zu Fuß anreisen

12. März 2018

Kein öffentlicher Nahverkehr (LiLi-Buse fahren sonn- und feiertags nicht), keine Shuttle-Busse. Verkehrspolizisten sah man nicht. Aber es gab mehrere ausgesprochen gut besuchte Veranstaltungen in der Halle IV, den Emslandhallen und der EmslandArena. Die Folge war stundenlanges Chaos im Straßenverkehr in Lingens Innenstadt – am Samstag und am Sonntag.

Ach ja, ich vergaß die  fürsorgliche Pressemitteilung aus dem Rathaus, dass es viel Verkehr geben werde. Das solle man berücksichtigen, „also rechtzeitig planen, frühzeitig vor Ort sein und die ausgewiesenen Ersatzparkplätze in unmittelbarer Nähe (Halle IV, Hochschule, IT-Zentrum, Wasserturm und Alte Rheiner Straße) nutzen. Wenn möglich, empfiehlt es sich mit dem Fahrrad oder zu Fuß anzureisen.“ Zu Fuß anzureisen. Auf so eine Reiseidee muss man erst mal kommen.

Bitte nicht so oberflächlich, OB Krone.

Neon

27. Dezember 2016

Es gab in Lingen vor 15 oder mehr Jahren eine sorgfältige Diskussion, wie man werblich auf die verschiedenen Nutzungen in der damals renovierten Halle IV des ehem. Eisenbahn-Ausbesserungswerks aufmerksam machen könne. Schließlich entschied sich der zuständige Betriebsausschuss für eine geradezu leicht wirkende Leuchtstoffröhrennutzung, die seither von vier Giebelspitzen der ehemaligen Halle in knackigem Rot in die Stadt hinein leuchtete. Das gestalterisch ambitionierte Konzept wurde vor ein paar Monaten -ohne neuerlich Diskussion, wie ich meine, und aus Gründen, die ich nicht kenne- durch platte LED-Leuchten auf weißen Tafeln ersetzt, die jedenfalls tagsüber ausgesprochen mistig aussehen und dem denkmalgeschützten Gebäude nicht gut tun.

Das Handwerk, geschwungene Neonröhren-Schriftzüge herzustellen, beherrschen wohl auch nicht mehr viele. Die neue Firma Sygns hat sich allerdings aufgemacht, das zu ändern und wieder individuelle und handgeblasene Leuchtröhren-Schriftzüge anzubieten.

Sygns mit Sitz in Berlin und Kopenhagen stellt Schriftzüge und Logos aus gebogenen Leuchtstoffröhren her. Sie vertreibt, kurz gesagt, Neon Licht Design. Dafür haben sich die Firmengründer das aussterbende Handwerk genau angesehen und im Anschluss ihre eigene Firma mit angeschlossener Glasbläserei eröffnet. Über die Website können eigene Formen und Schriften bestellt und in Auftrag gegeben werden, die nach der individuellen Vorlage in der Glasbläserei gefertigt werden. Im Anschluss werden die Schilder mit Edelgas gefüllt, das sie zum Leuchten bringt.

Neben maßgeschneiderten Anfertigungen, bietet Sygns auf seiner Website einen Leuchtschrift-Konfigurator an, mit dem sich eigene Wörter und Schriftzüge erstellen lassen. Nach der händischen Produktion (Dauer circa 2- 3 Woche) wird das „Neonsygn“ per Post zu einem nach Hause geschickt. Die Preise beginnen bei rund 200 Euro, was für eine Handfertigung nicht überzahlt ist.

