Reden über…

4. Dezember 2022

Kunst mit Kunstpreisträger Robel Tebesgen

Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße 10a 
Heute, Sonntag 4.12.22  –  15 Uhr
Eintritt frei

Heute Nachmittag findet ein kostenloses und öffentliches Gespräch zwischen Robel Temesgen und der Direktorin der Kunsthalle Meike Behm statt. Es bietet sich die Gelegenheit, den Künstler näher kennenzulernen, Fragen zu seinen Werken und zu der Ausstellung zu stellen und mehr über die Hintergründe seiner Kunst zu erfahren.
Das Gespräch wird in englischer Sprache geführt und in deutsche Sprache übersetzt.

Reden über Kunst

22. Oktober 2022

REDEN ÜBER KUNST
Gespräch zwischen Meike Behm, Angela Fette, Michael Hirsch und Peter Lütje
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße 10a
Sonntag, 23. Oktober 2022 – 15.30 Uhr

An diesem findet ein Gespräch zwischen der Künstlerin Angela Fette, dem Philosophen und Autor Michael Hirsch, dem Künstler Peter Lütje und der Kunsthistorikerin und Ausstellungsmacherin Meike Behm statt. Es bietet unter anderem die Möglichkeit dazu mehr über die in der aktuellen Ausstellung präsentierten Kunstwerke Angela Fettes zu erfahren und Fragen zu stellen.

Kosten 6 Euro, 4 Euro ermäßigt und für Mitglieder des Kunstverein Lingen

Documenta-Diskussion

6. August 2022

DOCUMENTA FIFTEEN. PODIUMSGESPRÄCH
Lingen (Ems), Kunsthalle, Kaiserstraße 10a
Dienstag, 9. August 2022, 19.30 Uhr
Karten 6 Euro,
ermäßigt 4 Euro

Die documenta fifteen, kuratiert vom indonesischen Kollektiv Ruangrupa, folgt einem Konzept, bei dem die Form der Organisation eng mit der künstlerischen Ästhetik und den Inhalten verbunden ist. So ist eine außerordentlich vielfältige und herausfordernde Ausstellung entstanden, die an insgesamt 32 Orten in Kassel zu sehen ist, und die sich in ihrem Verlauf weiter verändern wird.

Ruangrupa zeigt vor allem Kollektive aus Asien, Afrika, Süd- und Zentralamerika, die dringende Themen unserer Zeit wie Bildung, Nachhaltigkeit, Diversität und globale Krisen behandeln. Die documenta fifteen rückt so weder Anklagen, abgeschlossene Abhandlungen noch rein museale Präsentationen in den Fokus, sondern präsentiert Prozesse, Partizipationen und Dialoge.

Bereits im Vorfeld wurden Vorwürfe gegen die Beteiligung von Künstler*innen erhoben, die im Verdacht des Antisemitismus standen. Seitdem die documenta (nach der Preview) das Banner „Peoples Justice“ (2002) des indonesischen Künstler*innenkollektivs Taring Padii mit antisemitischem Bildvokabular präsentierte, ist eine Debatte um die Deutungshoheit der europäischen Geschichte gegenüber den Sichtweisen des globalen Südens und die Interpretation von Antisemitismus entbrannt.

In dem Podiumsgespräch sprechen Muriel Meyer, Künstlerische Leiterin des Kunstvereins Grafschaft Bentheim, Thomas Niemeyer, Direktor der Städtischen Galerie Nordhorn und Meike Behm, Direktorin der Kunsthalle Lingen über die documenta fifteen und ihre eigene Sicht auf die Ausstellung und auf die öffentliche Debatte.

 

„Harry Kramer und seine Zeit“
Meike Behm, Dr. Stefan Lüddemann und Heiner Schepers  im Gespräch
Lingen (Ems) – Kunsthalle IV, Kaiserstraße 10a
Di, 19.07. 2022 –  19.30 Uhr
Eintritt: 6 €, erm. 4 €, Studierende der Hochschule frei

Am Dienstagabend sprechen Meike Behm, Dr. Stefan Lüddemann und Heiner Schepers über Harry Kramer und seine Zeit, in der er und sein Werk lebten.

