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📌Informationen für die Stadt Lingen (Ems) und das Emsland.
Bisweilen mit persönlichen Anmerkungen.

Letzte Neuigkeiten von Sonntag, 12.07.2020, 00.00 Uhr

Hier klicken um die gesammelten allgemeinen Hinweise anzuzeigen.



Trump mit Gesichtsmaske bei Besuch des Walter Reed Hospital

Das erste Mal hat Donald Trump jetzt eine (schwarze) Maske (Behördendeutsch: „Mund-Nasen-Bedeckung“) getragen, als er in Anwesenheit des Krankenhauspersonals des Walter Reed Hospitals in Washington betrat . Dies war das erste Mal, dass er in der Öffentlichkeit eine solche schützende Gesichtsbedeckung trug.

Der Präsident hörte nicht auf, Fragen der Presseverrtreter im Weißen Hauses zu beantworten, bevor er einen Flur hinunterging. Sein Treffen mit verletzten Soldaten und Mitarbeitern war für die Presse nicht zugänglich.

Das einzige Mal, dass Trumpbisher mit einer Maske gesehen wurde, war hinter den Kulissen während einer Wahlkampftour im Mai durch ein Ford-Werk in Michigan.

(Quelle: The Guardian, 11.07.20)


Vietnams kränkster Covid-19-Patient kehrt nach Großbritannien zurück

Der britische Pilot, der in Vietnam als am stärksten gefährdeter Covid-19-Patient  galt und zwei Monate lang künstich beatmet wurde, war gestern Samstag auf dem Heimweg nach england. Er hatte die behandelnden Ärzte mehr als erstaunt, die ihm nur eine Überlebenschance von 10% gaben, berichtet AFP.

Stephen Cameron, 42, musste während des Ausbruchs des Coronavirus in Vietnam behandelt werden. Vor etwas mehr als sechs Wochen erklärten die Ärzte, dass der Schotte  eine Transplantation für seine beiden Lungenflügel benötigen würde, die nur bei etwa 10% erflgreich sei.

Nach fast vier Monaten in Krankenhäusern in Ho-Chi-Minh-Stadt, darunter zehn Wochen mit einem Beatmungsgerät, wurde der Vietnam Airlines-Pilot aus Motherwell, Schottland, am Samstag entlassen und sollte innerhalb weniger Stunden nach Großbritannien zurückfliegen.

„Ich bin überwältigt von der Großzügigkeit des vietnamesischen Volkes, dem Engagement und der Professionalität der Ärzte und Krankenschwestern. ich kann allen hier nur für das danken, was sie getan haben.“ sagte Cameron als er das Cho Ray Krankenhaus verließ. „Ich fahre mit einem glücklichen Herzen, weil es nach Hause geht, aber ich bin traurig, weil ich so viele Menschen hier lasse, die meine Freunde geworden sind.“

Cameron, bekannt als Patient 91, wurde zum Mittelpunkt von Medinberichten, als sich die besten Mediziner Voetnams berieten, um Behandlungsoptionen zu finden. Die Nachricht, dass er eine Lungentransplantation benötigen würde, wurde laut Gesundheitsministerium mit 59 Spendenangeboten beantwortet.

Aber nachdem er Ende Mai aus dem Koma erwacht war, gab es kleine Anzeichen für eine Besserung – ein Daumen hoch-Zeichen für einen aufmerksamen Arzt, einen Ausflug auf den Balkon, um etwas Sonnenschein zu fangen, und ein Video, in dem er einen Motherwell Football Club-Schal in die Höhe hielt.

Am Samstag – wie die staatlichen Medien sagten, hatte inzwischen seine Behandlungsrechnung rund 150.000 US-Dollar erreicht – war er fit genug, um in Begleitung von drei Ärzten einen Rückführungsflug nach London zu bekommen.

Seine Rückkehr nach Hause erfolgt, als Vietnam 85 Tage ohne neue Coronafälle dfeierte. Das Land hat insgesamt nur 370 bestätigte Fälle und offiziell null Todesfälle; bis hete bleiben seine Grenzen weitgehend geschlossen. Mehr als 10.000 Personen befinden sich in Quarantäne. (Quelle: The Quardian, 12.07.20)



Libanon: Zahlen steigen

Die Zahl neuer Coronavirus-Infektionen im Libanon ist am dritten Tag in Folge gestiegen, am Samstag auf den Rekordwert von 86, teilte die Regierung mit. Der Libanon hat seit Februar 2.168 Infektionen und 36 Todesfälle verzeichnet.

Gesundheitsminister Hamad Hassan teilte Reuters am Freitag mit, der Anstieg sei teilweise auf Rückkehrer/innen aus anderen Ländern zurückzuführen, die nach der Wiedereröffnung des Flughafens am 1. Juli angekommen seien. Einer von ihnen infizierte 12 Menschen bei einer Hochzeit und ein weiterer 12 bei einer Beerdigung, sagte er.

Eine zweite Gruppe von Infektionen sei bei Pflegepersonal und Ärzte und eine dritte bei Müllsammlern aufgetreten, fügte Hassan hinzu. (Quelle: The Guardian, 11.07.20)


Entsetzen über deutsche Mallorca-Urlauber/innen

Hunderte Urlauber aus Deutschland haben in der vergangenen Nacht am sog. Ballermann auf Mallorca Party gemacht haben, ohne die derzeit in Spanien geltenden Corona-Regeln zu beachten. Auf einem heute veröffentlichten Video der „Mallorca Zeitung“ (MZ) ist zu sehen, wie die Menschen am Freitagabend auf der berühmten „Bierstraße“ im dichten Gedränge feiern, trinken und tanzen – „als gäb’s kein Corona“, so die „MZ“. Praktisch niemand trägt dabei eine Maske, obwohl  der in Spanien vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern weder auf der Straße noch in den Lokalen eingehalten ist.

Die Bilder schockierten die Insel. Die Szenen zeigten, so die „Mallorca Zeitung“, „wie groß die Gefahr einer zweiten Corona-Welle auf Mallorca sein könnte“. Viele der angetrunkenen Gäste hätten mit fremden Urlauberinnen und Urlaubern geflirtet, in größeren Gruppen getanzt und Straßenhändler umarmt. Die wenigen Menschen, die Maske trugen, seien zum Teil ausgelacht worden, berichteten Medien.

Obwohl nach dem Ende des Lockdowns einige Partys von größeren Gruppen in Kneipen und in Parks schon erste Sorgen ausgelöst hatten, hatte man eine solch große Ansammlung feiernder und trinkender Menschen auf den Balearen seit der Öffnung der Grenzen für ausländische Touristen Mitte Juni bisher nicht gesehen. (Quelle: MZ, 11.07.20)



Wegen Corona: Kalifornien erwägt Gefangenenamnestie

In den USA steigen die Corona-Fallzahlen weiter ungebremst. Kalifornien erwägt jetzt, 8000 weitere Häftlinge aus den Gefängnissen freizulassen. Die Sicherheit von Inhaftierten und Personal könne nicht länger gewährleistet werden.

Der US-Bundesstaat sieht sich infolge der Corona-Pandemie nicht länger in der Lage, die Sicherheit von Personal und Häftlingen in den überbelegten Gefängnissen zu gewährleisten. Daher sollen Ende August bis zu 8000 weitere Strafgefangene vorzeitig freikommen – erneut, denn seit Beginn der Pandemie hat Kalifornien bereits etwa 10.000 Häftlinge auf freien Fuß gesetzt.

Die Ankündigung der weiteren Freilassungen erfolgte kurz nach Bekanntwerden von zahlreichen Corona-Neuinfektionen im Gefängnis San Quentin. In der Haftanstalt, die zu den ältesten in den USA gehört, waren mehr als tausend Insassen positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Kalifornien ist der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA. Bislang wurden dort mehr als 300.000 Infektionen und mehr als 6800 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus gemeldet. Kritiker machen dafür auch die relativ frühen Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in dem Westküstenstaat verantwortlich. (Quelle: Tagesschau, 11.7.20)



Koblenz: Quarantäne in Studentenwohnheim bereits aufgehoben

Die Quarantäne in den drei Studentenwohnheimen in Koblenz wurde am Freitag wieder aufgehoben. Nach Angaben des Gesundheitsamtes sind bei den Massentests auf Corona keine weiteren Infektionen nachgewiesen worden.

Die drei Wohnheime waren erst am Mittwoch unter Quarantäne gestellt worden, nachdem drei Bewohner positiv auf das Virus getestet worden waren. Danach wurden bei einer großangelegten Aktion alle Bewohner getestet – und zusätzlich die Menschen, mit denen die drei Infizierten Kontakt hatten.

Insgesamt waren das 280 Personen. „Eine Kontaktperson aus Koblenz, welche allerdings nicht in einem der Wohnheime lebt, ist ebenfalls infiziert“, teilte die Kreisverwaltung weiter mit. Alle hätten vorbildlich bei den Tests mitgemacht, heißt es vom Kreis Mayen-Koblenz. Dutzende Mitarbeiter von Gesundheitsamt, Ordnungsamt, Katastrophenschutz, Polizei und Feuerwehr waren im Einsatz. (Quelle: swr, 10.07.20)



Überblick am Abend

  • Serbien hat am Freitag eine Tageshöchstrate bei Coronaviren mitgeteilt, nachdem die Regierung auf Proteste gegen den Umgang mit der Pandemie mit Rücknahmen reagiert hatte. Premierministerin Ana Brnabic sagte, der Balkanstaat habe innerhalb von 24 Stunden 18 Todesfälle und 386 neue Fälle verzeichnet als „dramatische Zunahme“.
  • Die Weltgesundheitsorganisation WHO meldete am Freitag einen Rekordanstieg bei weltweiten Coronavirus-Fällen. Innerhalb von 24 Stunden stiegen die offiziellen Infizierugen um 228.102. Die größten Zuwächse verzeichneten laut dem WHO-Tagsbericht die USA, Brasilien, Indien und Südafrika. Der bisherige WHO-Tageshöchstwert  für neue Fälle lag am 4. Juli bei 212.326. Die Todesfälle betragen konstant bei etwa 5.000 pro Tag.
  • Bogotá, die Hauptstadt Kolumbiens, wird am Montag streng gesperrt sein, obwohl diesmal nur bestimmte Stadtteile gleichzeitig zu Hause bleiben sollen. In diesen Stadtteilen, die zwei Wochen lang wechseln, dürfen nur Unternehmen des unabdingbaren Bedarfs – wie Supermärkte und Apotheken – öffnen.
  • 11.433 neue Fälle hat der US-Bundesstaat Florida gemeldet, was sich kaum vom Tageshöchstewert unterscheidet, den Florida am vergangenen Samstag aufgestellt hatte, als es 11.458 neue Fälle gab. Gemeldet wurden auch 93 neue Todesfälle. In Florida gibt es jetzt bis zu 244.151 offiziell bestätigte Infektionen und 4.102 Corona-Tote.
  • Krankenhäuser in Syriens überfüllter, von der Opposition gehaltener Enklave Idlib haben alle nicht notfallbezogene Verfahren und ambulante Dienste ausgesetzt, nachdem der erste Fall von Coronavirus aufgetreten ist, sagte ein führender Arzt in der Region am Freitag. (Quelle: The Guardian, 10.07.20)


trotz Corona wieder FFF-Demos in Niedersachsen

In manchen Orten in Niedersachsen hat es am heutigen Freitag Klimaproteste von „Fridays for Future“ gegeben. Im Mittelpunkt stand dabei das kürzlich beschlossene Kohleausstiegsgesetz. 2038 wird demnach in Deutschland das letzte Kohlekraftwerk stillgelegt. Den Kritikern geht das nicht schnell genug. „Der Kohleausstieg muss bis allerspätestens 2030 umgesetzt sein, sonst haben wir keine Chance mehr, die Klimakrise aufzuhalten“, sagt Carla Hille von der Göttinger „Fridays for Future“-Ortsgruppe und nennt das Gesetz eine „Katastrophe für den Klimaschutz“.

Wegen der Corona-Pandemie hatte „Fridays for Future“ in den vergangenen Monaten nur vereinzelt Straßenproteste organisiert. Für Freitag waren in Göttingen, Hann. Münden, Leer und Lüneburg Aktionen angekündigt. Während die Aktivisten in der Göttinger Innenstadt zu Fuß unterwegs sein wollten, fanden in Leer und Lüneburg Fahrrad-Demonstrationen statt. In Hann. Münden gab es eine „Kreideaktion“ auf dem Schlossplatz.

Für Sonntag haben die Klimaschützerinnen und Klimaschützer eine weitere Fahrrad-Demonstration in Oldenburg angekündigt. Die Strecke führt zum Teil über die Autobahn. (Quelle: NDR, 10.07.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 10.07.2020, 9.30 Uhr

Das Gesundheitsamt des Landkreises meldet  keine zusätzliche Corona-Infektion und keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient, berechnet auf 100.000 Einwohner, liegt weiter bei 145,5. Drei Personen sind genesen. Nach den neuen Zahlen sind im Emsland aktuell jetzt 8 (-3) Menschen infiziert. Ca. 130  Emsländer*innen (+ 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.  In Lingen (Ems) gibt es derzeit keine aktiven Erkrankungen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 35 31 1 3
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 14 12 0 2
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 15 14 0 1
 Gesamt* 473 (+/- 0) 442 (+2) 25 (+/- 0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 6 (-2)

(10.07.20)


UN: Lateinamerika und Karibik neue Corona-Hotspots

Lateinamerika und die Karibik sind laut den Vereinten Nationen zum neuen Hotspot der Coronavirus-Pandemie geworden und müssen mit einer tiefen Rezession rechnen. Mehrere Länder in der Region hätten mittlerweile die höchsten Infektionsraten, gemessen an der Bevölkerung und in absoluten Zahlen, sagte UN-Generalsekretär António Guterres.

„Covid-19 repräsentiert eine massiven gesundheitlichen, sozialen und wirtschaftlichen Schock mit einem immensen menschlichen Tribut für die Länder Lateinamerikas und der Karibik“, hieß es in einem am Donnerstag veröffentlichten UN-Bericht. „Es wird erwartet, dass es zur tiefsten Rezession seit Menschengedenken führen wird.“

In Lateinamerika und der Karibik herrschen Guterres zufolge bereits krasse Ungleichheiten, ein hohes Maß informeller Arbeit und ein fragmentiertes Gesundheitssystem. Die verletzlichsten Menschen würden vom Coronavirus „wieder einmal am härtesten getroffen“, so Guterres. (Quelle: Tagesschau, 10.07.20)


Überblick am Morgen

  • Laut Johns-Hopkins-Universität, die sich auf offizielle Regierungsdaten stützt, gibt es aktuell weltweit 12.265.370 bestätigte Coronavirus-Fälle. 554.924 Menschen sind an CoVid-19 gestorben.
  • Die Menschen in Singapur wählten am Freitag, während der Stadtstaat große Schwierigkeiten hat, sich vom Ausbruch des Coronavirus zu erholen. Das Land hat 45.423 aktive Fälle. Mindestens 26 Menschen sind gestorben.
  • In Venezuela hat der Vorsitzende der Sozialistischen Partei am Donnerstagabend seine positive Covid-19-Diagnose in den sozialen Medien bekannt gegeben. Er schrieb, er sei in Selbstisolation. „Venceremos!!“ schloss die Nr. 2 des Landes seinen Tweet.
  • Bolivien: Jeanine Añez, Boliviens rechte Interimspräsidentin, sagte, bei ihr sei ebenfalls das Virus diagnostiziert worden. „Ich bin positiv auf Covid-19 getestet“, twitterte Añez, die kontrovers die Macht übernahm, nachdem ihr Vorgänger Evo Morales letztes Jahr ins Exil gezwungen worden war.
  • Südafrika verzeichnet den höchsten eintägigen Anstieg seit Beginn des Ausbruchs, Das Gesundheitsministerium forerte die Menschen auf, ihr Verhalten angesichts eines bevorstehenden „Sturms“ des Coronavirus zu ändern. Das Land hatte am Donnerstagabend eine Zunahme von 13.674 neuen Infektionen bekannt gegeben.
  • In Australien hat der Bundesstaat Victoria, der einen Coronavirus-Ausbruchs bekämpft, weitere 288 neue Fälle mitgeteilt – die höchste eintägige Gesamtzahl für einen australischen Bundesstaat seit Beginn der Pandemie. Die australische Regierung beschloss, einreisende internationale Passagiere, einschließlich eigener Bürger, um die Hälfte zu reduzieren und allen die obligatorische 14-tägige Quarantäne in Rechnung zu stellen.
  • Die Regierung von Neuseeland hat darüber informiert, dass eine dritte Person aus einer eingerichteten Isolationsanlage geflohen ist. Sie sagte, ein Mann habe einen Zaun durchschnitten, um Alkohol zu kaufen. (Quelle: The Guardian, 10.07.20)

Will Hongkong Schulen erneut schließen? – Anstieg der Infektionen

Hongkong will offenbar alle Schulen erneut schließen. Nach einem Anstieg der Coronavirus-Fälle, der die Befürchtungen einer erneuten Ausbreitung der Gemeinschaft in der Stadt geschürt hat, berichtete die South China Morning Post am Freitag, stehe die neue Maßnahme direkt bevor.

Die Zeitung zitierte eine medizinische Quelle mit der Aussage, dass mindestens 30 weitere Personen positiv auf das Virus getestet worden seien. Das asiatische Finanzzentrum meldete am Donnerstag 42 neue Fälle, von denen 34 vor Ort übertragen wurden und nicht von Reisenden stammten. Dies war der zweite Tag in Folge, an dem die lokalen Infektionen zunahmen. Die Gesamtzahl der Fälle in der Stadt seit Ende Januar liegt nun bei 1.366. Sieben Menschen sind gestorben. (Quelle. The Guardian, 10.07.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut zufolge 395 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 198.178 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9054 mit dem Virus infizierte Menschen – sechs weitere erkrankte sind damit im Vergleich zum Vortag gestorben. Bis zum morgen hatten 184.000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (Quelle: RKI, 10.07.20)


Mexiko – Zahlen

Mexiko hat am Donnerstag einen Tageshöchststand an neuen Coronavirus-Infektionen veröffentlicht. Mit 7.280 Fällen erhöhte sich die Gesamtzahl der Infektionen auf 282.283. Am Tag zuvor waren 6.995 Neuinfktionen gemeldet worden.

In dem mittelamerikanischen Land starben weitere  730 Menschen; die Zahl der Todesopfer beträgt jetzt 33.526. (Quelle: The Guardian, 10.07.20)


Boliviens Interimspräsidentin mit Coronavirus infiziert

Die bolivianische Interimspräsidentin Jeanine Añez hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Sie fühle sich gut und werde die kommenden zwei Wochen in Quarantäne bleiben, sagte sie am Donnerstag in einem auf Twitter veröffentlichten Video. Sie werde die Regierungsgeschäfte weiter von zu Hause aus führen. Die frühere Senatorin Añez war im vergangenen Jahr an die Staatsspitze gerückt, nachdem der ehemalige Präsident Evo Morales nach seiner umstrittenen Wiederwahl auf Druck des Militärs zurückgetreten und ins Exil geflohen war. Am 6. September soll es Neuwahlen geben.

Nach Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro und dem honduranischen Präsidenten Juan Orlando Hernández ist Añez die dritte Regierungschefin in Lateinamerika, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde. In Bolivien haben sich bislang 42 984 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, 1577 Patienten sind im Zusammenhang mir der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben.

(Quelle: Tagesspiegel, 10.07.20)


USA mit Rekordhoch

In den USA ist die Zahl der festgestellten Neuinfektionen mit dem Coronavirus erneut auf ein neues Rekordhoch angeschwollen. Nach Angaben der Johns Hopkins-Universität wurden innerhalb von 24 Stunden weitere 65.551 Ansteckungsfälle gezählt. Insgesamt liegt die Zahl der erfassten Infektionsfälle im Land demnach inzwischen bei 3,1 Millionen. Die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle durch die Infektion stieg auf 133.195.

Der oberste Seuchenexperte des Landes, Anthony Fauci, sprach von einer „sehr schwierigen“ Phase. Wegen seiner leichten Übertragbarkeit sei das Virus der „schlimmste Albtraum“ für Gesundheitsexperten. Die Effizienz, mit der das Virus Menschen anstecke, sei „wirklich bemerkenswert“. Eine der großen Herausforderungen des Coronavirus sei es, dass es viele Infizierte gebe, die den Erreger weiter verbreiteten, selbst jedoch keine Symptome zeigten.

Fauci plädierte dafür, dass die Bundesstaaten bei der Lockerung ihrer Corona-Maßnahmen eine Pause einlegen. Die USA hätten es nach der ersten Zuspitzung der Pandemie im März nie geschafft, weniger als 20.000 Neuinfektionen pro Tag zu erreichen. Trotzdem hätten südliche Bundesstaaten ihre Beschränkungen schnell gelockert, erklärte er. „Das müssen wir besser machen.“ Eine erneute weitgehende Stilllegung des öffentlichen Lebens halte er aber nicht für nötig.(Quelle: Tagesschau, 10.07.20)


Coronafall in Idlib

In der nordsyrischen Rebellenhochburg Idlib ist nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden ein erster Corona-Fall aufgetreten. Hilfsorganisationen berichteten, ein Krankenhausarzt sei nach einem Aufenthalt in der Türkei positiv auf die Krankheit Covid-19 getestet worden. Der Mediziner und Beschäftigte sowie Patienten des Krankenhauses seien in Quarantäne, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Corona-Tests seien im Gange. Hilfsorganisationen warnten vor der Gefahr einer starken Verbreitung des Virus in dem von Gebiet, wo viele Flüchtlinge unter prekären Bedingungen leben. In der Region Idlib sind Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen. Die syrische Regierung hat bisher aus ihrem Herrschaftsgebiet 372 Corona-Infektionen und 14 Todesfälle gemeldet. (Karte: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 deQuelle: Tagesschau, 10.07.20)


Venezuela: Nr. 2 des Landes twittert, erkrankt zu sein: „Venceremos“


Quarantäne-Pflicht für England-Reisende endet

Reisende aus Deutschland müssen sich ab heute bei einer Einreise nach England nicht mehr in Corona-Quarantäne begeben. Auch für Ankömmlinge aus Frankreich, Spanien und Italien gilt die Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus dann nicht mehr. Die Vorschrift, wonach Einreisende sich für zwei Wochen in Isolation begeben müssen, war am 8. Juni für ganz Großbritannien in Kraft getreten.

Großbritannien ist das am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land Europas. Mehr als 288.000 Ansteckungen wurden nachgewiesen, mehr als 44.000 Infizierte starben. Mittlerweile hat sich das Infektionsgeschehen abgeschwächt. Deutschland hat mit weniger als 200.000 Infizierten und gut 9000 Todesopfern deutlich niedrigere Fallzahlen. (Quelle: AFP, 10.07.20)


Brasilien-Zahlen

Die Zahl der CoViD-19-Todesopfer in Brasilien ist am Donnerstag um 1.220 Menschen von 67.964 am Vortag auf 69.184 gestiegen, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit.

Das Land hat 1.755.779 bestätigte Fälle des Virus registriert, gegenüber 1.713.160 am Mittwoch. (Quelle: The Guardian, 09.07.20)


MHH erforscht unterschiedliche CoViD-19-Verläufe

Wieso verlaufen Corona-Infektionen bei verschiedenen Patienten so unterschiedlich? Forscher der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben nun einen Bluttest entwickelt, der genau dieses Rätsel lösen soll. Anhand der Ergebnisse sollen Mediziner nun vorhersagen können, wie schwer das Corona-Virus den Betroffenen zusetzen wird. Der Schlüssel für diese Prognose liegt laut MHH in den sogenannten Lymphozyten, die für die Immunabwehr des Körpers zuständig sind.

Bei Corona-Erkrankten mit einem schweren Verlauf gehen alle Unterarten der Lymphozyten stärker zurück als bei Patienten mit milden Symptomen – dies konnten die Forscher jetzt nachweisen. An der Studie hatten sich 30 Menschen beteiligt, die mit dem Virus infiziert waren. Die Mediziner hoffen nun, die Therapie verbessern zu können. Durch den Bluttest könnten Infizierte schneller und effektiver behandelt, so die MHH. (Quelle: NDR, 09.07.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • US-Präsident Trump sieht das Malariamedikament Hydroxychloroquin weiterhin als vielversprechendes Medikament zur Verhinderung einer Infektion durch das Coronavirus an, sagte das Weiße Haus. Dies trotz der Aussage der US-amerikanischen Food and Drug Administration, dass seine Wirksamkeit und Sicherheit nicht bewiesen wurden.
  • Ein erster Fall von Coronavirus wurde am Donnerstag im Nordwesten Syriens registriert, sagte ein Oppositionsbeamter und belebte die Angst vor einer Katastrophe, wenn die Pandemie die Vertreibungslager der Rebellenbastion erreichte.
  • Hunderte von Coronavirus-Patienten in Rumänien haben sich aus dem Krankenhaus entlassen, nachdem ein Gericht entschieden hatte, dass die verpflichtende  Aufnahme von Personen ohne oder mit leichten Symptomen eine Verletzung der Menschenrechte darstellt. Insgesamt 624 Patienten, die positiv auf das Virus getestet wurden, hatten darum gebeten, das Krankenhaus zu verlassen, und riskierten nun die Übertragung der Krankheit in ihren Gemeinden, sagte der Gesundheitsminister Nelu Tataru am Mittwochabend im Fernsehen.
  • In Griechenland sind die Behörden bereit, nächste Woche erneut Beschränkungen für die Öffentlichkeit und das Reisen aufzuerlegen, und warnen davor, dass die Sicherheitsrichtlinien für das Coronavirus  zu häufig missachtet werden. Regierungssprecher  Stelios Petsas sagte, die Behörden seien „entschlossen, die Mehrheit vor den wenigen frivolen zu schützen“, und fügte hinzu, dass die Regierung wahrscheinlich am Montag bei Bedarf neue Beschränkungen bekannt geben werde.
  • Das Gesundheitssystem in El Salvador steht aufgrund des zusätzlichen Drucks durch die Coronavirus-Pandemie kurz vor dem Zusammenbruch, warnte die NGO Médecins Sans Frontières. In einer Pressemitteilung vom Donnerstag teilte die internationale Gesundheitsorganisation mit, dass immer mehr Menschen im Land zu Hause an Covid-19 und anderen Krankheiten sterben, bevor sie medizinisch versorgt werden können.
  • Weitere 1,3 Millionen Amerikaner haben Arbeitslosigkeit beantragt. Während die Zahl der neuen Arbeitslosenanträge in den USA seit ihrem Höchststand im April mit 6 Millionen Personen, die in einer Woche eingereicht wurden, deutlich zurückgegangen ist, liegt  sie seit Beginn der neuen Zwangsschließungen jede Woche bei über einer Million geblieben.
  • Fünf Millionen Menschen in Melbourne, Australien, haben eine neue Sperrung eingeleitet. Die Einwohner sollen sechs Wochen zu Hause bleiben, da die Stadt mit einem starken Anstieg der Conronafälle zu kämpfen hat. Der Bundesstaat Victoria teilte weitere 165 neue Fälle mit und wurde gänzlich abgeriegelt, um den Virus im restlichen Australin einzudämmen.
  • Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte, ein geteilter Planet werde die Pandemie nicht besiegen können. „Gemeinsam ist die Lösung, es sei denn, wir wollen dem Feind, dem Virus, das die Welt als Geisel genommen hat, einen Vorteil verschaffen“, sagte er im Genfer Hauptquartier der Agentur.
  • Serbien: Der serbische Präsident Aleksandar Vucic hat „kriminelle Hooligans“ beschuldigt, die gewalttätigen Proteste voranzutreiben, die in Belgrad und anderen Städten wegen des Umgangs seiner Regierung mit der Pandemie ausgebrochen sind. Innenministerin Nebojsa Stefanovic sagte, 10 Beamte seien in der zweiten Nacht der Zusammenstöße in der Hauptstadt verletzt worden.
  • Die Pandemie hat am Donnerstag mittags weltweit mindestens 549.701 Menschen getötet, teilte die Nachrichtenagentur AFP mit. In 196 Ländern und Gebieten seien offiziell mehr als 12 Millionen Infektionen registriert. Die USA sind mit 132.309 Todesfällen das am stärksten betroffene Land, gefolgt von Brasilien mit 67.964 Todesfällen, Großbritannien mit 44.517 Todesfällen, Italien mit 34.914 Todesfällen und Mexiko mit 32.796 Todesfällen.
  • Die WHO hat nach eigenen Angaben ein unabhängiges Pandemie-Reaktionsgremium unter der Leitung der ehemaligen neuseeländischen Premierministerin Helen Clark und der ehemaligen liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf eingerichtet, um Verständnis für den Umgang mit der Krise zu vermitteln.
  • Der UNO-Generalsekretär Antonio Guterres hat die Staats- und Regierungschefs der Welt aufgefordert, alternative Energielösungen zu bevorzugen, wenn sie Geld in ihre von Viren betroffenen Volkswirtschaften stecken. Die Regierungen sollten aus der Kohle aussteigen, die Subventionierung anderer fossiler Brennstoffe einstellen und die umweltverschmutzende Industrie unter Druck setzen, ihre Produktionen zu bereinigen, um sie zu retten, sagte der Generalsekretär der Vereinten Nationen auf einer Konferenz der Internationalen Energieagentur per Videolink.
  • Bulgarien hat Fußballfans nur wenige Wochen nach ihrer Wiedereröffnung aus Stadien verbannt und Clubs und Bars geschlossen, da das Land täglich 240 Neuinfektionen verzeichnete.
    (Quelle: The Guardian, 07.09.20)

Gewerkschaft kritisiert Landkreise

Die Zustände in Unterkünften von Werkvertragsarbeitern fleischverarbeitender Betriebe werden seit Langem kritisiert: zu klein, zu dreckig, nicht bewohnbar. Das ist nicht nur im Hinblick auf den Infektionsschutz in Corona-Zeiten problematisch. Daher führen die Landkreise im Nordwesten Niedersachsens offenbar Kontrollen durch, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Auf Nachfrage des Senders teilten die Landkreise Oldenburg, Vechta und Cloppenburg mit, dass bis dato bei den Besuchen durch Kontrolleure wenige Mängel festgestellt worden seien. Und diejenigen, die festgestellt worden seien, hätten die Eigentümer beseitigt.

Die Kreise wiesen allerdings darauf hin, dass die Kontrollen „aus rechtlichen Gründen“ lediglich in unregelmäßigen Abständen durchgeführt werden könnten. Bei den Wohnungen handele es sich um private Bereiche. Dem widersprach nachdrücklich die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten. Ein Sprecher sagte, die Landkreise seien sehr wohl in der Lage und dazu befugt, intensiver zu kontrollieren. Sie täten es bloß nicht. (Quelle NDR, 09.07.20)


Spahn warnt erneut vor zu frühen Lockerungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat erneut vor zu frühen Lockerungen beim Tragen von Alltagsmasken in der Corona-Krise gewarnt. Um das Risiko zu reduzieren, gebe es in bestimmten Situationen eine Maskenpflicht, sagte der CDU-Politiker in Berlin bei einer Online-Diskussion. Dafür gelte aus seiner Sicht: „Lieber drei Wochen zu spät aufgehoben als drei Wochen zu früh.“

Masken zu tragen sei nicht immer angenehm, es sei aber im Vergleich zu anderen Beschränkungen ein „relatives mildes Mittel“. Wichtig sei dies vor allem, wenn Abstände nicht einzuhalten seien wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder beim Einkaufen.

Spahn rief mit Blick auf Herbst und Winter allgemein dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen – dies soll auch einem Zusammentreffen mit einem möglichen Wiederanstieg von Corona-Infektionen vorbeugen. (Quelle: SZ, 09.07.20)


Coronaregeln missachtet? Vergleich vor dem Arbeitsgericht Osnabrück

Das Osnabrücker Arbeitsgericht hatte am Mittwoch zu entscheiden, ob die Kündigung des Mitarbeiters einer Pumpenfirma rechtens war. Der Kündigungsgrund war ein Foto, das den Mann als Verweigerer der Corona-Regeln zeigen sollte. Daraufhin war dem Angestellten fristlos gekündigt worden, der Mitarbeiter klagte. Vor Gericht einigten sich am Mittwoch die Beteiligten: Das Arbeitsverhältnis bleibt bis Ende August bestehen.

Der Mann ist bei einem Betrieb in Bissendorf (Landkreis Osnabrück) mit dem Bau von Pumpen beschäftigt. Ende März soll er ein Bild von sich und fünf weiteren Männern in enger Runde in einem sozialen Netzwerk veröffentlicht haben. Die Bildunterschrift dazu: „Quarantäne bei mir“ mit lachenden Smileys.

Das Foto sei lediglich ein Scherz gewesen, sagte der Kläger NDR 1 Niedersachsen. Die Aufnahme stamme von Anfang März, als die Abstandsregeln noch nicht gegolten hätten. Doch der Arbeitgeber hatte nicht an einen Scherz geglaubt und ihm fristlos gekündigt. Eine weitere Zusammenarbeit sei nicht zumutbar: Der Mann nehme die Corona-Pandemie weder ernst noch sei er bereit, sich an die Schutzmaßnahmen zu halten, hieß es vor dem Verfahren vom Unternehmen. Im Termin vor dem Arbeitsgericht einigten sich die streitenden Parteien. (Quelle: NDR, 09.07.20)


WHO prüft eigene Reaktion auf die Covid-19-Krise

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO, Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat angekündigt wurde, die UN-Gesundheitsbehörde habe einen Ausschuss gebildert, der die globale Reaktion auf die Coronavirus-Pandemie bewertet und Empfehlungen für ein verbessertes System der globalen Gesundheitsregierung abgeben soll.

Ziel ist es offenbar, „nationale Überwachungs- und Reaktionssysteme zu bewerten, wie wir Informationen mit unseren Gemeinden ausgetauscht haben und ob wir ihr Vertrauen verdient haben, wie wir regiert haben und ob unsere globale Gesundheitsarchitektur ist für den Zweck geeignet.“ sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Die jetzige Maßnahme geht auf eine Entschließung zurück, die während der WHO Generalversammlung im Mai verabschiedet wurde. Darin hatten die 194 Mitgliedstaaten der WHO vereinbart, „die der Führungsrolle der WHO und des UN-Systems bei der Koordinierung der umfassenden globalen Reaktion auf Coronavirus und andere globale Pandemien anzuerkennen.

Tedros sagte, dass das genaue Mandat des Gremiums noch nicht ausgearbeitet sei und dass die Mitglieder des Ausschusses von den beiden Ko-Vorsitzenden aus den von den Mitgliedstaaten vorgeschlagenen Kandidaten ausgewählt würden.