Mehr…

(Quelle Urbanshit)

 

Tingvall Trio

17. September 2016

Tingvall Trio
Pure Energie
Konzert im Rahmen der Nieders. Musiktage
Lingen (Ems) – Halle IV, Kaiserstr. 10 a

Fr 30.09.2016 – 20 Uhr
Karten: 27 Euro (22 Euro ermäßigt)

Die Nieders. Musiktage präsentieren auch in diesem Jahr in Lingen Jazz der internationalen Spitzenklasse. Das Tingvall Trio tritt um 20 Uhr in der Halle IV an der Kaiserstraße auf. Mitreißende Dynamik, musikalische Achterbahnfahrten zwischen Poesie und Party, ein begnadeter Jazzpianist und eine Rhythmusgruppe »mit dem gut geölten Formel 1-Motor eines Ferrari« – das Tingvall Trio überzeugt mit starken Melodien und famosem Ensemblespiel zwischen Jazz und Pop.

Sie sind ein internationaler Dreiklang: die Musiker des Tingvall Trios. Martin Tingvall, der Namensgeber, Komponist und Pianist der Band, stammt aus Schweden, der Kubaner Omar Rodriguez Calvo ist der Mann am Bass und Schlagzeuger Jürgen Spiegel ist gebürtiger Bremer. Ihre Nationalitäten und die damit verbundene Vielfalt prägender Musikeinflüsse befeuern den Klang und das Repertoire des Tingvall Trios.

In den vergangenen Jahren hat das Trio sich in die europäische Spitzenliga der jungen Jazzformationen gespielt. Die drei Musiker kreieren feinsten Jazz und nehmen ohne Scheu Elemente aus Rock, Pop und Hip Hop hinzu.

Skandinavischer Jazz-Folk, kubanische Leichtigkeit und das aufmerksame wie straffe Schlagzeugspiel des norddeutschen Perkussionisten: Einander inspirierend und neugierig auf alle Möglichkeiten ihrer Besetzung und Erfahrung begeistern die Musiker des Tingvall Trios ihr Publikum, das nicht nur aus Anhängern der Jazz-Szene besteht.

»Leidenschaft«: ein Thema, das wie gemacht ist für die Jubiläumsausgabe der Niedersächsischen Musiktage, die in diesem Jahr zum 30. Mal stattfinden: vom 3. September – 2. Oktober 2016. Intendantin Katrin Zagrosek hat vielfältige Programme gestaltet, die die Leidenschaft der Musik erlebbar machen, auch durch besondere Spielstätten wie beispielsweise der PS.SPEICHER in Einbeck, Schloss Ippenburg mit seinen herrlichen Gärten, der ehemaliger Plenarsaal des Oldenburger Landtagsgebäudes, Land- und Rittergüter oder auch die niedersächsische Natur. Zudem konnte sie internationale Künstlerinnen und Künstler wie Martin Grubinger, Avishai Cohen, Etta Scollo, das Gesangsensemble Stile Antico und den Komponisten, Klarinettisten und Dirigenten Jörg Widmann gewinnen, ihr Können und ihre Leidenschaft für die Musik bei den diesjährigen Niedersächsischen Musiktagen zu präsentieren. Wie in jedem Jahr werden sie in Zusammenarbeit mit den Sparkassen in Niedersachsen und örtlichen Mitveranstaltern veranstaltet. Der NDR begleitet die Niedersächsischen Musiktage als Medienpartner. NDR Kultur, NDR 1 Niedersachsen und Hallo Niedersachsen berichten ausführlich und überregional über die Niedersächsischen Musiktage.

(Quelle)

Till Brönner Quintett

23. August 2015

Niedersächsischen Musiktage
Till Brönner Quintett
„Hörabenteuer“

Lingen (Ems) – Halle IV, Kaiserstr. 10a
Dienstag 08.09., 20.00 Uhr

Till Brönner ist wohl der erfolgreichste Jazzmusiker Deutschlands; seine Experimentierfreudigkeit ist legendär. Mühelos pendelt Brönner zwischen den Genres und begeistert gemeinsam mit seinem fabelhaften Quintett auch viele Anhänger aus jazzfremden Lagern.

Mit dem Till Brönner Quintett ist bei den Niedersächsischen Musiktagen eines der beliebtesten Jazz-Quintette in Lingen (Ems) zu Gast. Der Schwede Magnus Lindgren (Saxofon und Flöte), der US-Amerikaner David Haynes (Schlagzeug), der Niederländer Jasper Soffers (Piano) und der Deutsche Christian von Kaphengst (Kontrabass) bringen gemeinsam mit Startrompeter Till Brönner einen unvergleichlichen Sound auf die Bühne.

