Soldaten! Arbeiter! Bürger!

9. November 2018

Morgen, am 10. November 1918, also vor genau 100 Jahren wurde in unserer Stadt im großen Saal des damaligen Hotels Nave gegenüber vom Bahnhof der Arbeiter- und Soldatenrat gegründet. Ihm gehörten an die Schmiede Müscher und Meyer, der Schleifer Uhle, die Schlosser Bracht und Driemann, der Kupferschmied Strecker und der Tischler Fritz Knospe, der die Versammlung leitete und zum Vorsitzenden bestimmt wurde. Hinzu kamen die Mitglieder des Soldatenrats, der Reservist Bachmann, der Landsturmmänner Nopper und Overbeck, Offiziers-Stellvertreter Fischer, Feldwebel Fuhlhop, Sergeant Heskamp und Sanitäter Schenk.

An den Einsatz dieser Männer und der dahinter stehenden Frauen gegen die Monarchie, gegen den Krieg und für Frieden und Demokratie soll am Samstag, 10. November 2018 mit einer Veranstaltung erinnert werden, zu der ich herzlich einlade.

Sie beginnt um 11.00 Uhr im Butcher’s, Schlachterstraße 12. Dann schließt sich eine Demonstration durch die Schlachterstraße, Bauerntanzstraße, Marktplatz, Burgstraße, Karolinenstraße in die Clubstraße 5 an, wo es in Heidis Litfass eine weitere Lesung gibt und die Veranstaltung zu Ende geht.

Es wirken u.a. mit Peter Löning, Piano Pete Budden, Ali Janßen, Peter Lütje, Gerhard Kastein, Heribert Lange und der Blogbetreiber. Kein Eintritt.

Bernhard Neuhaus ist tot

8. November 2018

Bernhard Neuhaus, unser früherer Oberbürgermeister, ist gestorben. Er wurde 85 Jahre alt.

Bernhard Neuhaus habe ich im Lingener Stadtrat als engagierten Kommunalpolitiker kennen gelernt. In vielen, oft kontrovers geführten Debatten, haben wir um die bessere Lösung gerungen.

Ich habe Bernhard aber auch als sozial engagierten Menschen erlebt. Anfang der 1990er Jahre wurde auf seine Initiative der Freundeskreis „Ukrainehilfe“ ins Leben gerufen, der noch heute aktiv ist. In vielen gemeinsamen Hilfsaktionen konnten die Lebensbedingungen der Menschen in dem kleinen Dorf Juskivzi in der Westukraine nachhaltig verbessert werden. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass sich, trotz politisch unterschiedlicher Auffassungen, im Laufe der Zeit ein freundschaftliches Verhältnis zwischen uns entwickelte.  Die  besondere Aufmerksamkeit  von Bernhard  galt  immer  dem letzten noch lebenden ehemaligen Zwangsarbeiter Wassilij Ratuschko, der während des letzten Krieges im Lingener Eisenbahnausbesserungswerk zwangsverpflichtet war. Ratuschko ist vor einigen Jahren gestorben und nun ist ihm Bernhard Neuhaus gefolgt.

Gern denke  ich an das besondere Anliegen von Bernhard Neuhaus, die Erinnerung an unsere ehemaligen  jüdischen Mitbürger  und  Mitbürgerinnen in Lingen und die an ihnen begangenen Verbrechen wach zu halten. Immer wieder hat er an Henriette Flatow erinnert, nach der auch eine Straße am Lingener Krankenhaus benannt wurde. Bernhard hat sich um die Erinnerungskultur große Verdienste erworben.

Die Stadt Lingen hat einen bedeutenden Mitbürger verloren.

