Iris und Carsten Lenz

11. September 2019

Konzertreihe „Phantasticus 2019“
Iris und Carsten Lenz (Wiesbaden)
„Orgelfeuerwerk mit 4 Händen und 4 Füssen“
Lingen (Ems) – Kreuzkirche, Universitätsplatz 1
Sonntag, 15.3. – 20 Uhr
Korrektur: Eintritt: 10 Euro

Die barock inspirierte Flentrop-Orgel (erbaut 1959) der Kreuzkirche ist an diesem Sonntag erstmals in einem vierhändigen Konzert zu hören und auch wegen der gleichzeitigen Übertragung der Orgel-Spielanlage auf eine große Leinwand im Kirchenraum zu sehen.

Die Organisten sind Iris und Carsten Lenz. Die beiden Virtuosen gelten zurzeit als eines der führenden Orgel-Duos in Europa. Ihr Konzert gibt einen spannenden Querschnitt durch die vierhändige und vierfüßige Orgelmusik.. Es erwarten die Konzertbesucher virtuose, melodiöse, heitere, humorvolle und überraschende Klänge, u. a.: Malerbi (Sinfonia), Thayer (Concert Variations), Bedard (Petite Suite), Lenz (Geburtstags-Tänze über „Happy Birthday“), Dinda (Charlie Dog Blues), Pédalier (Walzer für vier Füße).

Konzerte mit dem Orgel-Duo Lenz haben neben der Video-Übertragung auf die Leinwand  einige Spezialitäten. So gibt es eine für alle Altersgruppen geeignete und kurzweilige Programmgestaltung mit jeweils angenehm zu hörenden und auch humorvollen Kompositionen. Weiterhin wird die Orgel-Spielanlage per Video auf eine große Leinwand im Kirchenraum übertragen, so dass die Konzertbesucher von allen Plätzen der Kirche den Organisten beim Spielen auf die Finger und die Füße schauen können. Das Programm wird zusätzlich noch humorvoll moderiert und es gibt für die Besucher außer all dem  noch einige Überraschungen im Konzert.

Dauer: ca. 1 Stunde.

Markus Lager

11. September 2019

Architekturreihe
Markus Lager (Kaden + Lager)
Werkvortrag über Deutschlands höchsten Holzbau SKAIO
Lingen (Ems) – IT-Zentrum, Kaiserstraße 10b
Donnerstag, 12. September – 19 Uhr
Eintritt: frei

Im Rahmen der Architekturreihe unserer Stadt stellt der Architekt Markus Lager aus dem Berliner Architekturbüros Kaden + Lager in einem Werkvortrag Deutschlands höchstes Haus in Holzbauweise vor. Das Hochhaus SKAIO markiert aktuell den Eingang der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Das zehngeschossige Gebäude wurde als Hybridkonstruktion geplant. Der Werkstoff Holz macht dabei den überwiegenden Teil der Konstruktion aus. Lediglich die brandtechnisch sensiblen Bereiche wie Treppenhaus und Aufzugsschacht sind aus Stahlbeton. Mit seinen 34 Metern Höhe stellt SKAIO einen neuen deutschen Höhenrekord im Holzbau auf.

Kaden + Lager gelten als Wegbereiter des mehrgeschossigen Holz-Hybridbauses im innerstädtischen Bereich. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist der Wohnungsbau. Darüber hinaus hat das Büro erste Erfolge bei kuturellen Bauwerken zu verzeichnen. Kaden + Lager entwerfen, planen und bauen Mietwohnungen für Baugruppen und Wohnungsbaugenossenschaften in Berlin, Hamburg und München. Mit der Fertigstellung von SKAIO im März dieses Jahres stellen sie unter Beweis, dass Bauen mit Holz auch über die Hochhausgrenze hinaus möglich ist.

Architekt Markus Lager ist in Haren (Emsland) geboren. Der gelernte Zimmerer absolvierte sein Architekturstudium an der TU Braunschweig. Nach Stationen bei den Architekturbüros HTP – Hidde Timmermann Architekten in Braunschweig, GRAFT in Berlin, pbr Planungsbüro Rohling AG in Braunschweig, Léon Wohlhage Wernik in Berlin und Kaden Klingbeil Architekten gründete er in Berlin 2015 zusammen mit Tom Kaden das eigene Architekturbüro Kaden + Lager. Neben seiner Tätigkeit als Architekt hält Lager Vorträge und gibt Vorlesungen, Gastkritiken sowie interdisziplinäre Workshops an internationalen Hochschulen.

