Kommunalpolitik…

23. Juli 2021

…bedeutet, dass Themen und Herausforderungen gemeinsam diskutiert werden. Dann werden streitige Punkte entschieden. Kommunalpolitik bedeutet aber nicht, dass ein Vorturner alles selbst entscheidet, schon gar nicht, wenn er kein Konzept hat und die von seinen Ideen betroffene Innenstadt nur als Gastromeile und  Eventbühne begreift.

Also, bester Herr Oberbürgermeister: Wenn Sie den Wochenmarkt unserer Stadt verlegen wollen, dann haben darüber die Ratsmitglieder zu beraten und zu entscheiden, nicht Sie allein. Nicht einmal, wenn Sie dies auch mit dem Vorsitzenden der Mehrheitsfraktion beratschlagen.

Es ist nämlich eine ausgesprochen schlechte Idee, den gut funktionierenden Lingener Wochenmarkt (nicht Wochemarkt, wie es hier falsch heißt) wegen des Weihnachtsmarktes vom Marktplatz auf einen außerhalb des Stadtkerns gelegenen Parkplatz an der Straße „Zum Neuen Hafen“ zu verlegen. Ich denke, wir sollten dies in der Verwaltungsausschusssitzung am 17. August beraten und dabei Ihre Idee abheften und vergessen – einverstanden? Wenn der Markt zeitweise verlegt werden soll, dann in die Burgstraße bis zum Pferdemarkt oder in den Bereich um das Rathaus, wo er schon  häufiger stattfand.

ps Auch ein Großvideoscreen an der Baustelle der Sparkasse ist nirgendwo beraten worden. Das können wir dann am 17. August gleichzeitig erledigen.

Schlag ins Gesicht

28. November 2020

Über den „höchsten Weihnachtsbaum Niedersachsens“, der „sonst in England“ (OB Krone) jetzt aber auf dem Marktplatz glitzert, wird in unserer Stadt kontrovers diskutiert. Und seit gestern auch darüber, dass unverhofft unten im Verkaufsstand des Baumes jetzt Crepes, gebrannte Mandeln und andere Süßwaren verkauft werden.

Thies Eis kommentierte das gestern Abend auf Facebook so:

Immer auf die Kleinen, oder wie sieht das aus, Stadt Lingen (Ems)?
Seit über 92 Jahren sind wir mit unserem Betrieb durchgängig(!) in Lingen ansässig. Gut, wir sind kein Großunternehmen, aber muss so etwas wirklich sein?Erst die Absage des Weihnachtsmarktes in Lingen, den wir seit nunmehr 36 Jahren – also seit in Lingen ein Weihnachtsmarkt etabliert wurde – mit unserer Waffelbude beschicken, und dem wir stets die Treue gehalten haben (wobei die Absage in Hinblick auf Corona an dieser Stelle vollkommen nachvollziehbar ist); dann die Absage für unseren Waffelstand vor dem Lookentor, mit dem wir ebenfalls seit Jahrzehnten in der Vorweihnachtszeit in der Lingener Fußgängerzone präsent sind, mit der Begründung, dass die verantwortlichen Gremien der Stadt Lingen mit Absage des Weihnachtsmarktes auch entschieden haben, dass keine anderen Verkaufsstände in der Lingener Innenstadt für die Vorweihnachtszeit zugelassen werden.

Somit für uns zunächst einmal ein kompletter Wegfall des Wintergeschäftes und sämtlicher Einnahmen.

Und dann gebt ihr den Raum, in dem „größten portablen Weihnachtsbaum“ der auf dem Marktplatz aufgestellt wurde, einen Verkauf von Crêpes, gebrannten Mandeln und Süßwaren betreiben zu lassen?

Wie auch für uns, ist das mit Sicherheit für viele der langjährigen Beschicker des Lingener Weihnachtsmarktes, ein Schlag ins Gesicht.

Erst alles absagen und dann auf einmal so? – der Gedanke dazu mag ja schön sein, den Leuten über die Vorweihnachtszeit den Zugang zu weihnachtlichen Leckereien zu ermöglichen, aber dann wäre es doch vor allem in Hinblick auf die Situation mit Corona besser gewesen, dass man Stände in der Stadt verteilt und nicht alles auf einen zentralen Punkt konzentriert, oder? – und dass man dabei auf ortsansässige Betriebe bzw. Beschicker des Weihnachtsmarktes zurückgreift, die es in Zeiten von Corona eh schon schwer genug haben über die Runden zu kommen und in eine unsichere Zukunft blicken, wäre doch auch eine gute Überlegung, so bleiben die Steuereinnahmen wenigstens im Lingener Stadtsäckel und uns wäre ein bisschen Perspektive gegeben worden.

