Lingen bei Nacht
Geführter Stadtrundgang auf den Spuren von Kneipen und Spelunken
Lingen (Ems), Treffpunkt: Emslandmuseum, Burgstr. 28b
Heute 21 Uhr
Karten: 2 €

Zu einem nächtlichen Stadtrundgang auf den Spuren der Lingener Kneipenszene von einst laden die LWT und das Emslandmuseum am Donnerstag (26.7., 21 Uhr) ein. Dr. Andreas Eiynck vom Emslandmuseum präsentiert dabei Informationen und Geschichten über die Lokale von einst, die sich nicht nur an Wissensdurstige richten. Nach Ende des Rundgangs können die Kenntnisse und Erinnerungen an den entsprechenden Schauplätzen aufgefrischt oder weiter vertieft werden.

Schon im ausgehenden Mittelalter verfügte Lingen über eine weithin bekannte Kneipenszene. In manchen Lokalen waren die Gäste im Umgang nicht zimperlich. Wirtshausschlägereien endeten nicht selten blutig und für das älteste belegte Lokal am Ort, den „Rosskamm“ am Markt (heute „Alte Posthalterei“) ist sogar eine Mordtat belegt. Doch meistens endete der Wirtshausbesuch friedlich, mitunter sogar selig – wenn nicht ein „Filmriss“ den Rückblick auf die Ereignisse des Vorabends blockierte.

Zu den beliebten Gastronomien der Innenstadt zählte zum Beispiel die Küche der Rosschlachterei „Robben“ in der Schlachterstraße. Heute befindet sich dort (noch) das „Palacio“. Das benachbarte „Hexenhaus“ hat eine bewegte, aber eigentlich eine ganz harmlose Geschichte, anders jedenfalls als die einige Häuser weiter gelegene „Bar Romantika“, wo die freizügige Bardame Hilde nicht nur auswärtige Männerherzen verzauberte. Auf eine eher bodenständige Geschichte kann degegen das Traditionslokal „Hutmachers Deele“ zurückblicken, auch wenn dort zwischenzeitlich längst italienische und vorübergehend orientalische Küche Einzug gehalten hat. So ändern sich die Zeiten, doch der Durst bleibt. Besonders rund um den Marktplatz. „Café Extrablatt“ und „1549“ verwöhn(t)en ihre Gäste an historischen Stätten, die einst unter Namen wie „Centralhof“, „Ratskeller“ und „Eselswirt“ firmierten.

Mit der Eröffnung des Lingener Bahnhofs verlängerte sich die Thekenlandschaft in die dortige Richtung. Erstes Haus am Platz war lange Zeit das „Hotel Nave“, heute das „Parkhotel“ mit dem Lokal „Da Sandro“. Mit illustren Gästen und einem humorigen Gästebuch hat dieses Hotel mehr als ein Kapitel Lingener Stadtgeschichte geschrieben. Gleich in der Nachbarschaft eröffnete Ende der 60er Jahre mit dem VAT 69 eine der ersten Lingener Diskotheken.

Wer beim Vorbeigehen an früheren Lokalen noch heute Durst bekommt und in fröhlichen Erinnerungen schwelgt, ist bei diesem Rundgang bestens aufgehoben. Und das Wort „Lokalgeschichte“ bekommt eine ganz andere Bedeutung…
(Quelle)

 

Wetter

1. Juni 2012

Wer meint, am ersten Junitag 2012 sei eine Temperatur von 18 Grad mit Graupelschauern und leichtem Wind in Lingen “schlechtes Wetter”, den laden die BürgerNahen herzlich zu diesem historischen Stadtrundgang ein:

Wirbelsturm Lingen 1912

Alte Posthalterei Lingen

Heute vor genau 85 Jahren tobte über und durch Lingen ein Wirbelsturm, der nicht nur ein paar Dachpfannen, sondern ganze Häuser wegriss. Das war der Tag, an dem der Ratskeller und die alte Posthalterei zum vorletzten Mal “ent-deckt” wurden. Beide Gebäude wurden in letzter Zeit neu bedeckt. Die Meinungen dazu gehen auseinander…

Die BürgerNahen empfehlen die äußerst lesenswerte Darstellung der Ereignisse von Mark Vornhusen, zusammengestellt vom ehemaligen Bürgermeister Gilles:http://www.blitzwetter.de/lingenframe.htm

Wer das gelesen hat, weiß: In Lingen gab es seit 85 Jahren kein richtig schlechtes Wetter mehr!

Alle, die genauer wissen möchten, welcher Geschichte die Lingener Gebäude aus den letzten Jahrzehnten und Jahrhunderten Stand gehalten haben,sind herzlich eingeladen zur Stadtführung am Samstag, 02. Juni 2012: Um 17 Uhr am alten Forsthaus an der Georgstraße. Die Führung von Dr. Andreas Eiynck dauert etwa eineinhalb Stunden und ist natürlich kostenlos.

(aus dem BN-Blog von Marc Riße, Die BürgerNahen)