Hafen 7

2. Mai 2014

Blogpause – Gefühlvolle Hafenbilder aus Lingen (Ems) [heute: ©milanpaul via flickr]

Hafen7

Lingenfoto 9

10. Februar 2013

Lindenstraßemilanpaul

Öffentlich

17. November 2011

Da wurde Anfang der Woche ein öffentlicher Sachverhalt in einer nicht-öffentlichen Sitzung mitgeteilt: Nicht berücksichtigte Kosten für die Beseitigung schadstoffbelasteten Bodens drücken die Kosten der Emslandarena voraussichtlich um knapp eine halbe Million Euro nach oben. Und zugleich wird schon fröhlich für die Emslandarena abgeholzt. Die Bäume auf dem Foto werden überwiegend in wenigen Tagen nicht mehr da sein.  Mein BN-Fraktionskollege Atze Storm meint dazu:

„Vor einigen Wochen wurden die Lingener Bürger – also auch die BürgerNahen – über die Tagespresse darüber informiert, dass ab Mitte November die ca. 20.000 qm große Grünfläche zwischen der Lindenstraße und dem Kirmesplatz „geräumt“ werden soll (Ver- und Entsorgungsleitungen, Fällen der Bäume, Abschieben von Oberboden), um dem Generalunternehmer für den Bau der Emslandarena ein geeignetes Baufeld zu überlassen.

Da zu diesem Zeitpunkt (und bis heute immer noch) nicht feststand, wer dieser Generalunternehmer sein wird, hat….“

weiter hier im Blog der BürgerNahen.

Alter Hafen

22. September 2011

Im Rahmen der so genannten „frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung“  zum Bebauungsplan Nr. 173 „Alter Hafen“ führt die Stadt Lingen (Ems) heute   am 22. September um 19:30 Uhr im IT-Zentrum an der Kaiserstraße eine Bürgerversammlung durch. Ich freue mich, dass meine Anregung zu dieser Bürgerversammlung doch noch aufgegriffen worden ist. Erst wollte die Verwaltung nicht so recht.

Nach einer allgemeinen Einführung in das Thema, wie denn das Quartier um den Alten Hafen entwickelt werden soll, werden in der Bürgerversammlung die städtebaulichen Entwürfe aller drei beauftragten Architekturbüros für das Areal des „Alten Hafen“ vorgestellt. Es sollten alle drei Architekturbüros ihre Arbeiten vorstellen; mal sehen, ob das klappen wird. Ausschnitte aller Planungen waren bereits im Foyer des Neuen Rathauses der Stadt Lingen in einer öffentlichen Ausstellung zu sehen. Anschließend soll „gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern über die verschiedenen Entwürfe diskutiert“ werden. „Die seit langer Zeit brachliegende Fläche hat aufgrund der attraktiven zentralen Lage großes Potenzial, den Bedarf an hochwertiger Wohnbebauung, touristischen Angeboten nebst Hotelstandort und Etablierung eines belebten Zuganges zum Wasser abzudecken“, heißt es ergänzend  in der öffentlichen Einladung der Stadt.

Mindestens die folgenden Probleme gibt es nach meiner Meinung für den und  in dem Bereich:

  • Durch die wenig zielführenden Baugenehmigungen für die drei  Appartementhäuser auf der alten Lagereifläche Klukkert ist sehr viel Entwicklungspotential des Bereichs verloren gegangen. Wie kann man dies kompensieren?
  • Wie wird das Quartier erschlossen, wie die Pkw-Abstellmöglichkeit gelöst?
  • Wie realistisch ist die Planung für ein Hotel in diesem Bereich, wenn gleichzeitig am Bahnhof ein 4-Sterne-Hotel entsteht und auch das „Alte Landhaus“ seine hochwertige ***-Hotelkapazität umfangreich erweitert?
  • Welche Auswirkungen hat es für den ganzen Hafen-Plan, wenn das geplante Hotel ein Viertel des Hafenkais verschlösse?
  • Was wird mit der gewerblichen Nutzung an der Westseite des Hafens?
  • Wird das Quartier „Alter Hafen“ mit Emsauenpark und Ressourcen (Parkplatzflächen, LINUS-Bad, Kulturforum St. Michael, Emslandstadion) in Reuschberge verbunden und wenn ja, wie?


