Es war die Idee von Elisabeth Tondera: Immer am letzten Freitag im Monat wird im Café Am Markt um 15.30 Uhr vorgelesen. Organisatorin Andrea Thal schreibt dazu in Ihrem Wortglitzer-Blog: „Genießen Sie bei Kaffee und Kuchen die selbstgeschriebenen Texte der Teilnehmer*innen der Schreibwerkstatt.“

OsnaBuch 2026

20. Januar 2026

Die vor drei Jahren im biblischen Alter von 95 Jahren verstorbene Sybil Gräfin Schönfeldt  war eine Schriftstellerin und Publizistin, die für ihre Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur, ihre kulinarischen Kochbücher sowie ihre Kolumnen und Essays bekannt war, unter anderem für die ZEIT. Sie wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Seit 2007 oder 2008 gab sie dann den Literarischen Küchenkalender heraus, ab wann genau hab ich nicht herausgefunden. Der Kalender mit wöchentlichen Beiträgen erscheint immer noch unter der Genitiv-Überschrift Sybil Gräfin Schönfeldts. Ich habe gelesen, dass für 2026 die freie Autorin Brigitte Lotz Texte für den Küchenkalender geschrieben hat – neben alten aus Schönfeldts Archiv; Julia Linne hat die von Susanne Nadolny ausgewählten Texte lektoriert.
Ein Exemplar der-inzwischen preislich reduzierten-  Ausgabe für das neue Jahr habe ich mir doch noch in letzter Minute gegönnt, und gleich in dieser Woche lese ich darin über das Rezept Gnocchi in Salbeibutter („Gnocchi di patate al burro e salvia“) und den mir bis dato unbekannten kanadischen Schriftsteller David Bezmozgis; der hatte Ende der 1970er Jahre als Kind nach der Ausreise seiner jüdischen Familie aus der UdSSR monatelang in Rom gelebt, bis die Weiterreise ins kanadische Exil klar war. Darüber schrieb Bezmozgis vor 15 Jahren seinen hochgelobten Debutroman „Die freie Welt“ („The Free World“) und darin eben auch über Gnocchi, ein Aushängeschild der Cucina italiana, und über Salbei (italienisch: Salvia), das Speisen (nicht nur) der italienischen Küche eine bekömmliche Note verleiht.

Nächste Woche übrigens geht es dann im Küchenkalender um… das wird hier nicht verraten. Aber das Rezept der in ihrer Einfachheit einfach nur köstlichen Gnocchi:

  • Zutaten: 700 g mehlig kochende Kartoffeln, Salz, 200 g Mail, 2EL Butter, zwei Eier, zehn Salbeiblättchen, 50g frisch geriebener Parmesan
  • Zubereitung: Kartoffeln mit Schale in Salzwasser, weich kochen, Pellen und durch eine Kartoffelpresse auf eine bemehlte Arbeitsfläche drücken. Das Püree leicht salzen und so viel Mehl unterkneten, bis ein elastischer Teig entsteht. Ich meine, zwei Eier für den Kartoffelteig schaden nicht, wenn auch das  Schönfeldt-Rezept darauf verzichtet. Den Teig zu fingerdicken Rollen formen und ihn in jeweils ca. 3 cm dicke Stücke schneiden. Mit einer Gabel Rillen in die Teigstückchen drücken. Die Gnocchi in kochendes Wasser geben und bei schwacher Hitze circa vier Minuten garen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann sind sie gar, also Herausnehmen und abtropfen lassen.  Die Butter (es dürfen auch mehr als 2 Esslöffel sein, finde ich; Butter ist inzwischen auch wieder bezahlbar…) in einer Pfanne zerlassen, Salbeiblättchen darin zart anbraten, die Gnocchi zugeben und in der Salbeibutter schwenken.
    Vor dem sofortigen Servieren mit Parmesan bestreuen. Dazu passt eine frische Tomatensoße.
  • Nebenbei: Ein Glas Arneis passt ganz gut dazu, oder auch Grauburgunder (geht natürlich nicht im Dry January, aber dann geht der Klassiker: Sprudelwasser mit Zitrone oder Limette)
  • Hier das Gnocchi-Machen per Wie-mach-ichs-Video:

Noch etwas Besserwisserei:
Wie Sven es in seinem Video macht: Gnocchi spricht sich „Njoki“ aus, mit einem weichen „nj“-Laut am Anfang, ähnlich wie in „Mignon“, und „oki“ am Ende, also mit K; das „g“ vorn wird dabei fast verschluckt oder weich „nj“ ausgesprochen. Bitte, bitte also nicht als hartes „g“ oder gar vorn wie hinten ein „tsch“. Danke.


