Eigentlich…

12. September 2017

…hätte ich Kanzlerin Angela Merkel gern einmal kennengelernt, sofern man jemanden in wenigen Minuten überhaupt kennenlernen kann. Aber bisweilen gibt es einen persönlichen Eindruck, wie ich ihn einmal vor mehr als 17 Jahren mit dem angenehmen Rheinländer Martin Schulz hatte, als er in Lingen nicht vor dem Lingener Kinder- und Jugendparlament über Europa sprechen durfte. Damals war Wahlkampf um den Posten des Oberbürgermeisters. Heiner Pott (CDU) trat gegen Wilfried Telkämper an, den SPD, Grüne, FDP und UWG nominiert hatten. Im Wahlkampf gehe so etwas nicht, meinten Stadtverwaltung und CDU (was inhaltlich meist dasselbe war und ist) und setzten sich durch. Europaabgeordneter Schulz blieb aus dem KiJuPa, und wir saßen in der Posthalterei und plauderten. War auch schön.

Nun also kommt morgen Frau Merkel nach Lingen. 2011 wurde ihr Besuch abgesagt. Jetzt könnte allenfalls Nordkorea dazwischen kommen. Sie will auf einer CDU-Kundgebung auf dem Markt sprechen. Das ist guter demokratischer Brauch. Und bevor sie spricht, soll sie sich in das Goldene Buch unserer Stadt eintragen. Bei einem Kurzempfang im historischen Rathaus.

Wahlkampf und ein solcher, ehrenvoller Akt (für unsere Stadt wie für die Kanzlerin) passen nicht zusammen. Husch ins Goldenes Buch und dann direkt gegenüber eine Wahlkampfrede – das geht nicht. Das haben die SPD, die Grünen und ich auch vor drei Wochen im Verwaltungsausschuss (VA) der Stadt erklärt. Es gibt auch einen alten Beschluss der städtischen Gremien, dass in Wahlkampfzeiten keine städtischen Empfänge von wahlkämpfenden Politikern in Lingen stattfinden. Ein guter Beschluss, wie ich finde. Er ist der Neutralität der Stadtverwaltung und dem Respekt gegenüber politisch Andersdenkenden in unserer Bürgerschaft geschuldet.

1961 war Willy Brandt in Lingen und wurde nicht von der Stadt empfangen, als er vor Tausenden sprach. „Wegen Wahlkampf“ hatten die CDU-Granden entschieden und meinen Großvater, der damals Bürgermeister war, zu einer Dienstreise weggeschickt.

Im VA habe ich vor drei Wochen vorgeschlagen, jedenfalls einen gehörigen räumlichen Abstand zwischen den (grundsätzlich richtigen) Eintrag in das Goldende Buch und der CDU-Kundgebung zu legen. Das aber will die Union nicht und vereinnahmt damit die Symbole unserer kommunalen Selbstverwaltung für eigene Parteizwecke.

Zuletzt gab es das am 23. September 2010 als eine damals wie heute namenlose CDU-Ministerin Schröder sich ins Goldene Buch eintragen durfte – drei Tage vor der OB-Wahl. Es gab Menschen, die das kritisierten.

Für dergleichen ließ ich mich damals und lasse ich mich auch 2017 nicht zur Staffage machen. Frau Merkel wird die Goldenes-Buch-Inszenierung der wahlkämpfenden CDU ohne mich und meine Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“ und auch ohne die SPD absolvieren, die einmal mehr von OB Krone im Stich gelassen wird, den sie vor sieben Jahren in sein Amt hob.

Opa

29. September 2013

Bildschirmfoto 2013-09-28 um 00.13.56Der Lingener Autor Jochen Berke hat ein weiteres, kleines Büchlein („Alte Geschichten aus Lingen – Erzählungen“) mit Anekdoten über Lingen geschrieben, darin findet sich auch ein lokalhistorischer Beitrag über meinen Opa, Bäckermeister Robert Koop, der vom  15. November 1951 bis 25. Oktober 1968 Lingener Bürgermeister war. Mit Erlaubnis des Autors hier der Beitrag:

„Wer kannte ihn nicht, den Herrn Bürgermeister unserer Stadt?! Er war klein, keine 1,70 groß, schlank, fast ohne Bauchansatz, immer schwarz gekleidet, auch mit schwarzem Hut, immer eine Zigarre zwischen den Lippen. Er war ruhig, humorvoll, sehr beherrscht, aber umso zielstrebiger und kam politisch aus der christlichen Zentrums-Bewegung. Nach dem verheerenden Krieg nannte sie sich CDU, also Christlich Demokratische Union. Herr Koop war vermutlich schon im Herbst 1945 Mitbegründer dieser Partei in unserer Stadt. Seine besondere Begabung war der Ausgleich gegensätzlicher Überzeugungen, auch war er sehr fleißig. Erfolgreich führte er mit Gesellen und Lehrlingen an der Bauerntanzstraße ab drei, vier Uhr in der Nacht seine Backstube. Johanna, seine Frau, stand im Geschäft und schon um sechs Uhr konnte man frische Brötchen kaufen.