(Grafik: © Bolles + Wilson)

Lesebefehl

17. Juli 2011

Ein sonntäglicher Lesebefehl. Yvonne Hofmann schreibt im Blog der BürgerNahen (BN)

Ein OB muss mehr sein als ein Moderator

Der … in der Lingener Tagespost veröffentlichte Leserbrief von Manfred Kunst setzt sich kritisch mit den städtebaulichen Planungen der Stadt am Alten Hafen in Lingen auseinander. Insbesondere unter dem Gesichtspunkt der demografischen Entwicklung Lingens muss die Planung überarbeitet werden. Als Geografielehrer sollten diese Aspekte dem OB Herrn Krone bekannt sein. Stattdessen wirbt er unbekümmert aber medienwirksam für die viel zu oberflächliche Projektplanung am Alten Hafen.

Hier der Leserbrief im Wortlaut:

Ein OB muss mehr sein als ein Moderator

Die wohlklingenden Formulierungen ,Chance für Lingen, das Thema Wasserstadt maßgeblich und prägend zu besetzen‘, ,Hafenmeile zum Entspannen und Flanieren, Gastronomie nutzen und mit einem Einkaufsbummel in der Stadt verbinden‘, können die stadtstrukturellen Mängel im Bereich der Lindenstraße, dem südwestlichen Entree der Stadt, nicht verdecken.

Dem Initiator des Wohnungsbauprojektes ist nicht vorzuwerfen, ausschließlich betriebswirtschaftlich zu handeln, schließlich ist es nicht seine Aufgabe, ein ganzheitliches Entwicklungskonzept für diesen städtischen Raum zu erstellen.

Das sich über einen längeren Zeitraum abzeichnende Auslaufen der Nutzung des Areals am Alten Hafen sowie der hinsichtlich der Flächen östlich der Lindenstraße einschließlich des Standortes Emslandhallen bestehende Planungsbedarf hätten spätestens zum Ende des Autohauses Rosemeyer zu einer umfassenden städtischen Rahmenplanung führen müssen.

Angesichts der vertanen Chancen wirken die jüngst veröffentlichten Entwicklungsszenarien für den Hafenbereich geradezu hilflos.

Anlässlich des Richtfestes am Alten Hafen gefiel sich der OB wieder in der Rolle des Schönredners, der unterschiedslos jedwede Aktivitäten gutheißt, eine bezogen auf die Stadtentwicklung höchst problematische Haltung.

Lingen befindet sich, wie die Mehrzahl der Regionen in Deutschland und in Europa, auf absehbare Zeit jedoch nicht in einer generellen Wachstumsphase. Die Stadt muss sich vielmehr auf eine rückläufige Bevölkerungszahl bei sich ändernder Altersstruktur und einer verringerten Binnennachfrage einstellen.

In einer solchen Situation ist es fahrlässig und kontraproduktiv, die Erweiterung des Bauflächenangebotes sowohl in den Ortsteilen als auch am Stadtrand (Emsauenpark) und in der Innenstadt zu propagieren.

Durchaus erforderliche und sinnvolle partielle Bauflächenausweisungen bedürfen einer an qualitativen Merkmalen einer integrativen Stadtentwicklungsplanung orientierten Begründung.

Die Unterstützer des OB bei der Bürgermeisterwahl dürften mit ihrer Entscheidung eher auf einen kritisch-konstruktiven und visionären Verwaltungschef als auf einen bloßen Moderator politischer Prozesse gesetzt haben.

