1. Mai

30. April 2019

Der 1. Mai des DGB nimmt in Lingen um 10.15 Uhr seinen Auftakt. Vor dem Historischen Rathaus spricht def 2. Bürgermeister Stefan Heskamp (CDU) ein Grußwort. Vom Marktplatz führt dann die Demonstration zur Halle IV. In der ehemaligen Eisenbahnausbesserungsstätte und Hochburg der Gewerkschaften begrüßen die beiden DGB-Kreisvorsitzenden an Ems und Vechte Anette Greiwe (Emsland) und Horst Krügler (Grafschaft Bentheim) spricht als Hauptredner Verdi-Sekretär Maiko Schulz. Dann beginnt das traditionelle  Maifest „mit Infos, Kultur und Livemusik“, teilt der DGB mit. Natürlich ist auch für Essen und Trinken gesorgt.

Die Kinder sind eingeladen, zum Thema „Wie möchte ich wohnen“ zu malen und sie können sich auf der obligatorischen Hüpfburg vergnügen. Die Torwand der Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt ist ein weiterer Unterhaltungspunkt.

Bereits am heutigen Abend treffen sich die Gewerkschafter in Emlichheim. Hier das regionale 1.-Mai-Programm an Ems und Vechte.

30.04.2019
Emlichheim – 17:30 Uhr
Maibaum aufstellen, Rede zum Tag der Arbeit, Grillen und Maitrunk
Bürgerhilfe Emlichheim, Huskamp 22

01.05.2019
Lingen
– 10:15 Uhr
Auftakt vor dem Historischen Rathaus, Demo zur Halle IV, Kundgebung, Maifest

Bundesweit stehen die Mai-Kundgebungen des DGB in diesem Jahr im Zeichen der anstehenden Europawahl: „Europa. Jetzt aber richtig!“ Für die deutschen Gewerkschaften heißt das: Dem Bekenntnis, Europa sozialer zu machen, müssen jetzt auch Taten folgen, trommeln der DGB und seine Einzelgewerkschaften für europa und gegen Nationalismus. Die Thesen auten:

  • „Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Die Menschen müssen im Mittelpunkt der europäischen Politik stehen. Die sozialen Interessen der Bürgerinnen und Bürger, der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen Vorrang haben vor den Interessen der Unternehmen.
  • „Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Europaweite Standards für gute Arbeitsbedingungen statt Dumping-Wettbewerb zwischen den Mitgliedsstaaten mit prekärer Arbeit und niedrigen Löhnen. Wir brauchen mehr Tarifbindung in ganz Europa und armutsfeste Mindestlöhne in jedem EU-Mitgliedsstaat.
  • „Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Gleiche Chancen für Frauen und Männer. Wir brauchen eine EU-Gleichstellungsstrategie – und zwar mit ganz konkreten Maßnahmen.
  • „Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Wir brauchen ein ambitioniertes Programm für Zukunftsinvestitionen für Europa, das Wachstum, Arbeitsplätze, Bildung, Infrastruktur und Wohlstand für alle sichert und fördert. Die Menschen müssen erleben, dass die EU ihr Leben nachhaltig und konkret verbessert.
  • „Europa. Jetzt aber richtig!“ heißt: Die EU muss zum Vorbild für eine faire Globalisierung werden – internationale Standards für Arbeitnehmerrechte, Soziales, Umwelt- und Verbraucherschutz müssen das Geschehen auf den Märkten bestimmen, nicht umgekehrt.

