gestern das

8. Juli 2020

„Vor 15 Jahren, das werden viele noch heute nicht wissen, starb der in Deutschland lebende Oury Jalloh, ein Mann aus Sierra Leone, in einer Dessauer Polizeizelle. Er war zuvor schwer alkoholisiert und unter dem falschen Verdacht, Frauen belästigt zu haben, in Polizeigewahrsam genommen. Er soll sich dann auf dem Polizeirevier derart gewehrt haben, dass die Beamten ihn an allen vier Gliedmaßen auf einer Pritsche fixierten. Stunden später war er tot. Er soll, so die Beamten, die feuerfeste Matratze, auf der er gefesselt lag, selbst in Brand gesetzt haben und dann lebendig verbrannt sein.“ (weiter bei der ZEIT)

Das Geschehen wird jetzt noch einmal untersucht, und es gibt Hinweise, dass diese Untersuchung behindert wird. Und dann gestern das: Eine Pressemitteilung, mit der das Justizministerium in Sachsen-Anhalt den Toten verhöhnt :

auch nicht dick

6. Juli 2020

8:46

6. Juni 2020

Mahnwache

21. Februar 2020

Eine Partei, die ich nicht nennen will, stand gestern auf der Tagesordnung einer Dringlichkeitssitzung des Verwaltungsausschusses unserer Stadt und dann zu Beginn im Mittelpunkt der Ratssitzung. Ich habe sie dort als Vorfeldorganisation von Terroristen bezeichnet. Denn sie sät Hass und Hetze und Rassismus, und sie spaltet unser  Land. Ich bezeichne sie als politisch verantwortlich für Mord und Terror, doch sie wäscht ihre Hände in Unschuld.

Die Zivilgesellschaft unserer Stadt ist aufgefordert, dagegen aufzustehen. Gemeinsam müssen wir klare Kante zeigen. 

Am Sonntag um 17 Uhr findet auf dem Lingener Marktplatz eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des terroristischen Anschlags am Mittwochabend in Hanau statt. „Lingen: Gemeinsam gegen Hass, gegen Hetze, gegen Rassismus!“

Wir sehen uns.

30.000!

21. Dezember 2019

Seit fünf Jahren hängt das Respekt!-Schild am Frankfurter Rathaus: „Respekt! Kein Platz für Rassismus“.  Die AfD will dagegen klagen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) stellt sich dagegen: “Frankfurts Kampf gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus bleibt, er ist Teil unserer Stadtidentität.” Er sei bereit, den Streit vor Gericht klären zu lassen.

Die NGO Campact hat das Schild gegen den Hass nachgedruckt  “Respekt! Kein Platz für Rassismus”  Über 30.000 Menschen haben inzwischen bei Campact Plakate und Aufkleber bestellt. Eine zivilgesellschaftliche Reaktion auf die Drohung der AfD, gegen das Respekt!-Schild am Frankfurter Rathaus zu klagen. Es widerspreche dem Neutralitätsgebot. Nun wird in Deutschland tausendfach ein Zeichen gesetzt, dass gegenseitiger Respekt nichts mit Neutralität, Herkunft oder Hautfarbe zu tun hat, sondern zu den Grundsätzen einer freiheitlichen Gesellschaft gehört.

“Die Zahl der Bestellungen zeigt, dass die Drohung der AfD komplett nach hinten losgeht. Sich für Respekt auszusprechen, hat mit dem parteipolitischen Neutralitätsgebot nichts zu tun”, sagt Felix Kolb, geschäftsführender Vorstand von Campact. “Rassisten sind gerade nicht neutral und es ist bezeichnend, dass die AfD sich durch das Schild angesprochen fühlt.” Am vergangenen Samstag hatte die Bürgerbewegung Campact ihre über zwei Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer angeschrieben und über die Aktion informiert. Noch bis zum 2. Januar können die Plakate und Aufkleber bestellt werden, um Laptops und Fensterscheiben, Sportvereine, Gemeindehäuser oder Kindergärten zu schmücken.