Manfred Kunst
Lingen

Allerdings muss auch die Verantwortlichkeit für die an einen Torso erinnernde Stadtplanung um den Alten Hafen klar benannt werden. Wer hat zulasten des Allgemeinwohls die rein betriebswirtschaftliche Handlungsmöglichkeit des Investors  geschaffen und eine im Mittelpunkt der Flächen liegende Gewerbebrache grundlos zu Wohnbauland hochstufen lassen?

Es waren die führenden Köpfe der Lingener CDU, die einmal mehr ein  Grundstück auf eine Weise an den Mann gebracht und eine Bebauung ermöglicht haben, dass ein Privater und nicht das Gemeinwohl profitiert. Guckst Du hier.

Dem neuen OB ist zu verdanken, dass er die nächste Grundstücksschieberei direkt nebenan verhindert hat. Gerade deshalb muss es wundern, dass er die von LT-Leser Kunst beschriebene Richtfestrede  verstreichen ließ, ohne klar Position zu beziehen. Wenn nicht, wann jetzt -vor der Kommunalwahl- erkennt er dies als selbstverständliche Pflicht?

Aber nicht nur das; denn es gibt seit einigen Tagen das nächste schräge Grundstücksgeschäft, bei dem die CDU-Ratsmehrheit (mit der Stimme des OB und der FDP) gegen das Votum des Rechnungsprüfungsamtes ein Innenstadtgrundstück unter Wert und entgegen der kommunalen Haushaltsordnung in Niedersachsen abgibt, weil man dies für politisch opportun hält…

Schöne Zeiten

11. März 2011

Neues aus Lingen (Ems). Zunächst nichts Gutes von der lokalen Sozialdemokratie: Der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Lingen (Ems) Jürgen Schonhoff (Clusorth-Bramhar) sowie seine Stellvertreter Heike Berth und Peter Supritz sind schon vor einigen Tagen mit sofortiger Wirkung von ihren Ämtern im SPD Ortsverein Lingen (Ems) zurückgetreten. Seinen  Rücktritt gab der Ex-Vorsitzende -sichtlich bewegt- auch im Namen seiner Vertreter bei der vorletzten Vorstandssitzung bekannt. Der SPD-Vorstand wird vorerst durch die Reste des geschäftsführenden Vorstandes Dr. Bernhard Bendick (Schriftführer) und Jürgen Beranek (Kassierer) geleitet. „Wir sind gemeinsam durch Höhen und Tiefen gegangen“, kommentierte nach einer Internetmeldung Dr. Bernhard Bendick. Besonders positiv bleibe ihm  der gemeinsame erfolgreiche „Wahlkampf mit unserem Oberbürgermeister Dieter Krone in Erinnerung“, holte Bendick irgendwie den amtierenden OB verbal mit in das Leck geschlagene SPD-Boot. Jürgen Beranek wird auf der SPD-Internetseite mit diesem Zitat bedacht: „Der gesamte Vorstand bedauert diesen Schritt. Wir werden alle die schönen Zeiten in Erinnerung behalten und danken Jürgen Schonhoff, Heike Berth und Peter Supritz für ihre Arbeit im Ortsverein Lingen (Ems)“.

Was sind die Gründe dafür, dass sich die SPD fast auf den Tag genau sechs Monate vor der Kommunalwahl ein beeindruckendes Chaos leistet? Dem Rücktritt voraus gegangen waren vergangene Woche deftige Abstimmungsniederlagen bei der Wahl von 14 Delegierten für den notwendig gewordenen SPD-Stadtverbandsvorstand. Das neue lokale SPD-Gremium musste sein, weil zuerst die Baccumer SPD und dann die wenigen Brögberner Sozialdemokraten jeweils einen eigenen selbständigen SPD-Ortsverein gegründet hatten. Bei drei Ortsvereinen muss es eben ein Dach geben. Bei der Delegiertenwahl fiel Peter Supritz mit nur 7 Stimmen durch, der Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Schonhoff und der Fraktionsvorsitzende Hajo Wiedorn wurden erst zu Delegierten gewählt, als zwei Sozialdemokratinnen auf ihre Mandate verzichteten. Während Wiedorn über diesen Affront schimpfte, geriet zu allem Überfluss Jürgen Schonhoff wegen eigenmächtiger Zusagen an die beiden kleinen Lingener SPD-Ortsvereine bei den Verhandlungen über Strukturen und Gründung des Stadtverbandes in schweres Wasser; da wollte er dann wohl nicht mehr. Die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Heike Berth indes war nicht mehr wirklich vor Ort aktiv, nachdem sie im vergangenen Jahr nach Celle verzogen war.

