Die vorläufigen Ergebnisse der niederländischen Kommunalwahlen, die am ervergangeen Mittwoch 21.03.2018 stattfanden, sind jetzt veröffentlicht worden. Sie zeigen, dass die großen, traditionellen Parteien zugunsten der kleineren, lokalen Parteien  immer stärker in die Ecke gedrängt werden und unter Druck stehen. Ungefähr jede dritte Stimme ging an einen Politiker ohne Verbindung zu einer landesweiten Partei. Dabei schnitten die lokalen Parteien nicht nur in kleinen Gemeinden, sondern auch in den großen Städten der Niederlande sehr gut ab.

Die diesjährigen Kommunalwahlen zeigen also eine deutliche Trendwende: Obwohl die Regierungsparteien bislang immer stabile Ergebnisse bei Regionalwahlen erzielten, sind dieses Jahr die lokalen, kommunalen Parteien die deutlichen Gewinner. Damit fanden bei dieser Wahl mehr Parteien ihren Weg in die Gemeinderäte als jemals zuvor.

Positiv war der Wahlausgang für GroenLinks. Die Partei von Jesse Klaver legte im Vergleich zur  letzten Wahl um 3 Prozent zu und erhielt somit 8,4 Prozent der Wählerstimmen. Sie ist außerdem die größte Partei in Städten wie Amsterdam, Utrecht, Delft, Haarlem, Nimwegen, Arnheim, Wageningen und Culemborg geworden. Damit hat GroenLinks in vielen dieser Städte die D66 überholt, die von 12 auf 9 Prozent abstürzte. Eine mögliche Ursache hierfür könnte die momentan starke Kritik gegenüber der D66 als Regierungspartei sein.

Im Gegensatz zur D66 schnitten die anderen an der Regierung beteiligten Parteien allerdings weniger schlecht ab. Die VVD von Mark Rutte liegt mit 13,2 Prozent knapp hinter der CDA, die 13,5 Prozent der Stimmen erhielt. Damit ist die CDA, obwohl auch sie weniger Stimmen als bei der letzten Wahl erhielt, die stärkste landesweite Partei. Die ChristenUnie erzielte mit circa 4 Prozent der Stimmen ungefähr das gleiche Ergebnis wie vier Jahre zuvor.

Die PvdA und die SP mussten deutliche Verluste verzeichnen. Die PvdA bekam lediglich circa 7 Prozent der Stimmen und verlor somit seit der Kommunalwahl 2006 ganze 23 Prozent ihrer Stimmen. Die SP schaffte es nicht, erneut ihren Rekordwert von 6,6 Prozent der letzten Wahl zu erreichen und wird somit viele Gemeindevorstände, in denen sie die letzten Jahre mitregierte, verlassen müssen.

Die PVV von Geert Wilders stand das erste Mal in 28 Gemeinden zur Wahl und bekam 74 Sitze, vor allem in den zwei Gemeinden, in denen die PVV auch bei der letzten Wahl schon teilnahm: Den Haag und Almere. In Rotterdam und Utrecht wurde die PVV allerdings durch die multikulturelle Partei Denk überholt. Auch in anderen Gemeinden war das Wahlergebnis für die PVV enttäuschend. Vor allem durch die Konkurrenz der lokalen Parteien schnitt die PVV schlechter ab, als bei der Parlamentswahl letztes Jahr. Denk bekam 17 Ratssitze, davon drei in Rotterdam und Amsterdam und zwei in Zaanstad.

Auch die Partij voor de Dieren legte deutlich zu.  Sie stand in mehr Gemeinden als noch vier Jahre zuvor zur Wahl und konnte gute Resultate verbuchen: 15 Sitze bekam sie, darunter einen zusätzlichen Sitz in Amsterdam, Den Haag und Utrecht. In Almere, wo die Partei  noch keine Sitze hatte, erhielt sie gleich drei.