Der DGB: „All das lässt sich in Europa nur gemeinsam erreichen. Die Rechtspopulisten und Nationalisten in Europa bieten keine Lösungen – im Gegenteil: Die Brexit-Abstimmung in Großbritannien und ihre Folgen haben gezeigt, wohin es führt, wenn diejenigen die Oberhand gewinnen, die Ängste schüren, aber keinerlei Konzepte für die Zukunft haben. Am 1. Mai zeigen wir klare Kante gegen Rechts und alle, die unser Land und Europa spalten wollen. Wir sagen Nein zu Intoleranz, Nationalismus, Rassismus und Rechtspopulismus.“

„Deswegen gehen wir am 1. Mai gemeinsam auf die Straße: Wir machen den Tag der Arbeit zum Tag der europäischen Solidarität. Und wir kämpfen gemeinsam für gesellschaftlichen Zusammenhalt und sozialen Fortschritt in Deutschland: für Gute Arbeit, gute Einkommen und Arbeitsbedingungen, mehr Tarifbindung und eine Rente, die für ein gutes Leben reicht. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, am 26. Mai 2019 an der Europawahl teilzunehmen: für ein solidarisches und gerechtes Europa“

Hier geht es zum vollständigen Maiaufruf 2019 des Deutschen Gewerkschaftsbunds.

Visitenkarte

3. April 2015

ov-chipkaartEs ist für unsereins deutlich schwieriger geworden, sich in Bussen und Bahnen in den benachbarten Niederlanden zu bewegen. Nachdem im vergangenen Sommer die Papiertickets im gesamten Land abgeschafft wurden und man Busse und Bahnen seitdem nur noch per Chipkarte benutzen kann (NiederlandeNet berichtete), ist das System für uns ausländische Touristen oftmals nicht einleuchtend. Eine Mehrheit im niederländischen Parlament spricht sich jetzt für die Einführung eines Touristentickets für den öffentlichen Nah- und Fernverkehr aus. Auch das niederländische Kabinett unterstützt die Pläne.

„Zu Ostern erwarten die Niederlande wieder hunderttausende Touristen aus aller Welt, im gesamten Jahr soll der Vorjahreswert von 14 Millionen Gästen erneut erreicht werden. Die meisten von ihnen besuchen traditionell die Hauptstadt Amsterdam und bleiben dann meist auch bis zum Ende ihres Aufenthalts dort. Politiker mehrerer Parteien wollen dies ändern und es für die Touristen attraktiver machen, auch andere Ort im ganzen Land zu besuchen. Dem entgegen steht nach ihrer Meinung bislang auch das für Ausländer wenig transparente Ticketsystem für Bus und Bahn mit sehr komplizierten Fahrscheinautomaten. Und wenn man es geschafft hat, sich eine Chipkarte zu kaufen, muss man das Ein- und Auschecken in den Bussen, Straßen- und U-Bahnen sowie an den Bahnhöfen lernen. Sofern man Teile der Strecke mit einem privaten Bus- oder Bahnanbieter bereist, muss man außerdem für jeden Anbieter einen neuen Einzelfahrschein erwerben.

Die Lösung soll ein Touristenpass sein, der für einen oder mehrere Tage gültig bleibt und zum Reisen im gesamten Land berechtigt. Erik Ziengs von der rechtsliberalen VVD kam als erster mit diesem Vorschlag und konnte bislang viele Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen. Nach Ansicht Ziengs’ muss eine solche Touristenkarte eine „echte Visitenkarte der Niederlande“ werden.“                                   […weiter bei Niederlande.net]

Dass es spezielle Touristenangebote wie zB eine „Ems-Vechte-Karte“ in unserer Region nicht gibt, wissen wir. Angesichts von Eifersüchteleien und Provinzgehabe der Anbieter der Verkehrsleistungen wird sich daran auch nichts ändern, nehme ich an.  Außerdem ist unser Bus- und Bahnsystem ohnehin so schmal gehäkelt, dass Gäste sicherlich glauben, wir seien noch im Postkutschenalter. Ergänzt wird dies künftig und besonders zielgerichtet durch die CSUCDUSPD-Maut, die die Niederländer künftig davon abhalten wird, uns zu besuchen. Dann bleiben wir eben unter uns. Dafür brauchen wir keine Visitenkarte.

