Crossposting!*
Ein Schiff, das im Juni 2025 die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal an der Lingener Lindenstraße rammte, dann die Sperrung der Brücke -selbst für Fußgänger und Radfahrer- und monatelanger Stillstand und eine Stadtverwaltung, die das Problem offenbar „verschlafen“ hat: Der Fall der beschädigten Kanalbrücke sorgt weiter für massive Kritik. Nun schlägt auch die Ärzteschaft Alarm. Dr. Thomas Götz, Facharzt am Bonifatius-Hospital, hat jetzt in einem Brandbrief an Stadtbaurat Schreinemacher das ausgesprochen, was Tausende Lingener täglich spüren: Die Brückensperrung ist nicht nur ein Ärgernis, sie ist eine Belastung für die Infrastruktur, auch die medizinische. Patienten verpassen Termine, Rettungswege sind in der Rushhour blockiert. Die „BürgerNahen“ sagten gestern klar: Diese Behäbigkeit ist inakzeptabel!
Während im medizinischen Bereich bei Notfällen jede Minute zählt, scheint die Zeit beim primär zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) in Meppen und im Lingener Rathaus stillzustehen. Sieben Monate (!) dauerte es vom Unfall bis zum Baubeginn im Januar 2026, und noch ist unklar, wann die Brücke wieder freigegeben wird. Dass es auch anders geht, zeigt ein Blick nach Rheinland-Pfalz. An der Moselschleuse Müden gab es im Dezember 2024 einen Totalschaden. Die Bilanz dort:
- Reparaturdauer: Nur 55 Tage.
- Arbeitsweise: 24/7-Schichtbetrieb, auch am Wochenende.
- Vergaberecht: Mut zur Eil-Vergabe ohne monatelange Ausschreibungs-Bürokratie.
Und in Lingen? Hier herrscht auf der Baustelle am Wochenende „Ruhe sanft“, während der Verkehr in der Stadt kollabiert. Besonders bitter: Die Kosten der Reparatur trägt die Haftpflichtversicherung des Verursachers. Die „sparsame“ und langsame Arbeitsweise des WSA schont also lediglich die Kasse der Versicherung. Die Zeche zahlen die Lingener Bürger, die lokalen Betriebe und die Umwelt durch unnötige Umwege und Abgase.
In der letzten Sitzung des Verwaltungsausschusses am vergangenen Donnersta zeigte sich der Stadtbaurat von der Kritik der Ärzteschaft noch „uninformiert“. Für die BN-Fraktion ist das ein Armutszeugnis. Sie sagt: „Wir lassen nicht locker:
- Druck aufs WSA: Die Stadt muss endlich massiv in Meppen intervenieren.
- Schichtbetrieb einfordern: Wer eine Hauptverkehrsader sperrt, muss unter Hochdruck arbeiten – auch am Wochenende!
- Beschwerde in Berlin: Wir werden eine offizielle Dienstaufsichtsbeschwerde beim Bundesverkehrsministerium gegen die Verantwortlichen des WSA einreichen.
Lingen braucht keine Verwaltung, die Zuständigkeiten hin- und herschiebt, sondern eine, die Probleme löst.“
- ->Ein Crossposting von der Website Die BürgerNahen – bnlingen.wordpress.com
Kiki + Pupps: „Die Zirkusratte“
17. Januar 2026
Reihe Kiki + Pupps:
Die Zirkusratte
Theater Mika und Rino
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5
So. 18.01. 2026, 11:00 Uhr, Einlass 10:30 Uhr
für Menschen ab 4 Jahren; 60 Minuten
allerallerletzte Karten: 5 Euro in der Touristinformation
Normalerweise führen Zirkusratten ein trauriges Dasein. Nur Abfälle und trockenes Brot. Die meisten finden sie hässlich und wenn die Vorstellung beginnt müssen sie sich verstecken. Doch die Ratte Fred träumt davon selbst ein berühmter Zirkuskünstler zu sein. Schließlich hat sie lange genug beim Zauberer und den Artisten zugeschaut. Während der Direktor und sein Clown die Vorstellung mit tollen Kunststücken beginnen, stibitzt Fred Zylinder und Zauberstab. Er inszeniert ein vergnügliches Missgeschick nach dem anderen. So müssen sich alle drei ordentlich zusammenraufen, bevor sie sich schließlich gemeinsam vor einem begeisterten Publikum verbeugen. Es gibt ein liebevoll aufeinander abgestimmtes Potpouri aus komischen und spannenden Szenen beschreibt das menschliche Bedürfnis nach Anerkennung und Selbstbehauptung.
Ibrahim Akkuş ist mit 70 Jahren an den Folgen des rassistischen Anschlags von Hanau vor sechs Jahren gestorben. Er kämpfte gegen Einsamkeit und das Vergessenwerden und sagte: „„Ich wünsche mir, dass Menschen einander nicht töten“. „Mit dem Tod von Ibrahim Akkus verlieren wir einen Menschen, dessen Leben durch den rassistischen Terroranschlag in unserer Stadt auf grausame Weise zerstört wurde“, sagte Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) am Freitag.
In der taz hat Yağmur Ekim Çay heute an den Verstorbenen erinnert. „Wissen diese Menschen in Deutschland eigentlich, was ich durchgemacht habe?“, fragte Ibrahim Akkuş immer wieder bei fast jedem Treffen. Viele wussten tatsächlich nicht einmal, was ihm passiert war. Genau das beschäftigte und verletzte ihn am meisten. Ibrahim Akkuş starb am 10. Januar im Alter von 70 Jahren an den Spätfolgen der Verletzungen, die er beim rassistischen Anschlag in Hanau erlitten hatte.
Schon lange vor dem Anschlag war sein Leben von rechter Gewalt geprägt. Als Kurde hatte er in der Türkei Verfolgung und Faschismus in den Siebzigern aus nächster Nähe erlebt. Sein Bruder wurde dort von Rechten ermordet, nachdem dessen Asylantrag in Deutschland abgelehnt worden war. Dass die Gefährdungslage damals offenbar in Deutschland nicht ernst genommen wurde, ließ ihn bis zu seinem Tod nicht los. Trotzdem suchte er weiter nach Sicherheit in Deutschland, das er einmal als ein „Land der Hoffnung“ beschrieb. Dafür arbeitete er jahrelang auf Baustellen, von Leipzig bis Nürnberg.
Sein Zuhause fand er schließlich in Hanau-Kesselstadt, wo er bis zu seinem Tod mit seiner Partnerin und seiner 19-jährigen Tochter lebte. Am Abend des 19. Februar 2020 war er nur ein paar Blocks von seiner Wohnung entfernt, in der Arena-Bar. Er wollte dort seinen Bekannten Gökhan Gültekin in dessen Kiosk treffen, der auch an diesem Abend ermordet wurde. Der rechtsextreme Täter schoss in der Arena Bar achtmal auf Ibrahim Akkuş.„Ich kann diesen Tag nicht vergessen“. Trotz seiner lebensgefährlichen Verletzungen konnte er sich bis zu seinem Tod sehr genau an diesen Abend erinnern – an die Schüsse, den Schock, die Angst und daran, wie Menschen starben. Nach dem Anschlag lag er monatelang im Krankenhaus und musste mehrfach operiert werden. Er bekam Beinprothesen und war dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen.
„Ich kann diesen Tag nicht vergessen“, sagte er. Deshalb…
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Foto von Ben Kilb: Auf Ibrahim Akkus (67) wurde beim Anschlag im Jahr 2020 mehrfach geschossen. Seitdem ist er auf einen Rollstuhl angewiesen. Er lebte mit seiner Partnerin und seiner heute 19 Jahre alten Tochter im Hanauer Stadtteil Kesselstadt. Fotografiert am Donnerstag, 6. Februar 2025.
(c) Ben Kilb, benkilb.com
Bonifatius Klänge 2026
16. Januar 2026
Sonntag, 18. Januar, 19:30 Uhr, BONIFATIUSKLÄNGE 1 – Orgelkonzert
Prof. Dr. Jörg Abbing (Saarbrücken), Orgel
Sonntag, 25. Januar, 19:30 Uhr, BONIFATIUSKLÄNGE 2 – Orgelkonzert
Jörg-Christian Freese (Sögel), Orgel
Sonntag, 1. Februar, 19:30 Uhr BONIFATIUSKLÄNGE 3 – Orgelkonzert – Orgel-Duo
Thorsten Schwarte und Felix Bräuer (Münster), Orgel
Sonntag, 15. Februar, 19:30 Uhr BONIFATIUSKLÄNGE 4 – Orgelkonzert
Mathis Stach, (Lingen/Köln), Orgel
Der Eintritt zu allen Orgelabenden in der Bonifatius Kirche ist frei. Allerdings wird eine Spende wird erbeten.
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Zur Orgel der St. Bonifatius-Kirche erläutert die Bonifatius-Musik-Website:
Im Eingangsbereich der Lingener St. Bonifatius-Kirche befindet sich die klassizistische Orgelempore. Ursprünglich wurde die Orgel im Jahre 1836 vom Orgelbauer Brinkmann aus Herford gebaut. Aus dieser Zeit sind der Prospekt sowie das Register Gedackt 16′ erhalten. Diese erste Orgel umfasste 23 Register mit zwei Manualen und Pedal. 1885 wurde die Orgel durch die Firma Fleiter aus Münster fast komplett neu erbaut und erhielt 27 Register. Nach kleineren Änderungen in den Jahren 1910 und 1950 wurde sie in den Jahren 1972/1973 wiederum unter Beibehaltung einiger Register erweitert. Die Arbeiten wurden von der Orgelbauanstalt Gebrüder Stockmann aus Werl ausgeführt.
In Voraussicht auf den dreimanualigen Ausbau der Orgel wurden im Jahre 1986 drei (nach selber Quelle: vier) Pedalregister eingebaut und die baulichen Voraussetzungen für ein großes Schwellwerk geschaffen. Nach der Kirchenrenovierung 1994 wurde dieses durch die Firma Fischer & Krämer aus Endingen eingebaut.
Die letzte Erweiterung fand im Jahre 2005 statt: Es wurden drei Hochdruckregister (der sog. Bonifatiuschor) als Solowerk auf einer eigenen Windlade geschaffen. Diese Arbeiten führte ebenfalls die Firma Fischer & Krämer durch.
Die Orgel ist für die Interpretation von Stilrichtungen seit Johann Sebastian Bach und insbesondere der Werke des 19. und 20. Jahrhunderts geeignet. Seit ihrem großen Umbau 1995 finden regelmäßig Tonaufnahmen von Orgel- und Chorwerken statt.
Die Spieltraktur der Orgel ist mechanisch, ihre Registertraktur elektrisch. Bis auf die Normalkoppeln I/II/P, die mechanisch arbeiten, sind alle andere Koppeln elektrisch.
Lingener Marionettentheater
Die Erben des Articus Crane – Premiere
Eine Kriminalkomödie von Laurenz Bäthke
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 2
Freitag, 16. Januar 2026 – 19 Uhr
Karten? ausverkauft*
Das Lingener Marionettentheater präsentiert seine eigens vom Intendanten Laurenz Bäthke geschriebene und inszenierte Kriminalkomödie, die das Repertoire des Hauses um eine humorvolle, spannende und atmosphärisch dichte Neuproduktion erweitert.
Die Handlung:
Hausherrin Loreen Crane wird tot in ihrem Anwesen Crane Hall Manor aufgefunden. Ein Fall für Constable Naomi Clarke und Professor Humphrey Dawson, die der mysteriösen Todesursache auf den Grund gehen sollen. Während sich die Familie versammelt, um Abschied zu nehmen, herrscht esplötzlich große Aufregung: Angeblich wurde Loreen quicklebendig im Haus gesehen! Was ist dran an der Geschichte? Treiben Geister ihr Unwesen in Crane Hall Manor? Oder steckt der dunkle, satanistische Vorfahre der Familie, Articus Crane, hinter den unheimlichen Ereignissen?
Die Zuschauer erwartet ein Ausflug nach Crane Hall Manor, ein traditionsreiches Anwesen voller Geheimnisse. Ein mysteriöser Todesfall bringt dort eine exzentrische Adelsfamilie, ein scheinbar übersinnliches Rätsel und eine entschlossene Ermittlerin auf überraschende Weise zusammen. Mit feinem britischem Humor, pointierter Spannung und liebevoll handgefertigten Marionetten zeigt die Inszenierung, wie modern und mitreißend traditionelles Marionettentheater sein kann.
Wie komme ich an Karten? Sie kosten übrigens 15,- Euro pP.
Die Nachfrage nach einem Theaterbesuch im kleinsten Theater Norddeutschlands ist so groß, dass Kartenwünsche für Gruppen erst nach etwa eineinhalb Jahren, für Einzelpersonen dagegen etwas früher erfüllt werden können.
Um in eine Vorstellung (immer freitags!) zu gelangen, muss ein Eintrag in die Warteliste erfolgen, der Eintrag wird per E-Mail bestätigt. Nach Ablauf de Wartefrist meldet sich das Theater bei Ihnen. Dann wird ein passender Termin abgestimmt Bei Fragen bitte eine E-Mail an marionetten-lingen(at)web.de
USA: Wie die Rule of Law zerstört wird
14. Januar 2026
Aus den USA gjbt es neue, verstörende Nachrichten: Es wird keine juristischen Konsequenzen nach den tödlichen Schüssen von Minneapolis quf die 37jährige Renee Nicole Good geben. Daraufhin sind mehrere Staatsanwälte zurückgetreten. Die tödlichen Schüsse auf die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis durch einen ICE-Beamten am vergangenen Mittwoch haben „keine Grundlage für eine strafrechtliche Untersuchung wegen Verletzung der Bürgerrechte“. Das sagte der stellvertretende Justizminister Todd Blanche. Der früher Verteidiger des US-Präsidenten Donald Trump in dem New Yoeker Schwweigegeldprozess war.
Inzwischen haben nach US-Medien seit den tödlichen Schüssen mindestens sechs Bundesstaatsanwälte in Minnesota ihre Ämter niedergelegt. Anlass sei die Anweisung aus der Führung des US-Justizministeriums, gegen die Witwe einer bei einem Polizeieinsatz getöteten Frau zu ermitteln – nicht gegen den ICE-Mitarbeiter, der auf diese schoss.
Weitere sechs hochrangige Staatsanwälte der Bürgerrechtsabteilung in der US-Hauptstadt kündigten ebenfalls ihren Abschied an. Ihnen sei zuvor mitgeteilt worden, dass sie nicht an der Untersuchung der tödlichen Schüsse in Minnesota beteiligt würden, hieß es. Dies ist üblicherweise die Aufgabe dieser Abteilung des Justizministeriums. Mehreren erfahrenen Staatsanwälten, die sich dazu bereiterklärt hatten, zum Tatort zu fliegen, sei dies untersagt worden, berichtet CBS News. Es werde „keine Ermittlungen geben“. Daraufhin kündigten unter anderem der langjährige Abteilungsleiter und sein Stellvertreter, wie die Washington Post jetzt berichtete.
In der vergangenen Woche waren bereits örtliche Ermittler aus dem US-Bundesstaat Minnesota von dem Fall ausgeschlossen worden. Die alleinige Kontrolle über die Ermittlungen liegt seither beim FBI. Dagegen protestierten Stadt und Staat heftig.
So ist es, wenn sich faschistoide Personen das Recht untertan machen und sich über die „Rule of law“ stellen. Sie ist Grundlage der Rechtsstaatlichkeit, dass staatliches Handeln an Recht und Gesetz gebunden ist, niemand über dem Gesetz steht und jeder Mensch vor dem Gesetz gleich ist. Das gewährleistet Freiheit, Sicherheit und eine transparente Regierung. Sie schützt vor willkürlicher Machtausübung durch klare, stabile und zugängliche Gesetze sowie unabhängige Gerichte und ist ein Fundament demokratischer Systeme. Die Trump-Administration zerstört dieses Fundament. Widerlich.
Gnocchi di patate al burro e salvia
14. Januar 2026
Die vor drei Jahren im biblischen Alter von 95 Jahren verstorbene Sybil Gräfin Schönfeldt war eine Schriftstellerin und Publizistin, die für ihre Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur, ihre kulinarischen Kochbücher sowie ihre Kolumnen und Essays bekannt war, unter anderem für die ZEIT. Sie wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Seit 2007 oder 2008 gab sie dann den Literarischen Küchenkalender heraus, ab wann genau hab ich nicht herausgefunden. Der Kalender mit wöchentlichen Beiträgen erscheint immer noch unter der Genitiv-Überschrift Sybil Gräfin Schönfeldts. Ich habe gelesen, dass für 2026 die freie Autorin Brigitte Lotz Texte für den Küchenkalender geschrieben hat – neben alten aus Schönfeldts Archiv; Julia Linne hat die von Susanne Nadolny ausgewählten Texte lektoriert.
