Geschenk

24. November 2017

Heute Abend feiert die Kunsthalle in der Halle 4 den 20. Geburtstag. Peter „Pit“ Leuschner, der Vorsitzende des Kunstvereins Lingen, begrüßt um 19 Uhr Dr. Annette Schwandtner, Abteilungsleiterin Kultur im Nieders- Ministerium für Wissenschaft und Kultur, Es sprechem auch Heiner Schepers, der erste Direktor der Kunsthalle und andere – darunter die jetzige, seit 2009 tätige Direktorin Meike Behm. Alle Gäste erwarten außerdem „Speis und Trank aus der kküche“. Es gibt Musik von DJ Sebastian.

Zu den Gästen zählt auch Lingens OB Dieter Krone, der noch ein besonderes Geschenk im Gepäck hat. CDU und SPD haben nämlich am Mittwoch im Lingener Finanzausschuss einen Antrag der FDP abgelehnt, den Betrag aufzustocken, mit dem die Stadt Lingen ein Werk des alle zwei Jahre vergebenen Kunstpreises ankauft. Die Liberalen hatten dafür 15.000 Euro amgesetzt, nachdem sich -so die FDP- der „Kunstpreis der Stadt Lingen“ (gemeint war wohl der Lingener Kunstpreis) seit 1983 in der Kunstszene etabliert habe, inzwischen aber die Mittel für den Erwerb eines Kunstwerkes aufgrund der Preisentwicklung der letzten Jahrzehnte nicht mehr ausreichten. 

Für die CDU-Neinsager erklärte deren Ratsmitglied Karl-Heinz Schwarz, die CDU halte den seit Jahren im Haus eingestellten Betrag von 4.900 € für ausreichend und diese Summe werde deshalb „weder jetzt noch jemals in der Zukunft“ erhöht. Das sagte er wirklich so und erst auf fremdschämenden Vorhalt meinerseits, eine solche Festlegung für die Zukunft habe es ja noch nie gegeben, ruderte er zurück; da habe er sich falsch ausgedrückt, so Schwarz.

Die SPD stieß durch ihren Vorsitzenden Bernhard Bendick in dieselbe Tröte und behauptete einmal mehr, die städtische Kunstsammlung werde sowieso nicht so präsentiert, wie man das wolle. Dafür, so seine Logik, brauche man auch nicht mehr Geld. So blamiert sich die gute alte, doch leider häufig kunstferne Tante SPD, wo doch zu Zeiten ihrer Lingener Landtagsabgeordneten Elke Müller (1940 -2014) selbst in deren Wahlkreisbüro in der Mühlentorstraße Arbeiten aus der Städtischen Kunstsammlung hingen. Darauf waren gleichermaßen Elke Müller wie ihre Mitarbeiterin Edeltraut Graeßner sehr stolz. Tja, liebe Sozialdemokraten – Vergeben, vergessen, vorbei?

Übrigens wenn schon kein SPD- oder CDU-Blick für aktuelle Kunst und die Freude an ihr vorhanden ist und auch dieser Termin nicht die schwarzen Augen zu öffnen vermochte, könnte vielleicht die monetäre Bewegung in der CDU nachrechnen: Kein städtischer Vermögensbestandteil hat sich „wertmäßig“ so positiv entwickelt, wie die städtische Kunstammlung, die sich im wesentlichen aus den Ankäufen von Arbeiten der Kunstpreisträger zusammensetzt. Das 1994 angekaufte, großformatig-museale Werk der Malerin Karin Kneffel beispielsweise dürfte seinen Wert etwa verfünfzigfacht haben und heute mehrere Hunderttausend Euro wert sein. Hinweis: Die CDU-Fraktion sieht es in jeder Ratssitzung, weil es im Ratssitzungssaal hängt. Die SPD sieht es nicht, weil sie davor sitzt, sie schaut zur CDU gegenüber, hinter der (noch) das Triptychon „Schmutzige Hände“ von „Apfelkünstlerin“ Antje Majewski hängt…

 

(Foto Kunsthalle 1997; @Kunstverein Lingen)

 

Mit allen Sinnen
Eine Raumexpedition

Wandellesung mit
Katrin Fröhlich und
Jakob Neubauer (Akkordeon)

Lingen (Ems) – Kunst-Halle IV, Kaiserstr. 10a
Samstag, 8. Sept. – 19.30 Uhr
Karten: 15 Euro, ermäßigt ab 9 Euro 

In einer Woche eröffnet das 12. Literaturfest Niedersachsen. Intendantin Susanne Mamzed schreibt: „Ich freue mich bereits darauf, mit Ihnen neue Räume zu entdecken und mit Hilfe der Fantasie zu erobern. Vom Renaissance-Schloss über die Kunsthalle, vom Fort bis hin zur Polizeiakademie erwarten uns ganz unterschiedliche Räume, die wir mit allen Sinnen erleben wollen.“ Es ist die Lingener Kunsthalle , auf die Susanne Mamzed hinweist.

Die Wandellesung dort verspricht, einmal auf den Spuren von „Alice im Wunderland“ zu wandeln: Sie fällt und fällt und fällt. Und landet schließlich in einem dunklen Gang auf einem Haufen aus trockenem Laub und Reisig. Alice Weg ins Wunderland führt sie geradewegs durch den Kaninchenbau – und da ist ihre ganze Welt verwandelt, alle Sinneswahrnehmungen und alles Körpergefühl sind verwirrend anders, der scheinbar sichere Raum verschiebt sich.

