Remise im Hof

14. Dezember 2018

Heute um 10 Uhr eröffnet der Lingener Restaurator Wolfgang Schnieders auf der Hinterseite des Hauses Burgstraße 26 seine kleine Remise im Hof. Hier, in Lingens schönster Straße präsentiert sich künftig ein weiteres, kleines Juwel. Das Webering’sche Haus ist in diesem Jahr 160 Jahre alt geworden und lebt „spätklassizistischen Geist“, wie Bauhistoriker Baldur Köster einmal geschrieben hat. Es ist eines der bemerkenswertesten Häuser in der Lingener Kernstadt. Auf der einen Seite präsentiert Kathy Hüllsieck in ihrem Geschäft Wohnart moderne Einrichtungen und Accessoires, auf der anderen Seite steht auch in ihrem 95.ten Lebensjahr Gretel Masselink noch in ihrer Friesenkate hinter der Theke.

Jetzt bietet Wolfgang Schnieders in der alten Remise im Hof weitere Klein- und Sitzmöbel und Einrichtungsgegenstände an. Neben Schnieders‘ Antiquitätengeschäft in der Burgstraße 31 ist dies sein zweiter Burgstraße-Standort.

Und sofort denke ich zurück. Denn ich erinnere mich noch gut an mancherlei Bemerkenswertes rund um die Burgstraße 26. Klaus Webering betrieb dort im vorigen Jahrhundert sein kleines Spirituosengeschäft. Der Mann war schwul und stand dazu offen und selbstbewusst –  in Zeiten, in denen dies in Lingen noch ein wirkliches Tabu und in Westdeutschland gar noch strafbar war. Nach seinem Tod und dem Erwerb des Hauses durch die MV Unternehmensgruppe ließ sich dort der unvergessene Elmar Kruse nieder, Modemacher, Kunsthandwerker und Schneider, der dann nach einigen Jahren sein Geschäft schloss und nach Köln und von dort Keitum auf Sylt zog. In diesem Interview gibt Kruse einen Rückblick auf seine Geschichte, aber  verschweigt -schnief- dabei seine Lingener Jahre, wiewohl ein Höhepunkt in seinem Leben zweifellos die Wahl zur Maienkönigin war – beim Tanz in den Mai der Burgstraßenanlieger -zwischen Gretels Friesenkate und der alten Remise. Da war, erinnere ich mich, Wolfgang Schnieders schon dabei, und es geht das Gerücht, dass er damals nicht Elmar Kruse sondern Nachbarin Anneliese Fehrenschmitz gewählt hat, die Vize-Maienkönigin wurde.

An Biggi Brunswick, die mit ihrer Familie vor 50 Jahren auch lange in der Burgstraße 26 wohnte, erinnere ich jetzt natürlich auch. Meine Güte, was habe ich da geschmachtet. Upps, ich schweife ab, ein bisschen…

Anfang dieses Jahrzehnts veranstaltete dann Wohnraumgestalterin Christin Mross in der historischen Remiseim Hof Sektempfänge für Brautleute, die frisch verheiratet vom Kutscherhaus herüber kamen, und auch Lesungen mit Rezitator Michael Sänger und anderen. Als Kathy Hüllsieck mit ihrer Wohnart vor drei Jahren in die Burgstraße 26 zog, knüpfte sie daran an und lud Piano Pete Budden, Geert Meyer, Heinz Eschert, Peter Löning und Clara Strube ein, um eine Anke-Strube-Ausstellungseröffnung musikalisch zu begleiten. Das alles war stets „klein und fein“ und jetzt kommt also Wolfgang Schnieders mit Erlesenem. Wir Lingener dürfen uns darüber freuen – heute ab 10 Uhr – in der historischen Remise im Hof des Hauses Burgstraße 26.

schlechtes Wetter

12. November 2018

Hal Faber meinte gestern in seiner wwww-Kolumne aus heise.de:

„Die Gedenken sind frei, jeder kann sie verbraten“, tralala. Der 9. November ist vorbei und die großen Reden sind gehalten. Von allen und vor allem vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier, ganz in der Tradition von Bundespräsident Gustav Heinemann, der da befand „Traditionen sind mit anderen Worten keineswegs das Privileg konservativer Kräfte“. Darum ist „Alles für das Volk, alles durch das Volk“, wie es Philipp Scheidemann formulierte, kein blutstümelnder Spruch von Trägern blauer Kornblumen. Darum kann man mit Steinmeier sagen, klaro, geht in Ordnung, wenn er fordert: „Trauen wir uns doch! Trauen wir uns, die Hoffnung, die republikanische Leidenschaft jener Novembertage auch in unserer Zeit zu zeigen. Trauen wir uns, den Anspruch zu erneuern. Es lebe die deutsche Republik! Es lebe unsere Demokratie!“ Zur Demokratie gehört auch das Aushalten von Widersprüchen wie den einer Verteidigung der Sozialdemokraten von 1918, die gemeinsame Sache machten mit dem Militär und dem Beamtentum des untergegangenen Staates…

