf erhebliche Proteste und wurden zu einem der wichtigsten Bezugspunkte der Umweltbewegung der 1970er und 1980er Jahre.

Ähnliches könnte jetzt den Nachbarn in Twente widerfahren – hoffentlich mit einem anderen Ausgang. Dort nämlich soll die alte Luftwaffenbasis Vliegfeld Twente zum Zivilflughafen Enschede Airport Twente werden.  Auf dem geplanten Flughafen sollen bis zu 22.000 Flugzeuge pro Jahr starten und landen. So steht es im Entwurf eines Betriebsplans, den das niederländische Ministerium für Infrastruktur und Umwelt unlängst veröffentlicht hat. Die Zahl der Flugbewegungen entspricht einem Aufkommen von 900.000 Passagieren. Erste Maschinen sollen schon 2015 in Twente starten.

Bildschirmfoto 2014-04-16 um 23.29.32Die Flughafen-Pläne sorgen seit Jahren für großen Unmut zwischen der Provinz Overijssel und den deutschen Nachbarn. Problematisch  wird das Vorhaben auch durch die neue Flughafen-Richtlinie der EU-Kommission. Diese sieht nicht nur vor, dass Airports nach Ablauf einer Frist von zehn Jahren keine Beihilfen fürs operative Geschäft mehr erhalten dürfen.

Festgeschrieben hat Brüssel außerdem, dass Flughäfen keinerlei staatliche Subventionen erhalten dürfen, die in einem Abstand von weniger als 100 Kilometer zum nächsten Flughafen errichtet werden sollen: Von Twente bis zum defizitären Flughafen Münster/Osnabrück in Greven (FMO) sind es nur 80 Kilometer.

Die Flughafengegner diesseits der Grenze sind nicht beruhigt von neueren  Zusicherungen der niederländischen Planer, dass die Anflugrouten nicht über das grenznahe Deutschland führen werden. Für die Kritiker jenseits der Grenze sind vor allem die Auswirkungen „unzumutbar („onaanvaardbaar„), die das Projekt auf die Natur hat. So müssten beispielsweise Tausende von Bäumen auf den künftigen Anflugrouten gefällt werden. Unter anderem wird der Wald im Naturschutzgebiet Hoge Venterink bei Oldenzaal der Kreissäge zum Opfer fallen. Es ist ein besonders prächtiger Forst mit Laubbäumen wie Linde, Ulme und Feldahorn und einer reichen Tierwelt.  Insgesamt sollen „840 Hektar Wald vernichtet“ werden, klagt Naturschützer Jaap Braad von der Umweltschutzorganisation Natuurmonumenten und erläutert: „Die Wälder in Twente bestehen aus sehr wertvollem alten Laubwald auf nährstoffreichen, feuchten Böden und fielen Quellen und Bächen. Es gibt zahlreiche Fledermausarten, Eulenvögel und fünf vom Aussterben bedrohte Spechtarten.“ Kaum vorstellbar, dass angesichts dessen das Projekt Enschede Airport Twente eine einigermaßen objektive Umweltverträglichkeitsuntersuchung überstehen kann.

Und die Betroffenen werden aktiv. Natuurmonumenten hat jetzt binnen nur 14 Tagen insgesamt 16.458 Einsprüche gegen den Enschede Airport Twente gesammelt und dem zuständigen niederländischen Ministerium vorgelegt.

(Foto oben: Ferry Siemensma; Quelle: Natuurmonumenten.nl)

Kommunalwahl NL

20. März 2014

Herbe Verluste haben die Regierungsparteien der Niederlande haben bei den Kommunalwahlen am Mittwoch erlitten. Die Wähler hätten den Parteien die Quittung für die massive Sparpolitik erteilt, kommentierten führende Vertreter der Regierungsparteien VVD und PvdA . Die rechtsliberale  VVD von Ministerpräsident Mark Rutte kam nur noch auf rund 12 Prozent. Die sozialdemokratische Partei der Arbeit (PvdA) büßte nach den Prognosen gar ein Drittel der Stimmen ein und erreichte magere 10 Prozent.  Wahlgewinner sind nach den vorläufigen Prognosen die Sozialistische Partei (SP) und die linksliberale D66. Rund 12,5 Millionen Niederländer waren aufgerufen, ihre Volksvertreter in Städten und Gemeinden des Landes neu zu bestimmen.

