Faktencheck

3. September 2017

Drei Wochen vor der Bundestagswahl verstärken die Macher der Rechercheplattform Correctiv ihre Arbeit gegen Desinformation und Fake News. Ab Montag erscheint ein täglicher Newsletter zu Falschnachrichten, Gerüchten und Manipulationen.

correctiv-Macher David Schraven: „Dazu haben wir gemeinsam mit der gemeinnützigen Organisation First Draft aus Großbritannien ein eigenes Team aufgebaut. Mit Hilfe unterschiedlicher Technologien ermitteln und analysieren meine Kolleginnen und Kollegen Desinformation in sozialen Medien. Sie überprüfen zudem Aussagen von Politikern auf ihren Wahrheitsgehalt.

Denn wir bei CORRECTIV wollen unseren Teil dazu beitragen, dass die politische Meinungsbildung vor den Wahlen vor Manipulationen geschützt ist.“

Zu den Faktenchecks und zum Abonnement des Newsletters:

#Wahlcheck17: Unsere Faktenchecks vor der Bundestagswahl


Correctiv
[Eigenschreibung: CORRECTIV oder correctiv.org] ist ein journalistisches Portal und ein Verlag in der Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH. Die Anschubfinanzierung von drei  Millionen Euro wurde ab Sommer 2014 für drei Jahre durch die Essener Brost-Stiftung abgesichert. Correctiv hat Büros in Essen und Berlin und bezeichnet sich selbst als „das erste gemeinnützige Recherchezentrum im deutschsprachigen Raum.“

Die Macher von Correctiv verstehen sich als Antwort auf eine Medienkrise, in der Verlage und Zeitungen Etats kürzen müssen, um schwächelnde traditionelle Geschäftsmodelle aufzufangen, wodurch die Wächterfunktion der Medien gefährdet sei. Durch sein Modell will Correctiv investigativen, aufklärenden Journalismus für alle Verlage und Sender in Deutschland erschwinglich und zugänglich machen.

David Schraven leitet das Recherchebüro Correctiv als inhaltlicher Geschäftsführer, als Chefredakteur fungiert Markus Grill.

FAKTENZOOM

17. Juni 2016

FaktenzoomVolontäre der Kölner Journalistenschule haben für ihr Projekt Faktenzoom die Aussagen von einigen Politikern untersucht, die zwischen Dezember 2015 und März 2016 am häufigsten in deutschen Talkshows saßen.

Fazit: AfD-Chefin Frauke Petry lieferte mit 26,3 Prozent die häufigsten Falschaussagen. Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) folgt ihr lag mit 21,9 Prozent falschen Fakten auf Platz 2.

Sieben Politiker, vier Talksendungen, hunderte dokumentierte Aussagen. Das ist Faktenzoom, ein crossmediales Projekt der Kölner Journalistenschule. Wir haben uns gefragt: Halten sich Politiker in Talkshows an die Fakten? Das Ergebnis nach vielen Wochen Recherche ist ernüchternd. Bei manchem Parteivertreter war annähernd ein Viertel der Aussagen, die wir überprüfen konnten, falsch oder überwiegend falsch. Hier haben wir die wichtigsten Ergebnisse unseres Projekts aufgeschrieben.

(Quelle: das_kfmw)

Moorland

27. Oktober 2014

kuehe2Alle Welt weiß, dass deutsche Behörden perfekt sind, nie Fehler machen und jede Kritik zu recht zurückweisen. Nun hat aber die taz interne Behördenakten ausgewertet. Autor Sebastian Heiser berichtet über eine Übung vor 13 Monaten, die einen Unfall im AKW Emsland („Kernkraftwerk Moorland“) behandelte, die geheim war und die zeigt, wie wenig die Behörden auf den Ernstfall vorbereitet sind:

Die Ausgangslage:
Um 07:14 MESZ hat sich im Kernkraftwerk Moorland südwestlich von Lingen (Emsland) ein auslegungsüberschreitender Kühlmittelverluststörfall ereignet; radioaktive Stoffe sind bislang nicht in die Atmosphäre freigesetzt worden. Der Reaktor wurde abgeschaltet und ist unterkritisch, die Notkühlsysteme sind aufgrund fehlender Energieversorgung außer Betrieb. Die Aufheizung des Kerns hat begonnen. Eine gefilterte Druckentlastung wird vorbereitet. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit hat seinen Notfallstab einberufen.

Und jetzt?
Am 17. September 2013 wurden die Krisenstäbe von Bund und Ländern einberufen. Die mehr als 200 Mitarbeiter wussten, dass es nur eine Übung ist – aber sie sollten so tun, als müssten sie gerade eine reale Reaktorkatastrophe im AKW Emsland bewältigen: Wird die Bevölkerung evakuiert? Werden Jodtabletten verteilt? Welche Noverordnungen treten in Kraft? Und wann wird die Öffentlichkeit informiert?

Bisher war nicht öffentlich bekannt, dass es die Übung überhaupt gab. Die taz veröffentlicht jetzt mehr als 1.000 Seiten mit internen Dokumenten. Sie zeigen, wie Behörden auf einen Super-GAU reagieren, Minute für Minute. Und sie belegen gravierende Mängel, verursacht durch Kommunikationsprobleme und unklare Zuständigkeiten – die bis heute, ein Jahr nach der Übung, noch nicht geklärt sind….

[weiter bei der taz; Sie müssen sich aber zum Lesen etwas Zeit nehmen]