Die politische Landschaft in Lingen sortiert sich neu. Nach 16 Jahren im Amt strebt Oberbürgermeister Dieter Krone eine dritte achtjährige Amtszeit an. Unterstützt wird er dabei von der SPD und den Grünen, die am Samstag ihre Gründe dafür in der Lingener Tagespost darlegen konnten. Ihm gegenüber steht der parteilose Jens Hofschröer, Dezernent für Digitales und Wirtschaft in Wolfsburg, den die CDU als Kandidaten ins Rennen schickt. Offen ist, welche weitere KandidatInnen es geben wird.

Hinter diesen Personalien verbirgt sich eine tiefergehende Debatte über die politische Kultur, soziale Verantwortung und die Frage, wie repräsentativ die aktuelle Stadtführung für ein modernes, buntes Lingen noch ist.

1. Die Rhetorik des „Funken, der nicht übersprang“ und die politische Realität
Die in der Lokalzeitung zu lesende Begründung der SPD, man unterstütze Krone, weil beim Gespräch mit Jens Hofschröer „der Funke nicht übergesprungen“ sei, wirkt in einem sachlichen politischen Diskurs deplatziert. Statt politischer Substanz präsentiert die lokale SPD nämlich eine Rhetorik, die eher an ein Datingtreffen als an die verantwortungsvolle Auswahl des Stadtoberhauptes erinnert. Wer eine 60.000-Einwohner-Stadt nach Bauchgefühl statt nach Bilanz führen will, hat den Ernst der Lage nicht erkannt.

2. Das Erbe der 16 Jahre: Eine gemeinsame Verantwortung
Festzuhalten ist: Die Probleme, die von CDU, SPD und Grüne heute als „neue Schwerpunkte“ (bezahlbares Wohnen, Mobilitätswende, Nachhaltigkeit) deklariert werden, sind das Resultat der letzten 16 Jahre, in denen sie alle größer geworden sind. Gelöst wurden sie nicht. Ganz im Gegenteil.

  • Die CDU hat diese Zeit als stärkste Kraft und enger Partner des Oberbürgermeisters maßgeblich mitgestaltet. Ein personeller Wechsel an der Spitze entbindet die Partei nicht von der entscheidenden Mitverantwortung für den Status Quo.
  • SPD und Grüne, die nun die „konstruktive Zusammenarbeit“ rühmen, standen lange Zeit im Abseits, die Grünen mehr, die SPD weniger. Dass sie nun den Amtsinhaber stützen, der sie oft politisch unbeachtet ließ, deutet eher auf den Wunsch nach Teilhabe an der Macht hin als auf eine plötzliche inhaltliche Harmonie.

3. Fallbeispiel Reuschberge: Soziale Verantwortung im Härtetest
Wie wenig belastbar die Versprechen für „bezahlbaren Wohnraum“ sind, zeigt der aktuelle Fall der Stadtsanierung im nördlichen Reuschberge. Hier haben CDU, SPD, Grüne und FDP im Stadtrat gemeinsam entschieden und dabei die Interessen der Mieter gegenüber den Plänen eines Investors zurückgestellt.

Wegen freiwilliger Versprechungen wird auf verbindlichen Mieterschutz und auf unabhängige Mieterberatung zugunsten von Investoreninteressen verzichtet. Dies belegt eine tiefe Kluft zwischen den Wahlkampf-Slogans für sozialen Wohnraum und dem faktischen Abstimmungsverhalten im Rat.

Und was bedeutet es eigentlich, wenn ausgerechnet die Grünen öffentlich erklären: „Bezahlbarer Wohnraum muss auch jenseits des sozialen Wohnungsbaus gedacht werden“? Dieser strukturliberale Satz, wie ihn Grünen-Sprecherin Christina Djakovic im Gespräch mit LT-Mann Thomas Pertz von sich gab, muss einem erst einmal in den Sinn kommen. Zur  Erinnerung: Bei 20.000 Haushalten in Lingen gibt es aktuell gerade einmal 150 Sozialwohnungen. Als OB Krone 2010 antrat gab es noch 400. Nach 16 Jahren hat er keine Umkehr geschafft. Seine  Bilanz ist verheerend: Heute sind es weniger als die Hälfte geworden. Auch das 2017 von Krone verkündete Ziel, mit Hilfe der Lingener Wohnungsbaugenossenschaft jährlich 30 neue Sozialwohnungen zu bauen, ist bei weitem verfehlt. Dafür trägt er die politische Verantwortung.

