Großer Pferdemarkt

13. April 2019

Der traditionelle große Pferdemarkt in den Lingener Emslandhallen findet am heutugen Samstag von 07.00 bis 13.00 Uhr statt.

Es werden durchschnittlich 300 bis 350 Pferde aller Rassen aufgetrieben, womit er zu den größten Märkten Deutschlands gehört. Daneben werden von zahlreichen Ausstellern alle Arten von Waren rund um das Thema Pferd angeboten.
Der Eintritt ist frei.

„Der Besuch des Pferdemarktes erfolgt auf eigene Gefahr, Kinder unter 14 Jahren haben nur in Begleitung von aufsichtsberechtigten Personen Zutritt. Es gilt die ausgehängte Marktordnung.

Das Mitbringen bzw. Mitführen von Hunden ist untersagt. Der Pferdemarkt wird veterinäraufsichtlich überwacht. Es erfolgt eine Eingangskontrolle. Es dürfen nur offensichtlich gesunde und in ausreichendem Pflegezustand befindliche sowie entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen gekennzeichnete und von den entsprechenden Papieren (Equidenpass) begleitete Tiere aufgetrieben werden.“

(Foto: Stadt Lingen)

Pferdemarkt

11. April 2014

Großer Pferdemarkt
Lingen (Ems) – Emslandhallen
Morgen, Sa 12. April von 7.00 bis 13.00 Uhr
Der Eintritt ist frei.

logo-emslandhallenDer traditionelle „Große Pferdemarkt“ in den Lingener Emslandhallen findet zweimal jährlich (Frühjahr und Herbst) jeweils samstags in der Zeit von 07.00 bis 13.00 Uhr statt.

Durchschnittlich werden 300 bis 350 Pferde aller Rassen aufgetrieben, womit er zu den größten Märkten Deutschlands gehört. Daneben werden von zahlreichen Ausstellern Waren aller Art rund um das Thema Pferd angeboten.

„Der Besuch des Pferdemarktes erfolgt auf eigene Gefahr, Kinder unter 14 Jahren haben nur in Begleitung von aufsichtsberechtigten Personen Zutritt. Es gilt die ausgehängte Marktordnung.

Das Mitbringen bzw. Mitführen von Hunden ist untersagt. Der Pferdemarkt wird veterinäraufsichtlich überwacht. Es erfolgt eine Eingangskontrolle. Es dürfen nur offensichtlich gesunde und in ausreichendem Pflegezustand befindliche sowie entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen gekennzeichnete und von den entsprechenden Papieren (Equidenpass) begleitete Tiere aufgetrieben werden.

Am Eingang ist eine Anlieferungsliste*  abzugeben, die Auftriebsgebühr beträgt 10 € / Pferd.“

 

* Das hier ursprünglich vom Veranstalter verlinkte Formular trägt das Datum 13.08.2013. Der Tag ist also schon vorbei. Der Pferdemarkt findet trotzdem statt. Diesen Samstag.

Kopfarbeit

25. April 2011

„Lieber Gerd Otten!

Ja, ich werde morgen um 18 Uhr an dem Schweigekreis vor dem historischen Lingener Rathaus teilnehmen. Morgen, am 25. Jahrestag der Atomkatastrophe von Tschernobyl. Es ist ein Verdienst des von Dir getragenen Elternverein Restrisiko Emsland eV, dass auch in unserer Stadt offen an diese Zeitenwende gedacht und an den 26. April 1986 erinnert wird.

Allerdings darf es nicht mehr dazu kommen, dass Antidemokraten den Protest gegen die Atomenergie in einer Weise für ihre intoleranten Parolen instrumentalisieren, wie dies bei der Lingener Demonstration am Ostersamstag an der Spitze des Demonstrationszuges der Fall war.  Ich ärgere mich maßlos über diese österliche Demonstration, die der Anti-Atom-Bewegung in Lingen geschadet hat, und ich ärgere mich folgerichtig auch über meine eigene Rolle. Selbstverständlich ging ich davon aus, dass es eine Demonstration des Elternverein Restrisiko ist, an der ich da teilnehme. Oder jedenfalls ein Aufzug, der maßgeblich vom Elternverein, vom BUND, Bündnis’90 – Die Grünen und anderen Demokraten getragen ist, nachdem bei den Schweigekreisen montags mehrfach zur Teilnahme aufgerufen worden war.

Aber dann fand ich mit mit mehr als 300 anderen Teilnehmern auf dem Pferdemarkt bei einer Demonstration wieder, die nicht nur die am schlechtesten organisiserte war, die es in Lingen je gegeben hat. Dass die Junge Union ausgeladen worden ist – egal; denn was wollten diese ewigen Atomkraftbefürworter auf dieser Veranstaltung!?