Ein Nachruf von Hajo Wiedorn


Aufmüpfig war er, der verstorbene Bernhard Neuhaus, als er in den 1960er Jahren die lokale CDU – heute sagt man – aufmischte. Die nämlich war dem JU-Mann zu betulich, zu wenig innovativ,. zu katholisch. Er öffnete seine Partei, der er seit 1963 in Lingen vorstand, für evangelische Christen; das war damals fast schon so revolutionär, wie es heute wäre, wenn dies für Muslims geschähe. Mit Karl-Heinz Vehring, dem damaligen Stadt- und späteren Oberstadtdirektor bildete er in den Jahrzehnten danach ein immer besseres, fast schon kongeniales Duo, das die Stadt voranbrachte – keineswegs immer so, wie es die politische Minderheit gut und richtig fand, aber eben voran. Dabei war er weiß Gott mit Vehring nicht immer einer Meinung, konnte dem Verwaltungschef auch inhaltlich standhalten und setzte eigene Positionen durch, wenn er dies für nötig hielt.

Dann wurde der Verstorbene 1988 ehrenamtlicher Oberbürgermeister, und nicht viel später kam es zu einem denkwürdigen Tag in der Lingener Stadtgeschichte, den ich hier schildern möchte, weil ich ihn so sehr mit dem Verstorbenen verbinde:

Damals kam Bernhard Neuhaus infolge eines protokollarischen Fehltritts mit seiner Stellvertreterin Leni Johannsen (auch CDU) ins politische Schlingern. Etwas vorlaut hatte er nämlich verkündet, „in Amsterdam aus dem Flugzeug zu springen“, sofern in der städtischen Delegation auch Leni Johannsen in die damals noch nahezu neue Partnerstadt Burton-upon-Trent mitfliege. Beide konnten nicht miteinander, wie unschwer zu erkennen ist. Das schnell in der CDU bekannt gewordene Zitat brachte dem amtierenden OB Bernhard Neuhaus größten Ärger. Jedenfalls las er mit belegter Stimme zu Anfang der folgenden, nichtöffentlichen Verwaltungsausschusssitzung im damaligen Rathaus-Sitzungsraum 118  seine Rücktrittserklärung vom Ehrenamt als Oberbürgermeister vor. Das hatte so kurz nach seiner Wahl zum OB 1988 niemand auf dem Zettel. Mir war schlagartig klar, dass es keinen in der CDU gab, der Neuhaus gleichwertig als OB würde ersetzen können. Deshalb beantragte ich ohne Absprache mit meinen beiden SPD-Mitstreitern „zur Geschäftsordnung“ eine Sitzungsunterbrechung. Auf dem Flur ging es dann hoch und hektisch her, und wir drei SPD-Vertreter überzeugten dort erst uns, dann die CDU-Vertreter im Verwaltungsausschuss mitsamt der Verwaltungsspitze und schließlich Bernhard Neuhaus selbst zum Rücktritt vom Rücktritt. „Der kann immerhin Vehring Paroli bieten, das kann kein anderer, der ihm folgen könnte“, war meine Aussage, mit der ich die beiden Genossen überredet hatte.

Voraussetzung für die Korrektur des Rücktritts war unsere strikte Zusicherung, über alles auf ewig zu schweigen. Als die Sitzung wieder begann, erklärte ich dann, wir von der SPD forderten ihn hiermit auf, im Amt zu bleiben. Der von ihm bekannt gegebene Rücktritt sei unwirksam, weil er nicht schriftlich erfolgt sei. Eine durchaus mutige Rechtsauffassung, die aber nicht weiter hinterfragt wurde. Der Rücktritt war vom Tisch, alle waren irgendwie erleichtert und dank der Kreativität von Oberstadtdirektor Vehring wurde ein Protokoll über die Sitzung abgefasst, das wenig mit der Realität, aber viel mit dem vereinbarten Verschweigen zu tun hatte. Bernhard Neuhaus blieb noch weitere sieben Jahre ehrenamtlicher Oberbürgermeister.

