Gegen den Novemberblues

17. November 2019

Gegen den Novemberblues –
hilft eigentlich nur Singen!
Liederabend mit Bea Nyga zum Mitsingen
Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus, Gerhard-Kues-Str. 16
Di, 19.11.2019 von 19:30 Uhr bis 22:00 Uhr
Kosten: 10,00 €

Die Musikerin und Sängerin Bea Nyga begeis­tert seit langem ein immer größer werdendes Publikum. Dabei mischt sie nicht nur die katholische kfd musikalisch auf. Dieser Mitmach-Liederabend ist für alle gedacht, die sich mit einer homöo­pathischen Dosis des Stimmungsaufhellers Musik nicht zufrieden geben. Es erwartet Sie ein Abend mit Liedern vom Himmel, Lieder, die Laune machen, Lieder, die zu Herzen ge­hen und nachdenklich machen.

„Unfassbare Wunder“

10. November 2019

Unfassbare Wunder
Ausstellungseröffnung

Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus,
Gerhard-Kues-Str. 16
Heute – 16 Uhr

Die Fotoausstellung zeigt beeindruckende Por­traits von Holocaust-Überleben­den. Sie entstanden 2018 in Israel bei einem gemeinsamen Projekt der Journalistin Alex­andra Föderl-Schmidt, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung für Israel und die pa­lästinensischen Gebiete, und des Fotografen Konrad Rufus Müller. Die beiden reisten durch Israel, führten berührende Gespräche mit 25 Holocaust-Überlebenden aus Deutschland, Österreich und Israel. Konrad Rufus Müller do­kumentiert in seinen eindrücklichen Fotos die Spuren der Zeit. Fotografien und biografische Texte sind dokumentiert in einem Bildband.

Die Fotoausstellung ist vom 10.11.2019 bis 20.12.2019 im LWH zu sehen.
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Konrad Rufus Müller, geboren 1940 in Berlin, ist der Fotograf der deutschen Kanzler, der Mächtigen der Politik, der außergewöhnlichen Menschen und starken Persönlichkeiten – kurz: einer der renommiertesten Portraitfotografen der Nachkriegszeit. Er hat sämtliche Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland fotografiert, von Konrad Adenauer bis Angela Merkel. Er gilt als der Kanzlerfotograf, hat aber auch ande- re große Politiker aufgenommen. Neben einer großen Zahl von Politikerfotos hat Müller über Jahrzehnte Aufnahmen von Autoren, Musikern, Schauspielern, Bergsteigern, Einsiedlern und ande- ren gemacht. Landschaftsaufnahmen und Reportagen für die Magazine der Süddeutschen Zeitung und der ZEIT, für STERN, Profil, L’Express, und Time Magazine zeigen weitere Facetten seines Schaffens. Seine Arbeiten sind überdies in 25 Bildbänden publiziert.

NS-Prozesse 1945 – 2015

26. Oktober 2019

Akademieabend im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH)
Karl-Heinz Keldungs
NS-Prozesse 1945 – 2015
Eine Bilanz aus juristischer Sicht
Lingen (Ems) – LWH, Gerhard-Kues-Str. 16
Montag, 28.10.2019 – 19.30 Uhr
Kosten 6 € , erm. 4 €

Karl-Heinz Keldungs, lange Jahre Vorsitzen­der Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf, hat die Rechtsprechung in den NS-Prozessen der vergangenen 70 Jahre einer kritischen Prüfung unterzogen. Entstanden ist hieraus der 500-Seiten-Band „NS-Prozesse 1945 – 2015. Eine Bilanz aus juristischer Sicht“ (Edi­tion Virgines). Mit dem Blick eines erfahrenen Richters analysierte Keldungs zunächst die Prozessverläufe, dann die Entwicklung der Rechtsanwendung durch die Gerichte. Hier­bei deckt er zahlreiche unverständliche Urtei­le auf, die zudem auf nicht nachvollziehbaren Strafmilderungsgründen beruhen.