Nein, der Punkt ist:  Da latschte ich tatsächlich hinter,  für einen Demokraten völlig inakzeptablen Krwawalltransparenten der Wagenburgkinder hinterher: Fick Dich, Merkel. Und Atomausstieg ist Handarbeit ,  klein darunter geschrieben, schwer lesbar der  Zusatz: Schottern, blockieren, sabotieren. Ich habe diese antidemokratischen Transparente erst nach dem Ende der Demonstration gelesen, darüber ärgere ich mich um so mehr.

Nein, die Arbeit gegen die Atomkraft ist keine ungesetzliche Handarbeit, wie es da gefordert und zu lesen war.  Sie ist geradewegs Kopfarbeit – die Du, Gerd, (und ich) seit fast 40 Jahren machen. Und dann kommen diese chaotischen Leute daher und rufen zu Straftaten auf. In Lingen! Ausgerechnet da, wo viele meinen, dass Atomenergie zwar irgendwie gefährlich aber allemal deshalb sicher sei, weil es doch die eigenen Nachbarn sind, die „im Kernkraftwerk“ arbeiten und ja nie etwas Unsicheres machen würden. Buggy, der in meinem Blog gern und oft das Wort erhebt, hat völlig recht, wenn er schreibt

Mit dieser Forderung lässt sich natürlich nicht ein gesellschaftlicher Konsens für den schnellst möglichen Atomausstieg herstellen. So ist es doch kein Wunder, dass die Beteiligung an den Demos gegen Atomkraft relativ gering ist!

In Lingen – muss man hinzusetzen, Buggy. Denn andernorts demonstrieren Tausende. Aber hier tut sich der Protest nicht leicht. Er wird gar deutlich erschwert, überlässt man ihn -wie am Ostersamstag- diesen pöbelnden und in Mikros schreienden Leuten; denn sie betreiben das Geschäft derer, die dreist behaupten, sie gingen voRWEg.

Gerd, warum hatte man sich völlig von den bundesweiten Demonstrationen  losgelöst, die am Ostermontag an 12 Atomenergie-Standorten in Deutschland stattfinden? Warum gab es keine andere Organisationsform als den sinnfreien Fußmarsch mit Dröhnmusik durch meist leere Innenstadtstraßen  (zB eine Radfahrdemo zum AKW)? Vor allem: Warum gab es keine weitergehenden inhaltlichen Festlegungen,  Gerd?  Warum kein Nein zu undemokratischen Parolen? Immerhin hat Dein Elternverein zur Teilnahme aufgerufen.

Die für das inhaltliche Scheitern der Demonstration Verantwortlichen sind also keine  „jungen Leute, die man machen lassen muss“, wie Du mir am Samstag auf meine erste, vorsichtige Kritik geantwortet hast. Es sind Elternverein, BUND, SPD, Grüne – es sind Du,  ich und unsere Freunde. Wir haben es zugelassen und uns instrumentalisieren lassen. Ich ärgere mich maßlos darüber.

Trotzdem und gerade deshalb: Morgen Abend sehen wir uns.

Mit freundlichen Grüßen
Dein Robert Koop“

—-
ps Postempfänger Gerd Otten (Langen bei Lengerich) ist Sprecher und Vorsitzender des Elternverein Restrisiko Emsland

Debatte II

26. Oktober 2008

In der Wochenendausgabe der Frankfurter Rundschau hat der Architekt und Städtebauer Christoph Mäckler, einer der Großen seines Faches in Deutschland, Aussagen zur aktuellen Stadtentwicklung gemacht, die mich an Lingen und die weiter zunehmende Schieflage erinnern. Mäckler sagt:

In den 70er Jahren hat sich die Disziplin der Stadtplanung von der Architektur getrennt. Heute wissen wir: So geht das nicht. Stadtplanung ist ein organisatorisches Hilfsinstrument, das konkrete stadträumliche Inhalte und architektonisches Gestalten benötigt. Wir müssen Straßen und Plätze stadträumlich entwerfen, sonst entsteht keine Stadt, in der man sich wohl fühlt. Man lässt die Gestaltung der Stadt aber völlig außen vor, oder glaubt dieses Thema mit Stadtmöblierung erledigen zu können.

FR: Die Städte wachsen. Woran sollen sie sich orientieren – städtebaulich wie architektonisch?

Das Instrumentarium der Stadtplanung muss durch Städtebau, die architektonisch-städtebauliche Gestalt, ergänzt werden. Dann erst werden wir wieder gestaltete Städte haben. Und das ist genau das, was die Bevölkerung in Deutschland überall fordert. Wenn einige fordern, wir wollen unsere Altstadt wieder haben, dann ist das auch ein Hilferuf.