Einzelergebnisse der Kommunalwahlen in der Grenzregion:

Die linksliberale D66 ist die größte Partei in Enschede mit seinen 39 Sitzen. Sie gewannen einen Sitz hinzu und haben im am Mittwich gewählten Rat jetzt sieben Vertreter. Große Verliererin ist die sozialdemokratische PvdA. Sie büßte gleich vier ihrer bisher 9 Sitze ein. PvdA-Spitzenkandidatin Marijke van Hees will heute in den Gremien der Partei über die Konsequenzen sprechen. Auch die rechtsliberale VVD verlor einen Sitz und hat jetzt 4 Ratsmandate.

Die Sitzverteilung: D66 7 (bisher 6), Burgerbelang 5 (4), CDA 5 (4), SP 5 (3), PvdA 5 (9), VVD 4 (5), Christen Unie 3 (2), GroenLinks 3 (unverändert), EnschedeAnders.nl/Margriet Visser 1 (0), OPA 1 (0), Enschede Solidair 0 (was 1), Liberaal 053 0 (0).

In Oldenzaal gewinnt D66 ebenfalls und hat jetzt im 23-köpfigen Gemeinderat drei Sitze. Auch GroenLinks gewinnt einen Sitz auf jetzt zwei Mandate. Die lokale WerknemersGroepering (WG) fällt von 11 auf 9 Sitze und bleibt größte Partei. Die konservative CDA verliert einen Sitz auf jetzt vier. VVD (3) und PvdA (2) bleiben unverändert. Das Endergebnis: WG 35,4% – CDA 18,9% – VVD 13,3% – PvdA 7,9% – GL 10,8% – D66 13,7%.

Die Resultate für Dinkelland, die ländliche Großgemeinde von Denekamp bis Ootmarsum, Lattrop und Werselo: Wählergemeinschaft Lokaal Dinkelland: 10 Sitze (gleich) (5596 Stimmen) CDA 7 Sitze (+1)  4209 Stimmen; VVD 2 zetels (+1)  1252 Stimmen; PvdA 1 Sitz (gleich)  894 Stimmen;  D66 1 Sitz (+1)  878 Stimmen, WDWWZ 0 zetels (0)  96 Stimmen. Hier existiert die sozialdemokratische PvdA offenbar nicht mehr. Sie kommt gerade auf 6,9 % der Stimmen. Weit vorn ist die lokale Wählergemeinschaft Lokaal Dinkelland mit rund 43,1 %. Deutlich dahinter die CDA, die in ihrem Stammland 32,4 % erhalten hat.

Die 19 Ratsmitglieder der Gemeinde Losser setzen sich so zusammen:  Die unabhängige Wählergemeinschaft BURGERFORUM kommt auf 7 Sitze (36,4%), sechs Sitze erreicht die CDA (28,5%, D66 drei Sitze (14,4%), VVD erhielt 2 Mandate (12,8%) und die Gemeinschaft von SDGL/P.v.d.A. einen Sitz (7,3%).

In Hengelo gingen 33.725 zur Wahl. Das sind 53,1% der Wahlberechtigten. Die 37 Ratssitze entfallen auf:  Pro Hengelo: 7 Sitze (19,4%), Sozialistische Partei: 7 Sitze (17,8%), CDA: 6 Sitze (15,4%), VVD: 5 Sitze (12,7%), D66: 4 Sitze (12,4%), PvdA: 4 Sitze (9,0%), Burger Belangen: 2 Sitze (5,4%), GroenLinks: 1 Sitz (3,3%), ChristenUnie: 1 Sitz (2,9%), Armoede Partij Nederland: kein Sitz (1,2%).