Mi dem Vortrag von Markus Lager wird die Architekturreihe der Stadt Lingen im zweiten Halbjahr 2019 wieder aufgenommen. 2019 steht sie unter dem Titel „Architektur & Urbanität“. In diesem Rahmen erhalten renommierten Architekten, Gestalter und Kulturschaffende die Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre ihre Projekte zu präsentieren – mit geselligem Ausklang bei Wein, Brot und Käse. „Wir möchten Lust auf Architektur und Baukultur machen“, sagt Stadtbaurat Lothar Schreinemacher die Idee zu der Reihe. Angesprochen sind Architekten, Planer und alle Kultur- und Architekturinteressierte in der Region.

Fest der Puppen

10. September 2019

19. Internationales Fest der Puppen
New Experiences

Lingen (Ems) 
13. bis 19. September 2019

Das seit 1983 inzwischen  19. Internationale Fest der Puppen zeigt auf vier Bühnen in der Lingener Innenstadt ausgewählte Puppen- und Figurentheatertücke auf höchstem Niveau für alle Altersgruppen, die aktuelle Entwicklungen des Figurentheaters auf internationaler Ebene widerspiegeln. Zu sehen sind unter anderem Produktionen aus Ungarn, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Auch in diesem Jahr wird ein vielfältiges und abwechslungsreiches Programm geboten: von klassischen Spielformen wie Marionetten- oder Schattentheater bis zu spannenden zeitgenössischen und experimentellen Formen des Figurentheaters.

2019 gibt es zahlreiche Neuerungen wie z.B. die „Puppenroute“, eine geführte Tour an interessante Orte Lingens, die man selten im Alltag besucht und die im Rahmen des Festivals zu ungewöhnlichen Spielorten werden. Neben einem abwechslungsreichen Abendprogramm und dem Nachmittagsprogramm für Kinder, finden an allen Wochentagen des Festivals Vorstellungen für Schulen oder Kindergärten statt. Ergänzt und begleitet wird das 19. Internationale Fest der Puppen durch ein buntes Rahmenprogramm, ein Fachforum sowie verschiedene Gastspiele in der Region.

Das gesamte Programm finden Sie hier unter „Specials„!

Susamam

9. September 2019

Können Sie türkisch? Es geht um diesen künstlerischen Protest von Rapper Saniser in einem schönen Land, das längst eine hässlich-undemokratische Fratze zeigt: In der Türkei geht seit dem vergangenen Wochenende das Rap-Video  „Susamam“ – „Ich kann nicht schweigen“ – viral. In weniger als drei Tagen wurde der Clip rund 15,3 Millionen Mal auf Youtube geklickt, zeitweise mehr als 100.000 mal pro Stunde. Inzwischen wurde es auch rund 180.000 mal kommentiert. Gegenwärtig ist es zeitweise nur schwierig herunterzuladen und anzusehen.

Der nicht ganz kurze Clip handelt von der allgegenwärtigen Einschüchterung in der Türkei –  durch die Polizei, Massenfestnahmen, brutale Urteile, Gewalt gegen Frauen, und er ist brandaktuell: Rapper Saniser veröffentlichte den Song ausgerechnet an dem Tag, an dem die Istanbuler Oppositionspolitikerin Can Kaftancioglu wegen einiger Twitter-Kommentaren zu einer Gefängnisstrafe von fast zehn Jahren (!) verurteilt wurde. Ein Skandal-Urteil und eine brutale Warnung an alle, die sich kritisch über die Erdogan-Regierung äußern wollen…

Klage!

9. September 2019

Die Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) hat eine Verfassungsbeschwerde gegen das Gesetz zur Reform des Bundeskriminalamtes (BKA) eingelegt. Insbesondere wehren sich die Bürgerrechtler gegen die neuen und umfassenden Überwachungsbefugnisse, die das BKA im Zuge der Novellierung im Jahr 2017 erhalten hat. Dazu zählen etwa der Einsatz von Staatstrojanern oder weitreichende Datensammlungen über Menschen, gegen die bloß ein vager Anfangsverdacht besteht.

