gestoppt wird

9. November 2017

Wen man ihn nicht abschafft, den Lingener Weihnachtsmarkt -gern auch als Glühweinkirmes eingeordnet- muss man natürlich etwas gegen den bekanntlich allerorten im Emsland drohenden Terrorismus tun. Den Weihnachtsmarkt abschaffen geht nicht, weil das „eine Kapitulationserklärung wäre“, sagt Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen und der ist Experte für das meiste – wie Wahlen und eben Schutz vor Terrorismus. Der von ihm dieserhalb ersonnene Plan, unseren Weihnachtsmarkt mit Beton- und Wasserbehälters-Sperren vor einem möglichen Terrorangriff mittels Lkw (Experte Altmeppen: „Leichter zu besorgen als eine Waffe“) zu schützen, darf folglich auf Zustimmung in der Helikoptergeneration zählen; das kann man „auf Facebook“ nachlesen.

Doch in Wahrheit stellt sich in aller Schärfe die Frage: Reichen die von Stefan Altmeppen ersonnenen Maßnahmen überhaupt aus?  Darüber habe ich, auch vom weihnachtsmarktlichen Terrorismus bedroht, nachgedacht und erkannt: Nein! Die großen Lücken der kommunalen Terrorismusbekämpfung werden schnell offenbar. So fehlt bereits eine kommunale Satzung, die Terroristen den Besuch des Lingener Weihnachtsmarktes verbietet. Verstoßen sie gegen das Verbot, müsste ein Bußgeld her. Daran hat Stadtrat Altmeppen offenbar noch gar nicht gedacht! Das ist unzulänglich.

Auch der öffentliche Genuss von Glühwein erhöht meines Erachtens das Risiko terroristischer Aktivitäten, so dass man ihn reglementieren muss: Zwei Glas maximal für jeden. Dafür sollte man Glühweinvoucher aushändigen, die der LWT während seiner Öffnungszeiten gegen Vorlage eines Ausweisdokumentes aushändigt. Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gibt es nur gegen diese Gutscheine. Da würden innerhalb der LWT-Öffnungszeiten Terroristen sofort auffallen, weil sie a) keinen Ausweis vorlegen und b) außerdem zu den wenigen zählen, die während der knappen Öffnungszeiten des LWT im Rathaus Zeit finden, die Glühwein-Gutscheine abholen.

Vor allem aber sind natürlich die Wassersperrenbehälter á la Altmeppen völlig unzureichend. Ihr Eigengewicht von 1,5 Tonnen ist nicht präventiv genug, kann man doch bspw. das Wasser aus den Sperrbehältern einfach terroristischerseits durch Zerstören der Behälter unerlaubt ablassen. Und dann? Eben!

Daher schlage ich hiermit den Lingenerinnen und Lingenern folgende grundlegende Verbesserung im lokalen Antiterrorkampf vor, weil wir uns einfach keine halben Sachen leisten können:
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses werden mit traditionellen Emsland-Schüppen (Foto oben) ausgestattet und finden sich ab sofort ab Montagfrüh ein, um den ehemaligen Wassergraben um die Lingener Innenstadt wieder herzustellen. Sie graben ihn also sozusagen wieder aus und stellen ihn neu her. Einen Plan dazu habe ich auch gefunden (s. links). Das Rathaus erhält einen zusätzlichen Graben, um dort unsere Terrorismusexperten um Stadtrat Altmeppen besonders zu schützen (siehe Plan). Ist er ausgegraben, wird der Stadtgraben mit Wasser gefüllt. Das stellt die Lkw-Terroristen vor schier unlösbare Probleme!

Der Zugang zur Lingener Innenstadt und damit zum Weihnachtsmarkt erfolgt künftig dann nämlich ausschließlich über drei Brücken im Bereich der Burgstraße, der Lookenstraße und der Mühlentorstraße, über die alle Fahrzeuge, auch terroristische, zu fahren haben, um in das Stadtzentrum zu gelangen. Weil die Lingener Polizei traditionell mit dem Überwachen von Radfahrern, Abifestival-Besuchern usw. so stark dezimiert ist, dass wir uns auf sie im Terrorismuskampf nicht verlassen können, kommt wie vor fast 700 Jahren die Stunde unserer Kivelinge (Symbolfoto links). Erster Antiterror-Stadtrat Stefan Altmeppen und OB Dieter Krone werden die jungen, unverheirateten Jugendlichen aus unserer heimischen Bevölkerung als letztes Aufgebot Lingens aufrufen, die Stadt und die Bürger (meinetwegen auch Zugereiste) zu schützen. Durch die -natürlich ehrenamtliche! – Unterstützung dieser jungen Männer wird es gelingen, die Eroberung Lingens durch Lkw-fahrende Terroristen zu verhindern und die Angreifer in die Flucht zu schlagen.