Bernhard Neuhaus und ich haben uns in den letzten Jahren angenähert, und ich konnte erkennen, dass Bernhard Neuhaus ein wirklicher Menschenfreund war. Er kämpfte für die Erinnerungskultur in Lingen, initiierte die Ehrenbürgerschaft der Holocaust-Überlebenden Ruth Foster-Heilbronn und Bernard Grünberg, und trat gegen das Vergessen von Gewalt und Entrechtung der jüdischen Mitbürger in Lingen ein. Mir persönlich erzählte der Verstorbene auch manches über meinen lange verstorbenen Großvater und dessen Haltung gegen die Nazis, das ich nicht wusste.

Bernhard Neuhaus war eine moralische Instanz unserer Stadt. Er wird ihr fehlen.

Ein Nachruf von Robert Koop


Ein Beitrag von Thomas Pertz zum 80. Geburtstag des Verstorbenen.


Foto:© Lingener Tagespost,  Thomas Pertz

Tahnee

8. November 2018

Tahnee
#geschicktzerfickt
Zusatztermin
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenauer-Ring 40
Do 15.11.18 – 20 Uhr

Karten: 24,00 €, erm. 19,70€ €

Ein Abend zum Nachdenken, Hinterfragen und befreiendem Lachen! In ihrem ersten Solo-Programm #geschicktzerfickt erzählt Tahnee nämlich von Frauen, Männern, Lesben, Lügen und der Liebe. Als Frau und Lesbe weiht sie das Publikum in die Geheimnisse der weiblichen Dreifaltigkeit ein und erklärt: “Frau ist nicht gleich Frau, Mann ist nicht gleich Mann und Pussy ist nicht gleich Pussy!“

Die Comedienne nimmt kein Blatt vor den Mund und räumt mit sämtlichen Klischees auf. Auf der Suche nach Normen und Werten begegnet Tahnee sich selbst und geht dabei hart mit sich und anderen ins Gericht. (PM)

 

Geburtstag

7. November 2018

Judith Holofernes hat gerade in der ZEIT über die kanadische Sängerin und Malerin Joni Mitchell geschrieben, dass sie heute 75 Jahre alt wird und Geburtstag hat. Das fand ich heute ausgesprochen passend, „aus Gruenden“ wie das dann gern so heißt.

Big Yellow Taxi – ein musikalisch wunderbarer Song und auch sonst, wie ich finde.

They paved paradise
And put up a parking lot
With a pink hotel, a boutique
And a swinging hot spot
Don’t it always seem to go
That you don’t know what you’ve got til its gone
They paved paradise
And put up a parking lot
They took all the trees
And put ‚em in a tree museum
And they charged the people
A dollar and a half to seem ‚em
No no no
Don’t it always seem to go,
That you don’t know what you’ve got
Til its gone
They paved paradise
And put up a parking lot
Hey farmer farmer
Put away the DDT
I don’t care about spots on my apples
Leave me the birds and the bees
Please!
Don’t it always seem to go
That you don’t know what you’ve got
Til its gone
They paved paradise
And put up a parking lot
Hey, now they paved paradise
To put up a parking lot
Why not?
Listenin‘ late last night
I heard the screen door slam
And a big yellow taxi
Took my girl away
Now, don’t it always seem to go
That you don’t know what you’ve got
Til its gone
They paved paradise
And put up a parking lot
Hey now, now
Don’t it always seem to go
That you don’t know what you got
Til its gone
They paved paradise
To put up a parking lot
Why not?
They paved paradise
To put up a parking lot
Hey hey hey
Paved paradise
To put up a parking lot
I don’t want give it
Why you want give,
Why you want give it all away?
Hey hey hey
Now you want give it,
Ah she want to give it
Cause she givin‘ it all away
Now now now
I don’t want give it
Why you want give,
Why you want give it all away?
Giving it all, giving it all away
Why you want it?
Why do you want it? (She’s giving it all away)
Hey pave paradise
Put up a parking lot
Songwriter: Joni Mitchell

so gut wie unmöglich

6. November 2018

Es gibt seit der vergangenen Woche eine Lingener Initiative, die einen Sozialtarif für Gas und Wasser bei den Stadtwerken Lingen zum Ziel hat. Unsere Fraktion „Die BürgerNahen“ wird am kommenden Montag mit den Initiatoren über ihre Forderung sprechen. Das Vorhaben ist in der Tat dringlich. Denn Hartz IV-Bezieher beispielsweise erhalten zu wenig Geld, um ihre Stromrechnung zu begleichen. Ein Ausgleich der Mehrkosten für Strom durch Minderausgaben bei Nahrung, Bekleidung oder Freizeitaktivitäten ist für sie so gut wie unmöglich.