Wir jedenfalls sind von diesen Vorgängen maßlos enttäuscht, seit uns heute erreicht hat, dass auf dem Marktplatz Crêpes, heiße Mandeln, etc. verkauft werden.

Darf auch gerne geteilt werden.

Beschlossen wurde im Verwaltungsausschuss unserer Stadt:

Aufgrund der Corona-Umstände wird auf die Durchführung eines Weihnachtsmarktes mit Verkaufsbuden, Fahrgeschäften und Veranstaltungen verzichtet. Stattdessen soll ein „Weihnachtliches Lingen“ mit einer festlich geschmückten Innenstadt in weihnachtlicher Atmosphäre stattfinden.

Dazu diese Hintergrundinformation:


• 1. Grundsätzlich: Die Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen legt in § 10 fest: Geschlossen sind „Messen, Kongresse, gewerbliche Ausstellungen, Spezialmärkte, Weihnachtsmärkte, Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen, ausgenommen Wochenmärkte“. Genauso gilt dies auch in allen anderen Bundesländern. Ein klassischer Weihnachtsmarkt war/ist also nicht möglich und das ist angesichts der Corona-Pandemie auch richtig.
• 2. Ein Verkauf unter „Niedersachsens größten Weihnachtsbaum“ ist im zuständigen Verwaltungsausschuss der Stadt (VA) weder mitgeteilt noch beschlossen worden. Es sollte ein Blickfang (kostenlos) aufgestellt werden, und es war keine Rede von einem Verkaufsstand. Im Gegenteil erklärte der OB, ein gastronomisches Angebot sei damit nicht verbunden.

• 3. Ich für die BN und die SPD konnten uns im VA nicht mit dem Vorschlag durchsetzen, _einzelne_ Verkaufsstände oder Karussells im Stadtzentrum zu genehmigen. Da hätte in der Tat zB Thies Eis, der sich auf FB zu recht beklagt, gut hineingepasst; dass auch seine traditionelle Waffelbude vor dem Lookentor nicht genehmigt wird, war überhaupt kein Gegenstand der Diskussion.

• 4. Die CDU hat im VA jedenfalls festgelegt, dass die Innenstadt zwar besonders festlich geschmückt werden solle, das Aufstellen von Verkaufsbuden oder Fahrgeschäften aber zu unterbleiben habe. Auch der Vertreter der Grünen hat dem zugestimmt.

• 5. Die SPD und ich für unsere BN haben uns bei der Abstimmung am 3. November im VA enthalten. Weil wir grundsätzlich für mehr Angebote wie Verkaufsbuden oder Karussells im Stadtzentrum waren und sind, aber zugleich auch die Absage des traditionellen Weihnachtsmarktes für richtig halten – ganz abgesehen davon, dass die Corona-Verordnung des Landes sie vorschreibt.
Eine solche Enthaltung wird übrigens bei der Abstimmung formal nicht mitgezählt. Daher also das „einstimmig“, auf das der LWT in dem von @Meik Seiler wiedergegebenen Posting abhebt – wie ich finde, etwas fälschlich.

• 6. Bei aller Debatte das Wichtigste: Achtet auf die AHA-Regeln und bleibt gesund.

Und jetzt meine Frage an die CDU-Stadtratsfraktion: Ist das alles so von euch geplant, wie es jetzt geschieht?

(Foto: Screenshot LWT Lingen)

unmöglich

2. Dezember 2019

Wider Erwarten schreibe ich heute dann doch nichts über die heimatliche Glühweinkirmes ohne Kinder aber mit Eisstockschießen, also das Vergnügen, das manche in unserer Stadt freude- und auch sonst trunken fälschlich als Weihnachtsmarkt bezeichnen. Ich schreibe stattdessen über eine andere, ärgerliche Entwicklung, nämlich über die neue Straßenmöblierung:

Früher wurde die Gestaltung unserer Stadt in den Ratsgremien besprochen und entschieden. Heute nicht mehr. Daher stehen plötzlich neue Lampen vor meiner Haustür mitten in der Stadt und auch neue Mülleimer. Die  Lampen sind aus einer Hersteller-Insolvenz „günstig“ eingekauft und die neuen Mülleimer sind einfach nur…