Landesweit gaben 55 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das ist etwas mehr als noch bei der letzten Kommunalwahl vier Jahre zuvor.  Die Wahlbeteiligung auf Schiermonnikoog war am höchsten: Hier gingen 82,5 Prozent der Menschen zur Wahlurne. Dementsprechend stimmten hier  prozentual gesehen  fast doppelt so viele Wahlberechtigte wie in Helmond ab, der Gemeinde mit der niedrigsten Wahlbeteiligung. Dort hatten sich lediglich 42,1 Prozent an der Wahl beteiligt.

Die endgültigen Wahlergebnisse mancher Gemeinden  stand zunächst aber noch aus. So soll das Ergebnis der Gemeinde Amsterdam erst am Freitag veröffentlicht werden. Obwohl die Gemeinde mehr Wahlhelfer pro Wahlbüro einsetzte als bei den Wahlen zuvor, dauerte das Auszählen der Stimmen aufgrund des gleichzeitig stattfinden Referendums länger.

Aber nicht überall in den Niederlanden wurde am letzten Mittwoch abgestimmt. In dreizehn der zwanzig Gemeinden in der Provinz Groningen sowie einigen anderen Gemeinden im Land konnte aufgrund von kommunalen Reformen und Umstrukturierungen noch nicht gewählt werden. Die Wahlen werden hier Ende des Jahres nachgeholt.

Insgesamt haben die Kommunalwahlen 2018 gezeigt, dass die Gemeindevorstände in den nächsten vier Jahren ähnlich zersplittert sein werden wie das niederländische Parlament. Der Großteil der Vorstände wird zukünftig aus mindestens vier Parteien bestehen. Die Wähler haben der Politik somit eine stark heterogene Landschaft beschert, die eine ähnlich komplizierte Politik wie in Den Haag verspricht.

(Quelle: Niederlandenet)

Ergebnisse der Kommunalwahlen 2018 aus der Region Twente und Drente:

Coevorden
Dinkelland
Emmen
Enschede
Hengelo
Losser
Oldenzaal

Veendam
Westerwolde

Ölkatastrophe

6. Mai 2014

800px-Veen_in_Twente1Mit Öl vermischtes Wasser, das vermutlich aus einem unterirdischen Kavernenlager entweicht, sorgt  im Naturschutzgebiet rund um die münsterländische Stadt Gronau für eine große Naturkatastrophe mit noch nicht zu beziffernden Folgen. Seit nunmehr bereits drei Wochen versuchen Experten, das Leck zu finden und unterdessen macht man sich auch auf der niederländischen Seite Gedanken über die eigene Sicherheit. Dort sollte Ende dieses Jahres auch mit der Speicherung von Öl im Erdboden begonnen werden.

 Nutzvieh wurde verseucht, Menschen evakuiert und zeitweise bestand sogar Explosionsgefahr. Während auf deutscher Seite fieberhaft gegen eine Ausbreitung der Verschmutzung gearbeitet wird, wächst in den niederländischen grenznahen Städten Enschede und Hengelo die Angst angesichts der Horrormeldungen aus Deutschland. Dort haben sich die Bürgermeister der beiden Städte in einem Brandbrief an den niederländischen Wirtschaftsminister Henk Kamp (VVD) gewandt, um ein ähnliches Szenario auf niederländischer Seite zu verhindern.

In Gronau ist die genaue Ursache, warum täglich Rohöl in einem Öl-Wasser-Gemisch an die Oberfläche gelangen und Mensch, Tier und Umwelt gefährden, unterdessen noch nicht gefunden. Bis zum vergangenen Freitag waren es insgesamt 52.000 Liter Öl. Das Öl stammt aus über einem Kilometer unter der Erde gelegenen ehemaligen Salzstöcken, die unter dem deutsch-niederländischen Moor- und Naturschutzgebiet Amtsvenn liegen, welches sich südlich von Gronau und Enschede erstreckt. Die durch den Salzabbau entstanden Hohlräume – sogenannte Kavernen – werden seit den beiden Ölkrisen in den 1970er Jahren als Lagerorte für Gas und Öl genutzt.