Harry Kramer wurde 1925 in Lingen in der Hinterstraße, heute vis-avis vom Rathaus gelegen geboren. 1997 starb er in Kassel. Bis 1942 arbeitete er in Lingen als Frisör und besuchte ab 1947 die Tanzschule von Lola Rogge in Hamburg. In den 1950er Jahren entwarf er ein mechanisches Theater, das in der Berliner Galerie Springer uraufgeführt wurde.

Anschließend gestaltete Harry Kramer in den 1960er Jahren zahlreiche Automobile Skulpturen, die jeweils mit einer eigenen Mechanik ausgestattet waren und innerhalb derer sich Drahtobjekte drehten oder auch Klingeln einen Ton erzeugten. Es folgten buntfarbige Plastiken und Bilder sowie Plastiken, die wie Stehaufmännchen bewegt werden konnten. 1964 nahm Harry Kramer an der documenta 3 in Kassel teil.

Im Jahr darauf nahm er eine Gastprofessur in Hamburg wahr. Zu Beginn der 1970er Jahre erhielt Kramer dann einen Ruf als Professor an die Kunsthochschule Kassel. Hier gestaltete er gemeinsam mit seinen Studierenden unter dem Namen „Atelier Kramer“ zahlreiche großformatige Installationen und Kunstaktionen. In den 1990er Jahren entwickelte und realisierte Harry Kramer das Projekt der Nekropole im Kasseler Habichtswald, innerhalb dessen Künstlerinnen und Künstler wie beispielsweise Rune Mields, Timm Ulrichs, Fritz Schwegler und Werner Ruhnau Grabmäler gestalteten, zuletzt wurde 2011 das Grabmal von Gunter Demnig realisiert.

Zahlreiche Facetten der künstlerischen Arbeit und der Zeit, in der es entstand, reflektieren im Rahmen des Gesprächs die Kunsthistorikerin Meike Behm, Dr. Stefan Lüddemann, Verfasser einer Monografie über Harry Kramer, und Heiner Schepers, ein Kenner des Künstlers Person und des Werks Harry Kramers, der 1994 Harry Kramer als erster auch den Lingenerinnen und Lingen erschloss.


Harry Kramer, Ein Künstler aus Lingen – Installationsansicht Kunsthalle Lingen 2015
Foto: © Kunsthalle Lingen

 

50 plus 2

6. Mai 2022

An diesem Wochenende treffen sich in Lingen meine Abiturienten des Abi-Jahrgangs 1970 am Gymnasium Georgianum. Wir  feiern das 50jährige Abi – wenn auch coronabedingt mit 2jähriger Verspätung. Tja, was soll ich sagen, ich bin dabei. Also schreibe ich heute einmal mehr in eigener Sache:
Offiziell beginnt unser Wiedersehen am Samstagmorgen um 10.30 Uhr mit einer Matinée in der Bonifatius-Kirche. Dominik Giesen spielt Orgel und die Schweizer Sopranistin Franziska Hirzel singt. Das kleine Konzert ist eine Hommage an diejenigen aus dem Abi-Jahrgang, die seit 1970 verstorben sind: Laurentius Bonitz, Clemens Rogosenski, Ernst Heinrich Friedrich Schindler, Otto Tegeder, Hans-Joachim Töller.
Alle Lingener*innen sind zu dem etwa halbstündigen morgendlichen Konzert herzlich eingeladen. Es ist natürlich kostenfrei.
Anschließend empfängt der stellv. Bürgermeister Werner Hartke den Abiturjahrgang im historischen Rathaus, bevor es zu einem Stadtspaziergang über die Jüdische Schule, Wasserturm (hoch und runter), Campus Lingen und Kunsthalle (Neue Ausstellung von Rochelle Goldberg) zum Gymnasium Georgianum geht, wo Heinz Buss, inzwischen pensionierter Schulleiter aus dem Abijahrgang 1969, die Bibliothek der Schule vorstellt. Es schließt sich eine Stadtrundfahrt an.
Ein weiterer Höhepunkt ist der Kulturspaziergang am Sonntagmorgen, der in der Marienstraße mit einem „2. Frühstück“ (Es gibt einen Espresso!) im ehemaligen Eiscafé von Luigi Soramae (jetzt „Il Giardino“ und immer noch fest in italienischer Hand) beginnt, über Peter Lütjes  Bodenmosaik „Glauben“ des neuen 7-Tugende-Pfades, das Emslandmuseum und das ehem. Bürgermeisterhaus von Baumeister Hans Lühn, den Amtsgerichtspark und die Kunstschule zu Professorenhaus und TPZ am Universitätsplatz geht. den Kulturspaziergang führt Museumschef Dr. Andreas Eiynck durch das Zentrum. Nils Hanraets zeigt das TPZ und Meike Behm die Kunstschule.
Und keine Sorge: Wir werden auch gebührend Getränke genießen.