Der Lingener Stadtbaurat, der eine Vision davon hatte, wie die Lingener Innenstadt funktionieren und aussehen sollte, war Nikolaus Neumann. Hochbauarchitekt Neumann hat folgerichtig das Lingener Stadtbild im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts gestaltet und geprägt. Also das getan, was -zugespitzt gesagt- heute ungezügelte Werbefuzzis machen. Wirtschaftliche „Notwendigkeiten“ setzten ihm Grenzen. Aber seit seiner faktischen Abwahl sitzen auf seinem Posten, fast möchte ich sagen nur noch, Stadtplaner. Sie sehen, wie mir einmal ein Architekt zugespitzt sagte, „unsere Stadt nur von oben“. Ihnen fehlt bei den Entscheidungen zu oft das, was Mäckler fordert, Straßen und Plätze stadträumlich zu entwerfen, und daher reduzieren sie sie auf neue Straßenmöblierung, auf Magnolien-statt-Platanen und wehende Werbefahnen vor historischen Gebäuden. Der jetzige Stadtbaurat beispielsweise sagte schon früh, die Innenstadt sei zum Wohnen nicht geeignet. Vielseitige Nutzung durch bauliche Verdichtung findet nicht statt. So denkt man dann eben im Rathaus mehr über neue Einfamilienhaussiedlungen in Baccum, Biene, und Bramhar nach als über die schwierige Entwicklung und Sanierung von Innen- und Kernstadtquartieren.

Mäckler zeigt in seinem FR-Gespräch auf, was für eine lebendige Innenstadt wichtig ist:

Ich muss die Stadt insgesamt denken. In Europa ist das einfach, weil unsere Städte auf historischen Grundrissen aufgebaut sind. … Wir müssen die Innenstädte erst mal verdichten. Man muss beispielsweise den … städtischen Raum ergänzen – mit vernünftigen Läden, Wohnungen und mit einem ausgeprägten Einzelhandel. Dann wird dieser Bereich auch wieder belebt sein. Die Menschen wollen sich wohl fühlen – in ihrem städtischen Raum, wie in ihrem Wohnraum. Der städtische Platz ist das Wohnzimmer der Stadt! Dafür gibt es seit Jahrhunderten Kriterien…. Daran müssen wir uns wieder orientieren!

und er ergänzt:

Ich muss den Stadtraum gestalten, unabhängig von den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Alle Menschen wollen gestaltete Räume haben. Jeder gestaltet ja auch sein privates Wohnzimmer. In der Stadt sorgt der sozialpolitische Aspekt dafür, dass diese Räume lebendig sind. Hier ist politisches Handeln gefragt. So sollten wir beispielsweise Einkaufszentren soweit wie möglich von uns fern halten und dem Einzelhandel die Chance geben, sich in der Stadt entwickeln zu können. Nehmen Sie die (erg. Frankfurter) Braubachstraße: Dort kann der Einzelhandel bestehen, weil er der Stadt Miete zahlt. In bestimmten Bereichen der Stadt sollten die Erdgeschoss-Mieten eingefroren sein. Nehmen Sie die toten spiegelverglasten Erdgeschosse der Mainzer Landstraße (erg.: in Frankfurt). Die Stadt hat diesen Straßenraum in eine sehr schöne Allee verwandelt, doch ohne Läden mit bezahlbaren Mieten wird da niemals städtisches Leben einziehen. Das Erdgeschoss eines Hauses muss als Teil der Stadt verstanden werden.

Ok,ok ! Ich lese schon Ihre skeptischen Gedanken. Richtig! Lingen ist nicht Frankfurt. Aber Mäckler sprich tnicht nur über seine Stadt sondern allgemein über die Stadt. Also übertragen wir seine Gedanken aufunser kleines Lingen und zwar für den Kernbereich an Burgstraße und Pferdemarkt. Über diese vier-fünf Hektar Innenstadt wird seit Jahrzehnten lamentiert. Der Versuch, eine Versorgermarkt-Konkurrenz zu etablieren, ist mit dem ehemaligen Coop und dem Bauernmarkt zwei Mal großartig gescheitert. Um so mehr eignet sich das Areal für einen „Neustart“, zumal sich die Probleme mit dem Umzug fast aller dort ansässigen Ärzte in die neue  Medizin-Mall erheblich verstärken und er wirklich fast zur Hinterlage verkommt.

Für den notwendigen städtebaulichen Impuls muss die Stadt jetzt sorgen: Ich stelle mir Grunderwerb vor, einen (städtebaulichen?) Wettbewerb der Ideen, eine Projektgesellschaft, die die Gedanken dann auch realisiert, klare wirtschaftliche „Erdgeschoss-Strukturen“ (Mäckler) und Wohnungen. Verdichtung eben. Natürlich müssen dabei die beiden Hermänner ins Boot: Hermann Bröring, dessen Museum eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung hat, und Hermann Klaas, dem große Teile ungenutzter Flächen gehören. Am Ende eines solchen Weges muss und wird  „städtisches Leben einziehen“ (noch mal Mäckler).

Um dies zu erreichen, muss die Stadt aktiv sein, gestalten wollen und die Dinge in die Hand nehmen. Das bloße Zuwarten auf die Kräfte des (Pferde-)Marktes reicht jedenfalls nicht.