Ich sehe es geradezu vor meinem geistigen Auge: Nähert sich ein Lkw mit einem Terroristen einer der drei Brücken treten unsere Kivelinge mitsamt Hellebarde vor und gebieten dem nahenden Terroristen Einhalt, ihm bleibt nur die Umkehr und der Weg nach Meppen. Es liegt mehr als nahe, dass unser neuer Wassergraben den Schutz bietet, den die EU fordert und die Wassersperren von Erster Stadtrat Stefan Altmeppen zwar versprochen, aber nicht einhalten. Nebenbei ist er auch Ausdrück und Beispiel nachhaltiger, ökologisch verantwortbarer Stadtentwicklung, weil er zum Besuch mancher Touristen führt.

Beschämt werden so auch Skeptiker und Neinsager wie Wilfried Roggendorf (Lingener Tagespost), Marc Riße (BN), Dirk Meyer (Partei hab ich vergessen) und der Grüne Ibrahim Hassan, der hier nicht einmal geboren ist, überzeugt, dass nur so der akut drohende Angriff von Terror-Lkw auf unseren Weihnachtsmarkt gestoppt wird.  Civis, civis, civibus!

Symbolfoto

21. November 2016

weihnachtsmarktHeute eröffnet der Lingener Weihnachtsmarkt, von manchen kritischen Geistern auch treffend Glühweinkirmes genannt, weil täglich der Getränkekonsum und keineswegs Weihnachten im Mittelpunkt dieses Events (kleinstädtische LIN-Öffnungszeiten mo/di 12 – 21 Uhr; mi 11 – 21 Uhr; do/fr 12 – 22 Uhr; sa 10 – 22 Uhr; so 12 – 21 Uhr) stehen. Einmal mehr frage ich: Sollten wir nicht alle Geld sammeln, damit die Verantwortlichen einmal eine Fahrkarte nach Münster kaufen und sich einen der dortigen fünf ,wirklichen“ Weihnachtsmärkte (großstädtische MS-Öffnungszeiten so bis do: 11 – 20 Uhr fr und sa: 11 – 21 Uhr) ansehen?  

So zeigt denn das Symbolfoto vom letzten Wochenende den peinlichen Zustand dieser Veranstaltung zum Advent (LWT: „Was wäre die Adventszeit ohne den Weihnachtsmarkt in Lingen?“) oder zu Weihnachten (Stadtverwaltung: „Was wäre Weihnachten ohne einen Besuch des traditionellen Weihnachtsmarktes in Lingen?“) zwischen Pappkartons, umgestürzter Tannenbaumdeko und einem seitwärts geparkten Eingang, dessen verdreckte Betonständer mit Holzkeilen mein ganz persönliches gestalterisches Highlight darstellen.

Außerdem:  Es ist zwar nirgendwo in der dafür verantwortlichen Kommunalpolitik beratn worden, aber die  LWT-GmbH, die in der nächsten Woche ganz ohne Not vom Rat der Stadt den Freibrief für eigenmächtiges Handeln bekommen wird (mehr ..), hat mal eben die Standmieten deutlich erhöht. Die Rede ist von einem Drittel. Darüber erfährt der Rat dann mittels einer Powerpointpräsentation in acht Monaten. Auch das einzige öffentliche WC am Markt nimmt statt 20 Cent künftig 50 Cent. Wie gesagt: Besprochen oder gar beschlossen wurde diese Preistreiberei in keinem Ratsgremium. Die WC-Leidtragenden werden die Innenstadtbewohner sein, in deren Eingänge und vor deren Hauswände sich wieder gefüllte Blasen entleeren.

Übrigens:
Wenn man (zB die BN-Ratsfraktion) derartige Alleingänge der Stadtverwaltung und ihres LWT-Annex‘ kritisiert, schließt sich reflexartig und wie ein Schildkrötpanzer die CDU-Ratsmehrheit um die ihr genehme Verwaltung und nennt alles gut und richtig, was dort geschehen ist. Dazu gibt es einen Kommentar in der Lokalzeitung mit der Aussage: „Alles-halb-so-schlimm, Wir-wollen-doch-alle-nur-das-Beste und Teurer-wird-doch-irgendwie-alles. Und weiter geht’s…

(Foto: Weihnachtsmarkt Lingen CC BY 2.0 DE Robertsblog)

Donnerstag

30. November 2015

Ok, es ist Montag. Aber was eigentlich machen wir in unserem kleinen Städtchen  am nächsten Donnerstag (03. 12.) nach der Arbeit?