„Nach der Neuregelung kann das BKA aus zu geringem Anlass zu viele Daten zu vieler Menschen zu lange speichern und verarbeiten“, sagt der GFF-Vorsitzende Ulf Buermeyer. Zudem könnte das BKA die so angehäuften personenbezogenen Daten „nahezu grenzenlos“ verarbeiten sowie die dabei genutzten Datenbanken zusammenführen. Der datenschutzrechtliche Grundsatz der Zweckbindung erhobener Daten würde für das BKA schlicht aufgegeben.

„Damit sind Tür und Tor geöffnet für eine Datenbank, die Daten über die meisten Menschen in Deutschland enthält – zeitlich unbefristet, nach unklaren Regeln und zu unklaren Zwecken“, sagt Buermeyer. „Ein solches Big-Brother-Gesetz kann das Bundesverfassungsgericht nicht billigen“.

Unsichere Spionage-Software

Ferner erlaubt das BKA-Gesetz den Einsatz von Staatstrojanern. Mit einer solchen Spionagesoftware nutzt die Polizei Sicherheitslücken in IT-Systemen aus, um Onlinedurchsuchungen durchzuführen und auf Telekommunikationsvorgänge zuzugreifen (Quellen-TKÜ). Das verstoße laut den Bürgerrechtler:innen gegen das IT-Grundrecht: Das Recht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme.

Anstatt Sicherheitslücken den Herstellern zu melden und so eine sichere IT-Umgebung für alle zu schaffen, würden diese von den Ermittlungsbehörden heimlich gehortet und ausgenutzt. Doch solche Lücken seien „Einfallstore für Hacker“, sagt Buermeyer. Wenn der Staat diese geheim halte, wären alle Nutzer:innen einem Risiko ausgesetzt. Bei Institutionen wie Krankenhäusern, die auf eine gesicherte IT-Struktur angewiesen sind, könne dies lebensbedrohliche Konsequenzen haben.

Nicht der erste Anlauf

Schon 2017 forderte die Konferenz der unabhängigen Datenschutzaufsichtsbehörde des Bundes und der Länder eine Überarbeitung den damaligen Gesetzesentwurfs. Dabei handelt es sich bei der Fassung von 2017 schon um eine gerichtlich verfügte Nachbesserung: Das zuvor geltende BKA-Gesetz hatte das Bundesverfassungsgericht im April 2016 als verfassungswidrig eingestuft.

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Von Alexandra Ketterer auf netzpolitik.org Creative Commons BY-NC-SA 4.0.

Der Tag des offenen Denkmals 2019 findet heute  unter dem Thema „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ statt. Offiziell wird er um 11 Uhr in Ulm eröffnet.

Tausende Türen und Tore von Denkmälern in ganz Deutschland öffnen an diesem Sonntag für interessierte Besucher, auch in Lingen (Ems). Hier bei uns  können Kultur- und Architekturliebhaber einen Blick hinter die Kulissen des Kulturforums St. Michael und der ehemaligen Lingener Wäschefabrik werfen, in der heute die Stadtwerke Lingen untergebracht sind.

Lingener Wäschefabrik

1956 entstand die Lingener Wäschefabrik an der Waldstraße 31 und war viele Jahre der Arbeitsplatz für viele Lingenerinnen und Lingener. Der rundum verglaste Flachdachbau mit zwei Geschossen dient heute als Verwaltungsgebäude für die Stadtwerke Lingen  Interessierte können das Gebäude am 8. September in der Zeit von 11 bis 16 Uhr besichtigen – um 11.30 und 15 Uhr können sie an einer Führung teilnehmen.

Kulturforum St. Michael

1966 bis 1969 entstand die Kirche  St. Michael als Gotteshaus der Zivil- und Militärgemeinde der damaligen Bundeswehrkaserne im Stadtteil Reuschberge. Als 2002 die Kirche geschlossen wurde, setzten sich viele Lingener für den Erhalt des Bauwerks ein. Führend war dabei das Fabrikantenehepaar Harald und Ulrike Müller, die als Mäzene viel in unserer Stadt getan haben. 2003 gründete sich der Verein „Kulturforum St. Michael e.V.“ Das Gebäude dient seitdem als kulturelles Zentrum. Am 8. September ist die ehemalige Kirche von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Führungen werden um 10.30 Uhr und 14.30 Uhr angeboten. Der große Saalraum wird künftig nicht mehr vorhanden sein. In die Kirche wird der Kindergarten hineingebaut, dessen Räume vor dem ehemaligen Gotteshaus abgerissen werden. Mit dem Umbau ist auch ein Abschied von dem Veranstaltungskonzept des Kulturforum verbunden. Künftig wird ur ein kleiner Saal mit nicht einmal 200 Plätzen übrig bleiben.