VON HIER VON DA VON DORT
Mitglieder des Kunstvereins Lingen stellen aus
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Eröffnung 18.03.2022, 19 Uhr

Ausstellung vom 19. 03. – 18. 04. 2022
Öffnungszeiten dienstags bis sonntags

Ab übermorgen präsentiert die Kunsthalle Lingen eine umfangreiche Gruppenausstellung, die den Titel „Von hier von da von dort“ trägt. Sie stellt Werke vor, die von den Mitgliedern des Kunstvereins Lingen e.V. gefertigt wurden (Foto). Auf künstlerische Art und Weise werden vielfältige Stilrichtungen, Techniken und Themen zu sehen und zu erfahren sein. Medien des Ausdrucks wie Malerei, Zeichnung, Collage, Assemblage, Fotografie, Skulptur, Objekt und Installation werden gezeigt, so dass die Ausstellung einen repräsentativen Überblick über die Kunst „Von hier von da und von dort“ bietet.

Die Mitgliederausstellung des Kunstvereins Lingen findet bereits zum 14. Mal statt und bietet einen Einblick in die künstlerische Arbeit von ca. 50 Künstler*innen aus dem Emsland und der Grafschaft Bentheim bis hinein in die Niederlande.

Die Ausstellung wird am heutigen Freitag, 18. März 2022 um 19 Uhr feierlich eröffnet. Es sprechen Georg Aehling (Vorsitzender des Kunstvereins Lingen e.V., Begrüßung), Werner  Hartke (Zweiter Bürgermeister der Stadt Lingen (Ems) und Meike Behm (Direktorin der Kunsthalle Lingen, Einführung in die Ausstellung).

Am Donnerstag, 04. April 2022 bietet sich um 20 Uhr im Rahmen des BarDo Abends die Möglichkeit zu einem öffentlichen Gespräch mit einigen der ausstellenden Künstler*innen. Der Eintritt ist frei.

Es gelten die aktuellen Corona Bestimmungen, aus organisatorischen Gründen bittet die Kunsthalle um vorherige Anmeldung. Die Kunsthalle Lingen dankt dem Land Niedersachsen, dem Landkreis Emsland, der Stadt Lingen (Ems) und der Kulturstiftung Heinrich Kampmann für die großzügige Unterstützung.

Text und Foto Kunstverein Lingen

DAMME – Heidi Specker

10. Dezember 2021

DAMME

Heidi Specker
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Die Ausstellung findet vom 11.12.21 bis zum 06.03.2022 statt.

Soft Opening:
An diesem Wochenende eröffnet die nächste Ausstellung im Kunstverein Lingen. Der  Eintritt in die Kunsthalle ist am 11. und 12. Dezember frei. Heidi Specker ist am Samstag von 11 bis 17 Uhr anwesend und steht gemeinsam mit der Direktorin der Kunsthalle Meike Behm für Gespräche zur Verfügung.