4. Ökologie, Nachhaltigkeit und Wirtschaft: Schein gegen Sein
Vier weitere Punkte verdeutlichen die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit:

  • Alibi-Entsiegelung: Während die Grünen den Amtsinhaber Krone wegen dessen angeblichem Einsatz für Entsiegelung loben, ist die wirkliche Bilanz ernüchternd: In der laufenden Wahlperiode wurden lediglich 50 m² Fläche (!) entsiegelt -übrigens für teuere 14.000 EUR – weitere lediglich 150 m² sind in 2026 geplant. Angesichts der massiven Versiegelung durch neue Bau- und Gewerbegebiete ist dies keine ökologische Wende, sondern nicht einmal eine symbolische Geste.
  • Jetzt entdecken Krone und seine Unterstützer plötzlich auch ihr Herz für den LiLi-Stadtbus. . Krone und die anderen Ratsfraktionen haben Anträge der BürgerNahen zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs  abgelehnt. Ist es nicht grotesk, wenn dieselben jetzt versprechen, das zu ändern? In Wahrheit ist es sogar bizarr: Man feiert den OB als Retter des Nahverkehrs, während er und seine  Unterstützer die Wirtschaftsbetriebe Lingen GmbH als verantwortliche städtische Gesellschaft finanziell ausbluten lassen. Die fehlenden Gelder nachzuschießen, haben CDU, SPD und Grüne vor sechs Wochen abgelehnt.
  • Kein Wort zur Gesundheitspolitik ist unisono von SPD, Grünen und Dieter Krone zu hören trotz der zunehmendne Überalterung unserer Bevölkerung denken; in 10 Jahren werden voraussichtlich rund 8.000 Lingenerinnen und Lingener über 80 Jahre alt sein. Aktuell gibt es 592 Plätze für Pflegebedürftige, von aber nur 520 belegt werden können, weil es nicht genug Pflegekräfte gibt. Und was ist mit der Schließung der Rheumaarztpraxis, die auch OB Krone zu verantworten hat, weil er im Kuratorium des Bonifatius-Krankenhauses Sitz und Stimme hat.
  • Investitionen ohne Beschäftigungseffekt: Die Ansiedlung des großen RWE-Batteriespeichers wird als wirtschaftlicher Meilenstein gefeiert. Sachlich betrachtet handelt es sich um eine hunderte Millionen Euro teure Investition, die jedoch aufgrund ihres hohen Automatisierungsgrades kaum neue Arbeitsplätze für Lingener schafft. Der Erfolg findet in der RWE-Bilanz statt, kommt aber lokal kaum an.

5. Repräsentationslücke: Wer gestaltet das „bunte Lingen“?
Lingen ist im Jahr 2026 vielfältiger denn je. Doch blickt man auf die handelnden Akteure in Rat und Verwaltung, zeigt sich ein Bild, das diese Diversität kaum widerspiegelt.

Die Stadtpolitik wird weiterhin von etablierten Strukturen dominiert, in denen Zuwanderer, junge Menschen, sozial Engagierte und BürgerInnen außerhalb der klassischen Netzwerke kaum eine Stimme haben. Ein angestrebter Zeitraum von insgesamt 24 Jahren unter derselben alten Führung wirft jedenfalls die berechtigte Frage auf, wo hier noch die notwendige Offenheit für neue Impulse,  gesellschaftliche Veränderungen und die Lösung vom Amtsinhaber zu verantwortender Defizite vorhanden ist. Über die katastrophale Stimmung unter den Mitarbeitenden im Rathaus haben wir da noch nicht einmal gesprochen.

Baumschutz in Osnabrück

29. Januar 2026

Nein, ich schreibe nichts darüber, dass der noch amtierende OB in der heutigen Ratssitzung bekannt geben wird, erneut zu kandidieren und dass ihn auch dieses Mal die Lingener SPD und die Grünen unterstützen werden. Wie damals vor 16 Jahren. Lingen ist  aber nicht mehr damals und ich empfinde die Unterstützung deshalb als reichlich absurd, weil niemand die rote und die grüne Minderheitsfraktion im Stadtrat 16 Jahre lang so gedemütigt hat wie der gegenwärtige Amtsinhaber. Seit seiner ersten Wahl 2010 nimmt er jeden Montag an den Sitzungen der CDU teil und einmal monatlich an denen der SPD, die dann aber eigens nicht montags sondern am Dienstag tagen musste, weil der OB an Montagen die Union beglückte. die Grünen laden ihn im Einzelfall ein, was auch nichts voranbringt. Er ist eben kein Teamplayer, unser OB – nicht einmal, wenn seine Unterstützer ihn 16 Jahre lang immer mit „lieber Dieter“ anschreiben. Aber er durfte seine erstrebte Wiederwahl mit einem Millionen-1050-Jahre-Programm vorbereiten, stets gehypt von der kritiklos-klickorientierten Lokalpresse. Dabei hat er gezeigt, wie kreativ er alle Aktionen und Feiern an vielen Haushaltsstellen verstecken konnte…

Ich schreibe auch nichts über das falsche Lingener Gerücht, dass der Kiosklaufmann Julius Frilling für die AfD kandidieren werde. Tut er nicht. Kandidaten der AfD heißen Kai mit Vornamen (Ex-FDP) oder sind Fahrradhändler mit schlechter google-Bewertung (also klar weniger als 4).