Im Emsland gibt es neben Lingen offene Denkmale in

Die Baudenkmale im benachbarten Landkreis Steinfurt (NRW) finden sich hier. In der Grafschaft Bentheim findet der TdoD19 nicht statt. Das ist für die Grafschaft ausgesprochen peinlich!

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den European Heritage Days unter der Schirmherrschaft des Europarats. Seit 1993 öffnen am zweiten Sonntag im September kaum oder nie zugängliche Kulturdenkmale ihre Türen für ein breites Publikum. Zuletzt besuchten 2018 rund 3,5 Millionen Kulturbegeisterte rund 8.000 Denkmale in ganz Deutschland. Die bundesweite Veranstaltung ist damit die größte Kulturveranstaltung Deutschlands.

Alle weiteren Informationen zum Tag des offenen Denkmals finden Interessierte auch unter www.tag-des-offenen-denkmals.de.

staatlich gezüchtet

7. September 2019

Um das illegale Geschäft mit Cannabis zu beenden, gehen die benachbarten Niederlande einmal mehr undogmatische Wege. Niederlande.Net, die  Informationsplattform aus Münster, weiß mehr über einen, auf vier Jahre angelegten Modellversuch:

Groningen, Tilburg, Breda, Maastricht, Almere, Arnhem, Nimwegen, Zaanstad, Heerlen und Hellevoetsluis sind als die niederländischen Gemeinden ausgewählt, in denen bald nur noch staatlich gezüchtetes Marihuana in Coffeeshops gekauft werden kann. Insgesamt hatten sich 26 Gemeinden für die Teilnahem am Experiment beworben, die vier großen Städte (Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Utrecht) hatten allerdings bekannt gegeben, dass sie aufgrund der Bedingungen des Experiments nicht teilnehmen werden. Sie fanden es nicht akzeptabel, dass alle Coffeeshops einer ausgewählten Gemeinde am Experiment teilnehmen müssen.

Nach vier Jahren soll die Situation in den zehn Experimentiergemeinden dann mit Kontrollgemeinden verglichen werden. Als sogenannte Kontrollgemeinden schlug die zuständige Kommission Zutphen, Tiel, Roermond, Midden-Groningen, Lelystad, Hoorn und Helmond vor. Die Kommission gibt außerdem zu bedenken, dass eigentlich eine der „Großen Vier“ am Experiment teilnehmen müsste. Daher soll och untersucht werden, ob beispielsweise Utrecht nicht doch mit modifizierten Konditionen am Experiment teilnehmen könnte.

Nach Ablauf des Experiments soll sein Erfolg an verschiedenen Faktoren bemessen werden. So soll beispielsweise geprüft werden, ob die Handelskette – vom Züchter bis zum Konsumenten – geschlossen gehalten werden kann und es zu keinen illegalen Lieferungen gekommen ist. Auch wird unter anderem der Cannabiskonsum in den jeweiligen Gemeinden evaluiert werde. Laut Knottnerus, Leiter der bereits genannten Kommission, sei das Experiment bereits positiv zu bewerten, wenn „es keine Verschlechterung gegenüber der jetzigen Situation ist“. Das würde nämlich bedeuten, dass die organisierte Kriminalität, die zum jetzigen Zeitpunkt Teil der Lieferkette für Coffeeshops ist, ins Abseits katapultiert werden konnte.

Die stattlichen Züchter, die übrigens nicht in den jeweiligen Gemeinden selbst ansässig sein müssen, sollen rund 15 Cannabis- und 10 Haschvarianten züchten, die dann zu einem „marktkonformen“ Preis angeboten werden: Nicht zu billig, damit der Marihuanakonsum nicht stimuliert wird, aber auch nicht zu teuer, sodass die Konsumenten Waren auf dem Schwarzmarkt kaufen werden.

Die drei Gemeinden Maastricht, Breda und Heerlen werden aufgrund ihrer Lage als Grenzgemeinden eingestuft und dürfen daher kein Marihuana an Ausländer verkaufen.

