Soldaten! Arbeiter! Bürger!

9. November 2018

Morgen, am 10. November 1918, also vor genau 100 Jahren wurde in unserer Stadt im großen Saal des damaligen Hotels Nave gegenüber vom Bahnhof der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. Ihm gehörten an die Schmiede Müscher und Meyer, der Schleifer Uhle, die Schlosser Bracht und Driemann, der Kupferschmied Strecker und der Tischler Fritz Knospe, der die Versammlung leitete und zum Vorsitzenden bestimmt wurde. Hinzu kamen die Mitglieder des Soldatenrats, der Reservist Bachmann, der Landsturmmänner Nopper und Overbeck, Offiziers-Stellvertreter Fischer, Feldwebel Fuhlhop, Sergeant Heskamp und Sanitäter Schenk.

An den Einsatz dieser Männer und der dahinter stehenden Frauen gegen die Monarchie, gegen den Krieg und für Frieden und Demokratie soll am Samstag, 10. November 2018 mit einer Veranstaltung erinnert werden, zu der ich herzlich einlade.

Sie beginnt um 11.00 Uhr im Butcher’s, Schlachterstraße 12. Dann schließt sich eine Demonstration durch die Schlachterstraße, Bauerntanzstraße, Marktplatz, Burgstraße, Karolinenstraße in die Clubstraße 5 an, wo es in Heidis Litfass eine weitere Lesung gibt und die Veranstaltung zu Ende geht.

Es wirken u.a. mit Peter Löning, Piano Pete Budden, Ali Janßen, Peter Lütje, Gerhard Kastein, Heribert Lange und der Blogbetreiber. Kein Eintritt.

Familie Butchinskis
Kleines Straßenfest
Lingen (Ems) – Schlachterstraße („zwischen Koschi und dem Butchers“)
Heute 15 – 22 Uhr
Kein Eintritt

Die Lingener Kultkeipen Butchers & Koschinski laden herzlich zu ihrem ersten Straßenfest ein! „So richtig mit Musik, Lichterketten und Essen, bis die Wampe voll ist.“

„Freut euch auf den Craftbeer-Garten und verdammt gute Drinks an der Wohnzimmer-Bar.“ Es gibt feines BBQ, die „besten Falafel in Town und Käsespätzle. Yum!“

Mit dabei:
– Falaf-EL (Falafel)
– Beatschicht (Beats & BBQ)
– Bottlerocket – Full of Spirits (Drinks und Limonaden aus Berlin)
– One Pint Germany (Craftbeer)
– Alte Posthalterei (Spätzle)
– Butchers (Wohnzimmer-Bar)
– Koschinski (Craftbeer-Garten/Beatschicht BBQ)

Die Veranstalter:
„Also packt alle Eure Freunde ein und auf gehts! Wir freuen uns, wenn ihr mit dabei seid!

Eure Familie Butchinski

PS. Nach dem Sonnenuntergang feiern wir im Butchers und Koschinski gemeinsam mit euch weiter!“

Wun.Der.Bar

18. November 2017

Es muss etwa 60 Jahre her sein, als es in der Lingener Schlachterstraße zu einem tragischen Unfall kam. Ein kleiner Junge fuhr mit seinem Tretroller durch die Gasse zwischen dem Ratskeller und dem heutigen Café Extra-Blatt direkt vor die Reifen eines von rechts kommenden Lkw in der Schlachterstraße und wurde regelrecht zerquetscht. Daran erinnere ich mich. Es war damals zu recht ein großes Gesprächsthema in Lingen (Ems).

Sofort entschloss sich seinerzeit die Stadt diese Zufahrt so abzusperren, dass dies künftig nicht mehr möglich sein werde. Das klappte auch, zunächst mit Holzpfählen. Als dann vor 25 Jahren das älteste, in der Gasse seit 1927 vorhandene Lingener Straßenpflaster aufgenommen und neu gesetzt wurde, setzte man vier historisierende Eisenpfähle in die Straße und verband je zwei durch Ketten miteinander. Man musste seither nahezu in den Stand bremsen und ein bereiftes Gefährt zwischen beiden Pfahlreihen hindurchschieben. Das Fazit: Seit dem Unfall vor 60 Jahren hat es keinen Unfall mehr an dieser Stelle gegeben.