„DAMME heißt die heute starende Ausstellung  der Künstlerin Heidi Specker. 1962 in der gleichnamigen Stadt geboren, lebt sie heute in Berlin und leitet als Professorin an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig die Fotoklasse. Nach einem Studium der Visuellen Kommunikation an der Fachhochschule Bielefeld und war sie Meisterschülerin von Joachim Brohm an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Das Kunstmuseum Bonn und die Berlinische Galerie richteten ihr u.a. Einzelausstellungen aus und sie nahm u.a. an Gruppenausstellungen in der Kunsthalle Wien und im National Museum of Art in Kyoto teil.

Heidi Specker arbeitet im Medium Fotografie. Die 2019 entstandene Arbeit „DAMME“ besteht aus 70 Fotografien, die auf intensive Art und Weise das Leben auf dem Land ebenso reflektieren wie auch kommentieren. In Damme herrscht Normalität, isolierte Momentaufnahmen einer Landschaft von Asphalt, Beton und Backstein verweisen auf Anonymität und Ödnis; Monokulturen von Maisfeldern und Windräder charakterisieren die Landschaft. Im ländlichen Großraum sorgt nicht der Späti oder der Kiosk, sondern der Getränkemarkt für alkoholische Versorgung. Im Fokus stehen Jugendliche, privilegiert in ihrem Zustand zwischen Träumerei und Erwartung des Zukünftigen. Die Aufnahmen erzählen vom Aufbruch teilweise aus der Nähe, teilweise mit Distanz, halten Rückschau und spiegeln Lebensstationen. Ein Videofilm enthält die Episoden „Landstraße“ und „Glückauf“ und ergänzt die Fotografien.

Weiterer Bestandteil der Ausstellung ist das Projekt „CORNFELD“, zu dem Heidi Specker Künstler*innen dazu einlud, einem historischen Kupferstich mit der Nutzpflanze Mais, veröffentlicht 1895 im Hausschatz des Wissens: „Das Pflanzenreich“, etwas hinzuzufügen. Entstanden sind individuelle Blätter der national und international bekannten Künstler*innen von Andrea Büttner, Anna Haifisch, Antje Majewski, Beate Terfloth, Daniela Burger, Dragutin Banic, Erik Swars, Florian Merkel, Gerd Grüneis, Isabelle Fein, Kerstin Drechsel, Laura Horelli, Lina Ehrentraut, Lutz Braun, Marcus Weber, Martin Städeli, Maximilian Kirmse, Olivier Guesselé-Garai, Peter Herrmann, Raaf van der Sman, Sebastian Hammwöhner, Stefan Vogel, Sunah Choi, Susanne Bürner, Tatjana Doll, Ulrike Kuschel, Wilhelm Klotzek und Wawrzyniec Tokarski.

Inhaltlich vermitteln die Arbeiten „DAMME“ und „CORNFELD“ an einem Ort wie Lingen Fragen, die auch Menschen und Landschaft rund um diese Stadt betreffen. Auch hier blicken junge Menschen erwartungsvoll in die Zukunft, auch hier gibt es begrenzte Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, auch hier bestimmt Massentierhaltung teilweise eine agrareffizient ausgerichtete Landwirtschaft. Von daher verhandelt die Ausstellung in Lingen gesellschaftlich relevante Aspekte, die über diesen Ort hinaus viele ländliche Regionen betreffen. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der das Projekt CORNFELD vermittelt.“


Text/Grafik: Kunstverein Lingen

Prof. Dr. Antonella Giannone – Weißensee Kunsthochschule Berlin 
Der Reiz der Grenze: Zwischen Mode und Kunst
Vortrag und Diskussion
Lingen (Ems) – Kaiserstr.10a /Kunst-/Halle IV
Freitag, 05. November 2021 um 19.30 Uhr
Corona: GGG
Eintritt: 5 € (Mitglieder des Kunstvereins 3 €)

Zwischen Mode und Kunst lassen sich nicht immer klare Grenzen ziehen und gerade in den Übergangsbereichen spielen sich die interessantesten Phänomene dieser Beziehung ab.