Der im Ankerzimmer des Hotels Am Wasserfall dann am vergangenen Dienstag nach intensiver Satzungsdebatte etwas mühsam (und hinter verschlossenen Türen) gebildete neue Stadtverbandsvorstand der SPD wird überraschend vom 28-jährigen Rechtsreferendar Andreas Kröger geführt. Vertreter des Juso-Vorsitzenden sind Wolfgang Talle (Brögbern) und -erst im zweiten Wahlgang- der Baccumer Reinhold Hoffmann. Auch das sozialdemokratische Urgestein Gerhard Kastein ist wieder auf der Brücke des SPD-Dampfers in Lingen (Ems); allerdings brauchte auch er zwei Wahlgänge zum Amt als neuer Schriftführer. Daneben gehören Stefan Wittler, Meta Scharf und Margitta Hüsken sowie -mit beratender Stimme der jeweilige Fraktionsvorsitzende- zum SPD-Stadtverbandsvorstand.

Völlig unklar ist, wer neuer Vorsitzender des SPD-Ortsvereins wird. Die personell ausgezehrt wirkende SPD hat zwar mit Carsten Primke einen Neuzugang mit gewisser lokaler Prominenz; der Ex-Linke ist aber erst jüngst bei der Linken aus und in die SPD eingetreten; das dürfte ihn behindern. Beisitzer Thomas Ahues möchte ungern in den Vordergrund und widmet sich lieber seinen Internetprojekten Ferdinand und Stadtblatt. Vielleicht tritt die Laxtener Sozialdemokratin Conny Spielmanns an, nachdem sie verkündet hat, die Bürgerinitiative Arenawahn sei aufgelöst.

Vielleicht kommt die Botschaft ein bisschen früh, wo doch gerade intensiv der Vorschlag des früheren Lingener Bauamtsexperten Wilhelm-G. Meyerhoff  in der Stadt diskutiert wird: Meyerhoff will -wie die BürgerNahen– keine zweite Großraumhalle, sondern die Modernisierung der Emslandhallen an der Lindenstraße – also umbauen und  erweitern – ganz so wie es auf der Internetseite der BI Arenawahn in der Überschrift steht (Ausriss oben).  Damit kann auf den immer kleiner werdenden Arena-Neubau auf der anderen Straßenseite verzichtet werden. Sollte nicht vielleicht Meyerhoff Sprecher einer neuen BI werden… BI Doppelarenawahn, weil Conny Spielmanns nicht mehr will? Übrigens: Meyerhoffs Ideen unterstützen auch alle Mitarbeiter des Teams der Emslandhallen –  mit Ausnahme ihres Chefs Florian Krebs.

Ach ja und dann trudelte heute noch die Meldung ein, dass Die Linke in Lingen (Ems) nach dem Weggang von Carsten-die-zweite-Heuesch-Zufahrt-bleibt-egal-was-der-Bebauungsplan-sagt-zu-Primke  auch auf ihren Vorsitzenden verzichten muss. Chef Jörg Küster ist aus der Partei aus- und damit auch als deren Lingener Vorsitzender zurückgetreten. Die Domain www.dielinke-lingen.de ist folgerichtig zur Zeit nicht erreichbar…

Sie sehen: Es sind kommunalpolitisch-spannende, schöne, ja geradezu bürgernahe Zeiten.