Jetzt handelte die Lingener Stadtverwaltung erneut und beseitigte kurzerhand die sichernden Ketten – mit dem Ergebnis, dass künftig nur noch das Hineinfahren in die Gasse gesperrt ist, aber das gefährliche Hinausfahren für Zweiräder, Roller usw. aus der Gasse in den Querverkehr der Schlachterstraße nicht mehr. Gefährlicher gehts kaum. Ganz abgesehen von dem völligen gestalterischen Wun.Der.Bar-Pfahl-Missgriff: MAN FASST ES NICHT, IHR DUMMKÖPFE! Wann gibt es an dieser nunmehr gefährlichen Einmündung den nächsten schweren Unfall? Guckst Du hier:

Vermischtes

15. August 2013

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Oha, (m)ein Tipp für Lingens neue Location. Guckst Du, Kurt! Ich höre, die folgende Liste sei schon fast voll. Also…

Bildschirmfoto 2013-08-15 um 21.15.00

Wortlaut

11. November 2012

Hier im Wortlaut die Rede des Sprechers Dr. Heribert Lange am 9. November 2012 anlässlich der Gedenkfeier am Gedenkort Jüdische Schule (Lingen) zur 74. Wiederkehr der Nacht des Novemberpogroms 1938.

„Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe ältere und jüngere Mitbürgerinnen und Mitbürger Lingens,

sehr herzlich möchte ich Sie wieder willkommen heißen zur Gedenkfeier von Forum Juden- Christen im Altkreis Lingen und der Stadt Lingen an den 9. November 1938, die Reichspo- gromnacht. Besonders freuen wir uns, dass auch in diesem Jahr wieder eine ganze Reihe Jugendlicher dabei sind – m.W. vom Stadtjugendring, vom Kinder- u. Jugendparlament und von den Berufsbildenden Schulen. Das macht Mut – besonders den ÄÄteren unter uns.

Jeder und jedem der hier Anwesenden ist hinlänglich bekannt, dass in der Nacht zum 9. November überall im damaligen Deutschen Reich, und zwar auf Befehl Hitlers, die Synago- gen in Brand gesteckt wurden, und dass es auch den hilfswilligen Feuerwehrleuten untersagt war, mit ihren Wehren gegen das unermessliche Flammenmeer vorzugehen. Das Naziregime wollte seinen ungeheuerlichen Frevel an den jüdischen Gotteshäusern in Deutschland ausdrücklich als Racheakt verstanden wissen, wobei man wissen muß, dass es zwar für Strafe und Sühne, nie aber für Rache, noch dazu solchen Ausmaßes, einen auch nur halbwegs vernünftigen Grund geben kann. Tatsächlich ging es den Machthabern des Hitlerregimes allein um einen weiteren und diesmal spektakulären Schlag gegen die Juden in Deutschland, nachdem beinahe allen von ihnen in den Jahren davor schon ihre Rechte als Staatsbürger aus dem einzigen Grund, dass sie Juden seien, aberkannt worden waren. Die Reichspogromnacht kennzeichnete auf furchtbare Weise den Anfang vom Ende jüdischen Lebens in Deutschland und in jenen Staaten Europas, deren sich die Hitlerarmeen mit der nachrückenden SS im spä- teren Krieg bemächtigt hatten. Am Ende waren es 6 Millionen jüdische Menschen, die der NS-Staat gemäß der Logistik von Mordfabriken umbringen ließ.

