29. Februar

29. Februar 2016

29. Februar! Für Ekkehard Peik ist der 29. Februar kein Problem. Der 52jährige Physiker arbeitet seit 2001 an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Seit 2007 leitet er den Fachbereich „Zeit und Frequenz“ und hat die jüngst vorgestellte und weltweit erste optische Uhr im Wesentlichen mitentwickelt. Die taz hat mit ihm gesprochen:

taz: Herr Peik, was tut Ihre hypergenaue Atom-Uhr am 29.Februar? Fügen Sie von Hand einen Tag ein oder ist das Schaltjahr programmiert?

Ekkehard Peik: Ein Schaltjahr hat da keine so große Bewandtnis. Denn die Atomuhr zeigt zwar die Zeit an, ist aber kein Kalender. Sie läuft also am 29. ganz normal weiter und zählt die Tage.

Aber manchmal gibt es ja auch Schaltsekunden. Was machen Sie dann mit Ihrer Uhr?

Die müssen tatsächlich von Hand eingefügt werden. Denn eine Schaltsekunde entsteht durch Unregelmäßigkeiten der Erdrotation und wird – basierend auf astronomischen Messungen – etwa ein halbes Jahr im Voraus vereinbart. Das heißt, dass wir in die Zeitskala der Atomuhr dann am 30. Juni oder 31. Dezember eine zusätzliche Schaltsekunde einfügen.

Wohingegen ein Schalttag langfristig alle vier Jahre in den Kalender eingerechnet wird. Warum ist das nötig?

Weil …
[weiter bei der taz[

Heute ist also ein besonderer Montag – ein Tag, den es grundsätzlich nur alle vier Jahre gibt. Dazu gibt es einen Google-Doodle. Und Uli Hoeneß kommt auf Bewährung frei.  Für die Leserschaft dieses kleinen Blogs noch die Ouvertüre zur Oper La gazza ladra (Die diebische Elster) von Gioachino Rossini.

Warum? Nun, weil heute ouvertüremäßiger Montag  und der italienische Komponist am 29. Februar (1792) geboren ist. Wie Fußballweltmeister Benedikt Höwedes (1988) und Gerhard Rachut (1932?); aber darüber schreibe ich ein anderes Mal. Schöne Woche!

 

unsere Zeit

30. April 2014

Bildschirmfoto 2014-04-29 um 22.27.06Netzpolitik.org veröffentlichte gestern einen Vortrag des Hamburger Strafverteidigers Dr. h.c. Gerhard Strate (Foto), den er in der Karwoche vor dem renommierten Überseeclub der Hansestadt gehalten hat. Leser Aristoteles kommentiert den Vortrag so:

„Ganz exzellent, ein wirklicher Genuss zu lesen. Dieser “Gesellschaftstrend” … zur Entrationalisierung, also Ausschaltung des Verstandes zugunsten von “Gefühl”, leider mehr die negative als die positive Seite, …ist nicht nur in der Rechtsprechung erkennbar….“

Recht hat er.

Also nehmen Sie sich bitte etwas Ruhe und Zeit, lesen vielleicht vorher noch diesen Thread und diesen Kommentar des von mir durchaus geschätzten Michael Sänger und dann freuen Sie sich auf die Herren Uli Hoeneß und Michael Jauernik. Netzpolitik.org kommentiert:

Im Vortrag von Rechtsanwalt Dr. h.c. Gerhard Strate, den er am 15. April 2014 in Hamburg gehalten hat, geht es dem Titel nach um Strafverteidigung, eigentlich aber um den Zustand der Strafjustiz in der Bundesrepublik. Weil Strafrechtsfragen immer wieder eine prominente Rolle bei uns spielen und Strafverfahren nicht selten für viel Kopfschütteln sorgen, finden wir den Text auch für netzpolitik.org sehr spannend:
Er kann dabei helfen zu verstehen, warum Strafverfahren oft so dysfunktional erscheinen, und liefert wichtige Hintergrund-Infos für das Verständnis der Strafjustiz. Strate diskutiert heikle Fragen wie die – angebliche? – Überlastung der Justiz und sogenannte “Deals” im Strafverfahren, und als Sahnehäubchen bekommt außerdem die besonders zensurfreudige Hamburger Pressekammer ihr Fett weg.

Wir veröffentlichen den Vortrag hier als Crosspost der Online-Zeitschrift für Strafrecht HRRS.de. Den Vortragsstil haben wir beibehalten.

