Lingener Marionettentheater

13. September 2019

19. Internationales Fest der Puppen
„Was ihr wollt“
Komödie von William Shakespeare
Lingener Marionettentheater
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5/6
Samstag, 14. Sept. – 18 Uhr

Karten 15 €, erm. 7,50 €

Das Marionettentheater ist ein „lebendiges Museum“: Auf seiner Bühne kann der Zuschauer erleben, auf welche Weise im 18. und 19. Jahrhundert die damals weit verbreiteten Marionettentheater ihre Stücke aufgeführt haben. Das Theater bemüht sich also um eine – vor allem bei den Marionetten, Bühnenbildern und den Requisiten – relativ historisch detailgetreue Wiedergabe der damaligen Aufführungspraxis.

Zum 19. Fest der Puppen in Lingen zeigt das Marionettentheater die beliebte Komödie von Shakespeare „Was ihr wollt“.

Viola hat ein Schiffsunglück vor der Küste Illyriens überlebt, bei dem ihr Zwillingsbruder Sebastian ums Leben gekommen zu sein scheint. Viola beschließt, als Knabe verkleidet in die Dienste des Herzogs Orsino zu treten, der über Illyrien herrscht. Orsino ist unsterblich verliebt in die Gräfin Olivia, die aber aus Trauer um ihren verstorbenen Bruder sieben Jahre lang ihr Gesicht verschleiern und die Gesellschaft von Männern meiden will. Die als Mann verkleidete Viola, die sich jetzt Cesario nennt, gewinnt rasch die Gunst Orsinos und wird von ihm beauftragt, seine Liebesbotschaften an Olivia zu übermitteln. Olivia verliebt sich jedoch in den „jungen Mann“ Cesario, während Cesario/Viola Gefallen am Herzog gefunden hat.

Auch Ritter Andreas Bleichenwang würde Olivia gerne heiraten und findet Unterstützung bei Olivias Onkel Tobias Rülps, der es auf das Geld seiner Nichte abgesehen hat, um seine Saufgelage zu finanzieren. Die nächtlichen Ausschweifungen der beiden werden jedoch von dem Verwalter Malvolio immer wieder gestört. Um sich an dem Widersacher zu rächen, beschließen Rülps und Bleichenwang zusammen mit der Zofe Mary und dem Narren Feste, Malvolio einen Streich zu spielen: Mary, deren Handschrift derjenigen Olivias gleicht, fälscht einen Brief der Gräfin an den Verwalter, der diesen glauben machen soll, Olivia habe ein Auge auf ihn geworfen. Malvolio fällt auf den Inhalt herein und handelt gemäß den Vorgaben des Briefes: Er trägt gelbe Strümpfe mit überkreuzten Strumpfbändern, benimmt sich seltsam und lächelt die ganze Zeit. Wegen dieses Verhaltens erklären Tobias und Mary Malvolio für verrückt und sperren ihn in einen dunklen Raum. Der Eingesperrte wird obendrein gepeinigt, als sich Feste ihm als Geistlicher vorstellt und behauptet, der Raum sei voller Fenster und hell.

Die Ereignisse überschlagen sich, als Sebastian – der den Schiffbruch überlebt hat – auftaucht und für Cesario gehalten wird. Olivia trifft auf Sebastian, verwechselt ihn mit Orsinos Boten und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Es kommt zum Showdown: Orsino droht, den vermeintlich untreuen Diener zu töten, was durch das Auftreten Violas jedoch verhindert wird. Am Ende wendet sich vieles zum Guten: Sebastian bleibt bei Olivia, die Zwillinge erkennen einander, Orsino verspricht Viola zu heiraten, Bleichenwang zieht unverrichteter Dinge davon, Sir Toby heiratet das Kammermädchen Mary und Malvolio wird aus seiner Gefangenschaft entlassen.

Mitwirkende:
Leitung: Michael Sänger, Laurenz Bäthke
Regie: Michael Sänger
Spiel: Frauke Kröger, Ulrike Bredenbröker, Brigitte Kohring, Marlene Siefke-Korte, Laurenz Bäthke
Ton, Beleuchtung: Moritz Bäcker, Christian Forsting
Figuren: Dagmar Hagel
Bühnenbild, Ausstattung: Michael Sänger/ Christian Forsting

Für Erwachsene und Jugendliche, Dauer ca. 90 Minuten

Karten für diese Veranstaltung gibt es im Professorenhaus am Universitätsplatz und in der Vorverkaufsstelle der Touristinformation.


Foto oben: Szenenausschnitt „Was ihr wollt“ © Stadt Lingen; unten: William Shakespeare publicDomain

Das Lingener Marionettentheater im Professorenhaus am Universitätsplatz ist natürlich kein Geheimtipp mehr. Aber es bietet nur 18 Besuchern Platz und wird lediglich Freitags um 19 Uhr  bespielt. Während der niedersächsischen Schulferien bleibt das Theater geschlossen. Der Eintritt kostet pro Person € 12.–.

„Die Nachfrage nach einem Theaterbesuch ist so groß, dass wir Kartenwünsche für Gruppen erst nach etwa zwei Jahren, für Einzelpersonen dagegen etwas früher erfüllen können.“

Für Karten muss man sich in die Warteliste eintragen; der Eintrag wird schriftlich bestätigt. „Etwa drei Monate vor einem möglichen Theaterbesuch werden Sie von uns angerufen, dann wird der Termin und das Theaterstück festgelegt.“

Mehr hier

[Szene aus „Doktor Fausts Höllenfahrt“ des Lingener Marionettentheaters]

500!

4. Mai 2012

Gerade hab ich’s gelesen und da will und muss ich herzlich gratulieren:

Heute Abend um 19 Uhr findet die 500. Vorstellung des LINGENER MARIONETTENTHEATER seit seinem Bestehen im Jahre 1997 im Professorenhaus statt.

Gespielt wird Die Zauberflöte von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Vorstellung ist, wie immer, ausverkauft. Aber jeder, der sich anmeldet, kommt nach einer gewissen Wartezeit in eine Vorstellung, auch wenn immer behauptet wird, man habe da – wie in Bayreuth – keine Chance auf eine Karte.

Auf seiner facebook-Seite dankt Impresario Michael Sänger seinem Team, „das der Arbeit dieses Theaters seine Zeit und sein Engagement geschenkt hat und freue mich auf die nächsten 500 Vorstellungen!“

Toitoitoi, Michael Sänger!

ps Eine ausführliche Darstellung über die Entstehungsgeschichte, die Stücke des Theaters sowie die Autobiografie des Leiters Michael Sänger finden Sie im 2011 erschienen Band „Wer nicht spielt, nimmt sich zu wichtig – Das Lingener Marionettentheater„.