*** Was bleibt, ist der heutige Sonntag. „Was für ein schöner Sonntag, Kumpel“ ist dieser Tag, wenn Emmanuel Macron und Angelika Merkel im Wald von Compiègne den Ergänzungs-Gedenkstein dort enthüllen, wo Matthias Erzberger am 11. November vor 100 Jahren die Waffenstillstandserklärung unterzeichnete. Wobei der Salonwagen, in dem die Erklärung unterzeichnet wurde, ein Duplikat ist. Das Original nutzte Hitler am 21. Juni 1940 beim Waffenstillstandsdiktat, mit dem die Schmach vom deutschen Volke getilgt werden sollte. Möge es weitergehen mit der „Aussöhnung im Dienste Europas und des Friedens“, vielleicht sogar mit einer echten europäischen Armee, eine Idee, die der US-Präsident Trump sehr beleidigend findet. Darauf eine rote Mohnblume. Unterdessen hat besagter Präsident den geplanten Besuch des US-Soldatenfriedhofes Bois Belleau wegen schlechten Wetters abgesagt.“ (Text und Quelle: Hal Faber wwww bei heise.de)

Und was war sonst noch?
Für interessierte oder gelangweilte Mitarbeiter unserer öffentlichen Verwaltung habe ich noch einen Rückblick auf diese kleine, aber feine Veranstaltung, die eine vierköpfige Initiative kurzfristig auf den Weg brachte,  zur Erinnerung an an 10. November 1918, als in Lingen der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet wurde. Die lokale Revolution damals erscheint im Rückblick etwas zäh, was man vielleicht schon am dritten Wort des Aufrufs erkennen kann, der da „Ordnung“ lautete.

Hier die „handgemachten“ Videos, ohne jede Beleuchtung aber mit klarem Ton  (Danke, Bernd!) vom vergangenen Samstag. Danke, an alle die mitgemacht haben. Nicht zuletzt an Citypolizist Norbert Tenger, der uns das Gefühl ständiger Sicherheit bescherte und während des kleinen Umzugs auch noch ausreichend Zeit fand, die radelnde Jugend auf die Pflicht hinzuweisen, doch in der Fußgängerzone bitte abzusteigen.

und der zweite Teil

Heribert Prantl, Chefredakteur der Süddeutschen, schrieb vor einer Woche über das Erinnern an den 9. November 1918: „Man kann nicht sagen, dass die Geburt der deutschen Republik heute rauschend gefeiert würde. Verglichen mit dem Lutherjahr, bei dem das Gedenken und Feiern, das Jubilieren und das Kritisieren schier nicht mehr aufhörte, ist das Fest der Demokratie nicht einmal ein Festlein. Keine große Einladung, keine große Feier, kein Feuerwerk, keine Festakte. Das Wagnerjahr ist größer begangen worden. Deutsche Revolution? Es gibt keine Revolutionshelden (obwohl es sie gäbe), es gibt keinen Revolutionsmythos (obwohl es ihn bräuchte), es gibt nicht einmal eine dankbare Erinnerung (obwohl sie so wichtig wäre).“ Auch deshalb gab es vorgestern diese kleine Veranstaltung zur Erinnerung an die deutsche Revolution 1918 und ihre lokalen Protagonisten; denn auch in unserer Stadt hat man ansonsten weder des Tages noch seiner Helden gedacht.

Schöne Woche, liebe Leserschaft!

Soldaten! Arbeiter! Bürger!

9. November 2018

Morgen, am 10. November 1918, also vor genau 100 Jahren wurde in unserer Stadt im großen Saal des damaligen Hotels Nave gegenüber vom Bahnhof der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. Ihm gehörten an die Schmiede Müscher und Meyer, der Schleifer Uhle, die Schlosser Bracht und Driemann, der Kupferschmied Strecker und der Tischler Fritz Knospe, der die Versammlung leitete und zum Vorsitzenden bestimmt wurde. Hinzu kamen die Mitglieder des Soldatenrats, der Reservist Bachmann, der Landsturmmänner Nopper und Overbeck, Offiziers-Stellvertreter Fischer, Feldwebel Fuhlhop, Sergeant Heskamp und Sanitäter Schenk.

An den Einsatz dieser Männer und der dahinter stehenden Frauen gegen die Monarchie, gegen den Krieg und für Frieden und Demokratie soll am Samstag, 10. November 2018 mit einer Veranstaltung erinnert werden, zu der ich herzlich einlade.

Sie beginnt um 11.00 Uhr im Butcher’s, Schlachterstraße 12. Dann schließt sich eine Demonstration durch die Schlachterstraße, Bauerntanzstraße, Marktplatz, Burgstraße, Karolinenstraße in die Clubstraße 5 an, wo es in Heidis Litfass eine weitere Lesung gibt und die Veranstaltung zu Ende geht.