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Karl-Heinz Keldungs, 1948 in Düsseldorf geboren, studierte Jura in Köln und Freiburg und war in der Folge von 1991 bis 2013 als Richter am Oberlandesgericht Düsseldorf tätig. Einer seiner Schwerpunkte ist bis heute das Baurecht. 2016 veröffentlichte er vor drei Jahren das Buch „Große Strafprozesse vor Düsseldorfer Gerichten“.
in seinem neuen Buch analysert der Jurist die NS-Prozesse der vergangenen Jahre.
Karl-Heinz Keldungs: „NS-Prozesse 1945-2015“, Edition Virgines, 512 Seiten, 34,90 Euro.

(Foto: Edition Virgines)

Leonardo da Vinci

2. September 2019

Leonardo da Vinci
Zum 500. Todestag
LWH-Akademieabend mit
Ulrich Oettel und Fabian Oettel 

Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus, Gerhard-Kues-Straße 16

Dienstag, 3. Sept. 201 – 19.30 Uhr – 21.30 Uhr 

Kosten 12 € – ermäßigt 6 €

Am 2. Mai 1519 stirbt Leonardo da Vinci in Amboise /Frankreich. Geboren als unehelicher Sohn eines Bauernmädchens und eines jungen Notars bleibt ihm zeitlebens die breite Anerkennung für sein Lebenswerk verwehrt. Nur einzelne Bewunderer seines umfassenden Könnens wissen um seine bahnbrechenden Leistungen. Einige davon hält er zurück. Er hat Sorge, sie könnten in Kämpfen und Kriegen missbraucht werden.

Fabian und Ulrich Oettel haben ein alle Sinne ansprechendes Programm zusammengestellt. Gemeinsam entwickeln Vater und Sohn – auch zusammen mit den Zuhörerinnen und Zuhörern – die Lebensphasen des Leonardo, der mit seiner unglaublichen Neugierde jeweils neue Sichtweisen auf das Leben eroberte. Sie bringen Anekdoten, Exkurse, sachliche Vortragselemente ebenso mit wie unzählige Musikinstrumente der Welt und – gemeinsam mit der Küche des LWH – die einfachen Köstlichkeiten des italienischen Essens und Trinkens.

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Foto/Grafik Der Mensch, Leonardo da Vinci (via pixabay)

ein bisschen

18. März 2019

Die Kirche bewegt sich – ein bisschen, titelte die jenseits des Mainstreams publizierende taz am vergangenen Samstag in ihrer Nord-Ausgabe. Mit „Kirche“ meinte sie dabei natürlich die katholische; denn in der letzten Woche hatten sich die katholischen deutschen Bischöfe im Lingener Ludwig-Windthorst-Haus zu ihrer Frühjahrsvollversammlung getroffen, um dabei vor allem über die Aufarbeitung sexueller Gewalt durch ihre Priester und Ordensleute zu beraten.

Die taz porträtiert einen Aufklärer, den Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode und erinnert: „Der 28. November 2010 ist ein Tag der Buße. Es ist der 1. Advent, und im Abendgottesdienst geschieht es, im Osnabrücker Dom: Franz-Josef Bode, Bischof des Bistums Osnabrück, legt sich vor den Altar, auf die nackten Steinplatten, verbirgt sein Gesicht. Eine Bitte um Vergebung für das Leid der Opfer sexueller Gewalt, begangen durch Amtsträger der katholischen Kirche. In seiner Predigt bekennt Bode eine „gleichsam strukturelle Sünde in der Kirche“, die „auch hier bei uns Taten des Missbrauchs begünstigt und deren Aufdeckung erschwert oder behindert hat“.

Dass Bodes Bußpredigt nicht nur von „Schamröte“ spricht, sondern auch von „Erneuerung“, signalisiert: Bode, seit 1995 in Osnabrück, lange Kopf der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz und seit 2017 deren stellvertretender Vorsitzender, mahnt Taten an. Es gilt, eine Mauer des Verschweigens und Verdrängens, des Verleugnens und Verharmlosens ins Wanken zu bringen.

Die Offenheit,…

weiter bei der taz,

Weitere Beiträge widmet die taz dem Thema:

Die Kirche bewegt sich – ein bisschen

Diese Woche trafen sich die katholischen Bischöfe, um über die Aufarbeitung sexueller Gewalt zu beraten. Die meisten Taten sind jedoch verjährt, weiß tazler Christian Rath..