(Quelle/Material aus NiederlandeNet. Foto: öPNV-Chipkarte in den Niederlanden.  Quelle: Elger van der Wel/cc-by-nc-sa)

Schande

3. August 2013

Wo in Deutschland werden die meisten Antibiotika verschrieben? Sie ahnen es und Sie haben recht. Es ist eine gesundheitliche Gefahr ohne Gleichen, die damit in unserer Region geschaffen wird. Es ist eine Schande für alle, die dabei an Ems, Vechte und Hase mitmachen, weggucken, nicht einschreiten und die Profiteure gewähren lassen. Christian Meyer, übernehmen Sie!  [mehr…]

Urwahl

9. Oktober 2012

Morgen bestimmt die regionale CDU in einer Urwahl, wer die Nachfolge des langjährigen Bundestagsabgeordneten Dr. Hermann Kues (Lingen, Foto re) im Wahlkreis 32 (Mittelems) antreten wird. Immer seit  Gründung der Bundesrepublik hat der CDU-Kandidat in unserer Region den Wahlkreis gewonnen. Wer sich also morgen CDU-intern durchsetzt, darf in Berlin schon einmal auf Wohnungssuche gehen.

Im Vorfeld hatten sich die Bewerber Franz-Josef Evers (45, Salzbergen), Georg Hennekes (56, Meppen), Martin Rekers (42, Spelle) und Albert Stegemann (36, Ringe) in drei Veranstaltungen in Meppen, Lingen und am vergangenen Donnerstag in Nordhorn vorgestellt. 160 CDU-Mitglieder lauschten dort den Beiträgen. Der zuvor in Meppen (50 Teilnehmer) nicht einmal anwesende fünfte Bewerber ist der 67jährige Johann H. Grotehölmann (Uelsen) und  soll der Vollständigkeit halber erwähnt werden; er hat aber keine Chancen.

Nach der Lingener Veranstaltung vor immerhin 170 Besucherinnen und Besuchern hatte ein irritierter Carsten von Bevern in der Lokalpresse die Auftritte der Kandidaten kommentiert, ob nicht etwas mehr „Kante zeigen“ angesagt sei. Von Bevern war lange Jahre selbst aktiv in CDU und JU und wenn ein solcher Mann schon „fehlenden Mut“ bei den eigenen Leuten beklagt…

Rund 4300 CDU-Mitglieder aus der Region können also am Mittwochabend in den eigens dafür gebuchten Lingener Emslandhallen ihren Mann für Berlin wählen. Dieses demokratische Verfahren empfinde ich schon als beeindruckend, allemal im Vergleich mit dem, was sonst so bei Kandidatenaufstellungen geschieht  Das Ergebnis der Kür kann niemand vorher sagen.  Mir fällt nur auf: Die Lingener CDU ist weiterhin so schwach, dass  sie keinen Kandidaten und keine Kandidatin für diese wichtige Aufgabe in ihren Reihen findet. Und das CDU-Personal ist weiterhin reine Männersache. Frauen kandidieren nicht bei der CDU-Urwahl an Ems und Vechte.

Ich nehme an, dass Tobias Dankert (@tobilingen) aus den Emslandhallen twittern wird. Auf diesem Weg erfährt, wer will, Verlauf und Ergebnis am schnellsten.

Nacharbeit

16. Juni 2012

In diesem kleinen Blog habe ich nicht nur einmal darüber geschrieben, dass es in Lingen ein Krematorium (Foto re.) geben muss. Dringend brauchen es die Menschen an Ems und Vechte, die über ihre Verstorbenen trauern und eine würdige Feuerbestattung suchen.

Doch im vergangenen Jahr gab es ein eiliges Zurück in Nordhorn und 2010 in Lingen eine denkwürdige Ortsratssitzung im Stadtteil Darme, bei der der damalige Oberbürgermeister Heiner Pott wohlweislich seinem Vertreter Ralf Büring den Vortritt ließ; der durfte erleben, wie Ortsbürgermeister Werner Hartke darauf verzichtete, dem peinlichen Stammtischgerede einiger Darmer in hoch emotionaler Atmosphäre entgegenzutreten. Es war ein denkwürdiger Abend, von dem mir jemand sagte, er sei „kulturlos gewesen“ und  bei dem der südlich des heutigen Darmer Friedhofs gelegene Standort für ein Krematorium -ich muss wohl sagen-  beerdigt wurde- obwohl er unstrittig am besten geeignet ist.