Der Rassenwahn war es, der die Nazis in fanatischer Weise zu ihren Untaten antrieb: die aberwitzige, nie plausible Idee von der Minderwertigkeit der Juden, die man zu einer Rasse und zu Schädlingen des sogenannten gesunden arisch-deutschen Volkskörpers bestimmt hatte, und zwar mit Hilfe ebenso willfähriger wie beschränkter Mediziner und Erbbiologen. Menschenrechte, die es, auch wenn sie erst nach der furchtbaren menschlichen und morali- schen Katastrophe des Holocaust, der Shoah, aufgeschrieben wurden, schon immer gegeben hatte, leiten ihren Anspruch, nämlich die Achtung der Menschenwürde, indessen nicht von der Hautfarbe, der Begabung, der Rasse oder ethnischen Abstammung ab, und auch nicht von Alter, Geschlecht, Krankheit, Behinderung oder Migrationshintergrund, sondern allein von der Schuldigkeit jedes Staats und seiner Gesellschaft gegenüber jedem Menschen und jedem Bürger, für den und auf den hin jede freie und humane Gesellschaft mit ihrer staatlichen Ordnung verfasst ist: Die Gewährleistung der Menschenrechte zur Gewährleistung der Menschenwürde ist somit nicht mehr, aber auch nicht weniger als des Staates Schuldigkeit gegenüber jedem seiner Bürgerinnen und Bürger und keineswegs eine Gnade, die uns nach Gutdünken der Regierenden zuteil wird oder nicht.

Dies ist übrigens ein Grund, warum auch NSU-Leute zurückschauen sollten und des Unheils gedenken und befinden, dass nur das Konzept der wechselseitigen Achtung vor der Men- schenwürde des jeweils anderen sie selbst davor bewahrt, zwischen die Mahlsteine einer Men- schenwürdebatte zu geraten und dabei nicht nur politischen, sondern auch physischen Scha- den zu nehmen. Denn an der Hand, mit deren einem Finger sie auf die anderen zeigen, sind vier weitere Finger, die auf sie selbst weisen. Nur die wechselseitige Achtung jedes, aber auch wirklich jedes Menschen aufgrund seiner, mindestens schon aus staatlichen Rechten resultie- renden Menschenwürde, nicht zu reden von der Menschenwürdebegründung Immanuel Kants und der Gottesebenbildlichkeit, die Christen sich und gewiß auch allen anderen Menschen aus ihrem Glauben zuschreiben, NUR solche wechselseitige Achtung kann Frieden schaffen und die Befriedung einer Gesellschaft leisten. Auch wird damit klar, dass ein Staat dann schon die Axt an die Wurzeln seiner Glaubwürdigkeit und seiner eigenen Humanitätskultur legt, wenn er wie Hitler und seine zahllosen Mordgesellen sich berufen und auch berechtigt fühlen wür- de, einzelne Menschen und Gruppen aus ihrem existenziellen Menschenwürdeanspruch aus- zugrenzen und sie dessen zu berauben – egal aus welchen Gründen.

Judentum ist eine Religions- und Kulturgemeinschaft und ohnehin nie einer Rasse gleich g wesen. Würden wir aber billigen, dass unsere Bewertungen anderer Menschen, Völker, Rassen an die Stelle ihrer Menschenwürde und der dieser dienenden Menschenrechte träten, dann hätte es in den USA nie einen Präsidenten Barack Obama und in Südafrika nie einen Nelson Mandela geben können, beide übrigens Träger des Friedensnobelpreises. Und wer kann das vernünftigerweise wollen bzw. nicht wollen?

Meine Damen und Herren, wir wollen gedenken und zu diesem Gedenken auch die Ansprache unseres Oberbürgermeisters hören und wir wollen singen und wir wollen als Zeichen unseres Gedenkens einen Kranz beim Synagogengedenkstein niederlegen und wir wollen dann zusammen mit Gertrud Anne Scherger zur Schlachterstraße 12 gehen, wo sich der Stolperstein, ein Gedenkstein also auch, für Max Hanauer befindet, der in einem sogenannten Vorzugsghetto für altgewordene Juden, im KZ Theresienstadt nämlich, umgekommen ist. Ich lade Sie dazu entsprechend Ihren Möglichkeiten am Ende unserer Feier hier herzlich ein, und ich danke Ihnen für Ihre Geduld.“

(Foto: (c) LWT)

Loch

13. August 2012

Bekanntlich ist es etwas schwierig für einen Baum, in Lingen zu bestehen. Da war die Sache mit den Platanen im Stadtzentrum, mit dem ganzen Altenlingener Forst, den Esskastanien im Amtsgerichtshof und manches mehr. In diesem Frühjahr pflanzte der Bauhof zwei neue Bäume an den Anfang der Schlachterstraße und zwar da, wo zwei Vorgänger die Inanspruchnahme durch Karneval und Kiveling nicht überstanden hatten. Einer der beiden Neuen ging ein oder wuchs nicht an, ganz wie es beliebt.