Zum Schwerpunkt zählt auch das

Simone-Schnase-Interview mit dem Osnabrücker Psycho- und Sexualtherapeuten Prof. Dr. Wolfgang Weig

Wolfgang Weig war lange Jahre und bis zu deren Verkauf durch die damalige schwarz-gelbe Landesregierung an den Krankenhauskonzern AMEOS Ärztlicher Leiter des ehemaligen Landeskrankenhauses; dann kündigte er. Bis 2017 war der 67jährige Professor am Institut für Psychologie der Uni Osnabrück sowie Leiter des Zentrums für seelische Gesundheit der christlich orientierten Niels-Stensen-Klinik Osnabrück. 2015 veröffentlichte er mit einer Wissenschaftlergruppe unter Leitung des Jesuiten Eckhard Frick eine repräsentative Seelsorge-Studie. Außerdem leistete Weig als einer der ganz wenigen im westlichen Niedersachsen etwas besonders Verdienstvolles. Er therapierte Täter.

Wer mehr über den Umgang der katholischen Kirche im Norden mit sexuellem Missbrauch lesen möchten, schaut am E-Kiosk der taz vorbei.

mutig, mutig

15. März 2019

Gestern ging im Ludwig-Windthorst-Haus die Frühjahrskonferenz der deutschen Bischöfe der katholischen Kirche zu Ende. Das öffentliche Interesse war angesichts der geforderten Beteiligung der kath. Frauen an der Liturgie einerseits und wegen der Missbrauchsdebatte andererseits sehr groß. Und dann gab es noch BILD. Darüber schrieb gestern BILDBlog dies unter der Zeile „mutig, mutig“! den BILDMann Seifert spielte Luther, hängte seine Thesen aber an die falsche Tür.

Seifert schreibt in „Bild“ zu seiner eigenen Aktion:

Auf der Bischofskonferenz in Lingen (Niedersachsen) tagen die Bischöfe hinter verschlossenen Türen.

BILD nutzte die Chance und heftete zwölf Thesen für einen Neuanfang in der katholischen Kirche (Ausgabe vom 26. Februar) an den Eingang der St.-Bonifatius-Kirche.

Diese 12 BILD-Thesen“ mit dem Titel „ÄNDERT EUCH!“ sind sogar ganz gut. Darunter zum Beispiel: „Öffnet die Akten und Archive“ zu Tausenden Missbrauchsfällen. Und: „Frauen zulassen“ bei der Priesterwürde. Selbst den einstigen „Wir sind Papst“-Liebling Joseph Ratzinger, auch bekannt als Benedikt XVI., knöpft sich „Bild“ vor: „Benedikt, sprich zu den Gläubigen“ über „die dunkelsten Geheimnisse der jüngsten Kirchengeschichte“.

Ärgerlich nur, dass diese an die Lingener Kirchentür angehefteten Forderungen die Teilnehmer der Bischofskonferenz kaum erreichen dürften. „Bild“-Reporter Seifert hat gestern beim Thesenaufhängen nämlich blöderweise die falsche Tür gewählt: In St. Bonifatius fand zwar der Eröffnungsgottesdienst der Vollversammlung statt. Der war aber schon am Montag. Seitdem tagt die Bischofskonferenz im gut sechs Kilometer entfernten Ludwig-Windthorst-Haus. Dort gibt es auch eine eigene Kapelle, in der die allmorgendlichen Predigten stattfinden.

Die Angabe „Bei Bischofskonferenz!“ aus der „Bild“-Überschrift stimmt also nicht wirklich. Aber Hauptsache die Leserinnen und Leser bekommen das Gefühl, dass die „Bild“-Leute sich mal so richtig was trauen.

Mit Dank an Brigitte K. und @moaxislaven für die Hinweise!
[Ein Crosspost von BILDBlog. Danke!]