Der Vortrag wirft aus modetheoretischer Perspektive Fragen bezüglich der Interaktion von Mode und Kunst in unterschiedlichen Kontexten auf. Die Zusammenarbeit bzw. der Rollentausch zwischen Künstler*innen und Modedesigner*innen, die Selbstinszenierung von Künstler*innen durch Kleidung und Mode, die künstlerischen Einflüsse in der materiellen Gestaltung sowie in der Präsentation und Repräsentation von Mode stehen hier zur Debatte.

Antonella Giannone
ist seit 2013 Professorin für Modetheorie, -geschichte und Bekleidungssoziologie an der Weißensee Kunsthochschule Berlin. Sie promovierte an der Technischen Universität Berlin im Fachbereich Semiotik zum Thema Kleidung als Zeichen. Ihre Funktionen im Alltag und ihre Rolle im Film westlicher Gesellschaften; erschienen 2005 bei Weidler, Berlin. Zu ihren neuesten Publikationen zählen Dressing Like an Artist: Künstlerische Selbstinszenierungen und die Mode (Hg. zus. mit Petra Leutner); „Aesthetic Negotiations Between Conflicting Forms of Life. The Case of Modest Fashion“, in The Culture, Fashion and Society Notebook, Turin, 2019 (zus. mit E. Arielli); „(Un)modeling Gender: Models zwischen Mode und Gesellschaft“, in Gender. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 3/2018.

Der Vortrag von Prof. Dr. Antonella Giannone ist Bestandteil der aktuellen Ausstellung Mon coeur mis à nu im Kunstverein Lingen. Im Anschluss an den Vortrag diskutieren die Kuratorin und Kunsthistorikerin Meike Behm, der Künstler, Kurator und Modefotograf Taner Tümkaya, der Modedesigner Théo Lalis und der Künstler Peter Lütje gemeinsam mit Prof. Dr. Antonella Giannone über „den Reiz der Grenze: Zwischen Mode und Kunst.“


Foto: Antonella Giannone, (c) Weißensee Kunsthochschule Berlin

MON COEUR MIS À NU

5. Oktober 2021

MON COEUR MIS À NU
Marlies Behm, Anne Bellinger, Ferencz Borbàla, Laura Gerte, Angela Geisenhofer, Anouk van Kampen Wieling, Théo Lalis, Florentina Leitner, Taner Tümkaya
Kuratiert von Meike Behm und Taner Tümkaya
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstraße 10a
9. 10. – 28. 11.2021
Corona: 3 G

Über die Ausstellung:
Das Verhältnis von Kunst und Mode ist komplex, und oft auch von Komplexen geprägt. „Der Kunstdas Ewige, der Mode die Vergänglichkeit“ lautete lange Zeit das Unverträglichkeitsparadigma. Die Erweiterung des Kunstbegriffs und die Entauratisierung des Kunstwerks durch seine technische Reproduzierbarkeit wie sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Angriff genommen wurden, haben wesentlich dazu beigetragen, dass sich Mode und Kunst gegenseitig miteinander auseinandersetzten. Dadaist*innen, Vertreter*innen des Suprematismus und Künstler*innen im Bauhaus, um nur einige Beispiele aus der klassischen Moderne zu nennen, haben nicht nur die Auflösung der Grenze zwischen angewandter und hoher Kunst vorangetrieben, sondern die Mode und das Modische im Kunstbetrieb tief verankert. Seither ist die Zeitgenossenschaft als Kriterium künstlerischer Qualität aus der Kulturökonomie ebenso für Mode als auch für Kunst nicht mehr wegzudenken. Beide Bereiche reflektieren aktuelle Aspekte wie Identität, Genderfragen, Rollenspiel, die Grenze zwischen freier und angewandter Kunst auf ebenso gemeinsame wie unterschiedliche Art und Weise.