Vielleicht lag es daran, dass die Lkws nicht ganz leicht an ihm vorbei fahren konnten und ihn so in Mitleidenschaft zogen. Vielleicht lag es auch an dem Splitt, der nicht nur da, sondern auch bei anderen Bäumen in der Schlachterstraße übel-deftig über das Pflanzloch geschmiert wurde, als wäre er Düngersubstrat. Oder an dem unbedachten  Streusalzpökeln im ausgehenden Winter. Ich weiß es nicht, und den Baum kann man nicht mehr fragen.

Denn der  verschwand über Nacht und wurde durch ein Loch mit noch mehr Splitt nebst einer  Warnbake ersetzt, die bei jedem innerstädtischen Fest hin- und hergeschoben wird. Das warnbakengesicherte Loch soll jetzt wohl ein knappes Jahr lang vor sich hin liegen und ich frage mal vorsichtig, ob es da nicht auch eine andere Lösung geben könnte. Ich kann mir nämlich so manches vorstellen. Aber haben Sie auch eine Idee? Super! Schicken Sie mir eine E-Mail. Dann schreiben wir vielleicht zusammen an das kommunale Beschwerdemanagement?

Quälend

18. Mai 2012

Quälende Langsamkeit titelt Niklas Tewes seinen jüngsten Blogbeitrag (Aufmacherfoto oben). Er schreibt darin über die gemeinsame Sitzung von Planungsausschuss und Verkehrsausschusses vorgestern im Lingener Rathaus und seine Enttäuschung über die Langsamkeit demokratischer Prozesse. Ich kenne das Bohren dicker Bretter und war in der Sitzung nicht sonderlich überrascht. Tatsächlich ist auch weniger die Ausschussarbeit das Problem. Es ist einmal mehr die Stadtverwaltung, die nur das umsetzt, wozu sie Lust und Laune hat. Im Winter Nullneunnullzehn saß ich im Ristorante da Sandro an der Bernd-Rosemeyer-Straße, als draußen vor dem Fenster Baudezernent, Oberbürgermeister und ein weiterer Mitarbeiter der Stadtverwaltung eine halbe Stunde lang hin und hergingen und prüften, wo man auf der Straßenseite des Bahnhofsvorplatzes notwendige Kurzzeitparkplätze anlegen könnte. Ich habe mich gefragt, ob es dafür dieser Runde bedarf. Doch es kam schlimmer: Seither ist nämlich nichts passiert. Die Defizite rund um den Bahnhof sind ungelöst und dies trotz Millionen, die dort verbaut wurden. Offen gefragt: Ob die drei damals Hin- und Her-Schreitenden zu selten den Lingener Bahnhof nutzen und daher keinen erkennbaren mentalen Zugang zu den Problemen von Bahnreisenden haben?

Nun können Mitglieder eines kommunalen Ausschusses notwendige Baumaßnahmen nicht persönlich mit dem Spaten in Angriff nehmen. Vielmehr muss stattdessen die Stadtverwaltung die Aufträge des Rates und seiner Ausschüsse realisieren. Und wenn sie nichts macht, kann ein Ausschussmitglied erinnern, nachfragen, mahnen und Pressemitteilungen (oder gar einen Blog) schreiben. Ein kommunales Gremium gleicht damit mehr dem Aufsichtsrat eines Wirtschaftsunternehmens als dessen agierendem  Vorstand. Der Unterschied: Es gibt im Rat Fraktionen und politische Mehrheiten. Vorgestern beispielsweise war die Diskussion eine völlige Wiederholung der Ausschussberatung vom 2. Dezember 2009. Trotzdem begann die Diskussion  über den immer noch greifbar unausgewogenen, schon damals  im Ausschuss zurückgewiesenen Vorschlag der Verwaltung mit einer zustimmenden CDU-Erklärung. CDU-Mitglied Werner Hartke (Darme) zeigte sich von den greifbaren Mängeln des Vorschlag  unbeeindruckt und lobte im Namen der Christdemokraten den Plan ausdrücklich als gute Lösung. Seine Fraktion unterstütze ihn. Sie stimmte dann in der Folge auch den zweieinhalb neuen Halteplätzen zwischen ZOB-Zu-/Abfahrt und Zebrastreifen zu, obwohl der Leiter des Straßenbauamts Klaus Haberland davor gewarnt hatte, (solche) Parkplätze direkt vor einem Zebrastreifen einzurichten.