Dem von der Lingener Stadtverwaltung offenbar favorisierten Ausweg, in einem „Gewerbegebiet“ ein Krematorium errichten zu lassen, hat jetzt das Bundesverwaltungsgericht einen Riegel vorgeschoben. Mit klaren und richtigen Worten. Auf der Internetseite der FSW-Kollegen lese ich dazu:

Krematorium im Gewerbegebiet unzulässig
Ein Nachbar wandte sich mit seiner Klage gegen eine dem beigeladenen Unternehmer erteilte Baugenehmigung zur Errichtung eines Krematoriums mit Abschiedsraum in einem Gewerbegebiet. Das Oberverwaltungsgericht Münster hatte das Krematorium als eine in einem Gewerbegebiet ausnahmsweise zulässige Anlage für kulturelle Zwecke im Sinne des § 8 Abs. 3 Nr. 2 der Baunutzungsverordnung eingeordnet. Der Umstand, dass ein Krematorium aus Gründen der Pietät in ein kontemplatives Umfeld einzubetten sei, widerspreche nicht der allgemeinen Zweckbestimmung eines Gewerbegebietes.
Das Bundesverwaltungsgericht hat die Baugenehmigung aufgehoben und zur Begründung ausgeführt, dass – ungeachtet der Immissionsträchtigkeit der Verbrennungsanlagen – ein Krematorium mit Abschiedsraum ähnlich einem Friedhof einen Ort der Ruhe, des Friedens und des Gedenkens an die Verstorbenen darstelle. Eine solche Anlage vertrage sich – entgegen der Auffassung des Oberverwaltungsgerichtes – nicht mit der Zweckbestimmung eines Gewerbegebietes, das von werktätiger Geschäftigkeit geprägt sei, vgl. BVerwG, Urteil vom 02.02.2012 – 4 C 14.10

Es ist -jenseits allen Stammtischgeredes- also sachliche Nacharbeit notwendig. Wann kommt die Verwaltung unserer Stadt mit einem Standortvorschlag? Dann kann die lokale Politik handeln und entscheiden.

(Foto: Krematorium in Bispebjerg, Kopenhagen (DK), Architekten Friis & Moltke;
©  Bispebjerg Krematorium; Københavns Kommune)

Kunst in der Region

3. Mai 2012

Tamara Grcic: anderswohin, 2011 (Hestrup)raumsichten erweitert kunstwegen:

Da wurde eine alte Eisenbahnbrücke aus Österreich an die Vechte gebracht, ein Autobahnkreuz für Radfahrer gebaut oder jungsteinzeitlichen Gefäßen nachempfundene Bronze-Skulpturen (Foto) in die Landschaft gesetzt:
Mit neuen neuen Kunststationen wird jetzt das einmalig raumgreifende Skulpturenprojekt an der Kunstwegen-Route von Nordhorn die Vechte entlang bis ins niederländische Zwolle jetzt erweitert –  in die Gegenrichtung über Bad Bentheim bis zur Grenze von Nordrhein-Westfalen.

Nordhorn: Nino-Hochhaus, Nino Allee 11: Offizielle Eröffnung am Freitag, 4. Mai, 14 Uhr. Geführte Touren gibt es an fünf verschiedenen Touren im Landkreis Grafschaft Bentheim am Samstag, 5. Mai. Mehr…

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Sarah Pelikan – Piano del Colore:

Die Wuppertaler Farbfeld-Malerin Sarah Pelikan zeigt neuere monochrome Bilder. Vor allem aber wird das ganze Untergeschoss der Kunsthalle in eine Farbfeld-Installation verwandelt: Boden, Wände und Decken der Räume sind in jeweils einer Buntfarbe gehalten – also Rot, Grün, Gelb und Blau. ein leicht ansteigender Weg führt durch dieses leuchtende, alles umfassende dreidimensionale Farbbild.