Denn es hat wieder einmal niemand über die Leute nachgedacht die Flaschen sammeln. Das Flaschensammeln hat sich in unseren Zeiten der  Altersarmut längst zu einem gesellschaftlichen Phänomen entwickelt. Flaschensammeln ist dabei ein Knochenjob: Man muss durch Müll wühlen, Leergut schleppen, die Blicke ertragen. Wie sich das anfühlt, kann man sich leicht vorstellen*

Die DW beschrieb vor einiger Zeit den Selbstversuch so: „Fast bis zur Schulter steckt mein Arm im knallorangen Straßenmülleimer. Ich taste im Innenraum nach einer Colaflasche – aus Weichplastik, das ist wichtig, denn das heißt, sie wird mir später 25 Cent bringen. Jackpot, sozusagen. Ich ziehe die Flasche heraus, stecke sie in die Plastiktüte und gehe schnell weiter, mit gesenktem Kopf, vermeide unbedingt den Augenkontakt mit Passanten. Ihre Blicke spüre ich trotzdem.“

Damit ist in unserem Lingen jetzt Schluss. Nein, nicht deshalb, weil der OB seit Jahren den von der SPD angestoßenen, einstimmig beschlossenen Flaschensammler-Beschluss ignoriert, Flaschenringe zu verwenden(„Pfandringe“-Antrag der SPD-Fraktion vom 05.03.2016, Vorlage 79/2016). Denn die neu angeschafften Mülleimer lassen das Flaschensammeln erst gar nicht zu. Der verbeamtete Rathausklüngel hat nämlich Mülleimer geordert, die Flaschensammeln unmöglich machen: Es kann nicht mehr hineingegriffen werden kann. Großartig!

*update: Gerade höre ich: „Am Bahnhof soll ein Pfandring sein. Gesehen hab ich ihn nicht.“ Weiß jemand aus der Leserschaft etwa mehr?


Foto: Neuer Mülleimer in der Bauerntanzstraße CC BY 4.0 RobertsBlog

gestoppt wird

9. November 2017

Wen man ihn nicht abschafft, den Lingener Weihnachtsmarkt -gern auch als Glühweinkirmes eingeordnet- muss man natürlich etwas gegen den bekanntlich allerorten im Emsland drohenden Terrorismus tun. Den Weihnachtsmarkt abschaffen geht nicht, weil das „eine Kapitulationserklärung wäre“, sagt Lingens Erster Stadtrat Stefan Altmeppen und der ist Experte für das meiste – wie Wahlen und eben Schutz vor Terrorismus. Der von ihm dieserhalb ersonnene Plan, unseren Weihnachtsmarkt mit Beton- und Wasserbehälters-Sperren vor einem möglichen Terrorangriff mittels Lkw (Experte Altmeppen: „Leichter zu besorgen als eine Waffe“) zu schützen, darf folglich auf Zustimmung in der Helikoptergeneration zählen; das kann man „auf Facebook“ nachlesen.

Doch in Wahrheit stellt sich in aller Schärfe die Frage: Reichen die von Stefan Altmeppen ersonnenen Maßnahmen überhaupt aus?  Darüber habe ich, auch vom weihnachtsmarktlichen Terrorismus bedroht, nachgedacht und erkannt: Nein! Die großen Lücken der kommunalen Terrorismusbekämpfung werden schnell offenbar. So fehlt bereits eine kommunale Satzung, die Terroristen den Besuch des Lingener Weihnachtsmarktes verbietet. Verstoßen sie gegen das Verbot, müsste ein Bußgeld her. Daran hat Stadtrat Altmeppen offenbar noch gar nicht gedacht! Das ist unzulänglich.

Auch der öffentliche Genuss von Glühwein erhöht meines Erachtens das Risiko terroristischer Aktivitäten, so dass man ihn reglementieren muss: Zwei Glas maximal für jeden. Dafür sollte man Glühweinvoucher aushändigen, die der LWT während seiner Öffnungszeiten gegen Vorlage eines Ausweisdokumentes aushändigt. Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt gibt es nur gegen diese Gutscheine. Da würden innerhalb der LWT-Öffnungszeiten Terroristen sofort auffallen, weil sie a) keinen Ausweis vorlegen und b) außerdem zu den wenigen zählen, die während der knappen Öffnungszeiten des LWT im Rathaus Zeit finden, die Glühwein-Gutscheine abholen.