Der Ausschuss soll im November einen Zwischenbericht und im Mai 2021 einen vollständigen Bericht vorzulegen. (Quelle: The Guardian, 09.07.20)


Iran mit 200 Toten binnen eines Tages

Im Iran sind binnen 24 Stunden mehr als 220 Menschen infolge einer Covid-19-Erkrankung gestorben – so viele wie noch nie seit dem Ausbruch der Pandemie in dem Land. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die Zahl der Todesopfer durch das Virus damit auf knapp 12.300 an.

Insgesamt wurden demnach unter der Bevölkerung bislang mehr als 250.400 Infektionen nachgewiesen. Allein seit gestern kamen mehr als 2000 Fälle hinzu.

Der Anstieg der Infektionen ist aus Sicht von Experten auf die Lockerungen in den vergangenen Wochen zurückzuführen. Sie hätten dazu geführt, dass die Bevölkerung die Hygienevorschriften und auch die Pandemie nicht mehr ernstnehme. (Quelle: Tagesschau, 09.07.20)


Wildeshausen: Geschlossener Schlachthof nimmt Arbeit wieder auf

Nach der Schließung eines Putenschlachthofes in Wildeshausen bei Oldenburg wegen zahlreicher Corona-Infektionen soll der Betrieb voraussichtlich kommende Woche wieder anlaufen. In Rücksprache mit den zuständigen Behörden würden morgen alle Beschäftigten getestet, teilte der zur Wiesenhof-Gruppe gehörende Betrieb Geestland Putenspezialitäten mit. Kommende Woche könnten dann alle negativ getesteten Beschäftigten wieder arbeiten. Der Betrieb war vor zwei Wochen geschlossen worden, nachdem für die rund 1.100 Mitarbeiter und deren direkte Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet worden war. Bei 1.183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Coronavirus-Infektion festgestellt worden. (Quelle: NDR, 09.07.20)


Zusammenfassung am Mittag

  • Die neuseeländische Polizei wird künftig die Quarantänehotels überwachen, nachdem eine Reihe von Personen aus ihnen entkommen sind. Bei zwei Einzelvorfällen in Hotels in Auckland gingen Gäste isoliert davon: Eine Frau flüchtete über eine Hecke und ein anderer Mann über einen kleinen Zaun.
  • China hat gegen die USA kritisiert, weil sie aus der Weltgesundheitsorganisation WHO ausgetreten sind. Der Sprecher des Außenministeriums, Zhao Lijian, sagte, der Schritt sei eine weitere Demonstration der USA, die Unilateralismus wolle.
  • Tokio verzeichnete am Donnerstag 224 neue Fälle von Coronavirus, die höchste Tageszahl. Trotz des Anstiegs der Infektionen sagte Japans Chefkabinettssekretär Yoshihide Suga, es sei nicht notwendig, der Hauptstadt einen neuen Ausnahmezustand aufzuerlegen.
  • Melbourne wird die Beschränkungen für viele der 3.000 Menschen lockern, die in neun öffentlichen Wohntürmen eingesperrt sind. Acht der Hochhäuser, die die Bewohner seit Samstagnicht verlassen dürfen, unterliegen nun denselben allgemeinen Regeln, die im gesamten australischen Bundesstaat Victoria gelten.
  • Alle afrikanischen Länder wurden aufgefordert, die Covid-19-Tests und die Verwendung von Gesichtsmasken unbedingt zu erweitern. John Nkengasong, Leiter der Afrika-Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC), sagte, dass die Zahl der Neuerkrankungen in Afrika in der vergangenen Woche um 24% gestiegen sei.
    (Quelle: The Guardian, 09.07.20)

USA weiter mit Corona-Spitzenwerte

Die Johns-Hopkins-Universität meldet in den USA mehr als 58.600 bestätigte Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden. Damit haben sich seit dem Ausbruch der Pandemie in den Vereinigten Staaten mehr als drei Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. Bisher sind in den USA mehr als 132.300 Menschen an einer Covid-19-Erkrankung gestorben. (Quelle: Tagesschau, 09.07.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 098.07.2020, 9.30 Uhr

Das Gesundheitsamt des Landkreises meldet  keine zusätzliche Corona-Infektion und keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient, berechnet auf 100.000 Einwohner, liegt weiter bei 145,5. Drei Personen sind genesen. Nach den neuen Zahlen sind im Emsland aktuell jetzt 8 (-3) Menschen infiziert. Ca. 130  Emsländer*innen (+ 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.  In Lingen (Ems) gibt es derzeit keine aktiven Erkrankungen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 35 31 1 3
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 14 10 0 4
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 15 14 0 1
 Gesamt* 473 (+/-0) 440 (+3) 25 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 8 (-3)

 


Übernachtungszahlen brechen weiter ein

Die Corona-Krise hat die deutsche Tourismusbranche auch im Mai schwer getroffen. Trotz erster Lockerungen des Beherbergungsverbots sank die Zahl der Übernachtungen um fast 75 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte.

Im April hatte es mit fast 90 Prozent den stärksten Rückgang seit Beginn der Zeitreihe 1992 gegeben. Insgesamt wurden im Mai 11,2 Millionen Übernachtungen gezählt. Die von ausländischen Gästen fiel dabei um 91 Prozent auf 0,7 Millionen, die von Gästen aus dem Inland um 71,5 Prozent auf 10,5 Millionen.

(Quelle: Tagesspiegel, 09.07.20)


Starker Einbruch in der deutschen Exportwirtschaft

Deutsche Unternehmen haben im Mai rund 30 Prozent weniger Waren ins Ausland verkauft als im Vorjahresmonat. Dennoch gibt es einen ersten Hoffnungsschimmer: Gegenüber April nahmen die Exporte wieder zu.

Die deutschen Exporte sind im Mai wegen der Corona-Pandemie weiter deutlich hinter den Vorjahreswerten zurückgeblieben: Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden aufgrund vorläufiger Ergebnisse mitteilte, lagen die Ausfuhren um 29,7 Prozent niedriger als im Mai 2019.

Insgesamt wurden demnach im Mai von Deutschland Waren im Wert von 80,3 Milliarden Euro exportiert. Gleichzeitig wurden Waren im Wert von 73,2 Milliarden Euro importiert. Die Importe lagen damit um 21,7 Prozent niedriger als im Mai 2019.

Experten sehen aber dennoch Grund für vorsichtigen Optimismus: Denn im Vergleich zum April wuchsen die Exporte um neun Prozent. Die Importe legten um 3,5 Prozent zu. (Quelle Tagesschau, 09.07.20)


Niedersachsen startet „Corona-Kampagne“

Die niedersächsische Landesregierung ruft dazu auf, das Coronavirus trotz sinkender Infektionszahlen nicht zu unterschätzen. Landesweit gebe es mittlerweile zwar deutlich weniger Ansteckungen als noch vor einigen Wochen. Allerdings bleibe das Virus gefährlich. Regierungssprecherin Anke Pörksen stellt daher heute Vormittag in Hannover eine Kampagne vor, die die Bürger dazu motivieren soll, „sich auch künftig umsichtig zu verhalten“, meldet der NDR. Die Rücksicht auf andere sei die Voraussetzung für einen neuen Alltag unter Corona-Bedingungen. In den vergangenen Wochen hatte Niedersachsen viele der Corona-Einschränkungen schrittweise zurückgenommen.

Am Freitag will die Regierung in Hannover zudem ein -seit Wochen angekündigtes- neues „kompakteres Regelwerk“ vorstellen, das am 13. Juli in Kraft tritt. Der letzte Versuch war gescheitert; aus der zurzeit 33seitigen Veordnung war nach Überarbeitung ein 34seitiges Werk entstanden…
(Quelle: NDR, 09.07.20)


Überbrückungshilfen jetzt beantragen

Kleine und mittlere Unternehmen können ab sofort Hilfen aus der zweiten Corona-Überbrückungshilfe des Bundes beantragen. Wichtig ist, dass der Antrag nicht von den Firmen selbst gestellt werden darf. Er muss – nach Prüfung aller einschlägigen Unterlagen – über einen Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer laufen. Antragsende ist der 31. August. (Quelle: NDR 09.07.20)


USA weisen ausländische Studierende aus

Die US-Einwanderungsbehörde ICE hat mitgeteilt, ausländische Studierende an US-Universitäten, die im Wintersemester wegen des Coronavirus ausschließlich Online-Kurse anbieten, müssten das Land verlassen oder an Hochschulen mit persönlichen Vorlesungen wechseln.

Der Präsident der US-„Eliteuniversität“ Harvard, Lawrence Bacow, kritisierte, die Regelung erwecke den Eindruck, als wolle die Trump-Regierung Druck auf Universitäten ausüben, die Lehrsäle ohne Rücksicht auf Gesundheitsbedenken wieder zu öffnen.

Harvard und das Massachusetts Institute of Technology in Cambridge teilten mit, dass sie juristisch gegen die Regelung der Trump-Regierung vorgehen wollten, die zur Ausweisung ausländischer Studenten führen könnte. Die beiden Hochschulen hätten beim Bundesgericht in Boston den Erlass einer einstweiligen Verfügung beantragt. (Quelle: Tagesschau, 09.07.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut zufolge 442 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.783 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. In Deutschland starben nach RKI-Angaben 9048 mit dem Virus infizierte Menschen – das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Dienstag hatten etwa 183.100 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das waren etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 09.07.20)


Erneut Demonstrationen und Unruhen in Serbien

Ungeachtet des Rückziehers von Präsident Aleksandar Vucic sind in der serbischen Hauptstadt Belgrad und anderen Städten des Balkanlandes am Mittwochabend erneut Tausende Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auf die Straßen gegangen. Die Polizei setzte nach Medienberichten erneut Tränengas und Knüppel gegen die Demonstranten ein.

Auch berittene Polizei kam zum Einsatz. Die Demonstranten warfen Steine und Feuerwerkskörper auf die Polizisten. In Belgrad riegelten starke Polizeieinheiten das Zentrum am Abend ab. Gegen Mitternacht flauten die Proteste ab, die Menschenmassen lösten sich nach Medienberichten allmählich auf. Nach ersten Medienberichten wurden mindestens zehn Polizisten verletzt.

Das serbische Fernsehen berichtete, dass Kamerateams bei den Protesten in Novi Sad und Nis von Demonstranten angegriffen worden seien. Die schon seit einigen Tagen dauernden Proteste richten sich gegen geplante drastische Maßnahmen zur Eindämmung der erneut aufgeflammtenCorona-Pandemie in Serbien.

Präsident Vucic hatte zwar die für das Wochenende geplante Ausgangssperre zurückgenommen, dafür aber andere Maßnahmen des Krisenstabs der Regierung für Donnerstag angekündigt. In der Zeit des Corona-Ausnahmezustands von Mitte März bis Anfang Mai hatte die Regierung die Ausbreitung der Pandemie mit umfassenden Ausgangssperren bekämpft.

Die Infektionszahlen gingen deutlich zurück. Doch seit gut zwei Wochen stecken sich wieder um die 300 Menschen pro Tag nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 an. Besonders die Hauptstadt Belgrad ist betroffen. (Quelle: Tagesspiegel, 0.07.20)


Chile: Tausende Arbeiter in den Kupferminen infiziert

Tausende Arbeiter in den chilenischen Kupferminen des Codelco-Konzerns, dem weltweit größten Kupferproduzenten, sidn am Coronavirus infiziert. Nach Angaben von Gewerkschaften sind aktuell fast 3.000 Arbeiter mit Coronavirus infiziert. Sie forderten deutlich bessere Sicherheitsmaßnahmen im Unternehmen.

Patricio Elgueta, Präsident der Federation of Copper Workers (FTC), einer Dachorganisation der Gewerkschaften des Unternehmens, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, dass bis zum 5. Juli 2.843 Coronavirus-Infektionen bei Arbeitnehmern festgestellt seien.

„Das Unternehmen gibt die aktuellen Zahlen nicht an die Mitarbeiter weiter, daher müssen wir sie jeden Tag neu erstellen, um zu sehen, wie (Infektionen) fortschreiten“, kritisierte er. (Quelle: The Guardian, 09.07.20)


Tulsa: Infektionszahlen seit Trump-Auftritt deutlich gestiegen

Rund zweieinhalb Wochen nach der umstrittenen Wahlkampfkundgebung von US-Präsident Donald Trump in Tulsa im Bundesstaat Oklahoma ist in der Stadt eine deutlich erhöhte Rate von Neuinfektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. Wie die örtliche mitteilte, wurde zuletzt eine Zunahme der Infektionsfälle um 266 binnen 24 Stunden verzeichnet. Der Leiter der kommunalen Gesundheitsdienste, Bruce Dart, wollte zwar nicht explizit einen Zusammenhang zwischen den gestiegenen Infektionsraten und Trumps Wahlkampfauftritt am 20. Juni herstellen. Er nannte es jedoch „mehr als wahrscheinlich“, dass der Anstieg der Zahlen mit „mehreren Großereignissen vor etwas mehr als zwei Wochen“ in Verbindung stehe. (Foto: CC s. Archiv 28.04.20; Quelle: Tagesspiegel, 09.07.20)


Argentinien mit neuer Höchstzahl

Argentinien hat eine neue täglichen Höchstzahl von 3.604 bestätigten Covid-19-Fällen veröffentlicht. Es ist das erste Mal, dass die Neuinfektionen die Zahl von 3.000 überschritten haben. Die Zahl der Todesopfer durch die Pandemie liegt aktuell bei 1.694.

Die Gesamtzahl an Infektionen beträgt jetzt 87.030 fünf mal so viel wie Anfang Juni. Die Mitte-Links-Regierung Argentiniens verhängte Mitte März eine strikte Lockdown, der inzwischen im größten Teil des Landes wieder gelockert wurde; in und um Buenos Aireswurden die Lockerungen aufgrund eines Anstiegs verlängert und verstärkt.

(Quelle: The Guardian, 09.07.20)


Überblick am Abend

  • Das australische Melbourne hat nach einer Flut von Neuinfektionen einen neuen Lockdown eingeleitet. Zu den Einschränkungen gehört, dass Besuche in den Häusern anderer Personen strikt auf Fälle beschränkt sind, in denen Pflege geleistet wird oder ob eine „intime persönliche Beziehung“ besteht.
  • Die italienischen Behörden haben heute 125 Bangladeschi an der Einreise gehindert, nachdem sie mit einem Flug von Katar auf dem Flughafen Fiumicino in Rom gelandet waren. Gestern hat Italien Flüge aus Bangladesch für eine Woche ausgesetzt, nachdem tags zuvor 36 Personen, die mit einem Flugzeug in Rom angekommen waren, positiv auf das Coronavirus getestet worden waren.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Europäische Union davor gewarnt, Zeit mit den Verhandlungen über den beschlossenen Wiederaufbaufonds zu verschwenden, um den Kontinent aus einer historischen Corona-Rezession herauszuholen. Merkel unterstrich, sie hoffe, vor der Sommerpause einen Deal über den vorgeschlagenen Wiederaufbaufonds in Höhe von 750 Mrd. Euro zu erreichen.
  • Die österreichische Regierung hat Reisebeschränkungen für die EU-Mitglieder Rumänien und Bulgarien angekündigt, nachdem in beiden Ländern die Zahl der Coronavirus-Fälle gestiegen ist. Griechenland, das wie Österreich im Vergleich zu anderen europäischen Ländern nur eine geringe Anzahl von Infektionen und Todesfällen hatte, äußerte sich ebenfalls besorgt über „importierte Infektionen vom Balkan.“
  • Die Zahl der CoViD-19-Todesopfer im iran lag am Mittwoch bei über 12.000, teilte das Gesundheitsministerium mit 153 Todesfällen in den letzten 24 Stunden mit, während die Zahl der täglichen Infektionen und Todesfälle in der vergangenen Woche stark anstieg, da die Lockdown-Maßnahmen nachgelassen haben.
  • Die Anzahl der in Chile registrierten CoViD-19-Fälle hat die Marke von 301.019 erreicht, Da südamerikanische Land ist damit nach den USA, Brasilien, Indien, Russland und Peru das Land mit der sechsthöchsten Infektionszahl weltweit. 
    (Foto: Merkelraute, CC 22.03.20 Archiv; Quelle: The Guardian, 08.07.20)

Auch milder Covid-19-Verlauf kann zu Gehirnschäden führen

Auch milde Verläufe von Covid-19 können laut einer Studie bei den Erkrankten zu ernsthaften Gehirnschäden führen. Ihrer Untersuchung zufolge komme es häufiger als bisher vermutet zu tendenziell tödlichen Komplikationen, darunter Fieberwahn, Nervenschäden und Schlaganfälle, erklärte ein Ärzteteam aus London am Mittwoch.

„Wir konnten mehr Patienten mit neurologischen Schäden wie Entzündungen im Gehirn identifizieren als gedacht“, sagte Forscher Michael Zandi vom University College London. Die Befunde hätten jedoch nicht immer mit dem Schweregrad der Covid-19-Symptome korreliert, sagte er. An der Studie beteiligten sich 43 Patienten, bei denen entweder Covid-19 nachgewiesen oder vermutetet wurde. Das Team aus Ärzten stellte in zehn Fällen eine vorübergehende Hirnfunktionsstörung fest, in zwölf Fällen eine Hirnentzündung, in acht Fällen Schlaganfälle und in weiteren acht Fällen Nervenschäden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift „Brain“ veröffentlicht.

Die Untersuchung deutet darauf hin, dass Komplikationen im Hirn bei Covid-19-Patienten häufiger vorkommen könnten als bisher gedacht. Jedoch sagten Experten auch, dass dies nicht bedeute, dass Hirnschäden bei Covid-19 weit verbreitet seien. Da die Krankheit erst seit einigen Monaten bekannt sei, „wissen wir wohl noch nicht, welche Langzeitschäden Covid-19 verursachen kann“, sagte der an der Untersuchung beteiligte Forscher Ross Paterson. Sein Rat: „Ärzte müssen sich über mögliche neurologische Schäden bewusst sein, da eine frühzeitige Diagnose den Krankheitsverlauf verbessern kann“.
(Quelle: AFP, 08.07.20)


Bergamo: Keine CoViD-19-Kranken „auf Intensiv“

In Bergamo hat das Krankenhaus Papa Giovanni XXIII nach rund dreieinhalb Monaten Corona-Krise den ersten Tag ohne Covid-19-Patienten auf der Intensivstation gefeiert. Dafür gab es beim Personal „befreienden Applaus“, aber auch eine Gedenkminute für die Toten, wie italienische Medien berichten. Die Stadt Bergamo in der Lombardei stand seit Februar im Zentrum des Virus-Ausbruchs in Italien. Das große Hospital Papa Giovanni XXIII gehört zu den symbolischen Orten für die Corona-Krise in dem Land. Drastische Bilder von Covid-19-Kranken in überfüllten Sälen und Gängen gingen um die Welt.

„Dies ist ein äußerst wichtiger Tag“, sagte Abteilungsdirektor Luca Lorini bei der Feier nach Angaben der Agentur Adnkronos. Es seien zwar noch Corona-Patienten in der Klinik in Behandlung, doch diese seien bereits negativ getestet, hieß es.

In ganz Italien wurden bislang offiziell mehr als 34.900 Tote mit oder durch Covid-19 gezählt. Die Zahl der bislang registrierten Menschen mit dem Virus liegt bei mehr als 240.000. Zuletzt waren in 24 Stunden knapp 200 neue Fälle dazugekommen.

(Foto: CC am 08.06.20 im Archiv; Quelle: ARD, 08.07.20)


Frankreich-Zahlen

Die Zahl der CoVid-19-Todesfälle in Frankreich  ist gegenüber dem Vortag um 32 auf 29.965 gestiegen, teilten die Gesundheitsbehörden des Landes heute mit.

Diese Zahl ist allerdings fast doppelt so hoch wie der Tagesdurchschnitt von 18 in den letzten sieben Tagen und entspricht eher dem des letzten Monats. Im Juni zählte Frankreich durchschnittlich 34 zusätzliche Todesfälle pro Tag, im Mai waren es 143 und im April waren es 695. Frankreich hat die sechstgrößte Zahl der Todesopfer weltweit. (Quelle: The Guardian, 08.07.20)


Afrika: Mehr als eine halbe Million Corona-Fälle

Auf dem afrikanischen Kontinent sind inzwischen eine halbe Million Corona-Fälle verzeichnet worden. Zudem seien fast 12 000 Menschen gestorben, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Mittwoch mit. Man sei besorgt, dass immer mehr Länder einen scharfen Anstieg von Sars-CoV-2-Infektionen verzeichnen.

In 22 Ländern auf dem Kontinent hätten sich die Fälle im vergangenen Monat mehr als verdoppelt. „Die Gefahr, dass Covid-19 die schwachen Gesundheitssysteme auf dem Kontinent überwältigt, eskaliert“, warnte die WHO-Chefin für Afrika, Matshidiso Moeti.

Rund 43 Prozent aller Fälle sind laut WHO in Südafrika registriert worden. Auch Algerien, Ägypten, Ghana und Nigeria hätten eine sehr hohe Zahl. Allerdings gibt es auch positivere Entwicklungen: In einigen Staaten – darunter Eritrea, Gambia, Mali, den Seychellen und Togo – breite sich das Coronavirus nur langsam aus, hieß es.

Die Pandemie erreichte Afrika relativ spät und verbreitete sich dort zunächst recht langsam. Das lag unter anderem an den strengen Maßnahmen, die die meisten Länder sehr schnell verhängten. Nun beschleunigt sich allerdings die Ausbreitung der Fälle. Das liegt auch daran, dass viele Länder die Maßnahmen wieder gelockert haben – meist wegen ihren verheerenden wirtschaftlichen Folgen. (Quelle: TSP, 08.07.20)


Niedersachsen: Gütersloher dürfen doch ab Samstag wieder ins Land

Das Land Niedersachsen lässt Urlauber aus dem Kreis Gütersloh nun doch schon von diesem Samstag (11. Juli) an wieder ins Land einreisen. Das sagte eine Regierungssprecherin am Donnerstag. In Nordrhein-Westfalen sind derzeit Schulferien. Viele Menschen von dort verbringen ihren Urlaub gerne an der Nordseeküste in Niedersachsen, Bettenwechsel in der Hochsaison ist in der Regel samstags. „Im Interesse der Menschen aus Gütersloh werden wir die Einreise nach Niedersachsen ab Samstag wieder ermöglichen“, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen.

Zuvor hatte sich Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer bei Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) für die Aufhebung der Reisebeschränkungen eingesetzt. Die Gütersloher hätten „die Ausgrenzung und Stigmatisierung satt“, schrieb der CDU-Politiker. (Quelle: NDR, 08.07.20)


Saksalaiset voivat mennä taas Suomeen

Deutsche und viele andere Europäer dürfen ab der kommenden Woche wieder nach Finnland reisen. Das nordische Land hebt seine in der Corona-Krise erlassenen Einreisebeschränkungen für mehrere Länder mit vergleichbar niedrigen Infektionszahlen zum 13. Juli auf. Neben Deutschland gilt das auch für Österreich, Italien, die Niederlande und die Schweiz.

Für Menschen aus dem Nachbarland Schweden sowie anderen EU-Staaten wie Portugal, Spanien und Frankreich bleiben die finnischen Grenzen dagegen weiter geschlossen, wie Innenministerin Maria Ohisalo am Mittwochabend auf einer Pressekonferenz in Helsinki sagte. (Quelle: Tagesschau, 08.07.20)


Drei Studierendenwohnheime in Koblenz unter Quarantäne

Wegen einiger Corona-Fälle sind drei Koblenzer Studierendenwohnheime unter Quarantäne gestellt worden. Drei Bewohner hätten Symptome gespürt und sich ins Krankenhaus begeben, ein Schnelltest sei positiv ausgefallen, teilte die Kreisverwaltung Mayen-Koblenz am Mittwoch mit. Auch Kontaktpersonen zeigten nach den Angaben Symptome und wurden getestet. Die Ergebnisse lagen vorerst noch nicht vor.

Zwei nachweislich Infizierte leben in einem Wohnheim, der dritte in einem anderen. Das dritte Wohnheim sei wegen Kontakten von Bewohnern zu den anderen beiden Gebäuden ebenfalls unter Quarantäne gestellt worden.

Die drei Wohnheime bieten insgesamt Platz für rund 350 Bewohner. „Es sind nicht alle da“, sagte ein Sprecher der Kreisverwaltung. Alle Bewohner würden auf das Coronavirus getestet.

Zahlreiche Polizisten kontrollierten am Mittwochnachmittag alle Ausgänge der drei Studierendenwohnheime. Rot-weißes Flatterband versperrte die Zugänge. Mitarbeiter vom Deutschen Roten Kreuz und von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft kamen in weißer Schutzkleidung und mit Masken, um Abstriche von den Bewohnern zu nehmen. (Quelle. TSP, 08.07.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 08.07.2020, 10.00 Uhr

Das Gesundheitsamt des Landkreises meldet seit gestern keine zusätzliche Corona-Infektion und keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient, berechnet auf 100.000 Einwohner, liegt weiter bei 145,5. Nach den neuen Zahlen sind im Emsland aktuell jetzt 11 (+/-0) Menschen infiziert. Ca. 120  Emsländer*innen (+ 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.  In Lingen (Ems) gibt es keine aktiven Erkrankungen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 35 31 1 3
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 14 7 0 7
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 15 14 0 1
 Gesamt* 473 (+/- 0) 437 (+/-0) 25 (+/- 0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 11 (+/- 0)

Brasilien-Zahlen

Das Gesundheitsministerium des südamerikanischen Landes bestätigt in den letzten 24 Stunden 45.305 neue Coronavirus-Fälle und 1.254 weitere Todesfälle. Offiziellen Daten zufolge gibt es in Brasilien bislang insgesamt 1.668.589 Infektionen und 66.741 Todesopfer, die auf das Virus zurückzuführen sind. (Quelle: Tagesschau, 08.07.20)


RKI: 397 registrierte Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut zufolge 397 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 197.341 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. 9036 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 12 im Vergleich zum Vortag. Bis Montag hatten etwa 182.700 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen inzwischen überstanden. Das waren etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 08.07.20)


USA – Rekordhoch bei Neuinfektionen

In den USA ist abermals ein neuer Rekord bei den verzeichneten Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht worden. Innerhalb von 24 Stunden wurden weitere 60.209 Ansteckungsfälle gezählt, wie aus am Abendvon der Johns-Hopkins-Universität veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Die Gesamtzahl der Infektionen stieg damit auf rund 2,991 Millionen. Zudem wurden weitere 1.114 Todesfälle durch die Infektion registriert, womit die Gesamtzahl der Todesopfer auf 131.362 wuchs. (Quelle: ARD, 08.07.20)


Bericht: Ab September höhere Maskenproduktion in Deutschland

Von September an soll Deutschland in der Lage sein, innerhalb eines Jahres 2,5 Milliarden zusätzliche Masken zu produzieren. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage der „Rheinischen Post“ mit. Bis Ende Juni 2021 sollen Produzenten in Deutschland bis zu sieben Milliarden Masken jährlich in zertifizierter Qualität zusätzlich herstellen können. Dazu zählen dem Bericht zufolge FFP2, FFP3 und medizinische Gesichtsmasken. Das Wirtschaftsministerium investiere dafür 60 Millionen Euro an Fördermitteln, hieß es weiter. (Foto: CC s. Archiv v. 12.04.20; Quelle: ARD, 08.07.20)



Bundesregierung plant weitere Hilfen für Mittelstand

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will heute weitere Hilfen für Selbstständige und den Mittelstand vorstellen. Für die drei Sommermonate bis Ende August können Unternehmen Zuschüsse zu ihren Fixkosten bekommen, also etwa Mieten, Zinszahlungen, Leasingraten, Strom oder Versicherungen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie einen deutlichen Umsatzrückgang wegen der Coronavirus-Krise nachweisen können. Die Hilfen von bis zu 150.000 Euro pro Unternehmen müssen dann nicht zurückgezahlt werden. Sie sind Teil des Konjunkturpakets der Bundesregierung, mit dem die brachliegende Wirtschaft wieder in Schwung gebracht werden soll. Unternehmen können noch im Juli auf erste Auszahlungen hoffen. (Quelle: Tagesschau, 08.07.20)


USA offiziell aus WHO ausgetreten

Die USA haben ihren Austritt aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vollzogen. Eine entsprechende Erklärung sei bei UN-Generalsekretär António Guterres eingereicht worden, sagte ein hoher Regierungsbeamter am der Deutschen Presse-Agentur in Washington. US-Präsident Donald Trump hatte Ende Mai mitten in der Corona-Pandemie den Abbruch der Beziehungen seines Landes mit der WHO verkündet.

Trump wirft der WHO vor, zu spät über die Gefahr des Coronavirus informiert zu haben und unter der Kontrolle der Regierung in Peking zu stehen, obwohl China geringere Beiträge an die Organisation zahle als die USA. Er machte die in Genf ansässige Organisation mitverantwortlich für die hohe Anzahl der Toten. Die WHO habe sich zudem notwendigen Reformen verschlossen. Der US-Präsident beschuldigt zudem China, die weltweite Verbreitung des Coronavirus nicht verhindert zu haben, und droht mit Konsequenzen. (Quelle: SZ, 07.07.20)


WHO: Ausmaß von Luftübertragung von Coronaviren noch unklar

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sehr zurückhaltend auf einen Vorstoß von Experten reagiert, die das Übertragungsrisiko des Coronavirus in der Luft für unterschätzt halten. Die WHO sei aufgeschlossen gegenüber neuen Datenlagen in diesem Feld, müsse aber sehr behutsam vorgehen, bevor sie Schlüsse ziehe, sagte die WHO-Expertin Benedetta Allegranzi. Es gebe nichts zu rütteln an den bestehenden Empfehlungen, die Abstand vorsehen sowie das Tragen von Masken, wenn dieser nicht einzuhalten sei.

Rund 240 Wissenschaftler, darunter auch Ingenieure, hatten Anfang der Woche ein Schreiben in einer Fachzeitschrift veröffentlicht. Sie werfen darin Gesundheitsbehörden, darunter der WHO, vor, in ihren Empfehlungen das Ansteckungsrisiko durch kleinste Teilchen, sogenannte Aerosole, in der Luft zu vernachlässigen. „Wir sollten genauso viel Betonung auf Masken und Belüftung legen wie auf das Händewaschen“, sagte eine beteiligte Forscherin, die Aerosol-Expertin Linsey Marr, der „New York Times“. „Soweit wir das beurteilen können, ist das genauso wichtig, wenn nicht sogar wichtiger.“ (Quelle: ARD, 07.07.20)


Überblick am Abend

  • Brasilien: Der rechtsextreme Präsident Jair Bolsonaro ist positiv auf Covid-19 getestet worden. Er sagte, er habe sich am Sonntag krank gefühlt und Hydroxychloroquin eingenommen, ein Malariamedikament mit zweifelhafter Wirksamkeit gegen Covid-19.
  • Israels Direktorin für öffentliche Gesundheit hat inmitten einer Zunahme neuer Coronavirus-Fälle sein Amt aufgegeben und erklärt, das Land sei zu voreilig gewesen, seine Wirtschaft wieder zu öffnen, und rd habe sich im Umgang mit der Pandemie verirrt. Siegal Sadetzki, eine Epidemiologin, gab ihren Rücktritt einen Tag nach der Wiedereinführung einer Reihe von Beschränkungen durch Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bekannt, darunter die Schließung von Bars, Turnhallen und Veranstaltungsräumen.
  • Laut einer Analyse der Nachrichtenagentur AFP sind in Europa mehr als 200.000 Menschen an Coronavirus gestorben.
  • Der italienische Gesundheitsminister hat vorgeschlagen, Personen zu „trennen“, die die Krankenhausbehandlung wegen Covid-19 ablehnen.
    (Quelle: The Guardian, 07.07.20)

Hinweise auf Corona-Übertragung in der Luft über mehrere Meter

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht zunehmende Indizien dafür, dass sich das neuartige Coronavirus auch über mehrere Meter hinweg in der Luft übertragen kann. WHO-Expertin Benedetta Allegranzi sprach am Dienstag von möglichen Beweisen für diese These. Sie forderte die Mitgliedstaaten auf, „offen“ für diese Erkenntnisse zu sein – und für „die Vorsichtsmaßnahmen, die getroffen werden müssen“.

Eine Gruppe aus 239 internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern hatte zuvor angesichts der weltweiten Lockerungen bei den Corona-Einschränkungen Alarm geschlagen und auf Studien verwiesen, wonach sich das neuartige Coronavirus auch über einen Abstand von mehr als zwei Metern in der Luft übertragen kann.

In einem am Montag in der Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ veröffentlichten Artikel warnten die Experten davor, dass sich das Virus über „kleine bis mittlere Distanzen“ in der Luft übertragen könne. Diese Distanzen reichten von „mehreren Metern bis zur Größe eines Raums“. Zwar seien häufiges Händewaschen und Abstandsregeln „angemessene“ Maßnahmen, schrieben die Wissenschaftler. Zugleich seien sie aber unzureichend, um ausreichenden Schutz vor Mikrotröpfchen zu gewährleisten, die als Aerosole in der Luft schweben und das Virus in sich tragen können.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Dienstag erneut davor, die Corona-Pandemie zu verharmlosen. „Der Ausbruch beschleunigt sich, und wir haben eindeutig noch nicht den Höhepunkt der Pandemie erreicht“, sagte er. (Quelle: TSP, 07.07.20)


Venedig: Filmfestspiele finden statt

Die Filmfestspiele von Venedig wollen ihr Programm im September lediglich verkleinern und nicht absagen. Statt 55 sollten 50 Filme in die Auswahl kommen, teilten die Organisatoren der 77. Ausgabe des Festivals mit. Gezeigt werden sollen die Werke in den traditionellen Veranstaltungsorten, aber auch in zwei Außenanlagen.

Die Spiele sind vom 2. bis zum 12. September geplant. Wird der Zeitplan eingehalten, wäre es das erste große Filmfestival, seit die Corona-Pandemie die gesamte Branche praktisch zum Erliegen gebracht hat. Die Filmfestspiele könnten eine optimistische Botschaft an die Welt des Kinos aussenden, „die sehr unter dieser Krise gelitten hat“, sagte Festivaldirektor Alberto Barbera. (Quelle: Tagesschau, 07.07.20)


Serbien kehrt zu Ausgangssperre zurück

Nach einer deutlichen Zunahme der Infektionen hat Serbiens Präsident Aleksandar Vucic die Wiedereinführung einer Ausgangssperre angekündigt. Die Lage besonders in der Hauptstadt Belgrad sei „alarmierend“ und „kritisch“, sagte Vucic. Die Krankenhäuser nährten sich ihren Kapazitätsgrenzen. In Kraft treten solle die Ausgangssperre am Freitag, erklärte Vucic, ohne Zeitraum und Umfang zu nennen.