Bandleader Brönner, der „immer an Prozessen mit offenem Ausgang interessiert“ ist, hat mit seinen kongenialen Kollegen eine Formation gegründet, die immer wieder neue Wege beschreitet.

Unsere Stadt darf sich auf ein Konzert von internationalem Rang freuen.

Rock das Leben

2. Juni 2013

Rock das Leben Plakat

Energiemesse

22. Februar 2013

EnergiemesseAm kommenden Samstag und Sonntag findet in der Halle IV an der Kaiserstraße in Lingen (Ems) die 7. Energiemesse in Lingen statt (10-18 Uhr, 2 Euro, Kinder frei). 36 Aussteller zeigen den Besuchern ihre Technologien, Produkte und Dienstleistungen rund um neue Energieerzeugungsformen. Von moderner Heizungstechnik über Photovoltaik, Geothermie, Wärmekraftkopplung bis hin zu Heizanlagen für Biomasse und zu kleinen Windenergieanlagen reicht die Angebotspalette. Weitere Themen sind Bauen, Sanieren und Renovieren. Irritierend finde ich, dass die Stadtwerke Lingen offenbar nicht mit einem eigenen Informationsstand vertreten sind.

Die Ausstellung findet angesichts kräftig steigender Verbraucherpreise für Wärme und Strom statt. Sie haben sich im Januar 2013 im Vergleich zum Januar vor einem Jahr um 5,8 Prozent erhöht. Das hat das Statistische Bundesamt (Destatis) jetzt mitgeteilt. Auf die ständige Verteuerung reagieren die Bundesbürger zunehmend, indem sie Energie im Haushalt einsparen. Der größte Posten der privaten Energierechnung betrifft -neben dem Kraftstoffverbrauch- das Heizen. Hier lohnt es sich immer mehr, erneuerbare Energien für die Wärmeversorgung einzusetzen.

In Wohngebäuden entfallen etwa 82 Prozent der benötigten Energie auf Raumheizung und Warmwasserbereitung. Da Erdöl und Erdgas weiterhin den Wärmemarkt dominieren, schlagen sich besonders die immer weiter steigenden Preise dieser Brennstoffe in den Energierechnungen nieder. Musste ein Privathaushalt im Jahr 1991 für 100 Liter leichtes Heizöl noch rund 26 Euro zahlen, waren es im Jahr 2012 fast 88 Euro. Auch die Endverbraucherpreise für Erdgas und Fernwärme sind erheblich gestiegen. Weiterhin hat sich der Anteil der Ausgaben für Energien an den gesamten Konsumausgaben eines Privathaushaltes zwischen 2000 und 2011 von 6,4 auf 7,3 Prozent erhöht. „Der Löwenanteil geht auf die Wärmebereitstellung zurück“, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien.

aee_energieverbrauch_privates_wohnen_500Angesichts dieser Entwicklung haben die Bundesbürger begonnen, Energie einzusparen. Das geht aus den rückläufigen Zahlen zum Energieverbrauch der privaten Haushalte hervor, die das Statistische Bundesamt im Dezember veröffentlichte. Die „temperaturbereinigten Daten“ für das Jahr 2011 zeigen, dass sich der Verbrauch im Vergleich zum Vorjahr immerhin um 6,7 Prozent verringert hat. Zwischen 2005 und 2011 ist er sogar um insgesamt 10,3 Prozent gesunken. Insbesondere kam 2011 ein Viertel weniger Mineralöl in privaten Haushalten zum Einsatz als noch 2005. Außerdem wurden 20 Prozent Erdgas eingespart. „Grund für sinkende Verbräuche von Öl und Gas sind neben Dämmmaßnahmen auch der verstärkte Einsatz energieeffizienter Heizungstechnik auf Basis Erneuerbarer Energien“, erklärt Philipp Vohrer. So hat die Wärmeerzeugung aus Biomasse, Solarthermie und Geothermie nach aktuellen Angaben der AG Energiebilanzen im Jahr 2012 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zugelegt.