Ein Exemplar der-inzwischen preislich reduzierten- Ausgabe für das neue Jahr habe ich mir doch noch in letzter Minute gegönnt, und gleich in dieser Woche lese ich darin über das Rezept Gnocchi in Salbeibutter („Gnocchi di patate al burro e salvia“) und den mir bis dato unbekannten kanadischen Schriftsteller David Bezmozgis; der hatte Ende der 1970er Jahre als Kind nach der Ausreise seiner jüdischen Familie aus der UdSSR monatelang in Rom gelebt, bis die Weiterreise ins kanadische Exil klar war. Darüber schrieb Bezmozgis vor 15 Jahren seinen hochgelobten Debutroman „Die freie Welt“ („The Free World“) und darin eben auch über Gnocchi, ein Aushängeschild der Cucina italiana, und über Salbei (italienisch: Salvia), das Speisen (nicht nur) der italienischen Küche eine bekömmliche Note verleiht.Nächste Woche übrigens geht es dann im Küchenkalender um… das wird hier nicht verraten. Aber das Rezept der in ihrer Einfachheit einfach nur köstlichen Gnocchi:
- Zutaten: 700 g mehlig kochende Kartoffeln, Salz, 200 g Mail, 2EL Butter, zwei Eier, zehn Salbeiblättchen, 50g frisch geriebener Parmesan
- Zubereitung: Kartoffeln mit Schale in Salzwasser, weich kochen, Pellen und durch eine Kartoffelpresse auf eine bemehlte Arbeitsfläche drücken. Das Püree leicht salzen und so viel Mehl unterkneten, bis ein elastischer Teig entsteht. Ich meine, zwei Eier für den Kartoffelteig schaden nicht, wenn auch das Schönfeldt-Rezept darauf verzichtet. Den Teig zu fingerdicken Rollen formen und ihn in jeweils ca. 3 cm dicke Stücke schneiden. Mit einer Gabel Rillen in die Teigstückchen drücken. Die Gnocchi in kochendes Wasser geben und bei schwacher Hitze circa vier Minuten garen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann sind sie gar, also Herausnehmen und abtropfen lassen. Die Butter (es dürfen auch mehr als 2 Esslöffel sein, finde ich; Butter ist inzwischen auch wieder bezahlbar…) in einer Pfanne zerlassen, Salbeiblättchen darin zart anbraten, die Gnocchi zugeben und in der Salbeibutter schwenken.
Vor dem sofortigen Servieren mit Parmesan bestreuen. Dazu passt eine frische Tomatensoße. - Nebenbei: Ein Glas Arneis passt ganz gut dazu, oder auch Grauburgunder (geht natürlich nicht im Dry January, aber dann geht der Klassiker: Sprudelwasser mit Zitrone oder Limette)
- Hier das Gnocchi-Machen per Wie-mach-ichs-Video:
Noch etwas Besserwisserei:
Wie Sven es in seinem Video macht: Gnocchi spricht sich „Njoki“ aus, mit einem weichen „nj“-Laut am Anfang, ähnlich wie in „Mignon“, und „oki“ am Ende, also mit K; das „g“ vorn wird dabei fast verschluckt oder weich „nj“ ausgesprochen. Bitte, bitte also nicht als hartes „g“ oder gar vorn wie hinten ein „tsch“. Danke.