Ein alleinstehender Hartz IV-Bezieher erhält monatlich 416,00 EUR Regelsatz. Hiervon sind 35,05 EUR für Stromkosten vorgesehen. Für Hartz IV-Bezieher, die ihr Warmwasser mit einem Durchlauferhitzer erwärmen, gibt es noch einmal einen Mehrbedarf in Höhe von 9,57 EUR. Mit dem Regelsatz ist leidglich ein Leben am Existenzminimum möglich. Ein Ansparen von Rücklagen für eventuelle Stromnachzahlungen oder das Einsparen anderer Kosten ist somit nicht durchführbar.

Die Verbraucherzentrale NRW rechnete Strompreise, Stromverbräuche und die elektrische Warmwasserzubereitung in mehreren Szenarien aus und kam zu dem Ergebnis, dass einem alleinerziehendem Hartz IV-Bezieher mit einem Kind 22,40 EUR pro Monat für die Stromkosten fehlen würde.

Der ausgezahlte Regelbedarf kann die realen Bedürfnisse eines Hartz IV-Beziehers nicht decken. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch bei durchschnittlichen Stromkosten wird der für Strom vorgesehene Betrag in Höhe von 35,05 EUR in jedem Fall überschritten. Hartz IV-Bezieher müssen ihren Stromverbrauch im Umkehrschluss extrem einschränken, da sie ansonsten in der Energieschuldenfalle landen.

Um Hartz IV-Bezieher vor dieser Schuldenfalle zu bewahren, ist eine Neuberechnung der Regelbedarfe für Haushaltsenergie und Warmwasser anhand der aktuellen Strompreise angebracht. Regionale Preisunterschiede werden hierbei zwar nicht berücksichtigt, Hartz IV-Bezieher könnten jedoch die Übernahme der durch die Region entstandenen Mehrkosten beantragen.

Die Kosten für Strom und Warmwasserbereitung werden nicht getrennt berechnet. Bei der Stromzahlung ist somit nicht ersichtlich, welche Kosten sich auf den normalen Strom und welche sich auf die Warmwassererwärmung beziehen. Dies führt zu weiteren Problemen. Hartz IV-Bezieher könnten zwar die Übernahmen der tatsächlich höheren Mehrkosten für die Warmwassererzeugung neben der Pauschale für die dezentrale Warmwasserzubereitung beantragen, aufgrund der fehlenden Nachvollziehbarkeit der Kosten erweist sich eine Übernahme als schwierig. (Quelle)

im Hasetal

6. November 2018

Hart am Wind ins Lebensmittelparadies »Es geht nur um Masse, nicht um Qualität. Da möchte ich nicht mehr mitmachen. Das Leben ist wertvoll. Ich möchte nicht die billigste, sondern die beste Ware anbieten.« Wolfgang Möllerings Augen leuchten, wenn er über seine neuen Erzeugnisse spricht. Der Landwirt hat auf seinem Hof im Hasetal lange Zeit Bullenmast und Kartoffelanbau betrieben wie viele seiner Kollegen. Warum soll es so nicht weitergehen?