Es wirken u.a. mit Peter Löning, Piano Pete Budden, Ali Janßen, Peter Lütje, Gerhard Kastein, Heribert Lange und der Blogbetreiber. Kein Eintritt.

Katharina Lorenz

15. August 2017

Katharina Lorenz
Klavier und Gesang
11. Hauskonzert bei Familie Löning,
Lingen (Ems) – Falkenstraße 17

Samstag, 19.08.’17
19 Uhr
Eintritt: frei
Voranmeldung dringend erbeten (mail(at)peterloening.de)

Dieses Mal wartet ein Heimspiel auf die Hauskonzert-Gäste der Familie Löning; denn die Künstlerin kommt aus Lingen (Ems). Sie ist Sängerin und man sollte sie gehört haben. Sie singt ein Programm mit sicherlich poppigen Songs. Dabei begleitet sie sich selbst am Flügel. Als kleines Bonbon wird sie ihren Kollegen Raimund Fox-Müter samt seinem Saxophon mitbringen, der sie bei einigen Nummern unterstützten wird.

Näheres zu Katharina Lorenz findet sich auf ihrer Internetseite: https://www.katharinalorenzgesang.de/ oder ihrem Facebook-Auftritt bei Facebook:  www.facebook.com/katharinalorenzgesang

Peter Löining: „Fühlt euch zu diesem Konzert herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei, eine Voranmeldung ist dringend erforderlich. Da sich schon so einige Leute angemeldet haben denken wir, dass es wieder einmal eng werden könnte. Es wäre also ratsam, sich frühzeitig um einen Platz zu kümmern.“

(Foto:© P.Löning)

 

Lingener Hauskonzerte

21. August 2016

Eine schöne Zuschrift erreicht mich da:
„Mit Fertigstellung unseres Anbaus wollen wir direkt beginnen mit einer Reihe von Konzerten im neu gewonnenen Wohnzimmer. Wir sind sehr glücklich, unter unseren Freunden einige Künstler gefunden zu haben, die bei uns spielen wollen. Sieben Konzerte konnten wir bislang festmachen zu einer ersten Spielzeit.

Nun möchten wir euch herzlich einladen, diese Konzerte zusammen mit uns zu genießen, denn was ist ein Konzert ohne Publikum.

Alle Konzerte finden samstags abends um 19 Uhr statt und sind mit einer kleinen Pause geplant. Der Eintritt ist jeweils frei. Unsere begrenzte Platzzahl macht allerdings eine Voranmeldung unbedingt erforderlich.

Schreibt uns eine kurze Mail (hauskonzerte(at)peterloening.de) , damit wir euch die gewünschte Zahl an Plätzen reservieren können.

In der ersten Spielzeit besuchen uns:

24.09.2016        Roland Pröll, Klavier

22.10.2016        Kacha Metreveli, Gitarre

19.11.2016        Jonas Gewald, Klavier/Sounddesign

10.12.2016        Michael Sänger, Rezitation

21.01.2017        René Mense, Gesang, und Thorsten Kuhn, Klavier

25.02.2017        Ratko Delorko, Klavier

25.03.2017        Wigbert Traxler, Klavier

Wir freuen uns auf euren Besuch… (und sagt es gerne weiter)

Herzlichst
Stefanie und Peter Löning“

https://www.facebook.com/LingenerHauskonzerte/

OSTERN heute

27. April 2014

KreuzkircheTurm„OSTERN heute“
Uraufführung

Oratorium für Soli, Sprecher, Chor und Orchester nach Texten von Dieter Stork; Musik: Fritz Baltruweit, Wilhelm H. Koch u.a.

Gesamtleitung: Kantor Peter Müller
Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz

Heute 19:00 Uhr – 21:30 Uhr
Eintrittsprogramme zu 12 Euro (erm. 8 Euro) gibt es an der Abendkasse

Auf der Grundlage des Passions- und Osterberichts aus dem Markus-Evangelium schuf Dieter Stork ein eindrucksvolles Textgefüge aus Bibeltexten, aktuellen Bezügen, Leiden und Sterben Christi und Auferstehungsfreude. In diesem Oratorium ist Nachösterliches ineinander verwoben.

Neben der Lingener Kantorei mit ihren beiden Solosängerinnen Ina Hartholt und Rebecca Katins wirken Kerstin Hammer (Querflöte), René Esser (Saxofon), Maria Tilmann-Bürger (Oboe), Peter Löning (Gitarre), Stefanie Löning (Klavier), Michael Schrant (Schlagzeug), Eugenia Hamm (Orgel) sowie eine Streichergruppe aus Felix Hammer, Wanja Brinkmann, Ulrike Seiling, Viola Venschott und Maike Adden mit.

Die Sprecherpassagen werden vorgetragen von Gertraud Brokmeier, Pastor i. R. Heere Busemann, Pastor Dieter Grimmsmann und Helmut Hartmann.

(Foto: RTurm der Kreuzkirche Lingen © milanpaul via flickr)