Debatte
24. Mai 2013
Beginnt da eine längst notwendige Debatte? Die Journalistin Marita Vollborn kritisiert heute im politischen Feuilleton desDeutschlandradio Kultur: “Um Platz für Solaranlagen zu schaffen oder das Holz in Form von Pellets zu verfeuern, lassen zahllose Städte und Gemeinden in Deutschland Bäume und Sträucher abholzen. Damit werden die Ziele der Energiewende in ihr Gegenteil verkehrt!”
“Denn jeder gefällte Altbaum am Straßenrand bindet zu Lebzeiten mehr Kohlendioxid, als die vermeintliche Ökostromproduktion aus seinen Pellets dann einsparen würde.”
Vollborn: “Um nicht missverstanden zu werden: Nicht die Energiewende an sich ist zu bemängeln, sondern die Auswüchse, die sie generiert. Bundesumweltminister Peter Altmaier muss sich daher fragen lassen, warum der Bund dem desaströsen Geschäft mit der Energiewende kein Ende bereitet.” Hier geht es zu ihrem beachtenswerten Beitrag.
Man muss nicht alles teilen, was Marita Vollborn thematisiert. Doch der Kern ihrer Kritik überzeugt mich. Wie immer ist es die kapitalistische Zügellosigkeit, das “Ich-ich-ich-haben-haben-haben”, was die Probleme macht. Die Stichworte liefert Journalistin Vollborn. Darüber nachgedacht, ob sich dies auch in unserem Städtchen bemerkbar macht, fallen mir sofort die Pläne für weitere, landschaftsbelastende Windenergieanlagen oder “maisbefeuerte” Biogasanlagen ein. Oder die Pellets-Kahlschläge an der Umgehungsstraße B213, zuletzt am “Grüner Jäger” in Darme/Hanekenfähr. Es sind keine zu vernachlässigenden Kollateralschäden, keine lässlichen Sünden. Politische Verantwortliche, die die Auswüchse hinnehmen, erlauben oder dabei gar mitmachen anstatt allgemeinverträgliche Regeln zu setzen und einzuhalten, sind ein Problem.
Oder um es mit Marita Vollborn zu sagen:
“Solaranlagen bleiben sinnvoll, solange sie auf Dächern entstehen. Und Pellets sind eine nachwachsende Energieform, solange Bäume nicht bar jedweder Vernunft zerhäckselt werden. Wer das auf kommunaler Ebene oder in Berlin noch nicht begriffen hat, sollte umdenken – oder seinen Posten räumen.”
Netzneutralität!
24. Mai 2013
Die E-Petition “Wirtschaftspolitik – Verpflichtung der Internetanbieter zur Netzneutralität vom 23.04.2013” von Johannes Scheller hat eben beim Deutschen Bundestag am dritten Tag der Laufzeit die 30.000er Marke übersprungen. Wahrscheinlich war nur seinerzeit 2009 die Zensursula-Petition schneller. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die 50.000er Marke(*) gerissen wird, denn bis zum 18. Juni bleibt dafür Zeit. Mehr Mitzeichner kosten allerdings auch nichts.
Die große Frage ist nur, ob der Petitionsausschuss noch in dieser Legislaturperiode eine weitere Petition anhören wird oder ob man eine Anhörung mit der Ausrede Sommerpause / Wahlkampf auf irgendwann in weiter Zukunft im Herbst oder Winter legen wird.
(Crosspost von netzpolitik.org von gestern,16:24Uhr, Markus Beckedahl)
(*) “Ab 50.000 Unterstützern in den ersten vier Wochen nach Veröffentlichung werden „ein Petent oder mehrere Petenten in öffentlicher Ausschusssitzung angehört. Der Ausschuss kann mit einer Mehrheit von zwei Dritteln der anwesenden Mitglieder beschließen, dass hiervon abgesehen wird. Die öffentlichen Sitzungen des Petitionsausschusses werden im Parlamentsfernsehen übertragen. Zudem sind die Sendungen ebenfalls im Internet zu sehen und können dort jederzeit als Video-on-Demand auf der Webseite des Bundestages abgerufen werden.” [Quelle]
update: Schon deutlich vor 0.00 Uhr waren mehr als 45.000 Unterzeichner registriert.
Allgemeines zur E-Petition hier und auf der Petitionsseite des Deutschen Bundestags.
150 Jahre SPD
23. Mai 2013
Zu recht hat Buggy beanstandet, dass ich nichts zu 150 Jahre SPD geschrieben habe. Ich bin persönlich -wie manche Leser dieses Blogs wissen- in Sachen SPD reichlich ratlos. Oder anders: Die Sozis sind einfach nicht mehr sexy (hier die diese Einschätzung bestätigende Gegenposition). Ich schränke mal ein: Zur Zeit.
Der Göttinger Politikwissenschaftler Felix Butzlaff hat ein Buch geschrieben über “150 Jahre SPD: Mythen und Ikonen”. Es ist meines Erachtens interessanter als die offizielle Feierei. Guckst Du hier.