Durch die Bekanntgabe der jeweiligen Experimentiergemeinden hat das niederländische Experiment mit staatlichem Marihuana mehr Kontur bekommen. Der Aufbau und die voraussichtliche Durchführung sind aber bereits kritisiert worden. Die Anzahl an Gemeinden reiche u. a. nicht aus, um verlässliche, wissenschaftliche Ergebnisse zu bekommen.

Mehr über die niederländische Drogenpolitik und die vermeintliche Legalität von Marihuana kann im Niederlande.Net-Dossier Drogengesetzgebung in den Niederlanden nachgelesen werden.

unverpackt

7. September 2019

Kunststoffvermeidung gehört aktuell zu ganz großen Themen im Lebensmitteleinzelhandel. In der Werbung der marktbeherrschenden Ketten tauchte dieses Thema bislang aber kaum auf. Edeka ändert das nun – mit seinem Spot „unverpackt“.Mit seiner neuen Kampagne unterstreicht Edeka sein Engagement in Sachen Plastikreduktion. So verzichtet das Unternehmen ab sofort vollständig auf die Plastikfolie, mit der bislang noch ein Teil der Salatgurken eingeschweißt wurden – sowohl konventionell als auch Bio. (mehr…)

Selig

7. September 2019

Selig spielt Selig
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Heute, Sa 7.9. – 20 Uhr
Tickets 20 Euro

Selig sind „Die Besten“ ihrer Art. Anfang 1994 legten die Newcomer aus Hamburg mit dem selbstbetitelten Debut-Album einen erstaunlichen Schnellstart hin und schenkten den Freunden organischer Rockmusik so großartige Evergreens wie „Ohne Dich“, „Sie hat geschrien“ oder „Mädchen auf dem Dach“. Selig lieferten drei Alben-lang den poetischen Soundtrack für die Grunge-Generation der 90er und wurden für ihre energetischen Hippie-Metal-Shows gefeiert wie kaum eine andere Band der Republik.

Die zehnjährige Schaffenspause hat weder ihren Songs noch ihrem Sound geschadet.
Aus dem Stand gelang den fünf Seligen 2009 ein nahtloses Anknüpfen an die Gegenwart. Angekündigt durch eine ausverkaufte Tour im März, erreichte das Gold-Album „Und Endlich Unendlich“ Platz 5 der Charts. Über weitere drei Alben haben sich Selig so immer wieder selbst erneuert und mit extatischen Konzerten viele Menschen mitgenommen in ihre selige Welt. Dass Ende 2013 die englische Band Hurts „Ohne Dich“ covert, spricht für sich.

Für die Aufnahmen zu ihrem neuen Album hat sich die Band in die Abgeschiedenheit der schwedischen Westküste zurückgezogen. Inspiriert von der Natur und dem aufgewühlten Weltverhalten vertonten sie dort Bilderwelten, Momentaufnahmen und Traumsequenzen. Sie besonnen sich auf ihre spirituellen und organischen Wurzeln und lassen diese auch in den Albumtitel einfließen. „Kashmir Karma“ steht für ein Miteinander, das wie der Flügel eines Schutzengels über den Aufnahmen schwebt. Wer Selig kennt, wird sich an eben diese Wurzeln erinnern und die Verbindung zum Album „Hier“ feststellen können. Der Kreis schließt sich.
(PM Alter Schlachthof)

Stiftung Warentest hat E-Scooter getestet und festgestellt: Nutzer/innen zahlen hohe Gebühren und dazu mit ihren Daten. Das ist Wenig überraschend und trotzdem gut zu wissen: Denn die Gebühren sind nicht gerade niedrig. Das Datenabgreifen bemängelt nun auch Stiftung Warentest.

Bei den Elektrorollern scheiden sich die Geister: Die eine Seite bewirbt sie als umweltfreundliche, schweißfreie Alternative zum Auto in den Innenstädten. Sie seien praktisch für den letzten Kilometer zwischen U-Bahnstation und Arbeitsplatz. Kritiker*innen beschweren sich über Unfälle, teils von alkoholisierten Lenker*innen verursacht, und die Sperrigkeit der Roller auf den Gehwegen. Außerdem ist weder belegt, dass für die Roller das Auto stehen gelassen wird, noch, welche Lebensdauer die Geräte eigentlich haben – beide Faktoren spielen bei der Umweltfreundlichkeit ein große Rolle.