Ethische Geldanlagen für Privatpersonen.
Ein LWH-Akademieabend
Lingen(Ems),
Ludwig-Windthorst-Haus, Gerhard-Kues-Straße,

Donnerstag, 07.03.2019
19:30 Uhr – 21:30 Uhr
Eintritt: 6,00 €; 4,00 € erm.

„Niedrige Zinsen für Giro- und Festgeldkonten – da führt kein Weg an Aktien und Anleihen vorbei“ – so hört und liest man oft. Doch vielen Menschen ist es neben einer guten Rendite auch wichtig zu wissen, was mit dem investierten Geld passiert. Aktuellen Umfragen zufolge ist mehr als die Hälfte der (Privat-)Anleger der Meinung, dass die Anbieter ethische und ökologische Aspekte berücksichtigen sollen. Doch bei vielen Bürgern/-innen, die sich überlegen, wie sie ihr Geld sicher und mit gutem Gewissen anlegen können, herrscht grund- sätzliche Skepsis: Sind Ethik und Börseninvestments überhaupt miteinander vereinbar? Die Antwort lautet „Ja“. Doch wie bei allen Finanzprodukten lohnt es sich, genauer hinzuschauen.

    • Der Akademieabend beschäftigt sich mit den Fragen:
    • Was ist ethisch-nachhaltige Geldanlage?
    • Welche Kriterien gelten?
    • Wie können Privatleute in derartige Finanzprodukte investieren?
    • Welche Angebote haben regionale Banken?

Referentin ist Katharina Hülsmann, Kundenbetreuerin im Vermögensmanagement der Darlehnskasse Münster eG (DKM), bei der sie gür das Thema ethisch-nachhaltiges Investment verantwortlich ist.
Das LWH bittet „zur besseren Planung“ um eine vorherige Anmeldung per Telefon 0591 6102-136 oder E-Mail rickling(at)lwh.de

Forum Juden-Christen, Ludwig-Windthorst-Haus und Stadt Lingen (Ems):
Shalom – Kirche trifft Synagoge
Gedächtniskonzert zum Holocaust-Gedenktag
mit Semjon Kalinowsky (Bratsche) und Konrad Kata (Orgel)
Lingen (Ems) – Bonifatius-Kirche, Burgstraße 21
SONNTAG, 27. Januar ’19 – 19.30 Uhr
kein Eintritt

Als Zeichen der Trauer hatte man seit der Zerstörung des 2. Tempels (70 nach Chr.) auf Musik in den Synagogen verzichtet. Im 19. Jahrhundert führten Reformsynagogen in Deutschland die Orgelmusik in ihren Gottesdiensten ein.

Semjon Kalinowsky (Bratsche/Viola) und Konrad Kata (Orgel) lassen in Vergessenheit geratene Werke durch die Vereinigung christlicher Orgelmusik und jüdischer Liturgie zu einem außergewöhnlichen Klangerlebnis werden. Zwischen den einzelnen Musikbeiträgen werden Texte zum Gedenktag vorgetragen.

Semjon Kalinowsky (Bratsche), Lübeck
Als leidenschaftlicher Vertreter seines Instruments versucht Semjon Kalinowsky durch seine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker in Europa, Russland und in Israel die Viola von der Patina der abschätzigen Vorurteile zu befreien.
Als Mitglied des Trio Arpeggione rief er vergessene Stücke in Erinnerung und ließ Bekanntes ungewöhnlich erklingen. Andere kammermusikalische Schwerpunkte bilden heute die durch viele Repertoire-Neuentdeckungen angeregte Duotätigkeit mit seiner Frau, der Pianistin Bella Kalinowska, sowie Kammermusik für Viola und Orgel. Dabei gilt sein besonderes Interesse dem Aufspüren alter Notenmanuskripte in den europäischen Musikbibliotheken. Zu den Höhepunkten der letzten Konzertsaisons gehören zahlreiche Auftritte mit renommierten Organisten bei Festivals in ganz Europa und Israel.