Säulen

13. Oktober 2010

Über die Gestaltung des Kreisverkehrs Lindenstraße/Kurt-Schumacher-Brücke habe ich hier schon ein paar Mal einige Bemerkungen  geschrieben. Ich halte ihn für reichlich vermurkst. Ein Tiefbauarchitekt, der mal in Kunst machen wollte, aber nicht konnte. Gut gemeint ist immer noch nicht gut gemacht. Vor allem nämlich sind die Wasserröhren nicht gebrauchstauglich.

Denn gleich alle drei Säulen oder Röhren des Kreisverkehrs sind in der vorletzten Nacht einmal mehr  zerstört worden. Das vierte Mal inzwischen. Offenbar geht dies binnen weniger Minuten. Der angerichtete Schaden beträgt inzwischen mehr als 25.000 Euro. Es zahlt der Steuerzahler. Ich halte längst die Zeit für gekommen, um über eine andere, vandalensichere Säulenlösung nachzudenken. Die diskutierte Alternative „Kameraüberwachung“ ist rechtlich zweifelhaft; tatsächlich bringt sie nichts in Zeiten, in denen es tatsächlich zulässig ist, seinen Kopf mittels eines Motorradhelms, einer Skimaske oder eines Schals zu verhüllen. Also: Kein Wasser in die Säulen. Baut sie massiv und beleuchtet sie. Oder fällt jemandem etwas Besseres ein?

Bevor übrigens jetzt wieder ein überkritischer Zeitgenosse über die Bahnunterführung am Theo-Lingen-Platz einen empörten  „Istdochauchsodoof“-Kommentar postet: Nein, die Unterführung ist gut gestaltet. Aber auch sie ist leider wenig gebrauchstauglich und vandalenresistent. Doch bietet es sich hier an, den Dauerbewacher auch für die abend- bzw. nächtliche Betreuung des Mittelbahnsteigs einzusetzen und zur Reinigung von Bahnsteig und Umfeld.  Oder fällt jedenfalls hier jemandem  etwas Besseres ein?

 

(Foto: © dendroaspis2008, cc flickr)

Wenig

19. Februar 2010

Daumen runter„Nur wenige Bürger und Bürgerinnen interessierten sich am vergangenen Mittwoch, 17.02.2010, für die Bauleitplanentwürfe der Stadt Lingen (Ems). Ca. 60 Besucher, einschließlich der offiziellen Vertreter der Verwaltung und Planungs-Büros fanden den Weg in die Emslandhallen an der Lindenstraße. Wer als Versammlungsteilnehmer eine gut durchdachte und informative Veranstaltung erwartet hatte, wurde enttäuscht.
Die bisherigen Planungen sind für uns weder schlüssig, noch in vollem Umfang nachvollziehbar. Das Verkehrskonzept liegt z.Zt. nicht vollständig vor und ist von einer optimalen Lösung bisher weit entfernt. Die Finanzierung lässt ebenfalls noch Fragen offen. Ca. 5 Mio. Euro, die aus der Wirtschaft einfließen sollen, müssen in Gesprächen „noch verhandelt“ werden. Wohlgemerkt fünf Millionen Euro!
Offensichtlich sind die selben Planer, Büros und Gutachter, wie seinerzeit schon am Standort Laxtener Esch, auch an der Lindenstraße beteiligt. Die selben Personen, die diesen Standort im Übrigen auch schon totgesagt hatten. Dies bedeutet, dass wieder keine Projektsteuerung aus einer Hand stattfindet.

