Prophet

5. Juli 2015

Griechenland stimmt heute ab. Hierzulande ist die Meinung zu den Hellenen eindeutig. Allerdings beeindruckt, mit welcher Desinformation und Propaganda die bundesdeutschen Medien in der Griechenlandfrage agieren. Über die brutalen Folgen von fünf Jahren Austeritätspolitik für die Griechen erfährt man hierzulande nicht viel, oder wissen Sie, dass ein Drittel der Griechen inzwischen keine Krankenversicherung mehr hat? Das berührt 85% hierzulande offenbar nicht.

An diesem Wochenende habe ich einen aktuellen Redemitschnitt von Gregor Gysi (Die Linke) im Netz gefunden. Kernsatz: „Man kann einen Kontinent nicht über Geld einen“. Wie ein Prophet und mit geradezu verblüffender Klarheit skizzierte Gregor Gysi am 23. April 1998(!) im damals noch in Bonn tagenden Deutschen Bundestag, welche Folgen die bevorstehende Euro-Einführung für Europa haben werde. An manchen Stellen glaubt man tatsächlich, die Rede wäre am 1. Juli 2015 gehalten. Guckst Du:

[mehr und Quelle (mit dem Redetext aus dem Bundestagsprotokoll und einer aufschlussreichen Kommentardiskussion) ]

„vorrübergehend“

28. Juni 2015

AuswärtigesAmtDas Auswärtige Amt in Bääärliiien meldet heute (O-Ton):

Aktueller Hinweis

Der griechische Ministerpräsident hat am 27.06.2015 angekündigt, dass die griechischen Geschäftsbanken ab Montag, den 29.06.2015 vorrübergehend ‎geschlossen bleiben. In diesem Zusammenhang kann es in den folgenden Tagen auch bei der Auszahlung von Bargeld an Geldautomaten zu erheblichen Wartezeiten kommen, auch zu Engpässen beispielsweise bei der Ausstattung der Automaten mit Bargeld. Reisenden nach Griechenland wird geraten, sich vor der Reise mit ausreichend Bargeld zu versorgen und sich zur Lageentwicklung über diese Reisehinweise und die Medien informiert zu halten. Die Reisehinweise werden bei Bedarf aktualisiert.

Stefanos

1. März 2015

URBANSHIT schreibt:

Der griechische Künstler Stefanos bombt Euro-Banknoten mit kleinen Zeichnungen und bringt die Geldscheine zurück in den Umlauf. Die Zeichnungen sind eine zynische Reaktion des Künstler auf die Finanzkrise und karikieren den griechischen Alltag.

Eine sehr schöne Idee. Es sollten viel mehr solcher Geldscheine in den Umlauf gebracht werden, wenn ihr mich fragt.

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via Blogrebellen | Pictures © By the Artist

Ausgeschlossen

19. Mai 2013

Zur Erinnerung: Eine Wahlbroschüre der CDU aus dem 1999. Ausgeschlossen!

CDU1999

Stresstest

11. Juni 2012

Heute mal -wegen Euro 2012, die ja nichts mit dem Euro 1999 zu tun hat – nur ein flaches Witzfoto zum Wochenanfang und daran anschließend die Feststellung: Der Stresstest für diese Bank kommt noch. Spätestens im Spätsommer 2013. Und es wird für sie angesichts des nicht sonderlich hohen Eigenkapitals auch nicht einfach werden.

(Foto: (c) Gerd Groskurt, SPD Osnabrück)

Perussuomalaiset

19. April 2011

Wilders & Co machen sich jetzt auch in Finnland breit. Die Rechtspopulisten „Wahre Finnen„, auf finnisch Perussuomalaiset, haben bei den finnischen Parlamentswahlen am letzten Sonntag mit 560.000 Stimmen 19 % erreicht. Bemerkenswert: Eine halbe Million Finnen sorgt dafür, dass die EU-Solidarität wackelt. Die Rechtsausleger,  weiß der Spiegel, lehnen die Partnerschaft von Schwulen und die Abtreibung ab, sind gegen außerehelichen Sex und Frauen im Pfarramt, und gegen Ausländer und die EU sowieso. Also: Es sind rechtsgewirkt-altbackene, frauenfeindliche Fortschrittsgegner, und sie setzen sich seltsamerweise  in einem Land in Szene, das mit 3 % den niedrigsten Ausländeranteil aller EU-Staaten hat und das zu den Gewinnern der Europäischen Einigung zählt.

