866.070,15 € Rekordverlust

17. Mai 2016

rathaus1112Die, die sich gern als Heimat- und Brauchtumbeflissene feiern lassen, haben jetzt beschlossen, 1.000,.- aus dem städt. Etatentwurf für dieses Jahr zu streichen. Das Geld wurde für neue Notenrollen für das Glockenspiel im Hist. Rathaus benötigt werden. Sie bezeichnen diese Symbolpolitik als „Aufgabenkritik“ und nehmen zugleich einen beeindruckenden Schluck aus der Beförderungs- und Stellenvermehrungspulle; denn beim eigenen Personaletat wird nie gespart.

Gleichzeitig haben dieselben Verantwortlichen binnen eines Jahres mal eben 866.070,15 € verzockt, weil die städtischen RWE-Aktien in dieser Zeit mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren haben. Ein Rekordverlust von fast 100 Euro pro Stunde.

Zur Erinnerung: Die Stadt Lingen nennt 61.995 RWE-Stammaktien ihr eigen. Aus Steuergeldern hatte sie die 2000/2001 für ca. 2,58 Mio. € erworben und aus steuerlichen Gründen nach Beschluss des Rates der Stadt Lingen (Ems) vom 26.06.2001 auf den Eigenbetrieb Emslandhallen übertragen.

Der Kursverfall  RWE-Aktien war absehbar – spätestens seit der Katastrophe von Fukushima und angesichts des Alters der meisten RWE-Kraftwerke; trotzdem wollten CDU und ihr OB Dieter Krone dem Vorschlag der BürgerNahen (vor vier Jahren, vor drei Jahren , vor zwei Jahren und im letzten Jahr) nicht folgen, die RWE-Aktien zu verkaufen.

Jetzt zahlt der Steuerzahler die Rechnung:

Die RWE-Stammaktien sind gerade mal noch 726.000,- € wert und sie bringen überhaupt keinen Cent Dividende mehr. Daraus resultiert ein Rekordverlust des städtischen Eigenbetriebes Emslandhallen von mehr als 2,7 Mio € im vergangenen Jahr, nämlich neben dem städt. Zuschuss von 1,28 Mio weitere 1,44 Mio € Miese. Zum Eigenbetrieb  Emslandhallen zählen die EmslandArena, die daneben liegenden Hallen und die städtischen Liegenschaften Halle IV an der Kaiserstraße.

OB Krone und die CDU haben 1,8 Mio € Steuergelder verpulvert oder sogar 6 Mio €, wenn man den Höchstwert dieser Aktien vor 10 Jahren zugrunde legt. Hätte man 2001 die 2,58 Mio € damals so angelegt, wie die Stadt Lingen in ihren Gebührenhaushalten zulasten der Einwohner rechnet (nämlich immer noch mit 5 % Eigenkapitalverzinsung), lägen jetzt knapp 5,4 Mio € auf dem Konto.

Der RWE-Crash war seit langem absehbar; deshalb haben wir BürgerNahen auch immer wieder den Verkauf der RWE-Aktien gefordert. Da waren wir aber nur einsame Rufer in der Wüst. Auch die Lokalpresse hatte in dieser Frage ihren Prüf- und Kontrollauftrag als „4. Gewalt“ dankend an die Lingener Mehrheit zurückgegeben – wegen der Mitsprache in aller Gelassenheit, zu der LT-Chef Thomas Pertz damals kommentierend aufrief.

Übrigens: Ähnlich stümperhaft-dickköpfig wie beim RWE-Deal wird gerade mit einer anderen Lingener Aktienbeteiligung umgegangen. Aber darüber wird in anderem Zusammenhang noch zu berichten sein.

Eine Antwort to “866.070,15 € Rekordverlust”

  1. Hermann said

    Solche Sachen können passieren, wenn man in fremden Gewässern fischt. Als Rückhalt ist ja immer noch der Bürger dar,der für die Fehlentscheidungen die Zeche zahlen muß.Spricht man die Betroffenen an heißt es immer, Fehler machen nur die Anderen.
    So etwas nennt man Steuergeldverschwendung, genau so, wie die
    Angelegenheit im Altenlingener Forst, da wird in einer Nacht und Nebelaktion eine größere Fläche des Waldes auf Stadtkosten
    gerodet, weil ein Oberbürgermeister seinen Kopf durchsetzen will.
    Danach wird der Bebauungsplan durch ein Gericht gekippt und schon ist die Sache rechtswidrig. Es kann also nicht weitergehen.
    Es muß nochmal geplant werden. Bis zum Ende des Jahres hätte man eigentlich warten sollen, wenn man klug beraten gewesen wäre,aber nein,hier will wieder einer auf Kosten der Bürger seinen
    Kopf durchsetzen,denn solange kann gegen den Bebauungsplan
    Klage eingereicht werden.
    Da wird doch glatt wieder aus Steuergeldern die erneute Rodung
    bezahlt. Gehört die Straße auch dazu? Die BP wollte erst 2017/18
    mit den Bauarbeiten beginnen, warum jetzt diese Eile?

    Die LT hat kürzlich durch Herrn Pertz berichtet, dass die Stadt Lingen den mit der Bi -Altenlingener Forst geschlossenene Kompromiss eingehalten hat. Wenn er richtig recherchiert hätte, hätte er gemerkt, dass das nicht richtig ist, ist aber nicht das erste
    und sicherlich auch nicht das letzte Mal.
    Das der Stadt und der CDU geschenkte Vertrauen war, wie schon vorher befürchtet, ein Fehler.

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