Lingener Marionettentheater

13. September 2019

19. Internationales Fest der Puppen
„Was ihr wollt“
Komödie von William Shakespeare
Lingener Marionettentheater
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Samstag, 14. Sept. – 18 Uhr

Karten 15 €, erm. 7,50 €

Das Marionettentheater ist ein „lebendiges Museum“: Auf seiner Bühne kann der Zuschauer erleben, auf welche Weise im 18. und 19. Jahrhundert die damals weit verbreiteten Marionettentheater ihre Stücke aufgeführt haben. Das Theater bemüht sich also um eine – vor allem bei den Marionetten, Bühnenbildern und den Requisiten – relativ historisch detailgetreue Wiedergabe der damaligen Aufführungspraxis.

Zum 19. Fest der Puppen in Lingen zeigt das Marionettentheater die beliebte Komödie von Shakespeare „Was ihr wollt“.

Viola hat ein Schiffsunglück vor der Küste Illyriens überlebt, bei dem ihr Zwillingsbruder Sebastian ums Leben gekommen zu sein scheint. Viola beschließt, als Knabe verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino zu treten, der über Illyrien herrscht. Orsino ist unsterblich verliebt in die Gräfin Olivia, die aber aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder sieben Jahre lang ihr Gesicht verschleiern und die Gesellschaft von Männern meiden will. Die als Mann verkleidete Viola, die sich jetzt Cesario nennt, gewinnt rasch die Gunst Orsinos und wird von ihm beauftragt, seine Liebesbotschaften an Olivia zu übermitteln. Olivia verliebt sich jedoch in den „jungen Mann“ Cesario, während Cesario/Viola Gefallen am Herzog gefunden hat.

Auch Ritter Andreas Bleichenwang würde Olivia gerne heiraten und findet Unterstützung bei Olivias Onkel Tobias Rülps, der es auf das Geld seiner Nichte abgesehen hat, um seine Saufgelage zu finanzieren. Die nächtlichen Ausschweifungen der beiden werden jedoch von dem Verwalter Malvolio immer wieder gestört. Um sich an dem Widersacher zu rächen, beschließen Rülps und Bleichenwang zusammen mit der Zofe Mary und dem Narren Feste, Malvolio einen Streich zu spielen: Mary, deren Handschrift derjenigen Olivias gleicht, fälscht einen Brief der Gräfin an den Verwalter, der diesen glauben machen soll, Olivia habe ein Auge auf ihn geworfen. Malvolio fällt auf den Inhalt herein und handelt gemäß den Vorgaben des Briefes: Er trägt gelbe Strümpfe mit überkreuzten Strumpfbändern, benimmt sich seltsam und lächelt die ganze Zeit. Wegen dieses Verhaltens erklären Tobias und Mary Malvolio für verrückt und sperren ihn in einen dunklen Raum. Der Eingesperrte wird obendrein gepeinigt, als sich Feste ihm als Geistlicher vorstellt und behauptet, der Raum sei voller Fenster und hell.

Die Ereignisse überschlagen sich, als Sebastian – der den Schiffbruch überlebt hat – auftaucht und für Cesario gehalten wird. Olivia trifft auf Sebastian, verwechselt ihn mit Orsinos Boten und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Es kommt zum Showdown: Orsino droht, den vermeintlich untreuen Diener zu töten, was durch das Auftreten Violas jedoch verhindert wird. Am Ende wendet sich vieles zum Guten: Sebastian bleibt bei Olivia, die Zwillinge erkennen einander, Orsino verspricht Viola zu heiraten, Bleichenwang zieht unverrichteter Dinge davon, Sir Toby heiratet das Kammermädchen Mary und Malvolio wird aus seiner Gefangenschaft entlassen.

Mitwirkende:
Leitung: Michael Sänger, Laurenz Bäthke
Regie: Michael Sänger
Spiel: Frauke Kröger, Ulrike Bredenbröker, Brigitte Kohring, Marlene Siefke-Korte, Laurenz Bäthke
Ton, Beleuchtung: Moritz Bäcker, Christian Forsting
Figuren: Dagmar Hagel
Bühnenbild, Ausstattung: Michael Sänger/ Christian Forsting

Für Erwachsene und Jugendliche, Dauer ca. 90 Minuten

Karten für diese Veranstaltung gibt es im Professorenhaus am Universitätsplatz und in der Vorverkaufsstelle der Touristinformation.