Salbei, Foto oben von  ignartonosbg via pixabay

Der Panther

4. Dezember 2025

Herzlichen Glückwunsch, Rainer Maria Rilke! schreibt die Rilke-Gesellschaft heute auf ihrer Website. Denn heute, am 4. Dezember 2025 jährt sich Rilkes Geburtstag zum 150. Mal. Herzlichen Glückwunsch, Rainer Maria Rilke! schreibt die Rilke-Gesellschaft heute auf ihrer Website. Denn heute, am 4. Dezember 2025 jährt sich Rilkes Geburtstag zum 150. Mal. Im Deutschen Literaturarchiv in Marbach wird an diesem Tag die Ausstellung ‚Und dann und wann ein weißer Elefant. Rilkes Welten‘ eröffnet (Infos). Im Paula Modersohn-Becker-Museum in Bremen ist aus dem gleichen Anlass noch bis zum 18.1.2026 die Ausstellung ‚Rilke und die Kunst‘ zu sehen (Infos), in der Landesbibliothek Oldenburg die Ausstellung ‚Unter soviel Lider‘ mit Fotografien von Jan Jindra zu Lebensorten Rilkes (Infos).

Und auch im TV & Co. können Zuschauende Rilke jetzt vermehrt begegnen. Arte zeigt die neue Dokumentation ‚Rilke – Du musst dein Leben ändern‘ (Regie: Thomas von Steinaecker, 53 min., zum Film) und im SRF ist eine Sendung der Reihe ‚Sternstunde Philosophie‘ Rilke gewidmet; zu Gast sind dort Iris Radisch und unser Mitglied Manfred Koch, beide konnten Sie bereits im September auf unserer Prager Tagung erleben (zum Video).

Der Panther
Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, daß er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille –
und hört im Herzen auf zu sein.

„Der Panther“ gilt als Rilkes berühmtestes Dinggedicht, in dem Rilke zum Interpreten der „stummen Dinge“ wird. Bemerkenswert ist, dass das Substantiv „Panther“ nur im Titel vorkommt. Im weiteren Verlauf des Gedichts werden nur Pronomen und Beschreibungen des Tieres verwendet. Das Raubtier wird in 3 Strophen von seiner äußeren Erscheinung (Blick, Gang, Auge) beschrieben, um seine äußere wie innere Gefangenschaft zu erschließen.

„Die Werke Rainer Maria Rilkes faszinieren die Menschen bis heute, und das überall auf der Welt. Geboren 1875 in Prag wurde Rilke schon früh als vollendeter Dichter verehrt. Gedichte wie „Der Panther“ oder „Herbsttag“ sind Teil des internationalen Literaturkanons. Mit der Sprache entlockt Rilke den Dingen eine ungewohnte Tiefe und eine ganz eigene Wirklichkeit, auf die sich die Menschen einlassen sollen. Eine Wirklichkeit jenseits der Rationalität der Moderne – damit ist sein Werk auch ein Gegenentwurf zu den Machbarkeitsvisionen der Tech-Giganten von heute.
Fast gescheitert wäre Rilke an seinem Hauptwerk, den „Duineser Elegien“, die die Summe seines Schaffens werden sollten. Thomas von Steinaecker erzählt in seiner Dokumentation, wie Rilke über ein Jahrzehnt um die Vollendung seines Hauptwerkes ringt und wie er verzweifelt nach Inspiration sucht. Erst als er sich in das Schweizer Wallis zurückzieht und die Verbindungen zur Alltagswelt kappt, gelingt ihm ein kaum noch erwarteter Schaffensrausch. So vollendet Rilke in kürzester Zeit ein Jahrhundertwerk. Kurz darauf stirbt er. Und wird als Dichter und Lebensratgeber zur Ikone für die nachfolgenden Generationen.“
Text über eine filmischen Dokumentation von Thomas von Steinaecker (D 2025, 52 Min)

…Weihnachten!“ [Was denn bitte sonst?]