Mein Kollege Marc Riße (BN, Foto lks) kritisierte, dass der Busbahnhof Abends nicht benötigt werde und leer stehe. Er fragte auch, weshalb nun zwei getrennte Taxistände angelegt werden sollten. Ich beanstandete u.a., dass Taxis nur in Richtung Burgstraße aufgestellt werden sollten, es aber zahlreiche Fahrgäste gebe, die in die entgegengesetzte Richtung wollten, dass der Parkplatz neben der Tanzgalerie zu klein und deshalb besonders an Wochenenden rund um den Bahnhof ein heilloses Verkehrschaos herrsche. Darüber soll nun die Verwaltung nachdenken und Vorschläge machen. Immerhin setzte der Ausschuss einen Zeitrahmen bis September gesetzt. Das ist nach Verwaltungsmaßstäben geradezu atemberaubend schnell, weshalb einige Verwaltungsleuten auch mit ihren Augen rollten. Marc Riße und ich haben am Ende den schlechten Verwaltungsplan abgelehnt. Dasselbe machte die SPD; weshalb die Grünen zustimmten, habe ich nicht verstanden, vielleicht nur weil auch eine bequeme Auffahrt für Radfahrer gegenüber der Marienstraße auf den Radweg entstehen soll.

Für Niklas Tewes sind die Schritte unzureichend, was ich verstehen kann. Ihn quält die Langsamkeit kommunalpolitischen Handelns. Dies betrifft auch das abendliche Durcheinander im Vergnügungsbezirk Schlachter-, Sturm und Elisabethstraße und den gefährlichen Palacio-Ausgang  direkt vor die Haube vorbeifahrender Kfz auf der Elisabethstraße; Niklas Tewes hatte diese Zustände nachdrücklich kritisiert. Marc Riße und ich haben dem engagierten Mann am Mittwoch versprochen, auf eine zügige Beschlussfassung zu drängen, damit nicht auch hier alles wieder auf die lange Bank geschoben wird. Denn Tewes‘ Kritik hat ebenso Hand und Fuß wie seine Sorge, dass etwas passiert. Liest Du hier!

(Foto Münsteraner Hafen © Niklas Tewes;  Foto Marc Riße : © BN/Stadt Lingen (Ems))

Sicherheitspöller

15. Mai 2012

Im Tweetaccount Lingen_Fehler schreibt ein aufmerksamer Zeitgenosse, dem Lingen offenbar am Herzen liegt; denn immer wieder twittert er mit den  obligatorischen 140 Zeichen- bisweilen mit einem unterstützenden Foto- über kleine und große Probleme unseres Städtchens. Inzwischen mehr als 1000 mal, auch am 5. November 2010. Sein Sicherheitspöller-Tweet  damals benannte das Problem: Wer das Palacio über den Hinterausgang zur Elisabethstraße verlässt, läuft direkt vor die Autos, die dort Richtung Konrad-Adenauer-Ring fahren: „Kracht bald!“

Doch erst jetzt bewegt sich etwas, nachdem Blogger  Niklas Tewes die gefährliche Verkehrssituation in der Elisabethstraße am Rückeingang des Palacio erneut aufgriff (dabei Ratsmitglied Fabian Rode -CDU- kritisierte, der sich nicht mehr meldete) und in diesem kleinen Blog noch etwas mehr über unser Vergnügungsdreieck zwischen Sturmstraße, Elisabethstraße und Schlachterstraße zu lesen war. Niklas Tewes berichtet inzwischen in seinem Blog über die Resonanz auf seine Kritik. Eine lesenswerte Zusammenfassung:

„Zunächst möchte ich mich bei meinen Lesern bedanken: Durch Eure Mithilfe hat sich mein Blogpost zur Verkehrs-Situation im Bereich Schlachterstraße/Elisabethstraße binnen kürzester Zeit verbreitet und über eintausend Leser gefunden. Danke!
Dies zeigt mir, dass ich offenbar eine Thematik angesprochen habe, die viele Bürger bewegt. Ich möchte im Folgenden Eure Meinungen und Lösungsansätze zusammentragen:
Fabian Rode (Mitglied im Stadtrat)…“

Fortsetzung bei Niklas Tewes

Jetzt muss eigentlich nur das passieren, was vorgeschlagen ist. Bevor etwas passiert.

Bevor

7. Mai 2012

Niklas Tewes hat recht (zu seinem Blogpost bitte den Link oder die Grafik anklicken). Aber über den sehr problematischen rückwärtigen Palaciozugang hinaus, geht es in dem Quartier nächtens oft drunter und drüber. Vorgestern Nacht beispielsweise herrschte im Lingener Vergnügungsviertel an Schlachter- und Elisabethstraße einmal mehr ein völliges Chaos. Ich erinnerte mich, dass der Bereich vor gar nicht langer Zeit nächtens gesperrt war. Die Anwohner hatten sich wegen des Lärms der abfahrenden Autos beschwert. Es wurden an drei Stellen Pfeiler in die Erde gegraben, die sie dann selbst abends um 21 Uhr herauszogen. Als aber Bernd Frerich, einer der Initiatoren, wegzog, schlief die Selbsthilfe ein.

Ich glaube, man muss die Idee wieder aufgreifen. Bloß sollten die Sperrpfosten oder -poller automatisch ausfahren, Anlieger, Not- und Rettungsdienste bekommen Geräte, die die Zufahrt ermöglichen. Solche Systeme gibt es längst. Beispielsweise im benachbarten Enschede. Dort haben sie sich bewährt. Mit Marc Riße (BN-Ratsmitglied und Vorsitzendem des Verkehrsausschusses) habe ich vereinbart, dass er sich des Problems annimmt. Die Kritik von Niklas Tewes wird ihm helfen und ich nehme an, er wird auch mehr Erfolg haben als  meine mündliche Anfrage  direkt nach der Eröffnung des Palacio.

Baugeschichte

10. März 2011

„Immer wieder werden bei Bauarbeiten in der Lingener Altstadt alte Balken, Ständerwerke und Fachwerk-konstruktionen entdeckt. Erst jüngst konnten im Bereich des ältesten Stadtkerns südlich des Marktplatzes und an der Schlachterstraße einige Häuser untersucht werden, deren Bauzeit bis zum Wiederaufbau Lingens nach dem großen Stadtbrand von 1548 zurückreicht. Über diese und weitere Befunde zur Lingener Baugeschichte im 16. und 17. Jahrhundert berichtet Museumsleiter Dr. Andreas Eiynck (Foto) heute, am Donnerstag, 10. März, um 16.30 Uhr und um 19.30 Uhr bei einem reich bebilderten Themenvortrag im Emslandmuseum.

Bevor Dr. Andreas Eiynck 1988 die Leitung des Lingener Emslandmuseums übernahm, war er mehrere Jahre im Bereich der Bauforschung tätig und untersuchte damals unter anderem die ältesten Fachwerkhäuser in den Innenstädten von Lippstadt, Tecklenburg und Burgsteinfurt. Über Burgsteinfurt schrieb der Westfale übrigens seine Doktorarbeit zum Thema Bauweisen und Wohnformen in dieser münsterländischen Stadt. Der Museumschef gilt in Fachkreisen längst als fundierter Kenner der Bau- und Wohnkultur in Nordwestdeutschland. Seit 1988 hat er auch viele Bürger- und Bauernhäuser in Lingen und dem Emsland dokumentiert und erforscht.

Dr. Andreas Eyinck

Uralte Balken – neue Entdeckungen
Vortrag zur Baugeschichte der Lingener Altstadt

Emslandmuseum, Burgstraße 28, Lingen (Ems)
Eintritt: 4,00 Euro

 

(Quelle)