In Emmen wählten 43.940 (50,9%). Es erreichten die Wählergemeinschaft Wakker Emmen: 15 Sitze (36,2%), PvdA: 6 Sitze (15,0%), CDA: 5 Sitze (13,6%), D66: 3 Sitze (7,2%), Drentse Ouderenpartijen – DOP: 3 Sitze (6,9%), VVD: 2 Sitze (5,6%), LEF!: 2 Sitze (5,2%), ChristenUnie: 2 Sitze (4,8%), GroenLinks: 1 Sitz (2,9%), Sonstige: kein Sitz (2,2%)

Hier geht es zur interaktiven Karte von Tubantia
Hier veröffentlicht NiederlandeNet einen Gesamtüberblick.

nicht wenige

4. Februar 2013

PlechelmusRund 3000 Skelette sind in Oldenzaal in den letzten Jahren ausgegraben worden. Die Stadt zehn Kilometer hinter der Grenze will der eigenen Geschichte aber noch mehr auf den Grund gehen. Rund 100 Männer haben deshalb am Wochenende im Rathaus von Oldenzaal eine DNA-Probe abgegeben. Durch die Ergebnisse der DNA-Untersuchung sollen „die ältesten“ Oldenzaaler gefunden werden. Die DNA der Lebenden und Toten sollen miteinander verglichen werden. Dazu hat die Stadt in Twente fast ein Jahr geeignete Kandidaten gesucht. Sie mussten sämtlich über einen Stammbaum verfügen, der über 200 Jahre zurückreichte. 124 hat man schließlich gefunden. Ungefähr die Hälfte von ihnen wohnt noch in Oldenzaal. Die mit Wattestäbchen genommenen DNA-Proben werden jetzt durch das Rechtsmedizinische Zentrum der Universität Leiden ausgewertet. Die Ergebnisse erwartet man in zwei Jahren. Anschließend wird das DNA-Material vernichtet. Die Oldenzaaler Untersuchung ist übrigens in den Niederlanden von nationaler Bedeutung, sagt der verantwortliche Rijksdienst für das kulturelle Erbe der Niederlande („Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed„). So weit, so interessant.

Die Knochen der 3000 sind alle im Stadtzentrum rund um die Basilika St. Plechelmus gefunden worden, deren Turm das Bild der 32.000-Einwohner-Stadt prägt (Foto). Rund 1000 Jahre wurde der Platz um die spätromanische Kirche im Zentrum Oldenzaals als Friedhof genutzt. Archäologen datieren die gefundenen Gebeine denn auch auf die Zeit von 800 bis 1900 nach Christus.

Als etwas ungewöhnlich habe ich die Information empfunden, dass rund um Sankt Plechelmus über die Jahrhunderte insgesamt 40.000 bis 50.000 (!) Verstorbene bestattet wurden. Tja Freunde, wir haben nicht wenige Vorfahren da- wie hierzulande.

Tanja aus Denekamp

18. Oktober 2012

Falk Madeja berichtet Neues über seine 34jährige Landsfrau Tanja Nijmeijer. Tanja, die direkt hinter der Grenze im beschaulichen Denekamp aufwuchs, das Twents Carmel College in Oldenzaal besuchte und an der Rijksuniversiteit  Groningen Romanistik studierte und in linken Studentengruppen aktiv war, ging erstmals im Jahr 2000 nach Kolumbien, um dort an einer Dorfschule ein Praktikum zu absolvieren. Dann schloss sie sich  den sog. “ Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC)  an. Jetzt wird sie an den Verhandlungen zwischen Regierung und Rebellen Kolumbiens in Oslo teilnehmen. Falk Madeja:

„Sie soll die einzige Ausländerin sein, die bei den Verhandlungen der Regierung Kolumbiens und den marxistischen Terroristen der FARC dabei sein darf: Tanja Nijmeijer aus den Niederlanden Terror-Tanja hat sich vor einigen Jahren entschieden, das Core Business der FARC – Entführungen, Erpressung, Drogenhandel, Herumschiessen – zu betreiben. Sie bekam eine Uniform und eine Flinte, in den Niederlanden ab und zu auch mal Publizität.

Die Verhandlungen sollen in Oslo beginnen, dann in Kuba weiter geführt werden. Terror-Tanja wird mitgenommen, weil sie Fremdsprachen beherrscht und so schön lächeln kann. Momentan hängt die FARC-Truppe in Havanna fest, da noch nicht klar ist, ob der Internationale Haftbefehl gegen Tanja zurückgenommen wurde.“

(Quelle)

Nachtrag:

“ Terror-Tanja konnte nicht nach Olso, um die FARC bei den Verhandlungen mit der Regierung Kolumbiens zu begleiten. Die grinsende Terroristin aus den Niederlanden muss auf Kuba auf das Verhandlungsteam warten. Es gibt einen internationalen Haftbefehl, auf Kuba kein Problem, in Norwegen schon.