Das Schild am Frankfurter Rathaus stammt von der Initiative “Respekt! Kein Platz für Rassismus”, die von der IG Metall unterstützt wird. “Dass es der AfD an Respekt fehlt, ist uns seit langem bekannt“, kritisiert Michael Erhardt von der IG Metall Frankfurt. “Die richtige Antwort wäre, die Respekt-Schilder an jedes Ortseingangsschild der Stadt Frankfurt zu hängen und damit zu zeigen, dass Rassismus in dieser Stadt nichts zu suchen hat.” Die Initiative setzt sich seit Jahren gegen Rechtspopulismus und Rassismus ein und hat unter anderem Materialien für einen Azubi-Workshop und einen “Schnellcheck AfD” entwickelt.

Weitere Informationen:
“Respekt! Kein Platz für Rassismus” wurde 2006 gegründet. Im März 2011 startete die IG Metall die Respekt!-Initiative für die Betriebe. Plakat zum Download: https://www.respekt.tv/materialien

 


Quelle: Campact

Kompetenz

20. Oktober 2019

Jedes Mal dasselbe. Egal, was passiert, die Lösung der Sicherheitsbehörden und Innenpolitiker der Bundesregierung heißt: noch mehr Massenüberwachung. Dieser Aktionismus wirkt zunehmend hilflos – und gefährdet die Freiheit in diesem Land. Ein Netzpolitik.org-Kommentar von Markus Reuter

Der Anschlag von Halle ist noch nicht einmal aufgeklärt, die Toten noch nicht unter der Erde, da werden die altbekannten Instrumente aus der Schublade geholt: Vorratsdatenspeicherung, Staatstrojaner, Verschlüsselung knacken, Messenger überwachen, politische Datenbanken anlegen und schärfere Gesetze sowieso. Dazu mehr Personal für BKA und Verfassungsschutz, jene Behörden also, die ihre Budgets schon in den vergangenen Jahren verdoppeln konnten.

Neu an den Forderungen ist nur, dass es diesmal nicht gegen den islamistischen, sondern gegen den rechten Terrorismus gehen soll. Egal was passiert, mehr Überwachung soll es richten. Jedes Mal.

Während der Rassismus bis weit in die Mitte der Gesellschaft hineinreicht, Unionspolitiker rechts mit der AfD schritthalten wollen, Nazis in Bundeswehr und Polizei ihr Unwesen treiben können und die AfD nun wirklich in den Fußstapfen der NPD angekommen ist, soll es die gute alte anlasslose Massenüberwachung wieder richten. Massenüberwachung, das Allheilmittel der Hardliner. Wie immer ist dabei egal, dass der Nachweis ihrer Wirksamkeit nicht erbracht wurde, vor allem nicht im Fall von Halle.

Ja, es geht auch um Gamer-Kultur

Statt diese neue Form des Terrorismus irgendwie zu erfassen, bricht die Union ein Jahrzehnt später wieder eine Killerspieldebatte vom Zaun und denkt ohne jede Ironie über die Zensur von Ballerspielen nach. Beim Ausländer kommt das Böse von der Herkunft und der Religion, beim Weißen vom Killerspiel, so die schablonenhafte Denke dieser Leute.

Das Traurige ist, dass die Debatte in dieser Form zu nichts führt. Ja, natürlich geht es auch um Gamer-Kultur. Es geht um die fehlende Abgrenzung vieler Spiele und Plattformen wie Steam gegenüber Rassisten und Nazis. Es geht darum, dass Rechtsradikale im Umfeld von Games rekrutieren. Es geht darum, dass dieses Feld fruchtbar ist für jene, die Böses im Schilde führen.

Der Staat muss reagieren und diese neue rechte Tätergruppe ins Visier nehmen. Diese im Netz sozialisierten und radikalisierten Männer, die sich einen tödlichen Mix aus Antifeminismus, Rassismus, Antisemitismus und Computerspiellogik zusammenbrauen. Die nachahmen, um nachgeahmt zu werden. Sie haben aber wenig gemeinsam mit Millionen von Gamer:innen, die vielleicht gerne mal Zombies abballern, aber sonst friedlich und sozial ihr Leben führen.

Rassismus an den Rand des Netzes treiben

Natürlich müssen wir vehement die Rolle von radikalisierenden Youtube-Algorithmenhinterfragen, die jeder stinknormalen Nutzerin zwei Videos später die abwegigsten Verschwörungstheorien liefern. Das ist gefährlich, weil der Mainstream hier ungefragt und permanent mit toxischem Mist befeuert wird.

