Ein deutsches Stillleben.

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Eltern entscheiden selbst über die Internetnutzung ihrer Kinder. Das schreibt Kollege Udo Vetter in seinem LawBlog und berichtet:

Ein Familienrichter braucht einen guten Grund, wenn er Eltern vorschreiben will, ob und in welchem Umfang deren Kinder das Internet nutzen bzw. ein Smartphone besitzen dürfen. Das Oberlandesgericht Frankfurt stellt in einem aktuellen Beschluss klar, dass hierzu konkrete Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls vorliegen müssen.

Ein Familienrichter hatte der Mutter eines achtjährigen Mädchens, die vom Vater des Kindes getrennt lebt, das Aufenthaltsbestimmungsrecht übertragen. Bei der Anhörung hatte sich herausgestellt, dass das Mädchen über Geräte der Mutter online gehen konnte; außerdem besaß das Kind ein eigenes Smartphone. Dem Richter gefiel das nicht, deshalb ordnete er Beschränkungen an. Unter anderem sollte das Kind bis zum 12. Geburtstag kein Smartphone haben dürfen.

Die Eltern des Mädchens wandten sich gemeinsam gegen die Anordnung. Mit Erfolg. Eine Gefährdung des Kindeswohls müsse nicht nur möglich erscheinen, sondern mit „ziemlicher Sicherheit“ zu erwarten sein, sagt das Oberlandesgericht. Es sei nicht Aufgabe des Staates, die „perfekten“ Erziehungsmethoden vorzugeben. Vielmehr dürfe in die Grundrechte der Eltern und auch des Kindes nur eingegriffen werden, wenn konkrete Schäden drohen.

Das Gericht sieht zwar eine potenzielle Gefährdung durch „smarte Technologien und Medien“. Gefahren seien aber auch gegeben, wenn Eltern ihre Kinder zu lange vor dem Fernseher sitzen lassen oder die Kindern ausschließlich Junkfood bekommen. Das Gericht sieht zahlreiche individuelle Spielräume, in denen Eltern eigenverantwortlich ihr Erziehungsrecht ausüben können. Ausdrücklich weist das Gericht darauf hin, die Nutzung digitaler Medien durch Kinder müsse nicht komplett untersagt, sondern pädagogisch begleitet werden (Aktenzeichen 2 UF 41/18).

Drei

9. Juli 2018

Drei Tage war ich mal nicht zuhause. Da brennt Hagedorn ein weiteres Mal großfeuermäßig, die Polizei sperrt alles, gibt nach Stunden frei und erklärt sofort, dass -schwarze Brandwolken hin oder her- natürlich „zu keiner Zeit eine Gefährdung der Bevölkerung bestanden“ hat. So weit, so gelogen. Denn natürlich besteht immer eine Gefährdung der Bevölkerung, wenn es so brennt, wie bei Hagedorn allerdings macht es sich besser, wenn man dies einfach verneint. Jedenfalls weiß ich jetzt, weshalb das Unternehmen Hagedorn gegen die Ausweisung eines Wohngebietes diesseits der Ems auf den Flächen des ehemaligen Gemüsehofes Reiners Einwände hat. Die Firma hat an diesem Standort keine Zukunft, kommentiert Wilfried Roggendorf in der LT. Deshalb wollte der ehemalige OB Pott die Firma Hagedorn auch aussiedeln. Übrigens sind beide Schepsdorfer.

Dann gab es in diesen Tagen noch drei Zuschriften, die auch interessant sind. Erstens:

Hallo Robert,
Gibt es zu, Allo-Pflegeheim neue Informationen?
Vielleicht über das Gespräch der Firmenleitung mit unserem OB?
Gruß
Brigitte

und:

Hallo Robert,
wer ist denn für den Bau des Radweges westlich am Kanal Richtung Hanekenfähr verantwortlich? Der Radweg ist eine einzige Katastrophe😩

Die vielen spitzen Steine sind ein wahrer Reifenkiller! Es muss unbedingt Abhilfe geschaffen werden. Unser meistfotografierte Oberbürgermeister hätte da eine ehrenvolle Aufgabe 👍

Viele Grüße
Hacki

und drittens:

Sehr geehrter Herr Koop,

im Rathaus soll ein absolut seriöses Angebot vorliegen, das Dreifache für den Grund und Boden zu zahlen, der an einen niederländischen Investor für den Bau eines Fachmarktzentrums bei BvL zu einem Spottpreis verkauft werden soll. Dort sollen dann 150 Wohnungen gebaut werden. Weißt Du mehr?