Ich schreibe auch nichts darüber, dass die Freie Wähler Lingen (FWL) wohl nicht wieder antreten; sie hatten 2021 ein Mandat errungen. Aber vielleicht tritt die Linke bei den Kommunalwahlen am 13. September an. 

Nein, ich möchte lieber über schöne Dinge schreiben. Die neue Baumschutzsatzung in Osnabrück ist so etwas.  Nach fast einem Vierteljahrhundert hat die Stadt Osnabrück wieder eine Baumschutzsatzung, deren Vorläufer CDU und FDP 2002 abgeschafft hatten. In Lingen hat OB Krone sie abgelehnt, worüber die Grünen jettz hinwegsehen. Doch womöglich gibt es die Osnabrücker Neuauflage nur kurz, fürchtet  Harff-Peter Schönherr in der taz und informiert:

„Osnabrück gibt sich gern stolz auf sein urbanes Großgrün. Zum Beispiel so: Für 300 Euro kann man hier „StadtBaumPate“ werden. Die Kommune pflanzt dann einen neuen Baum.

Andererseits: Wer in Osnabrück einen Baum fällen wollte, hatte es in den vergangenen Jahrzehnten vergleichsweise leicht. Eine Baumschutzsatzung gab es nicht. 2002 hatten CDU und FDP sie abgeschafft.

Jetzt gibt es wieder eine, nach harter Debatte. Mitte März geht ihr Entwurf durch den Rat; zwei neue Vollzeitstellen entstehen. Der Anstoß kam von der Ratsfraktion der Grünen. Die Situation der Stadtbäume habe sich in den letzten Jahren „deutlich verschlechtert“, steht in ihrem Wiedereinführungsantrag.

„Das ist multifaktoriell“, sagt Volker Bajus der taz. Er ist Ratsmitglied der Grünen. „Durch die Klimakrise kommt es zu Dürre. Viele Kastanien sind durch die Miniermotte geschädigt. Lange waren Luftschadstoffe ein großes Thema. Viele Grundbesitzer fällen leider Bäume, weil sie kein Laub harken wollen, weil ihnen sterile Schottergärten lieber sind als Natur, weil sie von der Vorgeneration einen Garten geerbt haben und ihn ganz nach ihren eigenen Vorstellungen gestalten wollen.“

Jeder Baum ist wertvoll

Die neue Satzung habe „nicht nur eine ordnungsrechtliche Dimension“, betont er. „Es geht stark um Beratung. Viele BürgerInnen sind ja unsicher, auch was Baumkrankheiten angeht, den Beschnitt. Hier können unsere MitarbeiterInnen helfen.“

Zu den Gegnern der neuen Satzung zählen die Gegner der alten, zudem die AfD. Auch Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) reiht sich hier ein.

„Das ist aus der Zeit gefallen“, wundert sich Bajus. „Jeder Stadtbaum ist ja zunehmend wertvoll. Wegen seiner Filterwirkung. Weil er die Stadt belüftet, im Sommer die Temperatur senkt. Einer Oberbürgermeisterin müsste ja an alldem gelegen sein, was Gesundheit und Wohlbefinden der BürgerInnen verbessert.“

Die meisten Osnabrücker Bäume stehen auf Privatgrund, waren bisher also ungeschützt, wenn nicht als Naturdenkmal ausgewiesen, nicht im Bebauungsplan als erhaltenswert eingetragen. Nur…“

[weiter in der taz]


Foto: Naturdenkmal Platane am Landgericht Osnabrück (Quelle)
Beitragsbild: Hist. Rathaus Lingen

Ein Fehlstart, schade.

5. Januar 2026

Die Lingener CDU hat Jens Hofschröer für die Oberbürgermeister-Wahl 2026 nominiert.  Wie in diesem kleinen Blog vor dem Jahreswechsel angekündigt, hat sie sich also entschlossen, anders als vor acht Jahren in diesem Jahr einen eigenen Kandidaten zur Wahl des Oberbürgermeisters aufzustellen. Die findet am 13. September -und eine Stichwahl zwei Wochen später statt.