Konrad Kata (Orgel), Warschau/ Lübeck
Konrad Kata studierte von 1987 bis 1992 Orgel bei Joachim Grubich an der Frédéric-Chopin-Musikakademie in Warschau und von 1992 bis 1998 bei Martin Haselböck an der Musikhoschschule Lübeck. Seine Ausbildung vertiefte er bei über 20 Meisterkursen, die er bei führenden europäischen Pädagogen absolviert hat.
In den Jahren 1994 und 1995 erhielt er Prämien beim Lübecker Possehl-Musikpreis-Wettbewerb und 1996 bekam er den 3. Preis beim Johann-Heinrich-Schmelzer-Wettbewerb in Melk, Österreich. In den Jahren 1999-2009 erweiterte er seine Horizonte durch das Studium der Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.

Als Kammermusiker ist er Mitglied im Trio St. Cäcilia und ein gefragter Continuo-Spieler (Orgel und Cembalo) in verschiedenen Ensembles und Orchestern in Norddeutschland. Seit mehreren Jahren verbindet ihn eine enge Zusammenarbeit mit dem Bratschisten, Semjon Kalinowsky. Seit 1995 ist Konrad Kata Organist an der St. Vicelin Kirche und seit 2011 an der Hl. Geist Kirche in Lübeck.

 

(Foto: Bonifatius Kirche, © milanpaul via fickr)

Sport und Depression

17. Januar 2019

Sport und Depression
Akademieabend mit Martin Amedick
Lingen (Ems) – Ludwig-Windthorst-Haus, Gerhard-Kues-Straße
Mittwoch, 24. Jan 2019 – 19.30 Uhr  – 21.30 Uhr

Kosten 6 € (erm. 4 €)

Depressionen gehören zu den häufigsten und am meisten unterschätzten Erkrankungen. Oft fehlt jedoch noch ein Verständnis dafür, was Depressionen genau sind. Viele Betroffene haben auch häufig Angst, zum Arzt zu gehen. Psychische Leiden sind keineswegs etwas wofür man sich schämen muss, sie sind Krankheiten wie andere auch. Jeder fünfte Bundesbürger erkrankt ein Mal im Leben an Depression, auch Manager und (Leistungs-)Sportler sind davon nicht ausgenommen. Martin Amedick, ehemaliger Profifußballer, war selbst von der Krankheit betroffen und versucht für das Thema zu sensibilisieren.

Referent ist Martin Amedick, Jahrgang 1982, der gelernte Innenverteidiger machte in seiner Fußballkarriere insgesamt 176 Spiele in den beiden höchsten deutschen Spielklassen. Er spielte dabei u.a. für Borussia Dortmund, den 1. FC Kaiserslautern, Eintracht Frankfurt und den SC Paderborn. Hier beendete er in der Saison 2015/16 seine Karriere. 2012 begab sich Amedick wegen eines Erschöpfungssyndroms in ärztliche Behandlung und machte später, als einer von wenigen Profisportlern, seine Depression öffentlich. Nach halbjähriger Behandlung der Erkrankung kehrte er in den Profisport zurück und stieg mit Paderborn in die Bundesliga auf. Aktuell studiert Amedick Psychologie an der Universität Bielefeld. Darüber hinaus arbeitet er für die Robert-Enke-Stiftung und spricht in Profivereinen über Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Seine eigene Erfahrung mit Depressionen helfen ihm bei der Vermittlung des so schwierigen Themas.

(Foto oben: Painphoto, Pixabay; Foto unten: Martin Amedick, Photo von Thomas Hilmes/www.der-betze-brennt.de, CC 3.0 via wikipedia)

Rückblick auf Rosemeyer

6. Dezember 2018

Kontrovers wurde am Dienstag, 27. November 2018, über das in Lingen geplante „Museum“ für Bernd Rosemeyer und seine Frau Elly Beinhorn diskutiert.

» Beitrag der Ems-Vechte-Welle, 28. November 2018
* Beitrag auf ev1.tv, 28. November 2018
» Artikel in der Lingener Tagespost/Meppener Tagespost, 29. November 2018

Impressionen aus der Veranstaltung:
» Audiomitschnitt der Veranstaltung, Teil 1 (Ems-Vechte-Welle)
» Audiomitschnitt der Veranstaltung, Teil 2 (Ems-Vechte-Welle)

Und die Rede des Vorsitzenden des Forums Juden-Christen, Dr. Heribert Lange, zum Nachlesen:
(Vorbemerkung: Ein freundliches Wesen hat meine Internetzuleitung mittels Bohrer geteilt. Ich bin also sozusagen offline und behelfe mich mit mobilen Endgeräten. Das macht die Präsentation in diesem kleinen Blog schwierig. Für die grafischen Fehler bitte ich um Entschuldigung!)