Billige Importe aus Ländern mit niedrigeren Löhnen haben den Preisdruck stetig erhöht. Die Gewinnspanne sinkt seit Jahrzehnten und ein Betrieb muss immer mehr erzeugen, um seine Einnahmen zu erhalten. Denn zusammen mit den sinkenden Preisen schrumpft auch die Wertschätzung seitens der Käufer: Wenn ein Kilo Fleisch scheinbar immer billiger werden kann, warum dann nicht das billigste nehmen? Das Bewusstsein für Qualität schwindet und mit ihm die Fähigkeit, die Qualität überhaupt zu erkennen. Dann ist Fleisch gleich Fleisch: eine Handelsware, verscherbelt wie Wertpapiere an der Börse. Und genau so musste Wolfgang täglich um die Preise pokern. Hohe Verluste ist er gewohnt. Die letzte Folge: Man benötigt immer mehr Fläche, um als Landwirt nur überleben zu können. Ein Betrieb muss wachsen oder weichen. Das beobachten wir seit vielen Jahren: Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt; ihre Größe steigt. So steuern wir langsam auf Monopole zu, steigern unsere Abhängigkeit von wenigen Unternehmen und erhöhen das Risiko für Vergiftungen in Lebensmitteln und Umwelt.

Diese Entwicklung dient keinem Landwirt. Und jeder Bürger zahlt einen hohen Preis dafür. Was an der Supermarktkasse attraktiv günstig wirkt, ist in Wahrheit herausgeworfenes Geld. Da allein…

Weiterlesen bei Urgeschmack von Felix Olschewski: Hart am Wind ins Lebensmittelparadies – https://www.urgeschmack.de/lebensmittelparadies/


Das Navigieren ist so schwierig nicht. Eine Anleitung hat Felix Olschewski hier veröffentlicht: Einfach essen; und ein Logbuch in Form eines Kochbuchs dort: Einfach kochen. Helga und Wolfgangs Hofladen findet man auch im Netz – neuerdings nebst Shop.

Weiterlesen bei Urgeschmack: Hart am Wind ins Lebensmittelparadies – https://www.urgeschmack.de/lebensmittelparadies/


Ein Beitrag aus dem Blog Urgesckmack

38.000 aus Deutschland

6. November 2018

Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer hat die Europäische Union einen entscheidenden Vorteil: Wer Arbeit sucht, wird nicht von Nationalgrenzen aufgehalten. Rund 38.000 Arbeitnehmer aus Deutschland machen von dieser Regelung Gebrauch und pendeln zur Arbeit in die Niederlande. Besonders viele Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik finden sich in den Grenzprovinzen Limburg (28 Prozent) und Gelderland (22 Prozent), die im Osten des Landes liegen.

Die Studie, die das Zentrale Statistikamt CBS kürzlich veröffentlichte, bezieht sich auf das Jahr 2016. Darin ist die Rede von Arbeitnehmern, die aus Deutschland zur Arbeit einreisen. Unter diese Kategorie fallen deshalb auch Arbeitnehmer, die keinen deutschen Pass haben, aber dennoch in der Bundesrepublik wohnhaft sind. So zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass die meisten aus der Bundesrepublik pendelnden Arbeitnehmer niederländische Staatsangehörige (17.000) sind. Hinzu kommen 14.000 Deutsche und 4.000 Polen, die zwar in Deutschland wohnen, aber im nordwestlichen Nachbarland arbeiten.

Auch zeigt das CBS diejenigen Branchen auf, in denen Arbeitnehmer aus Deutschland besonders oft einer Berufstätigkeit nachgehen: Mit 27 Prozent sind diese am häufigsten in der Vermietungsbranche und dem übrigen Dienstleistungssektor angestellt. Zu diesem Wirtschaftszweig zählen zum Beispiel Leiharbeitsfirmen. Verglichen mit den in den Niederlanden lebenden Arbeitnehmern finden Beschäftigte aus der Bundesrepublik darüber hinaus eine Stelle in der Industrie (D: 17,3 Prozent; NL: 9,3 Prozent) sowie in der Logistikbranche (D: 9 Prozent; NL: 4,6 Prozent).

