Mahnwache III

23. Februar 2020

Lingen: Gemeinsam
gegen Hass, gegen Hetze, gegen Rassismus!

Mahnwache zum Gedenken
an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau
.


 Zain Landozz & Friends
Biassi

Einführende Worte Dr. Heribert Lange
Forum Juden Christen im Altkreis Lingen

Grußwort Petra Tiesmeyer
DGB Emsland

Grußwort Marie Beenken
stellv. Schülersprecherin Gymnasium Georgianum

Tobias Bako & Friends
Rockin‘ in the Free World 

Meike Behm
Direktorin der Kunsthalle Lingen
liest aus Carolin Emcke  „Gegen den Hass“

Dieter Krone
Oberbürgermeister der Stadt Lingen (Ems)
Lingen: Gemeinsam
gegen Hass, gegen Hetze, gegen Rassismus!

Tobias Bako & Friends
Imagine
 

Lingen (Ems), 23. Februar 2020, 17 Uhr, Marktplatz.

Die Idee von Meike Behm, Dr. Heribert Lange und mir wird konkret: Am Sonntag um  17 Uhr findet die Mahnwache statt, zu der jetzt eine beeindruckende Zahl von Gruppen, Initiativen und Vereinen und Verbänden der Lingener Zivilgesellschaft aufrufen – übrigens mit dem RB Lingen erstmals auch ein Sportverein. Hier unsere Erklärung dazu:

‚Lingen: Gemeinsam gegen Hass, gegen Hetze, gegen Rassismus!‘

Am Sonntag, 23. Februar 2020 findet eine Mahnwache um 17.00 Uhr auf dem Lingener Marktplatz vor dem Alten Rathaus zum Gedenken an die Opfer des mörderischen Terroranschlags am Mittwochabend in Hanau statt. 

Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt sind aufgefordert, aufzustehen und im Widerstand gegen die Verschwörung der Unmenschlichkeit und ihre Drahtzieher zusammenzustehen. Gemeinsam müssen wir klare Kante zeigen. 

Es sprechen Dr. Heribert Lange (Forum Juden Christen), Petra Riesmeyer für den DGB Emsland und Marie Beenken, stellv. Schülersprecherin des Gymnasium Georgianum, sowie Oberbürgermeister Dieter Krone. Meike Behm trägt einen Text aus Carolin Emcke „Gegen den Hass“ vor. Zain Landozz, Tobias Bako & Friends begleiten die Veranstaltung musikalisch. 

Wir freuen uns, wenn viele kommen, um ein Zeichen zu setzen. 

Anwaltverein Lingen (Ems)
Arbeiterwohlfahrt Lingen
Arts by Children
Bündnis’90/Die Grünen Emsland-Süd
Caritasverband Emsland

CDU Lingen (Ems)
DGB Emsland
Die Bürgernahen eV
Die evangelischen und katholischen Kirchen in Lingen
FDP Emsland-Süd 

Frauen helfen Frauen e.V.
Forum Juden Christen im Altkreis Lingen e.V.
Friedensgebet Lingen (Ems)
Gleichstellungsbüro Stadt Lingen(Ems)
Internationaler Kulturverein von Frauen für Frauen e.V. 

Kinder – und Jugendparlament Lingen
Klimagruppe Emsland
Kulturforum Sankt Michael Lingen
Kulturzentrum Central Kino Lingen e.V.
Kunstverein Lingen e. V.

Ludwig-Windthorst-Haus, Lingen
Meppener Kunstkreis
RB Rasenballsport Lingen
SKF Lingen (Ems)
SKM Lingen (Ems)

SPD Lingen (Ems)
Theaterpädagogisches Zentrum der Emsländischen Landschaft e.V. 

und weitere Initiatoren.‘

📅 facebook.com/events/820530818416529/

 


update: 22.02.20. 20 Uhr; Foto: Altes Rathaus Lingen (Ems) © milanpaul va flickr

Mahnwache

21. Februar 2020

Eine Partei, die ich nicht nennen will, stand gestern auf der Tagesordnung einer Dringlichkeitssitzung des Verwaltungsausschusses unserer Stadt und dann zu Beginn im Mittelpunkt der Ratssitzung. Ich habe sie dort als Vorfeldorganisation von Terroristen bezeichnet. Denn sie sät Hass und Hetze und Rassismus, und sie spaltet unser  Land. Ich bezeichne sie als politisch verantwortlich für Mord und Terror, doch sie wäscht ihre Hände in Unschuld.

Die Zivilgesellschaft unserer Stadt ist aufgefordert, dagegen aufzustehen. Gemeinsam müssen wir klare Kante zeigen. 

Am Sonntag um 17 Uhr findet auf dem Lingener Marktplatz eine Mahnwache zum Gedenken an die Opfer des terroristischen Anschlags am Mittwochabend in Hanau statt. „Lingen: Gemeinsam gegen Hass, gegen Hetze, gegen Rassismus!“

Wir sehen uns.