Für solche Großprojekte ist es sicher sinnvoller, Unternehmen zu beauftragen, welche in der Lage sind, Verkehrsplanung, Straßenentwurf, Straßenverkehrstechnik, Immissionsschutz und Projektsteuerung insgesamt ausführen. Bei 25 Millionen Steuergeldern dürfen persönliche Eitelkeiten keine Rolle spielen. Dieses Budget sollte im Übrigen auch nicht dazu verleiten, einen Erfolg schon darin zu sehen, es einzuhalten. Hier ist im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger eine optimale Planungs- und Bauausführung in Auftrag zu geben….“

Dieser heutigen Erklärung der BI Arenawahn schließe ich mich an.  Das „Arena-gegenüber-Projekt“ an Lindenstraße und Emslandhallen ist so, wie es vorgestellt wird, völlig unausgegoren. Die 10 Mio für ein eigenes Parkhaus sind überflüssig und rausgeworfenes Geld. Der Kirmesplatz wird dauerhaft entwertet und gerät in eine Hinterhoflage. Dabei ist die Alternative so viel einfacher als der neuerliche Krampf, der vorgestellt wird und der 40 Mio kosten wird, nämlich 25 Mio plus 5 Mio Umsatzsteuern plus 8 Mio Parkhaus plus 2 Mio Unvorhergesehene; das sind übrigens nicht die Pensionsrückstellungen für den verantwortlichen Baurat.

(Foto © Thommy Weiß, pixelio.de)

Geht nicht

17. Januar 2010

Inzwischen ist jedem klar, dass vor allem die Bauverwaltung der Stadt das Projekt Emslandarena erschwert und behindert. Sie gibt jedenfalls ein -zurückhaltend formuliert- sehr unglückliches Bild ab. 你不知道你在说什么。 – würde ein Chinese sagen. Jüngstes Beispiel war ein seltsamer Vortrag von Amtsleiter Peter Krämer in einer Planungsausschusssitzung am Mittwoch letzter Woche. Conny Spielmanns von der BI Arenawahn sagte mir nach der Sitzung: „Was war das denn heute für eine Veranstaltung? Was steckt wirklich dahinter?“
Und mein eloquenter Ratskollege Jens Beeck (FDP) meinte in der Diskussion, er habe nun das Privileg, die Krämersche Darstellung zum dritten Mal zu hören. Hätte er sie nicht drei Mal gehört, hätte er angenommen, die Verwaltung wolle keine Emslandarena. Ich hatte das Beecksche Privileg nicht und für mich hörte es sich denn auch wie ein Abgesang auf ein Großprojekt an.

Die BI Arenawahn hat die Pressemiteiilung der CDU zwar veröffentlicht, sieht auch neue Probleme, hat sich aber selbst noch nicht festgelegt. O-Ton:

„Der Plan, der heute auch in der Sitzung des Planungs- und Bauausschusses erörtert wurde,  weicht allerdings von den bisherigen Vorschlägen der Wenzel-Consulting und der Bürgerinitiative entscheidend ab. Trennt er doch die Emslandarena von den Emslandhallen und setzt das neue Gebäude auf die andere Seite der Darmer Hafenstraße.

Wir werden uns sicher damit eingehend beschäftigen.“

Ich lege mich hier mal fest:
So wie es die CDU jetzt lauthals verkündet, geht es nicht.  Sie will eine auf 4000 Zuschauer (3200 Sitzplätze) geschrumpfte Arena in den Grüngürtel zwischen Lindenstraße und Kirmesplatz die Halle platzieren.

Immer noch für 25 Mio plus Mehrwertsteuer. Dass das nicht geht, zeigt schon dies: Um das Projekt zu bauen, soll ein Parkhaus zwischen den alten Emslandhallen und dem Betriebsgelände von BvL gebaut werden (600 Parkplätze). Das kostet – ich schätze mal- 10 Mio Euro. Notwendig sei dies alles, weil … Außerdem soll der parallel zur Lindenstraße verlaufende Strootbach umgelegt oder verrohrt werden; dafür dürfte ein Planfeststellungsverfahren nötig sein, das lange dauert.