„Erklärung des Forums zum Rosemeyer Museum (27.11.18)

Unsere frühere, ausführliche, oft und plausibel erklärte Begründung unserer grundsätzlichen und generellen Ablehnung des Museums ist eindeutig und klar, und sie steht fest. Und doch haben wir ihr noch etwas hinzuzufügen. Vielleicht nämlich wird unsere Position verständlicher, wenn wir sie mit Fragen verbinden, an die viele bisher noch nicht gedacht haben:

Warum nicht ein Museum für die „kleine“ Sparkassenangestellte Selma Hanauer, die ihren Job und ihre berufliche Existenz bereits 1933, also am Anfang des ganzen Unheils, verlor, „nur“ weil sie jüdischen Glaubens war.

Warum kein Museum für den Altbürgermeister und Ehrenbürger Ro-bert Koop sen., der verbotener Weise des Nachts Brot aus seiner Backstube zu Hanauers brachte und dafür von der HJ übel zugerichtet wurde – nicht nur einmal, wie uns Bernhard Neuhaus erzählte? Warum kein Museum für die Eltern des kürzlich verstorbenen Obebürgermeisters Bernhard Neuhaus, die sich ähnlich und ähnlich für-sorglich, aber verbotener Weise um jüdische Nachbarsfamilien kümmerten, und inhaftierte Nazigegner im Gefängnis mit Nahrung versorgten, dieses sogar der Alt-OB selbst, wenn auch als kleiner Knirps an der Hand seiner Mutter?
Warum kein Museum für Helga Hanauer, die der Stadt Lingen schon 1975 – oder vielleicht auch: dann endlich eine geharnischte und Gott sei Dank wirkungsvolle Lektion zu deren perfektem Verdrängungs-komplex der jüdischen Geschichte Lingens erteilt hat? Warum also nicht ein Museum für Opfer der NS-Herrschaft, für die Kümmerer und für die Gefolgschaftsverweigerer und für die beharrlichen NEIN-Sager?
Weder gibt es Straßen mit ihren Namen in der Stadt, noch spricht man über sie, sondern überlässt sie dem allzu kurzen Gedächtnis unserer Gesellschaft und damit wohl auch dem Vergessen.

Wir, das Forum Juden Christen, und alle, die wir an unserer Seite wissen, setzen uns dafür ein, dass sich das ändert, damit diesen Menschen endlich Genugtuung widerfährt…
Stattdessen soll nun aber ein gänzlich anderes Museum her, ja, ein Museum! Ein Museum für einen Trittbrettfahrer, Kollaborateur und Profiteur des NS-Systems – Rennfahrer und SS-Offizier!

Was Sie, Herr Liesen und Herr Professor Walter, uns da, vor allem aber den Opfern, den Holocaustüberlebenden, aber auch denen, die mutig und tapfer dagegen gehalten haben, zumuten, ist bei näherer Betrachtung in der Tat eine unglaubliche und eine unziemliche Zumutung!

Wir haben bei mehreren, auch unterschiedlichen Gelegenheiten und in jeweils mehrstündigen Sitzungen zu dem Konzept von Herrn Professor Walter Stellung genommen, auch in einem überaus fragwürdigen NDR-Talk im August. Wir haben versucht, das Museumsprojekt auf diese Weise kritisch zu begleiten – ebenso wie die Historiker hier vor Ort, wie Frau Dr. Andrea Kalthofen von der Gedenkstätte Esterwegen und wie die aus Münster und Osnabrück hinzugebetenen Historiker, von denen Professor Rass sich heute Abend dankenswerter Weise erneut auf den Weg zu uns gemacht hat.