Die Sonne scheint immer. Für die Wolken kann ich nichts“: Was meine Großmutter mir über das Leben erzählte – der Bestsellerautor, Gastgeber der NDR-Talkshow und Journalist Hubertus Meyer-Burckhardt gastiert  mit seinem neuen Buch am Montag, 1. Dezember, von 19.30 bis 21.30 Uhr im Ludwig-Windthorst-Haus (LWH), Gerhard-Kues-Straße 16, in Lingen (Ems)-Holthausen. Der Eintritt zur Autorenlesung  beträgt 10 Euro.

Meyer-Burckhardt erinnert sich in seinem Buch an seine geliebte Großmutter Christel Vollbrecht, Jahrgang 1898, die ihn wie kein anderer Mensch geprägt hat. Mit ihrem Lebensmotto „Mut & Humor“ bewältigte sie Herausforderungen mit Lebensfreude und Offenheit. Sie erlebte und überlebte zwei Weltkriege, sah eine Welt zerbrechen und verlor dennoch nicht ihre unbedingte Liebe zum Leben, mit Witz, Widerspruchsgeist und Charakter. Meyer-Burckhardt erzählt in autobiographischen Episoden von einer Frau, die ihrer Zeit voraus war: eine zärtliche Liebeserklärung und eine Spurensuche nach den Antriebsfedern des eigenen Lebens.

Die Autorenlesung endet mit einer Signierstunde.

Weitere Informationen und Anmeldung über ticket(at)lwh.de.

(Quelle: PM/LWH)

Über László Krasznahorkai

19. November 2025


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Beitragsbild: Krasznahorkai László Foto von Déri Miklós: Arcok http://www.wikidata.org/wiki/Q108934000, creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/

Weihnachten einmal  mit ganz anderen Augen sehen – genau dafür hat sich Krimiautor Klaus-Peter Wolf entschieden. Mit seinem neuen Krimi „Der Weihnachtsmannkiller 3“ dreht er die Festzeit auf links und macht daraus ein knisterndes Spektakel.

Im September erschienen, ist das Buch pure Weihnachtszeit im Wandel – gleich Jagdzeit an der Küste: Es ist Ende August, bald beginnt der ganze Wahnsinn von vorne. Die ersten Spekulatius- und Lebkuchentüten locken schon in die Supermärkte. Man riecht die Gewürze des Teufels, selbst in Wismar, wo er sich mit seiner Freundin Susi versteckt hält. Gleich um die Ecke wartet wieder Jagdzeit in Ostfriesland. Auf der Todesliste stehen noch einige Weihnachtsmänner, die er gern hoch hinaus schicken möchte. Planung und Recherche sind gnadenlos sauber. Und das vierundzwanzigste Türchen ist noch frei – für die Eine: Ann Kathrin Klaasen. Die muss endlich erledigt werden.

Am Samstag, den 22. November, 19.30 Uhr gibt es im Konzert- und Theatersaal Nordhorn, Ootmarsumer Weg 14, eine Kostprobe. Klaus-Peter Wolf liest bei stimmungsvoller Atmosphäre aus seinem Weihnachtskrimi. Musikalisch begleitet wird der Abend von Bettina Göschl. Tickets ab 22,95 Euro via www.gn-ticket.de oder in Nordhorn bei den Grafschafter Nachrichten und dem Reisebüro Richters. Inhaber/innen der GN-Card sparen 10%.

Wo wird gerade über Kinderbücher reden. Katja Diehl, bekannte Fachfrau für Straßenverkehrsfragen mit dem Abi am Franziskus in Lingen, hat ein besonderes Buch geschrieben. Es ist das  erste Kindersachbuch der Mobilitätsexpertin. 

Die SPIEGEL- Bestsellerautorin („Autokorrektur“ und „Raus aus der AUTOkratie“) macht nicht nur Kindern, sondern auch erwachsenen Leser*innen in dem Buch Lust auf Veränderung und lädt in ihrem ersten Kinderbuch auf eine spannende Reise in die Welt von morgen ein.