Und natürlich müssen Plattformen und Communities sensibilisiert werden, damit sie Nazi-Inhalte und Rassismus ächten und diese Ideologien an den letzten Rand des Netzes vertreiben. Der Pool der Menschen, die damit in Kontakt kommen, sollte so klein wie möglich werden. De-Platforming ist eine Methode, die nachweislich wirkt und über die nachgedacht werden muss. Dafür braucht es vor allem gesellschaftlichen Druck und Debatte, nicht unbedingt Gesetze.

Human Intelligence statt Massenüberwachung

Dieser Druck entsteht aber nicht ohne ein klares Anerkenntnis, dass wir gesellschaftlich ein Problem mit dem Rechtsradikalismus haben. Und dessen Wurzel beginnt nicht erst bei mordenden Rechtsterroristen und stiernackigen Stiefelnazis, sondern dort, wo die „Bis-zur-letzten-Patrone-Rhetorik“ eines Horst Seehofers den demokratischen Raum verlässt.

Es braucht Ermittler:innen, die gut geschult, effektiv und zielgenau eintauchen in die Foren und Image-Boards, in denen das Weltbild des Attentäters Widerhall und Nachahmer findet. Die nicht erst nach einem Anschlag im Netz recherchieren müssen, was diese Plattformen sind und wie sie funktionieren. Human Intelligence und die Wachsamkeit von familiären und freundschaftlichen Umfeldern können hier viel mehr leisten als irgendeine Massenüberwachung.

Bevor also weiter Grundrechte abgebaut werden sollen, müssen die Gesetze evaluiert werden, die heute schon zur Verfügung stehen. Wir brauchen ein Moratorium für Sicherheitsgesetze. Alles andere ist unverantwortlicher Raubbau an den Freiheit unserer Gesellschaft.


Ein Beitrag auf Netzpolitk.org Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Hundert Jahre vor Beyoncé lebte Josephine Baker. Sie wuchs in armen Verhältnissen in Missouri auf, wurde in Frankreich zur berühmten Tänzerin und Sängerin, setzte sich im Zweiten Weltkrieg an der Seite von General de Gaulle für die Résistance ein und adoptierte zwölf Kinder aus verschiedenen Teilen der Welt. Ihr Leben klingt wie ein Roman. Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit.

Heute um 15.30 Uhr zeigt arte.tv den 53minütigen Film von Ilana Navaro über die Ikone aus Missouri.

Doch das ist nur die eine Hälfte der Wahrheit und sich damit zu begnügen, würde ihr nicht gerecht. Wer Josephine Baker wirklich verstehen will, muss ihre Ursprünge kennen. Ihr unstillbares Verlangen, alles zu verändern, ist einer Kindheit geschuldet, in der Gewalt und harscher Rassismus Alltag waren. Als Josephine Baker zur Welt kam, lag die Sklaverei erst 40 Jahre zurück. Im Mittleren Westen der USA, wo Baker aufwuchs, wurden Schwarze immer noch behandelt wie Menschen zweiter Klasse. Sie wohnten in Elendsvierteln und wurden regelmäßig von Weißen angegriffen, die den Ausgang des Bürgerkriegs nicht verkraften konnten. Aus dieser Situation floh Josephine Baker. Doch jedes Mal, wenn sie in ihre Heimat zurückkehrte, holten sie Hass und Rassismus wieder ein. Ihre USA-Reisen waren leidvolle Erfahrungen, die sie nachhaltig prägten. Fortan und bis ans Ende ihres Lebens nutzte Josephine Baker ihre Berühmtheit, um für ihre Ideale zu kämpfen.

DJosephine Bie Dokumentation zeigt die Entwicklung von der Tänzerin im Bananenröckchen zur politischen Figur, die 1963 beim Marsch auf Washington als einzige Frau an der Seite Martin Luther Kings das Wort ergriff. Es ist die Geschichte des politischen Erwachens des ersten schwarzen Superstars.

(Josephine Baker, Paris 1927. Aufnahmje von Stanisław Julian Ignacy Ostroróg, bekannt als Walery; PD), Quellen piqd.de und arte)

„Liebe Kitty,…“ – mit dieser Anrede beginnt Anne Frank jeden Eintrag ihres weltberühmten Tagebuchs. Entstanden ist das Tagebuch in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht, in dem sich das junge Mädchen rund zwei Jahre lang mit ihrer Familie und anderen Juden vor den Nazis versteckt hielt. Heute befindet sich in dem Versteck ein Museum, das die Geschichte Anne Franks ebenso lebhaft wie mitreißend erzählt. Nach einer zweijährigen Renovation wurde das Anne-Frank-Haus vergangene Woche wiedereröffnet.