Nach einem der striktesten Lockdowns in ganz Europa hatte Serbien die Beschränkungen fast komplett wieder aufgehoben. Fußball- und Tennisspiele fanden wieder vor vollen Rängen statt, Nachtclubs und Bars waren wieder geöffnet. Vergangene Woche wurde dann in Belgrad zunächst eine nächtliche Schließung dieser Lokale verordnet. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden in den 24 Stunden zuvor 299 neue Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 bestätigt. 13 Menschen starben. Seit dem Beginn der Pandemie zählte Serbien 330 Corona-Tote. (Quelle: Tagesschau, 07.07.20)


WHO-Experten sollen in China Virusherkunft untersuchen

Die Weltgesundheitsorganisation schickt am Wochenende Experten nach China, um die Herkunft des neuartigen Coronavirus zu untersuchen. Die geplante Studie soll insbesondere klären, wie das Virus von Tieren auf den Menschen übergesprungen sei. WHO-Experte Mike Ryan sagt, die Untersuchung solle in der zentralchinesischen Stadt Wuhan beginnen, die als Ausgangspunkt der Pandemie gilt. (Quelle: ARD, 07.07.20)


Lufthansa beschließt weitere Einsparungen in der Corona-Krise

Nach Vereinbarung des staatlichen Rettungspakets hat die Lufthansa weitere Einsparungen beschlossen. So soll die Anzahl der Führungsposten etwa durch eine Verkleinerung von Leitungsgremien der Tochterunternehmen um 20 Prozent reduziert werden. Das teilte das Unternehmen am Dienstag mit. In der Verwaltung werden zudem 1000 Stellen gestrichen. Die schon angekündigte Flottenverkleinerung werde umgesetzt.

Bis 2023 werde das Investitionsvolumen für Neuanschaffungen halbiert. Zu dem Kostensenkungsplan gehört auch, dass die Kernmarke Lufthansa eine eigenständige Gesellschaft werden soll. Die Lufthansa musste wegen des Geschäftseinbruchs infolge der Pandemie mit einem neun Milliarden Euro schweren staatlichen Finanzpaket vor der Pleite bewahrt werden. (Quelle: Reuters, 07.07.20)



Euskirchen: 500 Freikirchen-Mitglieder in Quarantäne

Rund 500 Mitglieder einer freikirchlichen Gemeinde in Euskirchen sind in Quarantäne. Zuvor war festgestellt worden, dass eine 12-köpfige Familie, die Mitglied der evangelischen Freikirche ist, mit dem Virus infiziert ist. Nach Angaben des Kreis-Gesundheitsamts sollen alle Mitglieder der Mennoniten-Gemeinde noch diese Woche getestet werden.

Zunächst sei die Mutter mit Krankheitssymptomen ins Krankenhaus gekommen und positiv getestet worden, sagte Behördensprecher Wolfgang Andres. Bei der weiteren Testung habe sich gezeigt, dass die ganze Familie mit dem Virus infiziert sei. „Die Kinder sind vorher noch in die Schule gegangen, in die eigene Schule der Mennoniten. Und die Familie ist wohl auch noch in den Gottesdienst in das Bethaus der Mennoniten gegangen“, sagte Andres. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Virus verbreitet worden sei. (Quelle: WDR, TSP, 07.07.20)


Uni Bielefeld mit neuem, schnellen Testverfahren: Nur 16 Minuten

Ein Forscher-Team der Universität Bielefeld hat ein neues Verfahren erprobt, das Corona-Tests schneller und im großen Umfang möglich machen soll. Da Tests auf Sars-CoV-2 und deren Auswertung aktuell mehr als zwei Stunden dauerten, könne ein Labor pro Tag nur eine sehr begrenzte Zahl durchführen, erklärte die Hochschule. Das Bielefelder Verfahren liefere dagegen ein zehnmal schnelleres Ergebnis. „Der Test dauert nur rund 16 Minuten“, sagte Christian Kaltschmidt vom Lehrstuhl für Zellbiologie. Die Methode sei zudem kostengünstig.

Vereinfacht gesagt werden dazu genetische Überreste des Virus – die sich bei Infizierten in Abstrichen aus Nase oder Rachen finden lassen – in einem technischen Verfahren vervielfältigt. So lassen sie sich leichter nachweisen. Pro Stunde seien rund 570 Auswertungen möglich, hieß es. (Quelle: Tagesschau, 07.07.20)


Iran meldet 200 weitere Tote in 24 Stunden

Im Iran sind nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden 200 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben – so viele wie nie zuvor an einem Tag. Insgesamt sei die Zahl der Todesfälle auf 11.931 gestiegen, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen sei auf 245.688 geklettert. Gesundheitsminister Saeid Namaki gab eine deutliche Warnung aus: „Wenn das so weitergeht, gehen wir k.o“, sagte er. Ziel sei es gewesen, die Zahl der Corona-Toten pro Tag unter 30 zu halten. Nun liege der Wert bei mehr als dem Sechsfachen.

Nach einem zwischenzeitlichen Rückgang der erfassten Infektionen Ende Mai hatte der Iran die Anti-Corona-Maßnahmen gelockert und fast allen Branchen die Arbeit wieder erlaubt. Nach Ansicht von Experten haben jedoch gerade diese Lockerungen dazu geführt, dass nur noch etwa zehn Prozent der Bevölkerung die Hygienevorschriften ernst nahmen. (Quelle: ARD, 07.07.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 07.07.2020, 10.00 Uhr

Das Gesundheitsamt des Landkreises meldet seit gestern eine zusätzliche Corona-Infektion. Nach den neuen Zahlen sind im Emsland aktuell jetzt 11 (+1) Menschen infiziert.  Es gibt keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient, berechnet auf 100.000 Einwohner, liegt bei 145,5. Ca. 110  Emsländer*innen (+ 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne. In Lingen (Ems) gibt es keine aktiven Erkrankungen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 35 31 1 3
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 14 7 0 7
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 15 14 0 1
 Gesamt* 473 (+1) 437 (+/-0) 25 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle  11

(07.07.20)


Überblick am Mittag

  • Melbourne wird nach einer Rekordzunahme an Infektionen wieder in die Lockdown-Phase der Stufe 3 eintreten. Daniel Andrews, Ministerpräsident des australischen Bundesstaates sagte, es gebe „einfach keine Alternative“, die allgemeine Quarantäne zu Hause in Australiens zweitgrößter Stadt wieder einzuführen.
  • In Mumbai wurden gleich vier neue Coronavirus-Krankenhäuser eröffnet, nachdem die Zahl der Todesopfer in Indien über 20.000 gestiegen war. Gebäude einschließlich Schulen sowie ein Stadion wurden entsprechend umgebaut.
  • Die Coronavirus-Infektionen in Russland sind auf 694.230 gestiegen. Am Dienstag teilte das Coronavirus-Krisenzentrum des Landes mit, dass in den letzten 24 Stunden 6.368 neue Fälle registriert wurden. Russland hat weltweit die vierthöchste Fallzahl.
    (Quelle: The Guardian, 07i07.20)

Spanien gedenkt seiner CoViD-19-Toten

Mit einem bewegenden Trauergottesdienst hat Spanien die knapp 28.400 Todesopfer der Corona-Pandemie geehrt. An der Messe in der Madrider Almudena-Kathedrale nahmen am späten Abend unter anderem König Felipe VI., Königin Letizia, Kronprinzessin Leonor (14) und Infantin Sofía (13) teil. Sie trugen wie alle anderen rund 400 Teilnehmer Schutzmasken. Unter den Besuchern waren neben ranghohen Politikern auch rund 70 Hinterbliebene der Opfer sowie zahlreiche Vertreter des spanischen Gesundheitspersonals, das sich in der Krise aufopferungsvoll um die Corona-Kranken gekümmert hatte. Viele Tausend Ärzte und Pfleger infizierten sich mit dem Virus und starben. (Quelle: Tagesschau, 0707.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Indien meldete am Dienstag 467 neue Todesfälle. Die Zahl der Corona-Toten erreichte damit 20.160. Es wurden auch 22.252 Neuinfektionen registriert, was die Gesamtzahl auf 719.665 erhöht. Indien hatte am Montag Russland als drittgrößtes Land der Welt hinter den USA und Brasilien überholt.
  • Flüge nach Neuseeland werden begrenzt. So versucht die Regierung, den Druck auf ihr Quarantäneregime zu verringern – internationale Ankünfte werden 14 Tage lang unter Quarantäne gestellt, um sicherzustellen, dass Covid-19 sich nicht weiter verbreitet. Die Regierung von Jacinda Ardern hat mit Air New Zealand einen Vertrag geschlossen, um so die Anzahl der für internationale Ankünfte verfügbaren Plätze zu begrenzen, da die obligatorischen Isolationseinrichtungen überbelastet sind.
  • In Australien verzeichnet der Bundesstaat Victoria 191 neue Coronavirus-Fälle und kämpft gegen de sich verschlechternden Ausbruch des Coronavirus. Über Nacht wurden 191 neue Fälle bestätigt, was deutlich über der gestrigen Rekordzahl von 127 Fällen lag.
  • Die US-amerikanische Coronavirus-Fälle belaufen sich jetzt auf nahezu 3 Millionen. 2.911.888 wurden von der Johns-Hopkins-Universität (Baltimore) bestätigt. Die Zahl der Todesopfer des Landes lag am Montagabend (Ortszeit) bei 130.000, nachdem eine massive Infektionszunahme neuer Fälle die Bemühungen um einen Neustart der Wirtschaft zum Scheitern gebracht hatte. Trotzdem behauptete das Weiße Haus am Montag, die USA seien „führend“ im weltweiten Kampf gegen das Coronavirus, obwohl in den USA mit über 55.000 die weltweit höchste Anzahl neuer täglicher Fälle gemeldet wurde.
  • In Brasilien sagte Präsident Jair Bolsonaro am Montagabend, er habe sich einem weiteren Test für das neuartige Coronavirus unterzogen, nachdem lokale Medien berichtet hatten, er habe Symptome im Zusammenhang mit der dadurch verursachten Covid-19-Atemwegserkrankung. Die Ergebnisse sind noch nicht verfügbar.
  • Der britische Premier Boris Johnson beschuldigt die Pflegeheime im Land wegen der hohen Zahl von Covid-19-Todesopfern. Pflegeführer, Gewerkschaften und Abgeordnete kritisierten die Aussagen, nachdem Johnson die Pflegeheime in Großbritannien beschuldigt hatte, in der Coronavirus-Krise die ordnungsgemäßen Schutzmaßnahmen nicht eingehalten zu haben. Der Premierminister will die Verantwortung für die hohe Zahl der Todesopfer offenbar verlagern.
  • Etwa 15 % der Menschen in Großbritannien würde die Covid-19-Impfstoff-Umfrage ablehnen, sofern einer verfügbar wäre, und eine ähnliche Anzahl ist sich laut einer Umfrage nicht sicher, ob er sich impfen lassen will. Die Ergebnisse sind offenbar auf einen deutlichen Anstieg der Stimmung gegen Impfungen in den sozialen Medien zurückzuführen und stellen eine Bedrohung für die Bemühungen zur Eindämmung der Krankheit dar.
  • In Südafrika haben die Coronavirus-Fälle die Zahl von 200.000 überschritten, die höchste Summe in Afrika. Laut Johns-Hopkins-Universität (Baltimore), die sich auf offizielle Regierungsdaten stützt, gibt es derzeit 205.721 Fälle und 3.310 Corona-Tote in Südafrika. Damit ist es das 15. am schlimmsten betroffene Land weltweit.
  • In Kenia hat Präsident Uhuru Kenyatta am Montag eine „schrittweise Wiedereröffnung“ des Landes angekündigt. Die internationalen Flüge sollen ab dem 1. August wieder aufgenommen werden und auch die internen Reisebeschränkungen werden gelockert .
  • Die Demokratische Republik Kongo verlängerte am Montag ihren Coronavirus-Gesundheitsnotstand um weitere 15 Tage. Es ist seit März die sechste Verlängerung, wobei einige Parlamentsabgeordnete Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Wirtschaft äußerten.
  • Die Bürgermeisterin von Atlanta, Keisha Lance Bottoms, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bottoms gab dies am Montag bekannt. Die 50-jährige Demokratin gehört zu den Frauen, die als potenzielle Vizepräsidentin für den mutmaßlichen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden genannt werden.
  • In China meldete die Stadt Peking keine neuen Coronavirus-Fälle. Ganz China meldete am 6. Juli acht neue Coronavirus-Fälle auf dem Festland, gegenüber vier am Tag zuvor, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Alle Neuinfektionen waren Fälle, bei denen Reisende aus dem Ausland nach China kamen.
  • Chinas Sinovac Biotech startete am Montag mit Phase-III-Studien seines potenziellen Coronavirus-Impfstoffs in Brasilien und ist damit eines von drei Unternehmen, die sich in einem fortgeschrittenen Teststadium des Wettlaufs um die Entwicklung eines Impfstoffs gegen die Krankheit befinden.
  • Israel hat nach einem starken Anstieg von Infizierungen bestimmte Einschränkungen wieder eingeführt, um eine umfassendere Sperrung zu vermeiden, die die Wirtschaft überlasten dürfte. Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios und Veranstaltungsräume wurden geschlossen.
    (Quelle: The Guardian, 0707.20)

Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 390 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit waren seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.944 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 7.7., 0.00 Uhr). 9.024 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland, acht mehr im Vergleich zum Vortag.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,97 (Vortag: 0,96). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel in etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (Quelle: RKI, 07.07.20)


Enschede (NL): 6 Studenten infiziert

Sechs Studenten der Universität Twente sind mit dem Coronavirus infiziert. Alle bewohnten das Campus053, auch als Hogekamp-Gebäude bekannt.

Das lokale Gesndheitsamt GGD hat Maßnahmen empfohlen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die infizierten Personen sind isoliert. Direkte Kontaktpersonen wurden informiert, sie unterliegen Quarantänemaßnahmen.

Gegenwärtig liegt der Schwerpunkt des GGD wie in den gesamten Niederlanden darauf, die Einwohner von Twente so weit wie möglich zu testen und Quellen- und Kontaktrecherchen durchzuführen.

Mit der erfolgten Lockerung der Maßnahmen besteht auch die reale Chance, dass sich örtliche Infektionscluster entwickeln. „Ist Ihnen klar, dass es noch nicht vorbei ist? Halten Sie sich an die Coronama-Regeln, um das Virus einzudämmen“, kommentierte Astrid Boudrie (GGD  Twente). (Quelle: rtvoost.nl , 07.07.20)


Nordwesten: Luftfahrt-Zulieferer streicht 1800 Stellen

In der vergangenen Woche hat Flugzeugbauer Airbus als Folge der Corona-Krise und des damit verbundenen Umsatzeinbruchs einen massiven Stellenabbau angekündigt. Nun setzt sich der Dominoeffekt in der Branche fort: Bei dem Zulieferer Premium Aerotec sind allein in Niedersachsen und Bremen 1.800 Arbeitsplätze in Gefahr, davon 1.100 in Nordenham (Landkreis Wesermarsch), 560 in Varel (Landkreis Friesland) sowie 160 in Bremen. Das Unternehmen mit Sitz in Augsburg hat die Zahlen am Montag bekannt gegeben. Es will mit dem Betriebsrat über einen Sozialplan sprechen. (Quelle: NDR, 07.07.20)


Ägypten-Zahlen

Ägypten hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums 969 neue Fälle gemeldet, der erste Rückgang unter 1.000, der seit dem 27. Mai täglich registriert wurde. Insgesamt wurden 76.222 Infektionsfälle und 3.422 Todesfälle gemeldet, darunter allein 79 Todesfälle am Montag, teilte das Ministerium mit.

Ägypten hat letzte Woche wieder Urlaubsresorts für ausländische Touristen eröffnet, nachdem der Tourismus im März aufgrund von Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie eingestellt worden war. Ägypten stand andererseits aber nicht auf einer ersten „sicheren Liste“ von 14 Ländern für die Zulassung nicht wesentlicher Reisen in die EU, die letzte Woche angekündigt wurde.

Nach Angaben der Regierung macht der Tourismus 5% der ägyptischen Wirtschaftsleistung aus. Analysten rechnen jedoch mit bis zu 15%, wenn Arbeitsplätze einbezogen werden, die indirekt mit dem Sektor zusammenhängen. (Quelle: The Guardian, 07.07.20)


Corona-Botschaft am Himmel von Seoul

Hunderte von Drohnen haben in der Nacht den Himmel über der südkoreanischen Hauptstadt Seoul erleuchtet. Sie vermitteln Botschaften zum richtigen Verhalten in der Corona-Krise.

(Quelle: Tagesspiegel, 06.07.20)


Brasilien-Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden 20.229 zusätzliche Corona-Fälle und 620 weitere Todesfälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium des Landes mit. Die Nation hat jetzt insgesamt 1.623.284 Infektionsfälle und 65.487 Todesfälle registriert, die auf das Virus zurückzuführen sind. (Quelle Reuters, 07.07.20)


Jetzt: Werder-Fans feiern Klassenerhalt

(Quelle: Radio Bremen, 06.07.20)


Gouverneur des US-Bundesstaats New York kritisiert Präsident

New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat US-Präsident Donald Trump in der Corona-Krise erneut scharf kritisiert. Indem er in der Öffentlichkeit keine Maske trage und die von der Pandemie ausgehende Gefahr nicht anerkenne, „ermögliche“ und „ermächtige“ Trump die Verbreitung des Virus, sagte Cuomo bei einer Pressekonferenz. „Wir sind nicht die Vereinigten Staaten der Leugnung.“

Der Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern war von der Coronavirus-Pandemie schwer getroffen worden. Knapp 400.000 Infektionen mit dem Virus wurden bisher bestätigt, rund 30 000 Menschen sind nach einer Infektion gestorben – etwa zwei Drittel davon in der Stadt New York. Die Fallzahlen sanken nach strengen Beschränkungen und Hygieneregeln in den vergangenen Wochen jedoch deutlich – während in vielen anderen Bundesstaaten die Zahlen steigen.

US-Präsident Trump spielt die von der Zuspitzung der Pandemie ausgehende Bedrohung unterdessen weiterhin herunter. Die Sterblichkeitsrate sei dramatisch gefallen, schrieb er auf Twitter.

(Quelle: ARD, 06.07.20)


Coronavirus-Pandemie behindert Versorgung von HIV-Patienten

Die Coronavirus-Pandemie hat nach Angaben der WHO zu Engpässen bei der Versorgung von HIV-Infizierten mit lebenswichtigen Medikamenten geführt. Mehr als einem Drittel aller Länder weltweit drohten die Arzneien auszugehen, teilt die WHO mit. Welche Staaten dies sind, gab die WHO zunächst nicht bekannt.

Grund sind laut WHO Produktions- und Lieferverzögerungen sowie mangelnder Zugang zu Gesundheitseinrichtungen. Weltweit sind rund 38 Millionen Menschen HIV-positiv, geheilt werden können sie nicht. Sogenannte antiretrovirale Medikamente können aber den Ausbruch von AIDS und eine Ansteckung anderer verhindern. (Quelle: ZDF, 06.07.20)


Fauci: Lage in den USA „wirklich nicht gut“

Einer der führenden Gesundheitsexperten der USA hat sich angesichts des raschen Anstiegs der Corona-Neuinfektionen im Süden und Westen des Landes besorgt gezeigt. Die gegenwärtige Lage sei „wirklich nicht gut“ und erfordere sofortiges Handeln, sagte der Immunologe Anthony Fauci in einem Live-Chat. Die USA hätten die Pandemie nie unter Kontrolle gebracht und steckten daher immer noch tief in der ersten Welle des Virus. Die Wiederöffnung der Wirtschaft und die nötigen Maßnahmen zur Eindämmung des Virus dürften nicht als Widerspruch gesehen werden, mahnte Fauci.

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist seit Mitte Juni infolge der Lockerung der Corona-Auflagen stetig angestiegen. Seit einer Woche melden US-Behörden fast 50.000 Neuinfektionen pro Tag, vor allem aus den Bundesstaaten Florida, Texas, Georgia, Arizona und Kalifornien. Bislang sind in den USA 130.000 Menschen an Covid-19 gestorben.

Fauci ist der Direktor des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten und ein Mitglied der Corona-Taskforce des Weißen Hauses. Vergangene Woche hatte er bei einer Anhörung im Kongress gewarnt, ohne entschlossenes Gegensteuern könne die Zahl der Neuinfektionen pro Tag in den USA bald auf bis zu 100.000 steigen. US-Präsident Donald Trump spielte die von der Zuspitzung der Pandemie ausgehende Bedrohung weiterhin herunter: Am Wochenende hatte er zum Entsetzen von Medizinern behauptet, 99 Prozent der Infektionen verliefen „völlig harmlos“. (Quelle: Tagesschau, 06.07.20)



Wieder positive Fälle in Griechenland

Zum ersten Mal seit Wochen sind in Griechenland wieder mehrere Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Insgesamt wurden 43 Fälle registriert, vor allem Touristen – unter ihnen allein 20 Serben. Griechenland hat seit Montagmorgen wegen erhöhter Coronavirusinfektionen in Serbien seine Grenzen für Reisende von dort geschlossen.

Die meisten Fälle wurden an der Grenze zu Bulgarien registriert. Seit dem 1. Juli sind nach Schätzungen griechischer Medien mehr als 100.000 Urlauber über den dortigen Grenzübergang Promachonas/Kulata nach Griechenland gekommen. (Quelle: ARD, 06.07.20)


Gesundheitsminister: Maskenpflicht bleibt bestehen

Die Maskenpflicht im Kampf gegen die Corona-Krise wird in Deutschland vorerst weiter gelten, auch im Einzelhandel. Die 16 Gesundheitsminister der Länder einigten sich darauf, die Maskenpflicht aktuell nicht aufzuheben. Nach einer Schaltkonferenz mit Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hieß es aus Kreisen der Ressortchefs zur Begründung, es dürfe nicht der falsche Eindruck entstehen, die Pandemie wäre vorbei. D

ie Debatte über ein baldiges Ende der Corona-bedingten Maskenpflicht im Handel war am Wochenende ins Rollen geraten, nachdem sich Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) in der „Welt am Sonntag“ für einen solchen Schritt in seinem Land ausgesprochen hatte. Dafür bekam Glawe viel Gegenwind, unter anderem von Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Inzwischen hat Glawe erklärt, vor dem 4. August geschähe nichts. (Quelle: NDR, 06.07.20)



Brutaler Angriff auf Busfahrer schockiert Frankreich

Weil er einer Gruppe ohne Schutzmasken die Mitfahrt verwehrt haben soll, ist ein Busfahrer in Südfrankreich attackiert worden. Der Mann sei hirntot, berichten mehrere Der attackierte 50jährige Busfahrer hatte offenbar Menschen ohne Schutzmaske zurückgewiesen . Inzwischen herrscht nach dem Übergriff auf den Busfahrer landesweit Entsetzen. Der 50-Jährige sei bei der Attacke im Südwesten des Landes lebensgefährlich verletzt worden und inzwischen hirntot, berichteten mehrere Medien.

Der Bus fuhr demnach für einen Transportverbund in der ländlichen Region im Département Pyrénées-Atlantiques. Der Fahrer hatte den Berichten zufolge im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne am Sonntagabend vier Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Ein Mann schlug dem Busfahrer den Berichten zufolge daraufhin von hinten heftig auf den Kopf.

Fünf Menschen seien nach der Tat in Polizeigewahrsam genommen worden, berichtete der Radiosender France Bleu in Berufung auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete hingegen unter Berufung auf die Polizei von einem Verdächtigen, der festgenommen worden sei. Weitere würden als flüchtig gelten. (Quelle: Spiegel, 06.07.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Die Zahl der CoViD-19-Todesopfer liegt in den USA nach einer massiven Zunahme neuer Coronafälle bei 130.000, was Donald Trumps Bemühungen um einen Neustart der Wirtschaft zunichte gemacht hat. Die Zahl der Infizierungsfälle erreichte fast drei Millionen, die weltweit höchste Zah und doppelt so hoch wie die Anzahl der Infektionen in dem am zweithäufigsten betroffenen Land Brasilien. Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, sagte, der Präsident „aktiviere“ das Virus geradezu, wenn er die Schwere der Situation nicht anerkenne
  • Israel hat nach einem starken Anstieg der Corona-Fälle bestimmte Restriktionen wieder eingeführt, um einen umfassenden Lockdown zu vermeiden, der die Wirtschaft zerstören könnte. Bars, Nachtclubs, Fitnessstudios und Veranstaltungsräume wurden in Israel erneut geschlossen,  um einem Anstieg der Infektionen entgegenzuwirken. Restaurants, Busse und Synagogen werden auch die Anzahl der Gäste begrenzen.
  • ovid-19-Fälle in Katar übersteigen 100.000, nachdem in den letzten 24 Stunden weitere 546 Fälle verzeichnet wurden. Mit einer Bevölkerung von etwa 2,8 Millionen Menschen hat der Golfstaat eine der weltweit höchsten bestätigten Rate pro Kopf.
  • Die Flüge zwischen Griechenland und Großbritannien werden ab dem 15. Juli wieder aufgenommen. Laut griechischen Regierungsquellen hatten die „stark verbesserten epidemiologischen Daten“ des Vereinigten Königreichs das den Premierminister beratende Wissenschaftskomitee raten lassen, das Verbot aufzuheben, nachdem es zunächst zu Monatsbeginn um zwei Wochen verlängert worden war.
    (Quelle: The Guardian, 06.07.20)

Verwaltungsgericht Schwerin erlaubt Escort-Service

Escort-Damen dürfen in Mecklenburg-Vorpommern Kunden treffen, wenn sie dies bei ihnen zu Hause oder in Hotels tun. Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Schwerin entsprach weitgehend dem entsprechenden Eilantrag einer Prostituierten, wie es am Montag mitteilte (Az. 7 B 1100/20 SN). Die Frau wollte gerichtlich feststellen lassen, dass die von ihr beabsichtigte Wiederaufnahme ihrer seit März 2020 ruhenden Tätigkeit zulässig sei.

Dabei geht es laut Gericht um entgeltliche sexuelle Dienstleistungen außerhalb von Bordellen und „unter Beachtung der geltenden Abstands- und Hygieneregelungen“. Die von der Landesregierung erlassene Verordnung zum Schutz gegen Corona-Infektionen in der Fassung vom 23. Juni untersage diese Art der Berufstätigkeit nicht, urteilte das Gericht. Das Gesundheitsministerium in Schwerin habe allerdings Beschwerde eingelegt, so dass der Beschluss des Verwaltungsgerichts noch nicht rechtskräftig sei und sich nun das Oberverwaltungsgericht in Greifswald mit dem Fall befasse. (Quelle: NDR, 06.07.20)


Osnabrück: Keine Einschränkungen mehr für Gütersloher*innen

Nach der Aufhebung der strengen Auflagen zur Eindämmung des Coronavirus im Kreis Gütersloh (Nordrhein-Westfalen) sind auch die Beschränkungen für dessen Einwohner in Stadt und Kreis Osnabrück aufgehoben worden.

Das Oberverwaltungsgericht Münster kippte am Montag die von der nordrhein-westfälischen Landesregierung verfügten Einschränkungen – Stadt und Kreis Osnabrück hoben daraufhin die entsprechende Allgemeinverfügung zum Dienstag auf. Dort war vor rund zwei Wochen angeordnet worden, dass für Menschen aus Gütersloh und Warendorf deckungsgleich alle Vorschriften gelten, die Nordrhein-Westfalen für diese Regionen festgesetzt hat. (Quelle: NDR, 06.07.20)



Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 06.07.2020, 10.00 Uhr

Das Virus ist noch längst nicht besiegt: Drei zusätzliche Corona-Infektion meldet das Emsland, zwei davon in Sögel. Nach den neuen Zahlen sind im Emsland aktuell jetzt 10 (+3) Menschen infiziert.  Es gibt keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient, berechnet auf 100.000 Einwohner, liegt bei 145,2. Ca. 100  Emsländer*innen (+/- 0) befinden sich in häuslicher Quarantäne. In Lingen(Ems) gibt es keine aktiven Erkrankungen.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 34 (+1) 31 1 2
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 14 (+2) 7 0 7
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 15 14 0 1
 Gesamt* 472 (+3) 437 (+/-0) 25 (+/-0  
Aktuelle Covid-19-Fälle 10


Niedersachsen mit neuen, gelockerten Regeln

In Niedersachsen treten heute weitere Lockerungen der Corona-Regeln in Kraft. Unter anderem wird die Teilnehmergrenze für Veranstaltungen von 250 auf 500 Personen heraufgesetzt. Voraussetzungen bleiben allerdings ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu anderen Gästen, feste Sitzplätze und in geschlossenen Räumen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Neu ist, dass die Masken am Sitzplatz abgelegt werden dürfen. Dadurch soll zum Beispiel Kinos der Verkauf von Popcorn, Getränken und Eis möglich gemacht werden. Die Zehn-Personen-Regel, nach der maximal zehn Menschen ohne Einhaltung des Mindestabstands zusammen unterwegs sein dürfen, wird auf touristische Schifffahrten, Kutschfahrten und Stadtführungen ausgeweitet.

Bis zu 30 Fußballer können nun wieder ohne Mindestabstand trainieren. Außerdem sind Kontaktsportarten wie Fußball oder Handball ab sofort wieder in voller Mannschaftsstärke möglich. Die neue Verordnung erlaubt Sport „in festen Kleingruppen“ von nicht mehr als 30 Personen. Das bezieht sich auf den Trainingsbetrieb. Dort fällt auch der Mindestabstand weg, enge Manndeckung und Grätschen sind also erlaubt. Um ggf.  Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen die Kontaktdaten aller Sportler erfasst werden. Weiterhin untersagt bleiben jedoch Spiele gegen Teams anderer Vereine. Zuschauer sind beim Breitensport im Freien zugelassen, sofern sie eineinhalb Meter Abstand zu Menschen aus einem anderen Hausstand halten.

Auch die Vorgaben für die private Kinderbetreuung sind vereinfacht. Künftig dürfen die maximal fünf Kinder in einer Gruppe aus mehr als drei verschiedenen Haushalten stammen. Außerdem kann ein ausscheidendes Kind durch ein anderes ersetzt werden. Zeitliche Einschränkungen – auf Tagesabschnitte und maximal über drei Monate – gelten dagegen vorerst weiter.

Im Tourismus-Bereich können Hotels und sonstige Unterkünfte ab sofort wieder Gäste aus dem kürzlich stark von Corona-Infektionen betroffenen Landkreis Warendorf aufnehmen. Die dortigen Corona-Zahlen hätten sich sehr positiv entwickelt, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Für Bewohner des ebenfalls betroffenen Landkreises Gütersloh gilt das Beherbergungsverbot in dieser Woche allerdings weiter.

Eine „vereinfachte Neufassung“ der in Niedersachsen außerordentlich komplizierten Corona-Verordnung will das Gesundheitsministerium in Hannover am kommenden Freitag vorlegen. Welche Lockerungen dann zusätzlich  im Raum stehen, wurde allerdings noch nicht mitgeteilt. Ursprünglich sollte das deutlich kompaktere Regelwerk bereits in der vergangenen Woche präsentiert werden. Weil der Entwurf dafür aber immer noch 34 Seiten umfasste, wurde das Vorhaben um eine Woche verschoben. (Quelle: NDR, 06.07.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es weltweit 11.419.638 bestätigte Coronavirus-Fälle; die Zahl der Infektionen steigt weiterhin um etwa 1 Mio. pro Woche. Es gibt 15 Länder mit jeweils mehr als 200.000 bekannten Fällen.
  • Der australische Bundesstaat Victoria verzeichnete jetzt den größten Anstieg der Fälle in der Corona-Krise. Am Montag wurden 127 Fälle gemeldet. Der Ministerpräsident gab zeitgleich bekannt, dass die Grenze zum benachbarten New South Wales, Australiens bevölkerungsreichstem Bundesstaat, am Dienstag ab Mitternacht geschlossen werde. Es  ist das erste Mal seit 100 Jahren, dass die Grenze zwischen den beiden Bundesstaaten geschlossen wird.
  • Indien verzeichnete am Sonntag eine tägliche Rekordzahl an Coronavirus-Fällen. Das Gesundheitsministerium meldete innerhalb von 24 Stunden knapp 25.000 Fälle und 613 Todesfälle – der größte tägliche Anstieg seit dem ersten Fall Ende Januar.
  • Der Iran erleidet einen traurigen Rekord. Die jüngsten Zahlen, die das iranische Gesundheitsministerium am Sonntag veröffentlichte, zeigen, dass in den letzten 24 Stunden 163 Menschen gestorben sind, mehr als jede tägliche Zahl im Land im Verlauf der Pandemie.
  • Peru übersprang am Sonntag 300.000 bestätigte Fälle von Covid-19; das ist der fünfthöchste der Welt. Gleichzeitig lockert die Andennation mit nur rund 33 Millionen Einwohnern langsam die Restriktionen, um ihre angeschlagene Wirtschaft anzukurbeln. Die Zahl der CoViD-19-Todesopfer liegt jetzt bei 10.589. Das ist der zehnthöchste Wert au der Welt.
  • Die US-amerikanischen Zentren für Kontrolle und Prävention von Krankheiten (CDC) meldeten am Sonntag mit 52.228 neuen Coronavirus-Fälle erneut hohe Infektionszahlen; die Zahl der Todesfälle stieg um 271 auf 129.576.
  • Die mexikanischen Gesundheitsbehörden berichteten, dass am Sonntag 4.683 Corona-Neuinfektionen bestätigt wurden, was einer Gesamtzahl von 256.848 und 273 weiteren Todesfällen von insgesamt 30.639 entspricht. Regierungsmitglieder haben allerdings wiederholt erklärt, dass die tatsächliche Anzahl der Infektionen und der damit verbundenen Todesfälle sehr wahrscheinlich erheblich höher ist.
  • Die Gouverneurin von Tokio, Yuriko Koike, hat die Regionalwahlen gewonnen. Grund war auch die öffentliche Unterstützung für ihren Umgang mit der Coronavirus-Krise – trotz eines jüngsten Anstiegs der Infektionen, der Bedenken hinsichtlich eines erneuten Auftretens der Krankheit aufwirft.
  • Saudi-Arabien kündigte weitere Einschränkungen an, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus in der traditionellen Hadsch-Wallfahrt zu verhindern, und verbot Versammlungen und Treffen der Pilger, teilte die staatliche Nachrichtenagentur am Montag mit.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat ein lang erwarteten Coronavirus-Rettungspaket angekündigt, das von der Regierung als die größte einmalige Investition in die britische Kultur bezeichnet wird. 1,57 Mrd. GBP sollen in den bedrängten britischen Kunst- und Kulturerbesektor fließen.
  • Asiatische Aktien erreichten zu Handelsbeginn am Montag einen 4-Monats-Höchststand, weil die Anleger angesichts anlagefreundlicher Rahmenbedingungen damit rechnen, dass sich die Weltwirtschaft erholt, selbst wenn die zunehmenden Fälle von Coronaviren dies in den USA verzögern wird.
  • Es ist nicht klar, ob in den USA der Wahlkonvent der republikanischen Partei  im kommenden Monat in Jacksonville stattfinden kann, sagte ein hochrangiger Gesundheitsbeamter der Regierung von US-Präsident Donald Trump, da im Bundesstaat Florida eine Rekordzahl von Coronavirus-Fällen gemeldet ist.
  • Griechenland hat angekündigt, serbischen Touristen morgen ab 6 Uhr die Einreise zu verbieten. Das Verbot, das mindestens bis zum 15. Juli andauern soll, folgt einem Anstieg der Coronavirus-Inzidenz im Balkanstaat.
  • Kasachstan hat am Sonntag eine zweite Runde landesweiter Beschränkungen verhängt, die mindestens zwei Wochen dauern sollen, um dem enormen Anstieg der Coronavirus-Fälle seit dem ersten Lockdown entgegenzuwirken, die das Gesundheitssystem des Landes überfordert. In den letzten Tagen waren wiederholt auch infizierte Spätaussiedler au dem zentralasiatischen Land in Deutschland eingetroffen.
  • Brasilien hat in den letzten 24 Stunden weitere 26.051 neue bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus sowie 602 Todesfälle registriert, was die kumulierten Todesfälle auf insgesamt 64.867 erhöht.
  • Indien hat die geplante Wiedereröffnung des Taj Mahal abgesgt und als Grund auf das Risiko einer Ausbreitung neuer Coronavirus-Infektionen in der Stadt Agra durch Besucher angeführt; die Infektionen des Landes nehmen mit immer schnelleren Tempo zu.
  • Dutzende von Militärmedizinern werden seit Sonntag eingesetzt, um die Coronavirus-Pandemie in der südafrikanischen Provinz Eastern Cape, der drittgrößten Region des Landes, zu bekämpfen.
    (quelle: The Guardian, 06.07.20)

Ifo-Institut: Jedes fünfte Unternehmen bedroht

Ein gutes Fünftel der deutschen Unternehmen sieht einer Umfrage des ifo-Instituts zufolge sein Überleben durch die Corona-Krise gefährdet. 21 Prozent der befragten Firmen hätten die Beeinträchtigungen durch die Pandemie im Juni als existenzbedrohend bezeichnet. „In den kommenden Monaten könnte sich eine Insolvenzwelle anbahnen“, warnte ifo-Forscher Stefan Sauer.