Mit freundlichen Grüßen
Heinz

Ja, Freunde, Dann wollen mir mal…

Schöne Woche!

ps Verantwortlich für den reifenkillenden Radweg ist das Wasser- und Schifffahrtsamt in Meppen (heißt die Behörde noch so?), das am Dortmund-Ems-Kanal zwischen ESV-Ruderheim und der Brücke zum Alten Hafeneinen völligen Kahlschlag plant. Den Technokraten fällt auch niemand in den Arm. Schon gar nicht der amtierende Amtsträger.

 

 

Wer beim Bauern nebenan kauft, genießt ein besseres Leben. Schlank sein und gesund; ein gutes Auskommen haben und gute Nachbarschaft; die Geschicke der Gemeinschaft mitgestalten; der Natur und zugleich dem örtlichen Handel zur Blüte verhelfen: All das kann man vollbringen, wenn man beim Essen die richtige Wahl trifft. So bereichert das Essen aus der eigenen Region unsere Lebensqualität.

Studiengang Pflege

7. Juli 2018

Auch in diesem Semester haben die Studierenden des sechsten Semesters im dualen Studiengang Pflege wieder ein 10-wöchiges Praxisprojekt im In- oder im Ausland absolviert. Die zahlreichen  interessanten Ergebnisse ihrer Projekte stellen die Studierenden am Dienstag, 10. Juli, ab 13 Uhr und Mittwoch, 11. Juli, ab 9 Uhr im Gebäudeteil LK auf dem Campus Lingen (Foto lks) der Öffentlichkeit vor.

Vorgestellt werden durchweg anspruchsvolle Fachthemen wie etwa „Beziehungsgestaltung oder Beschäftigungsangebote bei Menschen mit Demenz“, „Rituale in einem Kinder- und Jugendhospiz“, „Nabelpflege bei Neugeborenen“, „Aufgaben einer akademisierten Pflegefachkraft in einem Familienzentrum im Brasilien“, „Kommunikationsmethoden bei Menschen mit geistiger Behinderung“, „Schulgesundheitspflege in Zypern oder in Finnland“, „Mundpflege bei Palliativpatienten“ sowie „Schmerz-Assessment bei sedierten Patienten“.

Die Organisatoren bitten Interessierte um eine Anmeldung bei Isabel Alsmann per E-Mail unter i.alsmann(at)hs-osnabrueck.de bzw. telefonisch unter 0591 8009-8726
weitere Informationen hier
(Quelle: PM, Foto: Campus Lingen(Halle 1 der Hochschule Osnabrück, © milanpaul via flickr)

Body & Soul

6. Juli 2018

„Body & Soul“
Nordhorn – Stadtpark, Ölmühlensteg 17

Samstag, 7. Juli – 19.30 Uhr
Eintritt: frei

Freundinnen und Freunde von emotionalem und energiegeladenem Singer/Songwriter-Pop im Stil von Ed Sheeran, Jason Mraz oder John Legend dürfen sich auf das Duo „Body & Soul“ freuen. Der Name des Duos weckt Assoziationen: Die Harmonie von Körper und Geist, die Balance zwischen Verstand und Gefühlswelt. Nicht ohne Grund haben der niederländische Sänger Mark Stouwdam und der Gitarrist Peter Schilmöller somit „Body & Soul“ als Namen für ihr Duo gewählt. Das gemeinsame Studium an der Musikhochschule Enschede (NL) hat sie bereits zusammen geschweißt. Ihr purer, ehrlicher und zugleich auch zerbrechlicher Sound aus Stimme und Akustikgitarre ist ihr Markenzeichen.
„Body & Soul“ bietet ein musikalisch ausgesprochen spannendes Programm mit vielfältigen Songs aus Pop, Jazz und Kabarett. Es verspricht, ein runder, zuckersüß-harmonischer Abend rund um die Konzertmuschel im Nordhorner Stadtpark zu werden.