Ausgehend von Lewis Carrolls Meisterwerk und seinem weniger bekannten Nachfolger „Alice hinter den Spiegeln“ stehen bei dieser Wandellesung die akustischen, visuellen und körperlichen Erfahrungen des Raumes im Mittelpunkt: Mal wird in Dunkelheit gelesen, mal vor Kunstwerken, die die Besucher „erwandern“ können. In der Stille kann selbst gelesen werden, dann wieder begleitet Musik die Lesung. Katrin Fröhlich, die deutsche Synchronstimme von Cameron Diaz und Gwyneth Paltrow, und Akkordeonist Jakob Neubauer begleiten die Gäste auf den jeweils 30-minütigen Raumexpeditionen.

In der Kunsthalle Lingen  treffen sich die Gäste mit dem verrückten Hutmacher zum Fünf-Uhr-Tee, spielen mit der Herzkönigin Croquet oder erkunden die Welt hinter den Spiegeln…

Programmheft des 12. Literaturfest Niedersachsen


Spielstätte
ist die Kunsthalle des Kunstvereins Lingen , Kaiserstr. 10a, 49809 Lingen (Ems).
Der Kunstverein Lingen wurde 1983 gegründet. Von 1983 bis 1997 wurden Einzel- und Gruppenausstellungen regionaler, nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler im Foyer des Theaters an der Wilhelmshöhe präsentiert. Seit 35 Jahren vergibt der Kunstverein den Lingener Kunstpreis, dessen Ziel es ist, jüngere Maler und Malerinnen zu fördern und den Menschen der Region an Ems und Vechte damit aktuelle Kunst nahe zu bringen.
1997 konnte die vom Kunstverein initiierte Kunsthalle in der Halle IV des früheren Eisenbahnausbesserungswerks  in Betrieb genommen werden. Die bildende Kunst der Gegenwart zu fördern, die sich mit aktuellen Fragen der jeweiligen Zeit auseinandersetzt – diesem Anspruch folgt der Bildungsauftrag der Kunsthalle Lingen bis heute. Die Einbeziehung von Kulturproduzenten aus verschiedenen Bereichen fördert den interdisziplinären Austausch und etabliert die Lingener Kunsthalle als offenes Forum für Diskussionen unterschiedlicher Ansätze.

22

17. März 2017

22 – Malerei aus der Kunstsammlung der Stadt Lingen (Ems)
Kunstverein Lingen
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Eröffnung Fr 17. März -19.00 Uhr
18.03.2017 bis 07.05.2017, ganztägig
Eintritt 3 Euro

Mit der Gruppenausstellung „22 – Malerei aus der Kunstsammlung der Stadt Lingen (Ems)“ präsentiert die Kunsthalle im Kunstverein Lingen einen Überblick über einen großen Teil einer städtischen Kunstsammlung, die seit der Verleihung des ersten Lingener Kunstpreises im Jahr 1983 stets gewachsen ist. Die Zahl 22 umfasst alle Trägerinnen und Träger der heute renommierten und etablierten Auszeichnung des Lingener Kunstpreises seitdem bis zum vergangenen Jahr 2016. Auf einen Blick in den beiden Ausstellungsräumen der Kunsthalle vorgestellt, wird für die Betrachterinnen und Betrachter sowohl ablesbar, welche Art von Malerei in den 1980er, 1990er und 2000er Jahren aktuell war und ist, als auch ein Stück Geschichte dieses traditionsreichen Mediums vermittelt. Im Rückblick lässt sich ebenfalls sagen, wer von den derzeitigen und ehemaligen Preisträgerinnen und – trägern heute zu den namhaften Positionen der zeitgenössischen Kunstgeschichte zählen, denn einige der ausgestellten Künstlerinnen und Künstler üben eine Professur an einer renommierten Kunsthochschule aus, andere haben hingegen aufgehört, künstlerisch zu arbeiten.

Ich durfte die Ausstellung schon gestern Abend sehen. Mein Urteil: In musealer Qualität präsentiert die Lingener Kunsthalle die Malerei der 22 Lingener Kunstpreisträger. Ein Besuch ist ein Muss.

REDEN ÜBER KUNST

6. Februar 2017

REDEN ÜBER KUNST:
Meike Behm
KUNSTVEREINE
ALS ORT FÜR DIE KUNST VON MORGEN
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Di 7.02. 19.30 Uhr
Eintritt 2 Euro,
Schüler und Studierendefrei!  

Der älteste deutsche Kunstverein ist die Albrecht-Dürer-Gesellschaft in Nürnberg, gegründet 1792. Diesem Modell folgten weitere Städte wie beispielsweise Hamburg 1817. Begannen die Kunstvereine einst unter dem Anspruch, über Originale Blätter damals zeitgenössischer Künstler sich zu finanzieren und nicht in erster Linie Ausstellungen damaliger Kunst der Gegenwart zu zeigen, hat sich dieser Anspruch bis heute gewandelt.

behmIn ihrem Vortrag legt Meike Behm den Fokus auf die Anfänge der Kunstvereine als wesentliche Instrumente des Kunstmarktes um 1800, beleuchtet dann den Wandel zu Institutionen der Präsentation von Kunst der Gegenwart und erläutert die Aufgaben und die Arbeit der ADKV (Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine).
Meike Behm ist seit 2009 Direktorin der Kunsthalle Lingen und seit 2014 Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft deutscher Kunstvereine in Berlin, dem Dachverband aller Kunstvereine Deutschlands mit derzeit über 290 Mitgliedern.

(Foto: @Kunstverein Lingen)

Éder Oliveira 
Malerei – oder die Fotografie als Gewaltakt 
Lingener Kunstpreis 2016 

03. Dezember 2016 bis 26. