Bundesverkehrtminister

17. März 2019

Der grüne Bundestagsabgeordnete Sven-Christian Kindler hat im Bundesverkehrsministerium nachgefragt, wie oft sich Minister Scheuer (CSU) im ersten Jahr seiner Amtszeit mit Vertreter der deutschen Autoindustrie und von Umweltschutzverbänden getroffen hat. Die von Kindler auf Twitter veröffentlichte Antwort verblüfft. Wir erkennen: Der CSU-Mann ist ein Bundesverkehrtminister. Ein Lehrstück:

Man kann es auch satirisch auf den Punkt bringen

 

Nachtrag: Derweil versteht die SPD nicht ansatzweise, dass und warum sie für diese Art der Politik verantwortlich gemacht wird.

Grimme Preis 2019

26. Februar 2019

Zum 55. Mal wird 2019 die Grimme-Preise verliehen. Stifter der renommierte Medieauszeichnng  ist der Deutsche Volkshochschul-Verband (DVV), weitere Partner sind das Land Nordrhein-Westfalen, das Zweite Deutsche Fernsehen (ZDF), der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und 3sat.

Den besonderer Fokus auf Gegenwartsthemen und innovative „Ansätze der crossmedialen Verbreitung“ (O-Ton) kennzeichnen das aktuelle Grimme-Preisjahr. Insgesamt werden in den vier Wettbewerbskategorien Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung und Kinder & Jugend sechzehn Preise für herausragende TV-Produktionen vergeben. Ein weiterer Preis wird von der Publikumsjury Marler Gruppe verliehen. „In diesem Jahr ließ sich kategorienübergreifend beobachten, wie aktuelle komplexe Diskurse um Cyberkriminalität, Rechtspopulismus oder soziale Ungerechtigkeit durch mitreißend inszenierte, umfassend recherchierte, aber auch humoristische Geschichten transportiert werden“, so Grimme-Direktorin Dr. Frauke Gerlach.

Es ist erneut ein starkes Jahr für die Serie: In der Kategorie Fiktion werden „Hackerville“ (UFA Fiction/mobra films für HBO Europe/TNT Serie), „Bad Banks“ (LETTERBOX Filmproduktion/IRIS Productions für ZDF/ARTE) und „Beat“ (Hellinger/Doll Filmproduktion/Warner Bros. Film Productions Germany/Pantaleon Films für Amazon Prime Video) mit einem Grimme-Preis ausgezeichnet. „Die Auszeichnung von gleich drei Serien zeigt die Vielfalt, Innovationsfreude und den Stellenwert des Formats Serie“, resümierte Frauke Gerlach. Mit dem einzigen Preis für ein Einzelstück, der in diesem Jahr in der Kategorie Fiktion vergeben wird, zeichnet die Jury die Komödie „Familie Lotzmann auf den Barrikaden“ (Kordes & Kordes Film für ARD Degeto) aus: Neben Sönke Andresen (Buch) dürfen Axel Ranisch (Regie) sowie Gisela Schneeberger und Jörg Gudzuhn (Darstellung) einen Preis entgegennehmen. Ein Spezialpreis geht an Erol Yesilkaya (Buch) und Sebastian Marka (Regie) „für den spielerischen und selbstironischen Umgang mit dem Format Tatort und die Einbettung in einen cineastischen Kontext“ im „Tatort: Meta“ (Wiedemann & Berg Television für RBB).

Fünf Preise werden in der Kategorie Information & Kultur vergeben: Für die Dokumentation „Betrug – Aufstieg und Fall eines Hochstaplers“ (EIKON Media Stuttgart/SPAETH Film für SWR) wird David Spaeth (Buch/Regie) ausgezeichnet. Jana Merkel und Michael Richter (beide Buch/Regie) erhalten eine Trophäe für „Die Story im Ersten: Am rechten Rand“ (NDR/MDR). Für „Kulenkampffs Schuhe“ (zero one film für SWR/HR) zeichnet die Jury Regina Schilling (Buch/Regie) aus. Ein Spezialpreis für den Dreiteiler der Sendereihe „Die Story: „Ungleichland – Reichtum, Chancen, Macht“ (btf für WDR) und „das dazugehörige zukunftsweisende Online-Konzept“ geht an das Team von Docupy.

Mit dem Preis für eine „Besondere Journalistische Leistung“ innerhalb der Kategorie Information & Kultur wird Isabel Schayani ausgezeichnet. Die Jury lobt die besondere Qualität ihrer Tagesthemen-Kommentare, Weltspiegel-Moderationen und WDRforyou-Beiträge (WDR).

Der Publikumspreis der „Marler Gruppe“, die in diesem Jahr das Kontingent der Kategorie Information & Kultur gesichtet und bewertet hat, geht an den Dokumentarfilm „Im Schatten der Netzwelt – The Cleaners“ (gebrueder beetz filmproduktion/Grifa Filmes für WDR/NDR/RBB in Zusammenarbeit mit ARTE). Neben Hans Block und Moritz Riesewieck (beide Buch/Regie) möchte die Marler Gruppe auch die besondere Produktionsleistung hervorheben und zeichnet dafür Christian Beetz und Georg Tschurtschenthaler aus.

Für die Unterhaltungsshow „CATCH! Der große Sat.1 Fang-Freitag“ (BRAINPOOL TV/Lucky Pics für Sat.1) erhalten Luke Mockridge (Idee) und Tobias Pollmüller (Creative Producer) sowie Frank Lieberich (Regie) einen Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung. Maren Kroymann (Darstellung/Buch) und Sebastian Colley (Headautor) können sich erneut über eine Auszeichnung für „Kroymann“ (btf für RB/SWR/NDR) freuen. Ein weiterer Preis in der Kategorie Unterhaltung geht an Sanja Pijanovic (Redaktion btf), Christian Reuther (Creative Producer), Max Bierhals (Headautor), Jan Böhmermann und Philipp Käßbohrer (beide Idee/Umsetzung) für „Lass dich überwachen! – Die PRISM IS A DANCER Show“ (btf für ZDF/ZDFneo).

In der Kategorie Kinder & Jugend wird zum ersten Mal ein Spezial-Preis vergeben: Die Jury zeichnet Marco Giacopuzzi „für seine herausragende Autorenleistung, sein Gespür für Themen und Protagonisten und die sensible und berührende Umsetzung von Beiträgen zur Reihe „Schau in meine Welt“ aus. Für das funk-Format „Bohemian Browser Ballett“ (Steinberger Silberstein SWR/funk) dürfen stellvertretend Schlecky Silberstein (Idee/Buch), Christina Schlag und Raphael Selter (beide Buch/Regie) jeweils eine Trophäe entgegennehmen. Nachdem im vergangenen Jahr kein Kinderformat ausgezeichnet wurde, wird 2019 mit Julia Ocker (Buch/Regie) und ihrer Reihe „Animanimals“ (Studio FILM BILDER für KiKA/SWR) eine Produktion geehrt, die sich an Kleinkinder richtet.

Die Verleihung des 55. Grimme-Preises findet am 5. April 2019 im Theater der Stadt Marl statt und wird von 3sat zeitversetzt ab 22.25 Uhr im Fernsehen ausgestrahlt. Bereits ab 19.10 Uhr überträgt 3sat die Preisgala per Livestream auf www.3sat.de.

 

Unser Emsland!

13. November 2017

Unsere Steuern, Unser Landrat, Unser Emsland! Sie haben es planlos für 8,4 Mio Euro in den ZDF-Länderspiegel geschafft und das ganz ohne SV Meppen.

Luther

31. Oktober 2017

Heute vor einem halbe Jahrtausend: Martin Luther findet sich unerwartet auf der großen Bühne der Weltpolitik wieder, bewundert, gefürchtet und verhasst. Denn er bringt das uralte Machtgefüge der katholischen Kirche ins Wanken und bereitet den Weg für ein neues Denken. Hinter der Reformation versammeln sich mächtige Protagonisten dieser Zeit. Für sie kommt der Mönch aus Wittenberg wie gerufen. Luther wird zur Galionsfigur der Erneuerer und zum Feindbild des Papstes. Denn die Thesen Martin Luthers vom 31. Oktober 1517 markieren den Beginn einer Revolution, durch die sich für die Menschen viel mehr ändert als nur das Verhältnis zur Kirche.

Im ersten Teil der Dokumentation wandert ZDF-Journalist Harald Lesch über die Alpen – wie der junge Augustiner Martin Luther im Jahr 1510. Der junge Mönch wird in einer wichtigen Ordensangelegenheit nach Rom geschickt. Unterwegs macht er Station in Florenz, damals ein Zentrum der Kreativität. Eine Art Kulturhauptstadt Europas. Michelangelo, Raffael, Botticelli – sie prägen ein neues Bild vom Menschen. Wollen wir nicht auch heute noch aussehen wie eine Skulptur von Michelangelo? Harald Lesch trainiert in einem Fitnessstudio und stellt fest: Diese Art von vernunftbetontem Verhalten, die Vervollkommnung der eigenen Person – das ist ein Erbe des Humanismus vor 500 Jahren.

BND-Gesetz

20. Oktober 2016

Legalisierte Massenüberwachung, weniger parlamentarische Kontrolle und Datenweitergabe an die NSA: Das neue BND-Gesetz hat es in sich. Diesen Freitag stimmt der Bundestag darüber ab. Wir haben für euch die fünf drastischsten Punkte zusammengefasst.

Am Freitag soll der Bundestag das umstrittene BND-Gesetzespaket verabschieden, das die Befugnisse des Bundesnachrichtendienstes (BND) erheblich ausweitet. Die Kritik von drei Sonderberichterstattern der Vereinten Nationen, der OSZE, namhaften Juristen, Wirtschaftsvertretern, Journalistenverbänden, zahllosen Menschenrechtsorganisationen, ARD und ZDF sowie der Opposition im Bundestag wird von der Großen Koalition komplett ignoriert. Wir fassen hier nochmal die drastischten Auswirkungen des neuen Gesetzes zusammen. Bitte teilen und Donnerstag und Freitag mitdemonstrieren!

1. Abhören wird jetzt auch im Inland legal

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Der Auslandsgeheimdienst BND darf innerhalb Deutschlands nicht abhören. Er tat es dennoch. Deswegen klagt der Internet-Knoten DE-CIX dagegen, dass er seit 2009 vom BND abgehört wird. Das geplante BND-Gesetz will nun den bisher illegalen Vollzugriff legalisieren.

2. 100 Prozent Überwachung statt Limits

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Bisher durfte der BND nur einzelne Leitungen abhören, z. B. eine Glasfaser der Telekom zwischen Luxemburg und Wien – und davon eigentlich nur zwanzig Prozent der Kapazität. Im Gesetzentwurf fallen beide Grenzen und der BND darf ganze Telekommunikationsnetze ohne Begrenzung anzapfen, also etwa sämtliche Telekom-Leitungen oder den gesamten Internetknoten DE-CIX. Damit wird das Ausmaß der Überwachung erheblich steigen. Ein Full Take, wie es in der Geheimdienstsprache heißt.

3. Gummiparagrafen statt klarer Abhörgründe

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Bislang galten für den BND acht Abhörgründe wie Terrorangriffe auf die BRD oder Menschenschmuggel, die aber zuletzt auch schon aufgeweicht wurden. Mit dem BND-Gesetz kommen neue schwammig formulierte Anlässe, die de facto keine echte Begrenzung darstellen. Dazu zählen: „Gefahren für die innere und äußere Sicherheit der BRD“ oder „sonstige Erkenntnisse von außen- und sicherheitspolitischer Bedeutung“. Mit solchen Gummiparagrafen lässt sich alles rechtfertigen.

4. Vorratsdatenspeicherung für die NSA

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Metadaten, die nicht eindeutig von Grundrechtsträgern stammen, hat der BND schon bisher gesammelt – im Zweifel also fast alles. Künftig soll der BND Metadaten anlasslos ein halbes Jahr speichern dürfen. Und nach dem neuen BND-Gesetz darf der Geheimdienst diese Daten massenhaft und automatisch an „Partner“ wie die NSA geben. Bisher gab der BND der NSA mindestens 1,3 Milliarden Metadaten jeden Monat – wenn nicht illegal, dann auf sehr fragwürdiger rechtlicher Grundlage. Mit dem neuen BND-Gesetz wird das alles legalisiert.

5. Noch mehr Gremien statt echter Kontrolle

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Die Kontrolle der Geheimdienste ist schon jetzt zersplittert in drei Gremien, die jeweils nur einen Ausschnitt sehen. Das Gesetz schafft ein viertes, „unabhängiges“ Gremium, das aber von der Bundesregierung ernannt wird. Somit gibt es weiterhin keine Kontrollinstanz, die ein vollständiges Bild über die Aktivitäten des BND hat. Effektive Kontrolle ist so unmöglich, das sieht sogar Ex-BND-Chef Gerhard Schindler so.

Im Juni haben wir den Gesetzesentwurf geleakt. Schon damals war klar: Die neuen Befugnisse sind grundrechtswidrig. Die seitdem vorgenommenen Änderungen haben es noch schlimmer gemacht.

(via @netzpolitik.org}

Keine Satire

14. August 2016

Manche Probleme lösen sich von selbst: Bevor man in Deutschland von Flüchtlingen beraubt/missbraucht/verspeist wird, wählen viele Deutsche die Flucht ins Ausland. Immobilienmakler Ottmar Heyde macht gerade den Reibach seines Lebens mit Deutschen, die nach Ungarn flüchten, um dort nicht weiter Opfer von Merkels Flüchtlingspolitik zu sein. Und weil Satire dieser Tage nicht immer von Realität unterschieden werden kann, sagen wir es direkt: Der folgende Beitrag von ZDF heute ist keine Satire bzw. hatte hier niemand die Absicht, eine Satire zu produzieren. (Quelle)

Zukunft

31. Dezember 2015

Wie man sich 1972 die Zukunft vorstellte: Richtung 2000 – Vorschau auf die Welt von morgen, wie sie damals beim ZDF auf Sendung ging. Guten Rutsch ins neue Jahr! Und nicht so viele „Optimum10“ nehmen… 😉

(Quelle)

Manfred & Tobi

3. Mai 2015

Ein wenig Gossip? Bitte:
Nur 3,64 Mio Zuschauer -so kress.de- wollten gestern Abend Johannes B. Kerners TV-Showversuch „1000 – Wer ist die Nummer 1?“ sehen. Das ist in unserer Quotenzeit zu wenig bei der ZDF-Suche nach Ersatz für die Samstagabend-Familienshow „Wetten, dass ..?“. Das Konzept der Sendung: 1000 Kandidaten treten in zehn Runden gegeneinander an. Ihre Spiele sind eine Mischung aus Intelligenztests, Geschicklichkeitsübungen und sportlichen Wettbewerben. Wer als Sieger übrig Bildschirmfoto 2015-05-03 um 14.11.49bleibt, gewinnt 100.000 Euro. Das ZDF presste die acht Stunden Aufzeichnung in etwas mehr als zwei Stunden Show und nutzte die Sendezeit lieber für Gute-Laune-Videos von den Kandidaten.  Am Ende schnitt die Show ähnlich schlecht ab wie „Das große Schlüpfen“, dem am 1. April auch nur ähnlich viele Zuseher an den Geräten ihr Sofa-Interesse widmeten.

Für den gestrigen Samstag aufgezeichnet überschatteten schon ein Chaos bei den Dreharbeiten, die insoweit Schlag-den-Raab-ähnlich außerplanmäßig erst weit nach Mitternacht endeten, und eine notdürftige zusammengeschnittene 144-Minuten-Ausstrahlungsfassung den Versuch, eine neue Show-Reihe zu etablieren.

Einer der 1000 Kandidaten hatte bei der Produktion gar einen Herzinfarkt erlitten und wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Im Übrigen war es eine Männer-Show: Unter den 500 Kandidaten, die nach dem Jogging-Fitnesstest noch dabei waren, waren nur 26 Frauen. Doch für uns Emsländer identifikationsmäßig bedeutsam: Mittendrin statt nur dabei kämpfte unsere Lingener PR-Allzweckwaffe Tobias Dankert, um die ausgelobten 100.000 Euro, und es warf ihn als Nummer 248 erst hinaus, als ihm beim Puzzlespiel der letzten 24 Männer samt Quotenfrau ein BN-orangerotes Teil auf den Boden fiel, er es zwar blitzschnell wieder aufhob, doch dann die Teile nicht mehr zusammenbrachte. Ja, wäre es schwarz gewesen, dann… Tobis getwittertes Fazit: „Da war leider Schluss – aber dennoch bin ich sehr stolz. 25/1000“.

Schließlich gewann in Realzeit um 3.30 Uhr der Berliner Manfred Grühn und erschöpft fragte Kerner ihn: „Manfred, freust du dich gar nicht?“ Eigentlich freute sich nach 144 Minuten auch sonst keiner.

SPON schreibt heute die Show mit dem seltsam gebrühten Gesangsauftritt der Delmenhorsterin „Wie-schön-Du-bist“-Sarah Connor in den Keller und schlägt vor: „Das nächste Mal könnte Kerner seine Teilnehmerschar vielleicht einfach auf zehn Männer zwischen 20 und 40 Jahren reduzieren. Wenn es ein nächstes Mal gibt.“ Diese Kritik kann ich aus emsländischer Sicht natürlich so nicht stehen lassen, weil… also: Dann nämlich hätte „25/1000“-@TobiLingen von Anfang an nicht mehr dabei gewesen sein können.

 

Griechenland

3. April 2015

1) Regeln sind Regeln

2) Schulden müssen bezahlt werden

3) Keine Tricks.

Zuflucht

21. November 2014

Für die Macher von Schlecky Silberstein „das bislang wichtigste Stück Fernsehen dieses Jahr: Die Redaktion der Anstalt macht da einen fantastischen Job, indem sie Satire intelligent und ungezwungen mit der gebotenen Ernsthaftigkeit zusammenbringt. Vorgestern wurde der syrische Flüchtlingschor “Zuflucht” eingeladen, der mit dem Lied Janna-Janna an unsere Hilfsbereitschaft in Deutschland appelierte. Das passierte gegen Ende der Sendung, als alle Gags erzählt waren und zieht Euch gerne das Publikum rein: Das war schon sehr magisch.“