Vor allem aber sind natürlich die Wassersperrenbehälter á la Altmeppen völlig unzureichend. Ihr Eigengewicht von 1,5 Tonnen ist nicht präventiv genug, kann man doch bspw. das Wasser aus den Sperrbehältern einfach terroristischerseits durch Zerstören der Behälter unerlaubt ablassen. Und dann? Eben!

Daher schlage ich hiermit den Lingenerinnen und Lingenern folgende grundlegende Verbesserung im lokalen Antiterrorkampf vor, weil wir uns einfach keine halben Sachen leisten können:
Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rathauses werden mit traditionellen Emsland-Schüppen (Foto oben) ausgestattet und finden sich ab sofort ab Montagfrüh ein, um den ehemaligen Wassergraben um die Lingener Innenstadt wieder herzustellen. Sie graben ihn also sozusagen wieder aus und stellen ihn neu her. Einen Plan dazu habe ich auch gefunden (s. links). Das Rathaus erhält einen zusätzlichen Graben, um dort unsere Terrorismusexperten um Stadtrat Altmeppen besonders zu schützen (siehe Plan). Ist er ausgegraben, wird der Stadtgraben mit Wasser gefüllt. Das stellt die Lkw-Terroristen vor schier unlösbare Probleme!

Der Zugang zur Lingener Innenstadt und damit zum Weihnachtsmarkt erfolgt künftig dann nämlich ausschließlich über drei Brücken im Bereich der Burgstraße, der Lookenstraße und der Mühlentorstraße, über die alle Fahrzeuge, auch terroristische, zu fahren haben, um in das Stadtzentrum zu gelangen. Weil die Lingener Polizei traditionell mit dem Überwachen von Radfahrern, Abifestival-Besuchern usw. so stark dezimiert ist, dass wir uns auf sie im Terrorismuskampf nicht verlassen können, kommt wie vor fast 700 Jahren die Stunde unserer Kivelinge (Symbolfoto links). Erster Antiterror-Stadtrat Stefan Altmeppen und OB Dieter Krone werden die jungen, unverheirateten Jugendlichen aus unserer heimischen Bevölkerung als letztes Aufgebot Lingens aufrufen, die Stadt und die Bürger (meinetwegen auch Zugereiste) zu schützen. Durch die -natürlich ehrenamtliche! – Unterstützung dieser jungen Männer wird es gelingen, die Eroberung Lingens durch Lkw-fahrende Terroristen zu verhindern und die Angreifer in die Flucht zu schlagen.

Ich sehe es geradezu vor meinem geistigen Auge: Nähert sich ein Lkw mit einem Terroristen einer der drei Brücken treten unsere Kivelinge mitsamt Hellebarde vor und gebieten dem nahenden Terroristen Einhalt, ihm bleibt nur die Umkehr und der Weg nach Meppen. Es liegt mehr als nahe, dass unser neuer Wassergraben den Schutz bietet, den die EU fordert und die Wassersperren von Erster Stadtrat Stefan Altmeppen zwar versprochen, aber nicht einhalten. Nebenbei ist er auch Ausdrück und Beispiel nachhaltiger, ökologisch verantwortbarer Stadtentwicklung, weil er zum Besuch mancher Touristen führt.

Beschämt werden so auch Skeptiker und Neinsager wie Wilfried Roggendorf (Lingener Tagespost), Marc Riße (BN), Dirk Meyer (Partei hab ich vergessen) und der Grüne Ibrahim Hassan, der hier nicht einmal geboren ist, überzeugt, dass nur so der akut drohende Angriff von Terror-Lkw auf unseren Weihnachtsmarkt gestoppt wird.  Civis, civis, civibus!

Symbolfoto

21. November 2016

weihnachtsmarktHeute eröffnet der Lingener Weihnachtsmarkt, von manchen kritischen Geistern auch treffend Glühweinkirmes genannt, weil täglich der Getränkekonsum und keineswegs Weihnachten im Mittelpunkt dieses Events (kleinstädtische LIN-Öffnungszeiten mo/di 12 – 21 Uhr; mi 11 – 21 Uhr; do/fr 12 – 22 Uhr; sa 10 – 22 Uhr; so 12 – 21 Uhr) stehen. Einmal mehr frage ich: Sollten wir nicht alle Geld sammeln, damit die Verantwortlichen einmal eine Fahrkarte nach Münster kaufen und sich einen der dortigen fünf ,wirklichen“ Weihnachtsmärkte (großstädtische MS-Öffnungszeiten so bis do: 11 – 20 Uhr fr und sa: 11 – 21 Uhr) ansehen?  