Gleichzeitig höre ich so seltsame Argumente wie, dass man „nicht die Tiefgarage unter dem Lookentor nutzen kann, weil eine Baulast für das Lookentor darauf liegt“ und dass Arenabesuchern „mehr als fünf Minuten Fußweg in Abendgarderobe nicht zumutbar“ seien. Handball und Popkonzerte in Abendgarderobe. Das sind Argumente! Experten sollen gar berechnet haben, dass auf der Lindenstraße nach Veranstaltungsende abends nur „215 Autos in Richtung Kreisverkehr abfließen“ dürfen, andernfalls werde alles zu laut. Für mich sind das technokratische Bedenkenträgereien, die man schnell beiseite legen muss.

Die neue Arena gehört direkt an die jetzige Emslandhallen, wie dies die ersten Untersuchungen von Wenzel Consulting vorschlugen. Der Kirmesplatz einschließlich Grün drumherum muss so bleiben, wie er vor einigen Jahren erstellt worden ist. Eine Bebauungsplanänderung für den Bereich des südlichen Pumpenkolks von einem reinen Wohngebiet hin zu einem allgemeinen Wohngebiet hat für die Anwohner keine nennenswerte Mehrbelastung und spart viel Geld. Den Häusern auf der dem Kirmesplatz gegenüberliegenden Kanalseite werden Lärmschutzfenster verpasst, den geplanten  Wohngebieten um den Alten Hafen effektiver Lärmschutz an der Lindenstraße. Parkplätze stehen längst ausreichend zur Verfügung: Berufsakademie, Lookentor, Campus FH (Eisenbahnhallen), Emslandstadion. Schließlich muss mit Bernhard van Lengerich gesprochen werden. Wie kann man seine Zukunftspläne und die Emslandarena miteinander kombinieren? OB Heiner Pott und sein Erster Stadtrat Ralf Büring waren ja vor Jahresfrist schon zwei Mal im Wohnzimmer des Kaufmanns. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei (Tipp: Kuchen mitnehmen, es kann auch länger dauern).

Es bleibt dann aber immer noch die -wichtigste- Frage, ob Lingen sich das Arena-Projekt leisten kann. Lingens Jusos haben dazu mutig eine eigene Meinung. Sie sind sozusagen der einsame Rufer in der Wüste. Umso wichtiger ist es, genau hinzusehen, wie teuer das Projekt wird und welche Folgekosten entstehen. Die Zahlen müssen präzise auf den Tisch. Erst dann darf und kann grünes Licht gegeben werden.

Was die Bedenkenträgerei der Bauverwaltung angeht, empfehle ich inzwischen dies: Landrat Hermann Bröring, der nach seiner Pensionierung im kommenden Jahr bestimmt Zeit und Lust hat, würde das Projekt in -sagen wir mal- geschätzt drei Monaten planerisch realisieren. Also verpflichtet ihn dafür und lasst den bildlosen Baurat Lisiecki in Oldenburg derweil seine Vorlesungen halten. 😉

(Foto: Dirk Schröder, pixelio.de)

Zwischenmeldung

24. November 2009

Heute, einen Monat vor Heiligabend, sendet die Ems-Vechte-Welle diese Zwischenmeldung

24.11.09 / 07:35
CDU im Lingener Stadtrat will Emslandarena nun doch an Lindenstraße bauen

Lingen. Die CDU im Lingener Stadtrat will nun doch, dass die Emslandarena am Standort der jetzigen Emslandhallen gebaut wird. Das geht aus einer Pressemitteilung der Union hervor. Wichtig sei allerdings, dass alle planerischen, juristischen und finanziellen Voraussetzungen erfüllt werden könnten. Der Standort an der Frerener Straße sei damit noch nicht vom Tisch. Priorität genieße jetzt aber wieder die Lindenstraße. Zudem will die CDU-Stadtratsfraktion offenbar auch noch einmal über die Größe der Veranstaltungshalle diskutieren. „Bei Sitzplätzen, Hallengröße und dem Parkplatzangebot wollen wir noch einmal neu nachdenken und diese anpassen“, erklärte die Fraktionsvorsitzende Swenna Vennegerts. Die ursprünglichen Planungen für die Emslandarena sehen fünf Tausend Plätze vor.