Die drei mit Rohöl gefüllten Kavernen sollen wie ähnliche Anlagen in Deutschland die Ölversorgungen des landes bei Knappheit sicherstellen. Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen in wichtigen gas- und erdölproduzierenden Staaten scheint die Notwendigkeit dieser Maßnahme nicht von der Hand zu weisen; zumal diese Art der Speicherung bisher als zu 100 Prozent sicher galt. Deshalb fällt es den Betreibern und Umweltexperten umso schwerer, einen Grund für den Ölaustritt zu benennen. Die favorisierte Vermutung ist eine leckgeschlagene Zuleitung, obwohl diese Rohrsysteme 365 Tage im Jahr kontrolliert würden.

Auch in der niederländischen Region Enschede/Hengelo wurde in der Vergangenheit in 1.000 bis 1.400 Meter Tiefe Salz abgebaut und Hohlräume geschaffen. Die so entstandenen Kavernen wurden von der niederländischen Regierung ebenfalls zur Rohöllagerung auserkoren. Der international tätige niederländische Chemiekonzern AkzoNobel sollte bereits Ende dieses Jahres mit einer Befüllung der Stauräume beginnen. Die Bürgerinnen und Bürger von Enschede und Hengelo, die bereits eine mögliche Ausbreitung der Katastrophe in Gronau fürchten, verlangen nun vom Wirtschaftsministerium in den Haag, dass es seine Zusage an AkzoNobel zurückzieht und die Erdölspeicherung in Salzstöcken zunächst auf Eis legt.

Derweil werden in Gronau mit schwerem Gerät tausende Tonnen verseuchter Boden und Pflanzen abtransportiert und mit modernster Technik wird das betroffene rund einen Quadratkilometer große Gebiet akribisch untersucht. Maßnahmen die von der niederländischen Grenzseite täglich mit Spannung und großer Sorge verfolgt werden.

(gefunden bei NiederlandeNet)

(Foto:  Amtsvenn niederländischer Teil © Tubanter at nl.wikipedia via Wikipedia CC)

Hengelo-o-o II

18. Juli 2013

stempel900Sie erinnern sich an Hengelo-o-o? Gut. Ich natürlich auch und ZEIT-Leser Dierk Andresen schreibt, was man sonst noch so in Bregenz, äh Hengelo tun kann. Und das geht so:

„In letzter Zeit fahre ich viel Bahn, und das hat auch mit Rache zu tun. Rache dafür, dass mich die Deutsche Bahn lange Jahre schlecht beraten und viel zu viel von mir kassiert hat.

Ich reise meist spontan, zahle also den Vollpreis. Für die Strecke Biberach-Berlin mit einem zweitägigen Zwischenaufenthalt in Hamburg sind das 215 Euro, wobei sich die Summe auf zwei Tickets verteilt: Biberach-Hamburg 139 Euro und Hamburg-Berlin 76 Euro. Weil ein normales Ticket nämlich nur zwei Tage lang gültig ist, muss bei einem längeren Zwischenstopp eine weitere Fahrkarte gelöst werden.

Was Kunden am Schalter nicht erfahren: Dieselbe Reise können sie auch für insgesamt rund 143 Euro machen. So viel kostet ein Ticket von Bregenz nach Berlin über Biberach und Hamburg.

Der Trick? Bregenz liegt in Österreich. Und Fahrkarten für Reisen, die im Ausland beginnen oder enden, sind 30 Tage lang gültig. Reisende müssen die Fahrt nicht im Ausland antreten, dürfen sie beliebig oft unterbrechen und genießen volle Flexibilität. Mit so einem Ticket dürfen Bahnkunden alle Züge benutzen, außer den reservierungspflichtigen. Wer Zeit und Geld für die Übernachtungen hat, kann einen Monat lang Zug fahren, quer durch Deutschland.