Jetzt wollen ihre Eltern nach Kuba reisen.“

(Quelle)

bekannt

22. Oktober 2011

Zu einem zivilen Verkehrsflughafen
soll das ehemals militärische Vliegveld Twente in Enschede (NL) umgebaut werden. So planen es die niederländischen Politiker der Region Twente Overijssel. Wegen der damit für die Anwohner verbundenen Belastungen gibt es viel Protest – auch diesseits der Grenze; denn die Landebahn des „Twente Airport“ beginnt nur ein paar Meter südlich der A1-Autobahnabfahrt Oldenzaal. Startende und landende Flieger befinden sich also in kürzester Zeit auch über Gildehaus, Bad (!) Bentheim, Gronau, Schüttorf oder Nordhorn. Lingen (Ems) liegt gut 30 km Luftlinie entfernt.

Gegenwärtig findet die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für das Projekt statt. Bedenken und Stellungnahmen können dabei auch  online eingereicht werden – auch von Deutschen. Darauf hat die Bürgerinitiative gegen Flughafen Twente jetzt aufmerksam gemacht. Sie kritisiert dabei, dass das Verfahren nur in den Niederlanden bekannt gegeben worden sei und auch dass die betreffende Internetseite nur in niederländischer Sprache verfügbar sei.

Allerdings ist es in Deutschland regelmäßig genauso (falsch). Außerdem können Einwendungen gegen Großprojekte hierzulande nur in der Landessprache erhoben werden und nicht in jeder Amtssprache der EU, beispielsweise.

Stellungnahmen zur UVP können über die niederländische Internetseite  www.centrumpp.nl abgegeben werden und zwar seit dem 5. Oktober und noch bis zum Mittwoch, 2. November. Später eingehende Einwände bleiben unberücksichtigt. Der Rat der Stadt Gronau  hat sich im Verfahren bereits geäußert und einstimmig den Vorschlag seines Ratsmitglieds Rüdiger Bartels (GAL; Foto lks.) unterstützt, Aussagen zur (fehlenden) grundsätzlichen Notwendigkeit des Flughafens zu machen. Denn schließlich, so Bartels, sei die Untersuchung der sogenannten Null-Variante (Was passiert, wenn das Projekt nicht realisiert wird?) im Zuge von Umweltverträglichkeitsprüfungen durchaus üblich.(mehr…)

Die Flughafenplanungen haben übrigens in jüngster Zeit einen kleinen Dämpfer erhalten. Es wird -wie immer bei einem solchen -bei uns sagt man bekanntlich –  Leuchtturmprojekt  deutlich teurer. Jedenfalls liegen die Kosten für den gesamten Flughafen-Raum schon jetzt „höher als bislang erwartet“, erläutert Dr. Carin Stader-Deters (Bürgerinitiative gegen Flughafen Twente). Die von der Stadt Enschede und der Provinz Overijssel gebildete „Area Development Twente“ (ADT) habe ein Gutachten bei dem  Beratungsunternehmen  „AT Osborne“ erstellen lassen, das der niederländischen Bürgerinitiative „VOLT“ (Verein der Anlieger des Flughafens Twente) nun vorliegt. Daraus und  aus weiteren Dokumenten aus dem Rathaus der Stadt Enschede ergeben sich erst einmal Planungs- und Infrastrukturkosten in Millionenhöhe, von denen bisher offenbar keine Rede war.

Bei einer Sitzung im Rathaus in Enschede über die Gebietsentwicklung rund um  den geplanten Flughafen  ging es jetzt um die unangenehmen Aussagen von AT Osborne.
Deren Ergebnis: Die Geschäfte des Flughafens  werden nicht rentabel sein. Der Flughafen ist es sowieso nicht. Trotzdem gibt es über den Flughafenbetrieb zurzeit Geheimverhandlungen mit „drei ernsthaften Bewerbern“ -so  Fieke Krikhaar, Sprecherin von ADT. „Spätestens im September/Oktober 2012 steht der Gewinner fest“, sagt Fieke Krikhaar. Sie sagt tatsächlich „der Gewinner“…  (mehr…)