Aber wir sehen nun auch die Grenzen unserer Gegenrede: Denn Sie haben das Recht auf Ihrer Seite, und Sie verfügen, wie Sie uns erklärt haben, über die Mittel.

Am Ende stimmen wir deshalb mit der Einschätzung eines Vertreters der CDU-Mehrheitsfraktion im Rat der Stadt Lingen überein: „Das Museum ist so überflüssig wie ein Kropf!!!“ Im Umkehrschluss muss man diesen Satz naheliegender Weise auch als Antwort auf die in al-len Debatten bisher unbeantwortete Frage nach dem Sinn dieses Mu-seumsprojekts verstehen, also die Frage: Wozu denn das Ganze – um des lieben Himmels Willen?
In nicht einer der Zusammenkünfte haben wir eine Antwort auf diese Frage gehört, eine Frage, die sinnvoller Weise am Anfang solcher Vorhaben stehen sollte und steht. Wir haben sie die Frage des „Ob“, also des Ob überhaupt, genannt. Bezüglich der Frage des „Wie“ waren indessen zahlreiche Variationen und Paraphrasen zu vernehmen.

Übrigens ist dieser Satz „Überflüssig wie ein Kropf“ nicht etwa im Zu-sammenhang mit der von Herrn Liesen und anderen angezweifelten Rechtmäßigkeit des Votums des städtischen Verwaltungsausschusses vor 18 Monaten im Mai 2017 so gesagt worden, sondern in oder am Rande einer weiteren, erst kürzlichen Beratung des Ältestenrats unserer Stadt Lingen. Von falschen Voraussetzungen, unter denen sich der VA gegen das Museum entschieden hätte, kann keineswegs die Rede sein.

Aber auch noch das: Wir fühlen uns, entsprechend der programmatischen Ausrichtung des Vereins Forum Juden Christen im Altkreis Lingen e.V, als Paten und Anwälte der Opfer des Holocaust und damit zugleich als die Hüter des Ansehens ihrer Namen und ihrer Personen-würde und als Sachwalter der Erinnerung in unserer Stadt wie auch im Altkreis Lingen, und sind ausdrücklich auch autorisiert dazu.

Und dies nicht nur der Erinnerung an die Opfer wegen, sondern um der Erinnerungskultur in unserer Gesellschaft Willen. –
Es gibt, dies aber auch noch, die Erklärung von Hinterbliebenen der Opfer, gerade auch der Opfer aus Lingen. Und es gibt die Erklärungen der jüdischen Amtsträger, dass das Museum für Bernd Rosemeyer und Elly Beinhorn „vor dem Hintergrund des millionenfachen Schicksals der im Holocaust ermordeten Juden der Verhöhnung auch noch der Asche ihrer Opfer gleichkommt“. So hat es Michael Grünberg, der kluge Vorsteher der jüdischen Gemeinde Osnabrück, unserer Stadt Lingen vor kurzem geschrieben. Angesichts dieses nun wirklich unmißverständlichen Satzes wird doch keiner hier im Raum und auch keiner sonst erwarten können, dass wir, das Forum Juden Christen im Altkreis Lingen, bei diesem Projekt dann die Rolle des Hofnarren übernehmen.

Denn wir stehen nicht „einfach nur“ zu unserer Verpflichtung für die Ehre der Ermordeten und die Erinnerung an das Unrecht der Nazis, der SS und SA und all ihrer Helfershelfer und Profiteure, sondern hier und jetzt auch zu dieser dezidierten Aussage von Michael Grünberg: Lingen braucht kein Rennfahrermuseum.

Deshalb geht heute nochmals die Bitte und der Appell an Sie, Herr Liesen und auch an Sie, Herr Professor Walter: Bedenken Sie Ihre staatsbürgerliche und gesellschaftliche, aber nicht zuletzt auch Ihre moralische Verantwortung! Haben sie Erbarmen mit unser aller Stadt

und bewahren Sie die Bürgerinnen und Bürger von Lingen vor einem grauslichem Ungemach, vielleicht auch einer Schande, der Schande eines fragwürdigen Museumsorts.

Meine Damen und Herren, ich danke Ihnen für Ihre freundliche Geduld!“