Das betreffe vor allem die Dienstleister, von denen sich 27 Prozent als gefährdet eingestuft hätten. Im Handel seien es 18 Prozent, in der Industrie 17 und auf dem Bau nur zwei Prozent gewesen. Besonders schwierig beurteilten Reisebüros und Reiseveranstalter die Lage, von denen 85 Prozent ihre Existenz bedroht sehen. Bei den Hotels seien es 76 Prozent und bei den Gaststätten 67 Prozent gewesen. Aber auch 55 Prozent der Kreativen, Künstler und Unterhalter sorgten sich um ihre Zukunft. (Quelle: ARD, 06.07.20)


Indien vor Russland: Dritthöchsten Anzahl von Coronavirus-Fällen weltweit

Laut Johns-Hopkins-Universität hat Indien am Wochenbeginn Russland überholt und liegt jetzt das Land der Welt, gemessen an der Anzahl der Coronavirus-Fälle, das auf Platz drei liegt. Der Subkontinent hat 697.413 bekannte Coronavirus-Fälle; 19.693 infizierte sind tot. Russland hatte bisher offiziell 680.283 Fälle und 10.145 Todesfälle gemeldet.

Die USA stehen weiterhin mit fast 3 Millionen Infektionen an der Spitze, Brasilien mit 1,6 Millionen Infektionen an zweiter Stelle. (Quelle: The Guardian, 06.07.20)


Mehr Alkohol

Der Alkoholkonsum ist bei rund einem Drittel der Erwachsenen in Deutschland seit der Coronakrise gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) in Mannheim in Kooperation mit dem Klinikum Nürnberg durchgeführt hat. 35,5 Prozent der mehr als 3000 an der Studie Teilnehmenden gaben bei der anonymen Online-Umfrage an, während der Pandemie mehr oder viel mehr Alkohol getrunken zu haben als zuvor.

Die Erhebung ist nicht repräsentativ, liefert aber erste Erkenntnisse über die Konsumgewohnheiten während der coronabedingten Ausgangsbeschränkungen. Die Bundesregierung hatte jüngst in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion auf die Studie verwiesen. Das ZI in Mannheim ist eine Stiftung des öffentlichen Rechts des Landes Baden-Württemberg. (Quelle: Tagesschau, 06.07.20)


Deutschland-Zahlen

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge 219 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise mindestens 196.554 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI am Montagmorgen meldete. 9.016 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von vier im Vergleich zum Vortag. Etwa 182.200 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 06.07.20)


Brasilien-Zahlen

Brasilien hat in den letzten 24 Stunden 26.051 neue bestätigte Fälle des neuartigen Coronavirus sowie 602 Todesfälle registriert, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit.

Brasilien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 1,6 Millionen Fälle registriert, während nach Angaben des Ministeriums insgesamt 64.867 Todesfälle zu verzeichnen waren. (Quelle: The Guardian, 06.07.20)


Kanada ruft Militärflugzeug nach Lettland zurück

Ein kanadisches Militärflugzeug, das zu einer NATO-Mission nach Lettland fliegen wollte, musste umdrehen, nachdem die Letten Angst hatten, die Soldaten an Bord seien mit dem Coronavirusinfiziert. Das teilte teilte das Verteidigungsministerium mit.

Die Entscheidung fiel, nachdem die kanadische Armee erfahren hatte, dass jemand auf der Trenton-Militärbasis in Ontario, wo das Flugzeug am Donnerstag gestartet war, positiv auf Covid-19 getestet hatte. Die betreffende Person hätte mit den 70 Passagieren und Besatzungsmitgliedern im Flugzeug in Kontakt gewesen sein können, sagte sie.

„Die Gesundheit und das Wohlergehen unserer Mitglieder sowie der unserer Verbündeten und Partner in Lettland haben Priorität“, sagte die sprecherin am Sonntag. „Daher wurde die Entscheidung getroffen, das Flugzeug nicht in Lettland zu landen, um das mögliche Risiko einer Ausbreitung der Krankheit zu vermeiden. Die Soldaten werden jetzt zunächst 14 Tage lang auf der Basis von Trenton unter Quarantäne gestellt, bevor sie ggf. wieder losfliegen werden,“ fügte Lamirande hinzu.

Kanada hat ungefähr 540 Soldaten in Lettland stationiert, wo die nordamerikanische Nation seit 2017 eine NATO-Kampfgruppe anführt. (Quelle: The Guardian, 06.07.20)


Corona-Ausbruch in Firma im Landkreis Landshut

In Stadt und Landkreis Landshut (Bayern) gibt es mindestens elf neue Fälle von Infektionen mit dem Coronavirus, wie mehrere Lokalmedien berichteten. Alle neuen Infektionen stünden im Zusammenhang mit den seit Donnerstag bekannten Fällen in einem metallverarbeitenden Betrieb mit etwa 100 Beschäftigten, berichtete die „Passauer Neue Presse“. Schwierig mache die Situation, dass die Betroffenen aus Gemeinden im gesamten Landkreis kommen würden, zitierte die Zeitung Landrat Peter Dreier.

Die Firma hat ihren Sitz in der bayerischen Mark Ergolding. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist Quarantäne angeordnet worden. Die restlichen Testergebnisse würden am Montag, 6. Juli, erwartet. Ab Dienstag sollen alle Schlachthof-Mitarbeiter im Landkreis getestet werden. Bis zum Mittwoch wurden in der Region Landshut zwei Wochen lang keine Infektionsfälle gemeldet. (QWuelle: t-online, 06.07.20)


USA-Zahlen

Die Zahl der Neuinfektionen in den USA verharrt den vierten Tag in Folge über der Marke von 50.000. Zuletzt habe es 52.228 neue Fälle gegeben, teilte das Zentrum für Seuchenkontrolle (CDC) mit. Auch an den Vortagen hatte die Zahl in dieser Größenordnung gelegen. Insgesamt gibt es damit nach Angaben der Behörde rund 2,842 Millionen bestätigte Fälle. Die Zahl der registrierten Todesfälle stieg um 271 auf 129.576. (Quelle: CDC, 05.07.20)


Iran: 163 Tote binnen eines Tages

Der Iran verzeichnet die höchste Zahl von Todesfällen seit dem Beginn der Corona-Pandemie. Die Behörden meldeten 163 Tote innerhalb eines Tages. Die Regierung ordnete eine Maskenpflicht unter anderem für die U-Bahn Teherans, Busse und Behördengänge an.

Nach offiziellen Angaben wurden im Iran bislang 240.000 Corona-Fälle bestätigt. Die Ergebnisse stichprobenartiger Antikörper-Tests deuten laut einem Mitglied der Corona-Taskforce des Landes aber darauf hin, dass sich bereits rund 18 Millionen Iraner mit dem Virus infiziert haben. (Quelle: Tagesschau, 05.07.20)


Niedersachsen: Datenschutzbeschwerden wegen Gästelisten

Wegen der mutmaßlich falschen Erfassung von Kontaktdaten auf Corona-Gästelisten sind bei der niedersächsischen Landesdatenschutzbeauftragten bisher rund 60 Beschwerden eingegangen. Das teilte ein Behördensprecher in Hannover mit. Um die Infektionsketten nachverfolgen zu können, sind die Gastronomie, Fitness-Studios oder aber auch Friseure dazu verpflichtet, den Namen, die Anschrift und die Telefonnummer ihrer Kunden aufzunehmen. Bei der überwiegenden Mehrheit der Beschwerden – nämlich etwa 40 – ging es dem Sprecher zufolge darum, dass Listen offen auslagen oder nicht erlaubte Daten abgefragt wurden. 16 Beschwerden bezogen sich darauf, dass Unternehmen Daten abfragten, obwohl sie dazu laut der Corona-Verordnung des Landes gar nicht verpflichtet waren.

Nicht klar war, ob auch der Fall erfasst ist, bei dem Polizeibeamte während einer Corona-Kontrolle die ausliegenden Sammellisten in einer Lokalität am Marktplatz abfotografiert hatten.

Die Verordnung der Landesregierung hat festgelegt, dass nur Betreiber beispielsweise von Fitnessstudios, Cafés oder Restaurants Namen, Adresse sowie die Zeit der Ankunft und des Verlassens dokumentieren müssen. Sportvereine müssen ab Montag die Kontaktdaten aller Beteiligter von Trainingsspielen erfassen. „Auch wäre es unzulässig, Listen, die mehrere Tagen oder Wochen umfassen, an das Gesundheitsamt zu übermitteln, obwohl dieses nur die Kontaktdaten eines bestimmten Tages anfordert“, erläuterte der Sprecher der Landesdatenschutzbeauftragten Barbara Thiel. Die Listen müssten nach vier Wochen mit einem Aktenvernichter entsorgt werden.

Die Landesdatenschutzstelle prüft die eingehenden Beschwerden. Unternehmen bekommen je nach Sachlage eine Anweisung zur datenschutzkonformen Erfassung für die Zukunft oder riskieren Geldbußen. Die Sanktionsform sei abhängig vom Fall, sagte der Sprecher. Auch erhalten die Unternehmen die Möglichkeit, zur Situation Stellung zu nehmen. (Quelle: NDR, BN, 05.07.20)


Schweiz: Ist die zweite Corona-Welle gestartet?

Das Coronavirus in der Schweiz war landesweit so zurückgedrängt, dass das Leben wieder seinen gewohnten Lauf nehmen konnte. Fast alle Einschränkungen wurden zurückgenommen, selbst Clubs öffneten und Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen durften wieder stattfinden. Offenbar zu früh, denn die Konsequenzen zeigen sich jetzt – zwei Wochen später.

116 Neuinfektionen meldete das schweizerische Gesundheitsamt (BAG) am vergangenen Donnerstag. In den meisten der 26 Kantone stiegen die Zahlen pro 100.000 Einwohner im Verlauf der Woche an, verdoppelten sich sogar. Besonders betroffen sind die Kantone Jura, Freiburg, Schwyz und Wallis. In Jura beispielsweise stiegen die Infektionen pro 100.000 Einwohner von 2,7 auf 12,3 an.

Der Schweizer Bundesrat reagierte mit erneuten Corona-Restriktionen. Er verhängte eine zehntägige Quarantäne für Einreisende aus 29 Risikogebieten. Dazu zählen Länder wie Russland, Serbien oder Schweden. Außerdem gilt ab Montag (6.7.) eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. Zuvor war dies nur empfohlen und wenig umgesetzt worden.

Doch die eigentlichen Infektionsherde bleiben zunächst verschont: die Schweizer Nachtclubs. Dort steckte ein Mann im Zürcher Club „Flamingo“ am 21. Juni fünf weitere Menschen an, 300 Personen mussten sich daraufhin in Quarantäne begeben. Der „Flamingo“ – und vier weitere Clubs, aus denen in den letzten Tagen Corona-Fälle gemeldet wurden – dürfen trotzdem weiter geöffnet bleiben – wenn sie sich an die Regeln halten. Dazu zählt, eine vollständige Präsenzliste mit den Kontaktdaten der Clubbesucher zu führen. Doch das ist gar nicht mal so leicht; denn viele Menschen im „Flamingo“ trugen falsche Namen oder Telefonnummern ein, rund ein Drittel der E-Mail-Adressen sei falsch gewesen, berichten Schweizer Medien. Der Kanton Aargau reagierte präventiv auf das Problem und erließ nun eine Ausweispflicht für seine Gäste.

Wenn das Problem der falschen Datenangaben damit gelöst sein könnte, stehen die Kantone der Schweiz aber immer noch vor weiteren Problemen: Die Verbreitung der (freiwilligen) Corona-Tracing-App in der Bevölkerung ist noch lange nicht ausreichend, um den gewünschten Nutzen zu erzielen. Auch fehlt es an Personal beim Zurückverfolgen der Kontaktpersonen, sollten die Infektionen weiter steigen.

Sollten die Ansteckungszahlen auch in den nächsten Tagen weiter steigen, müssen die Kantone ihre Personalkapazitäten aufstocken.  Die Schweiz reagiert also auf die steigenden Infektionen. Ob die aktuellen neuen Einschränkungen aber ausreichen oder ob striktere Regeln nötig sind, wird sich in den nächsten Tagen anhand der Zahlen ablesen lassen. (Quelle: t-online, 05.07.20)


Österreich: Infektionen in drei Fleischverarbeitungsbetrieben

Auch in Österreich sind in drei Großbetrieben zur Fleischverarbeitung Corona-Fälle aufgetaucht. Zwei der Betriebe liegen nahe der deutschen Grenze entfernt.

Insgesamt seien zwölf Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet worden, bestätigte der Krisenstab des Bundeslandes Oberösterreich.  Bei einem Schlachthof im Bezirk Ried im Innkreis südlich der deutschen Grenze bei Bad Füssing gab es sieben Fälle. Im Bezirk Braunau gegenüber dem deutschen Simbach am Inn waren es zwei, und im Bezirk Wels-Land gut 50 Kilometer südöstlich von Ried drei Fälle. Tests bei anderen Mitarbeitern sind noch im Gange. (Quelle: SZ, 05.07.20)


Ganz Südafrika wird zum Hotpot

Ganz Südafrika wird zum Corona-Hotspot. Das Land meldet zum ersten Mal einen Anstieg neu bestätigter Coronavirus-Fälle von mehr als 10.000 an einem einzigen Tag.

Damit beläuft sich die Gesamtzahl der bestätigten Fälle des Landes auf mehr als 187.977, bei weitem die höchste Infektionszahl aller Länder auf dem afrikanischen Kontinent. Südafrika hat inzwischen auch 3.026 CoViD-19-Tote zu beklagen.

Insbesondere in der Provinz Gauteng mit der Großstadt Johannesburg und der Hauptstadt Pretoria, in der inzwischen fast ein Drittel der Infektionen des Landes auftreten, nehmen die Fälle weiter zu. Auch die Westkap und Eastkap-Staaten sind weiterhin stark betroffen. (Quelle: www.iol.co.za, 05.07.20)



Afghanistan-Zahlen

Die Zahl bestätigter Covid-19-Toten ist in Afghanistan in den letzten 24 Stunden um 38 auf 864 gestiegen, während das Gesundheitsministerium am Sonntag 279 neue Corona-Fälle meldete.

Die Anzahl der bestätigten Infektionen liegt jetzt offiziell bei 32.95; 19.366 davon seien genesen.

Die Hauptstadt Kabul, mit 235 Todesfällen das am stärksten betroffene Gebiet des Landes, verzeichnet aktuell aber die niedrigsten täglichen Infektionen seit zwei Monaten; 24 Patienten wurden positiv getestet. Aber 10 erkrankte  starben über Nacht in Kabul an dem Virus.

(Quelle: The Guardian, twitter, 05.07.20)


Gütersloh: Kennziffer sinkt weiter

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh weiter gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz mittlerweile bei 56,0. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 66,5 und am Freitag bei 76,6.

Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies vor knapp zwei Wochen lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende der regional wiedereingeführten Beschränkungen im Kreis gilt der Wert 50.

Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es die erste regionale Rückkehr zu den strikten Maßnahmen in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen. (Quelle: ARD, 05.07.20)


Infektionszahlen in den Golf-Staaten steigen

Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, dass die Coronavirus-Infektionen in Saudi-Arabien 200.000 Fälle und in den benachbarten Vereinigten Arabischen Emiraten (VAR)  50.000 überschritten haben.

Die Zahl der Neuerkrankungen steigt, nachdem die beiden größten Volkswirtschaften der arabischen Welt im vergangenen Monat die Ausgangssperren vollständig aufgehoben haben. In beiden Ländern hatte es seit Mitte März Beschränkungen gegeben;  durch ihre schrittweise Aufhebung konnten gewerbliche Unternehmen und öffentliche Einrichtungen wiedereröffnet werden.

Saudi-Arabien, das die höchste Zahl unter den sechs Golfstaaten aufweist, meldete am Freitag und am Samstag jeweils mehr als 4.100 Fälle und erreichte insgesamt 205.929 Fälle mit 1.858 Todesfällen. Die tägliche Zahl stieg Mitte Juni erstmals über 4.000, war dann aber gesunken.

In den Vereinigten Arabischen Emiraten, wo die täglichen Infektionsraten kürzlich von einem Höchststand von 900 Ende Mai auf 300 bis 400 gesunken waren, wurden am Freitag wiedermehr als 600 Fälle und am Samstag über 700 Fälle registriert; bei insgesamt 50.857 Fällen sind offiziell 321 Todesfällen gezählt worden.

Derweil soll Dubai, das Geschäfts- und Tourismuszentrum der Region, am 7. Juli wieder für ausländische Besucher geöffnet werden.

Andere Golfstaaten haben ebenfalls die Beschränkungen gelockert, wobei Kuwait eine teilweise Ausgangssperre beibehalten hat und Katar, Bahrain und Oman überhaupt keine verhängt haben.

In Katar, das mit 100.000 Infektionsfällen die zweithöchste regionale Infektionsrate aufweist, sind die täglichen Fallzahlen von einem Höchststand von mehr als 2.000 Ende Mai auf rund 500 am Samstag gesunken.

In Oman verwies der Gesundheitsminister am Donnerstag auf den Anstieg der Infektionen in den letzten sechs Wochen und forderte die Menschen dringend auf, die Gesundheitsmaßnahmen einzuhalten. (Grafik: By Furfur GNU, BlankMap-World6.svg; Text Quelle: The Guardian, 05.07.20)


Israel: Mehr als 800 neue Fälle 

803 Israelis wurden am Samstag positiv auf Coronavirus getestet. Das Gesundheitsministerium berichtete, dass es insgesamt 11.189 Infektionen gab. 331 Menschen sind gestorben und laut Ministerium befinden sich aktuell 86 in einem kritischen Zustand, von ihnen sind 29 intubiert.

Tausende von Menschen in Israel sind seit Inkraftsetzen eines umstrittenen Telefonüberwachungsprogramms durch den Inlandsgeheimdienst Shin-Bet unter Quarantäne gestellt worden. Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, dass seit Donnerstag mehr als 30.000 Menschen mit Kurnachrichten aufs Handy benachrichtigt wurden, dass sie unter Quarantäne gestellt werden müssen.

Nachdem Israel und die palästinensischen Gebiete während einer ersten Infektionswelle frühzeitig strenge Maßnahmen ergriffen hatten, schienen diese Ausbrüche eingedämmt zu sein, als im Mai jeweils nur ein paar Dutzend neue Fälle pro Tag gemeldet wurden. Doe anschließende Lockerung der Beschränkungen führte jedoch im letzten Monat zu einem stetigen Anstieg der Fälle.

Die israelische Polizei hat angekündigt, dass ihre Operationen zur Durchsetzung der Coronavirus-Vorschriften landesweit ausgeweitet werden. Tausende von Polizisten inspizieren Restaurants, Veranstaltungsorte, Geschäfte, Busse und Züge. (Quelle: The Guardian, 05.07.20)


Ist eine zweite Corona Infektion möglich?

Wieder kursieren Berichte, schreibt die FAZ, über ehemalige Sars-CoV-2-Infizierte, die sich ein zweites Mal angesteckt haben sollen und dann sogar schwerer erkrankt seien als bei der ersten Infektion. Aus Japan und Südkorea waren schon vor Wochen die ersten Meldungen über sogenannte Reinfizierte gekommen. Jetzt sind es Berichte aus Taiwan und China – und wieder sind diese Fälle wissenschaftlich nicht einmal halbwegs geklärt. Systematisch untersucht wurde das Phänomen Reinfektion bisher allerdings auch noch nicht.

In Deutschland leben nach offiziellen Zahlen inzwischen an die 100.000 Genesene. Wie viele tatsächlich eine erste Infektion mit dem neuen Coronavirus überstanden haben, ist unklar, weil etwa ein Drittel bis die Hälfte der Infizierten gar keine Symptome bemerkt haben und sich deshalb auch nicht testen ließen. Müssen sich die aus Kliniken oder Quarantäne entlassenen ehemaligen Covid-19-Patienten nun Sorgen machen, dass sie nicht geschützt sind vor einer weiteren Virusattacke?

Nach allem, was man bisher weiß, bilden Infizierte, sofern die Immunreaktion komplikationslos abläuft, nach spätestens zwei, drei Wochen genügend neutralisierende Antikörper gegen Sars-CoV-2. Viele dieser Patienten genesen bald, sie sind erst einmal immun – zumindest für Monate, theoretisch sogar für Jahre, wenn die aus der ersten Sars-Epidemie ermittelten Werte auf das neue Coronavirus übertragbar sind.

Im Körper einiger Patienten jedoch können Viren noch wochenlang kursieren, wenn die Antikörperbildung schleppend verläuft. Infektiös sind diese Patienten allerdings offenbar nicht mehr. Wenn in dieser Zeit der Virustest negativ ausfällt, also falsch-negativ ist, könnten die Patienten in dem falschen Glauben entlassen werden, sie seien virusfrei. Ein Test danach könnte dann wieder positiv ausfallen. Artefakte bei den Tests gelten als wahrscheinlicher Grund für die Reinfektionsberichte. Denn Tests sind nie hundertprozentig korrekt. (mehr und Quelle: FAZ, 05.07.20)


In Meppen ist dieses Corona offenbar vorbei…


Deutschland-Zahlen

Innerhalb von 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert Koch-Institut (RKI) 239 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 196.335 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. Die Zahl der Todesfälle steigt um zwei auf insgesamt 9012.

Etwa 181.700 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 300 mehr als noch einen Tag zuvor.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, liegt nach RKI-Schätzungen derzeit bei 0,93 (Vortag: 0,84). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert aktuell bei 0,94 (Vortag: 0,85). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (Quelle: RKI, 05.07.20)


Timmendorfer Strand: Touristin aus NRW mit Corona infiziert

Eine Frau aus Düsseldorf ist die erste mit Corona infizierte Touristin im Norden. Die 90jährige  wohnte in einem Hotel in Timmendorfer Strand, als das Virus bei ihr nachgewiesen wurde. Das berichteten am Samstag die Lübecker Nachrichten. Die Frau hatte von der Infektion offenbar nichts geahnt.

Entdeckt wurde die Covid-19-Erkrankung durch Zufall. Die Frau hatte wegen einer anderen Erkrankung den Rettungsdienst verständigt und wurde ins Uniklinikum nach Lübeck gebracht. Hier wurde dann unter anderem ein Coronatest gemacht, der positiv ausfiel. Offenbar schleppte die Düsseldorferin das Coronavirus aus Nordrhein-Westfalen ein. Die Frau wird jetzt im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck behandelt.

Das Gesundheitsamt reagierte sofort und ermittelte die Kontaktpersonen der Frau, so die Lübecker Nachrichten weiter. Sie wurden unter Quarantäne gestellt. Es soll sich dabei vor allem um Hotel-Mitarbeiter/innen handeln. Von allen möglichen Betroffenen wurden Abstriche genommen. Die Testergebnisse lagen am Samstagabend noch nicht vor.
(Quelle Berliner Zeitung, 05.07.20)


Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 37.923 neue bestätigte Coronavirus-Infektionen sowie 1.091 Todesfälle, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Ortszeit) mit.

Brasilien hat seit Beginn der Pandemie mehr als 1,5 Millionen Infektionsfälle registriert; nach Angaben des Ministeriums  sind insgesamt 64.265 Menschen an CoViD-19 gestorben. (Quelle: The Guardian, 05.07.20)


Venedig eröffnet sein Opernhaus „La Fenice“

Am Opernhaus La Fenice in Venedig kann ab heute wieder vor Publikum gespielt und gesungen werden. „Es ist ein großer Moment, wieder erstmals Zuhörer im Theater zu haben, für uns und für die Stadt Venedig“, sagte Intendant Fortunato Ortombina der DPA. Das Theater feiert den Neustart an diesem Sonntag mit einem Konzert mit Chor und Orchester.

Die Aufführung wurde den Venezianern, der Lagunenstadt und den medizinischen Helfern im Kampf gegen die Covid-19-Krankheit gewidmet. Auf dem Programm steht die „Fanfare for a Common Man“ des US-Komponisten Aaron Copland. Außerdem sind Stücke von Claudio Monteverdi, Giovanni Gabrieli und Johann Sebastian Bach vorgesehen.
(Quelle: Tagesschau, 05.07.20)


Italien testet 180 Flüchtlinge der Ocean Viking

Italien testet die 180 im Mittelmeer geretteten Migranten auf das Corona-Virus, um sie dann zunächst auf ein Quarantäneschiff vor Sizilien zu bringen. Das wurde am Samstagabend aus dem Innenministerium in Rom bekannt.

Die Migranten befinden sich seit über einer Woche auf der von SOS Méditerranée betriebenen Ocean Viking-Schiff. Auseinandersetzungen und Selbstmordversuche an Bord veranlassten SOS Méditerranée , am Freitag den Ausnahmezustand zu erklären.

Ein medizinisches Team, das von den sizilianischen Behörden entsandt wurde, „stellte das Fehlen besonderer Gesundheitsprobleme fest und berichtete auch, dass einige auf dem Schiff registrierte Spannungen überwunden werden“, teilte die Quelle aus dem italtienischen  Ministeriums am Samstag (Ortszeit) mit.

Das medizinische Team testet die Migranten auf das Covid-19-Virus. Anschließend werden sie auf ein Quarantäneschiff in Porto Empedocle (Sizilien) gebracht. (Quelle: The Guardian, 05.07.20)



Bundesregierung warnt vor Urlaubsreisen

Die Bundesregierung warnt die Deutschen vor einer höheren Ansteckungsgefahr im Sommerurlaub. Den Bürgern wird abgeraten, überhaupt zu verreisen, ob ins Ausland oder innerhalb der Landesgrenzen. „Leider macht das Coronavirus keinen Urlaub“, sagte die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Heidrun Thaiss, der F.A.S. Jeder sollte deshalb die „AHA-Formel mit im Gepäck haben“. Gemeint ist: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Alltagsmaske tragen. Gerade das Abstandhalten könnte im Gedränge voller Strände schwierig werden. In den Ferienorten gibt es deshalb Bemühungen, die Verbreitung des Virus so weit wie möglich einzudämmen. Die Polizei berichtet von vielen Verstößen. (mehr und Quelle: FAZ, 05.07.20)



WHO: 212.326 Neuinfektionen in 24 Stunden

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet von einem weltweiten Anstieg der Coronavirus-Infektionen, die innerhalb von 24 Stunden um 212.326 gestiegen sind. Die größten Zuwächse verzeichneten laut einem Tagesbericht die USA, Brasilien und Indien. Der bisherige WHO-Höchstwert für Neuinfektionen war am 28. Juni mit 189.077.

An CoViD-19 sterben weiterhin etwa 5.000 Menschen pro Tag.

Insgesamt überstiegen die weltweiten Coronavirus-Fälle am Freitag 11 Millionen, was einen weiteren Meilenstein in der Ausbreitung der Krankheit darstellt, bei der in sieben Monaten mehr als eine halbe Million Menschen getötet wurden. (Wuelle: The Guardian, 04.07.20)


WHO: Nächste Medikamente aus der Testung

Corona-Patienten werden im Rahmen einer von der Weltgesundheitsorganisation koordinierten Studie ab sofort nicht mehr mit dem HIV-Medikament Lopinavir/Ritonavir behandelt. Ausschlaggebend seien keine Sicherheitsbedenken, betonte eine WHO-Sprecherin in Genf. Vielmehr habe sich gezeigt, dass die Mittel bei den Patienten praktisch keinen Einfluss auf den Verlauf der Krankheit hatten.

Dasselbe gelte für das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin. Das Ende der Tests damit hatte die WHO schon am 17. Juni angekündigt. Hydroxychloroquin war in den Schlagzeilen, weil US-Präsident Donald Trump es mehrfach angepriesen hatte.

Es gehe nur um die Tests bei schwer kranken Patienten, die wegen Covid-19 im Krankenhaus behandelt werden, betonte die WHO. Andere mögliche Tests solcher Mittel etwa zur Verbeugung gegen eine Erkrankung seien nicht betroffen. (Quelle: ARD, 04.07.20)


Ein Corona-Überblick

zum Wochenende von Agence France-Presse:

SPANIEN: Lockdown am Samstag seit 12 Uhr für rund 200.000 Einwohner in einem Teil der nordöstlichen Region Kataloniens rund um die Großstadt Lleida. Niemand darf das Gebiet betreten oder verlassen, Versammlungen von mehr als 10 Personen sind verboten und Besuche in Senioren- und Pflegeheimen sind untersagt.

PORTUGAL: Seit dem 1. Juli besteht für rund 700.000 Einwohner in der Region Lissabon für einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen eine Ausgangssperre.

GROSSBRITANNIEN: Am 30. Juni begann die Stadt Leicester mit einer zweiwöchigen Quarantäne, bei der alle nicht unbedingt erforderlichen Geschäfte und Schulen geschlossen wurden.

USA: Mehrere Staaten haben ihre Pläne zur Lockerung ihrer Sperren aufgegeben. Alle Kneipen und Bars in Kalifornien sind geschlossen, Texas und Florida sowie Strände in Kalifornien und Florida ebenso.

ARGENTINIEN: Vom 1. bis 17. Juli wurden die Sperrmaßnahmen in Buenos Aires und Umgebung verschärft.

AUSTRALIEN: Tausende Einwohner in mehreren Hochhäusern in Melbourne wurden am Samstag für mindestens fünf Tage mit einer Ausgangssperre belegt.

(Quelle: The Guardian, 04.07.20)


Zusammenfassung am Nachmittag

  • Die offizielle Zahl der Todesopfer in Russland hat 10.000 überschritten.
  • Tokio bestätigte am Samstag rund 130 neue Fälle von Covid-19. Es war der dritte Tag in Folge mit mehr als 100 Neuinfektionen.
  • Pubs und Friseursalons werden heute in England wiedereröffnet, ebenso wie kulturelle Sehenswürdigkeiten, einige Kinos und Galerien.
  • Dreitausend Menschen, die in neun Hochhäusern in Melbourne leben, sind unter die strengsten Quarantäneregeln der Coronavirus-Pandemie in Australien gestellt worden. Sie dürfen ihre Häuser mindestens fünf Tage lang nicht verlassen.
  • Der Iran wird das Tragen von Masken in geschlossenen öffentlichen Räumen konsequent durchsetzen.Dir Vorschrift tritt nach einer einwöchigen „Coronavirus-ist-kein-Witz“-Kampagne des staatlichen Fernsehens in Kraft, um die Verwendung von Masken zu fördern. (Quelle: The Guardian, 04.07.20)

63 neue Virusfälle in Südkorea, in China nur drei

Südkorea hat 63 neue Fälle von Coronavirus gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl derInfektionen in dem asiatischen Land auf 13.030 Infektionen und 283 Todesfälle erhöht.

28 der neuen Fälle stammen aus der Metropolregion Seoul, auf die rund die Hälfte der 51 Millionen Einwohner Südkoreas entfallen. 27 der Fälle betrafen internationale Ankünfte, die sich in Zwangsquarantäne befanden.

China hat derweil drei neue bestätigte Fälle gemeldet, wodurch sich die Gesamtzahl der offiziell bestätigten Fälle auf dem chinesischen Festland auf 83.545 mit 4.634 bestätigten Todesfällen erhöht hat.
(Quelle: The Guardian, 04.07.20)


„America first“: Fast 58.000 neue Infektionen in den USA an einem Tag

In den USA hat die Zahl der täglichen Neuansteckungen mit dem neuartigen Coronavirus einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb der vergangenen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitag (Ortszeit) 57.683 neue Corona-Infektionen registriert.
Schon in den vorherigen Tagen waren in den Vereinigten Staaten immer neue Höchststände der täglichen Neuinfektionen gemeldet worden, das Virus breitet sich derzeit insbesondere im Süden und Westen des Landes aus. (Quelle: TSP, 04.07.20)


WHO: Über erste Corona-Fälle von eigenem Büro informiert

Einer überarbeiteten Darstellung des Ablaufs der Pandemie zufolge hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von ihrem eigenen Büro in der Volksrepublik China erstmals von der neuartigen Corona-Infektion erfahren. In der Corona-Chronologie der WHO heißt es nun, das WHO-Büro in China habe am 31. Dezember die Information weitergeleitet, dass es laut der Website der Gesundheitskommission von Wuhan dort eine „virale Lungenentzündung“ gebe.