Obwohl die Pendlerströme zunächst erfreulich sind, weist das CBS allerdings auf ein Problem hin: Wer aus Deutschland zur Arbeit ins Nachbarland fährt, verdient oft unterdurchschnittlich. In der Tat ist mehr als die Hälfte der Arbeitnehmer aus der Bundesrepublik im Niedriglohnsegment beschäftigt und verdienen nur zwischen 10 und 20 Euro pro Stunde. Der Grund: Gerade im Bereich Vermietung und sonstige Dienstleistungen, also dort, wo Berufspendler aus Deutschland zahlenmäßig überwiegen, kommt Leiharbeit häufiger vor. Daneben verdienten 2016 im selben Sektor besonders viele Arbeitnehmer, nämlich 14 Prozent, nur den gesetzlichen Mindestlohn. Zum Vergleich: Arbeitnehmer aus Belgien, die mit 40.000 Grenzpendlern größte Gruppe, verdienen deutlich besser und sind im Hochlohnbereich sogar überrepräsentiert. Bei den Spitzenstundenlöhnen ab 70 Euro übertreffen die Pendler aus Belgien (3,5 Prozent) beispielsweise sowohl die Niederländer (weniger als 1 Prozent) als auch die Arbeitnehmer aus Deutschland (1,6 Prozent) eindeutig.

Des Weiteren weist das CBS auf eine weitere Auffälligkeit hin: Die meisten Pendler aus Deutschland sind Männer. Während sich bei der niederländischen Berufsbevölkerung ein relativ ausgeglichenes Bild zeigt (52 Prozent männliche, 48 Prozent weibliche Beschäftigte), haben die deutschen Grenzpendler mit 68 Prozent einen deutlichen Männerüberschuss.

 

(Quelle/gefunden bei: NIederlandeNet)

Vor 100 Jahren

5. November 2018

Vor 100 Jahren erlebt Deutschland die Novemberrevolution 1918 – das Deutsche Kaiserreich ist am Ende. Der von ihm angefachte 1. Weltkrieg ist verloren, er hat 10 Millionen Tote und doppelt so viele Verwundete gekotet. Kaiser Wilhelm II. flieht und die Matrosen wollen nicht mehr kämpfen.

Auf Schillig-Reede vor Wilhelmshaven, wo die deutsche Hochseeflotte in Erwartung der von der Admiralität geplanten Seeschlacht vor Anker gegangen war, gibt es in der Nacht zum 30. Oktober 1918 erste Befehlsverweigerungen von Schiffsbesatzungen. Auf drei Schiffen des III. Geschwaders weigerten sich die Matrosen, die Anker zu lichten. Auf   den Schlachtschiffen des I. Geschwaders SMS Thüringen und SMS Helgoland gingen Teile der Besatzungen zu offener Meuterei und Sabotageakten über. Als aber am 31. Oktober einige Torpedoboote ihre Geschütze auf diese Schiffe richteten, verschanzten sich rund 200 Meuterer zunächst unter Deck, ließen sich dann aber widerstandslos verhaften. Zurück in Kiel sammelten sich 250 Matrosen, um  ein erneutes Auslaufen zu verhindern und die Freilassung ihrer Kameraden zu erreichen. Die Lage spitzt sich zu.                                                             schnell

Tausende fordern bei einer Kundgebung auf dem Großen Exerzierplatz unter der Losung Frieden und Brot die Freilassung der Meuterer, die Beendigung des Krieges und eine bessere Lebensmittelversorgung. Am Abend des 4. November ist Kiel fest in der Hand von etwa 40.000 revoltierenden Matrosen, Soldaten und Arbeitern. Diese beschließen 14 Punkte, die sich allerdings nur auf militärische Forderungen beschränken. Sie fordern aber bald auch die Abdankung der Hohenzollern sowie das freie und gleiche Wahlrecht für Männer und Frauen. Die Revolution weitet sich in ganz Deutschland aus. Abordnungen der Kieler Matrosen schwärmen in alle größeren deutschen Städte aus. Sie stoßen bei der Übernahme der zivilen und militärischen Macht fast nirgendwo auf Widerstand. Am 6. November ist Wilhelmshaven in der Hand eines Arbeiter- und Soldatenrats, am 7. November alle größeren Küstenstädte sowie Braunschweig, Frankfurt am Main, Hannover, Stuttgart und München. In Lingen bildet sich am 9. November ein Soldatenrat, tags darauf ein Arbeiterrat, maßgeblich durch die Arbeiter des Reichsbahnausbesserungswerks.