Das Ticket verpflichtet nicht dazu, sich… [weiter auf der Seite der ZEIT]

ps und noch mehr hier

Wie geht’s? Guckst du hier:


Kurz gefasst; Der schnelle Weg zum Ticket

1) Legen Sie hier Start und Ziel fest. Einer der Orte muss im Ausland liegen.
2) Legen Sie zwei Zwischenhalte fest, mit möglichst großer Distanz zueinander (Beispiel: Von Bregenz nach Sassnitz über Münster und Leipzig)
3) Rufen Sie ein3e Verbindung auf, für die auch ein Preis (nicht nur ein Preisanteil!) genannt ist.
4) Keine Verbindung gefunden? Ändern Sie den Abfahrtstag und die Abfahrtszeit. Vielleicht auch die Umsteigezeit.
5) Reduzieren Sie die Distanz bei den Zwischenhalten. (Bregenz-Sassnitz über Bremen und Leipzig geht nicht. Über Münster/Leipzig geht’s und führt zum Teil über Bremen.)
6) Wählen Sie zwischen Start und Ziel eine größere Distanz. Das schafft mehr Raum dawischen.(Weimar-Münster-Bregenz geht nur mit zwei Tickets. Sassnitz-Weimar-Münster-Bregenz geht auch mit einem.)
7) Sie sind fündig geworden? Dann: Buchen. Ausdrucken. Fertig!
8) Oder gehen Sie mit der Verbindung z Schalter und lassen Sie sich das Ticket ausstellen.
9) Bitten Sie möglichst um eine ausgedruckte Verbindung für die Strecke.

Hengelo-o-o

14. Juli 2013

Sofort haben die Nachbarn in Tuckerland auf Lingens Moinsen Mafia & Co-Hip-Hop reagiert. Reggae mit Hengelo-o-o – mit  -Respekt!- 230.000 NL-Hits auf youtube. Wenn die beiden bunten Damen nicht wären, wär’s auch noch ein treffliches Video von Jeffrey Spalburg. Aber weil es anders ist, bei Bedarf Augen zu und nur zuhören.

Unsers, für alle

7. April 2013

Amsterdam darf sich feiern. Am nächsten Samstag eröffnet die niederländische Königin Beatrix feierlich das Rijksmuseum in Amsterdam. Zehn Jahre lang ist das „Rijks“ nach Plänen der spanischen Architekten Antonio Cruz und Antonio Ortiz vergrößert und von Grund auf renoviert worden. Jetzt ist es fertig, und die Niederländer sind stolz auf ihr Museum.

Die populäre niederländische Talkshow De Wereld Draait Door berichtet schon vor der offiziellen Eröffnung. Sie konnte mit niederländischen Prominenten die Ausstellungsräume besuchen und sie dabei filmen. Dabei stellen unter anderem Andriaan van Dis, Marc Marie Huijbregts, Fidan Ekiz, Felix Rottenberg, Hans Aarsman, Peter Vandermeersch, Cecile Narinx, Johan Fretz ihre Lieblingswerke vor und schildern ihre Eindrücke vom neuen Rijksmuseum. Am letzten Donnerstag widmet De Wereld Draait dem Rijksmuseum eine eigene Themensendung.

rijksmuseum_logoAuch für normale Besucher hält das Rijksmuseum eine Überraschung bereit. Nach der festlichen Eröffnung durch Königin Beatrix am 13. April ist das Museum bis Mitternacht gratis zugänglich (Eintritt sonst 15 € pP; bis 18 Jahre frei). Besucher können dieses einmalige Angebot ohne vorherige Anmeldung nutzen. Zusätzlich ist an diesem Tag eine spezielle Route durch die Ausstellung ausgeschildert, die Besuchern alle Höhepunkte des Rijksmuseums zeigt.

RijksmuseumBriefmarkeZur Wiedereröffnung des Rijksmuseum gibt es eine eigens zu diesem Zweck entworfene Briefmarkenblock. Gestaltet wurde er von Irma Boom, die auch das neue Logo des Rijksmuseum entworfen hat. Die insgesamt zehn Briefmarken zeigen 24 Fragmente einzelner Kunstwerke, die im Museum ausgestellt sind. Boom hofft, dass sich Interessierte – inspiriert durch diese Details – auf der Website oder im Museum auf die Suche nach dem dazugehörigen Werk begeben.