Es gab eine CDU-interne Findungskommission und die hat Jens Hofschröer auf den Schild gehoben. Der in Lingen geborene Wirtschaftsgeograph ist seit drei Jahren Dezernent für Digitales und Wirtschaft  in der VW-Stadt Wolfsburg [mehr…].  Der Lingener CDU-Vorstand ist dem Vorschlag der Findungskommission gefolgt -einstimmig natürlich-  und hat seinen Mitgliedern direkt nach den Feiertagen dazu diesen Brief geschrieben:

„…Die Kommunalwahl 2026 wirft bereits jetzt ihre Schatten voraus. Als CDU- Stadtverbandsvorstand haben wir uns in den vergangenen Wochen und Monaten intensiv mit der Frage beschäftigt, wie wir unsere Stadt Lingen (Ems) auch in Zukunft erfolgreich gestalten und mit einer starken Persönlichkeit in die kommende Oberbürgermeisterwahl gehen können.

Vor diesem Hintergrund haben wir uns im Vorstand einstimmig darauf verständigt, bei der anstehenden Kommunalwahl Jens Hofschröer als Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters der Stadt Lingen (Ems) zu empfehlen und werben darum, ihn auf einer Mitgliederversammlung als unseren Kandidaten aufzustellen.

Mit Jens Hofschröer wollen wir einen erfahrenen und zugleich dynamischen Kandidaten nominieren. Er vereint fachliche Kompetenz mit einem ausgeprägtem Verständnis für Menschen, Verwaltung und wirtschaftliche Zusammenhänge. Als gebürtiger Lingener ist er eng mit seiner Heimat verbunden. Jens Hofschröer, überzeugt als Persönlichkeit durch Bodenständigkeit, Engagement, Verlässlichkeit und Führungsstärke. Er übernimmt Verantwortung, bringt unterschiedliche Interessen zusammen und motiviert Menschen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Wir sind überzeugt, dass Jens Hofschröer der richtige Kandidat für die kommenden acht Jahre ist, um Lingen verantwortungsvoll weiter zu entwickeln, Bewährtes fortzuführen und neue Impulse für die Zukunft unserer Stadt zu setzen.

Jens Hofschröer ist 45 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er ist zur Zeit Dezernent für Wirtschaft und Digitales bei der Stadt Wolfsburg und Geschäftsführer der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH.

Wir hoffen sehr, dass Sie diesen Vorschlag mittragen und unterstützen. Als CDU können wir gemeinsam viel erreichen!

Eine Einladung zu einer Mitgliederversammlung, auf der wir Jens Hofschröer offiziell als unseren Kandidaten vorstellen und aufstellen möchten, wird in Kürze erfolgen. Parallel dazu werden wir diese Entscheidung auch gegenüber der Presse kommunizieren. In der Anlage finden Sie einen Kurzsteckbrief, indem sich Jens Hofschröer vorstellt.

Für persönliche Gespräche, Rückfragen oder einen weiteren Austausch stehen wir Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung.

Mit herzlichen Grüßen und den besten besten Wünschen für das neue Jahr…“

Mein Beitrag vom 30.12.2025 war also richtig und ich habe natürlich bei Jens Hofschröer nachgefragt, ob das Gerücht denn stimmt, von dem ich erfahren hatte. Er antwortete zwar schnell, doch leider nicht offen. Seine Kernaussagen:

„Auch ich habe wahrgenommen, dass mein Name im Zusammenhang mit der Oberbürgermeisterwahl 2026 in Lingen gelegentlich genannt wird. Eine offizielle Kandidatur/Nominierung gibt es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht. Derzeit bin ich in Wolfsburg in Doppelfunktion als Wirtschafts- und Digitaldezernent sowie Geschäftsführer der Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH tätig und richte meinen vollen Einsatz auf diese beiden Aufgaben.

Unabhängig davon verfolge ich die Entwicklungen in meiner Geburtsstadt Lingen weiterhin mit Interesse. Die langjährige Arbeit von Oberbürgermeister Dieter Krone, Stadtverwaltung und Politik hat Lingen über viele Jahre erfolgreich geprägt und verdient mehr als nur Anerkennung. Wie viele Lingener und Lingenerinnen möchte auch ich, dass meine Heimatstadt wirtschaftlich stark bleibt, lebenswert für alle ist und mit klarem Kurs in die Zukunft geht. Für mich steht daher stets die Frage im Mittelpunkt, wie Lingen auch künftig verantwortungsvoll, lebenswert und zukunftsorientiert gestaltet werden kann. Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt eine persönliche Entscheidung hierzu ergeben, werde ich diese selbstverständlich offen und transparent kommunizieren.“