 

pURPLE rHINO

5. Juli 2018

Lingen Volume 11:
pURPLE rHINO
Lingen (Ems)-Bramsche – Bul Bar & Lounge, Mundersumer Str. 6
Sa, 7. Juli – 20 Uhr

Eintritt: ?

Purple Rhino. Der Name ist Programm. Was klingt wie eine Mischung aus längst vergangenen Zeiten, einem vielversprechenden Potenzmittel sowie verschiedenen fraglichen Seiten, ist eben genau das: Jung, frisch, retro, sexy und hart.
Geprägt durch das jahrelange Verzehren internationaler und aktueller Indierock Mucke, die Gewissheit in dieser Gegend ohne eine eigene Band vor die Hunde zu gehen und durch die Liebe zu englischen und amerikanischen Klassikern wie Led Zeppelin, The Who, Guns ‚N‘ Roses und Pink Floyd finden die drei jungen Musiker in rasanter Geschwindigkeit ihren eigenen Sound und liefern fortan mitreißende Konzerte ab.
Überflüssig zu sagen, dass es in ihren Songs und Texten umso unwichtige Dinge wie Freundschaft, Party, Liebe, Hass und Frieden geht. Muss wohl an ihrem Alter und der aktuellen Weltlage liegen.
Purple Rhino veröffentlicht 2018 ihr Debütalbum „Greatest Hits“ mit 13 Songs.

(Text: PM)

gemeinsam für

4. Juli 2018

Ronny Kraak: „Angesichts des aktuellen innenpolitischen Theaters der großen Egos, das sich weder um Sozial-, Bildungs-, Verkehrs-, Renten- und oder gar der Pflegepolitik zu scheren scheint. Das alles scheint vernachlässigbar, wenn man über Migrationspolitik reden kann, die dann „innenpolitische Flüchtlingskrise“ genannt wird, die objektiv eher eine Krise der soziologischen Empathie und eine der Menschlichkeit an sich zu sein scheint. Fast die gesamte deutsche Politik lässt sich davon treiben und anstatt sich mal locker zu machen und tatsächliche Probleme anzugehen, watet sie durch die stinkende Kloake der AfD und anderer Menschenfeinde und sammelt aus der schön die Bröckchen raus um sie nochmal in den Mund zu nehmen und wiederzukäuen. Klingt eklig. Ist es auch. Sehr. Aber ich schweife ab…

Der Kapitän und die Besatzung der „Lifeline“, die ihr Boot dann mit den Geretteten endlich in einem Hafen in Malta parken konnten, haben nun Ärger mit dem Gesetz, der ganz offensichtlich auf politischer Ebene zu einem Problem gemacht wird. Sie wollen sich dagegen wehren – und das kostet Geld.

Jan Böhmermann hat aus diesem Grund auf Leetchi eine Kampagne gestartet, die die Rechtskosten der Besatzung im Falle von Prozessen decken soll: Rechtskosten für die „Lifeline“-Besatzung. Und ich finde, die haben den besten Rechtsbeistand verdient, der sich für Geld kaufen lässt. Deshalb packe ich da jetzt auch mal ein paar Euro mit ins Töpfchen. Wenn es dazu dient, dass sich die Menschlichkeit gegen die EU vor einem Gericht bewähren muss, dann sehr gerne. Vielleicht dient es dazu, das Werte neu justiert werden, wobei ich da nicht sonderlich optimistisch bin. Mein bescheidenes Gefühl sagt mir, dass das alles noch viel schlimmer werden könnte.“

Liebe Internetfreaks,

ich machs mal kurz und unkompliziert: Der Besatzung der „Lifeline“, die zur Zeit auf Malta festsitzt, wurden „rechtliche Konsequenzen“ angedroht, dafür, dass sie 230 Menschen das Leben gerettet hat.

Lasst uns gemeinsam für die beste Verteidigung zusammenschmeißen, die man sich für Geld kaufen kann. Hier mein kleines Video:

Volksliedersingen

3. Juli 2018

Volksliedersingen
Meppen – Herrenmühle

Heute – 19 Uhr
Eintritt frei:

Das Volksliedersingen findet in Meppen an der östlich vom Stadtzentrum gelegenen Herrenmühle (Foto; wikipedia) von Mai bis September an jedem ersten Dienstag im Monat statt. Es wird jeweils von einem Chor oder Singkreis unterstützt.