Die offizielle Eröffnungskampagne von Seiten des Museums, die den Titel Welkom! (Willkommen!) trägt, startete am Montag vor Ostern mit dem ersten von drei kleinen Promotionfilmen im niederländischen Fernsehen. Der Kartenverkauf, der in der letzten Woche anlief, bescherte dem Rijksmuseum bislang 35.000 Kartenverkäufe. Seit der Karwoche hängt auch De Nachtwacht/ Die Nachtwache, das berühmte Werk von Rembrandt van Rijn, wieder an seinem angestammten Platz. Es kehrte als einziges Kunstwerk an seinen ursprünglichen Platz zurück, während die übrige Sammlung neu arrangiert wurde.

Es lohnt sich für Grafschafter und Emsländer, zum Rijkmuseum zu reisen, das mit dem Slogan „Unsers – für alle“ wirbt. Nach Amsterdam, das seine schmutzigen Zeiten längst hinter sich gelassen hat, gelangt man am Bequemsten mit dem Zug. Beispielsweise ab Hengelo. ICs fahren von dort im 20minütigem Abstand in gut 2 Stunden nach Amsterdam Centraal und sind erschwinglich (Tagesrückfahrkarte Hngelo/Amsterdam 41,40 €, Ermäßigungen möglich. Auch das Bahn.de-Angebot lohnt; denn Kinder bis 15 fahren frei)

mehr

weiterhin

29. Dezember 2012

Noch zum Jahresende eine erfreuliche Nachricht für deutsche Kiffer (und ihre Anwälte) durch taz-Blogger Falk Madeja:

„Ausländer dürfen weiterhin in den Niederlanden kiffen. Diverse Gemeinden können einfach nicht auf die Einnahmen verzichten, so Amsterdam, Rotterdam und Enschede. Es gab den Versuch, Coffeehop-Besucher nur noch lokal mit Hilfe einer Anwesenheitspflicht in der jeweiligen Gemeinden zuzulassen. Gecancelt.
Das Staatsfernsehen NOS befragte 100 Gemeinden mit einem oder mehr Coffeeshops, es reagierten 55. Dvon gaben 26 an, dass Ausländer weiter kiffen dürfen.“

Also werden weiterhin in Coevorden, Emmen, Winschoten, Groningen, Hengelo, Enschede  und anderswo nebenan niederländische Polizeibeamte nahe den einschlägigen Coffeeshops in ihren Autos sitzen und bei ihren deutschen Kollegen anrufen, dass jetzt gleich der und der Coffeeshop-Besucher mit dem und dem NOH-, LER- oder EL-Kennzeichen angerauscht kommt und man ihn doch erwarten möge.

HanfDann sehen die Bundesdeutschen kurz oder weit hinter der Grenze überrascht eine Polizeikelle und hören nach dem Stopp aus polizeilichem Mund die Lüge des Jahres: „Allgemeine Verkehrskontrolle!“, dürfen („wegen des intensiven Marihuanageruchs“) aussteigen, damit sodann bundesdeutsche Ordnungshüter oft nicht vorhandene, aber dann -im Gegensatz zum Kollegentipp aus den Niederlanden- allemal aktenkundig gemachte, gerötete Skleren feststellen; alsdann darf „natürlich freiwillig“ am Straßenrand gepinkelt und die Urinprobe sofort positiv getestet werden; der dann fälligen Blutprobe stimmt der überforderte Kiffer wiederum freiwillig mittels Unterschrift auf Formblatt zu, der längst herbeigerufene Arzt zapft Blut ab. Die roten Skleren sind dann zwar nicht selten weg, wenn der Arzt nachschaut, aber es reicht selbst bei Minigehalt von THC im Blut meistens für eine fette Ordnungswidrigkeit mit mindestens 500 Schleifen,  einem Monat Fahrverbot und vier Punkten. Vor allem ist spätestens nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens auch die Fahrerlaubnis futsch, weil man zwar (grundsätzlich und in Grenzen) unter Alkohol fahren darf, sofern man kein Führerscheinneuling ist, aber nicht einmal minimalst angekifft, wobei unter Umständen sogar Dabeisitzen, also passiver Konsum reicht. Dann ist der Lappen weg; das praktiziert die Straßenverkehrsbehörde. Gnadenlos.