 

(Quelle)

 

„Auffällig Unauffällig“
Inklusives Theater des TPZ „Total Normal?!“
Lingen (Ems), Professorenhaus, Universitätsplatz 5
Heute, 4. November 2018 – 19 Uhr

Karten 6 Euro (erm. 4 Euro)

Der inklusive TPZ-Theaterclub „Total Normal?!“ präsentiert an diesem Wochenende sein neues Stück. Er besteht aus elf Erwachsenen „mit und ohne besonderen Bedarf“. In den letzten 18 Monaten hat Theaterpädagogin Patricia Ens zusammen mit den Spieler*innen die Detektivgeschichte „Auffällig Unauffällig“ entwickelt. Das Ensemble erzählt sie mit viel Witz und Charme.

„Dass das neue Stück eine Detektivgeschichte werden sollte, hat sich die Gruppe 2017 gewünscht, als die gemeinsame Arbeit dazu begann“, erinnert sich Patricia Ens. „Wichtig war dabei, dass die Ideen aus der Gruppe kommen, damit ein Stück entsteht, mit dem sich alle identifizieren und das sie gerne spielen.“

Herausgekommen ist eine ganz eigene Detektivgeschichte: Eigentlich sollte um 9:00 Uhr der Detektivkurs an der VHS starten. Doch als um zehn nach neun statt der Kursleitung nur noch eine weitere Teilnehmerin kommt, wird es den angehenden Detektiven zu bunt und sie beschließen das Ruder einfach selbst in die Hand zu nehmen. Eine Detektei ist schnell eröffnet, und die erste Kundin lässt auch nicht lange auf sich warten. So ermitteln die angehenden Detektive schneller als gedacht in ihrem ersten Fall.

Die Premiere feierte der Theaterclub gestern Abend. Heute Abend folgt die zweite Aufführung.

(Quelle)

Götz Alsmann

3. November 2018

Götz Alsmann…“in Rom“
Lingen (Ems) – Theater an der Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Ring 30
Donnerstag, 8. Nov. 2018 – 20 Uhr
Karten ab 28 Euro

Die Götz Alsmann Band war in Paris, sie war am Broadway – und jetzt? Jetzt geht die jazz-musikalische Reise nach Italien, in das Mutterland der Tarantella, der Canzone, des mediterranen Schlagers.

Das in der tausendjährigen Stadt produzierte neue Album „Götz Alsmann…in Rom“ schließt die Reise-Trilogie ab, die die Alsmann Band in den letzten Jahren zu den historischen und entscheidenden Orten für die Geschichte der Unterhaltungsmusik geführt hat. Nun endlich gehen Götz Alsmann und seine eingeschworenen Musikerfreunde mit ihren ganz individuellen Fassungen unvergänglicher italienischer Evergreens auf Tournee.

Der von zahllosen Tonträgern und buchstäblich tausenden von Konzerten bekannte Sound der Gruppe, angesiedelt im Spannungsfeld zwischen Swing, Exotica und latein-amerikanischen Rhythmen, geht eine fruchtbare Verbindung ein mit den Canzone-Klassikern von Fred Buscaglione bis Adriano Celentano, von Renato Carosone bis Marino Marini und von Domenico Modugno bis Umberto Bindi. Götz Alsmanns Arrangements eröffnen einen neuen Blickwinkel auf diese herrlichen Melodien. Sie zeigen, wie Jazz-haft schon vor Jahrzehnten vieles von dem war, was wir heutzutage fast automatisch mit dem italienischen Schlager der 50er und 60er Jahre verbinden.

Typisch italienisch? Typisch Alsmann!“

(Quelle)