Die WHO hatte eine erste Fassung der Chronologie am 9. April veröffentlicht und damit auch auf Kritik reagiert, sie habe zu spät auf die Corona-Infektionen reagiert. In dieser Ursprungsfassung hieß es lediglich, die Gesundheitskommission der Stadt Wuhan habe am 31. Dezember über Fälle von Lungenentzündung informiert. Wie diese Information die WHO in Genf erreichte, teilte die UN-Unterorganisation damals nicht mit.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte am 20. April bei einer Pressekonferenz, der erste Bericht über Corona-Fälle sei „aus China“ gekommen. Ob er von chinesischen Behörden oder einer anderen Quelle stammten, sagte Tedros nicht. Diese Angabe enthält nun die diese Woche überarbeitete WHO-Chronologie. Als Reaktion auf die Infektionsfälle forderte die WHO nach eigenen Angaben die chinesischen Behörden am 1. und am 2. Januar auf, Informationen dazu zu übermitteln. Dieser Bitte seien sie am 3. Januar nachgekommen. (Quelle: TSP, 04.07.20)


Protestler steigen Tönnies auf’s Dach.

Mitglieder des Bündnisses „Gemeinsam gegen die Tierindustrie“ haben den Hauptstandort des Fleischkonzerns Tönnies in Rheda-Wiedenbrück blockiert. 30 Aktivisten hätten am Samstagmorgen das Dach des Schlachthofes erklommen sowie die Hauptzufahrtsstraße blockiert, erklärte das Bündnis. Die Polizei bestätigte „einen Einsatz an dem Werk“. Alles verlaufe „bislang friedlich“, sagte ein Polizeisprecher.

Das Bündnis forderte eine dauerhafte Schließung des Schlachthofes, der wegen eines massiven Corona-Ausbruchs in die Schlagzeilen geraten war. Die Teilnehmer entrollten nach eigenen Angaben ein Transparent mit der Aufschrift „Shut down Tierindustrie“ vom Dach des Werkes. Auf der Zufahrtsstraße hätten sich mehrere Menschen aneinandergekettet.

Tönnies steht massiv unter Druck, nachdem es beim Fleischkonzern in Rheda-Wiedenbrück einen massiven Corona-Ausbruch gegeben hatte. Der Betrieb wurde vorübergehend geschlossen und ein erneuter Lockdown für die umliegenden Kreise Gütersloh und Warendorf angeordnet. (Quelle: WDR, 04.07.20)


Deutschland-Zahlen

Das Robert Koch-Institut RKI hat aktuelle Zahlen für Deutschland veröffentlicht. Demnach gibt es 422 Neuinfektionen und damit 196.096 bestätigte Fälle. Sieben weitere Menschen starben infolge des Virus und damit nun insgesamt 9010. (Quelle: RKI, 04.07.20)


Infektions-Kennziffer im Kreis Gütersloh sinkt

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Kreis Gütersloh wieder gesunken. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 66,5. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,6, am Donnerstag bei 76,5 und am Dienstag bei 86,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies lag der Wert bei 270,2. Als Grenzwert für das Ende des regionalen Lockdowns im Kreis gilt der Wert 50.
Nach der Ausbreitung des Coronavirus bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück hatte es den ersten regionalen Lockdown in den Kreisen Gütersloh und Warendorf gegeben. Die Einschränkungen im Kreis Gütersloh gelten noch bis zum 7. Juli. Im Kreis Warendorf, in dem ebenfalls viele Tönnies-Mitarbeiter wohnen, war die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage bereits unter den Grenzwert von 50 gefallen. (Quelle: Tagesschau, 04.07.20)




Frankreich-Zahlen

Frankreich hat in den letzten 24 Stunden 18 weitere CoViD-19-Tote zu beklagen, wodurch sich die Zahl der Todesopfer auf 29.893 erhöht hat, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Menschen auf Intensivstationen verringerte sich um 13 auf 560 und setzte damit dem wochenlangen, allerdings langsamen Abwärtstrend fort. (Quelle AFP, 04.07.20)


Arthritis-Mittel nicht gegen Corona erfolgreich

Das Arthritis-Medikament Kevzara von Sanofi und Regeneron ist bei Tests in den USA zur Behandlung von Covid-19-Patienten durchgefallen. Die Hauptziele der Studie seien nicht erreicht worden, teilen beide Pharmakonzerne mit. Man habe die Studie abgebrochen. Eine separate Studie außerhalb der USA laufe noch. Auch der Schweizer Pharmakonzern Roche testet seine Arthritis-Arznei Actemra zur Behandlung von schweren Lungenentzündungen bei Coronavirus-Patienten. (Quelle AFP, 04.07.20)


Berichte über bizarre Corona-Parties in Alabama

Vor Ausbruch der Corona-Krise war es nichts außergewöhnliches, wenn junge Leute Partys feierten. Seither gerieten Jugendliche in Verruf, die sich nicht um Hygiene- und Abstandsregeln scherten und trotzdem feierten, weil sie einfach nicht verzichten wollten. Aber jetzt berichtet der US-Sender CNN von Partys, bei denen sich junge Menschen mutwillig mit dem Coronavirus infizieren wollen.

Wer sich als erster ansteckt, soll eine Auszahlung erhalten, berichteten lokale Beamte. Die Partys würden in Tuscaloosa (US-Bundesstaat Alabama) abgehalten und Infizierte würden dringend gebeten, daran teilzunehmen. „Wir hielten das zunächst für eine Art Gerücht. Wir haben einige Nachforschungen angestellt, die von den Arztpraxen bestätigt wurden“, sagte Stadtratsmitglied Sonya McKinstry dem Fernsehsender.

Hauptsächlich Studierende seien unter den Organisatoren. Die erste Person, die vom Arzt das Virus diagnostiziert bekäme, erhalte das Geld, das zuvor von den Veranstaltern gesammelt werde. In Tuscaloosa befindet sich die University of Alabama und mehrere Colleges. In den vergangenen Wochen soll es in der Stadt und in umliegenden Gemeinden mehrere solcher Veranstaltungen gegeben haben.

„Das macht mich wütend“, sagt McKinstry. „Wütend über die Tatsache, dass etwas, das so ernst und tödlich ist, als selbstverständlich hingenommen wird. Es ist nicht nur unverantwortlich, sondern man könnte sich auch mit dem Virus infizieren und ihn mit nach Hause zu seinen Eltern oder Großeltern nehmen.“ Die Stadt arbeite daran, solche Partys aufzulösen. Die Mitglieder des Stadtrates von Tuscaloosa stimmten während einer Sitzung am 30 Juni jetzt  einstimmig einer Maskenpflicht zu., die am Montag in Kraft tritt.
(Quelle TSP/CNN, 04.07.20)


Zusammenfassung zur Nacht

  • Die USA meldeten am Donnerstag einen weltweiten Tagesrekord von mehr als 55.000 neuen Coronavirus-Fällen, wobei die Infektionen in der großen Mehrheit aller Bundesstaaten zunahmen und Amerikas führender Experte für öffentliche Gesundheit von einer „sehr beunruhigenden Woche“ sprach. Die Bilanz vom Donnerstag übertraf den bisherigen Tagesrekord von 54.771, den Brasilien am 19. Juni aufgestellt hatte.
    Die Zahl der Infektionen in den USA ist am Freitag nach Angaben des Zentreums für Seuchenkontrolle (CDC) um weitere 53.301 auf 2,732 Millionen gestiegen. Zudem seien 624 weitere Todesfälle und damit insgesamt 128.648 verzeichnet worden.
  • Die USA werden auf einer „roten Liste“ von Hochrisikoländern stehen, deren Besuch  aufgrund ihrer anhaltend hohen Anzahl von Coronavirus-Fällen den Menschen in England nicht empfohlen wird, sagt die britische Regierung. In England werden aber die Reisebeschränkungen für mehr als 50 Länder gelockert, darunter fast alle EU-Länder, britische Gebiete sowie Australien und Neuseeland.
  • Der britische Premierminister Boris Johnson hält an seiner Entscheidung fest, die Wiedereröffnung von Pubs, Bars und Restaurants in England an diesem Samstag zuzulassen, obwohl die Öffentlichkeit befürchtet, dass dies Polizei wie öffentliches Gesundheitswesen stark belasten könnte. In einem Radiointerview meinte der britische Premierminister vor, dass der Wochentag für die Wiedereröffnung keinen Unterschied mache.
  • Auch in Südafrika nehmen die Corona-Fälle weiter zu, einen Monat nachdem das Land die meisten Restriktionen aufgehoben hatte, die weltweit zu den strengsten Sgehörten. Am Donnerstag meldeten die Behörden den größten Tagesanstieg des Landes bei Coronavirus-Fällen:  8.728 bestätigte Infektionen erhöhten die Gesamtzahl auf 168.061.
  • Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Irak hat sich im Juni versiebenfacht, sagte das Internationale Rettungskomitee und forderte eine Verdoppelung der Bemühungen zur Eindämmung der Ausbreitung der Krankheit im Land forderte. Bis zum 1. Juli wurden im Land 53.708 Infektionen festgestellt, gegenüber 6.868 am 1. Juni. Das Gesundheitsministerium sagte, dass die Krankenhäuser nahezu voll ausgelastet sind.
  • Die Philippinen melden den höchsten Anstieg der Coronavirus-Infektionen an einem Tag. In den letzten 24 Stunden wurden 1.531 neue Fälle festgestellt. Der Inselstaat hat jetzt insgesamt 40.336 Infektionsfälle. Die Zahl der Covid-19-Todesopfer im Land hat nach 12 weiteren CoViD-19-Toten jetzt 1.280 erreicht
  • Der rechtspopulistische brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit verabschiedet, allerdings in abgeschwächter Form. Brasilianer/innen sollen demnach einen Mund- und Nasenschutz auf Straßen und in Bussen und Bahnen tragen. Aber Bolsonaro legte sein Veto gegen eine Maskenpflicht in Kirchen, Schulen, Geschäften und Produktionshallen ein. Er entschied sich außerdem gegen eine Verordnung, die seine Regierung verpflichtet hätte, Masken an schutzbedürftige Gruppen auszuhändigen und Gleiches von Unternehmen für ihre Mitarbeiter verlangt hätte.
  • Es sei nicht wahrscheinlich, dass sich das Leben in Russland erst im nächsten Februar wieder normalisiert, sagte der Gesundheitsminister des Landes. Viele Beschränkungen wurden bereits gelockert, aber da jeden Tag Tausende neuer Fälle gemeldet werden und die Zahl der Todesopfer sich 10.000 nähert, bleiben einige Maßnahmen in Kraft, einschließlich eines Verbots internationaler Flüge, das heute bis August verlängert wurde. (Quelle: The Guardian, 03.07.20)

GB-Zahlen


Münsterland-Zahlen

Im Münsterland ist die Zahl der amtlich bestätigten akut Corona-Infizierten (Stand 03.07.2020, 12.25 Uhr) im Vergleich zu gestern leicht gestiegen. Fast 330 Menschen gelten aktuell als infiziert. Die mit Abstand höchst Zahl meldet der Kreis Warendorf (309 Fälle). Seit dem Ausbruch der Pandemie sind im Münsterland insgesamt 4.887 Fälle durch Tests nachgewiesen worden. 4.384 Menschen sind inzwischen wieder gesund. 180 sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. (Quelle: WDR, 03.07.20)


WHO: Langer Kampf gegen Corona

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt sich auf eine langanhaltende Bedrohung der Menschheit durch die Krankheit Covid-19 ein. Ein fortdauerndes Niveau der neuen Corona-Krankheit in Ländern sei zu erwarten, sagte der WHO-Notfalldirektor Mike Ryan in Genf.

Die jetzt auftretende Häufung von neuen bestätigten Corona-Fällen sei nicht die befürchtete zweite Welle, sondern die zweite Spitze in der ersten Welle, sagte Ryan. Er stellte klar, dass die Staaten die Krankheit so weit wie möglich zurückdrängen müssten. Die Länder müssten immer wieder mit dem Aufflackern von Covid-19 rechnen. (Quelle: ARD, 0307.20)


Brasilien: Mehr als 48.000 Neuinfektionen

Das von der Pandemie stark betroffene Brasilien hat mit mehr als 48.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen der höchsten Tageswerte registriert. Damit haben sich fast 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. 1252 Tote wurden zwischen Mittwochabend und Donnerstagabend erfasst, 61.884 Patienten sind in dem größten und bevölkerungsreichsten Land in Lateinamerika bislang gestorben. (Quelle Tagesschau, 03.07.20)


Corona-Infektionen: Lateinamerika überholt Europa

Erstmals seit Beginn der Pandemie hat Lateinamerika bei der Zahl der Corona-Infektionen Europa überholt. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP meldeten die südamerikanischen Behörden insgesamt 2,73 Millionen Fälle und Europa knapp 2,7 Millionen Fälle. Mit mehr als 2,8 Millionen Fällen, davon allein über 2,7 Millionen in den USA, ist Nordamerika weiterhin am härtesten von der Pandemie betroffen. Weltweit stieg die Zahl der Infizierten auf fast 10,9 Millionen und die Zahl der CoVid-19-Toten auf mindestens 521.000.

Das von der Pandemie stark betroffene Brasilien hat dabei mit mehr als 48.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen der höchsten Tageswerte registriert. Damit haben sich im größten südamerikanischen Land fast 1,5 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, wie das Gesundheitsministerium in Brasília mitteilte. 1.252 Tote wurden zwischen Mittwochabend und Donnerstagabend erfasst. Bislang sind 61.884 Patienten iin Brasilien gestorben. (Quelle: Tagesschau, 03.07.20)


Gütersloh: Mehr Neuinfektionen

Nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies ist im Kreis Gütersloh die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner wieder leicht gestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 76,6. Am Vortag lag dieser Wert bei 76,4, am Mittwoch bei 78,0. Zum Höhepunkt des Corona-Ausbruchs bei Tönnies betrug der Wert vor eineinhalb Wochen 270,2.

Der Tönnies-Schlachthof in Rheda-Wiedenbrück bleibt bis zum 17. Juli geschlossen. Das hat die Stadt Rheda-Wiedenbrück in Absprache mit dem Land NRW, dem Kreis Gütersloh und der Bezirksregierung Detmold verfügt.

Allerdings gibt es eine ‚Hintertür‘: Voraussetzung ist ein Konzept, in dem Tönnies Vorgaben zur Corona-Schutzverordnung und des Arbeitsschutzes erfüllt. Das Unternehmen hat so ein Papier bereits erstellt.

(Quelle: ARD, 03.07.0)


Spanien: 50 Milliarden Hilfspaket

Die spanische Regierung hat ein weiteres Hilfspaket im Umfang von 50 Milliarden Euro zur Ankurbelung der von der Corona-Krise gebeutelten Wirtschaft des Landes aufgelegt. 40 Milliarden seien als staatliche Kreditgarantien vorgesehen, um Investitionen in umweltgerechte Techniken sowie die Digitalisierung zu fördern, meldete die Nachrichtenagentur Europa Press. Ein Fonds mit zehn Milliarden Euro solle Unternehmen unter die Arme greifen, die wegen Corona in Zahlungsschwierigkeiten geraten.

Bereits im März hatte die Regierung 100 Milliarden Euro zur Dämpfung des wirtschaftlichen Absturzes während der Corona-Krise bereitgestellt. Davon sind Medienberichten zufolge bisher 78 Milliarden in Anspruch genommen worden. (Quelle ARD, 03.07.20)


Chile: Proteste gegen Ausgangssperren

In der chilenischen Hauptstadt Santiago haben Menschen an verschiedenen Orten gegen die seit Wochen andauernde Ausgangssperre zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. In der Nacht auf Freitag (Ortszeit) errichteten sie Barrikaden und steckten einen Bus in Brand, wie der Radiosender Cooperativa berichtete. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein und feuerte Tränengas in die Menge. Auch Schüsse sollen gefallen sein.

Der Großraum Santiago steht seit Wochen unter Quarantäne, viele Menschen können deshalb ihrer Arbeit nicht nachgehen. Immer wieder gehen vor allem Bewohner ärmerer Viertel wegen der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage in der Corona-Krise auf die Straße. Zuletzt wurde die Ausgangssperre noch einmal verlängert.

Chile ist nach Brasilien und Peru in Südamerika am stärksten von der Krankheit betroffen, es gibt 284.541 nachgewiesene Fälle, viele Krankenhäuser haben ihre Belastungsgrenze bereits erreicht. (Quelle: Tagesschau, 03.07.20)


Braunschweig: 14 Corona-Fälle in Landesaufnahmebehörde

In einer Gruppe von Spätaussiedlern aus Kasachstan hat es erneut mehrere Corona-Fälle gegeben. 14 Neuankömmlinge aus einer 45-köpfigen Reisegruppe seien positiv getestet worden, teilte die Landesaufnahmebehörde in Braunschweig mit. Die gesamte Gruppe werde in Separierung genommen, so die Sprecherin der Behörde. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nach dem Flug und der anschließenden Busreise weitere Fälle geben könnte.

Eigentlich werden Spätaussiedler nach ihrer Ankunft in Deutschland in das Grenzdurchgangslager Friedland gebracht. Dort wurde nach mehreren Corona-Fälle ein Aufnahmestopp ausgerufen. Bis zum heutigen Tag hatten sich in Friedland 62 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. (Quelle: ARD, 03.07.20)


EU: Remdesivir gegen CoViD-19 zugelassen

Die Europäische Kommission hat die bedingte Genehmigung für die Anwendung des antiviralen Remdesivir bei schweren Covid-19-Patienten erteilt.  Damit ist es die erste Therapie in der Region, die zur Behandlung des Virus zugelassen wurde.

Der Umzug erfolgt nur eine Woche, nachdem die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) die Genehmigung für das von Gilead Sciences hergestellte Medikament zur Anwendung bei Patienten ab 12 Jahren erteilt hat, die ebenfalls an einer Lungenentzündung leiden und Sauerstoffunterstützung benötigen.

Es kommt auch nur wenige Tage, nachdem das Unternehmen in den nächsten drei Monaten fast die gesamte Lieferung des antiviralen Arzneimittels an die USA vergeben hat, was Bedenken hinsichtlich der Verfügbarkeit an anderer Stelle aufkommen lässt.

„Wir werden bei unseren Bemühungen um eine effiziente Behandlung oder Impfung gegen das Coronavirus nichts unversucht lassen“, sagte Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Kommission sagte am Mittwoch, sie sei in Verhandlungen mit Gilead, um Remdesivir-Dosen für die 27 EU-Länder zu erhalten.

Remdesivir ist sehr gefragt, nachdem das intravenös verabreichte Arzneimittel laut einer klinischen Studie dabei helfen konnte, die Erholungszeiten im Krankenhaus zu verkürzen.

Es wird angenommen, dass es bei der Behandlung von CoViD-19-Patienten früher im Krankheitsverlauf wirksamer ist als andere Therapien z.B. mit dem Steroid Dexamethason.

Da Remdesivir über einen Zeitraum von mindestens fünf Tagen intravenös verabreicht wird, wird es im Allgemeinen bei Patienten angewendet, die so krank sind, dass sie stationär zu behandeln sind. (Quelle: The Guardian, 03.07.20)


GOP Varieté-Theater öffnen wieder

Die GOP Varieté-Teater in Münster (gestern) und in Hannover (heute) nehmen nach der Corona-bedingten Unterbrechung ihren Spielbetrieb wieder auf. Bad Oeynhausen und Bremen folgen in einer Woche.
Für den Betrieb haben die Theater ein umfangreiches Hygiene-Konzept entwickelt. Unter anderem stehen im Publikumsraum weniger Sitzplätze bereit. Alle Mitarbeiter tragen zudem Nasen- und Mundschutz. (Quelle: NDR, 03.07.20)


Belgrad: 2. Welle, 2. Ausnahmezustand

Belgrad hat heute nach einem erneuten Anstieg der Coronavirus-Infektionen wieder den  Ausnahmezustand ausgerufen, durch den eine Reihe von gerade abgeschafften Beschränkungen in der serbischen Hauptstadt wiederhergestellt wurden.

Der Ausnahmezustand tritt sofort in Kraft, teilte das Rathaus in einer Erklärung am Freitag mit. Der Präsident Alexandar Vucic kündigte die Maßnahmen über Nacht im Fernsehen an.

In mehreren anderen Gemeinden haben die lokalen Behörden bereits den Notstand ausgerufen, weil der Anstieg der Coronavirus-Fälle das Funktionieren des Gesundheitssystems zu gefährden drohte.

Die Zahl der Corona-Fälle hat seit Mai zugenommen, als die Regierung eine landesweite Sperrung aufhob. Es wird angenommen, dass Fußballspiele mit Tausenden von Fans, religiöse Feste und Parlamentswahlen zu einem Anstieg der Infektionen geführt haben.

Letzte Woche erkrankten mehrere hochrangige Vertreter der Regierungskoalition an Covid-19., darunter der scheidende Parlamentssprecher und der Verteidigungsminister. Sie hatten Ende Juni an Veranstaltungen teilgenommen, um einen Wahlsieg der serbischen Fortschrittspartei vonVPräsident Vucic zu feiern.

Am Donnerstag verzeichnete Serbien mit 7,2 Millionen Einwohnern 359 Neuinfektionen, womit sich die Gesamtzahl der bestätigten Fälle von 11.523 vor einem Monat auf 15.195 erhöhte. Bisher sind 287 Menschen gestorben. (Quelle: The Guardian, 03.07.20)


Niedersachsen lockert: Kino, Fußball, Warendorfer

Die Corona-Regeln in Niedersachsen werden ab dem kommenden Montag erneut gelockert. Danach sollen unter anderem wieder Veranstaltungen mit bis zu 500 Besuchern möglich sein. „Wir werden jetzt etwas mutiger“, sagte Regierungssprecherin Pörksen. „Wenn es gut läuft, werden wir die Zahl demnächst vielleicht sogar noch weiter erhöhen.“ Voraussetzungen bleiben allerdings ein Mindestabstand von eineinhalb Metern zu anderen Gästen, feste Sitzplätze und in geschlossenen Räumen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Neu ist, dass die Masken am Sitzplatz abgelegt werden dürfen. Das sei vor allem für Kinos wichtig, für die der Verkauf von Popcorn, Cola und Eis wirtschaftlich besonders relevant ist, sagte Weißer.

Fußballspielen
Auch Fußballspiele und andere Kontaktsportarten werden in Niedersachsen ab dem 6. Juli wieder möglich sein. Die Landesregierung hat beschlossen, Sport „in festen Kleingruppen von nicht mehr als 30 Personen“ zuzulassen. Das bezieht sich auf den Trainingsbetrieb. Dort fällt auch der Mindestabstand weg, enge Manndeckung und Grätschen sind also erlaubt. Um gegebenenfalls Infektionsketten nachvollziehen zu können, müssen die Kontaktdaten aller Sportler erfasst werden. Weiterhin untersagt bleiben jedoch Spiele gegen Mannschaften anderer Vereine. Zuschauer sind beim Breitensport im Freien zugelassen, sofern sie eineinhalb Meter Abstand zu Menschen aus einem anderen Hausstand halten.

Private Kinderbetreuung wird erleichtert
Auch die Vorgaben für die private Kinderbetreuung werden mit der neuen Verordnung etwas gelockert. Künftig dürfen die maximal fünf Kinder in einer Gruppe aus mehr als drei verschiedenen Haushalten stammen. Außerdem kann ein ausscheidendes Kind durch ein anderes ersetzt werden. Zeitliche Einschränkungen – auf Tagesabschnitte und maximal über drei Monate – gelten dagegen vorerst weiter.

Warendorfer können nach Niedersachsen, Gütersloher nicht
Im Tourismus-Bereich soll das Verbot auslaufen, Gäste aus dem kürzlich stark von Corona-Infektionen betroffenen Landkreis Warendorf aufzunehmen. Die dortigen Corona-Zahlen hätten sich sehr positiv entwickelt, sagte Pörksen. Für Bewohner des ebenfalls betroffenen Landkreises Gütersloh gilt das Beherbergungsverbot allerdings weiter.

Neufassung der Corona-Verordnung in der nächsten Woche
Die Landesregierung kündigte erneut eine „vereinfachte Neufassung der Corona-Verordnung“ an, dieses Mal für kommenden Freitag. Welche Lockerungen dann im Raum stehen, sagte die Regierungssprecherin allerdings nicht. Ursprünglich wollte die Landesregierung bereits in dieser Woche ein deutlich kompakteres Regelwerk vorlegen. Weil der Entwurf dafür aber immer noch 34 Seiten umfasste, wurde das Vorhaben um eine Woche verschoben. (Quelle: NDR, 03.07.20)

Nachsatz: Vielleicht fragt die Gesundheitsministerin einfach mal einen kompetenten Juristen, wie man das macht. Prof. Hans Michael Heinig (Uni Göttingen) wäre so jemand

 


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Freitag, 03.07.2020, 10.00 Uhr

Eine weitere Corona-Infektion im emsländischen Werlte, wobei es sich um den infizierten Schlachthofmitarbeiter in Sögel handeln könnte. Nach den neuen Zahlen sind im Emsland aktuell jetzt sieben Menschen infiziert.  Es gibt keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient, berechnet auf 100.000 Einwohner, liegt bei 144,3 (Zum Vergleich Niedersachsen: 167,1). Ca. 100  Emsländer*innen (- 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Weiterhin gibt es in Lingen (Ems) (76/72/4) keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 33 31 1 1
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 12 7 0 5
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 15 (+1) 14 0 1
 Gesamt* 469 (+1) 437 (+/- 0) 25 (+/- 0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle  7

Deutschland: Jetzt mehr als 9.000 CoViD-19-Tote

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland steigt um 446 auf 195.674, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle steigt um neun auf 9003. (Quelle: RKI, 03.07.20)


Portugal rettet Fluggesellschaft TAP

Ähnlich wie der Bund bei der Lufthansa springt auch der portugiesische Staat als Retter bei der nationalen Fluglinie TAP Air Portugal ein. Er übernehme die Kontrolle über die wegen der Corona-Pandemie schwer angeschlagene Fluggesellschaft, sagte Finanzminister João Leão. Mit den privaten Aktionären sei ein Abkommen zur Erhöhung des Staatsanteils am Aktienkapital der traditionsreichen Airline von bisher 50 auf 72,5 Prozent vereinbart worden.

Der Vereinbarung zufolge reduziert sich der Anteil des Konzerns Atlantic Gateway Medienberichten zufolge von bisher 45 auf 22,5 Prozent. Dafür zahlt der Staat 55 Millionen Euro, sagte Leão. Fünf Prozent des Aktienkapitals werden weiterhin von Mitarbeitern gehalten. Infrastrukturminister Santos hatte kürzlich bekräftigt: «TAP ist für Portugal zu wichtig, als dass das Land sich den Luxus leisten könnte, das Unternehmen zu verlieren.» Immerhin kämen 60 Prozent der Touristen mit der nationalen Airline ins Land. (Quelle: ARD, 03.07.20)


Zusammenfassung zur Nacht:

  • Bei Herman Cain, republikanischer Präsidentschaftskandidat von 2012, wurde CoViD-19 diagnostiziert und ins Krankenhaus eingeliefert. Im letzten Monat hatte Cain an der Kundgebung von Präsident Donald Trump in Tulsa, Oklahoma, teil genommen und unterstützte ihn bei einer Veranstaltung unterstützt, bei der sich demonstrativ die Teilnehmer ohne Gesichtsmasken eng zusammen gedrängt hatten, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.
  • Der US-Bundesstaat Florida hat am Donnerstag einen Negatiovrekorde gebrochen, als er über 10.000 neue Coronavirus-Fälle meldete. Dies ist laut einer Reuters-Bilanz der größte eintägige Anstieg des Staates seit Beginn der Pandemie. Neuinfektionen in Texas, Kalifornien, Florida und Arizona sind binnen 24 Stunden in einem Maße gestiegen, die seit April nicht mehr gesehen wurden.
  • Der US-Präsident Donald Trump feierte am Donnerstag aktuelle Arbeitsmarktzahlen, wonach die USA 4,8 Millionen Arbeitsplätze geschaffen hat und die Arbeitslosenquote im vergangenen Monat auf 11,1% gesunken ist, nachdem die Bundesstaaten begonnen hatten, Unternehmen die Wiedereröffnung nach dem Lockdown zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie zu ermöglichen. „Die heutige Ankündigung zeigt, dass unsere Wirtschaft wieder auf dem Vormarsch ist“, sagte Trump und ratterte verschiedene Sektoren ab, in denen laut Monatsbericht Beschäftigungszuwächse zu verzeichnen waren.
  • Der US-Bundesstaat Kansas ist mehreren anderen Staaten gefolgt, in denen Gesichtsbedeckungen verlangt wurden, zuletzt Indiana. Kansas verzeichnete letzte Woche einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen um 46,1%. Der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, sagte, die Fälle seien aktuell um 6,9% gestiegen. 
  • Die Zahl der bestätigten Covid-19 in Schweden hat am Donnerstag die 70.000-Marke überschritten, während die Zahl der Todesfälle laut Statistiken der Gesundheitsbehörden um 41 auf 5.411 gestiegen ist. Schweden verzeichnete 947 Neuinfektionen , womit sich die Infektionsgesamtzahl auf 70.639 beläuft. Bei erweiterten Tests sind im letzten Monat täglich neue Fälle aufgetreten, die die Raten in anderen Teilen der Europäischen Union weit übertroffen haben, wenn auch die Sterbefälle und Krankenhausaufenthalte nicht mehr so hoch sind wie noch im April.
  • Die Zahl der Todesfälle in Frankreich durch Covid-19 ist gegenüber dem Vortag um 14 auf 29.875 gestiegen, teilte das Gesundheitsamt des Landes mit. Die Zahl der im Krankenhaus behandelten CoViD-19-Petienten sank um 188 auf 8.148 und die Zahl der Menschen auf Intensivstationen um neun auf 573, wobei beide Zahlen wochenlange Abwärtstrends fortsetzten.
  • Die Zahl der Todesopfer in Brasilien hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums des Landes 61.884 erreicht; gestern waren es noch 60.632. Das ist eine tägliche Steigerung von 1.252. Brasilien hat 1.496.858 bestätigte Fälle des Virus, gegenüber 1.448.753 gestern. (Quelle: The Guardian, 03.07.20)
    (Quelle: The Guardian, 03.07.20)

Großbritannien – Zahlen


Niedersachsen: Verordnungsentwurf bei 34 Seiten

Die Corona-Verordnung in Niedersachsen sollen zum kommenden Montag, 6. Juli in Details gelockert werden. Das geht aus einem Entwurf der Landesregierung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Sollte dieser Bestand haben, sind dann unter Auflagen Veranstaltungen mit bis zu 500 Besuchern möglich. Ursprünglich wollte Rot-Schwarz bereits diese Woche eine „verschlankte und verständlicher formulierte Neufassung“ der aufgeblähten und in weiten Teilen unverständlichen Corona-Verordnung vorlegen. Weil „der erste Entwurf“ (NDR) dafür aber immer noch 34 Seiten umfasste, belässt es die Regierung jetzt vorerst bei einigen Detail-Änderungen und der Unverständlichkeit. (Quelle: NDR, 02.07.20)


Reiseveranstalter dürfen Gutscheine für Corona-Ausfälle ausstellen

Reiseveranstalter, die ihren Kunden wegen einer coronabedingt abgesagten Pauschalreise Geld zurückzahlen müssen, dürfen diesen als Alternative einen Gutschein anbieten. Einem entsprechenden Gesetzentwurf der Bundesregierung hat der Bundestag am Donnerstag zugestimmt. Die Kunden können sich für eine Rückzahlung des gezahlten Geldes oder für den Gutschein entscheiden.

Dem Entwurf zufolge sollen Pauschalreisende ihr Geld zurückverlangen können, wenn der Urlaub wegen der Coronavirus-Pandemie ausfällt. Eine ursprünglich geplante Gutscheinpflicht, die helfen sollte, Insolvenzen in der Reisebranche zu vermeiden, soll es nicht geben. Sie scheiterte am Widerstand der Brüsseler EU-Kommission. Verbraucher, die ihre Pauschalreise vor dem 8. März gebucht haben, können aber freiwillig einen Gutschein wählen, dessen Wert auch dann staatlich abgesichert ist, wenn Anbieter Pleite gehen. (Quelle: DPA, 02.07.20)


Schweiz beschränkt Einreise aus 29 Ländern

Um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, setzt die Schweiz 29 Länder auf den Corona-Index. Wer aus diesen Staaten ab dem 6. Juli in die Schweiz einreisen will, muss sich in Quarantäne begeben, teilte die Regierung in Bern mit.
Zu den betroffenen Ländern zählen die USA, Schweden, Brasilien und Russland. Auf der Liste der Risikoländer stehen außerdem Tourismus-Hotspots wie Israel, Südafrika und die Kapverden. Alle diese Staaten stellten ein hohes Infektionsrisiko dar. Besucher, die in den 29 Ländern in den vergangenen zwei Wochen Zeit verbracht hätten, müssten die Schweizer Behörden sofort bei ihrer Ankunft informieren und sich dann für zehn Tage in Selbstisolation begeben. (Quelle: Reuters, 02.07.20)


Deutschland: Hilfe für Profivereine

Die Profivereine der ersten und zweiten Ligen im Basketball, Handball, Eishockey und Volleyball sowie der dritten Fußball-Liga erhalten für den Wegfall ihrer Zuschauereinnahmen insgesamt 200 Millionen Euro Nothilfe vom Bund. Ein entsprechender Nachtragshaushalt zur Finanzierung des Konjunkturpakets hat der Bundestag heute beschlossen.