Also Freunde des auf Gottes Erde wachsenden Hanfes (Foto), wenn ihr schon in den Niederlanden kifft, nutzt Bus und Bahn, fahrt frühestens nach Tagen wieder und denkt daran, dass der Erwerb zwar im Nachbarland nicht bestraft wird aber hierzulande auch dann strafbar ist, wenn ihr -sofern Deutsche/r- in Holland die Zubereitungen der indischen Hanfsorte Cannabis sativa kauft und sie dort konsumiert. Dies ergibt sich aus § 7  Abs. 2 StGB und dem Umstand, dass der Kauf von Cannabis auch in den Niederlanden strafbar ist (allerdings dort nicht verfolgt wird). Deshalb sollte man strikt schweigenund nichts sagen, falls man  polizeilich kontrolliert und befragt wird und außerdem überhaupt nichts unterschreiben. Immer!  Und nach dem Verlassen der Polizeiwache einen nicht im Miet- oder Erbrecht sondern in BtM-Sachen erfahrenen Anwalt aufsuchen oder anrufen.

(Foto. Hanf  (C) Bart Pogoda / www.bartpogoda.com)

Bebauungsplan

27. Juli 2012

Ein architektonischer Blick über die nahe Grenze. Im niederländischen Hengelo haben  NL Architects in einem industriell geprägten Stadtteil für Siemens einen Bürokomplex errichtet, berichtet Baunetz.de. Er  bildet den Kopfbau eines Straßenzugs, in dessen Sichtweite ein neues Kulturzentrum von Benthem Crouwel und der Bahnhof aus dem Jahr 1950 von Hermanus G. J. Schelling stehen. Das gesamte Hart van Zuid-Areal in Hengelo ist eines der größten innerstädtischen Sanierungsprojekte der Niederlande und soll „in den kommenden Jahren ein lebhaftes Quartier mit Wohn- und Büronutzung werden, in dem High-Tech-Industrie eine treibende Kraft sein soll“. Baunetz.de beschreibt:

„Form follows industry“ scheint das Motto des holländischen Architektenteams zu sein: NL Architects erklären, dass sie das industrielle Erbe zu einem wichtigen Aspekt des zukünftigen Bauens zählen. So hielten sie sich bei ihrem Entwurf strikt an den Bebauungsplan in Hengelo. Der schrieb vor, dass sich die Form des Neubaus aus dem umgebenden Bestand ableiten solle. Für die Architekten bedeutete das, ein robustes, strenges und kompromissloses Gebäude zu entwerfen. Aber mit einem gewissen Twist – die typische Struktur säbelzahniger Sheddächer haben die Entwerfer kurzerhand um 90 Grad gedreht. So ist es nun vor allem die zackige Fassade und das Baumaterial Backstein, das den industriellen Charakter des Neubaus prägen soll, kombiniert mit einer großzügigen Verglasung, die einen gewissen Glamourfaktor versprüht. Vorplatz und Besucher spiegeln sich in der skulptural anmutenden Fassade. Von innen funktioniert die Shedform wie ein Visier: Sie schützt vor der blendenden Sonne und bietet gleichzeitig eine optimale Aussicht aus den Büroräumen hinaus.

Es ist bzw. war eine Passage in dem Baunetz-Report, die mich vergleichen ließ und bei der man sofort den Unterschied zu den „Lingener Verhältnissen“ erkennt: Während sich Hengelo seiner Verantwortung für gewachsene Stadtgestaltung und das entstandene Stadtbild bewusst ist, daher in Bebauungsplänen dezidierte Vorgaben macht und gerade dadurch zeitgemäßer Architektur die notwendigen Spielräume verschafft, scheuen dies in unserer Stadt die politische Mehrheit und der noch amtierende Stadtbaurat L..