In der entsprechenden CDU- Presseerklärung wird dann noch heftig mit Worten gelingelt (einstimmig, Bekenntnis, nach vorn preschen…); doch das ist eher amüsant und ich erwähne es  nur am Rande. „Einstimmig“ ist dabei besonders charmant.

Nun, offenbar ist in Lingen so alle  fünfzehn, zwanzig Jahre eine Bürgerinitiative tatsächlich erfolgreich: Anfang der 1970er Jahre die Initiative für ein unabhängiges Jugendzentrum, um 1990 die Initiative für eine Gesamtschule in Lingen und jetzt 2009 die BI „Arenawahn“. Das Arenabauwerk gegenüber der Hedonklinik ist offenbar vom Tisch und das ist gut so.

Was aber  ist jetzt zu tun? Die „Arenawahn“-Fragen sind längst nicht beantwortet.

Vielmehr ist jetzt erst einmal  zu untersuchen, ob die Emslandarena überhaupt bezahlbar ist. Sie wissen, die „Delle“ ist ein ernstes Thema und die notwendige Frage dazu lautet:  Wie entwickeln sich die kommunalen Finanzen in Zeiten der Wirtschaftskrise?  Ich kenne die Antwort nicht, aber ich verlange eine ehrliche und keine populistische Antwort. Es ist die bei weitem wichtigste Frage für dieses Projekt.

Daneben muss das Konzept der Emslandarena klar sein. „Bei Sitzplätzen, Hallengröße und dem Parkplatzangebot wollen wir …  diese anpassen“, sagt die CDU. Also will sie eine (um wieviel?) kleinere Halle. Macht das Sinn? Dies kann man nur beantworten, wenn die Konzeption auf dem Tisch liegt.

Dann muss der Lärmschutz geklärt sein. Jenseits aller Definitionsprozesse haben alle Anwohner, insbesondere die im Wohngebiet am Pumpenkolk einen Anspruch auf Schutz vor Lärm.  Dies beinhaltet auch passiven Lärmschutz, z.B. den Einbau entsprechender Fenster. Ob der südliche Pumpenkolk aber ein „Reines Wohngebiet“ nach der Defintion des Bauplanungsrechts bleiben muss oder nicht, muss diskutiert werden.

Parkraum ist ausreichend vorhanden. Die Tiefgarage unter der Lookentorpassage und der P-Platz an der  Berufsakademie und der Halle I/II bieten zusammen mit den Parkhäusern am Rathaus, am Medicus-Wesken-Gesundheitszentrum, am Emslandstadion und auf dem Festplatz selbst allemal genügend freien Parkraum in den Zeiten, in denen die Emslandarena betrieben würde, so dass auf dem Kirmesplatz kein Parkhaus benötigt wird.  Parkraum nur für einen Nutzer vorzuhalten, ist eine Verschwendung von Raum und Geld. Das kann man sich wirklich sparen!

Also Freunde, jetzt geht’s zwar nicht erst los mit den ernsthaften Diskussionen. Aber zu Ende sind sie keinesfalls.

Noch dies: Die lokale  FDP schweigt seit zwei Wochen auf ihrer Internetseite. Was soll sie auch sagen? Die Truppe um Jens Beeck steht im Abseits auf einem Acker an der B 214 und ist ganz allein. Da landet man im Regen, wenn man sich aus demokratsichen Diskussionen zugunsten vermeintlicher Standhaftigkeit ausklinkt.  Sie ist einer der Verlierer der Entwicklung. Ein anderer heißt mit Vornamen Georg.