In den fünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts übernahm der Sohn Bernhard, genannt Berni, als Konditormeister den Handwerksbetrieb seines Vaters. Robert widmete sich von dieser Zeit an voll der Politik und verschiedener ihm angetragener Ehrenämter. Vom politischen Gegner, der SPD, wurde er wegen seiner mühsamen Reden oft verspottet, doch nachdem er nur noch von vorbereiteten Zetteln ablas, verstummten derlei Frotzeleien. Politisch war seine größte Enttäuschung der Besuch einer Delegation aus der „so genannten Deutschen Demokratischen Republik“ aus Pritzwalk, dem heutigen Brandenburg, im Mai 1960.

In dieser Zeit des kalten Krieges, kurz vor dem Bau der Mauer in Berlin, der Trennung von Ost und West durch den Grenzwall der Zonengrenze, war die politische Verunsicherung in der westlichen Bundesrepublik groß. Zumal DDR-Soldaten zahlreiche flüchtende Bürger des kommunistischen Bauern- und Bürgerstaates daran hinderten, die BRD zu erreichen, denn sie erschossen einfach ihre Landsleute. Kontakte zur „sowjetisch besetzten Zone“, zu unseren deutschen Brüdern im Osten, sollten erhalten und sogar vertieft werden, allerdings unter der Auflage, keine Agitation oder Spionage zuzulassen. Irgendwie ein politischer Spagat.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, inzwischen im Internet zu finden, informierte in seiner Ausgabe 22/1960 unter der Überschrift: Kontakt-Störung

„Der christdemokratische Bürgermeister der Kreisstadt Lingen im Emsland, Robert Koop, musste kürzlich die schmerzliche Erfahrung machen und so weiter…
Was war passiert? Koop empfing die angekündigte Delegation der „Volksvertreter“ aus der DDR. Gemäß einem Erlass des Ministers des Inneren von Niedersachsen bestanden keine Bedenken … solche Besuche können dazu beitragen, dass einer weiteren Entfremdung der Deutschen … entgegen gewirkt wird.

Koop handelte also korrekt, als er die Herren empfing und mit ihnen eine Besichtigungsfahrt im Dienstwagen, dem stadteigenen Mercedes, durch Lingen, einschließlich dem Besuch verschiedener örtlichen Unternehmen organisierte. Dieser Arbeitsbesuch wurde unterbrochen, da die Lingener Polizei einer Anzeige wegen Spionage nachging und die Herren aus dem Land hinter dem Eisernem Vorhang festnahm.

Der Spiegel schrieb: „Vor dem Polizeigebäude verabschiedete sich Koop mit Handschlag von seinen mitteldeutschen Mitfahrern. ‚(Es) standen vier Lingener Bürger da, die mich auf das gemeinste beschimpften‘, berichtete er später in einer öffentlichen Ratssitzung. ‚Ich nenne auch die Namen; Forstmeister von Klitzing, Herr Begger, Graf von Galen und Herr Henrichs.‘ Aus dem Kreis dieser Honoratioren erscholl dann auch die Aufforderung an einen Pressevertreter: ‚Halten Sie das im Bilde fest, wie er den Lumpen auch noch die Hand gibt, damit die Bevölkerung sieht: Das ist unser Bürgermeister!'“

Heinrich Kuhr, der Kreisvorsitzende der CDU, forderte sogar den sofortigen Rücktritt seines Parteikollegen. Robert Koop aber bemerkte: „Ich bin durch die Sache fünf Jahre älter geworden“. Seine Stadtratsfraktion verzieh ihm, ihr genügte sein öffentliches Bekenntnis: „Wenn ich die politische Tragweite hätte übersehen können, würde ich selbstverständlich den Empfang und die Führung der SED-Funktionäre unterlassen haben.“

Robert Koop war bis 1968 Bürgermeister, lebte danach als Pensionär. 1975 verstarb seine Frau Johanna. Sein Leben als Witwer ist voller Anekdoten. Die Bürger der Stadt sahen ihn fast täglich schon am frühen Morgen in den Bögen, am Dortmund-Ems-Kanal oder über den Alten Friedhof laufen. Peter, der schwarze Pudel seiner Enkelin Annegret, war immer dabei,

Alte Leute sind wunderlich, sagen die Lingener und das traf auch auf ihn zu. Als die Todesanzeige eines alten Parteifreundes in der Lingener Tagespost stand, bemerkte er zu seiner Schwiegertochter Anneliese: „Der ist ja auch schon 79 Jahre alt!“ Er selbst war damals 81!

