Tradition

31. Mai 2022

Lasst uns über Tradition reden. Sie wird bekanntlich dann problematisch, wenn Formen um ihrer selbst willen bestehen, deren ursprünglicher Sinn verloren gegangen ist: „Vernunft wird Unsinn, Wohltat Plage“, sagt dazu Johann Wolfgang von Goethe.

Kenner dieses kleinen Blogs -jedenfalls solche aus Lingen- wissen, dass es jetzt natürlich um die Kivelinge geht. Die haben inzwischen alles an Tradition über Bord geworfen, was bisher unverrückbar schien: Kivelingskönig kann man sein, wenn man längst verheiratet ist – feiner Kerl sein reicht. 2022 gibt es auch kein Geschenk mehr an die Bürgerschaft. Die Festfolge ist ausgesprochen beliebig; man feiert hier und da und demnächst wieder. Die seltsamerweise Marketenderinnen genannten jungen Frauen engagieren sich für das Fest längst mehr als die jungen unverheirateten Bürgersöhne – oder jedenfalls genauso viel.

Das Kräftemessen von Tradition und Vernunft scheint gegen die Tradition entschieden. Die überkommenen Werte und Überlieferungen spielen keine Rolle mehr.

Also aus Anlass des bruchstückhaften Kivelingsfestes am kommenden Pfingstwochenende dieser herzliche Aufruf:

Öffnet unseren Junggesellenclub für die Junggesellinnen! Nehmt die jungen Frauen in den Verein auf! Civis, Civis, Civibus – der Wahlspruch unterscheidet nicht zwischen M, W oder D.

Kivelinge müssen nicht männlich sein. Und eine Kivelingskönigin, die eigenhändig den Papagei erlegt hat, auf den die Vereinsmitglieder schießen, und sich dann ihren Prinzgemahl auswählt -eine solche Frau wäre im 650. Jahr der Beginn einer großartigen neuen Tradition. 

Was meinen die Mitlesenden?

3 Antworten zu “Tradition”

  1. Feiern und gefeiert werden – so kennt man die Lingener Kivelinge. Ich vermisse ein soziales Engagement, z. B. für Umweltschutz oder Flüchtlinge.

    • Harald said

      Sehr geehrter Herr pauldavenpogooglemailcom,
      das von Ihnen angesprochene „Feiern und gefeiert werden“ ist nur ein kleiner Aspekt des Kivelingsvereins. Bereits seit langer Zeit haben sich die Kivelinge auch immer in verschiedenen Bereichen sozial engagieren. Dies werden sie auch in Zukunft machen. Und dies nicht nur in den von Ihnen genannten Themengebieten Umweltschutz und Flüchtlinge, sondern auch in anderen Bereichen. Einfach die Berichterstattung über die Kivelinge auch zwischen den Festen verfolgen, dann ist man über die sozialen Aktionen der Kivelinge auch immer gut informiert.

  2. Giga1311 said

    Hallo Herr Koop sen.,

    Welche Sektionen haben Sie besucht? Waren das die Sektionen ihrer Söhn wo die Damen mehr gemacht haben als die Jungs? Ich kenne Sektionen wo die Jungs sich den Arsch aufgerissen haben und es auch die nächsten Tage machen werden um der Lingener Bevölkerung ein schönes Volksfest (kein Kivelingsfest, das muss man immer im Hinterkopf behalten) zu bieten.

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