Während besonders bei Neubauten der Einsatz erneuerbarer Energien an Bedeutung gewinnt, dominieren aber im Altbaubestand nach wie vor Öl- und GasHeizungen. Auch bei einer Sanierung ist kein Umstieg auf eine erneuerbare und/oder effizientere Heizung vorgeschrieben. Momentan ist das Marktanreizprogramm das einzige bundesweite Förderinstrument, das Anreize für die Modernisierung des riesigen Bestandes alter und ineffizienter Heizungen liefert. „Langfristige Planungs- und Investitionssicherheit für alle Wirtschaftsbeteiligten ist unerlässlich, wenn Treibhausgasemissionen und Brennstoffimporte vermieden werden sollen“, sagt Philipp Vohrer. „Um bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu schaffen, bedarf es kontinuierlicher Anstrengungen, den Anteil der Erneuerbaren Energien zu erhöhen.“

 

(Quelle)

Linas Benefizgala

4. Januar 2013

linas_gala_plakat

Linas Benefizgala
Lingen (Ems) – Halle IV, Kaiserstraße 10a
Freitag 11. Januar 2013 – 19 Uhr
Eintritt: 10 Euro

„Seit über zwei Jahren ist das Projekt LinaS (‚Lingen integriert natürlich alle Sportler‘) ein Erfolgsmodell im Altkreis Lingen mit dem Ziel der Integration von Menschen mit Behinderung in örtliche Vereine, Verbände und soziale Netzwerke im Bereich Sport und Freizeit.“ (Quelle) Auf der „LinaS Benefizgala“ treten auf Piano Pete, die Band Shit Happens und es gibt Tanzmusik vom DJ. Daneben wird eine unterhaltsame Bühnenshow der Vereine präsentiert.

Handtuch

7. April 2012

Heute morgen beim Frühstück ging es -neben dem offenbar unvermeidlichen PR-Artikel nebst PR-Foto für ein Lingener Bauunternehmen– um die Frage, wie bescheuert man denn eigentlich sein muss, um auf so etwas herein zu fallen.  Sie haben diese Polizeimeldung bestimmt schon mitbekommen:

„Nach … der Aussage der 46-Jährigen wurde sie am Dienstag, 27. März, gegen 11.00 Uhr in der Innenstadt von einer unbekannten Frau in russisch angesprochen. Die Frau erklärte dem späteren Opfer, dass sie Heilkundlerin sei und stellte sich als Galina Petrova vor. Sie gab an, dass sie Schmuck und Bargeld so behandeln könne, dass sie in Zukunft immer Glück und keine Angst mehr zu haben brauche.
Es kam dann eine weitere Frau dazu, die sich als Olga vorstellte, die dann mit der Geschädigten zu deren Wohnung fuhr. Dort sammelte die 46-Jährige mehrere Schmuckstücke im und Bargeld im Wert von insgesamt mehreren tausend Euro zusammen, welches sie in Handtücher wickelte. Zusammen mit der angeblichen Olga fuhr die 46-Jährige dann noch zu ihrer Bank und hob dort noch einen größeren Geldbetrag ab. Anschließend begaben sich die beiden Frauen zum Parkplatz einer Bank an der Neuen Straße, wo die angebliche Heilkundlerin wartete.
Das spätere Opfer übergab das in Handtücher gewickelte Geld und den Schmuck. Dieser wurde von der Heilkundlerin „behandelt“ und dann an die 46-Jährige wieder ausgehändigt. Dem Opfer wurde aufgetragen, dass sie die Sachen erst später auspacken dürfe, da sonst keine Wirkung eintreten würde….“ (Quelle 05.04.12)

Den Rest kennen wir. Das Handtuch ist noch da, doch neben dem ohnehin schon vermissten Durchblick fehlen jetzt zusätzlich auch Geld und Schmuck. Dafür gibt es zwar zum Ausgleich Kopfschütteln und Spott – auch hier bei uns zuhause. Aber im anschließenden morgendlichen Gespräch ging es in diesem Zusammenhang weniger um die sprachlich mutige Begriffsfolge „das spätere Opfer“. Vielmehr stellte sich schnell eine ganz andere, spezielle Frage. Sie lautet: Woher kommt das Überwachungsfoto?