So zeigt denn das Symbolfoto vom letzten Wochenende den peinlichen Zustand dieser Veranstaltung zum Advent (LWT: „Was wäre die Adventszeit ohne den Weihnachtsmarkt in Lingen?“) oder zu Weihnachten (Stadtverwaltung: „Was wäre Weihnachten ohne einen Besuch des traditionellen Weihnachtsmarktes in Lingen?“) zwischen Pappkartons, umgestürzter Tannenbaumdeko und einem seitwärts geparkten Eingang, dessen verdreckte Betonständer mit Holzkeilen mein ganz persönliches gestalterisches Highlight darstellen.

Außerdem:  Es ist zwar nirgendwo in der dafür verantwortlichen Kommunalpolitik beratn worden, aber die  LWT-GmbH, die in der nächsten Woche ganz ohne Not vom Rat der Stadt den Freibrief für eigenmächtiges Handeln bekommen wird (mehr ..), hat mal eben die Standmieten deutlich erhöht. Die Rede ist von einem Drittel. Darüber erfährt der Rat dann mittels einer Powerpointpräsentation in acht Monaten. Auch das einzige öffentliche WC am Markt nimmt statt 20 Cent künftig 50 Cent. Wie gesagt: Besprochen oder gar beschlossen wurde diese Preistreiberei in keinem Ratsgremium. Die WC-Leidtragenden werden die Innenstadtbewohner sein, in deren Eingänge und vor deren Hauswände sich wieder gefüllte Blasen entleeren.

Übrigens:
Wenn man (zB die BN-Ratsfraktion) derartige Alleingänge der Stadtverwaltung und ihres LWT-Annex‘ kritisiert, schließt sich reflexartig und wie ein Schildkrötpanzer die CDU-Ratsmehrheit um die ihr genehme Verwaltung und nennt alles gut und richtig, was dort geschehen ist. Dazu gibt es einen Kommentar in der Lokalzeitung mit der Aussage: „Alles-halb-so-schlimm, Wir-wollen-doch-alle-nur-das-Beste und Teurer-wird-doch-irgendwie-alles. Und weiter geht’s…

(Foto: Weihnachtsmarkt Lingen CC BY 2.0 DE Robertsblog)

Donnerstag

30. November 2015

Ok, es ist Montag. Aber was eigentlich machen wir in unserem kleinen Städtchen  am nächsten Donnerstag (03. 12.) nach der Arbeit?

18 Uhr
Lingen (Ems) – Marktplatz
Weihnachtsmarkt

18 Uhr
BarDo in der Kunsthalle
Lingen (Ems)  –  Kunst-/Halle IV
Getränke, Häppchen und Musik. Jeweils um 18.30 und 21.00 Uhr führt
Kunsthallen-Direktorin Meike Behm durch die Ausstellungen.
Eintritt frei

19 Uhr
Architekturreihe:
Lars Frerichs (neun grad Architektur)
Über Einzelhandels und Supermarktarchitektur

Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Eintritt frei

20 Uhr
Studioprogramm: Mumpitz 
„…noch Fragen?“ A cappella Comedy
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz
Karten: 15,00 € (7,50 € erm.)

Mumpitz – das ist A Cappella Comedy vom Feinsten! Interessante Sounds, ausgefallene Rhythmen, witzige Texte und eine abwechslungsreiche, originelle Bühnenshow präsentiert von vier jungen Musikern mit einer großen Leidenschaft für Musik und Gesang.
Mit pfiffigen Texten und bunten Performances, angereichert durch pantomimische und stark kabarettistisch inspirierte Elemente sorgt Mumpitz für beste Unterhaltung. Denn: Jeder braucht ein bisschen Mumpitz – noch Fragen!?

Stiel

26. November 2013

Gestern Abend hat Bürgermeisterin Monika Heinen den diesjährigen Lingener Weihnachtsmarkt eröffnet. „Schauen Sie vorbei, genießen Sie die vorweihnachtliche Atmosphäre, einen Glühwein, warme Mandeln oder wie wäre es denn mal mit pikanten Waffeln am Stiel?“ klingelt es auf der Internetseite unserer Stadt.