Am frühen Morgen eines Junitages beobachtete er eine Umbettung auf dem Alten Friedhof, sein Kommentar war: „Der arme Kerl ist schon vor fünf Jahren verstorben, aber sein schwarzer Anzug sah noch sehr gut aus, diesen kann man gut und gern weiter tragen,“

Bis in sein hohes Alter rauchte Opa Koop seine Zigarren und trank so manches Schnäpschen. Gisela, meine Frau, stand eines Tages bei Corbach, dem Gemüse- und Obsthändler im Laden um einzukaufen. Das Geschäft war voll und sie musste warten. Plötzlich schlug ihr jemand auf die Schulter, es war Willi Roberz, ein Kumpel des alten Herrn: „Komm schnell, Robert stirbt!“

Sie rannte, es war nicht weit, im Haus von Koop die Treppe hoch, rein in das Wohnzimmer, dichter Tabaksqualm schlug ihr entgegen. Die Fenster waren alle zu, sie riss ein, zwei davon auf, jetzt sah sie den alten Herrn. Er lag in einem Sessel, grau im Gesicht, röchelte, schien schon bewusstlos zu sein, da bewegte er sich:  „Mach die Fenster zu, es zieht!“ “


„Alte Geschichten aus Lingen – Erzählungen“ ist bei Books on Demand in Norderstedt erschienen. Der Erzählband mit 18 Kapiteln  und 123 Seiten ist im gut sortierten Buchhandel für 9,90 Euro (für Kindle 5,49 Euro) oder im Versandhandel  zu erwerben. Kontakt zum Autor über www.berke-online.de.

Bild unten:  Bürgermeister Robert Koop (Porträt von Karl-Eberhard Nauhaus)

Kappes

19. Dezember 2012

Kaufland_Logo.svgAus aktuellem Anlass (m)ein kurzer Kaufland-Zwischenruf:

Gründlich missverstanden hat die Lingener Tagespost das Stimmverhalten der BürgerNahen im gestrigen Planungs- und Bauausschuss. Sie berichtet, die CDU habe einen Beschlussvorschlag vorgelegt,  dass „die geplante Ansiedlung eines großflächigen Einzehandels an der Lindenstraße in der vorgestellten Form und Größe nicht weiter verfolgt wird.“ und schreibt:

„Nicht mitgetragen wurde dieser Beschluss durch die SPD, die FDP, die Grünen und die Bürgernahen (BN). Insbesondere machten diese Parteien geltend, dass ein Lebensmittler an dieser Stelle keine Schwächung für die Innenstadt bedeute. Im Gegenteil: Kaufland und BvL würden durch ihre Nähe zueinander neue Käuferströme akquirieren.“

Das ist -mit Verlaub- ein Missverständnis, oder kurz gesagt Kappes. Was sind die Fakten?

Die Vorlage 424/2012 der Verwaltung zur heutigen Sitzung besagt:

„Der Beschluss wird in der Sitzung formuliert.“

Aber nicht: „Der Beschluss wird in der Mehrheitsfraktion formuliert; die anderen dürfen dann zustimmen.“  Dann jedoch brachte die CDU einen Antrag in die Sitzung mit, der den anderen Parteien vorher nicht bekannt war. Wie ein Geschenk vom großen Onkel zu Weihnachten. Hierzu sagten unisono SPD, Grüne und BN-Ausschussvertreter Atze Storm, dass dieser Antrag erst in allen Fraktionen des Rates beraten werden muss, bevor darüber entschieden werde. Das jedoch lehnte die CDU-Mehrheit kurzerhand mit 6 gegen 5 Stimmen ab; deswegen hat die BN dann mit den anderen Fraktionen gegen den – im Übrigen unvollständigen und oberflächlichen- CDU-Antrag gestimmt. Eine richtige Entscheidung, die aber natürlich keine Zustimmung zum Projekt Kaufland durch die BürgerNahen bedeutet.

BN-LogoZur Erinnerung: Die BürgerNahen -zunächst zum Kaufland-Projekt nicht festgelegt- haben monatelang intensiv dessen Vor- und die Nachteile diskutiert. Immer mehr stellten sich dabei Fakten heraus, die den BürgerNahen eine Zustimmung zu dem Bauvorhaben nicht mehr möglich machten. Das waren im Besonderen:

  • Die deutlich zu große Einzelhandelsfläche gemäß Sachverständigengutachten Junker & Kruse und die negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel im Innenstadtbereich;
  • das Aufdenkopfstellen der bisherigen Grundsätze der Stadtentwicklung („Tabubereich“ Lindenstraße);
  • Die viel (!) zu niedrigen (!) Verkaufspreise städtischer Flächen (!) an BvL und die damit verbundene verschleierte, möglicherweise europarechtswidrige Subventionierung des Projekts;
  • Der geplante Abriss des Baudenkmals Spitzbunker;
  • Letztendlich unsere Zweifel, dass an dieser Stelle dauerhaft tatsächlich nur ein Lebensmittelmarkt entstehen soll. Siehe auch das LT-Interview mit der BN;
  • Die Vermarktungsanzeige von BvL in einem Wirtschaftsmagazin, die im Widerspruch zu dem Bauvorhaben standen und eine zweite Mall wahrscheinlich werden ließ, was die Funktionsfähigkeit der Lingener Innenstadt mehr als gefährdet.