Es stammt offenbar von einer Überwachungskamera in der Stadt. Darauf deuten Perspektive und Qualität hin. Und dann fiel mir ein, dass im letzten Sommer  gegen die Polizei in Niedersachsens Landeshauptstadt Hannover ein Urteil erstritten wurde. Es gab  ihr auf,  ihre Videoüberwachung zu ändern. Das  Verwaltungsgericht Hannover entschied: Polizeikameras im öffentlichen Raum seien mit Hinweisschildern zu kennzeichnen – oder abzuschalten  (Aktenzeichen 10 A 5452/10 ).

Geklagt hatte zuvor nach einem Bericht der taz Michael Ebeling vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung Hannover (AK Vorrat). Dort hatten unsere „Freunde und Helfer“  78 Kameras an 55 Standorten im  Stadtgebiet installiert – einen Großteil  zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 (!) „wegen der besonderen Gefahrenlage“. Fünf Jahre später waren sie immer noch in Betrieb. Dass Bereiche überwacht wurden, war auch nicht kenntlich gemacht. Lediglich tief im Internet versteckt fand sich eine Liste der  einzelnen Kameras. Eine Verletzung des Grundrechtes auf informationelle Selbstbestimmung kritisierte Ebeling, ausreichend sagte die Polizei. (mehr…).

Eine Videoüberwachung, so das Gericht, sei nach dem  Nieders. Gesetz über die öffentliche Sicherheit und Ordnung nur als „offene“ Beobachtung zulässig. Diese Offenheit werde durch die Information irgendwo im Internet nicht gewährleistet. Der Betroffene müsse vielmehr im öffentlichen Raum selbst erkennen können, ob der Bereich einer Beobachtung unterliege. Z. B. bei Kameras in großer Höhe an Hochhäusern sei eine Erkennbarkeit der Beobachtung nicht gegeben. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung könne nur derjenige wahrnehmen und sein Verhalten darauf ausrichten, der Kenntnis von der Überwachung habe. So weit, so theoretisch. Denn das geht eigentlich schon längst nicht mehr, weil überall -man sagt wohl „flächendeckend“- Überwachungskameras uns, unsere Bewegungen und Gewohnheiten aufzeichnen.

Das zeigt beispielsweise unser kleines Städtchen: Im Stadtzentrum kann man nicht einmal mehr den (einzigen) Supermarkt aufsuchen, ohne videografiert zu werden; der Bereich im und am Lookentor ist komplett überwacht.Viele Geschäfte hängen Kameras und Flachbildschirme in den Eingang und man freut sich bisweilen (wie weiland Herbert Görgens „komm ich jetzt im Fernsehen“) und lacht über sich selbst auf dem Bildschirm.  Aber wird da auch aufgezeichnet? Und warum dieser Eingriff  in meine Rechte? Weil jemand anderes klaut oder dessen verdächtig ist oder weil Olga Schmuck in ein Handtuch packt?

Nicht von der Polizei wird dabei so viel videografiert, sondern von unzähligen Privaten, auf deren Aufzeichnung dann aber bequem amtlicherseits zurückgegriffen wird. Rund um den Marktplatz existieren zahlreiche Überwachungskameras. Die Überwachungssysteme der JVA Lingen 1 nehmen die Passanten der Kaiserstraße ebenso ins Visier wie einen Großteil der Autofahrer und die Parkenden vor der Halle IV, die Wohnungen in den Häusern der Georgstraße ebenso. Das Amtsgericht kann nicht mehr betreten, wer nicht gefilmt werden will, wobei dort angeblich nicht aufgezeichnet wird. Und bei Mäckes hängt schon lange nicht nur eine Rundumkamera. Ich könnte die Beispiele vielfach fortsetzen. Die Ü-Kameras erinnern an die Stasi und sie verursachen bei mir Unwohlsein.