Lingen (Ems): Kunstverein, Kunst-/Halle IV  Kaiserstraße 10a, Eröffnung: Freitag, 11. Mai, 19 Uhr. Bis 26. August.
Öffnungszeiten Sa, So 11-17 Uhr, Di-Fr 10-17 Uhr, am 7.6., 5.7. und 2.8. bis 20 Uhr an diesen Tagen jeweils um 18.30 sowie an jedem Sonntag um 15.30 kostenlose Führung durch die Ausstellung.
Mehr..

Mundraub

30. August 2010

Wieder einmal eine flotte Idee, die in der Weite des Internets geboren wurde. Mundraub.org

Die Frage, warum in Parks, öffentlichen Gräten und Alleen nur selten Kirsch- oder Apfelbäume stehen, findet meist die Antwort, dass man sie ja dann abernten müsste, wenn das Obst reif ist. Sonst träte man auf das Ergebnis und das sei im Zweifel nicht nur matschig unschön sondern kann auch schmerzhafte stechende Folgen haben.

Also muss, kann und darf man ernten. Das ist das Tolle! Mundraub.org kümmert sich genau darum: Wo gibt es Bäume und Sträucher, die abgeerntet werden können? Auf der entsprechenden GoogleMap können erntereife Bäume und  abgeerntete  eingetragen werden.

Die Karte (Ausschnitt links) zeigt allerdings einmal mehr, wie zurückhaltend unser Raum an Ems und Vechte von derartigen Internetideen durchdrungen ist. Als ob es hier keine derartigen Obstpflanzen gäbe. Also, macht mal.

Übrigens: Wahre Mundräuber, heißt es auf der Internetseite,

1. gehen behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um
2. lassen beim leisesten Zweifel über die Freigabe eines Baumes die Finger von den Früchtchen,
3. und haben Freude daran, dem fruchtigen Ort etwas zurückzuschenken – sei es einfach durch ein gutes Gespräch rund um kostbares Obst, einen Besuch im nahegelegenen Hofladen oder Café oder sogar durch ein Engagement bei der Pflege von Obstbäumen.

Nordhorn

29. August 2010

Die Hochwasserlage in Nordhorn ist weiterhin angespannt. Die Feuerwehr Nordhorn kann mit eigenen Mitteln der Situation nicht Herr werden. Aus diesem Grund hat der Krisenstab beim Landkreis die Bundeswehr um Unterstützung gebeten. Etwa 35 Soldaten aus Diepholz, die noch vorgestern in Osnabrück im Hochwasser-Einsatz waren, werden in der Kreisstadt erwartet. Sie sollen zunächst vor allem beim Füllen von Sandsäcken helfen. Kritisch sind in der Nacht zu Sonntag nach Auskunft der Feuerwehr die Uferbereiche am Püntendamm und das Povelgelände rund um die Vechteaue.

Die Geschäfte am Püntendamm und an der Firnhaberstaße wurden mittlerweile von Feuerwehrkräften und Anliegern mit einem Wall aus Sandsäcken abgesichert. Vereinzelt haben auch in der Hauptstraße Geschäftsleute bereits ihre Läden mit Sandsäcken und Folien gesichert. Indes sind viele Nordhorner in der City auf den Beinen, um den Einsatzkräften bei der Arbeit zuzuschauen.  “Die Arbeit der Wehrleute wird leider immer wieder durch Schaulustige in diesem Bereich behindert, aus diesem Grund bittet die Feuerwehr darum die Bereiche auch aus Gründen der allgemeinen Sicherheit zu verlassen”, heißt es in einer Pressemitteilung der Feuerwehr.