18 Uhr
Lingen (Ems) – Marktplatz
Weihnachtsmarkt

18 Uhr
BarDo in der Kunsthalle
Lingen (Ems)  –  Kunst-/Halle IV
Getränke, Häppchen und Musik. Jeweils um 18.30 und 21.00 Uhr führt
Kunsthallen-Direktorin Meike Behm durch die Ausstellungen.
Eintritt frei

19 Uhr
Architekturreihe:
Lars Frerichs (neun grad Architektur)
Über Einzelhandels und Supermarktarchitektur

Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Eintritt frei

20 Uhr
Studioprogramm: Mumpitz 
„…noch Fragen?“ A cappella Comedy
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz
Karten: 15,00 € (7,50 € erm.)

Mumpitz – das ist A Cappella Comedy vom Feinsten! Interessante Sounds, ausgefallene Rhythmen, witzige Texte und eine abwechslungsreiche, originelle Bühnenshow präsentiert von vier jungen Musikern mit einer großen Leidenschaft für Musik und Gesang.
Mit pfiffigen Texten und bunten Performances, angereichert durch pantomimische und stark kabarettistisch inspirierte Elemente sorgt Mumpitz für beste Unterhaltung. Denn: Jeder braucht ein bisschen Mumpitz – noch Fragen!?

Stiel

26. November 2013

Gestern Abend hat Bürgermeisterin Monika Heinen den diesjährigen Lingener Weihnachtsmarkt eröffnet. „Schauen Sie vorbei, genießen Sie die vorweihnachtliche Atmosphäre, einen Glühwein, warme Mandeln oder wie wäre es denn mal mit pikanten Waffeln am Stiel?“ klingelt es auf der Internetseite unserer Stadt.

Ja, wie ist sie doch heimelig, diese festlich-weihnachtliche Atmosphäre auf unserem Weihnachtsmarkt:

weihnachtsmarkt

(Fotografie: © Robertsblog)

Erbsensuppe

15. Dezember 2010

Nein, es ist kein Tipp der die emsländische Kuchenküche nicht scheuenden Feinschmeckerin Christiane Adam. Es ist auch keine  Werbung, weil die angeblich nicht sein darf, sagen die LWT-Matadoren. Es ist schlicht Regionalliga-Pflichtprogramm. Heute gibt es lecker Erbsensuppe in der Plastikschüssel an Bude 5 des sammelsurighaften Weihnachtsmarktes. Die BürgerNahen tischen sie auf. Sehen wir uns?

(Foto: Teller mit Erbsensuppe, von © erbsensuppe, CC)

Flächendeckend

1. Dezember 2010

Da gibt die Polizei allen Auto fahrenden Besuchern des Lingener Weihnachtsmarkts diesen klugen Rat:

Wer sich auf dem Weihnachtsmarkt oder auf betrieblichen und privaten Weihnachtsfeiern den Glühwein oder andere alkoholische Getränke schmecken lässt, sollte anschließend die Finger vom Steuer lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Beamten der Polizeiinspektion werden gerade im Hinblick auf Alkoholsünder in den nächsten Wochen flächendeckende Kontrollen im Emsland und der Grafschaft Bentheim durchführen.

Das wird dann aber wohl ein solider Kurzbesuch des lokalen Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz, wenn der Besucher tatsächlich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen will. Die letzten Stadtbusse  fahren nämlich sämtlich schon um 18.35 Uhr am Omnibusbahnhof ab (nach Schepsdorf gar schon eine Stunde früher)…

Glühweintreff

6. Dezember 2009

Nicht einmal die Überschrift „Vorne hui, hinten pfui“ hätte gepasst. Der auch in diesem Jahr reichlich zusammengestoppelte Lingener „Weihnachtsmarkt“ ist eigentlich vorn wie hinten eher pfui und sowieso zum Glühweintreff verkommen. Es fehlt die Bereitschaft der Verantwortlichen, ihn kritisch zu sehen. Das sollte zwar kein Selbstzweck sein, aber doch dazu beitragen, dass Lingens Weihnachtsmarkt einfach besser wird. Genau vor einem Jahr habe ich den Budenzauber schon einmal aufs Korn genommen.
Es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Es ist auch dieses Jahr ein gedankenloser Budenzauber entstanden.