Auch die Profiteams der Frauen können Hilfen beantragen. Das Paket dient dazu, Vereinen, die durch die Corona-Krise in wirtschaftliche Schieflage geraten sind, zu helfen und drohende Insolvenzen im Sportbereich zu verhindern. „Wir empfinden es als ermutigendes und wichtiges Signal der Bundespolitik, dass unser Werben um massive Unterstützung des Sports in dieser schwierigen Zeit auf positive Resonanz getroffen ist“, sagte Alfons Hörmann, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes. (Quelle: ARD, 02.07.20)


Elphi wieder am Start

Die Elbphilharmonie startet am 1. September wieder mit dem Konzertbetrieb vor Publikum. Statt 2.100 dürfen aber nur 620 Menschen im Saal sitzen. Im Konzerthaus gelten die Abstandsregeln. Laufwege wurden extra eingerichtet. Auf den Sitzplätzen im Konzertsaal und in den Foyers besteht keine Maskenpflicht.
Auch das Programm sieht Corona-bedingt anders aus als geplant. Statt mit der Alpensinfonie von Richard Strauß für ein 100-Mann-Orchester startet das NDR Elbphilharmonie Orchester vom 1. bis zum 5. September in sieben Konzerten mit sämtlichen Sinfonien von Johannes Brahms und Violinkonzerten. Die Konzerte dauern jeweils eine Stunde. Eine Pause gibt es nicht, dafür werden die meisten Programme zwei Mal hintereinander gespielt, damit möglichst viele Menschen wieder ein Live-Konzert erleben können. Der Vorverkauf für diese Konzerte beginnt am 4. August. (Foto: Elbphilharmonie via Pixabay, Quelle: NDR, 02.07.20)


Aida bis Ende August vor Anker

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihre Fahrten bis Ende August abgesagt. In vielen weltweiten Destinationen seien die Bedingungen für ein sicheres Reisen noch nicht gegeben, teilt das Unternehmen an seinem Sitz in Rostock mit. Die Kreuzfahrtsaison von Aida Cruises war im März zunächst bis April unterbrochen worden. Bereits mehrfach wurde danach um jeweils einen Monat verlängert.

Ausgenommen von der Verlängerung der Saisonunterbrechung bis Ende August seien einzelne Abfahrten von Aida Perla, Aida Prima und Aida Diva ab dem 15. August, von Aida Bella ab dem 30. August und von Aida Sol ab 25. August, heißt es auf der Internetseite des Kreuzfahrt-Anbieters. „Derzeit sind wir zuversichtlich, dass diese Reisen stattfinden können.“ Die Aida Sol zum Beispiel soll auf einer zehntägigen Reise Norwegens Fjorde ansteuern, die Aida Perla Norwegens Küste. (Foto: CC im Archiv v. 07.04.20; Quelle: t-online, 02.07.20)


Corona: Airbus in Norddeutschland streicht

5.100 Arbeitsplätze will Airbus wegen der Corona-Krise an den deutschen Standorten streichen – das hatte der europäische Flugzeugbauer schon am Dienstagabend mitgeteilt. Am Donnerstag hat die Geschäftsführung nun erstmals mit den Betriebsräten an den deutschen Standorten über Details gesprochen, wie Stellen abgebaut werden sollen. Demnach gibt es laut Arbeitsdirektor Marco Wagner an allen norddeutschen Standorten zusammen 3.160 Arbeitsplätze, die aktuell und in den kommenden Jahren nicht benötigt würden.

In Hamburg sollen nach Informationen von NDR 90,3 rund 2.260 Jobs wegfallen. Besonders stark ist auch das Werk in Stade betroffen, wo 350 Stellen gestrichen werden. In Bremen stehen rund 440 Stellen auf der Streichliste. 1.100 Leiharbeiter hat Airbus seit Beginn der Corona-Krise bereits nach Hause geschickt. Mit den Betriebsräten wird jetzt auch darüber verhandelt, ob und wie die verbliebenen Beschäftigten ihre Arbeitszeit verringern – und so die Arbeit auf möglichst viele Schultern verteilen können.

Zuvor hatte Airbus an die Bundesregierung appelliert, die gesetzliche Kurzarbeit auf zwei Jahre zu verlängern. Dadurch könnten etwa 1.500 der bedrohten Jobs erhalten werden, sagte Airbus-Vorstandsmitglied Michael Schöllhorn. Die Gewerkschaft IG Metall Küste hatte vor vor einem überzogenen Stellenabbau aufgrund der Corona-Krise gewarnt. (Quelle: NDR, 02.07.20)


Hotspot Greiz: 69 Krankenhaus-Beschäftigte waren infiziert

In Greiz waren 69 Beschäftigte eines Krankenhauses mit dem Coronavirus infiziert. Das berichtete „Die Zeit“ in ihrer heutigen Ausgabe. Das Greizer Kreiskrankenhaus in Thüringen hat die Zahl der Infizierten bestätigt, die sich zwischen dem 19. März und dem 18. Mai positiv getestet worden sind.

Seither seien keine neuen Corona-Fälle innerhalb der Klinikbelegschaft nachgewiesen worden, teilte das Krankenhaus am heutigen Donnerstag mit. Unklar sei, ob die Mitarbeiter sich im beruflichen oder privaten Umfeld infiziert hatten.

Den in dem „Zeit“-Bericht geäußerten Verdacht, mehr positive Fälle seien nur deshalb nicht erkannt worden, weil nur zurückhaltend auf eine Infektion getestet worden sei, wies die Klinik zurück. Auch aus Sicht des Gesundheitsamtes seien die „Testkapazitäten im Klinikum Greiz zu jeder Zeit ausreichend“ gewesen. wieviele Beschäftigte getestet wurden, blieb indes offen.

Der Kreis Greiz mit lediglich rund 98 000 Einwohnern war lange der größte Hotspot der Corona-Pandemie in Thüringen und sorgte mit hohen Infektionsraten auch bundesweit für Aufsehen. Nach Zahlen des Sozialministeriums sind bisher in dem Landkreis 669 Menschen positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden, 48 sind an oder mit einer solchen Infektion gestorben.

Unterdessen verharrt die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen in Thüringen auf niedrigem Niveau. Insgesamt haben sich in dem Bundesland seit Beginn der Pandemie laut Staatskanzlei bislang 3260 Menschen nachweislich infiziert. Schwer verlaufen ist die Infektion den Angaben zufolge bei 102 Erkrankten, die auf Intensivstationen behandelt werden mussten. 181 Menschen mit einer Corona-Infektion starben. Nach Schätzungen sind in Thüringen 3050 Menschen wieder genesen. (Quelle: TSP, 02.07.20)


Volkszählung 2021 wird verschoben

Die für das kommende Jahr geplante Volkszählung soll wegen der Coronavirus-Pandemie verschoben werden. Die Vorbereitungsarbeiten hätten nicht wie geplant durchgeführt werden können, erklärte das Bundesinnenministerium auf Anfrage. Deshalb sei geplant, den Zensus um ein Jahr zu verschieben. Dafür muss das Zensusgesetz geändert werden, was noch vom Kabinett und danach von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden muss.


Thüringen prüft Lockerungen bei sexuellen Dienstleistungen

Die Thüringer Landesregierung denkt über Lockerungen von Corona-Einschränkungen im Bereich Prostitution und sexuelle Dienstleistungen nach. Man stehe in Kontakt mit zwei Branchenverbänden, um Möglichkeiten für Lockerungen zu prüfen, sagte ein Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums der Nachrichtenagentur dpa. Die aktuelle Thüringer Grundverordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie läuft am 15. Juli aus und muss verlängert oder angepasst werden. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kündigte in einem Interview mit der Zeitung „Thüringer Allgemeinen“ an, dass die derzeit geltenden Beschränkungen noch den gesamten Sommer über gelten sollen.

Seit Mittwoch dürfen in den benachbarten Niederlanden alle Sexarbeiter wieder uneingeschränkt ihrem Gewerbe nachgehen. „Red Light United“, die Interessenvereinigung der Sexarbeiter in Amsterdam, atmet durch. Sie erwartet jedoch nicht, dass der Betrieb schnell wieder voll anlaufen werde. Der sonst verpflichtende 1,5-Meter-Abstand gilt -welch‘ Überraschung-im Sexgewerbe übrigens nicht. Auch Handschuhe oder Masken sind nicht Pflicht. Freier müssen ihre Hände waschen und desinfizieren. „Hinterher wird alles, was angefasst wurde, wie Bett oder Türklinken desinfiziert“, sagte die Vorsitzende von RLU.

(Quelle: Tagesschau, RND, twitter, 02.07.20)


Infiziertenzahl im Grenzdurchgangslager Friedland steigt auf 59

Im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen ist die Zahl der Corona-Infektionen weiter gestiegen. Dort haben sich insgesamt 59 Personen mit dem Virus angesteckt, sagte eine Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen der Nachrichtenagentur epd. Unter den Betroffenen sind 49 Spätaussiedler, drei Asylsuchende und sieben Beschäftigte.
(Quelle: NDR, 02.07.20)



Hochschulen: „Weitgehend digitales Wintersemester“

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) geht angesichts der Corona-Pandemie von einem in großen Teilen digitalen Wintersemester an den Universitäten aus. Ein Austausch im Senat der HRK habe gezeigt, dass die Leitlinie lauten müsse, „so viel Präsenz wie möglich, aber nur im Rahmen des Verantwortbaren“, erklärte Präsident Peter-André Alt.

Es sei von einem Semester mit Schwerpunkt auf digitalen Angeboten auszugehen – wo immer vertretbar aber kombiniert mit Präsenzangeboten. Die Situation sei dabei vor allem je nach Fach sehr unterschiedlich. „In experimentellen Fächern etwa kann auf das Lernen im Labor nicht lange verzichtet werden, im Sport- und im Medizinstudium etwa nicht auf praktische Übungen“, erklärte Alt. „Das Fächerspektrum der künstlerischen Hochschulen wiederum erfordert einen hohen Anteil an Kleingruppen- und Individualstudium.“

Eine Forderung nach einer sofortigen vollständigen Rückkehr in den Präsenzbetrieb bezeichnete die HRK in ihrer Stellungnahme aber als „verfehlt“. In der Organisation sind staatliche und staatlich anerkannte Hochschulen zusammengeschlossen. Unter anderem vertritt sie deren Interessen in politischen Fragen. (Quelle: TSP, 02.07.20)


Hilfe für freie Orchester und Ensembles

Der Bund will 27 freie Orchester und Ensembles mit jeweils bis zu 200.000 Euro unterstützen. Sie erhalten das Geld aus dem Corona-Hilfsprogramm „Orchester vor neuen Herausforderungen“. Gefördert werden unter anderem die Akademie für Alte Musik Berlin, das Ensemble Musikfabrik und das Mahler Chamber Orchestra.

Kulturstaatsministerin Grütters erklärte dazu, die Coronakrise habe die freien Ensembles und Orchester hart getroffen. In dieser Notsituation sei es dem Bund wichtig, schnell Hilfe zu leisten. Ziel des Programms ist es demnach, den Musikern so schnell wie möglich den Wiederbeginn ihrer künstlerischen Arbeit zu ermöglichen. Das einmalige Hilfsprogramm läuft bis Ende des Jahres 2020. (Quelle: TSP, 02.07.20)


Emsland: Offizielle Fallzahlen am Donnerstag, 02.07.2020, 10.00 Uhr

Zwar wurde gestern ein weiterer Infektionsfall im Weidemark Schlachthof in Sögel gemeldet. Der Betroffene wohnt aber offenbar nicht im Landkreis Emsland; denn auch nach den neuen Zahlen sind im Emsland weiterhin nur sechs Menschen aktuell infiziert.  Es gibt keine neuen Infektionen und auch keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient berechnet auf 100.000 Einwohner liegt bei 144,0 (Zum Vergleich Niedersachsen: 167,1). Ca. 110  Emsländer*innen (+ 10) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Weiterhin gibt es in Lingen (Ems) (76/72/4) keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 33 31 1 1
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 12 7 0 5
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
 Gesamt* 468 437 25 (+/-0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 6

(02.07.20)


Kein Kurzarbeitergeld: Minijobber besonders hart von Coronakrise betroffen

Minijobber sind Experten zufolge besonders hart von der Corona-Krise betroffen, da sie keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben. „Die Corona-Krise verstärkt die Probleme des Niedriglohnsektors – vor allem für Minijobberinnen und Minijobber. Ohne das Sicherheitsnetz des Kurzarbeitergeldes erleiden sie als erste Einkommenseinbußen oder verlieren ihre Arbeit“, sagt der Vorstand der Bertelsmann Stiftung, Jörg Dräger.

So ging die Beschäftigungsquote bei Minijobbern, die aus diesen Jobs ihren Haupterwerb bestreiten, im März bereits um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zurück, wie aus einer am Donnerstag publizierten Studie hervorgeht, die DIW Econ, eine Tochter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), im Auftrag der Stiftung durchgeführt hat. Da Minijobber keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung zahlen, entfällt ihr Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Um kommende Krisen besser abfedern zu können, empfehlen die Studienautoren, die Schwelle für Minijobs von 450 auf 250 Euro zu senken. So müssten mehr Beschäftigte Sozialversicherungsbeiträge leisten, wären dadurch aber auch in Krisenzeiten besser abgesichert. (Foto: CC s. 17.04.20/Spezialseite; Quelle: TSP, 02.07.20)


USA: Höchste Infektionszahl seit dem Corona-Ausbruch

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA ist auf eine neue Rekordhöhe gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wurden 52.898 neue Ansteckungsfälle verzeichnet, wie die Johns-Hopkins-Universität am Mittwoch mitteilte. Dies ist die höchste Zahl seit Ausbreitung des neuartigen Virus in die Vereinigten Staaten.  Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in den USA hat sich im vergangenen Monat fast verdoppelt. Besonders im Süden des Landes breitet sich das Virus weiter aus.

Die USA sind das mit Abstand am härtesten von der Pandemie heimgesuchte Land der Welt. Die Gesamtzahl der Infektionsfälle liegt nach Angaben der Universität inzwischen bei 2,682 Millionen. Die Zahl der verzeichneten Todesopfer stieg zuletzt binnen 24 Stunden um weitere 706 und lag damit bei insgesamt 128.028.

Die Rate der Infektionen hatte in den USA in den vergangenen Wochen wieder deutlich zugenommen. Kritiker bezeichneten deswegen die Lockerungen der Restriktionen des öffentlichen Lebens als voreilig. Diese Lockerungen wurden inzwischen in mehreren Regionen des Landes teilweise wieder rückgängig gemacht.

So dürfen etwa in Los Angeles und zahlreichen weiteren kalifornischen Städten Restaurants keine Gäste mehr in Innenräumen bewirten. Die Maßnahme gilt für mindestens drei Wochen, wie der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom am Mittwoch sagte.

Der Druck auf US-Präsident Trump wächst stetig. Gefährlich werden könnte für Trump vor allem, dass der US-Corona-Experte Fauci derzeit vor bis zu 100.000 Neuinfektionen pro Tag warnt.

Große Sorgen gibt es in den USA auch mit Blick auf den Unabhängigkeitstag am kommenden Samstag: Am 4. Juli zieht es die US-Bürger zu Familientreffen und Picknicks ins Freie, außerdem gibt es große Feuerwerke. Für Washington hat US-Innenminister David Bernhardt inzwischen angekündigt, es werde das Größte, solange man zurückdenken könne. Trump dankte ihm

Los Angeles hat inzwischen die Feuerwerke abgesagt und auch die Pazifik-Strände am Wochenende gesperrt. Mehrere Bezirke in Florida sperrten ebenfalls ihre Strände, um dem erwartete Ansturm von Besuchern vorzubeugen. Donald Trump sagte derweil am Mittwoch im Gespräch mit dem Fernsehsender Fox Business.

Die Wirtschaft wird sich bald wieder erholen und das Virus wird irgendwann gewissermaßen einfach verschwinden.
US-Präsident Donald Trump

Die US-Demokraten werfen Trump angesichts solcher Äußerungen vor, im Kampf gegen das Coronavirus kapituliert zu haben – und das obwohl die Pandemie in den USA immer mehr Opfer fordert. (Quelle: ARD, 02.07.20)


Israel: Corona-Infektionen erreichen neuen Höchstwert

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Israel ist auf einen neuen Rekordwert geklettert. Wie das Gesundheitsministerium am späten Mittwochabend mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 868 neue Fälle registriert. Das ist der höchste Ein-Tages-Wert, der in Israel seit dem Ausbruch der Pandemie registriert wurde. Der bisherige Höchstwert stammt mit 819 vom 3. April.

In der Nacht zum Donnerstag wurden daher neue Beschränkungen verkündet. Verschiedene Viertel in Lod bei Tel Aviv sowie in der Hafenstadt Aschdod sollten für mindestens eine Woche abgeriegelt werden. Auch in den Palästinensergebieten soll von Freitag an ein fünftägiger Lockdown in Kraft treten.

In Israel und den Palästinensergebieten war die Pandemie zunächst glimpflich verlaufen. Nach Lockerungen sind die Zahlen der Infizierten jedoch seit gut einem Monat stark angestiegen.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 bisher bei 26.257 Menschen in Israel nachgewiesen worden, 322 Infizierte sind gestorben. In den Palästinensergebieten gibt es bisher 2758 bekannte Infektionsfälle mit dem Coronavirus, acht Menschen starben. (Quelle: TSP, 02.07.20)


Deutschland-Zahlen

Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut zufolge 503 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 195.228 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8994 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von neun im Vergleich zum Vortag. Etwa 180.300 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 500 mehr als noch einen Tag zuvor. (Quelle: RKI, 02.07.20)


Brasilien mit mehr als 60.000 Toten

Die Zahl der Todesfälle durch das Coronavirus in Brasilien ist auf über 60.000 gestiegen. Am Mittwoch seien 1016 Menschen in Verbindung mit dem Virus gestorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sind es bereits 60.610 Tote. Die Zahl der bekannten Infektionen legte demnach um 45.482 auf knapp 1,5 Millionen zu. Das ist die zweithöchste Zahl weltweit nach den USA.
Brasilien wird von dem rechtsgerichteten Präsidenten Bolsonaro regiert. (Quelle: ARD, 02.07.20)


Indien: Mehr als 600.000 Infektionsfälle

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Indien ist nach Behördenangaben auf mehr als 600.000 gestiegen. Demnach gibt es in dem Land 604.641 Fälle, von denen 100.000 in den vergangenen vier Tagen gemeldet worden waren. Von Behördenseite wurden 19.148 neue Fälle in den vergangenen 24 Stunden gemeldet.

Laut Gesundheitsministerium betrug die Zahl der Todesfälle mit einer Ansteckung in Indien 17.834. Trotz des Anstiegs machte der westindische Staat Goa heute für den Tourismus auf. Goa ist ein beliebtes Ziel für Rucksacktouristen. Die staatliche Regierung erlaubte 250 Hotels, nach mehr als drei Monaten wieder zu öffnen. Touristen müssen entweder ein Zertifikat bei sich tragen, dass sie negativ auf das Coronavirus getestet wurden, oder bei der Ankunft getestet werden. In Goa hat es bislang 1387 positive Fälle geben. Es gab vier Todesfälle mit dem Coronavirus. (Quelle: Tagesschau, 02.07.20)


Karibik-Staate öffnen Grenzen

Mehrere Karibikstaaten lassen nach Corona-bedingter Schließung inzwischen wieder Touristen ins Land. Die Dominikanische Republik und die Bahamas öffneten heute ihre Grenzen. In beiden Ländern sind damit unter anderem Hotels und Strände wieder für Besucher zugänglich. Es gelten allerdings Kapazitätsbeschränkungen und Hygieneauflagen. Das größte Ferienresort der Bahamas, Atlantis Paradise Island, entschied jedoch kurzfristig, seine Wiedereröffnung wegen steigender Corona-Zahlen in den USA auf Ende Juli zu verschieben. Aufgrund der Nähe der beiden Länder kommt die Mehrheit der Bahamas-Touristen aus den USA.

Auf den Bahamas wurden bisher 104 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und elf Todesfälle infolge einer Covid-19-Erkrankungen offiziell registriert. Die Dominikanische Republik hingegen hat mit 33.387 positiven Tests und 754 Todesopfern die höchsten Fallzahlen in der Karibik. Der Tourismus – unter anderem durch Kreuzfahrten – ist für viele Länder in der Region die wichtigste Einnahmequelle. (Quelle: TSP, 02.07.20)



Chile verlängert Ausgangsbeschränkungen

Angesichts der weiter steigenden Infektionen mit dem Coronavirus hat die chilenische Regierung die strengen Ausgangsbeschränkungen in Teilen des südamerikanischen Landes erneut verlängert. Die Quarantäne für den Ballungsraum rund um die Hauptstadt Santiago de Chile sowie einige weitere Bezirke im Rest des Landes gelte noch mindestens bis Ende kommender Woche, teilte das Gesundheitsministerium mit. In den betroffenen Gebieten lebt mehr als die Hälfte aller Chilenen.

Bislang haben sich in Chile 282.043 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. 5753 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Viele Krankenhäuser haben ihre Belastungsgrenze bereits erreicht. (Quelle: Tagresschau, 01.07.20)


Doch noch: UN-Sicherheitsrat beschließt Corona-Resolution

Der UN-Sicherheitsrat hat doch noch die Forderung von UN-Generalsekretär Antonio Guterres vom 23. März nach einem globalen Waffenstillstand inmitten der Pandemie unterstützt und nach monatelangen Gesprächen eine Resolution verabschiedet, die einen Kompromiss zwischen den USA und China enthält.

Die von Frankreich und Tunesien ausgearbeitete Entschließung fordert, dass „alle Parteien bewaffneter Konflikte mindestens 90 aufeinanderfolgende Tage lang unverzüglich eine dauerhafte humanitäre Pause einlegen“, um die Bereitstellung humanitärer Hilfe zu ermöglichen.

Die Verhandlungen wurden durch eine Pattsituation zwischen China und den USA über die Forderung nach Unterstützung für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erschwert. Die USA lehnten jeden Hinweis auf die global agierende WHO in der Resolution ab, während China unbedingt das Gegenteil wollte.

US-Präsident Donald Trump hatte im Mai unterstrichen, Washington werde aus der in Genf ansässigen WHO wegen ihres Umgangs mit der Pandemie austreten. Die WHO sei „China-zentriert“ und fördere Chinas „Desinformation“. Die WHO trat diesen Behauptungen entgegen.

Die jetzige Entschließung erwähnt die WHO nicht ausdrücklich; sie verweist aber auf eine Entschließung der Generalversammlung der Vereinten Nationen, die dies tut. Richard Gowan, UN-Direktor der International Crisis Group, sagte: „Wir haben das UN-Sicherheitsrat wirklich in seiner schlimmsten Form erlebt. Dies ist ein wirklich dysfunktionales Gremium.“(Quele: The Guardian, 01.07.20)


Christliche Vorgabe 1. Buch Mose 2.2 und 3:
In Niedersachsen von August erst einmal ausgesetzt?

Um die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln, will Niedersachsen zwischen August und November vier verkaufsoffene Sonntage genehmigen. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Ziel der Maßnahme sei es, die Innenstädte wieder zu beleben, sagte Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Außerdem könnten verkaufsoffene Sonntage angesichts der drohenden Pleitewelle im Handel die Not etwas lindern.

Von Gesetzes wegen muss ein verkaufsoffener Sonntag an einen besonderen Anlass gekoppelt sein – wie ein Stadtfest oder eine Messe. Da solche Veranstaltungen wegen der Corona-Beschränkungen derzeit nicht stattfinden, will  Christdemokrat Althusmann ausnahmsweise die verkaufsoffenen Sonntage ohne konkreten Anlass ermöglichen. Auf diese Weise solle „ein Signal gesetzt“ werden.

Der Minister sei „derzeit“, meldete NDR Niedersachsen,  in Gesprächen mit Kirchen, Gewerkschaften und Handel, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Dass dies gelingt, ist momentan allerdings fraglich; von der Gewerkschaft ver.di kommt nämlich massiver Widerstand. Verkaufsoffene Sonntage könnten weder den Konsum ankurbeln noch Insolvenzen verhindern, sagte ver.di-Landeschef Detlef Ahting. Er verwies auf den besonderen Schutz des Sonntags im Grundgesetz. Verkaufsoffene Sonntage würden vor allem großen Ketten nutzen, nicht aber kleinen Läden. Die Gewerkschaft schließt Klagen nicht aus, falls die Geschäfte sonntags ohne konkreten Anlass öffnen dürfen. (Quelle: NDR, 01.07.20)


Apple: 77 Stores in den USA geschlossen

Apple muss in den USA wieder Läden schließen. Betroffen sind mehr als zwei Dutzend Geschäfte in sieben Bundesstaaten. Insgesamt sind damit in den USA derzeit 77 von etwa 270 Apple-Stores nicht geöffnet.

Im März hatte Apple wegen der Pandemie zunächst sämtliche Geschäfte geschlossen. Nachdem sich die Corona-Lage dann entspannt hatte, mussten wegen steigender Infektionszahlen zuletzt bereits u.a. in Florida wieder Läden den Betrieb einstellen. Apple  will seine Mitarbeiter/innen im Einzelhandel auch während der Schließung weiter bezahlen. Von der jüngsten Schließungswelle ist nicht zuletzt auch Kalifornien betroffen, wo Apple in Cupertino seinen Konzernsitz hat. Der Bundesstaat an der US-Westküste gehört derzeit zusammen mit Florida zu den CoViD-19-Brennpunkten. Apple hat daneben auch Stores in  Alabama, Georgia, Idaho, Louisiana, Nevada and Oklahoma geschlossen. (Quelle: ntv, 01.07.20)


Corona-Mutation


Zusammenfassung zur Nacht:

  • Covid-19-Fälle passieren weltweit 10,5 Millionen. Laut Johns-Hopkins- Universität gibt es derzeit weltweit 10.501.482 bestätigte Corona-Fälle mit mindestens 511.909 Todesfällen in 188 Ländern und Regionen.
    In der vergangenen Woche wurden täglich über 160.000 Coronavirus-Fälle gemeldet. Die weltweite Coronavirus-Pandemie beschleunigt sich, sagte die Weltgesundheitsorganisation und wies darauf hin, dass im Juni mehr als die Hälfte aller Fälle seit Beginn der Pandemie gemeldet wurden.
  • Die Zahl der Todesopfer in Brasilien liegt jetzt bei über 60.000. Am Mittwochnachmittag gab ein Zusammenschluss brasilianischer Nachrichtenagenturen bekannt, dass die Zahl der Todesopfer des Landes um 538 auf 60.194 gestiegen ist, was bedeutet, dass sie sich im letzten Monat verdoppelt hat.
    Gleichzeitig hat Brasilien die Einreise von Ausländern in das Land aufgrund der CoViD-19-Pandemie für einen Monat beschränkt.
  • Die weltweite Touristikwirtschaft wird durch Covid-19 bis zu 3,3 Billiarden USD verlieren. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten UN-Studie trifft es am meisten die USA. Sie  verlieren 538 Mrd. USD oder 3% des BIP
  • Nach Arkansas hat auch der US.Bundesstaat Kalifornien reagiert. Im ganzen US-Bundesstaat sind jetzt alle Bars, Restaurants, Kinos,Weingüter, Museen, Zoos und ähnlichen Einrichtungen geschlossen. Die Maßnahmen sollen drei Wochen dauern und sind die Folge des rasanten Anstiegs der Corona-Infektionen.
  • Ryanair-Piloten haben einer Lohnkürzung von 20% zugestimmt, um den Verlust von Arbeitsplätzen zu begrenzen. Die Pilotengewerkschaft Balpa gab bekannt, dass 96% ihrer Ryanair-Mitglieder für die zeitweise Lohnkürzung gestimmt haben, um den Abbau von bis zu 3.000 Stellen bei Europas größter Billigfluggesellschaft zu vermeiden.
  • Die Palästinensische Autonomiebehörde hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen eine fünftägige Sperrung des gesamten Westjordanlands angekündigt. Zuvor hatte sich die Gesamtzahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in der West-Bank nach der Lockerung früherer Beschränkungen mehr als verdoppelt.
    (Quelle: The Guardian, 01.07.20)

Volkswagen baut keine Fabrik in der Türkei

Volkswagen hat angekündigt, wegen der Coronavirus-Pandemie das umstrittene neue Werk in der Türkei nicht zu bauen. Die Pläne für den Standort, der zuvor wegen der Offensive von Ankara im Nordosten Syriens ausgesetzt war, wurden jetzt aufgegeben.

Volkswagen hatte im vergangenen Jahr zunächst seine Entscheidung über die Fortsetzung der Fabrik verschoben, nachdem die Türkei in Syrien einmarschiert war. VW-Chef Herbert Diess hatte seinerzeit die Entscheidung damit verteidigt, die Planung einer Fabrik inmitten militärischer Spannungen sei „völlig unverantwortlich“. Jetzt war es schließlich die Pandemie, die die Pläne für das VW-Werk zunichte machte, das 4.000 Menschen beschäftigt hätte.

VW-Sprecher Christoph Ludewig bestätigte die Entscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP: „Der Hintergrund ist, dass die Coronavirus-Pandemie Auswirkungen auf die Automärkte hatte und die Situation anders ist als vor der Korona.“ (Quelle: The Guardian, 01.07.20)


Deutschland sichert Remdesivir

Deutschland hat vorerst genügend Vorräte an Remdesivir gesichert. Das Ebola-Medikament wird voraussichtlich in Europa die erste zugelassene Covid-19-Behandlung sein. Das Gesundheitsministerium in Berlin sagte, man setze auf das kalifornische Pharmaunternehmen Gilead, um den künftigen Bedarf zu decken.

„Die Bundesregierung hat frühzeitig Remdesivir für die Behandlung von Coronavirus-Patienten gesichert. Derzeit gibt es noch genügend Reserven “, hieß es aus dem  Ministerium gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Mit seiner bedingten Marktzulassung, die voraussichtlich diese Woche von der EU-Kommission erteilt wird, sei die Verpflichtung verbunden, künftig ausreichende Mengen zu liefern. „Wir vertrauen darauf, dass Gilead dieser Verpflichtung nachkommt“, sagte das Ministerium. (Quelle: The Guardian, 01.07.20)



Corona-Krise sorgt weiter für viele Arbeitslose

Mittlerweile sind die Auswirkungen von Corona auf den Arbeitsmarkt in Deutschland an vielen Stellen sichtbar, schreibt die Agentur für Arbeit auf ihrer Webseite. Die Folgen der Coronavirus-Pandemie haben auch im Juni die Arbeitslosenzahl in Deutschland nach oben getrieben. Sie stieg von Mai auf Juni um 40.000 auf 2,853 Millionen. Das sind 637.000 mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote legte von Mai auf Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent zu.

Kurzarbeit verhinderte einen noch stärkeren Anstieg der Arbeitslosigkeit. Nach vorläufigen hochgerechneten Daten hätten im April 6,83 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld erhalten. Das war etwa jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Deutschland.

„Der Arbeitsmarkt ist wegen der Corona-Pandemie weiterhin unter Druck“, sagte BA-Chef Detlef Scheele. „Der massive Einsatz von Kurzarbeit stabilisiert aber den Arbeitsmarkt.“ Für die Jahreszeit üblich ist im Juni ein Rückgang der Arbeitslosenzahl. Unter Herausrechnung der jahreszeitlichen Schwankungen stieg die Arbeitslosenzahl um 69.000.

Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt in Norddeutschland auch im Juni weiter belastet. Viele Unternehmen setzen zudem auf Kurzarbeit. Immerhin haben in den Tourismus-Regionen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Vergleich zum Mai dank der Lockerungen wieder mehr Menschen eine Beschäftigung. Hamburg meldet mit knapp 87.775 Menschen den höchsten Arbeitslosenstand seit 13 Jahren. Die aktuelle Zahl liegt rund 23.000 über der vom Juni 2019 und rund 3.350 höher als im Vormonat. Immerhin: Seit sich die Corona-Pandemie im März erstmals massiv auf die Wirtschaft ausgewirkt hat, sind die Arbeitslosenzahlen von Monat zu Monat immer langsamer gewachsen und das obwohl im Juni auch noch eine saisonbedingte Komponente dazu kommt. Zu den Sommerferien stellen Unternehmen in der Regel weniger ein. Allerdings suchen Unternehmen in Hamburg noch Auszubildende: Aktuell gibt es mehr als 4.300 freie Plätze.

Schleswig-Holstein und Mecklenburg melden etwas weniger Arbeitslose als noch im Mai, wenn auch im Vergleich zum Juni des Vorjahres 25,5 % mehr (S-H) zw. 20,2 % (MV).

Auch die Arbeitslosenzahl in Niedersachsen-Bremen ist nochmals gestiegen, jedoch deutlich geringer als zuletzt: 264.855 Menschen waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg zum Vorjahr um 51.966 Menschen an. Das entspricht einem Zuwachs von 24,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6 Prozent. Im Vergleich um Vormonat sind 3.267 Menschen mehr Menschen ohne Arbeit (+1,2 Prozent). 

Auch die Anzahl der Arbeitslosen im Emsland und der Grafschaft Bentheim ist im Juni nur noch leicht angestiegen. Die Arbeitslosenquote liegt im Bezirk der Arbeitsagentur Nordhorn aktuell bei 3,3 Prozent (= 8.659) und ist damit um ein Drittel, d.h. 1,1 Prozent (=2.818) höher als im Juni 2019. Man hoffe, dass der Scheitelpunkt damit erreicht sei und sich der Arbeitsmarkt wieder beruhige, so Achim Haming, Chef der Nordhorner Arbeitsagentur. Viele Betriebe hätten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zudem Kurzarbeitergeld beantragt und so vorerst auf Kündigungen verzichtet. Viele Betriebe seien aufgrund der anhaltenden Pandemie aber noch vorsichtig bei Neueinstellungen, so Haming weiter. Im vergangenen Monat seien der Arbeitsagentur nur 587 neue Stellen gemeldet worden. Damit liege dieser Wert deutlich unter den üblichen Zahlen.

(Quelle: ARD/NDR/EVW, 01.07.20)



Griechenland öffnet Grenzen

Griechenland hat alle seine Flughäfen auf den Inseln und in den Ferienregionen des Festlandes für Auslandsflüge geöffnet. Erstmals nach Ausbruch der Corona-Pandemie sind am Vormittag Charterflugzeuge aus Deutschland auf dem Flughafen der griechischen Ferieninsel Kreta gelandet und wurden feierlich mit Musikanten empfangen, wie das griechische Fernsehen zeigte.

Ärzte führen in allen Flughäfen Kontrollen durch. Reisende nach Griechenland müssen sich mindestens 48 Stunden vor der Ankunft elektronisch anmelden und angeben, wo sie vorher waren und wo sie sich in Griechenland aufhalten werden. Ein Algorithmus errechnet, ob und welche Reisende nach ihrer Ankunft einen Corona-Test machen müssen, berichtete das Staatsfernsehen. Wer positiv getestet wird, muss sich 14 Tage lang in speziell eingerichteten Isolierunterkünften in Hotels aufhalten. Die Kosten übernimmt der griechische Staat.