Die Ausstellung „Mon coeur mis à nu (Mein Herz entblößt)“ besteht aus mehreren Elementen, die sich formal und inhaltlich auf einander beziehen, um vor allem eine Offenheit für verschiedenste Lesarten zu eröffnen, die sich um die Komplexe „Mode“ und „Kunst“ drehen. Den Auftakt des Projekts bildet eine theatralisch inszenierte Modenschau, innerhalb derer sieben Modedesigner*innen Teile ihrer Arbeit präsentieren.

Beteiligt sind Anne Bellinger und Laura Gerte aus Berlin, Florentina Leitner aus Wien, Ferencz Borbàla aus Lissabon, Anouk van Kampen Wieling aus Amsterdam und Théo Lalis aus London. Ihre Mode ist jeweils individuell und basiert teilweise auf dem Prinzip nachhaltiger Produktion. Diese Show wird von dem Künstler und Modefotograf Taner Tümkaya gefilmt, dieser Film sowie von ihm gefertigte Fotografien sind Bestandteil der Ausstellung und werden gemeinsam mit den vorgeführten Kleidungsstücken präsentiert. Ebenfalls wird Schmuck von den Goldschmiedinnen Marlies Behm aus Lübeck und Angela Geisenhofer aus München präsentiert.

Während der Laufzeit der Ausstellung bieten die Designer*innen und Marlies Behm jeweils einen öffentlichen Wochenendworkshop an, an dem jede*r teilnehmen kann. Die Woche nach dem Workshop kann genutzt werden, wenn begonnene Kleidungsstücke nicht vollendet werden konnten, entstandene Kleidungsstücke werden im Rahmen einer Abschlussshow öffentlich präsentiert. An einem Abend wird das inhaltlich komplexe Thema „Mode versus Kunst“ öffentlich durch Expert*innen aus beiden Bereichen verhandelt. Zur Ausstellung erscheint ein Booklet. Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch die Niedersächsische Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Emsland, die Durchführung der Workshops großzügig durch den Sonderfonds des Kunstfonds Bonn.


Quelle: KV Lingen

Corona – hin oder her, es klappt doch noch. Fast wie bei einer Finissage wird der Lingener Kunstpreis 2020 an Helen Feifel verliehen. Präsentiert wird auch der  von Sven Michel entworfene Katalog für die Ausstellung der Preisträgerin.
Der Kunstverein lädt zu morgen, Samstag, 12. Juni 2021 um 15 Uhr an die Kunst-Halle IV, Kaiserstraße 10b herzlich ein. Aus aktuellem Anlass bitten die Veranstalter um vorherige Anmeldung unter info(at)kunsthallelingen.de und natürlich um Einhaltung der geltenden Hygieneregeln.
Das Samstag-Programm:
  • Begrüßung​​ Georg Aehling, Vorsitzender des Kunstvereins Lingen e.V.
  • Grußworte ​​Heinz Tellmann, Bürgermeister der Stadt Lingen (Ems) und Anne Höltermann, Vorsitzende des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises
  • Preisverleihung​ Doris und Heribert Lange gemeinsam mit Annette und Robert Koop, Mitglieder des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises
  • Laudatio​​ Meike Behm
Der Katalog zur Ausstellung ist im Verlag Strzelecki Books in Köln erschienen. Die Präsentation beginnt mit einem Gespräch mit Helen Feifel und Sven Michel, dem Gestalter des Katalogs, anschließend signiert Helen Feifel Kataloge. Ebenfalls ist ein Set aus vier Plakaten zur Ausstellung erschienen, auch diese können dann – signiert oder unsigniert erworben werden.
Die Helen-Feifel-Ausstellung „Something else shapes“ in der Kunst-HalleIV kann am Veranstaltungstag und noch bis zum Sonntag, 13. Juni, kostenlos besucht werden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.