Um den Druck von der Vechte rund um die Vechteinsel zu nehmen, hatte die Feuerwehr gegen 21 Uhr damit begonnen, auch an der Rückseite der Baustelle Bentheimer Torbrücke die Spundwände mit einem Bagger niederzudrücken. Dadurch kann das Wasser nun schneller zum Kornmühlenwehr abfließen. Die Schleuse am Verbindungskanal konnte bislang noch nicht vollständig geöffnet werden. Durch das Hochfahren der Vechteschleuse in Brandlecht will man nun den Druck nehmen, damit die Verbindungsschleuse geöffnet werden kann. Mittlerweile erhalten THW, Feuerwehr und DLRG auch Verstärkung durch die Nordhorner Speditionsfirma Rigterink. Wie Bürgermeister Meinhard Hüsemann den GN mitteilte, stellt die Spedition 300 Paletten für Sandsäcke und Sicherungsmaßnahmen bereit.

Seit 18 Uhr war die Firnhaberstraße vom Vechte-Hochwasser akut betroffen. Die neugestaltete Einkaufsstraße steht teilweise unter Wasser, die Abwasserschächte konnten das Wasser nicht mehr aufnehmen. Auch das Einkaufzentrum „Vechte-Arkaden“ ist vom Hochwasser akut gefährdet. Sandsäcke sollen hier wie an der Hagenstraße die Vechte am Übertreten hindern. Am Neumarkt trat Wasser aus der überlasteten Kanalisation, sodass Teile des Parkplatzes und der Seeuferstraße überschwemmt sind.

Die Feuerwehr Nordhorn ist im Großeinsatz, mehrere Feuerwehren aus dem Umkreis kommen der Wehr aus der Kreisstadt zur Hilfe. Seit 17.50 Uhr besteht bei der Feuerwehr Nordhorn und Brandlecht Vollalarm. Der Pegelstand der Vechte stieg seit dem Vormittag kontinuierlich und hatte im Laufe des Nachmittags an manchen Stellen bereits eine kritische Marke erreicht. Auf dem Povelgelände musste die Feuerwehr bereits nachmittags Kellerfenster mit Sandsäcken schützen. Viele Uferwege im Stadtgebiet sind überschwemmt und nicht mehr passierbar, einige wurden vorsorglich gesperrt. Die Bevölkerung wird von der Feuerwehr aufgerufen, Uferbereiche und Überschwemmungsgebiete der Vechte und der Kanäle nicht zu betreten.

Bis 22 Uhr wurde in Nordhorn weiterhin ein ansteigender Wasserpegel gemessen. In der Innenstadt und auf dem Povelgelände bereitet man sich deswegen auf eine lange Nacht vor: Keiner weiß, ob und wann der Pegel fällt. Sorgenvoll schaut man auch auf den Sonntag, da neues Regenwetter angesagt ist.

Feuerwehr und THW müssen nach wie vor vom schlimmsten Fall der Fälle ausgehen, da immer noch nicht einzuschätzen ist, wie viel Hochwasser aus der Obergrafschaft über die Vechte noch weiter in die Grafschafter Kreisstadt geführt wird. Auf dem Bauhof der Stadt an der Enschedestraße hatte das THW frühzeitig damit begonnen, Sandsäcke abzufüllen und an kritische Hochwasserstellen zu bringen. Zudem schaffte sie aus Ochtrup und Rheine 40.000 zusätzliche Sandsäcke nach Nordhorn. Da es in Nordhorn keine offizielle Pegelmessung gibt, hat die Feuerwehr an bestimmten Gefahrstellen Posten abgestellt, die die Hochwasserstände kontrollieren. Am Nachmittag war die Feuerwehr zu einer Krisensitzung zusammen gekommen, um das weitere Vorgehen abzusprechen die Sicherungsvorkehrungen einzuleiten.

Hinweis (und Dankeschön):

Der Beitrag stammt aus dem Blog des   Nordhorner „Hotel am Stadtring“, Foto: © Hotel am Stadtring