Im November sagte dann die CDU plötzlich Nein. Doch zu einer gemeinsamen Formulierung des Stopp-Kaufland-Beschlusses ist es gestern nicht gekommen, weil die CDU es verhindert hat. Sie wollte ihr früheres „Ja zu Kaufland“ nicht weiter öffentlich aufarbeiten. Der 180°-CDU-Schwenk reicht aber nicht. Lingen braucht mehr und das gleich in doppelter Weise:

Gerade angesichts des Kaufland-Irrwegs muss man zunächst völlig anders miteinander umgehen, als die CDU dies (auch) in der Kauflandfrage praktiziert hat.  Man darf nicht himmelhochjauchzend ein Projekt hochjazzen, das man nicht durchdacht hat, dem BvL-Inhaber in die Hand Zusagen machen (lassen), dann über Nacht das zweifelhafte Projekt wie eine heiße Kartoffel fallen lassen, schließlich die anderen Ratsfraktionen ohne Diskussion wie dumme Jungs behandeln und von ihnen verlangen, den eigenen Beschluss, den man sich einen Tag vorher ausgedacht hat, nicht zu beraten, sondern 1:1 abzusegnen.

Gefordert ist ein demokratisches Miteinander im Rat. Dies fehlt (auch) in Sachen Kaufland total. Die intern zerrüttete CDU wollte offenbar das Thema nur noch vom Tisch haben, genauso wie sie es vor sechs Monaten auf denselben Tisch gepackt hatte. Nur denkt sie wieder einmal zu kurz – sowohl vom Verfahren wie auch von der Sache her. Schade.

Denn in der Sache ist neben dem inhaltlich richtigen „Nein zu Kaufland“ ein korrektes, sachliches Zugehen auf BvL notwendig; die Stadt muss sich mit BvL einigen – auch über die Kosten der von ihm verlangten Planungen  und die störenden Lärmimmissionen der Emslandarena. Gefordert sind außerdem nachhaltige Beschlüsse über die Entwicklung des Bereichs rund um die Emslandhallen. Dies alles geht nicht nach Gutsherrenart sondern eben gemeinsam viel besser. Wer diese Gemeinsamkeit aus parteipolitischen Gründen bislang nicht will, ist die CDU.

Der Berg bröckelt

10. Oktober 2012

Die heutige Wahl von Albert Stegemann aus Ringe (Foto re.)  in der Niedergrafschaft Bentheim bedeutet nicht nur einen Generationswechsel in der regionalen CDU. Sie stellt eine deutliche Schwächung der mitgliederstarken CDU des Altkreises Lingen dar. Der frühere CDU-Abgeordnete Hans-Gert Strube analysiert: „Der Lingener CDU-Kreisvorstand hat versagt. Man geht nicht mit zwei Kandidaten in so eine Wahl“. Recht hat er. Das gilt umso mehr, wenn die unterlegenen Gegenkandidaten in der CDU Altkreis Lingen der stellv. Keisvorsitzender (Evers, Salzbergen) bzw. Schatzmeister der Altkreis-CDU (Rekers, Spelle) sind. Stegemann darf sich allemal freuen. Der 36jährige Außenseiter wird die Region zumindest für die -schätze ich- nächsten 12 Jahre in Berlin vertreten und die CDU von Ems und Vechte da wie hier repräsentieren.

Und was wird der neue Stegemann leisten? Er ist praktizierender Landwirt. Das ist in etwa der genaue Gegenentwurf eines über den regional-nationalen Tellerrand schauenden Ökonomen, wie die Region ihn braucht.

Aber die CDU im Altkreis Lingen unter ihrem kraft- und glücklos wirkenden Vorsitzenden Heinz Rolfes (Clusorth-Bramhar) hat mehr als nur eine Kandidatenkür verloren, dessen bin ich überzeugt. Und die CDU in der Stadt Lingen (Ems) hat überhaupt niemanden mehr, der in der Tradition von Politikern wie Ritz, Strube und Kues steht oder stehen könnte.

Speziell die Lingener CDU darf wohl nurmehr den Gastgeber spielen und muss sich mit Blaskultur aus Freren begnügen. Sie hat mehr als nur verloren. Sie hat sich blamiert.

Freunde, der Berg bröckelt.

(Foto: Albert Stegemann, © CDU Emsland-Osnabrück)

Wiederaufforstung II

7. Februar 2012

Gestern Abend haben die Mitglieder der unabhängigen Lingener Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“  freimütig den angeblichen Kompromissvorschlag der CDU zum Altenlingener Forst diskutiert; bekanntlich signalisiert die  57-Prozent-CDU-Ratsmehrheit angebliche Kompromissbereitschaft und will die nicht abgeholzten Flächen östlich der Waldstraße als Wald erhalten. Aber die voreilig gerodeten 9 Hektar sollen noch eben schnell verkauft („vermarktet“) werden. Dieser taktische Plan, mit dem die CDU Ruhe an der Bürgerfront erreichen will, genügt weder SPD noch Bündnis’90/Die Grünen und -nicht erst seit der Mitgliederdiskussion gestern Abend- auch nicht den BürgerNahen.