Und dann das offizielle Video. So kann man auch eine Haftpflichtversicherung bewerben. Aber vielleicht ist dies ja das, was die Menschen wollen. Jedenfalls 25%.
Schönes Lingen 8
23. Mai 2013
Meinen Sie nicht auch, dass im Obergeschoss des Hauses Schwedenschanze rechts neben dem zielführenden Mekkes-Schild noch Platz für eine Werbeanlage Börgerking oder für Kochlöffel wäre? Und würde man den Zaun nach oben herausziehen, gäbe es sicherlich noch einen weiteren Elektroinstallateur, der den so geschaffenen Raum für sich nutzen könnte. Und an diesen historisch-stahlblauen Korbmarkisen…Kinder, was könnte da für einzigartige PR aufgeklebt werden. Ach Du schönes Lingen. Die Achte.
angesprochen
22. Mai 2013
Die allgemeine Hysterie feiert weiter fröhliche Urstände: Seit heute morgen informiert uns die Ems-Vechte-Welle über dieses dramatische Geschehen:
Kindergruppe von unbekannten Radfahrern angesprochen
22.05.2013 09:36 Uhr
Papenburg – Am Freitagabend wurde eine Kindergruppe von bislang unbekannten Radfahrer angesprochen. Gegen 19.00 Uhr sprachen die vier Radfahrer die Kinder am Buswartehäuschen Waldstraße/ EckeHeuweg an. Die Radfahrer waren offensichtlich angetrunken, die Kinder liefen daraufhin weg. Beschrieben werden die vier Unbekannten als dunkel gekleidet. Sie entfernten sich anschließend in unbekannte Richtung. Zeugen, die Hinweise zu dem Vorfall geben können, werden gebeten sich zu melden.
Grundlage des ebenso flammenden wie sinnfreien Fahndungsappells ist eine Pressemitteilung der Polizeiinspektion Emsland-Grafschaft Bentheim. Seit ich durchs südliche Emsland fahrend die Meldung auf UKW 95,6 gehört habe, frage ich mich, ob da vielleicht einige Zeitgenossen zu heiß gebadet haben.
Γρηγόρης Λαμπράκης
22. Mai 2013
Zum 50. Mal jährt sich heute das Attentat auf den griechischen Demokraten Grigóris Lambrákis (Γρηγόρης Λαμπράκης).
“Grigóris Lambrákis hatte am Abend des 22. Mai 1963 gerade eine Friedensveranstaltung in Thessaloniki verlassen, als sich ihm von hinten ein Kleintransporter näherte. In ihm saß, wie sich später herausstellen sollte, ein rechtsextremer Paramilitär. Der Fahrer steuerte das Fahrzeug, einen dreirädrigen Kleinlaster, der auch auf Bürgersteigen fahren konnte, direkt auf Lambrákis zu. Im gleichen Augenblick löste sich aus einer Horde rechter Gegendemonstranten, die in einigen Metern Entfernung nationalistische, antilinke Parolen skandierten, ein Mann, rannte auf Lambrákis zu, schlug ihm einen schweren Knüppel auf den Kopf und sprang dann auf die Pritsche des Kleinlasters, worauf dieser beschleunigt davonfuhr. Lambrákis lag blutüberströmt am Boden. Fünf Tage später, am 27. Mai 1963, starb der tapfere Friedenskämpfer auf der Intensivstation einer Klinik in Thessaloniki.”
„Kennen Sie den 1968 gedrehten und 1969 Oscar-preisgekrönten Film Z des griechisch-französischen Regisseurs Constantin Costa-Gavras (*1933)? Er ist die recht werkgetreue Verfilmung des gleichnamigen Tatsachenromans von Vassílis Vassilikós aus dem Jahre 1966. Buch wie Film erzählen die reale Geschichte der Ermordung des … Grigóris Lambrákis im Mai 1963 in Thessaloniki und des Versuchs des jungen, aber unerschrockenen Ermittlungsrichters Chrístos Sartsetákis (er war von 1985-1990 griechischer Staatspräsident), die Hintergründe und Hintermänner dieses Mordes in der ‚hohen’, rechtsorientierten Politik aufzudecken. Der Film zeichnet an diesen Einzelschicksalen den Weg Griechenlands in die rechte Militärdiktatur von 1967-1974 nach.“
Danke an Egbert Scheunemann für seinen umfassenden Beitrag über Grigóris Lambrákis und den Film Z, aus dem ich hier zwei Passagen veröffentlichen durfte.
Kicker, Kult und Co.
22. Mai 2013
Osnabrück – Diözesanmuseum am Dom
Noch bis 03.11.2013
jeweils dienstags bis sonntags, 10 bis 18 Uhr
“50 Jahre Bundesliga – doch was war zuvor? Dieser Frage nähert sich das Diözesanmuseum Osnabrück für das Gebiet des Bistums Osnabrück in der gestern eröffneten Ausstellung “Kicker, Kult und Co.“.
