Dienstag floppte

22. April 2017

Am vergangenen Dienstag floppte der AfD-Wahlkampfauftakt für Niedersachsen. Natürlich wollen die Rechtspopulisten bei der anstehenden Bundestagswahl einen Fuß auf’s Treppchen kriegen, was bei über 5% mit Mandaten winkt. Der dazugehörige Wahlkampfauftakt der AfD fand in Osnabrück statt. Gegendemo mit 2000 Demonstranten. Großer Platz, abgesperrt, alles vorbereitet. Allein: es kam keiner. Fast keiner.

Beatrix von Storch ist dementsprechend angepisst. Kann ja nicht sein, dass zu so einem Ereignis keiner kommen mag, wenn nicht irgendwer anders als der selbstbefeuerte und immer noch kochende Bullshit-Kessel der AfD selber dafür die Verantwortung tragen könnte. Auf so was kommen die da ja nicht. Also muss wer anders Schuld sein. Laut Frau von Storch – natürlich – „die Antifa“. Die sind Schuld daran. Ist ja nicht so, dass die Anti-AfD-Demonstranten in anderen Teilen des Landes von der Polizei weggeknüppelt werden, um der AfD ihren demokratisch legitimierten Raum zu gewähren. Nein. *hust*

Vielleicht wollte in Osnabrück halt wirklich keiner mehr kommen, weil allen offensichtlich wird, dass sich eine „Start-Up-Partei“ langsam aber sicher selber obsolet macht. Weil sie keine Themen mehr, aber immer noch Bernd Höcke hat. Aber da kommt Frau von Storch natürlich nicht drauf und bedient sich eines Zitates, das bis heute nicht endgültig jenem zugesprochen werden kann, dem sie es in den Mund legen versucht: Ignazio Silone und sein angebliches Antifaschismus-Zitat.

Aber wer kann schon erwarten, dass die AfD-Partei-Instanzen wie Frau von Storch Zitate prüfen, wenn die so schön schmissig vom Bodensatz ihrer Fans immer und ewig breiig wiedergekäut werden. Ehrlich: ich auch nicht. „Antifa und so – die sind eh immer schuld!“ Und am Ende ist eh nicht die Inkompetenz dieser Knetbirnen für das Dilemma verantwortlich, dass in Osnabrück keiner zuhören wollte. Natürlich nicht! Es sind die anderen, na klar. Dafür verantwortlich ist „die Antifa“, meint Beatrix von Storch. Und wenn sie es denn tatsächlich es wäre, wäre es mal wieder an der Zeit zu sagen, #dankeantifa.

Vielleicht sollte die AfD auch endlich mal sagen, dass „Prozente bei einer Wahl holen“ noch lange nicht „Wahlen gewinnen“ bedeutet, aber was weiß ich schon…

(mit Material von Das Kraftfuttermischerk)

2 Antworten to “Dienstag floppte”

  1. Aris said

    So wenig ich auch Fan der AfD bin, aber wenn sich die Antifa ankündigt, dann bleibt natürlich jeder klar denkende Mensch zuhause; zumal, wenn er/sie einen Job hat. Hier in meinem momentanen Wohnort wurden Fotos von Kollegen, die an einer AfD Veranstaltung teilgenommen haben, an meinen Arbeitgeber geschickt, weil sie von Antifa-Demonstranten erkannt wurden. Mein Arbeitgeber hat souverän reagiert, das ist aber leider nicht selbstverständlich.
    Dass AfD Interessenten vor Ort aufs übelste beschimpft und dann auch mal gern angegriffen werden, ist leider die Regel.
    Man mag verfolgen, was nächstes Wochenende in Köln passiert. Die Geschäfte schließen frühzeitig aus Angst vor der Antifa und nicht aus Angst vor der AfD.

    • Aber Sie haben schon bemerkt, dass in Osnabrück nicht „die Antifa“ demonstrierte sondern 2000 Osnabrücker und Osnabrückerinnen? Auch in Köln haben gestern Zehntausende friedlich demonstriert. Friedlich und bunt. Also bitte keinen falschen Schwerpunkt setzen.

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