Die BI  sagt: „Ein Projekt, bei dem Millionen abgeschrieben werden müssen und Pläne völlig unzureichend sind, ist nicht realisierbar“. Die Münstersche Zeitung ist da skeptischer und schreibt: „Dass die Politiker … es ähnlich sehen, darf bezweifelt werden. Dafür ist schon zu viel Geld in das Projekt geflossen.“  Ein Kommentar, dessen Aussage mir als Lingener sehr bekannt vorkommt…

Laufend kritische Informationen zum Projekt Twente Airport finden sich übrigens in diesem Blog:

(Foto oben Twente Airport Enschede; © Stahlkocher; Grafik unten: © vliegveldtwente.wordpress.com)

Grensland-Express

13. Dezember 2010

Für Berufspendler, Schüler und Besucher im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland gibt es seit gestern eine direkte Verbindung zwischen Bad Bentheim und Hengelo. Die  haben gemeinschaftlich  die niederländische Provinz Overijssel, die Region Twente und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) – verantwortlich für das öffentliche Verkehrsangebot – realisiert. Das niederländische Nahverkehrsunternehmen Syntus und der deutsche Nahverkehrsbetrieb Bentheimer Eisenbahn werden die neue regionale Zugverbindung zwischen dem deutschen Westen und dem ostniederländischen Twente  im Namen der Provinz, der Region und der LNVG umsetzen. Diese neue regionale Zugverbindung wird unter dem Namen Grensland Express fahren. Dieser niederländische Name symbolisiert die Zusammenarbeit im Grenzraum und die historische Überwindung von Grenzen.

Der Grensland Express wird zunächst probeweise für drei Jahre unterwegs sein. In diesem Zeitraum wird dann auch untersucht, ob es genug Reisende gibt, damit diese Zugverbindung auch auf längerer Sicht angeboten werden kann. Das wären 600 am Tag. Wenn sie erfolgreich ist, soll die neue Bahnverbindung  voraussichtlich bis nach Nordhorn verlängert werden, das seit 1974 nicht mehr von Personenzügen angefahren wird. Aber wenn Sie mich fragen, wäre auch Lingen ein ebenso guter, alternativer Endpunkt der Strecke wie Enschede oder Coevorden auf niederländischer Seite.

Die Züge fahren ab Hengelo um 6.35 (Sa: 7.35, So: 8.35), ab Bad Bentheim geht es jeweils um 10 Minuten nach der vollen Stunde zurück. In und nach Bad Bentheim gibt es nach eintreffen des Grensland-Express jeweils drei Minuten vor der vollen Stunde einen direkten Anschluss mit der Westfalenbahn in Richtung Rheine und darüber hinaus.

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De nieuwe treinverbinding tussen Hengelo en Bad Benthheim – met Oldenzaal als tussenstop – werd zondagmorgen officieel in gebruik genomen. Ze verbindt het moderne, zakelijke centrum van Hengelo met de sprookjesachtige wereld van het kuuroord Bad Bentheim.

Het So ein tag, so wunderschön wie heute klonk al bij het uitrijden van het station Hengelo. Een trein vol genodigden, spoorwegliefhebbers en dagjesmensen maakte de eerste feestelijke rit van de Grensland Express mee.

De lijn is in korte tijd met veel geld van Europa, de provincie Overijssel, de Regio Twente en de betrokken gemeenten tot stand gekomen. Om bestaansrecht te bewijzen moet de verbinding, die door Syntus en de Bentheimer Eisenbahn wordt geëxploiteerd, de komende drie jaar gemiddeld 600 passagiers per dag vervoeren. Zowel Nederlandse als Duitse instanties zijn optimistisch dat dat lukt. Al benadrukte Overijsselse gedeputeerde Job Klaassen, dat het van alle betrokkenen een permanente en creatieve inspanning zal vergen om genoeg toeristen, ‚fun-shoppers‘, scholieren, werknemers en werkgevers de trein te laten nemen.

Als de lijn bij de evaluatie in 2013 een succes blijkt te zijn, overwegen de Duitsers de verbinding door te trekken naar Nordhorn en vandaar mogelijk zelfs naar Coevorden.

(entnommen von der Tubantia)

(Foto:  copyright Grensland-Express)