Hanauer Legosteine

23. Januar 2020

Großartiges Beispiel von DIY Micro-Design im urbanen Raum – In der hessischen Stadt Hanau baut die engagierte Frau seit längerer Zeit Rampen für Rollstühle aus Lego. Die mobilen Rampen verteilt sie an Geschäfte in der Stadt, damit auch Menschen im Rollstuhl der Zugang ermöglicht wird. Geil, wofür Lego alles gut ist.

Die Lego-Steine für die mobilen Rampen in Hanau werden über Material-Spenden gesammelt. Wer auch welche spenden möchte, bekommt hier alle Infos. In nahezu allen Haushalten fliegen ganz sicher ungenutzte Lego-Steine herum.
(Danke an Urbanshit!)

Märchenwege

9. Dezember 2019

Auf dem Lebensweg von Wilhelm Busch sind sie bereits durchs Weserbergland gewandert, Walter Kempowski und Arno Schmidt sind sie durch die Lüneburger Heide gefolgt, nun haben sie Hessen auf den Spuren der Brüder Grimm von Süd nach Nord zu Fuß durchmessen: Abermals erweisen sich der Schriftsteller Gerhard Henschel und der Fotojournalist Gerhard Kromschröder als Spezialisten für literarische Wanderungen.

Ausgehend von Hanau am Main, dem Geburtsort von Jacob und Wilhelm Grimm, folgen sie den Lebensstationen der Brüder gut 300 Kilometer bis ins nordhessische Kassel, wo diese fast 30 Jahre lang wirkten und wo ihre weltberühmte Märchensammlung entstanden ist.
Während ihrer zweiwöchigen Wandertour erleben Henschel und Kromschröder Land und Leute aus nächster Nähe. Sie zeichnen in Wort und Bild das Porträt eines Landstrichs, der durchaus exemplarisch steht für viele Gegenden der deutschen Provinz. Zugleich liefert ihr opulent bebildertes Wandertagebuch kulturhistorische Details aus der Wirkungsgeschichte der Grimmschen Werke und gibt ungewöhnliche Einblicke in die Arbeitsweise der Brüder, ihr Verhältnis zueinander und ihre bislang nur wenig bekannten Obsessionen.

Ich erwähne dieses Werk, weil ich „Kromo“ Kromschröder dringend den Vorschlag machen muss und will, auf dem Ems-Wanderweg das angrenzende Westfalen und unseren Nordwesten (vulgo: Das Emsland) zu durchwandern – und zwar auf den Spuren von Ferdinand Freiligrath und Levin Schücking. Beide veröffentlichten 1841, also in der Hochzeit der deutschen Romantik, ein einzigartiges Buch über das Malerische und romantische Westphalen, einen frühen Reiseführer, der Jahrzehnte und mehrere Auflagen erlebte (Neuauflage). Beide darf man also bei uns  im Nordwesten kennen: 

Der Lyriker und Übersetzer Hermann Ferdinand Freiligrath (1810 -1876 ) war zunächst eher ein Schöngeist, schloss sich dann aber in den 1840er Jahre nder demokratischen Opposition an, wurde 1848 wegen des offenen Appells zum Umsturz verhaftet, aber  freigesprochen und war dann auf Einladung von Karl Marx Redakteur der legendären  »Neuen Rheinischen Zeitung« in Köln. Nach deren Verbot 1849 ging e , steckbrieflich gesucht wegen neuer Gedichtbände (!), dann als Angestellter nach London.  Christoph Bernhard Levin Matthias Schücking (1814-1883) gilt als Erfinder des deutschen Feuilletons. Zu seiner Zeit war er ein sehr bekannter Autor, Journalist und Literaturkritiker. Vor allem verbrachte er, in Meppen geboren, seine Kindheit in Sögel; dort gab es bis vor einigen Jahren sogar ein wertvolles Schücking-Museum, was allerdings keine Gnade vor den Augen des damaligen Landrats Hermann Bröring (CDU) fand  – ich vermute stark, weil man Feuilleton nicht mit C schreibt-  und aus finanziellen Gründen schließen musste. Er weiß selbst, dass er damit daneben lag wie sonst selten.  Also: Freiligrath und Schücking sind schon hochinteressante Leute aus unserer Region.

Also Kromo, nimm Dir bitte den Henschel und wandere los. Zu Annette von Droste Hülshoff dürft ihr gern einen Abstecher machen und der zunehmend altersmilde Hermann Bröring trinkt sicherlich am Lingener Marktplatz einen Kaffee mit Euch beiden, wenn ich ihn  bitte, höflich. Dann wäre ich gern dabei.


Gerhard Henschel / Gerhard Kromschröder
Märchenwege
ISBN: 978-3-8378-5037-6
224 S., 262 Abb.,  24,90 €
Erhältlich (zu Weihnachten!)  im lokalen Buchhandel und hier