Diese Antwort von Jens Hofschröer erreichte mich nach meinem Posting am letzten Dienstag. Ich weiß es zwar zu schätzen, dass ich überhaupt eine Antwort auf meine Frage bekommen habe. Doch gewünscht hatte ich mir eine offene, ehrliche Antwort. Stattdessen las ich:

  • Auch ich habe wahrgenommen, dass mein Name im Zusammenhang mit der Oberbürgermeisterwahl 2026 in Lingen gelegentlich genannt wird.“
  • „Eine offizielle Kandidatur/Nominierung gibt es zum jetzigen Zeitpunkt jedoch nicht.“ Und:
  • „Sollte sich zu einem späteren Zeitpunkt eine persönliche Entscheidung hierzu ergeben, werde ich diese selbstverständlich offen und transparent kommunizieren.“

Hätte Jens Hofschröer mir geantwortet: „Ja, das ist so! Ich werde kandidieren, bitte aber darum, dass noch wenige Tage vertraulich zu behalten.“ hätte ich das akzeptiert und mich so verhalten. So allerdings, wo drei Tage später der CDU-Vorstand allen Lingener CDU-Mitgliedern die Kandidatur übermittelt hat, fühle ich mich vom Kandidaten ganz und gar nicht ehrlich behandelt.

Ein Fehlstart, schade.

Spoilerfragen zum Thema:
Kandidiert Jens Beeck (FDP) für das OB-Amt? Wen stellen die BürgerNahen auf? Wen nominiert die SPD und wen die Grünen? Auf das Auslaufmodell des amtierenden, bekanntlich nicht teamfähigen OB Krone (SPD-Anrede „Lieber Dieter“) werden SPD und Grüne schwerlich setzen, wenn er denn überhaupt kandidiert, wovon ich nicht ausgehe.
Wenn die örtliche  Lingener Tagespost schon abwartet, bis ihr die CDU Lingen mundgerecht die Pressemeldung zur Hofschröer-Kandidatur übermittelt, erwarten nicht wenige Lingener, vor allem natürlich die meist besser informierte Leserschaft dieses kleinen Blogs und auch dessen Betreiber, auf diese Fragen eine ordentlich recherchierte, öffentliche Antwort. Herzlichen Dank im Voraus.
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Foto: Jens Hofschröer (c) Stadt Wolfsburg/Nina Stiller

OB-Gerücht

30. Dezember 2025

Klar ist inzwischen, dass die CDU Lingen einen eigenen Kandidaten für die im September kommenden Jahres bevorstehende Direktwahl des Lingener Oberbürgermeisters aufstellen wird. Jetzt hat sich auch die im Vertraulichen tagende Findungskommission der Partei am 23. Dezember festgelegt. Der Name des Auserwählten wird zum Jahreswechsel bekannt gegeben. Die Granden der Christdemokraten haben bis dahin „strenges Stillschweigen“ vereinbart, so dass ich -ganz anders als gewohnt- hier nur das Who-is-Gerücht präsentieren kann, das ich auch als solches kennzeichne. Es ist nicht bestätigt, scheint mir allerdings valide:

OB Kandidat soll danach der 45jährige Jens Hofschröer werden. Hofschröer ist in Lingen geboren, aufgewachsen und Bruder vom Lingener Musiker Marc Nieberding (geb. Hofschröer). Er hat in Osnabrück Wirtschaftsgeografie studiert, ein wenig auch Rechtswissenschaften. Nachdem er Geschäftsführer der WMG Wolfsburg Wirtschaft und Marketing GmbH wurde, ist Hofschröer seit knapp drei Jahren Dezernent für Wirtschaft und Digitales bei der Stadt Wolfsburg (mehr… und mehr). In der Region um Wolfsburg lebt der verheiratete Vater von zwei Kinder seit mehr als 15 Jahren. Hofschröer soll (bisher) keiner politischen Partei angehören, sofern KI und ich richtig recherchiert haben…

Ich habe ihm geschrieben, ob das Gerücht stimme, aber noch keine Antwort erhalten.

Ob angesichts dieses politischen Schwergewichts der amtierende OB Dieter Krone (Foto rechts) noch ein (drittes) Mal antritt, ist fraglich. Mitte Dezember hatte der Amtsinhaber angekündigt, sich Ende Januar dazu im Rahmen einer Ratssitzung zu erklären. Zuvor war erwartet worden, dass Krone seine erneute Kandidatur im Rahmen des Neujahrsempfangs am 11. Januar bekannt geben werde.

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Fotoquelle: Screenshot von Instagram.com/StadtLingenEms