We regret

16. Juni 2013

dw1_1770fcac76Medien produzieren Meldungen im Voraus und dann ist es besonders peinlich, wenn sie die zu früh aus der Schublade ziehen. So war es am Freitag bei der Deutschen Welle: Der renommierte  Auslandssender meldete nämlich vorgestern den Tod des schwer kranken, ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela. Erst einen Tag später entschuldigte sich der Sender über Twitter:

„Wir bedauern, dass aufgrund eines technischen Fehlers ein Bericht über Nelson Mandelas Tod auf Englisch längere Zeit online verfügbar war“, teilte die Deutsche Welle mit.

Der 94-jährige Friedensnobelpreisträger war vor einigen Tagen erneut wegen einer Lungenentzündung in ein Krankenhaus in der Hauptstadt Pretoria gebracht worden. Am Samstag besuchte ihn seine Tochter Zenani Dlamini. Am Donnerstag hatte der derzeitige Präsident Jacob Zuma erklärt, Mandela erhole sich langsam, doch sei sein Zustand weiter ernst.

(Quelle: Marc Bartl bei Kress)

Charly Monecke +

4. Februar 2013

Charly_Monecke

Karl-Heinz „Charly“ Monecke ist am 1. Februar gestorben, nach langer Krankheit. 30 Jahre unterrichtete Monecke am Georgianum. Der Künstler zählte zu den Gründern des „Lingener Kunstkreises“, des Vorläufers des heutigen Kunstverein Lingen, der Charly Monecke vor 13 Jahren mit einer eigenen Ausstellung ehrte. Vor fünf Jahren sendete die Deutsche Welle dieses kurze Interview mit dem Verstorbenen:

„Sprecherin:
Auch Charly Monecke lebt schon seit mehreren Jahrzehnten in der Provinz. Eigentlich wollte er nach seinem Studium der Bildenden Kunst in die Großstadt gehen. Doch zunächst verschlug es ihn während seines Referendariats nach Papenburg, an die Grenze zwischen Emsland und Ostfriesland. Dort erlebte er Aberglauben und ländliche Sitten, die er nie für möglich gehalten hätte.

Charly Monecke:
„Ja, da ist der Hund begraben, aber das war sogar so, dass ich da so einige Sachen erlebt habe wie: Dann war ein Handschuh vor der Tür – irgendeiner hatte da einen fallen lassen – und dann: ‚Ja, oh, morgen stirbt einer, der Handschuh, der gehört ja jemandem‘ – das war die Frau im Hause, wo ich zur Miete wohnte. Solche Sachen konntest du da alles noch erleben.“

Sprecher:
Mit der Redensart da ist der Hund begraben will man sagen: Das ist eine öde, langweilige Gegend. Der Hund ist in redensartlichen Ausdrücken von zwiespältiger Bedeutung. Er ist ebenso sehr Bild des Elenden, Niederträchtigen wie auch Symbol der Treue und Wachsamkeit. Schatztruhen wurden in früheren Zeiten zwecks Abschreckung der Diebe mit dem Bild eines bissigen Hundes versehen – auch mit dem des Teufels, aber selbst diesem wurde gelegentlich die Gestalt eines Hundes verliehen. Mutige Schatzsucher wussten also, wenn sie auf den Hund stießen, waren sie der Beute nahe.

Musik: Element of Crime, Damals hinterm Mond

„Zu spielen gab es nie zu viel, und abends wusst‘ ich immer, wo du warst. Was haben wir gelacht. Damals, hinterm Mond“

Sprecherin:
Nach seiner Pensionierung als Kunsterzieher fing Charly Monecke wieder an zu malen. In seinem Atelier hängen viele Bilder in Rot- und Blautönen mit verschlüsselten Motiven. In seiner Heimatstadt Lingen wie in einigen Städten der Umgebung hatte er bereits Ausstellungen. Doch hat er die Erfahrung gemacht, dass es für einen Künstler, der in der Provinz lebt, nicht leicht ist, dort anerkannt zu werden.

Charly Monecke:
„Ich war eigentlich der erste, der hier im eigentlichen Sinne Kunst mit den Schülern machte und nicht bloß so das Übliche. Das waren sie vorher hier überhaupt nicht gewohnt, und das wirkte sich dann auch auf die Stadt aus. Der Augenarzt, ach, ’ne ganze Reihe von Leuten, die sich dann zu so ’nem Kunstkreis zusammenschlossen, dafür hab‘ ich das Emblem noch gemacht. Und das ist auch wieder typisch Land: Da spricht heute keiner von. Heute sind es andere, die sagen, durch uns ist überhaupt erst die Kunst hier nach Lingen gekommen, und du bist auf dem Abstellgleis. Das ist hier also einfach ganz schnell.“

Sprecher:
Wenn jemand auf dem Abstellgleis steht oder auf ein Abstellgleis geschoben wird, befindet er sich in einer Stellung ohne Aufstiegsmöglichkeit oder wird gar aus seinem Wirkungskreis verdrängt. Die Redensart leitet sich unschwer aus dem Eisenbahnverkehr her. Eine alte Lokomotive oder ein Waggon wird auf einem Nebengleis abgestellt.

Sprecherin:
Charly Monecke ist in der Provinz geblieben. Er hat hier längst Wurzeln geschlagen und beabsichtigt, in seinem neuen Atelier zu regelmäßigen Gesprächen über Kunst einzuladen.“

Antje Allroggen (für die Deutsche Welle)

BOB

10. Dezember 2009

Was sind die BOBs? BOB steht für “Best of the Blogs” und ist ein internationaler Medienpreis, der seit 2004 jährlich von der Deutschen Welle vergeben wird. Die BOBs sind der größte Online-Award weltweit und gelten als “Blog-Oscar”. Bei den BOBs werden internationale Blogs sowohl in den elf Wettbewerbssprachen, als auch in fünf Sonderkategorien ausgezeichnet. Die Wettbewerbssprachen sind Arabisch, Bengali, Chinesisch, Deutsch, Englisch, Indonesisch, Farsi, Französisch, Portugiesisch, Russisch und Spanisch… (weiter im Blog des SPIEGELfechter)

Nein, ich möchte nicht vorgeschlagen werden. Aber ich empfehle einen Klick auf die BOB- Internetseite, ermöglicht sie doch einen wirklich abendfüllend-spannenden Einblick in die deutsche Bundesliga-Bloggerszene.

RK (Bezirksklasse)