Also ein zweiter Anlauf:
Die grundlegende Erkenntnis: Der Lingener Weihnachtsmarkt hat mit Weihnachten weniger zu tun als mit Glühwein. Inzwischen kann man sich gar noch in einer Großhütte nahe der CDU-Zentrale „warm und mollig“ betrinken. Auf dem Weihnachtsmarkt kann -sofern die Anlage funktioniert- Schlittschuh gelaufen werden. Wer daran Spaß hat, soll es tun. Aber warum soll das alles ein Weihnachtsmarkt sein?

Auf meinen heutigen Fotos können Sie sehen, wie weihnachtlich er tatsächlich ist – unser Lingener Weihnachtsmarkt. Es gibt nicht einmal Grün auf der Rückseite der Buden.

Inhaltlich ist sowieso tote Hose, jedenfalls seitdem es keine Bühne mehr gibt; da soll es einen Verantwortlichen  gegeben haben, der die Bühne als „dunkles Loch“ bezeichnet hat. Ob er dabei nüchtern war? Man kann es bezweifeln. Stattdessen gibt es die Eisbahn, die gefühlte zehn Tage brauchte, um Eisvergnügen zu vermitteln. Vorher war es -wieder mal- zu warm und/oder  die georderten Eismaschine zu schwachbrüstig.

Also: Was tun? Hier ein paar Möglichkeiten:
a) Alles so lassen und weitertrinken. Merke: Ist der Mensch erst mal alkoholisiert, merkt er eh nichts.
b) Jenseits der Stadtgrenzen andere Weihnachtsmärkte anschauen und strikte Gestaltungsregeln einführen.
Merke: Auch anderorts gibt es Menschen, die gute Ideen haben; und es sind immer die kleinen, feinen Ideen, die den notwendigen Charme vermitteln.
c) Ein tägliches Kulturprogramm bieten. Merke: Ein dunkles Loch ist nicht die Bühne sondern nur im Kopf desjenigen, der es beklagt.
d) Die Eisbahn in den kalten Februar  verschieben, wenn -außer dem Wochenmarkt- reinweg gar nichts auf unserem Markt los ist.

Haben Sie weitere Vorschläge und Ideen?

Glühwein

7. Dezember 2008

Also erstens: Hunderte Lingener fühlen sich auf dem Weihnachtsmarkt wohl, und das ist schön. Ich freue mich für jeden, dem es gefällt.

Zweitens: Sollte man nicht ehrlicherweise die ganze Veranstaltung in Glühweinmarkt umbenennen?

Denn Drittens: Mit Weihnachten hat dieser Budenzauber nichts zu tun.

Die seltsamen plastikverstärkten Billigbauten auf dem Markt sind hässlich, und die Sinne, die aus Ihnen heraus angesprochen werden, sind die Geschmacksnerven (allenfalls nach einiger Zeit auch der Gleichgewichtssinn). Das Angebot ist auf (nicht sonderlich gutes) Essen und viel (nicht sonderlich guten) Glühwein beschränkt. Drei, vier Buden gibt es, die etwas anderes bieten. Drei, vier Karussells und die Eisbahn. Weshalb es für diese Veranstaltung überhaupt überregionale Werbung gibt, weiß ich nicht. Man müsste den Markt eigentlich verstecken. Vor ein paar Tagen reisten tatsächlich – angelockt durch Lingens „Wir-haben-einen-so-tollen-Weihnachtsmarkt“-Werbung- Frauen aus Datteln an und fühlten sich prompt total auf den Arm genommen. Als Weihnachtsmarkt jedenfalls ist diese Hutzelhüttennummer peinlich. Und das ist schade.

Wenn Sie sehen wollen, was einen Weihnachtsmarkt ausmacht, klicken sie hier.  Es ist bezeichnend, dass Lingens angeblicher Weihnachtsmarkt in der langen Liste deutscher Weihnachtsmärkte nicht erwähnt wird.

Mich erinnert das ganze an den Lingener Karneval. Da fühlen sich auch Hunderte Lingener wohl, und das ist schön. Ich freue mich für jeden, dem es gefällt. Aber mit Karneval hat das (fast) nichts zu tun.

Man sollte ehrlich sein. Prost!