Nun hat sich auch Stiftung Warentest den E-Scootern gewidmet und in Berlin den Service von den vier Anbietern Tier, Voi, Lime und Circ getestet. Dabei bewertete die Stiftung den Nutzungspreis, die Sicherheit der Fahrer*innen, die Umweltbilanz der Roller und die Arbeitsbedingungen, unter denen die Geräte eingesammelt und aufgeladen werden. Der Test nahm aber auch die Nutzerfreundlichkeit der Apps und den Umgang mit den Nutzer*innendaten unter die Lupe.

Die Frage nach dem Datenschutz

Es sei vorweg genommen, dass die Roller in keinem Testbereich besonders gut abschneiden: Sie sind weder besonders sicher, noch lassen sie sich gut auf nicht-asphaltierten Flächen fahren. Auch die Umweltbilanz sieht eher schlecht aus, die Lebensdauer der Roller müsste verlängert und die (Auto-)Transportwege für die Aufladung unter noch dazu fragwürdigen Arbeitsbedingungen verkürzt werden. Außerdem ist das Mieten der Roller nicht gerade günstig: Eine kurze Fahrt kostet mit bis zu 3,50 Euro für zehn Minuten schnell mehr als die gleiche Strecke mit dem Nahverkehr oder einem der vielen, schon länger verfügbaren Mietfahrräder.

Wenigstens sind die Apps zur Freischaltung der E-Scooter benutzerfreundlich. Aber: Sie verarbeiten mehr Daten, als nötig und die Nutzer*innen zahlen Stiftung Warentest zufolge neben den hohen Gebühren auch mit ihren Daten. Dass Zahlungs- und Standortdaten für den Dienst selbst nötig sind, leuchtet ein. Allerdings wird neben der Handynummer oder E-Mail-Adresse überflüssigerweise auch der Device-Fingerprint an die Apps übermittelt, mit dem das Smartphone der Nutzer*innen identifiziert werden kann.

Dazu kommt, dass die Tester*innen in allen vier getesteten Apps Tracker entdeckten, die mitlesen, wie wir uns in der App bewegen. Tracker sind Programme, die in Internetseiten oder Apps eingebunden sind und unsere Daten analysieren. Stiftung Warentest kommt zu dem Fazit: „Die Apps senden mehr Daten als notwendig und sind auch darauf ausgelegt, viele Nutzerdaten einzusammeln.“

Die Nutzer*innen zahlten also nicht nur einen hohen Preis für die Fahrten, sondern darüber hinaus mit ihren Daten. Und die AGB, in denen Nutzer*innen dem zustimmen, sind noch dazu nur schwer zu finden, wie die Stiftung Warentest zusätzlich bemängelt.

Mobilitätsdaten als Zukunftsmarkt

Dass persönliche Daten als Ware gehandelt werden, ist nichts Neues. Ist ein Dienst umsonst, bezahlen wir meistens mit unseren Daten. Mit jedem Klick hinterlassen wir Informationen über uns, die zusammengeführt ein Verhaltensprofil ergeben, das die Plattformen an Interessierte weiterverkaufen können. Unsere Daten werden zum Hauptprodukt von Gratisdiensten im Internet. Und, wie am Fall der E-Scooter deutlich wird, nicht nur von Gratisdiensten.

Dabei sind auch Mobilitätsdaten „ein neuer Zukunftsmarkt“, wie Ilija Radusch vom Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme bemerkt. Sie können Informationen über unseren Arbeitsweg liefern und darüber, wo und wie wir unsere Freizeit verbringen und mit welchem Verkehrsmittel. Diese Informationen können beispielsweise für Entwickler*innen neuer Verkehrs-Geschäftsmodelle von Wert sein.

Weil der Datensatz einer einzelnen Person nur etwa 25 Cent Wert ist, ist das Verkaufen der eigenen Daten eigentlich keine Alternative zu ihrer automatischen Weitergabe. Welche Möglichkeit bleibt dann, möchte man den letzten Kilometer von der U-Bahn zur Arbeit schweißfrei und umweltfreundlich zurücklegen, ohne seine Daten an eine App weiterzugeben? Wahrscheinlich nur der Fußweg.

Abschließende Frage von mir: In unserer Stadt in der Provinz gibt es keine E-Scooter, aber es gibt die MeLi-Roller. Wie steht es denn da mit dem Datenzugriff?


Ein Beitrag von  aus Netzpolitik.org, unter der Lizenz Creative Commons BY-NC-SA 4.0.Bild unten: © meli-sharing.de