Foto oben: Szenenausschnitt „Was ihr wollt“ © Stadt Lingen; unten: William Shakespeare publicDomain

Lingener Hauskonzerte

21. August 2016

Eine schöne Zuschrift erreicht mich da:
„Mit Fertigstellung unseres Anbaus wollen wir direkt beginnen mit einer Reihe von Konzerten im neu gewonnenen Wohnzimmer. Wir sind sehr glücklich, unter unseren Freunden einige Künstler gefunden zu haben, die bei uns spielen wollen. Sieben Konzerte konnten wir bislang festmachen zu einer ersten Spielzeit.

Nun möchten wir euch herzlich einladen, diese Konzerte zusammen mit uns zu genießen, denn was ist ein Konzert ohne Publikum.

Alle Konzerte finden samstags abends um 19 Uhr statt und sind mit einer kleinen Pause geplant. Der Eintritt ist jeweils frei. Unsere begrenzte Platzzahl macht allerdings eine Voranmeldung unbedingt erforderlich.

Schreibt uns eine kurze Mail (hauskonzerte(at)peterloening.de) , damit wir euch die gewünschte Zahl an Plätzen reservieren können.

In der ersten Spielzeit besuchen uns:

24.09.2016        Roland Pröll, Klavier

22.10.2016        Kacha Metreveli, Gitarre

19.11.2016        Jonas Gewald, Klavier/Sounddesign

10.12.2016        Michael Sänger, Rezitation

21.01.2017        René Mense, Gesang, und Thorsten Kuhn, Klavier

25.02.2017        Ratko Delorko, Klavier

25.03.2017        Wigbert Traxler, Klavier

Wir freuen uns auf euren Besuch… (und sagt es gerne weiter)

Herzlichst
Stefanie und Peter Löning“

https://www.facebook.com/LingenerHauskonzerte/

Manfred & Tobi

3. Mai 2015

Ein wenig Gossip? Bitte:
Nur 3,64 Mio Zuschauer -so kress.de- wollten gestern Abend Johannes B. Kerners TV-Showversuch „1000 – Wer ist die Nummer 1?“ sehen. Das ist in unserer Quotenzeit zu wenig bei der ZDF-Suche nach Ersatz für die Samstagabend-Familienshow „Wetten, dass ..?“. Das Konzept der Sendung: 1000 Kandidaten treten in zehn Runden gegeneinander an. Ihre Spiele sind eine Mischung aus Intelligenztests, Geschicklichkeitsübungen und sportlichen Wettbewerben. Wer als Sieger übrig Bildschirmfoto 2015-05-03 um 14.11.49bleibt, gewinnt 100.000 Euro. Das ZDF presste die acht Stunden Aufzeichnung in etwas mehr als zwei Stunden Show und nutzte die Sendezeit lieber für Gute-Laune-Videos von den Kandidaten.  Am Ende schnitt die Show ähnlich schlecht ab wie „Das große Schlüpfen“, dem am 1. April auch nur ähnlich viele Zuseher an den Geräten ihr Sofa-Interesse widmeten.

Für den gestrigen Samstag aufgezeichnet überschatteten schon ein Chaos bei den Dreharbeiten, die insoweit Schlag-den-Raab-ähnlich außerplanmäßig erst weit nach Mitternacht endeten, und eine notdürftige zusammengeschnittene 144-Minuten-Ausstrahlungsfassung den Versuch, eine neue Show-Reihe zu etablieren.

Einer der 1000 Kandidaten hatte bei der Produktion gar einen Herzinfarkt erlitten und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Im Übrigen war es eine Männer-Show: Unter den 500 Kandidaten, die nach dem Jogging-Fitnesstest noch dabei waren, waren nur 26 Frauen. Doch für uns Emsländer identifikationsmäßig bedeutsam: Mittendrin statt nur dabei kämpfte unsere Lingener PR-Allzweckwaffe Tobias Dankert, um die ausgelobten 100.000 Euro, und es warf ihn als Nummer 248 erst hinaus, als ihm beim Puzzlespiel der letzten 24 Männer samt Quotenfrau ein BN-orangerotes Teil auf den Boden fiel, er es zwar blitzschnell wieder aufhob, doch dann die Teile nicht mehr zusammenbrachte. Ja, wäre es schwarz gewesen, dann… Tobis getwittertes Fazit: „Da war leider Schluss – aber dennoch bin ich sehr stolz. 25/1000“.

Schließlich gewann in Realzeit um 3.30 Uhr der Berliner Manfred Grühn und erschöpft fragte Kerner ihn: „Manfred, freust du dich gar nicht?“ Eigentlich freute sich nach 144 Minuten auch sonst keiner.

SPON schreibt heute die Show mit dem seltsam gebrühten Gesangsauftritt der Delmenhorsterin „Wie-schön-Du-bist“-Sarah Connor in den Keller und schlägt vor: „Das nächste Mal könnte Kerner seine Teilnehmerschar vielleicht einfach auf zehn Männer zwischen 20 und 40 Jahren reduzieren. Wenn es ein nächstes Mal gibt.“ Diese Kritik kann ich aus emsländischer Sicht natürlich so nicht stehen lassen, weil… also: Dann nämlich hätte „25/1000“-@TobiLingen von Anfang an nicht mehr dabei gewesen sein können.

 

2 €

27. April 2015

Ja, ich weiß, es ist Englisch. Aber Ihr versteht es und Michael Sänger sowieso:

Fashion for a bargain – that‘s what everyone wants. A t-shirt for 2€ or jeans for less than 10€ isn‘t inconceivable nowadays. Unfortunately, people don‘t often consider who is paying the real price.

We placed a bright turquoise vending machine, offering t-shirts for 2 Euros, at Alexanderplatz in Berlin, to test whether people would still buy it when they are confronted with the conditions in which it was produced.

April 24th is Fashion Revolution Day. It‘s held in memory of the 1,129 workers killed in 2013 when the Rana Plaza garment factory in Bangladesh collapsed.

Lets challenge brands and retailers to take responsibility for the individuals and communities for which their business depends. Ask #whomademyclothes and start a #FashRev.

Join the revolution at: http://fashionrevolution.org/

Goethe Sänger

20. September 2014

Bildschirmfoto 2014-09-18 um 14.25.03
Michael Sänger

Lingen (Ems) – in der Remise bei Homeworks, Burgstraße 26
Sonntag, 21. Sept. -2014  – 17 Uhr
Eintritt: 15 € [Plätze sind limitiert] ausverkauft
Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben.
Heiteres, Biographisches und Nachdenkliches
zu und von Johann Wolfgang von Goethe.Kartenvorverkauf bei:Homeworks
Burgstrasse 26
49808 Lingen
Telefon 0591.120.78118
cm(at)christinmross.com
ps
Der eine oder die andere wird sich erinnern. Als J.W. v. Goethe den Aphorimus ersann, setzt er noch Ach Gott! vorneweg. Nun stellt sich drängend die Frage, weshalb das (oder der) nun in der Einladung weggefallen ist…
 

unsere Zeit

30. April 2014

Bildschirmfoto 2014-04-29 um 22.27.06Netzpolitik.org veröffentlichte gestern einen Vortrag des Hamburger Strafverteidigers Dr. h.c. Gerhard Strate (Foto), den er in der Karwoche vor dem renommierten Überseeclub der Hansestadt gehalten hat. Leser Aristoteles kommentiert den Vortrag so:

„Ganz exzellent, ein wirklicher Genuss zu lesen. Dieser “Gesellschaftstrend” … zur Entrationalisierung, also Ausschaltung des Verstandes zugunsten von “Gefühl”, leider mehr die negative als die positive Seite, …ist nicht nur in der Rechtsprechung erkennbar….“

Recht hat er.

Also nehmen Sie sich bitte etwas Ruhe und Zeit, lesen vielleicht vorher noch diesen Thread und diesen Kommentar des von mir durchaus geschätzten Michael Sänger und dann freuen Sie sich auf die Herren Uli Hoeneß und Michael Jauernik. Netzpolitik.org kommentiert:

Im Vortrag von Rechtsanwalt Dr. h.c. Gerhard Strate, den er am 15. April 2014 in Hamburg gehalten hat, geht es dem Titel nach um Strafverteidigung, eigentlich aber um den Zustand der Strafjustiz in der Bundesrepublik. Weil Strafrechtsfragen immer wieder eine prominente Rolle bei uns spielen und Strafverfahren nicht selten für viel Kopfschütteln sorgen, finden wir den Text auch für netzpolitik.org sehr spannend:
Er kann dabei helfen zu verstehen, warum Strafverfahren oft so dysfunktional erscheinen, und liefert wichtige Hintergrund-Infos für das Verständnis der Strafjustiz. Strate diskutiert heikle Fragen wie die – angebliche? – Überlastung der Justiz und sogenannte “Deals” im Strafverfahren, und als Sahnehäubchen bekommt außerdem die besonders zensurfreudige Hamburger Pressekammer ihr Fett weg.

Wir veröffentlichen den Vortrag hier als Crosspost der Online-Zeitschrift für Strafrecht HRRS.de. Den Vortragsstil haben wir beibehalten.

„Strafverteidigung in unserer Zeit

Zunächst danke ich für die Einladung zu diesem Vortrag und ich danke auch für die freundlichen Worte, mit denen Michael Behrendt mich begrüßt hat.

„Strafverteidigung in unserer Zeit“ – dieses Thema führt zwei Themen zusammen: Strafverteidigung und unsere Zeit. Ich möchte zunächst einmal ganz isoliert an „unserer Zeit“ hängenbleiben und sie um Nachsicht bitten, wenn ich nicht sofort auf die „Strafjustiz“ zumarschiere. Ich möchte Sie bitten, mit mir gemeinsam einen kurzen Moment innezuhalten. Es geht um einige wenige Assoziationen, die ich meinem Referat voranstellen möchte….

(mehr …)

[Foto: © Strate.net]

ps Ich melde mich mal eben vier Tage ab. In der Zwischenzeit gibt es gefühlvolle Hafenbilder aus Lingen (Ems). Ich danke milanpaul und pipp021 aus der Lingen-Gruppe bei flickr.

Sänger trifft Wagner

29. Oktober 2013

Bildschirmfoto 2013-10-26 um 22.21.44

Anlässlich des 200. Geburtstags von Richard Wagner begrüßt Christine Mross in ihrem Geschäft „Homeworks“ zu einer Lesung der besonderen Art.
Losgelöst von jedem überflüssigen Detail verschafft Michael Sänger auf ebenso einzigartige wie witzige Weise einen Überblick über den ‚Ring des Nibelungen‘: Wagner’s ‚Ring des Nibelungen‚ in einer Stunde als Schnellkurs.

Wir freuen uns auf „einen grandiosen Sonntagnachmittag mit Michael Sänger“.

Lingen (Ems) – Homeworks, Burgstraße 26
Sonntag, 3. Nov. 2013  –  18 Uhr 17 Uhr 

Eintritt 15,00 inklusive Begrüßunggetränk und kleinem Snack.
Kartenvorverkauf bei Homeworks in Lingen (Ems).

cm@christinmross.com  ausverkauft

Seite 15

27. Dezember 2012

Bildschirmfoto 2012-12-27 um 00.01.33Am vergangenen Sonntag,  dem Tag vor Heiligabend, schrieb Michael Sänger:

„Da flattert mir heute Morgen der neueste famila-handzettel für Weihnachten und Silvester ins Haus und ich lese auf Seite 15 folgende Werbung:

Kinder-Colt (8 Schuss-Pistole aus Zink und Kunststoff) € 5.99
Kinder-Pistole (8 Schuss-Pistole aus Zink- und Kunststoff) € 5.99
Kinder-Pistole (Magnum-antik aus Zink und Kunststoff) € 10.99
Kinder-Pistole (Interpol-spezial:
12 Schuss Pistole mit Schalldämpfer aus Zink und Kunststoff) € 11.99.

Da hat eben in USA ein jugendlicher Amokläufer 20 Kinder und 7 Erwachsene erschossen und die Verkaufsstrategen von famila bieten einen Tag vor Weihnachten, dem angeblichen FEST DES FRIEDENS Spielzeugpistolen für Kinder an. Was geht in den Köpfen solcher Manager vor? Ich weiß es: Geldverdienen und nochmal Geldverdienen. Dagegen ist nichts zu sagen, aber dazu muss man keine Spielzeugwaffen für Kinder verkaufen! Fördert man damit nicht schon in früher Kinderheit eine spätere Gewaltbereitschaft?

Ich finde diese Werbung empörend und werde diesen Laden nicht mehr betreten!“

Michael Sänger schrieb seinen Beitrag in der „Facebookgruppe“ Du weißt du kommst aus LINGEN/EMS wenn, –bekanntlich mit fünf Deutschfehlern in sieben Wörtern und abgekürzt DwdkaLw. Sie zeichnet sich nicht selten durch eine beglückende Oberflächlichkeit aus. [update 27.12.23.00 Uhr: Da hat mir meine nächtliche Recherche einen Streich gespielt. MS schrieb wohl nur auf seiner fb-Seite, nicht in dieser DwdkaLw-Gruppe, die mich aber prompt wegen der vorstehenden Zeilen wohl rausgeworfen hat. Eine Info darüber hab ich nicht bekommen, kann allerdings die fb-Gruppenseite nicht mehr aufrufen. So bestätigen selbstherrliche DwdkaLw-Admis meine Einschätzung, oder? ]

Folgerichtig erklärt der aufgeweckte Julian Witschen dem kritischen Michael Sänger und gleichermaßen uns allen die Gründe, weshalb die famila-Werbung irgendwie doch ganz ok oder zumindest nicht zu kritisieren sei, so:

„Es gibt keine Welt ohne Waffen. Es gab nie eine und wird auch nie eine geben. Warum soll man Kindern diese Illusion vorleben? Das halte ich für falsch, weil ich nicht derjenige sein möchte, der den Kindern dann erklären muss, wieso es soviel Böses auf der Welt gibt.
Besser ist doch, dass Kinder schon spielerisch über Räuber und Gendarm lernen können, was gut und was falsch, wer gut oder wer böse ist. Das richtige Beiwerk in Sachen Moral und Ethik muss von den Eltern und der Gesellschaft kommen – dann werden Waffen auch nicht für scheußliche Taten missbraucht.
Ich bin nicht der einzige, der als Kind mit Spielzeugwaffen gespielt hat und ich bezweifel stark, dass ich dadurch gewaltbereiter bin als irgendwer sonst.“

Wow! Die weihnachtliche Werbung für Spielzeugwaffen als Erklärung für Kinder, wer gut und wer böse ist. Als besonderer, kindgerechter Beitrag zum Frieden gar? Da halte ich es allerdings doch lieber mit der Empörung des Michael Sänger und seinem Satz, das Geschäft nicht mehr zu betreten.

Außerdem denke ich daran, dass wir vor 30 Jahren schon einmal deutlich weiter waren, als in den Lingener Ratsgremien darüber diskutiert wurde, den Verkauf von Kriegsspielzeug auf den Märkten und Plätzen der Stadt zu verbieten. Es scheiterte, wenn ich mich recht erinnere, am Veto der CDU-Mehrheit; allerdings hat damals nicht einmal die die Auffassung geplappert, mit dem Kauf derartigen Spielzeugs  könne man Gut und Böse „spielerisch“ lernen – beispielsweise mit Interpol-Spezialpistole mit 12 Schuss, Schalldämpfer aus Zink und Kunststoff.

Nähern wir uns also wieder 1835, als Hoffmann von Fallersleben den Text dieses Weihnachtsliedes schrieb?

Morgen kommt der Weihnachtsmann,
kommt mit seinen Gaben.
Trommel, Pfeifen und Gewehr,
Fahn’ und Säbel und noch mehr,
ja ein ganzes Kriegesheer
möchte’ ich gerne haben….“

Verantwortlich für die DwdkaLwFb-Diskussion sind die von mir erwähnten Protagonisten. Persönlich verantwortlich für die Spielzeugwaffen im famila-Prospekt ist der Geschäftsführer von famila-Nordwest Pasquale Rizzo. Der rückt jetzt am 1. Januar im Bünting-Konzern vom Chef der famila-Läden um zum Chef von Nord-West-Dienstleistung GmbH. Die „sorgt seit mehr als 5 Jahren für ein einheitliches und sauberes Erscheinungsbild im Lebensmittelmarkt.“  „Sauberes Erscheinungsbild“ – das ist doch mindestens genauso wichtig wie Gut und Böse.

Trefflich

17. Mai 2012

In ihrem Kommentar zu meinem Beitrag über das angekündigte Scheitern der Renovierung der Alten Posthalterei am Markt, schrieb gestern „eine Studierende, ob man in Lingen nichts Besseres zu tun habe, als über historische Dachpfannen zu diskutieren. Ist eine legitime Frage, wie ich finde (und Michael Sänger hat sie pädagogisch angemessen-angestrengt beantwortet).

Doch tatsächlich hat in diesen Tagen unser Städtchen, an Architektur und Denkmalschutz traditionell nicht immer interessiert,  weiterhin nichts Besseres zu tun, als über die herrliche Nichigkeit „Das perfekte Dinner“ zu quatschen. Also auch hier und heute noch mal kurz zu DPD (Hashtag: #DPDEL), über das die LT täglich ungewohnt flott berichtet. Und über Kalle, der  mit sich selbst gesprochen hat, lese ich – also mit seinem KK-Porträt- und erfahre auch: Die überdrehten DPDEL-Mitköchinnen Reinhild (Haselünne) und Sarah (Nordhorn) reagierten genervt auf seine Kivelingitis.

Nachdem Kalles Fußballkarriere nämlich schon vor mehr als einem Jahrzehnt nach erfolgreicher F- und E-Jugend  mit der D-Jugend des TuS Lingen zu Ende ging, hat er sich dem zweiten lokalen Traditionsverein zugewandt, der bisweilen ähnlich angefeindet wird wie sein erster. Dort wurde er 1. Kapitän, was nichts mit Marine zu tun hat. So porträtierte ihn trefflich vor Jahresfrist Hans Einspanier, Topfotograf der Region. Aufmerksame Leser erinnern sich an das am 10. Juni letzten Jahres als Teil der Kivelingserie hier präsentierte Fotobild. Das schenkte ihm nach dem Kivelingfest der fotogen-Fotograf aus der Burgstraße und Kalle machte damit, was mit einem Bild gemacht werden muss: Er hängte es auf.  Die Kochdamen Sarah und Reinhildwaren darob genervt. Doch sollte man es nicht vielleicht  den beiden schenken, damit sie dann etwas Eigenes haben? Es bleibt nämlich, weil es gut ist, übrigens auch noch dann, wenn über DPDEL schon längst nur noch mit „Weissenochdamals“ an heimischen Theken gequasselt wird.

Und Kiveling Kalle kochte, sprach mit seinem Einspanier-Porträt und inszenierte sein DPD konsequent  kivelingisch. Für ihr Vielzuviel wird vor allem Reinhild  seit gestern in Dutzenden Beiträgen auf der facebook-Seite von DPD in Grund und Boden kommentiert. Die Szene denkt eben weniger kulinarisch als vielmehr wohl alttestamentarisch.  Also zu viel K-Frage? Nö, war ok und  passte schon zu Dir, Kalle! Und das wollten wir in Lingen doch wissen.

(Foto: Kivelinge – 1. Kapitän Kalle Pingel © Hans Einspanier)

500!

4. Mai 2012

Gerade hab ich’s gelesen und da will und muss ich herzlich gratulieren:

Heute Abend um 19 Uhr findet die 500. Vorstellung des LINGENER MARIONETTENTHEATER seit seinem Bestehen im Jahre 1997 im Professorenhaus statt.

Gespielt wird Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Vorstellung ist, wie immer, ausverkauft. Aber jeder, der sich anmeldet, kommt nach einer gewissen Wartezeit in eine Vorstellung, auch wenn immer behauptet wird, man habe da – wie in Bayreuth – keine Chance auf eine Karte.

Auf seiner facebook-Seite dankt Impresario Michael Sänger seinem Team, „das der Arbeit dieses Theaters seine Zeit und sein Engagement geschenkt hat und freue mich auf die nächsten 500 Vorstellungen!“

Toitoitoi, Michael Sänger!

ps Eine ausführliche Darstellung über die Entstehungsgeschichte, die Stücke des Theaters sowie die Autobiografie des Leiters Michael Sänger finden Sie im 2011 erschienen Band „Wer nicht spielt, nimmt sich zu wichtig – Das Lingener Marionettentheater„.