Salbei, Foto oben von ignartonosbg via pixabay
Groningen: Eurosonic Norderslag 2026
13. Januar 2026
Ab Mittwoch und bis Samstag, 17. Januar 2026 ist wieder ESNS („Eurosonic Noorderslag“) in Groningen. Zu seiner 40. Auflage haben das Festival und die begleitende Konferenz 96 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Davon werden 36 Acts von 32 Mitgliedsradiostationen der European Broadcasting Union (EBU) nominiert. Zum ersten Mal ist auch Rumänien beim ESNS 2026 vertreten. Die ARD schickt die Berliner Singer-Songwriterin Muryel sowie das Wiener Musikduo Abor & Tynna nach Groningen; da war doch was? Richtig, die beiden Österreicher vertraten Deutschland beim letzten Eurovision Song Contest 2025 in Basel (Platz 15).Seit 1986 ist das gemeinnützige Showcase-Festival eine echte Bereicherung für aufstrebende MusikerInnen und hilft ihnen, ein internationales Publikum zu erreichen. Das ESNS hat schon vielen heute weltbekannten Künstler:innen wie Dua Lipa, Fontaines D.C., Altin Gün und AURORA den Weg geebnet. Auch in Zukunft möchte das Festival neuen Talenten eine Bühne bieten und die nächste Generation musikalischer Newcomer unterstützen. Anna van Nunen, Managing Director des ESNS, freut sich über die 40-jährige Wirkung in der Musikszene: „Vierzig Jahre ist natürlich ein Grund zum Feiern, aber es ist auch eine Gelegenheit, unsere Mission für die kommenden Jahrzehnte zu festigen: Europäische Künstler:innen mit Publikum und Fachleuten der Branche über Grenzen hinweg zu verbinden.“
Mit dem neuen Motto „Europe Calling“ möchte das ESNS 2026 noch stärker betonen, wofür es steht: ein gemeinsames kulturelles Erbe und ein starkes Zeichen für Einheit und Zusammenhalt. Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Spannungen soll das Festival zeigen, wie Musik Menschen zusammenbringt und Grenzen überwindet. Mit einem vielfältigen Line-up aus ganz Europa feiert ESNS die bunte Vielfalt des Kontinents – in Sprachen, Genres und kulturellen Einflüssen. Robert Meijerink, Programmchef und ESNS-Booker, ist von der ESNS-Vielfalt begeistert: „Von intimen Singer-Songwriter*innen über innovative Elektronik bis hin zu energiegeladenen Live-Bands – sie alle verkörpern die Energie und Innovationskraft, die ESNS zu einem einzigartigen Treffpunkt für MusikliebhaberInnen und Branchenprofis macht.“
Neben einer ganzen Reihe von Live-Performances bietet das Programm auch spannende Panels, Talks und Roundtables mit Sprechern und Sprecherinnen aus der internationalen Musikbranche. FestivalorganisatorIinnen, AgentIinnen, BookerInnen und andere einflussreiche Stimmen werden dabei sein. Die Themen reichen von den Auswirkungen von KI über den Aktivismus von KünstlerInnen bis hin zur Pressefreiheit. Auch Chancen für Solidarität, Zusammenarbeit und kulturelle Einheit stehen auf dem Programm. Tickets und weitere Infos zum ESNS findet man auf der offiziellen Website (NL / EN).
14.–17.01.2026 · Immer im Stadtzentrum Groningen, Niederlande
Das Festival ist ausverkauft. Es gibt eine Resale-Börse.
Line-up:
Sodl (AT, ORF FM4), Madhouse Express (CZ, CR Radio Wave), Jazzbois (HU, NoRadioStation), Omasta (PL, NoRadioStation), Ise (BE, VRT Studio Brussel),
-> Muryel (DE, ARD), MOIO (IE, RTE 2FM), Fidju Kitxora (PT, Antena 3), Kaat Van Stralen (BE, VRT Studio Brussel), -> Abor & Tynna (DE, ARD), Elín Hall (IS, RÚV Rás 2), Valeria Stoica (RO/MD, Radio România Cultural), Linda Elys (CH, SRF 3), Llum (ES, iCat), Das RADIAL (LU, Radio 100,7), Nejc Pipp & Co. (SI, RTVSLO Val202), Yoa (CH, Couleur 3), Maustetytöt (FI, YLE X), ZeMe (LV, Latvijas Radio 5), Tolstoys (SK/DE, Radio_FM), Mortòri (CH, RSI Rete 3), Benni (BE, RTBF Tipik), Snuggle (DK, DR P6 Beat), Coca Puma (IT, RAI Radio 2), Turbo Trans Turisti (RS, RTS Radio Belgrade One), Me and My Devil (BG, BNR), Nadia Kadek (UK/England, BBC Introducing), Della (CY, NoRadioStation), Ki Klop (HR, HRT HR1), The Clumps (NO, NRK P3), Becky Sikasa (UK/Scotland, BBC Introducing), Mariin K. (EE, ERR Radio 2), Katarsis (LT, LRT Opus), BIJI (SE, SR P3), Léonie Pernet (FR, FIP Radio France), Enny Monsou (NL, NPO 3FM), Carpetman (UA, NoRadioStation), Mattiu (CH, RTR), Xcellence (GR, ERT Kosmos), Hiqpy (NL, NPO 3FM)
Reverend Hardy Hardon & The Church of Elvis
13. Januar 2026

„Lasst in diesen dunklen Zeiten das heilige Licht von Las Vegas in eure Herzen strahlen und findet zum wahren Glauben!“ Am Freitag, den 16. Januar 2026, kommt das Alter Ego von Christian Steiffen, Reverend Hardy Hardon, mit seiner „Church of Elvis“ nach Lingen in den Alten Schlachthof, um die einzig wahre „Religion“ zu zelebrieren.