Ja, wie ist sie doch heimelig, diese festlich-weihnachtliche Atmosphäre auf unserem Weihnachtsmarkt:

weihnachtsmarkt

(Fotografie: © Robertsblog)

Erbsensuppe

15. Dezember 2010

Nein, es ist kein Tipp der die emsländische Kuchenküche nicht scheuenden Feinschmeckerin Christiane Adam. Es ist auch keine  Werbung, weil die angeblich nicht sein darf, sagen die LWT-Matadoren. Es ist schlicht Regionalliga-Pflichtprogramm. Heute gibt es lecker Erbsensuppe in der Plastikschüssel an Bude 5 des sammelsurighaften Weihnachtsmarktes. Die BürgerNahen tischen sie auf. Sehen wir uns?

(Foto: Teller mit Erbsensuppe, von © erbsensuppe, CC)

Flächendeckend

1. Dezember 2010

Da gibt die Polizei allen Auto fahrenden Besuchern des Lingener Weihnachtsmarkts diesen klugen Rat:

Wer sich auf dem Weihnachtsmarkt oder auf betrieblichen und privaten Weihnachtsfeiern den Glühwein oder andere alkoholische Getränke schmecken lässt, sollte anschließend die Finger vom Steuer lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. Die Beamten der Polizeiinspektion werden gerade im Hinblick auf Alkoholsünder in den nächsten Wochen flächendeckende Kontrollen im Emsland und der Grafschaft Bentheim durchführen.

Das wird dann aber wohl ein solider Kurzbesuch des lokalen Weihnachtsmarktes auf dem Marktplatz, wenn der Besucher tatsächlich auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen will. Die letzten Stadtbusse  fahren nämlich sämtlich schon um 18.35 Uhr am Omnibusbahnhof ab (nach Schepsdorf gar schon eine Stunde früher)…

Glühweintreff

6. Dezember 2009

Nicht einmal die Überschrift „Vorne hui, hinten pfui“ hätte gepasst. Der auch in diesem Jahr reichlich zusammengestoppelte Lingener „Weihnachtsmarkt“ ist eigentlich vorn wie hinten eher pfui und sowieso zum Glühweintreff verkommen. Es fehlt die Bereitschaft der Verantwortlichen, ihn kritisch zu sehen. Das sollte zwar kein Selbstzweck sein, aber doch dazu beitragen, dass Lingens Weihnachtsmarkt einfach besser wird. Genau vor einem Jahr habe ich den Budenzauber schon einmal aufs Korn genommen.
Es hat sich nichts geändert. Im Gegenteil. Es ist auch dieses Jahr ein gedankenloser Budenzauber entstanden.

Also ein zweiter Anlauf:
Die grundlegende Erkenntnis: Der Lingener Weihnachtsmarkt hat mit Weihnachten weniger zu tun als mit Glühwein. Inzwischen kann man sich gar noch in einer Großhütte nahe der CDU-Zentrale „warm und mollig“ betrinken. Auf dem Weihnachtsmarkt kann -sofern die Anlage funktioniert- Schlittschuh gelaufen werden. Wer daran Spaß hat, soll es tun. Aber warum soll das alles ein Weihnachtsmarkt sein?

Auf meinen heutigen Fotos können Sie sehen, wie weihnachtlich er tatsächlich ist – unser Lingener Weihnachtsmarkt. Es gibt nicht einmal Grün auf der Rückseite der Buden.

Inhaltlich ist sowieso tote Hose, jedenfalls seitdem es keine Bühne mehr gibt; da soll es einen Verantwortlichen  gegeben haben, der die Bühne als „dunkles Loch“ bezeichnet hat. Ob er dabei nüchtern war? Man kann es bezweifeln. Stattdessen gibt es die Eisbahn, die gefühlte zehn Tage brauchte, um Eisvergnügen zu vermitteln. Vorher war es -wieder mal- zu warm und/oder  die georderten Eismaschine zu schwachbrüstig.

Also: Was tun? Hier ein paar Möglichkeiten:
a) Alles so lassen und weitertrinken. Merke: Ist der Mensch erst mal alkoholisiert, merkt er eh nichts.
b) Jenseits der Stadtgrenzen andere Weihnachtsmärkte anschauen und strikte Gestaltungsregeln einführen.
Merke: Auch anderorts gibt es Menschen, die gute Ideen haben; und es sind immer die kleinen, feinen Ideen, die den notwendigen Charme vermitteln.
c) Ein tägliches Kulturprogramm bieten. Merke: Ein dunkles Loch ist nicht die Bühne sondern nur im Kopf desjenigen, der es beklagt.
d) Die Eisbahn in den kalten Februar  verschieben, wenn -außer dem Wochenmarkt- reinweg gar nichts auf unserem Markt los ist.

Haben Sie weitere Vorschläge und Ideen?