Veranstalter ist der Heimatverein Meppen. Er schreibt: „Seien Sie herzlich willkommen, einen wunderschönen Abend zu genießen, mitzusingen oder einfach nur zuzuhören. Da das Singen  unter der Remise der Herrenmühle – also nicht in einem geschlossenen Raum – stattfindet, denken Sie bitte an angemessene Kleidung.“

4 Wände.

2. Juli 2018

4 Wände.
Von Familien, ihren Häusern und den Dingen drumherum.
Eine Ausstellung zum Einfamilienhaus in Deutschland seit 1950,
noch bis zum31. Januar

Cloppenburg – Museumsdorf
bis 31. Oktober: 9.00 – 18.00 Uhr 
bis 31. Januar: 9.00 – 16.30 Uhr
Eintritt 6,50 € Erw., 4,00  (ermäßigt), Kinder 2,50 

„Sie leben in einem? Gut möglich. Sie waren schon in einem? Noch wahrscheinlicher. Zwei von drei Wohngebäuden in Deutschland sind Einfamilienhäuser, 15,5 Millionen gibt es, täglich kommen etwa 270 neue dazu. Und wenn Sie noch keines besitzen, dann sehnen Sie sich wahrscheinlich nach einem. Hat die Bundesstiftung Baukultur ermittelt.

Während der Diskurs ums Wohnen vor allem von steigenden Mieten und Verdrängung als Großstadtphänomene beherrscht wird, kommt dieser Traum ziemlich vieler Menschen in Deutschland außerhalb von Werbung und Wohnzeitschriften bislang kaum vor.

Das Museumsdorf Cloppenburg macht da eine Ausnahme: Mit der Ausstellung „4 Wände. …“ ergründet es den Wunsch nach Eigenheim mit Carport – und die Probleme, die er mit sich bringt. Denn die vermeintlichen Traumhäuser sind längst Teil der neuen Wohnungsfrage, die sich eben nicht nur um ästhetische Befindlichkeiten und angesagte Viertel dreht, sondern vor allem um eine existenzielle Ressource: Einfamilienhäuser tragen wesentlich zum rasanten Flächenverbrauch der fortschreitenden Suburbanisierung bei.

Damit sie bezahlbar sind, stehen sie meistens dort, wo sie nicht gebraucht werden: in der Peripherie, fernab von Arbeitsplatz, Kitas, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten oder Kultur. Mit jedem Neubaugebiet verschwindet ein Stück unversiegeltes Land. Und wer „gebaut“ hat, dem reicht längst nicht mehr nur ein Auto, der braucht zwei, um den hektischen Arbeits- und Familienalltag zu bewältigen.

Spätestens hier wird die Wohnungsfrage zur Systemfrage: Wie wollen wir eigentlich leben? Warum kriegen wir immer nur faule Kompromisse hin? Wann wurde aus familiär-kollektiven ländlichen Wohnmustern ein Finanzprodukt für die bürgerliche Kleinfamilie?

Das Museumsdorf hat sich kein exemplarisches Fertighaus aufs Gelände stellen lassen, um das Thema zu bearbeiten. Die Kuratoren hatten stattdessen einen genialen Einfall: Sie haben den Zaun des Museumsdorfs geöffnet und kurzerhand die ganze angrenzende Einfamilienhaussiedlung zur Ausstellungsfläche erklärt.

Augenzwinkernd wird hier postkolonial-korrekt die volkskundliche Praxis der Präsentation spezifischer Lebensweisen aufs Korn genommen. Doppelbödig zwar, aber ohne jede Häme und in enger Zusammenarbeit zwischen Museumsmachern, Wissenschaftlern und Nachbarschaft.

Schließlich stellt sich allein ob des Sujets die Frage, wer hier wen oder was ausstellt. Als MuseumsbesucherIn mit Faltblatt in der Hand ist man zwischen gepflegten Vorgärten und gepflasterten Auffahrten genauso Teil der großen Truman-Show, wie die dort Lebenden und ihre vier bis vierzig Wände.

Das Freilichtmuseum eröffnet mit dieser unbedingt sehenswerten Ausstellung ungeahnte Perspektiven auf einen Baubestand, der so alltäglich ist, dass er kaum auffällt. Erzählt wird…“

[weiter bei der taz]