„Strafverteidigung in unserer Zeit

Zunächst danke ich für die Einladung zu diesem Vortrag und ich danke auch für die freundlichen Worte, mit denen Michael Behrendt mich begrüßt hat.

„Strafverteidigung in unserer Zeit“ – dieses Thema führt zwei Themen zusammen: Strafverteidigung und unsere Zeit. Ich möchte zunächst einmal ganz isoliert an „unserer Zeit“ hängenbleiben und sie um Nachsicht bitten, wenn ich nicht sofort auf die „Strafjustiz“ zumarschiere. Ich möchte Sie bitten, mit mir gemeinsam einen kurzen Moment innezuhalten. Es geht um einige wenige Assoziationen, die ich meinem Referat voranstellen möchte….

(mehr …)

[Foto: © Strate.net]

ps Ich melde mich mal eben vier Tage ab. In der Zwischenzeit gibt es gefühlvolle Hafenbilder aus Lingen (Ems). Ich danke milanpaul und pipp021 aus der Lingen-Gruppe bei flickr.

Abseits

15. März 2014

Da steht er abseits, der Uli…

weiterhin unschuldig

14. März 2014

Bildschirmfoto 2014-03-13 um 18.49.03Nun wollte ich zur Causa Hoeneß nichts schreiben. Das machen andere schon genug und einmal mehr auf Johannes 8, 7 hinzuweisen, scheint mir in dieser Zeit der digitalen und analogen Stammtische immer weniger Ziel führend. Doch den Hoeneß-Blogbeitrag von Udo Vetter, Rechtsanwalt in Düsseldorf, fand ich dann doch ganz passend. Ich möchte ihn hier als Crosspost publizieren- [Danke, Udo Vetter]:

„Drei Jahre und sechs Monate Gefängnis – so lautet das Urteil des Landgerichts München II im Fall Hoeneß.

Das bedeutet aber noch nicht, dass Uli Hoeneß nun sofort ins Gefängnis muss. Er kann gegen das Urteil Revision einlegen. Das wird er sicherlich innerhalb von einer Woche tun; ein Dreizeiler. Mutmaßlich wird auch die Staatsanwaltschaft Revision einlegen.

Damit ist das Urteil dann noch nicht rechtskräftig. Diese Rechtskraft tritt frühestens ein, wenn der Bundesgerichtshof abschließend in der Sache entscheidet. Bis es soweit ist, gehen normalerweise schon mal 6 bis 12 Monate ins Land, mitunter auch mehr.

Vorher passiert nichts, sofern der Haftbefehl von Hoeneß nicht wieder in Kraft gesetzt wird. Was ich bei dem eher milden Urteil für unwahrscheinlich halte, da die Fluchtgefahr bei Hoeneß sicher nicht so wahnsinnig groß ist. Eine andere Frage ist womöglich, ob das Gericht die Beschränkungen für Hoeneß erhöht. Auslandsreisen könnten möglicherweise ein Problem für ihn werden.

Eine Art Schonfrist hat Hoeneß bis zur Rechtskraft also auf jeden Fall. Es besteht ja sogar die Möglichkeit, dass der Bundesgerichtshof die Sache zurückverweist und der Prozess neu beginnen muss. Immerhin hat das Landgericht München II ja sehr geschmeidig auf die Unmenge von Unterlagen reagiert, die es erst kurz vor dem ersten Verhandlungstag bekommen hat. Die Staatsanwaltschaft wird da möglicherweise ein Einfallstor sehen. Stichwort: Mangelhafte Aufklärung des Sachverhalts durch das Gericht.

Sofern das letzte Wort des Bundesgerichtshofs auf Haft ohne Bewährung lautet, bleiben Hoeneß nach diesen Richterspruch noch einige Wochen, um sich auf die Haft einzurichten. Er kriegt dann einen Brief. In diesem wird er aufgefordert, sich innerhalb von zwei, drei, manchmal auch vier Wochen an der Pforte der Justizvollzugsanstalt zu melden. Auch diese Frist ist bei guten Gründen um einige Monate verlängerbar.

Es wird also so schnell keine spektakulären Bilder geben, die den Bayern-Präsidenten beim Haftantritt zeigen. Zunächst gilt er auch weiterhin formaljuristisch als unschuldig, trotz seines Geständnisses.“

[Crosspost Lawblog, RA Udo Vetter, Düsseldorf]

fb-Kleinbürgeraufruf

2. Februar 2014

Bildschirmfoto 2014-02-02 um 23.36.02