Das haben die BürgerNahen gestern einstimmig nach einer spannenden Diskussion  im Bürgerhaus Heukampstannen beschlossen. Alle BNler stimmten für die Forderung, beide Abholz-Bebauungspläne Nr. 19 und Nr. 20 in Altenlingen aufzuheben, die gerodeten Flächen wiederaufzuforsten, den Flächennutzungsplan zu ändern und Sperrgrundstücke an Naturschutz-Verbände zu verkaufen. „Denn Bebauungsplan-Beschlüsse kann man jederzeit auch wieder in die andere Richtung ändern“, sagte eine BNlerin. Daher hilft auch nur ein Verkauf von Sperrgrundstücken.

Am kommenden Dienstag trifft sich die „BI pro Altenlingener Forst“ und will den CDU-Vorschlag und die aktuelle Lage diskutieren. Ihren Protagonisten hatte die CDU-Spitze im Wohnzimmer eines juristisch versierten BI-Aktivisten schon im Frühjahr 2011 in Sorge vor der Kommunalwahl denselben Vorschlag unterbreitet, den die Union jetzt als neu der Presse präsentierte. Damals lehnten die BI-Vertreter ab. Und jetzt? Es wird keine Überraschung geben.

Daher bin ich gespannt, ob die CDU zur ehrlichen Konsequenz „Wiederaufforstung!“ bereit ist und so endlich die Kraft hat, die greifbaren Nachteile der eigenen B-Pläne für Stadtentwicklung und Stadtfrieden gleichermaßen ohne Wenn und Aber einzugestehen. Täte sie es, gewänne sie Anerkennung allerorten. Vielleicht aber fühlt sie sich auch durch eine Millionenzahlung der BP an die städtische Grundstücks- und Erschließungsgesellschaft und die dabei eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen so gebunden, dass sie gar nicht mehr zurück kann und/oder will. Schon um diesen Verdacht zu vermeiden, wäre es aber klug, liebe CDU-Ratsmitglieder, wenn ihr mit uns diese GEG/BP-Vereinbarungen offen legen würdet. Die BP wird sicherlich nichts dagegen haben, weil sie nichts zu verbergen hat; man mag sie fragen.

Würden die drei Vereinbarungen („Geschäftsbesorgungsverträge“) offen gelegt, könnte die Lingener Öffentlichkeit auch beurteilen, ob  bei der Aufstellung der beiden Bebauungspläne 19 und 20 in den Lingener Rats- und Ortsratsgremien überhaupt die gesetzlich vorgeschriebenen Abwägungsprozesse zwischen privaten und öffentlichen Belangen stattgefunden haben. Oder waren die von der CDU-Mehrheit getragenen Bebauungsplanbeschlüsse vielleicht nur die Erfüllung von zuvor eingegangenen vertraglichen Verpflichtungen mit einem Weltkonzern, die die Stadt alternativlos zu den Aufstellungen der Bebauungspläne 19 und 20 veranlasste? Eine spannende Frage – oder?

Wiederaufforsten

3. Februar 2012


Ein kurzer Zwischenruf, weil es da seit gestern diese Presseerklärung der CDU zum Altenlingener Forst gibt und sich medial wieder alles überschlägt:
Die CDU-Ratsmitglieder wollen die übereilt abgeholzten und gerodeten 9 Hektar Waldflächen östlich der Waldstraße schnell los werden und bebauen lassen. Das versuchen sie, in ihrer Presseerklärung zu verschleiern. Zwar schreibt  die Lingener Mehrheitspartei, sie wolle den von ihr rücksichtslos durchgedrückten Bebauungsplan im Altenlingener Forst ändern. Die noch nicht abgeholzten 24 Hektar Waldflächen sollen das bleiben, was sie sind: Wald. Doch schon da muss man zurückdenken: Genau diesen Vorschlag hat sie vor drei Jahren im Rat abgelehnt. Dann präsentierte sie vor einem Jahr ihre Schnapsidee, 2 Kilometer weiter südlich des von ihr zu verantwortenden Kahlschlags Weide- und Ackerflächen  aufzuforsten, die der Stadt nicht gehören und über die die Stadt auch nicht verfügen kann. Über diesen Plan findet sich natürlich nichts in der gestrigen CDU-Erklärung. Auch will die Partei weiterhin eine angebliche „Entlastungsstraße“ quer durch den Altenlingener Forst Richtung alte B 70, wo die CDU schon übereilt und teuer ein renoviertes Haus samt Grundstück kaufen und abreißen ließ. Aber vor allem soll die mit Macht durchgesetzte Abholzung dauerhaft geadelt werden:

Die inzwischen  auch noch gerodeten Flächen, die die ausgesprochen hartnäckige Natur gerade zurück erorbert,  sollen schnell verkauft werden. Das ist die gestrige wahre Botschaft der CDU; man solle, heißt es,  die 9 Hektar „aktiv anbieten“ – die bisherige Gangart der Stadtverwaltung „reicht nicht“ … „wegen der Gewerbesteuer“. Man will also das genaue Gegenteil einer ausgewogenen Lösung. Die „lokale Wirtschaft“, an die die Union die 9 Hektar verkaufen will,  ist übrigens auf dieses Schutzwaldareal nicht angewiesen. Ein Betrieb dort ist angesichts der Empörung in der Bürgerschaft über den Kahlschlag auch eine ausgemacht schlechte Adresse für jedes Unternehmen, das etwas auf sich und sein öffentliches Erscheinungsbild hält. Für moderne Betriebe gibt es auch genügend Flächen an anderer Stelle in Lingen (und im Zweifel in Wietmarschen-Lohne, das sich schon lange ungeniert aus dem Fundus Lingener Firmen bedient und bedienen kann, weil CDU und Verwaltung tatenlos zusehen).

Und bei all diesen Widersprüchlichkeiten gießt die CDU salbungsvolle Sprüche über ihre Vermarktungsaufforderung: Man wolle den Unfrieden überwinden. Mit diesem Politsprech verschweigt die Ratsmehrheit, dass sie den Unfrieden selbst gesät hat. Und dass ihre Vorschläge ihn bloß zementieren. Wenn die CDU ruft: „Es ist Zeit, dass am Altenlingener Forst etwas passiert.“, dann muss das bedeuten: Wiederaufforsten! Nur das überwindet den Unfrieden und ist ausgewogen, Anbieten und Verkauf sind das Gegenteil.

ps Die BürgerNahen, Bündnis’90/Die Grünen und die SPD schlagen übrigens gerade gemeinsam die „Bürgerinitiative pro Altenlingener Forst“ für den städtischen „Umweltpreis 2012“  vor. Mal sehen, ob die CDU-Mehrheit jedenfalls das mitträgt. Aber vielleicht schlägt sich die Ratsmehrheit auch selbst vor. Ganz ausgewogen.

Programm

27. August 2011

Die Kommunalwahlen 2011 sind schon in zwei Wochen! Zeit für einen Blick auf die Wahlprogramme. Die BürgerNahen haben ein Wahlprogramm, die SPD, die FDP, angeblich auch die Grünen, bei denen ich aber gar nichts gefunden habe (Hab ich’s übersehen? Nachtrag: Jetzt hier).

Und die Mehrheits-CDU? Wenn man lange genug auf ihrer Webseite sucht, findet man Schmales. Ist das das CDU-Programm für die nächsten fünf Jahre Kommunalpolitik in Lingen? Urteilen Sie selbst:

Wohnen, wo ich will

Unsere Bürger sollen selbst entscheiden können, wo und wie sie wohnen.

In Lingen gibt es dafür ein sehr abwechslungsreiches Umfeld – in den neuen „Wohnwelten“ in der Innenstadt, den gewachsenen Stadt- und traditionsreichen Ortsteilen.

Jeden dieser Wohnräume möchten wir erhalten und weiterentwickeln, die damit verbundene Infrastruktur stärken.

Wirtschaft stärkt Stadt

Über 3.000 kleine, mittlere und große, leistungsstarke Betriebe in Handwerk, Handel, Dienstleistungsgewerbe und Industrie machen Lingen zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort.

Ihre Mitarbeiter erwirtschaften Arbeitsplätze und Steuerkraft.

Wir fördern die Wirtschaft. Damit die Wirtschaft uns weiter stark macht.

Lingen lebt Kultur – nach allen Regeln der Kunst!

Kunsthalle, Museum, Büchereien, Heimathäuser:

Kulturelle Einrichtungen fördern, vorhandene Bühnen zukunftsfähig erhalten, die Emslandhallen und die neue Emslandarena mit Leben füllen, einen „Kulturpark Wilhelmshöhe“ entwickeln – es gilt viel zu gestalten

Lernen heute, morgen, übermorgen

In Bildung investieren bedeutet: die Zukunft gestalten. Mit Kindertagesstätten und Schulen aller Schultypen bis zur Hochschule sowie vielfältigen Einrichtungen der Erwachsenenbildung ist Lingen ein starker Bildungsstandort.

Ihn stetig weiterzuentwickeln, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben.

Einer für Alle. Alle für Eine.

Ehrenamt braucht Anerkennung und Unterstützung:

bei der Gestaltung von Rahmenbedingungen, zum Beispiel durch die Bereitstellung von Räumen oder Ausrüstung sowie bei der Vernetzung untereinander.

Die Stärkung der Vereine und Verbände liegt uns sehr am Herzen.

Das soll alles sein? Zu fast allen wesentlichen Diskussionen schweigt die CDU. Allein die Emslandarena hat es in die 5-Punkte-Spruchleiste geschafft. Nichts aber beispielsweise zum Altenlingener Forst, zum Stadtverkehr, zum Emsauen-Park, zum Facharbeitermangel, zu den Massentierställen, zum Umweltschutz.