Eröffnet wurde das Museum in der vergangenen Woche von König Willem-Alexander und jungen Mitgliedern der Anne-Frank-Stiftung, die sich gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung engagiert. Das Museum wurde zwar umgebaut, das Hinterhaus selbst, in dem sich die Familie Frank versteckte, allerdings nicht. Neu in der Ausstellung sind etwa Darstellungen über den Kriegsverlauf in Amsterdam sowie die Judenverfolgung in ganz Europa. Auch wird Bildmaterial ausgestellt, das die Lebensumstände im Unterschlupf veranschaulichen soll. Der neu hinzugefügte historische Kontext in der Ausstellung ergibt sich aus der Tatsache, dass die meisten Museumsbesucher ausländische Touristen unter 25 Jahren sind. Ihnen soll das Geschehen des Zweiten Weltkrieges, der Shoah und des Naziterrors so ausführlich wie möglich nahegebracht werden.

Zudem wurden auch organisatorische Änderungen am Museum vorgenommen. Wer ab jetzt das Anne-Frank-Haus besuchen möchte, muss ein Ticket online erwerben. Die Eintrittskarten werden zu 80 Prozent zwei Monate im Voraus zum Verkauf angeboten. Die restlichen 20 Prozent können bis zu einem Tag vor  Museumsbesuch erworben werden. Durch die Neuerung müssen die Besucher nicht mehr stundenlang vor der Museumstür an der Prinsengracht Schlange stehen. Denn Jahr für Jahr zieht das Anne-Frank-Haus 1,2 Millionen Menschen an, die die Lebensgeschichte der im KZ Bergen-Belsen gestorbenen Jüdin nachempfinden wollen.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. 1934 emigrierte die Familie Frank in die Niederlande, um der Verfolgung durch die Nazis zu entkommen. Mehrere Male versuchte Otto Frank, Annes Vater, einen Antrag auf Asyl in den USA zu stellen, doch die Anfragen wurden nie vollständig bearbeitet. Am 4. August 1944 wurden die Familie Frank und die anderen untergetauchten Juden verraten und deportiert. Nur zwei Monate vor der Befreiung des KZ Bergen-Belsen durch sowjetische Truppen verstarben Anne Frank und ihre Schwester Margot, getrennt von ihren Eltern, an Erschöpfung und Typhus. Das Tagebuch, das Anne führte, verfasste sie vollständig auf Niederländisch. Es wurde von der Haushälterin Miep Gies an Otto Frank, der den Holocaust überlebte, übergeben und später mit leichten Änderungen veröffentlicht. Der Weltbestseller gilt als bedeutendes Dokument der Grausamkeit im Zweiten Weltkrieg.

(Quelle: NiederlandeNet, Foto Anne-Frank-Haus, via flickr)

Die Debattenkultur im Netz ist kaputt? Na, dann reparieren wir sie doch gemeinsam! Hier finden Sie Tipps, wie!

Eine Debatte ist grundsätzlich weder eine besonders inklusive Form der Auseinandersetzung, noch sind inhaltliche Argumente dabei so bedeutsam, wie viele denken. Durchsetzungsfähig ist vielmehr die geschickteste und sprachgewandteste Argumentation. Dieser Logik nach können selbst menschenfeindliche Aussagen wohlformuliert am überzeugendsten vorgetragen werden. Die Debatte kennt also keine Moral, sondern setzt auf Stil.

Wie kann dann überhaupt eine gut funktionierende und positive Debattenkultur aussehen?

Wie formulieren wir die Regeln eines gemeinsamen, lösungsorientierten Austauschs, an dem auch alle teilhaben können?