Auch mit der Fähre aus Italien können Urlauber wieder nach Griechenland reisen. Das Land hat seine Häfen von Patras und Igoumenitsa für den Tourismus geöffnet. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie waren nur kommerzielle Transporte mit Fähren zwischen den Häfen der Adria und des Ionischen Meeres möglich. Auf dem Landweg können Urlauber nur über Bulgarien (Grenzübergang Kulata/Promachonas) nach Griechenland reisen. Alle anderen Übergänge sind zwar geöffnet, Reisende können aber nur im Ausnahmefall einreisen, erklärte die Regierung.

Der Tourismus ist die wichtigste Wirtschaftsbranche Griechenlands. Vergangenes Jahr besuchten mehr als 33 Millionen Urlauber das Land. (Quelle: Tagesschaum 01.07.20)


Kabinett lockert Einreisebeschränkungen für 11 Länder

Das Bundeskabinett hat auf seiner wöchentlichen Sitzung in Berlin grünes Licht für die erleichterte Einreise von Bürgern aus elf Drittstaaten gegeben. Das sind vier weniger als die EU am Dienstag beschlossen hatte. Nach Informationen aus Regierungskreisen billigte das Kabinett wieder erleichterte Einreisen aus Australien, Georgien, Kanada, Montenegro, Neuseeland, Thailand, Tunesien und Uruguay nach Deutschland.

Auch Reisende aus China, Japan und Südkorea erhalten grundsätzlich grünes Licht. Allerdings werden sie erst auf die deutsche Liste genommen, wenn sie selbst deutsche Bürger nach denselben Regeln ins Land lassen, wie Innenminister Horst Seehofer im Kabinett nach Teilnehmerangaben sagte. Teilweise existieren dort noch Quarantäne-Bestimmungen.

Anders als auf der EU-Liste der sicheren Staaten fehlen auf der deutschen Liste die vier Länder Serbien, Marokko, Ruanda und Algerien. Für diese werden die Einreisebestimmungen vorerst nicht gelockert, weil das Robert-Koch-Institut diese Länder noch als Risikogebiete einstuft. Die am Dienstag mit Mehrheitsbeschluss verabschiedete EU-Liste ist nur eine Empfehlung für die EU-Mitgliedsstaaten.

Keine Freigabe gibt es zudem für die USA, die Türkei, Russland und Brasilien, die schon auf der EU-Liste fehlten. Die dortige Ausbreitung des Virus wird als schwerwiegender eingeschätzt als im EU-Durchschnitt. Für Reisende aus Risikogebieten gilt weiterhin eine 14-tägige Quarantänepflicht, falls sie kein negatives Testergebnis für das Coronavirus vorweisen können. (Quelle: Tagesschau, 01.07.0)


Einreisebeschränkungen der EU: Türkei spricht von „Irrtum“

Ankara hat die Aufrechterhaltung der Einreisebeschränkungen aus der Türkei in die EU kritisiert. Man sei „enttäuscht“ darüber, dass die EU die Türkei nicht in die Liste der Länder aufgenommen habe, aus denen Menschen ab diesen Mittwoch wieder einreisen dürften, sagte der Sprecher des Außenministerium in Ankara, Hami Aksoy. Die Türkei erwarte, dass dieser „Irrtum“ sobald wie möglich aufgehoben wird. Die EU-Staaten hatten am Dienstag beschlossen, dass wegen der Corona-Krise eingeführte Einreisebeschränkungen in die EU für zahlreiche Länder, darunter die Türkei, über den 1. Juli hinaus aufrechterhalten werden. Lediglich Menschen aus 14 Ländern dürfen wieder einreisen. Diese Liste soll alle zwei Wochen überarbeitet werden. Für die Türkei gilt wegen der Corona-Krise zudem noch eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes. (Quelle: ARD, 01.07.20)



Spanien und Portugal öffnen gemeinsame Grenze wieder

Spanien und Portugal erklären ihre bilateralen Grenzen nach dreimonatiger Schließung für wieder eröffnet. „Unser aller Wohlstand und gemeinsames Schicksal in diesem europäischen Projekt hängt davon ab, dass diese Grenze geöffnet ist“, twitterte Portugals Ministerpräsident Antonio Costa. „Die Pandemie hat uns eine neue Vision der Vergangenheit gezeigt, zu der wir nicht zurückkehren wollen: ein Kontinent mit geschlossenen Grenzen.“ (Quelle: Tagesschau, 01.07.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Mittwoch, 01.07.2020, 10.00 Uhr

Nach den neuen Zahlen sind im Emsland noch sechs Menschen aktuell infiziert – zwei weniger als zu Wochenbeginn.  Es gibt keine neuen Infektionen und auch keine zusätzlichen Todesfälle; der Infektionsquotient berechnet auf 100.000 Einwohner liegt bei 144,0 gestiegen (Zum Vergleich Niedersachsen: 167,1). Ca. 100  Emsländer*innen (+ 35) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

Weiterhin gibt es in Lingen (Ems) (76/72/4) keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene  Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 44 9 0
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 33 31 1 1
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 12 7 0 5
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
 Gesamt* 468 (+/- 0) 437 (+2) 25 (+/- 0)  
Aktuelle Covid-19-Fälle 6

(01.07.20)


Schlechte Umfragen und Berichte über Panik im Weißen Haus

Die Corona-Pandemie ist im republikanischen Teil Amerikas angekommen und bedroht damit ernsthaft die Wiederwahlchancen von US-Präsident Donald Trump. Nachdem das Virus im Frühjahr vor allem in den Städten und dichtbesiedelten Küstengebieten im Nordosten und Westen des Landes wütete, in denen meist Demokraten regieren, steigen die Fallzahlen nun besonders in den republikanischen Hochburgen Florida, Texas und Arizona an.

Krankenhäuser warnen, dem Ansturm der Patienten bald nicht mehr gewachsen zu sein. Lockerungen werden zurückgenommen, Bars, Fitnessclubs, Kinos und Strände wieder geschlossen – und das ausgerechnet vor dem Feiertagswochenende rund um den 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag.

Auch in den ländlichen Gebieten von Mississippi, South Carolina, Louisiana, Missouri, Georgia und Arkansas steigen die Zahlen rasant, alles Staaten, die Trump 2016 gewonnen hatte.

Von „Panik“ im Weißen Haus berichtet die Nachrichtenseite „Axios“. Und davon, dass Trump mit seinen Twitter-Aktivitäten alles noch schlimmer mache. Der zeitweilige Optimismus, dass die Wirtschaft schon bald wieder boomen werde, habe durch die dramatische Entwicklung der vergangenen zwei Wochen einen schweren Dämpfer erlitten.

Genauso wie Hoffnungen, dass Trump mit der Wiederaufnahme seiner Rallyes ein Wahlkampf-Comeback feiern könne. Bei der Premiere in Tulsa vor zehn Tagen wollten statt der angekündigten „mehr als eine Million“ nur 6200 Fans seinen Auftritt miterleben. Die meist älteren Anhänger Trumps haben vor dem Virus offenbar mehr Angst als gedacht.

Diese Wähler, so die Befürchtung, könnten ihm seinen fahrlässigen Umgang mit der Krise übel nehmen. Dazu kommen Warnungen vor einer schweren Rezession – und bereits mehr als 47 Millionen Menschen, die ihren Job verloren haben. (Foto: CC s. Blog v. 28.04.20; Quelle: TSP, 01.07.20)


Zusammenfassung zum Morgen

  • Weltweit nähern sich die Infektionsfälle der Zahl von 10,5 Millionen. Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es nämlich inzwischen 10.450.628 bestätigte Coronavirus-Fälle und 510.632 Todesfälle.
  • Die USA verzeichneten einen Infektionsrekordanstieg von einem Tag; denn am Dienstag wurden in den USA 44.358 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Das Covid Tracking Projec teilte auf Twitter mit, dass sich der 7-Tage-Durchschnitt für neue tägliche Fälle seit dem 13. Juni verdoppelt hat und dass die CoViD-19-Krankenhausaufnahmen im Land um die höchste Zahl seit 21 gestiegen sind April. Am Dienstag wurden in den USA 44.358 neue Coronavirus-Fälle bestätigt. Der 7-Tage-Durchschnitt für neue tägliche Fälle hat sich seit dem 13. Juni verdoppelt und dass die Krankenhausbehandlungen im Land um die höchste Zahl seit dem 21. April  gestiegen sind.
  • In Brasilien, dem nach den USA am zweitmeisten betroffenen Land, sind fast 60.000 Menschen ums Leben gekommen. Brasilien hat 1.280 weitere Todesfälle gemeldet, was die Zahl der bestätigten Todesopfer des Landes nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 59.594 erhöht. Die Gesamtzahl der bestätigten Fälle stieg um 33.846 auf 1.402.041, den schlimmsten Ausbruch der Welt außerhalb der USA.
  • In Australien wird ab Mittwochnacht rund 300.000 Menschen in Vororten nördlich von Melbourne für einen Monat sperren, um das Infektionsrisiko nach zwei Wochen zweistelligen Anstiegs neuer Coronavirus-Fälle in Australiens zweitgrößtem Bundesstaat einzudämmen.
  • Die UN warnt vor höheren Arbeitslosen. Die Pandemie hat die Arbeitsplätze viel stärker in Mitleidenschaft gezogen als bisher befürchtet, sagt die UNO und warnt vor einer besonders schlimmen Situation in Amerika. In einer neuen Studie schätzt die Internationale Arbeitsorganisation (ILO), dass bis zur Jahresmitte weltweit die Arbeitszeit im Vergleich zum Dezember letzten Jahres um 14 Prozent zurückgegangen ist  – das entspricht rund 400 Millionen Vollzeitstellen.
  • Drei Asylsuchende in einem Lager nahe der US-Grenze wurden positiv auf Coronavirus getestet. Laut Nachrichtenagentur Reuters haben drei Asylbewerber in einem weitläufigen Grenzlager positiv auf Coronavirus getestet. Dies sind die ersten Fälle in einem Flüchtlingslager, die seit langem als anfällig für das Corona-Virus angesehen haben.
  • Die USA haben praktisch für die nächsten drei Monate alle Dosen des Ebolamittels Remdesivir aufgekauft. Remdesivir ist eines von zwei Medikamenten, die nachweislich gegen Covid-19 wirken. Fachleute  zeigten sich sowohl über die einseitigen Schritte der USA bei Remdesivir als auch über ähnliche Auswirkungen, beispielsweise im Falle der Verfügbarkeit eines Impfstoffs, alarmiert. Die Trump-Regierung habe bereits gezeigt, dass sie bereit ist, alle anderen Länder zu überbieten und zu überlisten, um die medizinische Versorgung des eigenen Landes sicherzustellen.
  • Südkorea behandelt schwere Coronavirus-Fälle mit Remdesivir. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtet, dass Südkorea damit begonnen hat, Patienten Remdesivir für die Behandlung mit Coronaviren bereitzustellen.
  • Die Vereinten Nationen haben die Regierungen aufgefordert, Syrien fast 10 Mrd. USD an Hilfe zukommen zu lassen, da sich die humanitäre Krise des vom Krieg heimgesuchten Landes inmitten der Coronavirus-Pandemie verschärft. Die Vereinten Nationen sagten, 3,8 Mrd. USD zu benötigen, um 11 Millionen Menschen in Syrien zu helfen – wo die Lebensmittelpreise gestiegen sind – und weitere 6,04 Mrd. USD, um den 6,6 Millionen Syrern zu helfen, die aus dem Land geflohen sind.
  • Griechenland sollte sich auf eine „sehr schwierige“ Touristensaison vorbereiten, sagte der Premierminister des Landes. Tourismusvertreter sagen, dass das Land – das normalerweise rund 18,1 Milliarden pro Jahr aus dem Tourismus verdient – Glück haben würde, wenn die Einnahmen in diesem Jahr die Marke von 4 bis 5 Milliarden Euro erreichen würden.
    (Quelle: The Guardian, 01.07.20)

Deutschland-Zahlen

Die Zahl der bestätigten Infektionen in Deutschland ist um 466 auf 194.725 gestiegen, wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Die Zahl der Todesfälle stieg demnach um zwölf auf 8985. (Quelle: rki, 01.07.20)


USA: Biden verzichtet auf Wahlkampfkundgebungen

Joe Biden, der designierte US-Präsidentschaftskandidat der demokratischen Partei, will wegen der Corona-Pandemie auf Wahlkampfauftritte vor großem Publikum verzichten. Er werde dem Rat der Ärzte folgen und keine solchen Veranstaltungen abhalten, sagte der US-Demokrat vor Journalisten in Wilmington im Bundesstaat Delaware.

Der frühere Vizepräsident grenzt sich damit von Amtsinhaber Donald Trump ab, der nach dreimonatiger Coronavirus-Pause kürzlich trotz aller Warnungen seine Wahlkampfveranstaltungen wieder aufgenommen hatte. „Dies ist wohl der ungewöhnlichste Wahlkampf in der jüngeren US-Geschichte“, sagte Biden.

In Zusammenhang mit der Corona-Krise kritisierte Biden Trump hart: Trump habe Zeit für wirksame Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus vergeudet. Die Infektionen stiegen in einer Reihe von Bundesstaaten an, große Ausbrüche könnten bevorstehen. „Donald Trump macht so gut wie gar nichts dagegen. Mister Präsident, die Krise ist real“, sagte Biden. Er forderte Trump auf, Verantwortung zu übernehmen. Biden sprach sich zudem für eine grundsätzliche Maskenpflicht in der Öffentlichkeit und eine Rückkehr zur Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation WHO aus.

(Foto Jo Biden, CC 28.4. Archiv; Quelle: Tagesschau, 01.07.20)


Corona: Cirque du Soleil beantragt Insolvenz

Das hoch verschuldete kanadische Zirkusunternehmen Cirque du Soleil hat in der Corona-Krise Insolvenzschutz beantragt und die Streichung Tausender Stellen angekündigt. Ein Gericht im kanadischen Québec werde an diesem Dienstag über das Ersuchen entscheiden, teilte das Unternehmen mit. Wenn der Antrag genehmigt wird, will der mit insgesamt gut einer Milliarde Dollar (892 Millionen Euro) verschuldete Cirque du Soleil auch in den USA Insolvenzschutz beantragen. Der Schritt sei eine Folge der „immensen Störungen und aufgezwungenen Einstellungen von Shows“ in der Folge der Corona-Pandemie.

Durch den Insolvenzschutz will das Unternehmen Zeit gewinnen, um sich neu aufzustellen. Der Cirque du Soleil teilte mit, er habe eine Kaufvereinbarung mit seinen derzeitigen Aktionären geschlossen. Unter diesen sind Investoren aus den USA, Kanada und China. Diese hätten bereits einen Vorschlag vorgelegt, den Cirque du Soleil mit staatlicher Unterstützung zu übernehmen. Zudem würden umgehend 3.480 bereits beurlaubte Mitarbeiter entlassen. (Foto: Cirque Du Soleil via pixabay; Quelle: DIE ZEIT, 01.07.20)


Gütersloher Landrat bittet Bürger um Geduld

Angesichts der Verlängerung des regionalen Lockdowns im Kreis Gütersloh um eine zusätzliche Woche hat Landrat Sven-Georg Adenauer (CDU) um Verständnis geworben. „Wir brauchen noch ein bisschen Geduld“, sagte Adenauer am Dienstag in Gütersloh. Er bat zugleich die Einwohner, sich an die für eine weitere Woche geltenden Regeln zu halten. Nach seinem Eindruck sei dies aber auch der Fall. Der Kreis Gütersloh hat etwa 362 000 Einwohner.

Der Landrat verwies darauf, dass die wichtige Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen sieben Tage von sehr hohen Werten auf nunmehr 86 am Dienstag zurückgegangen ist. Dies verdeutliche, dass der am vergangenen Mittwoch in Kraft getretene Lockdown Ergebnisse gebracht habe. Die Einschränkungen seien noch etwas verlängert worden, weil der Grenzwert von 50 bei dieser sogenannten Sieben-Tages-Inzidenz noch nicht erreicht ist. (Quelle: KStA, 01.07.20)


Airbus streicht 5.000 Stellen allein in Deutschland

Der europäische Flugzeugbauer Airbus hat angekündigt, wegen der Corona-Krise Tausende Stellen zu streichen. Dabei gehe es um die „notwendige Anpassung an die massiv gesunkenen Produktionszahlen“, sagte Konzernchef Guillaume Faury der Zeitung „Die Welt“. Nach seinen Angaben wird Airbus für zwei Jahre die Produktion und die Auslieferungen um 40 Prozent reduzieren.

Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stünden, sagte Faury. Den genauen Umfang des Stellenabbaus will er nach Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite bis Ende Juli verkünden. Spekuliert wird, dass bis zu 15.000 Stellen in der Zivilflugzeugsparte mit 90.000 Beschäftigten betroffen sind.

Alle Modelle sollten jedoch weiter gebaut werden, wenn auch „in langsamerem Tempo“, sagte der Airbus-Chef. Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nach seinen Angaben nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Derzeit seien viele fertige Flugzeuge geparkt, da sie von den Airlines wegen der Krise nicht abgenommen würden.

Airbus hatte wegen der Pandemie im ersten Quartal einen Verlust von fast einer halben Milliarde Euro gemacht. Das Minus in den ersten drei Monaten des Jahres belief sich auf 481 Millionen Euro. Im Vorjahresquartal hatte unter dem Strich noch ein Gewinn von 40 Millionen Euro gestanden. (Quelle: t-online.de, 01.07.20)


USA: Fauci warnt vor rasantem Infektionsanstieg

Der führende US-Virologe und Präsidentenberater Anthony Fauci hat vor einem massiven Anstieg der Coronavirus-Infektionen gewarnt. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in den USA könne von derzeit mehr als 40.000 auf 100.000 ansteigen, sagte Fauci am Dienstag bei einer Anhörung im US-Kongress. „Ich bin sehr besorgt und ich bin nicht zufrieden mit dem, was passiert, weil wir in die falsche Richtung gehen“, sagte Fauci.

Mit Blick auf das Emporschnellen der Infektionszahlen in zahlreichen US-Bundesstaaten sagte der Leiter des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankheiten: „Ich wäre nicht überrascht, wenn wir 100.000 pro Tag erreichen, wenn sich das (der Trend) nicht umkehrt. Deswegen bin ich sehr besorgt.“

Der angesehene Spezialist für Infektionskrankheiten hatte bereits vergangene Woche gewarnt, die USA hätten „in bestimmten Gebieten ein ernstes Problem“.

Das Mitglied der Coronavirus-Taskforce der US-Regierung kritisierte nun unter anderem jüngere Menschen, die mit einem „gefährlichen“ Verhalten zur Ausbreitung des Virus beitrügen – etwa, in dem sie in volle Bars gingen, keine Schutzmasken trügen und die Abstandsregeln nicht einhielten.

(Foto: Anthony Fauci CC im Archiv vom 19.06.20, Text: TSP, 30.06.20)


Niederlande – Zahlen

Sechs weitere Menschen starben an dem Coronavirus. Die Zahl der Todesopfer ist somit auf 6113 gestiegen. Das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und Umwelt (RIVM) hat die Todesfälle in den letzten 24 Stunden erhalten. Dienstags ist die Zahl der Todesfälle häufig etwas höher als an anderen Tagen, da das RIVM erst dann die Todesfälle vom Wochenende erfährt.

Zwei Menschen starben letzten Freitag und zwei am Samstag und einer am Montag verstorben ist. Die sechste Person starb bereits am 18. April, dies wurde jedoch erst jetzt bei RIVM bekannt.

Das Institut hat heute zuletzt ein tägliches Update veröffentlicht. Von nun an meldet RIVM nur noch dienstags die Zahlen der letzten sieben Tage.

Drei Personen wurden wegen CoViD-19 ins Krankenhaus eingeliefert. Diese Zahl liegt jetzt bei 11.877. Das Virus wurde auch bei 57 weiteren Personen diagnostiziert. Seit Beginn des Ausbruchs wurde bei insgseamt 50.273 Menschen die Krankheit diagnostiziert. Die tatsächliche Anzahl ist wahrscheinlich höher, da nicht jeder getestet wurde. (Quelle: Tubantia.nl, 30.06.20)


Laschet: Straßenkarneval am 11.11. passt nicht in die Zeit

Für viele Karnevalsfreunde ist die Aussage eine Enttäuschung: NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich gegen den Straßenkarneval zum Sessionsstart am 11.11. ausgesprochen. „Draußen, Straßenkarneval, Infektionsübertragungszeit, Alkohol, Enge – das passt nicht in diese Zeit“, sagte Laschet heute in Düsseldorf.
Wie es im Frühjahr 2021 mit den eigentlichen Karneval-Höhepunkten aussehe, könne man jetzt noch nicht sagen. Man müsse erst das Infektionsgeschehen im Herbst abwarten. Für Aktive wie Organisatoren, die langfristig planen wollen und müssen, sei das natürlich „nicht schön“, sagte Laschet, „aber es müssen sich zurzeit Andere mit größeren Problemen umstellen in ihren Lebensplanungen.“ (Quelle: WDR, 30.06.2020)


Norddeutsche Zahlen

Schleswig-Holstein meldete heute sieben, Hamburg drei, Mecklenburg-Vorpommern eine und Bremen fünf Corona-Neuinfektionen. Niedersachsen gab 37 Neuinfektionen an und verzeichnet nun seit dem Beginn der Pandemie 13.520 Corona-Fälle, wie das Gesundheitsministerium in Hanover heute mitteilte; gut 12.000 Infizierte davon gelten als genesen, 629 Menschen sind in Niedersachsen infolge einer CoViD-19-Erkrankung gestorben. (Quelle: NDR, 30.06.20)


Alternative für geschlossenen Schlachthof Geestland gefunden

Nach der Corona-bedingten Schließung eines Putenschlachthofes im niedersächsischen Wildeshausen hat die Wiesenhof-Gruppe jetzt Alternativen für die Schlachtung gefunden. Für die kommenden zwei Wochen nehmen andere Schlachtunternehmen die Puten zur Schlachtung ab, wie eine Sprecherin des Mutterkonzerns PHW heute mitteilte. Seit dem vergangenen Freitag wurde der Schlacht- und Zerlegebetrieb Geestland Putenspezialitäten komplett heruntergefahren, nachdem für die rund 1.100 Mitarbeiter und deren direkten Kontaktpersonen vom Landkreis Oldenburg Quarantäne angeordnet wurde.

Bei 1.183 Testergebnissen waren 46 positive Fälle einer Covid-19-Infektion festgestellt worden. Der Vorsitzende des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes, Friedrich-Otto Ripke, appellierte, dass der Schlachtbetrieb in Wildeshausen so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden müsse. Normalerweise werden dort 40.000 Tiere am Tag geschlachtet. (Quelle: NDR, 30.06.20)


Schüttorf: OVG bestätigt Schließung von Diskotheken

Die Schließung von Diskotheken zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist nach Auffassung des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts nach wie vor rechtens. Wie das Gericht in Lüneburg mitteilte, lehnte der 13. Senat gestern den Antrag der Diskothek Index aus Schüttorf (Landkreis Grafschaft Bentheim) ab, die wieder öffnen wollte.
(mehr in der PM des OVG NDS, Az.: 13 MN 244/20; Quelle: NDR, 30.06.20)


Frankreich-Zahlen

Die Zahl der in Frankreich an CoViD-19 verstorbenen Menschen stieg am Dienstag um 30 auf 29.843. Die Zahl derjenigen Menschen, die in Krankenhäusern starben, stieg um 21 auf 19.346, verglichen mit dem Tagesdurchschnitt von 16 in den letzten sieben Tagen.

Das Ministerium berichtete auch, dass in den letzten sieben Tagen neun Menschen in Pflegeheimen starben, mehr als dreimal weniger als die 31, die vor einer Woche gemeldet wurden. (Quelle: Le Monde, 30.06.20)


Sonderregel für Mieter läuft um Mitternacht aus

Für Mieter galt in der Corona-Krise bislang eine Sonderregel: Wer seine Miete wegen der Pandemie nicht zahlen konnte, brauchte erst einmal keine Kündigung zu befürchten. Die Zahlungen für April, Mai und Juni dürfen laut der Regel bis zu zwei Jahre aufgeschoben werden.

Um Mitternacht endet dieser Schutz: Die Juli-Miete wird dann ganz regulär fällig. Der Mieterschutzbund forderte deswegen eine Verlängerung der Sonderregel.
Corona-Regelung endet: Mieter müssen wieder mit Kündigungen rechnen | mehr
Doch die wird es nicht geben: „Die Bundesregierung plant nicht, die Regelungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter zu verlängern“, sagte ein Sprecher des Bundesjustizministeriums heute. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuvor eine Verlängerung des Moratoriums durch eine Verordnung angestrebt. Medienberichten zufolge sperrten sich die unionsgeführten Ministerien gegen diesen Schritt. (Quelle: WDR; 30.06.20)


USA-Zahlen

Die USA haben 370 weitere Corona-Tote zu beklagen und 35.664 neue Infektionsfälle registriert, sagte heute die Seuchenschutzbehörde CDC) Damit belaufen sich die jeweiligen Gesamtzahlen auf 126.739 und 2.581.229. (Quelle: Reuters, 30.06.20)


Zusammenfassung am Abend

  • Der indische Premierminister hat die Bürger seines Landes vor „Nachlässigkeit“ bei der Beachtung der Coronavirus-Regeln. Narendra Modi äußerte Bedenken, dass Ratschläge zum Abstandwahren und zum Händewaschen ignoriert würden, nachdem die täglichen Neuerkrankungen im Land weiterhin nahe bei 20.000 liegen.
  • Die Vereinten Nationen haben die Regierungen aufgefordert, Syrien fast 10 Mrd. US-Dollar an Hilfe zukommen zu lassen, da sich die humanitäre Krise des vom Krieg heimgesuchten Landes inmitten der Coronavirus-Pandemie verschärft. Die Vereinten Nationen sagten, sie brauchten 3,8 Mrd. USD, um 11 Millionen Menschen in Syrien – wo die Lebensmittelpreise gestiegen sind – zu helfen  und weitere 6,04 Mrd. USD, um den 6,6 Millionen Syrern zu helfen, die aus dem Land geflohen sind.
  • Griechenland sollte sich auf eine „sehr schwierige“ Touristensaison vorbereiten, sagte der Premierminister des Landes. Tourismusvertreter unterstrichen, dass Griechenland, das normalerweise rund 18,1 Milliarden pro Jahr aus dem Tourismus verdient, glücklich sein könnte, wenn die Einnahmen in diesem Jahr die Marke von 4 bis 5 Milliarden Euro erreichen würden.
  • Gesichtsmasken im öffentlichen Raum sind in Toronto obligatorisch. Der Bürgermeister und der medizinische Beamte der Stadt kündigten am Dienstag diese  Regel an, die am 7. Juli in Kraft tritt, wenn der Stadtrat es heute so beschließe.
  • Die USA stehen nicht auf einer „sicheren Liste“ von Zielen der Europäischen Union für nicht wesentliche Reisen. Ab Mittwoch erlaubt die EU Reisen in 14 Länder außerhalb ihrer Grenzen.
  • Los Angeles meldet einen „alarmierenden Anstieg neuer Fälle, positiver Testergebnisse und Einlieferungen ins Krankenhaus“, wie die für öffentliche Gesundheit zuständige Direktorin Barbara Ferrer mitteilte. Am Montag seien 2903 neue Infektionen – ein Rekord – und 22 Todesfälle verzeichnet worden. Benötigt würden sofortige Maßnahmen, um eine Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern. So werden Strände geschlossen, auch Fahrradwege, Parkplätze und Piers sind von Freitag bis Montag nicht zugänglich.

    (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Schweden prüft

Schweden will eine Kommission einsetzen, um die Reaktion des Landes auf die Corona-Pandemie zu bewerten. Das Land hat bekanntlich einen „weicheren Ansatz“ gewählt als der Rest Europas.

Sein Ministerpräsident Stefan Lofven sagte: „Die Fähigkeit der gesamten Gesellschaft, zusammenzukommen, ist eine der großen Stärken Schwedens. Gleichzeitig hat diese Krise die Defizite in unserer Gesellschaft in den Mittelpunkt gerückt.“

Das Komitee werde „die Aufgabe haben, die Maßnahmen der Regierung, der Behörden, der Gesundheitsregionen und der Kommunen zu bewerten, um die Ausbreitung des Coronavirus und die Auswirkungen der Ausbreitung einzudämmen“, fügte Lofven hinzu. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Niedersachsen: Neue Infektionscluster in Delmenhorst und Osnabrück

An vier Schulen sind in Delmenhorst Schüler mit dem Coronavirus infiziert. Betroffen seinen insgesamt fünf Kinder an zwei Grund- und zwei Oberschulen. Die Kinder und die entsprechenden Lerngruppen seien in Quarantäne. Weitere Maßnahmen sind laut Stadt nicht nötig, da die Schulen gute Hygienekonzepte hätten.

Nach einer Corona-Infektion in der vergangenen Woche sind alle Bewohner und Mitarbeiter des Osnabrücker Paulusheims auf das Virus getestet worden. Bei fünf von ihnen gab es einen positiven Befund. Ihnen gehe es gesundheitlich gut, alle seien in Quarantäne, so das Pflegeheim. Das Besuchsverbot wird bis zum 9. Juli verlängert. (Quelle: NDR, 30.06.20)


Bayern beschließt kostenlose Tests für alle

Die bayerische Staatsregierung hat Corona-Tests für die gesamte Bevölkerung beschlossen. Das Testkonzept laute „schneller, kostenlos und für jedermann“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Söder kündigte an, dazu die Kapazitäten von aktuell 20.000 auf 30.000 Tests pro Tag zu erhöhen. Der Freistaat übernimmt die Kosten in all den Fällen, in denen nicht ohnehin Krankenkassen in der Pflicht sind. Man stelle dafür aufs Jahr gerechnet 200 Millionen Euro bereit, sagte er.

Kritik an dieser bayerischen Strategie wies Söder erneut zurück. Die Kosten könnten kein Argument sein. „Testen ist auch Vorbeugung“, betonte er. (Quelle: Tagesschau, 30.06.20)


Das nächste Virus?

Wissenschaftler aus China haben vor einem neuen Grippevirus bei Schweinen gewarnt. Dieses habe Potenzial für eine Pandemie, hieß es in dem amerikanischen Wissenschaftsmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht wurde.

Das neue Virus, das bei Schweinen in China entdeckt worden sei, sei für Menschen zunehmend ansteckend geworden, es bestehe aber keine unmittelbare Gefahr. „China verfolgt die Entwicklungen in dieser Angelegenheit genau. Wir werden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung eines jeglichen Virus zu verhindern“, erklärte der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Zhao Lijian.

Der Studie zufolge untersuchten chinesische Wissenschaftler Influenzaviren, die von 2011 bis 2018 bei Schweinen gefunden wurden. Sie fanden dabei einen „G4“-Stamm des als Schweinegrippe bekannten H1N1-Virus, der „alle wesentlichen Merkmale eines Kandidaten für ein Pandemievirus“ besitze.

Mitarbeiter von Schweinefarmen wiesen erhöhte Werte des Virus in ihrem Blut auf, eine genaue Überwachung bei Menschen, insbesondere bei Arbeitern in Schweinefabriken, sei dringend nötig. Es bestehe das Risiko, dass sich das Virus auf Menschen in dicht besiedelten Regionen übertrage, in denen Millionen in unmittelbarer Nähe von landwirtschaftlichen Betrieben, Zuchtanlagen, Schlachthöfen und Märkten leben.

Obwohl das neue Virus in der Lage sei, Menschen zu infizieren, bestehe kein unmittelbares Risiko einer neuen Pandemie, sagte Carl Bergstrom, Biologe an der Universität von Washington. „Es gibt keine Hinweise darauf, dass G4 trotz fünfjähriger intensiver Exposition beim Menschen zirkuliert“, erklärte er auf Twitter.

(30.06.20)


Hannover: Gastronomen machen auf bedrohliche Lage aufmerksam

Etwa 250 Mitarbeitende von Gaststätten und Hotels, die im Dehoga-Verband organisiert sind, haben heute in Hannover auf die bedrohliche Lage für ihre Branche wegen der anhaltenden Einnahmeausfälle in der Corona-Krise hingewiesen. Nach der vollständigen Schließung der Betriebe in der akuten ersten Phase der Pandemie sind viele Lokale inzwischen zwar wieder geöffnet. Es gelten aber oft Beschränkungen für Gästezahlen sowie schärfere Hygiene- und Abstandsregeln. Zudem seien Teile des üblichen Jahresumsatzes schon verloren und lägen auch jetzt oft noch unter 50 Prozent, erklärte Dehoga-Landes-Verbandspräsident Detlef Schröder. Vor allem für die Ausrichtung von Feiern fehle Planungssicherheit: „Es gibt seitens der Landesregierung nach wie vor keine Wegweisung, ab wann Hochzeiten oder Geburtstage in der Gastronomie auch in größerer Gesellschaft wieder möglich sind.“ (Quelle: NDR, 30.06.20)


Münster Marathon abgesagt

Aufgrund der Corona-Pandemie wird es in diesem Jahr keinen Münster-Marathon geben. Wie die Veranstalter am Dienstag (30.06.2020) mitteilten, sei der für den 20. September geplante Lauf mit zahlreichen Zuschauern am Streckenrand nicht zu verantworten. Läufer, die bereits einen Startplatz haben, können sich ihre Gebühr erstatten lassen oder den Startplatz auf das kommende Jahr übertragen; dann soll der Münster-Marathon am 12. September stattfinden. (Quelle: WDR, 30.06.20)

Corona-Krise: Ministerpräsident Weil appelliert an Zusammenhalt

In der Corona-Krise hat Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) an den Zusammenhalt im Land appelliert. „Zusammenhalt ist und bleibt der eigentliche Erfolgsfaktor“, sagte Weil heute früh in einer Regierungserklärung im Landtag in Hannover. „Wenn wir zusammenhalten, wenn alle Bereiche, wenn alle Bürgerinnen und Bürger ihren Beitrag leisten, haben wir gute Chancen.“

Trotzdem seien viele Einschränkungen wie die Abstandsregeln und die Maskenpflicht auf Sicht weiter nötig. „Bestätigt hat sich aber auch der Kurs, nach und nach Einschränkungen wieder aufzuheben und dabei allen Bereichen wieder eine Perspektive zu geben“, sagte Weil. „Unsere Strategie steht und fällt mit einem leistungsfähigen öffentlichen Gesundheitsdienst vor Ort.“ Dieser habe in Niedersachsen bisher eine sehr gute Arbeit geleistet.(Foto: CC am 20.09.2012 Archiv; Quelle: NDR, 30.06.20)



China stoppt Import von Schweinefleisch (erstmal aus den Niederlanden)

China hat nach dem Ausbruch von Covid-19 in einigen der größten niederländischen Schlachthöfe fast alle Schweinefleischimporte aus den Niederlanden eingestellt. Das bestätigte eine niederländische Regierungssprecherin am Dienstag.