In der mitreißenden Zeremonie werden Elvis-Lieder gesungen, der King „Kong“ Elvis Presley wird andächtig angebetet und neue Mitglieder feierlich in die Church of Elvis aufgenommen. Vielleicht wird sogar jemand Elvis’ letzten Weg nachempfinden und symbolisch vom „heiligen Thron“ fallen? Dabei kommt die Musik des Kings nicht zu kurz: Es wird ein Feuerwerk an Elvis-Hymnen geben, denn er ist unser Rock und er ist unser Roll. Die zwölfköpfige (!) Band trägt den Reverend dabei in himmlische Sphären.
Am Ende dieses rock‘n’rolligen Gottesdienstes werden garantiert neue Jünger und Jüngerinnen gewonnen, sodass alle gemeinsam voller Inbrunst „Allright Mama!“ rufen. Reverend Hardy Hardon (Christian Steiffen) wird dabei unterstützt von Vollblutmusikern der Angefahrenen Schulkinder, des Philip Boa and the Voodoo Clubs, Tito & Tarantula, der Blues Company und der Tommy Schneller Band.
Alles nicht ganz billig, aber notwendig, weil einmalig:
Reverend Hardy Hardon & The Church of Elvis
The Kong of Rock´n´Roll Mission to Lingen
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenuaer-Ring 40
Freitag, 16. Januar 2026 – 20 Uhr
Karten ab 31,80 € (an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie über http://www.eventim.de, www.reservix.de )
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Foto: Manfred Pollert Photography (c) Alter Schlachthof
Wölfe: Dem Unsichtbaren auf den Fersen
13. Januar 2026
„Kot checken, Spuren suchen, Rudel dokumentieren: Jedes Wochenende sind in Niedersachsen freiwillige Wolfsschützer unterwegs. Warum tun sie das?
Die beiden Männer warten auf dem Parkplatz, direkt an der Landstraße. Das Große Moor, gelegen zwischen Bremen und Osnabrück, ist nicht weit. Sie stehen da in Tarnklamotte und räumen Dinge im Auto herum: Ferngläser, Rucksäcke, eine Tüte mit Pappe und Gipspulver, ein Transparent liegt da auch. „Ja, sieht etwas martialisch, militärisch aus“, sagt Hendrik Spiess und schaut an sich hinunter. „Aber mit Militär haben wir nichts am Hut.“ In diesem Outfit können sie bei ihren stundenlangen Streifzügen durch die niedersächsische Ebene einfach besser mit der Umgebung verschmelzen, spazieren unter dem Radar gewissermaßen. Hilfreich bisweilen, denn sie sind nicht gern gesehen.
Vor allem den Jägern sind die Männer ein Dorn im Auge. Sie stehen auf zwei Seiten: Hier die Mitglieder vom Freundeskreis des freilebenden Wolfes, dort die Jägerschaft. Hier die, die sich über die Rückkehr des Wolfes in Deutschland freuen, dort diejenigen, für die der Wolf sowas wie eine Konkurrenz ist. Hier die, die immer wieder gegen Abschussgenehmigungen für Wölfe vor Gericht ziehen, dort jene, die es begrüßen, dass die Bundesregierung den Abschuss von Wölfen grundsätzlich erleichtern will.
Die beiden Wolfsschützer sind an vielen Wochenenden in einem Wolfsterritorium unterwegs. Auch an diesem Samstag im Dezember. Rein ins Auto und auf gehts. Wölfe suchen, naja, ihre Spuren, das trifft es eher: Kot, Trittsiegel, Haare, Risse. Denn die Tiere selber kriegt man nicht zu sehen. Spiess hat bisher überhaupt erst drei Wölfe gesehen, von weitem und mit viel Geduld und Glück. Sein Begleiter hat noch nie einen in freier Wildbahn gesehen, aber sie wollen den Tieren ohnehin nicht zu nahe kommen, um sie nicht zu stören.
Aber von Spuren…“
Foto. Wolf (CC) hier im Blogbeitrag vom 22.06.2018