In Wahrheit ist das bekanntes CDU-Lingen-Verhalten: Ihre Allgemeinplätze haben längst eine lange Tradition: Seit mindestens 20 Jahren hat es nämlich nie ein Programm der CDU Lingen für die Kommunalpolitik gegeben, allenfalls durften die Wähler wenige Spruchblasen lesen.

So bekommen Lingener CDU-Wähler also einmal mehr die Katze im Sack. Eigentlich ziemlich arrogant – diese Ratsmehrheit.

Schatz im Silbersee

13. Mai 2011

Fundstück auf der Seite der Wählergemeinschaft „Die BürgerNahen“

Telgenkampsee, (C) Marc Thoms

„Die CDU Lingen ist dem Beispiel der BürgerNahen gefolgt und hat einen Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit gebildet. Wir begrüßen den Entschluss überaus, sich nach 60 Jahren Ratsmehrheit auch einmal der Öffentlichkeit zu widmen! Wenn uns die ersten Ergebnisse auch stark wundern:

„Der Telgenkampsee muss schöner werden“ fordert die CDU in einer Presseerklärung. Die CDU fordert! Und sie fordert sogar ganz konkret – nämlich den Oberbürgermeister, Konzepte zur „Verbesserung der Aufenthaltsqualität und der Attraktivität“ vorzulegen.

Die BürgerNahen fragen sich (Sie wissen ja, wir haben nicht auf alles eine Antwort, stellen aber die richtigen Fragen), warum die CDU kein eigenes Konzept vorlegt. Und warum sie schon heute die Arbeit als Oppositionspartei übt. Und warum der Telgenkampsee jetzt auf einmal („damit die Arbeiten noch im Jahr 2011 beginnen“) so dringend schöner werden muss.

Wir sind der Ansicht, dass sich unser Oberbürgermeister im Augenblick wirklich um Wichtigeres kümmern sollte: Emslandarena, Emsauenpark, Altenlingener Forst, Ulanenstraße, …

Aber wie immer kommt das beste zum Schluss: „Vor allem bei den Wegen, den Raststellen und der generellen Atmosphäre gibt es Luft nach oben“, so CDU-Fraktionschef  Uwe Hilling.

Wir finden den Telgenkampsee schön, wie er ist.“

( Foto: (C) Marc Thoms)

Fehlersuche

27. Januar 2011

Einmal mehr ein Ratespiel in Roberts Blog: Wo irrt die Lingener CDU auf diesem Schaubild über den Lingener Stadtrat, das sie heute (27.01.2011) auf ihrer Internetseite präsentiert? Wer findet die meisten Fehler?

 

Journalismus

2. Dezember 2010

Nein, ich will nicht schreiben, dass und wie unlängst Friedhelm Spiekermann zum Chef des Biener Schützenvereins und gestern Abend die nun offenbar vollends genesene Irene Vehring zur neuen Vorsitzenden des CDU-Stadtverbandes Lingen gewählt wurde.
Ich finde die folgende Gegenüberstellung viel spannender als einen kleinen Beitrag hier im Blog über die Nicht-mal-eine-Woche-CDU-OB-Kandidatin. Denn eine Spalte zeigt die CDU-Pressemitteilung von gestern, die andere den offiziellen LT-Artikel vom selben Tag. Sie dürfen raten, was was ist. Aber ich frage nach der journalistischen Qualität der Zeitungsveröffentlichung und danach, weshalb ausgewachsene Journalisten eine parteiliche Presseerklärung so unkritisch übernehmen:

Lingen. Intensiv, offen und konstruktiv waren die Beratungen und Diskussionen, hatte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Lingen auf ihrer alljährlichen Klausurtagung an der Aselager Mühle in Herzlake nach eigener Darstellung doch einige Dinge aufzuarbeiten: Die verlorene Oberbürgermeister-Wahl, die personelle Neuausrichtung der Fraktionsführung und der Umgang mit dem neuen parteilosen Oberbürgermeister Dieter Krone waren wichtige Themen. Lingen/Herzlake. Intensiv, offen und konstruktiv waren die Beratungen und Diskussionen, hatte die CDU-Fraktion im Rat der Stadt Lingen (Ems) auf ihrer alljährlichen Klausurtagung an der Aselager Mühle in Herzlake doch einige Dinge aufzuarbeiten: Die verlorene Oberbürgermeister-Wahl, die personelle Neuausrichtung der Fraktionsführung und der Umgang mit dem neuen parteilosen Oberbürgermeister Dieter Krone waren da nur einige Themen des Wochenendes.
Nach den vergangenen ereignisreichen Wochen konnte der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Hilling eine vollzählig erschienene CDU-Stadtratsfraktion zur Klausurtagung begrüßen. „Unsere Stärke ist unsere Geschlossenheit, und das muss auch so bleiben. Nach den zurückliegenden Diskussionen personeller Art wollen wir uns nun wieder ausschließlich um die Sachdiskussionen im Sinne unserer Stadt widmen“, schwor Hilling die versammelten christdemokratischen Ratsmitglieder ein. Es gebe in nächster Zeit viele wichtige, manchmal schwere Entscheidungen zu fällen, „wo wir als Mehrheitsfraktion gefragt sind“. Nach den vergangenen ereignisreichen Wochen konnte der neue CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Hilling eine vollzählig erschienene CDU-Stadtratsfraktion zur Klausurtagung begrüßen. „Unsere Stärke ist unsere Geschlossenheit, und das muss auch so bleiben. Nach den zurückliegenden Diskussionen personeller Art wollen wir uns nun wieder ausschließlich um die Sachdiskussionen im Sinne unserer Stadt widmen“, schwor Hilling die versammelten christdemokratischen Ratsmitglieder ein. Es gebe in nächster Zeit viele wichtige, manchmal schwere Entscheidungen zu fällen, „wo wir als Mehrheitsfraktion gefragt sind“.
Mit Blick auf die zukünftige Ausrichtung der CDU-Stadtpolitik kündigte Hilling an: „Wir haben das Votum der Wählerinnen und Wähler zur OB-Wahl verstanden und wollen Vertrauen zurückgewinnen.“ Mit Blick auf die zukünftige Ausrichtung der CDU-Stadtpolitik kündigte Hilling an: „Wir haben das Votum der Wählerinnen und Wähler zur OB-Wahl verstanden und wollen Vertrauen zurückgewinnen.“
Erfreut waren die Mandatsträger über die Anwesenheit des Lingener Verwaltungschefs auf ihrer Tagung. Dass Oberbürgermeister Krone zusammen mit der kompletten Verwaltungsspitze nach Herzlake gekommen war, ist für die CDU-Stadtratsfraktion ein gutes Zeichen. „Wir wissen diesen Vertrauensbeweis sehr wohl zu schätzen“, signalisierte Uwe Hilling Dialogbereitschaft zum neuen Oberbürgermeister. Mehrheitsfraktion und OB könnten nur zusammen zum Wohle der Stadt arbeiten. Hilling: „Uns ist es wichtig, möglichst viele wichtige Beschlüsse gemeinsam mit Dieter Krone zu fassen.“ Erfreut waren die Mandatsträger über die Anwesenheit des Lingener Verwaltungschefs auf ihrer Tagung. Dass Oberbürgermeister Krone zusammen mit der kompletten Verwaltungsspitze nach Herzlake gekommen war, ist für die CDU-Stadtratsfraktion ein gutes Zeichen. „Wir wissen diesen Vertrauensbeweis sehr wohl zu schätzen“, signalisiert Uwe Hilling Dialogbereitschaft zum neuen Oberbürgermeister. Mehrheitsfraktion und OB könnten nur zusammen zum Wohle der Stadt arbeiten. „Uns ist es wichtig, möglichst viele wichtige Beschlüsse gemeinsam mit Dieter Krone zu fassen“, unterstreicht der CDU-Fraktionschef.
Inhaltliche Diskussionen führten die Tagungsteilnehmer unter anderem zur Zukunft der Emslandhallen bzw. dem möglichen Bau einer Emslandarena. Eine abschließende Meinung konnten sich die CDU-Fraktionsmitglieder noch nicht bilden, will man doch erst die weiteren Beratungen in den städtischen Gremien abwarten. „Außerdem werden wir bei all unseren Meinungsbildungsprozessen noch stärker die Ansichten und Auffassungen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen“, ist nach Aussage des Fraktionsvorsitzenden Hilling der erklärte Wille der Fraktion nach einer CDU-Politik nah am Bürger zu verstehen. Inhaltliche Diskussionen führten die Tagungsteilnehmer unter anderem zur Zukunft der Emslandhallen bzw. dem möglichen Bau einer Emslandarena. Eine abschließende Meinung konnten sich die CDU-Fraktionsmitglieder noch nicht bilden, will man doch erst die weiteren Beratungen in den städtischen Gremien abwarten. „Außerdem werden wir bei all unseren Meinungsbildungsprozessen noch stärker die Ansichten und Auffassungen der Bürgerinnen und Bürger berücksichtigen“, ist nach Aussage des Fraktionsvorsitzenden Hilling der erklärte Wille der Fraktion nach einer CDU-Politik nah am Bürger zu verstehen.

Dass in beiden Publikationen dasselbe CDU-Foto zu sehen ist, ist angesichts dieser Verlautbarungspresse fast schon eine zu vernachlässigende Petitesse.

Nun kann man sich vorstellen, wie bequem es für einen überlasteten Lokalredakteur ist, eine einigermaßen getextete Parteipressemitteilung kurzerhand 1:1 zu übernehmen. Allerdings berichtet der Verfasser der CDU-Mitteilung auch über die Lingener Verwaltungsspitze. An mehr als Verlautbarungstralala interessierte Journalisten hätten daher bei eben dieser Verwaltungsspitze z.B. bei OB Dieter Krone (parteilos) recherchiert, was es denn sonst noch aus dem 4-Sterne-Romantik-Hotel Aselager Mühle an Berichtenswertem gibt.

(Foto Aselager Windmühle : © Corradox, wikipedia CC)