In einem youtube-Kommentar („Die Überwachungskamera. Eine kleine Kritik“) ist zu lesen, dass derzeit nichts den öffentlichen Raum diskreter und gleichzeitig aggressiver als die Überwachungskamera beherrscht. Aggressiv beherrscht – ja so empfinde ich längst diese Dauerüberwachung. Sie gehört abgeschaltet.

Übrigens würden Handtuch-Olga und ihre Wunderheilerin auch ohne Ü-Kameras und Ö-Fahndung gefasst werden.  Nebenbei: Ziel der hier eingesetzten Methode der Öffentlichkeitsfahndung ist es stets, einen großen Personenkreis anzusprechen und diesen zur Mithilfe aufzufordern. Bei wikipedia heißt es dazu: „Sie wird nur bei bedeutsamen Fällen angewandt.“ Ach guck!

2/6,
3/6,
4/6,
5/6 (nicht gefunden, wer hilft?) und
6/6

werden

21. Oktober 2011

Gestern Abend Punkt 18 Uhr ist das lokale Fernsehprogramm  EV1.tv im regionalen Kabelnetz auf Sendung gegangen. Der Sender zeigt ein einstündiges Programm, das bis heute Abend 18 Uhr wiederholt wird. „Jetz …! Einschalten!“ twitterte aufgeregt die Osnabrücker Mutter (s.u.).

Die erste EV1.tv-Kabelstunde fand ich nun nicht so pralle, eher betulich –  mit aufgezeichneten Landratinterviews der Herren Bröring und Kethorn. Fast am Spannendsten waren da Nebensächlichkeiten: Wo beispielsweise platziert der, wie erwartet aufgeräumt wirkende Talk-Gastgeber Marko Schnitker seine Hand unterm Tisch (TV kann ja so unerbittlich sein) oder der etwas unsortiert wirkende Kinderprogrammbeitrag „Wie geht Fernsehen?“ mit dem Geständnis, man habe für das Interview eine Stunde auf den Winter gewartet – pardon natürlich auf „Erster Kreisrat Reinhard Winter“ (O-Ton). Das Interview mit ihm fiel dann aus. Nicht auszudenken, wenn er auch noch -ebenso wie unisono die Kollegen Bröring und Kethorn- gefordert hätte, Kreistagssitzungen auf ev1.tv zu übertragen. Andererseits… vielleicht könnte eine Liveschalte ja auch augenöffnende Wirkung entfalten. so wie die Bilder der mit Landrat i.E. Reinhard Winter der Kamera enteilenden Anzugmänner-Rückseiten…

Also: EV1.tv kann nur besser werden, und es wird auch besser werden. Haben wir Geduld, bis die EV1.tv-Macher nicht mehr eine Stunde auf einen Vorturner der politischen Regionalliga warten.
Gut werden sie sein, wenn sie sich nicht gemein machen mit denen, die wichtig genommen werden wollen. Wenn sie die Gästeliste ihrer Feiern veröffentlichen. Wenn sie Unabhängigkeit beweisen.

Noch ein bisschen Hintergrund zu EV1.tv: „E“ steht bekanntlich für Ems, „V“ für Vechte und die 1 ist das für eine URL notwendige dritte Zeichen. Dem Sender unter dem Dach des Neue OZ-Medienhauses hat die Landesmedienanstalt Niedersachsen Anfang des Jahres einen 24-stündigen analogen Kabelplatz in der Netzregion Lingen für die Dauer von sieben Jahren zugewiesen und, entkoppelt davon,  eine unbefristete Lizenz erteilt. Seinen Sitz hat der Sender in der Lingener Halle IV an der Kaiserstraße.  EV1.tv belegt übrigens den Kabelkanal des französischsprachigen Senders tv.5monde und verdrängt den einzigen Franzosen hier im Kabelnetz. Aus ganz Europa bleibt da im Kabelempfang nur noch die BBC mit ihrem Weltprogramm. Nichts mit Holland, Polen, Spanien -ein Armutszeugnis, das  die verantwortliche Landesmedienanstalt Niedersachsen da abliefert, wenn sie zwar nicht Europa aber gleich mehreren Shopping-TV-Sendern Kabelplätze zugewiesen hat…