Grundregeln für die Community:

Alle können an der Debatte teilhaben, wenn es Grundregeln gibt, an die sie sich halten. Dazu können gehören: Alle geben aufeinander Acht und hören sich gegenseitig zu. Konsens sollte ein respektvoller Umgangston sein: Keine Beleidigungen, Beschimpfungen, keine gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit wie Rassismus, Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Sexismus. Debattiert wird über Inhalte! Also auch keine Abwertung aufgrund von Aussehen, Profilbild oder Rechtschreibung. Diskussionsregeln für Online-Communities sollten bspw. in einer Netiquette ausformuliert werden und Grundlage der Moderation sein. Auf ihre Einhaltung können aber auch alle Mitglieder einer Debatte schauen und pochen. Toxischen Verhaltensweisen wie z.B. von Trollen, die provozieren, um Diskussionen zu sprengen, sollten klare Grenzen gesetzt werden.

Ein Argument nach dem anderen. Sezieren Sie Baustellen!

Argumentationsketten machen es dem Gegenüber schwer zu reagieren. Ein Posting spricht manchmal diverse Streitthemen an – es erscheint als erstes unmöglich, darauf vernünftig zu reagieren. In diesem Fall bleiben Sie bei einem Thema und benennen Sie, dass Sie nur über diesen einen Aspekt diskutieren möchten – auch wenn es noch viele andere gibt. Eine faire argumentative Auseinandersetzung achtet auch darauf, dass ein ausgeglichenes Frage- und Antwort-Verhältnis herrscht. Verfasst Ihr Gegenüber kurze Antworten, könnte er*sie sich von einer »wall of text« (= Textwand) überfordert fühlen, also kommen Sie zum Punkt. Haben Sie Mut, auch schnell zu reagieren.

Nachfragen!

Eine Frage kostet nichts. Bevor man jemanden vorschnell verurteilt, lieber erstmal nachhaken, wie etwas genau gemeint ist.

Bleiben Sie fair!

Auch wenn Sie und Ihr Gegenüber auf keinen gemeinsamen Nenner kommen: Bleiben Sie sachlich und konstruktiv. Lieber eine Debatte im Guten beenden als jemanden beleidigen. Behandeln Sie Ihr Gegenüber so, wie Sie auch behandelt werden möchten.

Diskriminierung und Hetze nicht dulden

Benutzt jemand abwertende Sprache, ist es wichtig, sich zu positionieren und dies zu benennen. Werden Sie selbst darauf hingewiesen, sollten Sie sich für die Antwort Zeit nehmen und sich ernsthaft mit der Kritik auseinandersetzen. Zum Debattieren gehört auch, dazuzulernen und einzusehen, wenn man sich z.B. falsch verhält oder unsachlich äußert.

Stille Teilnehmer*innen stärken

Wenn Sie nicht gerade im Zwiegespräch debattieren, kommt es insbesondere im Netz oft vor, dass andere passiv an der Debatte teilhaben. Sie sagen nichts, sind vielleicht indifferent, damit aber zugleich: offen. Sie sind der Grund, auch dann eine Debatte zu führen, wenn das direkte Gegenüber nicht oder nur schwer zu überzeugen ist. Denn es besteht immer die Möglichkeit, dass stille Mitleser*innen sich überzeugen lassen oder froh sind, dass jemand einen wichtigen Punkt stark macht, weil sie selbst sich nicht trauen. Bedenken Sie bei Ihrer Debatte also die still mitlesende Community und beziehen Sie sie möglicherweise mit ein (»Bin ich eigentlich der*die Einzige, die das hier so sieht?«).

Viele Perspektiven zulassen

Lasst uns miteinander diskutieren statt übereinander! Im Netz geht das ganz leicht: Menschen oder Institutionen können durch Markierungen und Links in Diskussionen eingeladen werden, in denen sie Thema sind. Je mehr unterschiedliche Perspektiven in eine Debatte eingebracht werden, desto interessanter wird das Resultat.

Wir sind uns darin einig, dass wir uns nicht einig sind

Ein Kompromiss oder eine Lösung am Ende einer Diskussion sind natürlich ein Erfolg. So verläuft es aber nicht immer, und das muss es auch nicht. Eine Vielfalt an Meinungen ist in einem demokratischen Rahmen eine Bereicherung, und wichtig ist, eine vernünftige Debatte zu führen, sich gegenseitig zuzuhören, über die Argumente nachzudenken. Am Ende kann man aber einfach weiter verschiedener Meinung sein. Niemand muss überzeugt, überstimmt oder besiegt werden.

Eine Debatte ist immer nur so gut wie ihre Teilnehmer*innen!

 

(Dankeschön für dieses Crossposting von und an belltower.net der Amadeu-Antonio-Stiftung)