Im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts gab es eine heute kaum mehr vorstellbare Vielfalt der Fußballanbieter: Neben dem DFB und seinen Gliederungen sowie der katholischen Deutschen Jugendkraft (DJK) waren dies das evangelische Eichenkreuz, die Arbeiter-Sportbewegung und die jüdischen Sportvereine. Eine Vielfalt, die mit der Gleichschaltung des Sports durch die Nationalsozialisten ein jähes Ende fand. Die Sonderausstellung beleuchtet diese facettenreiche weltanschaulich-religiös geprägte Fußballlandschaft mit besonderem Blick auf die DJK.
Die von der DFB-Kulturstiftung Theo Zwanziger unterstützte Ausstellung wurde am 7. Mai in Anwesenheit von Weihbischof Theodor Kettmann, dem Mannschaftskapitän des VfL Osnabrück Paul Thomik, und DFB-Ehren-Vizepräsident Karl Schmidt eröffnet. Der frühere Nationalspieler Schmidt, der zwischen 1955 und 1957 neun Mal unter Sepp Herberger für die Nationalmannschaft auflief, erinnerte an die großen Zeiten des VfL Osnabrück und seines damaligen Nationalspielers Hans Haferkamp. “Wer hat schon noch persönliche Erinnerungen an diese Zeit und weiß, wie der Fußball damals gespielt wurde, lange vor Bundesliga und Champions League?”, so Schmidt. “Die Fußballfans in Osnabrück und Umgebung können jetzt ihre Fußball- und Lokalgeschichte neu entdecken.”
Auch die frühe Geschichte des VfL Osnabrück und seiner vier Vorläufervereine ist Teil der Ausstellung. Daran mitgewirkt hat die Initiative VfL-Museum, die derzeit keine regelmäßig geöffneten Präsentationsräume, jedoch eine sehenswerte Sammlung zusammengetragen hat. Auch die Osnabrücker Fans haben mitgewirkt.
Übrigens: Heute vor 80 Jahren wurde die Bremer Brücke eröffnet – das Fußballstadion in Osnabrück. Der erste Spatenstich war am 21. November 1931 erfolgt. Auf einem Wiesengelände an der Brücke der Eisenbahnlinie nach Bremen - ‘Bremer Brücke’ – entstand in 18 Monaten ein Stadion mit 9.000 Stehplätzen. [mehr...]
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(Bild: © Diözesanmuseum. Die abgebildete Eintrittskarte stammt aus dem
Niedersächsischen Landesarchiv – Staatsarchiv Osnabrück)
Bonne
21. Mai 2013
Nur heute und nur für FCB-Fan Bonne und seinen Rücken am Beginn dieser CL-Woche und weil es eine wirklich flotte Aktion ist. Doch was, lieber Max, kommt jetzt videomäßig vom großen Ballspielverein Borussia 09 e. V. Dortmund? Außer dem Pott in den Pott, meine ich…
Ohne mich!
21. Mai 2013
Ohne mich!
Junges Schauspiel Lingen
Lingen (Ems) - Theater an der Wilhelmshöhe
Sa/So 1./2. Juni, 19 Uhr
Eintritt 7,- Euro (erm. 5 Euro) / freie Platzwahl
Ausgehend von Shakespears “Der Widerspenstigen Zähmung” hat das Ensemble Junges Schauspiel Lingen eine Geschichte gefunden über alles, was uns an Beziehungen nervt und warum wir uns trotzdem immer wieder auf sie einlassen.
Sechs Personen sind nicht ohne weiteres drei Paare.
Fünf Leute haben ohne Zweifel die Nase voll vom “Pärchen der Woche”.
Vier Singles zelten unfreiwillig am selben Ort.
Drei Jungs beschließen, dass das Wochenende ohne ihre Freundinnen einfach besser wird.
Drei Freundinnen glauben, dass das Leben ohne Beziehung einfach keinen Sinn macht.
Zwei Schwestern können nicht mit- aber auch nicht ohne einander.
Ein Baum wirft seinen Schatten über die Ereignisse.
Sieben Menschen sagen “Ohne mich!” und meinen damit völlig unterschiedliche Dinge.
ernste Störung
20. Mai 2013
Ein Dorf feiert sich und seine Traditionen. Mit diesem Motto begeht der Stadtteil Schepsdorf 2013 sein Jubiläum. 850 Jahre. Die Grundmauern der St Alexander-Kirche an der Nordhorner Straße sind wohl noch einmal rund 100 Jahre älter. Doch nun hat es zwar nicht dem unergründlichen Entschluss des allmächtigen Herrn, indes der Entscheidung der vorübergehend Mächtigen vor Ort gefallen, das nahezu 1000-jährige Denkmal baulich zu ergänzen: Mit einem architektonisch simplen Back-Drive-Block [sprich: Backdreiff] samt aufgespannter Fahnen und dauerleuchtendem Transparent. Ich nehme an, diese beeindruckende Gestaltungsverirrung ist ein weiteres, peinliches Dauergeschenk an unser Städtchen von unserem scheidenden, desinteressierten Stadtbaurat [persönlicher Spruch -leicht verfremdet-: "So wirbt man heute!"]. Wir erkennen erneut:
Kulturlosigkeit verursacht eine ernste Störung des Zusammenlebens. Denk mal!
(Foto CC robertsblog)