Zur Erinnerung:
Für lokales Verlegerfernsehen in Niedersachsen hat die  schwarz-gelbe Landtagsmehrheit  das Mediengesetz so geändert, das es den Interessen der einflussreichen Zeitungsverlage auf den Leib geschneidert ist. Sie können sich mit bis zu 49,9 Prozent an den Lokalsendern beteiligen (statt bisher 24,9%). Kreativ sind die lokalen Zeitungsverlage offenbar wechselseitig an den jeweiligen Lokalsendern nebenan beteiligt: das Neue OZ-Medienhaus beispielsweise an dem Oldenburger NWZ-Sender. Da interessieren schon die kommerziellen Konditionen, um  zu entkräften, die Verlage -sagen wir mal- liberalisierten faktisch-augenzwinkernd die gesetzlichen Bestimmungen.

Verlagshäuser können sich also auch trotz lokaler Marktbeherrschung -wie bei der NOZ – mit bis zu 49,9 Prozent an den neuen Sendern beteiligen. Verleger, die vor Ort bereits eine monopolartige Stellung haben, müssen zwei von vier so genannte „Vielfalt sichernden Maßnahmen“ erfüllen.  „Geeignete Vorkehrungen gegen das Entstehen vorherrschender Meinungsmacht“, formuliert § 6  Mediengesetz,   sind  die Einrichtung eines Programmbeirats mit wirksamem Einfluss auf das Programm, die Einräumung von Sendezeit für unabhängige Dritte, die Beschränkungen des Stimmrechts in Programmfragen und wichtigen Personalfragen, die Verabredung eines Redaktionsstatuts zur Absicherung der redaktionellen Unabhängigkeit.“ Was EV1.tv da vorhält, habe ich im Internet nicht gefunden, weder auf der Seite von EV1.tv, noch bei der Landesmedienanstalt noch sonstwo. Aber vielleicht wird mir ja geholfen. Wir müssen eben geduldig sein.

Streitgespräch – update

14. September 2010

Am 14.09.2010 14:08, schrieb  Robert Koop:

Liebe Macher der Ems-Vechte-Welle!

Lingen wählt am 26. September seinen neuen Oberbürgermeister. Es kandideren der parteilose Dieter Krone und Hans-Josef Leinweber (CDU). Vor zwei Wochen haben Sie beim Kaffeeklatsch in der Lookenstraße unter Beweis gestellt, dass Sie ein engagiertes Streitgespräch von Kandidaten perfekt veranstalten und moderieren können. Jetzt sollten müssen Sie nachlegen: Krone vers. Leinweber. Das ist eine 2-Stunden-Sendung wert – am Besten vor Publikum, damit man sieht, wer seine Erklärungen abliest und so.

Also:  Wie wär’s ?! Und vor allem wann?

Mit freundlichen Grüßen

Robert Koop

ps Ich veröffentliche diesen Brief in meinem kleinen Blog.

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Am 14.09.2010 14:44, schrieb  Jan Schenkewitz

Hallo,

wir arbeiten daran. Wenn der Termin steht, geben wir Bescheid.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Schenkewitz
Ems-Vechte-Welle
Geschäftsführung

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Am 14.09.2010 17:31, schrieb  Jan Schenkewitz

Hallo,

noch ohne Gewähr: voraussichtlich am Dienstag, 21.9. ab 19 Uhr. Ort: vermutlich wieder Halle IV, müssen wir aber noch klären.

Mit freundlichen Grüßen

Jan Schenkewitz
Ems-Vechte-Welle
Geschäftsführung