„China sucht eindeutig nach der Quelle seiner zweiten Welle von Covid-19-Infektionen, von denen sie glauben, dass sie von importiertem Fleisch stammen könnten“, sagte sie. „Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Beweise für die mögliche Übertragung des Corona-Virus durch Lebensmittel oder Verpackungsmaterialien.“

Ein Schlachthof der Vion Food Group in Groenlo in der Provinz Gelderland nahe der Grenze zu NRW musste im Mai wegen eines Covid-19-Ausbruchs  geschlossen werden. Von den 657 Mitarbeitern waren seinerzteit 147 Arbeitnehmer positiv getestet worden.

Es wird angenommen, dass große Ausbrüche in Schlachthöfen in den Niederlanden und in ganz Europa auf die engen Arbeitsbedingungen und die beengten Wohnverhältnisse der Wanderarbeitnehmer zurückzuführen sind, die sie größtenteils betreiben. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


📌 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Dienstag, 30.06.2020, 10.00 Uhr

Gute Nachrichten aus unserem Landkreis: Die neuen Zahlen im Emsland sind die alten. Zwischen gestern und heute haben sich keine Änderungen ergeben. Dasselbe gilt für Lingen (Ems).


Zusammenfassung am Morgen

  • Die bekannte Zahl der Corona-Fälle weltweit liegt nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität heute früh bei 10.199.798, wobei 502.947 Menschen an CoViD-19 gestorben sind.
  • Die Regierung von Großbritannien hat am Montag die Stadt Leicester gesperrt, die eine viel höhere Covid-19-Infektionsrate aufweist als irgendwo sonst im Land.
  • Die Arbeitslosenquote in Japan stieg im Mai auf offiziell 2,9 Prozent. Offizielle Daten zeigten am Dienstag damit den dritten monatlichen Anstieg in Folge, weil die Coronavirus-Pandemie die wirtschaftliche Nummer drei der Welt in Mitleidenschaft zieht. Der Anstieg um 0,3 Prozentpunkte gegenüber April deutet darauf hin, dass sich Japans erste Rezession seit 2015 auf den Arbeitsmarkt auswirkt, der im Gegensatz zu anderen Ländern der westlichen Welt traditionell sehr niedrige Arbeitslosenquoten hat.
  • WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sagte in einem Briefing: „Die harte Realität ist, dass dies noch lange nicht vorbei ist. Obwohl viele Länder weltweit einige Fortschritte erzielt haben, beschleunigt sich die Pandemie tatsächlich.“
  • Alle Broadway-Theater bleiben bis zum 3. Januar 2021 geschlossen, teilte die Broadway League mit und verlängerte die Schließung wegen der Corona-Pandemie um weitere vier Monate.
  • Der Gipfel der asiatisch-pazifischen Wirtschaftskooperation (APEC) 2021 wird aufgrund von Covid-19 virtuell ausgerichtet. Das große Treffen der führenden Persönlichkeiten der asiatisch-pazifischen Welt – darunter die USA, China, Japan, Russland und Australien – hätte zum ersten Mal seit 22 Jahren in Auckland, Neuseeland, stattfinden sollen.
  • Neuseeland bestätigte nach zwei Wochen keine neuen Fälle von Covid-19 bei Reisenden, die in das Land zurückkehren. In einer Pressekonferenz am Dienstag lehnte Premierministerin Jacinda Ardern zugleich Aufrufe zur Öffnung der Landesgrenzen ab.
  • Forscher in China haben laut einer Studie im US-amerikanischen Wissenschaftsjournal PNAS eine neue Art der Schweinegrippe entdeckt, die eine Pandemie auslösen kann.
  • Los Angeles County verzeichnete am Montag einen „alarmierenden“ Tagesanstieg von fast 3.000 neuen Covid-19-Infektionen, die sich jetzt auf mehr als 100.000 Fälle insgesamt belaufen, teilten Beamte des öffentlichen Gesundheitswesens mit und warnten, dass Krankenhäuser bald überfordert sein könnten.
  • Der Gouverneur von New Jersey, Phil Murphy, sagte am Montag, dass die Restaurants nicht wie geplant am Donnerstag wieder öffne. Die Lockerung werdestattdessen „auf unbestimmte Zeit“ verschoben.
  • Nach fast drei Monaten verschiedener Arten von Sperren hat Mexiko-City am Montag mehr Unternehmen die Wiedereröffnung ermöglicht, berichtet AP. Auch einige U-Bahn-Stationen, die geschlossen worden waren, um die Anzahl der Fahrgäste zu verringern, sind wieder geöffnet. Das U-Bahn-System der Stadt plant, 1 Million Plastik-Masken an die Passagiere zu verteilen, um das Infektionsrisiko beim Massentransport zu senken.
  • Die Zahl der gemeldeten neuen Fälle von Covid-19 in Irland ist „besorgniserregend“, warnte der Chief Medical Officer. Die Pläne zur weiteren Lockerung der Beschränkungen könnten daher gestoppt werden. Mindestens sechs neue Fälle hingen mit internationalen Reisen zusammen. Die besten Gesundheitsberater der Regierung sagten, das bestätige die Warnung vor einer zu frühen Öffnung des Tourismus.
  • Der Iran meldete seine höchste tägliche Zahl an Todesopfern. Der Iran meldete 162 weitere Todesfälle durch Covid-19, die höchste eintägige Zahl seit Beginn des Ausbruchs im Februar.(Quelle: The Guardian, 30.06.20)

US-Notenbankchef Powell: Wirtschaftliche Entwicklung außerordentlich unsicher

Die Zukunft der US-Wirtschaft ist nach Einschätzung von US-Notenbankchef Jerome Powell angesichts der Corona-Krise „außerordentlich unsicher“. „Eine volle Erholung ist so lange unwahrscheinlich, bis die Leute überzeugt sind, dass es sicher ist, wieder an einer Reihe von Aktivitäten teilnehmen zu können“, sagte Powell laut einem vorab veröffentlichten Redetext für eine Kongressanhörung heute. Die US-Notenbank Fed hatte Powells Einschätzung vorab veröffentlicht.

EDie Wiedereröffnung von Geschäften sei früher als erwartet geschehen – Wiedereinstellungen und Ausgaben hätten bereits im Mai wieder zugenommen. Dies bringe auf der einen Seite eine Erholung wirtschaftlicher Aktivitäten – auf der anderen Seite sei es eine Herausforderung, das Virus unter Kontrolle zu behalten, sagte Powell.

Teile der USA verzeichnen derzeit einen Anstieg der Coronavirus-Infektionen, teils haben Gouverneure deshalb die Aufhebung von Schutzmaßnahmen zurückgenommen. (Quelle: Tagesschau, 30.06.20)


Neue Ausbrüche in Australien

Die Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in dem australischen Bundesstaat Victoria hat sich auf 2.159 erhöht, wobei gestern gleich 60 neue Fälle gemeldet wurden. Victoria kämpft seit mehreren Tagen gegen einen neuen Ausbruch, bei dem die Falenzahlen zweistellig steigen.

In Victoria sind 13 neue Fälle mit Ausbrüchen verbunden, 20 neue Fälle wurden durch Routinetests identifiziert und die Entstehung weiterer 31 Fälle wird noch untersucht. Bei zurückgekehrten Australiern in Hotelquarantäne wurden keine neuen Fälle festgestellt. Es wurden keine weiteren Corona-Toten gemeldet; bisher sind in Victoria 20 Menschen an Coronavirus gestorben. Derzeit gibt es in Victoria 321 aktive Fälle.

Derzeit befinden sich neun Personen mit einer Coronavirus-Infektion im Krankenhaus, darunter ein Patient auf der Intensivstation. 1.816 Menschen haben sich von dem Virus erholt. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Landesbürgschaft für Profifußballverein

Der FC Schalke 04 soll nach Informationen des „Handelsblatts“ öffentliche Hilfe erhalten. Wie die Zeitung berichtet, plant das Land Nordrhein-Westfalen eine Bürgschaft für den finanziell angeschlagenen Fußball-Bundesligisten in Höhe von 40 Millionen Euro. Demnach soll die Millionen-Hilfe am Mittwoch offiziell bekannt gemacht werden. Das Landesfinanzministerium wollte mit Verweis auf das Bürgschaftsgeheimnis dazu nicht Stellung nehmen. Der Bundesliga-Zwölfte hatte für das Geschäftsjahr 2019 Verbindlichkeiten in Höhe von 197 Millionen Euro vermeldet. Die durch die Coronakrise verursachten Einnahmenverluste bereiteten zusätzliche finanzielle Probleme.
Der börsennotierte Dauerrivale Borussia Dortmund leidet ebenfalls unter Corona-Folgen. Der Club hatte gestern in einer Ad-Hoc-Mitteilung bekanntgegeben, für das Geschäftsjahr 2019/20 einen Verlust von rund 45 Millionen Euro zu erwarten. Im Vorjahr hatte der Verein noch rund 17,4 Millionen Euro an Nettogewinn bilanziert. Allerdings steht der BVB-Ausblick „unter dem Vorbehalt werterhellender Tatsachen sowie möglicher weiterer Transfererträge“.
(Quelle: t-online,

Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut 498 Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 194.259 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt. 8973 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von zwölf im Vergleich zum Vortag. Etwa 179.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 1000 mehr als noch einen Tag zuvor.
Die Reproduktionszahl – kurz R-Wert – lag nach jüngsten RKI-Schätzungen, bei 0,74 (Vortag: 0,71). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.Seit Mitte Mai gibt das RKI zudem ein sogenanntes Sieben-Tage-R an. Es bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen sank dieser Wert jüngst auf 0,63 (Vortag: 0,71). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (Quelle: Tagesschau, 30.06.20)

Brasilien-Zahlen

Brasilien verzeichnete am Montag 692 neue Todesfälle durch CoViD-19, wodurch sich die Gesamtzahl der Todesopfer im Land auf 58.314 erhöhte, teilte am Abend (Ortszeit) das Gesundheitsministerium mit.

Die Gesamtzahl der bestätigten Infektionsfälle stieg um 24.052 auf 1.368.195, den zweithöchste Infektionszahl auf der Welt nach den USA. (Quelle: The Guardian, 30.06.20)


Niedersachen plant bis 2021 mit 34seitiger (!) Verordnung

Die Corona-Regeln in Niedersachsen sollen voraussichtlich zunächst bis zum 20. Juli weitgehend unverändert bleiben. Das geht aus einem Entwurf der Landesregierung für die neue Verordnung hervor, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Bei dem 34-seitigen Papier handelt es sich um eine Fassung, die noch abschließend abgestimmt werden soll, bevor sie zum 6. Juli in Kraft tritt. Änderungen sind also noch möglich. Wann die Details bekannt gegeben werden, ist noch unklar. Der Krisenstab der Landesregierung verzichtet am Dienstag auf die regelmäßige Pressekonferenz zur Corona-Lage im Land.

Dem Entwurf zufolge sollen viele Vorgaben bestehen bleiben: Das betrifft zum Beispiel die Maskenpflicht beim Einkaufen und im öffentlichen Nahverkehr sowie das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Besuchern. Auch Clubs und Messen dürfen vorerst noch nicht wieder öffnen.

Normalität frühestens im nächsten Jahr
Bereits Mitte Juni hatte der Krisenstab der Landesregierung angekündigt, dass es eine Rückkehr zu einem Alltag ohne Corona-Einschränkungen wohl erst im Sommer 2021 geben werde. Selbst wenn es Ende 2020 oder Anfang 2021 einen Impfstoff gebe, benötigten die Produktion und die Impfung größerer Teile der Bevölkerung noch entsprechend Zeit, hieß es. (Quelle: NDR, 29.06.20)


WHO-Chef: Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei

Nach Einschätzungen von WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus ist die Corona-Pandemie noch lange nicht vorbei. Obwohl viele Länder bereits Fortschritte erzielt hätten, beschleunige sich die Pandemie weiterhin, sagte Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Montag. „Das Schlimmste kommt noch. Es tut mir Leid, das zu sagen“, fügte er hinzu. Bei „dieser Art von Umgebung und Bedingungen“ sei „das Schlimmste“ zu befürchten. Die Welt benötige in den kommenden Monaten noch mehr Resilienz, Geduld und Großzügigkeit.

„Vor sechs Monaten konnte sich keiner von uns vorstellen, wie unsere Welt – und unser Leben – durch dieses neue Virus in Aufruhr versetzt werden würde“, sagte er weiter. Mittlerweile gebe es mehr als zehn Millionen bestätigte Infektionen weltweit und mehr als 500.000 Menschen seien infolge einer Infektion gestorben. Dies sei „ein Moment, über den wir alle nachdenken müssen“.
(Quelle: Tsp, 29.06.20)


Bayern mit neuen Clustern

Nach einem Coronavirus-Ausbruch in einer Flüchtlingsunterkunft in Hechendorf (Landkreis Starnberg) mit bisher 18 Infektionenwird langsam das Ausmaß der Infektionen im Landkreis Starnberg deutlich; denn auch 44 Mitarbeiter eines Caterers, der unter anderem die Uniklinik München-Großhadern versorgte, sind infiziert. Derweil schickt der Landkreis Neu-Ulm fast 100 in Quarantäne:


TUI sagt Danke

Deutsche, die besonders zur Bekämpfung des Coronavirus-Ausbruchs beigetragen haben, wurden am Montag vom Reisekonzern TUI im ersten Auslandsflug auf die griechische Insel Kos geflogen. Es war seit Ausbruch der Coronakrise der erste Flug in die Ägäis.

Ungefähr 180 Menschen, darunter medizinisches Personal, Polizisten und Supermarktarbeiter, starteten in Hannover und werden fünf Tage auf der östlichen Ägäisinsel bleiben, dem Geburtsort des antiken griechischen Arztes Hippokrates, dem Vater der Medizin.

Die von TUI durchgeführte Reise ist für die Arbeitnehmer/innen aus Deutschland kostenlos. Der Reisekonzern will ihnen so für ihren Beitrag während der Pandemie danken.

Die Passagiere, die sämtlich Masken trugen, als sie die Treppe des Flugzeugs herunterkamen, sagten, sie seien glücklich, nach Griechenland zu reisen. Dutzende wurden später vorsorglich auf Covid-19 getestet. „Das Virus ist immer noch da … Wir müssen vorsichtig sein und die Regeln befolgen und wir werden es gemeinsam verwalten“, sagte einer der Passagiere. Offiziell werden die Regionalflughäfen am 1. Juli ihren Betrieb aufnehmen. Der gtiechische Tourismusminister Harry Theocharis sagte, er hoffe, dass die Besucher einen Urlaub genießen würden, der „wegen ihrer persönlichen Leistungen verdient“ sei.

Ab Mittwoch müssen sich Griechenland-Touristen auf ein nicht ganz einfaches Einreiseverfahren einstellen: Alle Touristen müssen 48 Stunden vor ihrer Einreise online ein Anmeldeformular mit einem Fragebogen ausfüllen und erhalten dann einen persönlichen QR-Code, über den nach Ankunft mitgeteilt wird, ob sie auf das Coronavirus getestet werden.

Das neue Verfahren der Zivilschutzbehörde solle dafür sorgen, dass „die Mehrheit der importierten Corona-Fälle entdeckt“ werde, sagte der Regierungsberater Dimitrios Paraskevis dem Sender Skai TV. Das Verfahren gilt demnach bis Ende August.

Griechenland, das 2018 aus einer jahrzehntelangen Schuldenkrise hervorgegangen ist, ist für eine wirtschaftliche Erholung besonders auf den Tourismus angewiesen. Der Wirtschaftssektor macht etwa 20% seiner Wirtschaftsleistung aus und Deutschland ist einer der wichtigsten Tourismusmärkte. (Quellen: The Guardian, Tagesschau, 29.06.20)


Senegal hebt CoViD-19-Ausnahmezustand auf um Ökonomie zu retten

Der senegalesische Präsident Macky Sall sagte am Montag, er werde den Ausnahmezustand wegen Covid-19 aufheben, um die schwache Wirtschaft zu unterstützen. Er warnte davor, dass dieses Jahr aufgrund der Folgen der Epidemie weniger als 1,1% wachsen könnten.

Noch im Januar war in dem afrikanischen Land für 2020 ein Wachstum von 6,8% prognostiziert, aber die Geschäftstätigkeit brach ein, nachdem die Grenzen geschlossen wurden und eine Sperrstunde und Abstandsregeln eingeführt wurden, um das Virus einzudämmen, das über 6.600 Menschen infiziert und 108 Menschen getötet hat.

„Dies ist die Herausforderung, der wir uns jetzt stellen müssen: Wir müssen kämpfen, um unser Leben und unsere Gesundheit zu erhalten und alle unsere produktiven Aktivitäten wieder aufzunehmen, um unsere Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen“, sagte Sall in einer Rede vor der Nation.

Der Ausnahmezustand und eine nächtliche Ausgangssperre werden ab Dienstag, 23.00 Uhr Ortszeit, aufgehoben, und die Flughäfen werden unter bestimmten Bedingungen ab dem 15. Juli geöffnet, sagte er. Die Behörden haben bereits die Ausgangssperre gelockert und interregionale Reisen als Reaktion auf Straßenproteste gegen die Maßnahmen Anfang Juni zugelassen. Die Regierung arbeitet außerdem an einem wirtschaftlichen Unterstützungsprogramm, um die nationale Wirtschaft anzukurbeln. (Quelle: The Guardian, 29.06.20)


DIE ZEIT über Rheda-Wiedenbrück

Eine stille Straße in Rheda-Wiedenbrück: eine Bäckerei, ein Netto-Markt. Vor einem zweistöckigen Haus fahren drei VW-Bullis vor. Die Fassade ist verwaschen, das Loch im Dach ist mit einer Folie verdeckt. Die kaputten Ziegel liegen auf einem Haufen vor dem Haus.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes steigen aus. Sie sehen aus wie aus einem Katastrophenfilm: Ganzkörperanzüge, FFP-Masken, blaue Schutzhandschuhe. Vor dem Haus stellen sie eine Bierbank auf und legen Formulare darauf. Dann testen sie die Bewohner auf das Coronavirus. Alle sind Werkvertragsarbeiter von Tönnies oder deren Kontaktpersonen. Manche wohnen zu sechst in einem Zimmer. Die Männer im Nachbarhaus stehen im Vorgarten und schauen hinüber. Sie verstehen nicht gut Deutsch und sie verstehen nicht ganz, was los ist. Auch sie arbeiten in der Fabrik von Tönnies, auch sie wurden getestet. „Test war plus“, sagt der eine. „Aber nichts!“ Er fasst sich an den Kopf, dann ans Herz. Keine Schmerzen, keine Symptome. Weil er sich mit Corona infiziert hat, wie fast alle seiner Kollegen, ist jetzt eine ganze Stadt in Geiselhaft.

Rheda-Wiedenbrück ist der Sündenbock der Republik, weil Rheda-Wiedenbrück die Stadt ist, in der Tönnies zu Hause ist.

Tönnies, das war einmal ein kleiner Metzgerladen. Heute ist Tönnies Marktführer für Schweinefleisch in Deutschland. Dutzende Schlachtbetriebe für Schwein und Rind, in Deutschland, Dänemark, Belgien, Spanien, Polen. Die Abteilungen im Unternehmen heißen „Division Pork“ oder „Division Convenience“. 16.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten für Tönnies weltweit. Umsatz 2018: rund 6,7 Milliarden Euro. Auf… (mehr und Quelle: DIE ZEIT, 29.06.20)




Überblick am Mittag

  • Laut Johns-Hopkins-Universität gibt es weltweit 10.154.984 bestätigte Fälle von CoViD-19 und 502.048 Todesfälle. Allerdings dürfte die tatsächliche Zahl der Todesopfer und die Anzahl der Fälle aufgrund unterschiedlicher Testraten und Definitionen von Todesursachen, Verzögerungen bei der Berichterstattung und vermuteter Unterberichterstattung höher sein.
  • Der britische Premier Boris Johnson hat zugegeben, dass die Coronavirus-Krise „ein absoluter Albtraum für das Land“ ist, während er erklärte, es sei Zeit für eine „Rooseveltianische Annäherung an Großbritannien“, aber noch keine Zeit für eine Untersuchung. „Ich glaube nicht, dass gerade schon der Moment gekommen ist, um all dem eine große Menge offizieller Zeit zu widmen; aber wir lernen die ganze Zeit unsere Lektionen und werden offensichtlich die richtigen Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehen.“
  • Die Coronavirus-Krise hat das Ansehen der USA in der europäischen Öffentlichkeit dramatisch verschlechtert, wie umfangreiche Umfragen in ganz Europa zeigen. Mehr als 60% der Befragten in Deutschland, Frankreich, Spanien, Dänemark und Portugal gaben an, das Vertrauen in die USA als weltweit führendes Unternehmen verloren zu haben.
  • Die chinesischen Behörden haben fast eine halbe Million Menschen in der Provinz Hebei, die Peking umgibt, in Quarantäne gescickt, da ein neuer Ausbruch in der Hauptstadt weiterhin die Befürchtungen einer zweiten Welle des Coronavirus weckt. Der Landkreis Anxin, etwa 145 km von Peking entfernt, hat Wohngebiete „abgeriegelt“ und Menschen verboten, ihre Häuser zu verlassen.
  • In der letzten Woche wurden in Italien mindestens 10 neue Covid-19-Cluster identifiziert, darunter 90 Mitarbeiter eines Ausieferungsunternehmens in Bologna, 28 Migranten in der Provinz Agrigento, 15 Fälle in einem Haus außerhalb Roms und 49 Personen in Mandragone, Campania, das vergangene Woche abgeriegelt und zur „Roten Zone“ erklärt wurde. Massimo Galli, Professor für Infektionskrankheiten an der Universität Mailand und Direktor für Infektionskrankheiten am Luigi Sacco-Krankenhaus, sagte, diese Cluster seien ein Beweis dafür, dass das Virus weiterhin zirkuliere.
  • Die EU stellt eine Liste der Länder zusammen, deren Bürger in den kommenden Tagen wieder nach Europa einreisen dürfen. Die Liste, die am Dienstag veröffentlicht wird, wird voraussichtlich nicht die USA, Russland oder Indien enthalten.
  • Pubs, Cafés, Friseure und Fitnessstudios dürfen am Montag in ganz Irland wieder öffnen, und alle inländischen Reisebeschränkungen wurden ebenfalls aufgehoben. Die Regierung beschleunigte die am 18. Mai gestarteten Lockerungen angesichts der Anzeichen, dass die Krankheit weiterhin unter Kontrolle ist. Die jüngsten Zahlen vom Sonntag zeigten, dass eine weitere Person in Irland starb, was die Gesamtzahl der Todesopfer auf 1.735 erhöhte, und drei neue Infektionsfälle, was die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen auf 25.439 erhöhte.
  • Thailand will die Wiedereröffnung von Pubs und Bars am Mittwoch und ausländische Reisende wieder ins Land lassen, sofem sie Arbeitserlaubnis, Wohnsitz und Familien in Thailand haben und sich einer 14-tägigen Quarantäne unterziehen. Geschäftsreisende aus Japan, Südkorea, Singapur, China und Hongkong können je nach ihren Umständen von der Quarantäne ausgenommen sein.
    (Quelle: The Guardian)

 Emsland: Offizielle Fallzahlen am Montag, 29.06.2020, 09.30 Uhr

Die neuen Zahlen im Emsland zeigen im Gegensatz zu Freitag einen Anstieg um drei weiteren Infizierungen – zwei davon in Sögel. Im Landkreis gibt es jetzt 8 aktive Coronafälle; der Quotient auf 100.000 Einwohner ist auf 144,0 gestiegen. Ca. 65 Emsländer*innen (- 5) befinden sich in häuslicher Quarantäne.

In Lingen (Ems) (76/72/4) gibt es weiterhin keine akuten Infektionsfälle.

Kommune Anzahl der bestätigten Fälle davon genesen Verstorbene Aktuell
Samtgemeinde Dörpen 12 11 1 0
Einheitsgemeinde Emsbüren 17 17 0 0
Samtgemeinde Freren 53 42 9 2
Einheitsgemeinde Geeste 18 18 0 0
Stadt Haren (Ems) 33 31 1 1
Stadt Haselünne 32 32 0 0
Samtgemeinde Herzlake 10 10 0 0
Samtgemeinde Lathen 10 10 0 0
Samtgemeinde Lengerich 16 15 1 0
Stadt Lingen (Ems) 76 72 4 0
Stadt Meppen 72 68 4 0
Samtgemeinde Nordhümmling 8 8 0 0
Stadt Papenburg 34 32 2 0
Einheitsgemeinde Rhede (Ems) 1 1 0 0
Einheitsgemeinde Salzbergen 15 15 0 0
Samtgemeinde Sögel 12 (+2) 7 0 5 (+2)
Samtgemeinde Spelle 15 14 1 0
Einheitsgemeinde Twist 20 18 2 0
Samtgemeinde Werlte 14 14 0 0
Gesamt* 468 (+3) 435 (+1) 25 (+/- 0)
Aktuelle Covid-19-Fälle 8

(29.06.20)


Zusammenfassung am Morgen

  • Laut Johns-Hopkins-Universitäz hat die Gesamtzahl der Menschen, die weltweit positiv auf Covid-19 getestet wurden, die 10 Millionen, die Zahl der Todesfälle 500.000 überschritten. Sie liegt bei 10.117.700, während bekannte weltweite Todesfälle bei 501.281 liegen.
  • US-Gesundheitsminister Alex Azar hat gewarnt, dass „das Fenster geschlossen wird“, wenn das Land Maßnahmen zur wirksamen Eindämmung des Coronavirus ergreifen will, nachdem die Anzahl der bestätigten Infektionsfälle 2,5 Millionen überschritten hat. Der Politiker wies auf die jüngsten Anstiege der Infektionen hin, insbesondere im Süden der USA, und sagte, die Menschen müssten „verantwortungsbewusst handeln“, indem sie die Abstandsregeln einhielten und Gesichtsmasken trügen, auch „in diesen heißen Zonen“.
  • Als Reaktion auf einen Anstieg der US-Fälle ordnete der Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsom, am Sonntag die Schließung von Bars in sieben Counties an, in denen insgesamt 13,5 Millionen Einwohner leben. Kalifornien hatte bereits einige Gebiete angewiesen, die Bestellungen für den Aufenthalt zu Hause wieder vorzuschreiben, auch San Francisco kündigte eine „Pause“ bei seiner Wiedereröffnung an.
  • In Florida räumte Gouverneur Ron DeSantis ein, dass die Neuinfektionen „eplodieren“, nachdem der Bundesstaat innerhalb von 24 Stunden einen Tagesrekord von 9.585 Fällen verzeichnete. Junge Menschen, die vom monatelangen Lockdown frustriert sind, sind an die Strände, Promenaden und Bars des Staates zurückgekehrt, oft ohne Maske und anscheinend auch ohne Rücksicht auf Abstandsregeln.
    Der US-Bundesstaat kündigte inzwischen an, seine Strände am bevor stehenden Nationalfeiertag 4. Juli geschlossen zu halten; auch die Gaststätten und Bars sollen ihre Türen schließen. In mehr als der Hälfte der US-Bundesstaaten sind neue Coronavirus-Infektionen auf Rekordhöhen gestiegen.
  • Der Premierminister der Provinz Victoria, Australien, denkt angesichts mehrer Cronavirus-Cluster über Ausgangssperren in Melbourne nach insbesondere für die Vororte, nachdem am Montag mehr als 70 Fälle von Coronavirus bestätigt wurden.
  • Etwas mehr als die Hälfte der Einwohner Tokios glaubt nicht, dass die verschobenen Olympischen Spiele 2020 im nächsten Jahr stattfinden sollten, was laut einer am Montag veröffentlichten Umfrage aufgrund von Befürchtungen über das Coronavirus entweder eine weitere Verzögerung oder eine völlige Absage befürwortet.
  • Der strikte Coronavirus-Lockdown auf den Philippinen hat den Zugang zu Familienplanungsdiensten erheblich beeinträchtigt und könnte zu der höchsten Anzahl von Geburten seit zwei Jahrzehnten führen. Prognosen des Bevölkerungsinstituts der Universität der Philippinen und des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen zufolge könnten weitere 214.000 Babys im nächsten Jahr als Folge ungeplanter Schwangerschaften aufgrund der Pandemie geboren werden.
  • Die Stadtregierung von Peking meldete für den 28. Juni sieben neue Covid-19-Fälle, gegenüber 14 am Tag zuvor. China hat für fast eine halbe Million Menschen in einer Nachbarprovinz der Hauptstadt Ausgangssperren angeordnet, um einen neuen Cluster einzudämmen, der nach Angaben der lokalen Behörden weiterhin „schwerwiegend und kompliziert“ ist. Laut Gesundheitsbehörden wird auch der Landkreis Anxin – etwa 150 Kilometer von Peking entfernt – „vollständig abgesperrt und kontrolliert, um gleich mehrere kleinere Corona-Cluster zu bekämpfen. Dies sind die gleichen strengen Maßnahmen, die auf dem Höhepunkt der Pandemie in der Stadt Wuhan Anfang dieses Jahres verhängt wurden.
  • Brasilien verzeichnete in den letzten 24 Stunden 30.476 neue Fälle des Coronavirus und 552 zusätzliche Todesfälle, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Das Land hat jetzt insgesamt 1.344.143 bestätigte Fälle und 57.622 Todesfälle registriert.
  • Der Sudan verlängert den Lockdown in der Provinz Khartum um eine Woche bis zum 7. Juli, um die Ausbreitung des neuen Coronavirus einzudämmen. Das wurde am Sonntag bekannt gegeben. Ab dem 8. Juli soll es eine allmähliche Rückkehr zur Normalität geben, obwohl auch dann eine nächtliche Ausgangssperre von 18 bis 5 Uhr gilt. Der Sudan hat 9.258 Infektionsfälle bestätigt, darunter 572 Todesfälle.
    (Quelle: The Guardian, 29.06.20)

Deutschland-Zahlen

Die lokalen Behörden haben dem Robert Koch-Institut am Sonntag 262 Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Damit haben sich seit Beginn der Corona-Krise 193.761 Menschen in Deutschland nachweislich mit Sars-CoV-2 angesteckt, wie das RKI meldete. 8961 mit dem Virus infizierte Menschen starben nach RKI-Angaben in Deutschland – das bedeutet ein Plus von 4 im Vergleich zum Vortag. Etwa 178.100 Menschen haben die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Das sind etwa 400 mehr als noch einen Tag zuvor. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen bei 0,71 (Vortag: 0,62).
(Quelle: RKI, 29.06.20)


Airbus drosselt Produktion deutlich

Der Flugzeugbauer Airbus wird als Reaktion auf die Luftfahrt-Krise für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen und Tausende Stellen abbauen. „Wir können uns von der Entwicklung bei den Airlines nicht abkoppeln“, sagte Airbus-Chef Guillaume Faury der „Welt“. Während der Konzern bisher von einer Kürzung um rund 30 Prozent sprach, ist jetzt von 40 Prozent die Rede, weil sich die Differenz zum zuvor geplanten Produktionsausbau in 2020/21 vergrößert.

Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Derzeit seien viele fertige Flugzeuge geparkt, sagte Faury. Die Airlines nehmen sie wegen des Einbruchs im Markt durch die Corona-Krise zunächst nicht ab. Es werde bis Ende 2021 dauern, bevor Produktion und Auslieferungen wieder im Einklang stehen, sagte der Airbus-Chef dem Blatt. Den genauen Umfang des Stellenabbaus will Faury nach Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite bis Ende Juli verkünden. Spekuliert wird, dass bis zu 15.000 Stellen in der Zivilflugzeugsparte mit 90.000 Beschäftigten betroffen sind. (Foto: CC s. 06.04.20; Quelle: ARD, 29.06.20)


Österreich nimmt generelle Reisewarnung für NRW zurück

Österreich hat die nach dem schweren Corona-Ausbruch beim Fleischkonzern Tönnies ausgesprochene generelle Reisewarnung für ganz Nordrhein-Westfalen zurückgenommen. Die für Tourismus zuständige österreichische Ministerin Elisabeth Köstinger sagte am Sonntagabend in einer Fernsehsendung: „Mit heute 00.00 Uhr wird die allgemeine Reisewarnung für Nordrhein-Westfalen aufgehoben, sie wird nurmehr für den Kreis Gütersloh gelten.“ Auch für Bewohner der betroffenen Region um die Großschlachterei Tönnies gelte: Wer einen negativen Corona-Test vorweise, werde „seinen Urlaub in Österreich antreten können“. (Quelle: TSP, 29.06.20)


Deutschland startet neuen Vorstoß für UN-Resolution zu Corona

Deutschland will einen neuen Vorstoß für eine Resolution des UN-Sicherheitsrats zur Corona-Pandemie starten. Es sei ein „Armutszeugnis“ für den Sicherheitsrat, dass er sich bei diesem wichtigen globalen Thema bisher nicht einig geworden sei, sagte Außenminister Heiko Maas (SPD) in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. „Es kann nicht sein, dass der Sicherheitsrat sprachlos bleibt, wenn die ganze Welt es mit einer solchen Pandemie zu tun hat.“

Deutschland übernimmt am 1. Juli für einen Monat den Vorsitz in dem wichtigsten UN-Gremium. Eine Corona-Resolution ist bisher an einem Streit zwischen den USA und China gescheitert, in dem es vor allem um die Rolle der Weltgesundheitsorganisation WHO geht. US-Präsident Donald Trump wirft der WHO vor, im Sinne Chinas zu handeln, und will sie nicht in einer Resolution erwähnt sehen.

„Das ist ein weiteres Beispiel dafür, dass der Sicherheitsrat kurz vor der Handlungsunfähigkeit steht“, sagte Maas. „In den großen, aktuellen Krisen wie Syrien oder Corona wird der Sicherheitsrat nicht mehr den Ansprüchen gerecht, die man an ihn haben müsste. Es gibt eine dauerhafte Selbstblockade – mal von der einen, mal von der anderen Seite.“ Maas forderte China und die USA auf, ihre Differenzen bei einem so globalen Thema wie Corona zurückstellen. (Quelle: Tagesspiegel, 29.06.20)



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