  • Gemeinsam mit der fünfjährigen Hauptfigur Hope tauchen die Leser*innen in eine Welt der Zukunft ein, in der es viel Spannendes und Neues zu entdecken gibt
  • Das wird kindgerecht mit Beispielen aus der Lebensrealität von Kindern aus der Stadt sowie vom Land erklärt.
  • Die farbenfrohe Illustrationen mit starker Message von Emily Claire Völker, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen begeistern,
  • es gibt zahlreiche Tipps und Anregungen für Eltern und Bezugspersonen,
  • und zum Vorlesen für Kinder ab 5 Jahren

Katja Diehl hat sich bekanntlich voll und ganz dem Mobilitätswandel verschrieben und bringt das Thema nun auch Kindern ab 5 Jahren näher. Das Buch  erklärt kindgerecht und mit eindrucksvollen Illustrationen von Emily Claire Völker anhand von Beispielen aus Stadt und Land, wie die Welt von morgen aussehen könnte. So bringt sie Kindern ab 5 Jahren Themen wie Klimawandel, Mobilität und soziales Miteinander näher. Wie hat sich das Zusammenleben der Menschen verändert? Wie sieht der Schulweg in der Zukunft aus? Oder wo spielen Kinder in der Welt von der fünfjährigen Hauptfigur Hope? Mit vielen Beispielen holt Katja Diehl die Kids in ihrer Lebensrealität ab, regt zum Nachdenken und Diskutieren an und macht Lust, sich gemeinsam für eine bessere Zukunft einzusetzen.

  • Herausgeber ‏ : ‎ Edition Michael Fischer / EMF Verlag
  • Kosten: 16 EUR
  • Auflage ‏ : ‎ 1.
  • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
  • 48 Seiten
  • ISBN-10 ‏ : ‎ 3745926463
  • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3745926460

Erhältlich in lokalen Buchläden und im Versand.

Finale der Lingener Feder

4. November 2025

An diesem Donnerstag, den 6. November, findet das Finale des lokalen  Literaturwettbewerbs Lingener Feder statt. Dazu wird das Lingener Theater an der Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Ring 44 zur Bühne für die besten Geschichten des von der Agentur Wortglitzer durchgeführten  Wettbewerbs!

Am 6. November feiert die Lingener Feder ihr Finale im Theater an der Wilhelmshöhe, Willy-Brandt-Ring 44.. Dort können sich Besucherinnen und Besucher auf die besten Geschichten des von Andrea Thals Wortglitzer erstmals ausgerichteten Wettbewerbs freuen.

Fünf Autorinnen und Autoren präsentieren dann ihre Texte und lesen um den Titel der Lingener Feder 2025“:

  • Kerstin Abs mit „Lingener Puppentheater“
  • Renate Kaiser mit „Der 21. Geburtstag“
  • Katja Krumpholz mit „Noah und Luise“
  • Sonja Sielker mit „Sounds of Lingen“
  • Burkhard Sturm mit „Der Schattenleser“

Die Lingener Feder ist attraktiv dotiert: 1.050 Euro gehen an den Sieger, und auch die Nächstplatzierten werden mit ansehnlichen Geldpreisen belohnt. Erstmals erhältlich ist an dem Abend der Sammelband mit den von der Jury (Georg Aehling, Dana Sprenger und Elisabeth Tondera) aus insgesamt 141 Einsendungen ausgewählten 20 Texten, die auf die „Longlist“ kamen.

Das Abendprogramm:

19:00 Uhr
• Begrüßung durch OB Krone
• Einführung & Moderation Andrea Thal
• 5 Lesungen mit musikalischem Zwischenspiel

  • Burkhard Sturm mit „Der Schattenleser“
  • Katja Krumpholz mit „Noah und Luise“
  • Musikalisches Zwischenspiel (Cellistin)
  • Renate Kaiser mit „Der 21. Geburtstag“
  • Sonja Sielker mit „Sounds of Lingen“
  • Kerstin Abs mit „Lingener Puppentheater“

20:20 Uhr – Pause
• Publikum stimmt ab
• Jury berät sich

20:45 Uhr
Susan Albers
• Worte der Jury an die Shortlist-Kandidatinnen
• Übergabe des Buches der Longlist-Kandidat
innen
• Preisverleihung
• Dankeswort der Sieger*in
• Abschlussworte

Nach dem Ende der Veranstaltung gibt es einen Ausklang im Foyer

-> Der Einlass zur Veranstaltung beginnt ab 18:30 Uhr. Eintrittskarten für 5 Euro sind im Vorverkauf weiterhin online erhältlich:  www.tickets.vibus.de


In einer früheren Version des Beitrags fehlten aufgrund eines Versehens die Namen aller Jury-Mitglieder. Dies ist nachgetragen.