Allerdings wissen Europäer längst, dass die wahren Finnen Lordi heißen. Wer wollte dieser Erkenntnis widersprechen.

Eurokrise

17. Dezember 2010

Das Europäische Attac-Netzwerk hat Vorschläge für Bewältigung der Euro-Krise vorgelegt. Die NachDenkSeiten fassen zusammen:

Obwohl die die gegenwärtige Krise dringend echte Veränderungen der europäischen Wirtschaftspolitik zur Folge haben muss, halten die EU-Kommission und der Rat der Europäischen Union am bestehenden untauglichen und ungerechten Paradigma fest, das auf einer Reduzierung der öffentlichen Ausgaben und einer Dämpfung der Löhne beruht. Darüber hinaus werden die Staats- und Regierungschefs auf eine mögliche Änderung der Lissabon-Kriterien drängen, um einen permanenten Krisen-Mechanismus einzurichten, wie er in Irland und Griechenland genutzt wurde. Dieser Mechanismus würde eine Intensivierung der Austeritätspolitik bedeuten, wohingegen die Beiträge des Finanz- und Bankensektors minimal ausfallen würden.
Statt einer engen Begrenzung des Stabilitäts- und Wachstumspakts in Europa schlägt das europäische Attac-Netzwerk folgende Maßnahmen vor, um die soziale, die ökologische und die Schuldenkrise zu bewältigen:

  • Die EZB vergibt in Zeiten systemischer Krisen-Risiken direkt Kredite zu sehr niedrigen Zinsen durch die EZB an die Mitgliedsländer.
  • Gemeinschaftliche Eurobonds, um die finanziellen Kosten für alle Mitgliedstaaten der Eurozone zu reduzieren.
  • Umschuldungsverfahren mit Gläubigerbeteiligung (im Rahmen ihrer Sicherheiten) werden ermöglicht. Öffentliche Schulden, die größtenteils auf Steuerbefreiungen und die Finanzkrise zurückzuführen sind, müssen in Frage gestellt werden.
  • Einer Finanztransaktionssteuer in der EU (oder wenigstens in der Euro-Zone), um Spekulation einzudämmen.
  • Schließung aller Steueroasen.
  • EU-Gesetze, die das Bankgeschäft vom Investmentbanking trennen. Banken sollte es nicht länger gestattet sein, sich im Investmentbanking zu betätigen. Alle Banken und Investment-Institutionen müssen klein genug bleiben, um zusammenbrechen zu können. Alternativ sollte eine öffentliche Übernahme der Banken erwogen werden.
  • Eine adäquatere Besteuerung von Konzernen und reichen Personen in allen EU-Mitgliedsstaaten – bspw. durch einen Mindeststeuersatz von 25 Prozent bei der Unternehmenssteuer und die Einführung einer europaweiten Reichensteuer.
  • Eine stärkere politische Koordination, die unter anderem Mindestlöhne (bei 60 Prozent des Medianeinkommens) und Mindeststandards bei den sozialen Sicherungssystemen umfasst.
  • Projekt-Bonds, die ökologische Transformation der europäischen Wirtschaft zu finanzieren (zum Beispiel für ein europäisches, öffentliches Eisenbahnsystem, ökologisch nachhaltige Energie-Formen usw.).
  • Die Entwicklung makroökonomischer Indikatoren, die ökonomische, soziale und ökologische Ungleichgewichte in beide Richtungen (sowohl Defizite, als auch Überschüsse) überwachen. Insbesondere sollen soziale Kriterien mit einbezogen und Außenhandelsungleichgewichte effektiv bekämpft werden.
  • Eine demokratische Kontrolle der EZB und eine Geldpolitik, die soziale und ökologische Bedürfnisse berücksichtigt.

(Quellen: Saarländische Online Zeitung zitiert bei NachDenkSeiten)