Um gestalterische Diskussionen nicht führen und planerische Arbeit nicht leisten zu müssen, flüchtet sich L. in die Übernahme von Investorenvorstellungen („Geld in die Hand!“) und deren Primat reiner Ökonomie. Getragen wird er dabei von der Ratsmehrheit, die, inhaltlich konzeptionslos, nicht zu wissen scheint, wie unsere Stadt gestaltet werden, wie sie aussehen soll. Also lässt sie (alles) zu. Baurat L.  ermöglicht die gemeinsame Flucht aus verantwortlicher Stadtgestaltung durch den Rückgriff auf den angeblich „unbeplanten Innenbereich„, dessen Bebauung gestaltende Bebaungspläne nicht braucht. Keine Frage, dass dies regelmäßig zweifelhaft ist. Die in der Folge entstehenden, stadtgestalterisch nicht überzeugenden Ergebnisse sehen wir am Alten Hafen ebenso wie am Konrad-Adenauer-Ring.

(Quelle: Baunetz.de; Fotos: (c) Marcel van der Burg)

Grensland-Express

13. Dezember 2010

Für Berufspendler, Schüler und Besucher im Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland gibt es seit gestern eine direkte Verbindung zwischen Bad Bentheim und Hengelo. Die  haben gemeinschaftlich  die niederländische Provinz Overijssel, die Region Twente und die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) – verantwortlich für das öffentliche Verkehrsangebot – realisiert. Das niederländische Nahverkehrsunternehmen Syntus und der deutsche Nahverkehrsbetrieb Bentheimer Eisenbahn werden die neue regionale Zugverbindung zwischen dem deutschen Westen und dem ostniederländischen Twente  im Namen der Provinz, der Region und der LNVG umsetzen. Diese neue regionale Zugverbindung wird unter dem Namen Grensland Express fahren. Dieser niederländische Name symbolisiert die Zusammenarbeit im Grenzraum und die historische Überwindung von Grenzen.

Der Grensland Express wird zunächst probeweise für drei Jahre unterwegs sein. In diesem Zeitraum wird dann auch untersucht, ob es genug Reisende gibt, damit diese Zugverbindung auch auf längerer Sicht angeboten werden kann. Das wären 600 am Tag. Wenn sie erfolgreich ist, soll die neue Bahnverbindung  voraussichtlich bis nach Nordhorn verlängert werden, das seit 1974 nicht mehr von Personenzügen angefahren wird. Aber wenn Sie mich fragen, wäre auch Lingen ein ebenso guter, alternativer Endpunkt der Strecke wie Enschede oder Coevorden auf niederländischer Seite.

Die Züge fahren ab Hengelo um 6.35 (Sa: 7.35, So: 8.35), ab Bad Bentheim geht es jeweils um 10 Minuten nach der vollen Stunde zurück. In und nach Bad Bentheim gibt es nach eintreffen des Grensland-Express jeweils drei Minuten vor der vollen Stunde einen direkten Anschluss mit der Westfalenbahn in Richtung Rheine und darüber hinaus.

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De nieuwe treinverbinding tussen Hengelo en Bad Benthheim – met Oldenzaal als tussenstop – werd zondagmorgen officieel in gebruik genomen. Ze verbindt het moderne, zakelijke centrum van Hengelo met de sprookjesachtige wereld van het kuuroord Bad Bentheim.

Het So ein tag, so wunderschön wie heute klonk al bij het uitrijden van het station Hengelo. Een trein vol genodigden, spoorwegliefhebbers en dagjesmensen maakte de eerste feestelijke rit van de Grensland Express mee.

De lijn is in korte tijd met veel geld van Europa, de provincie Overijssel, de Regio Twente en de betrokken gemeenten tot stand gekomen. Om bestaansrecht te bewijzen moet de verbinding, die door Syntus en de Bentheimer Eisenbahn wordt geëxploiteerd, de komende drie jaar gemiddeld 600 passagiers per dag vervoeren. Zowel Nederlandse als Duitse instanties zijn optimistisch dat dat lukt. Al benadrukte Overijsselse gedeputeerde Job Klaassen, dat het van alle betrokkenen een permanente en creatieve inspanning zal vergen om genoeg toeristen, ‚fun-shoppers‘, scholieren, werknemers en werkgevers de trein te laten nemen.

Als de lijn bij de evaluatie in 2013 een succes blijkt te zijn, overwegen de Duitsers de verbinding door te trekken naar Nordhorn en vandaar mogelijk zelfs naar Coevorden.

(entnommen von der Tubantia)

(Foto:  copyright Grensland-Express)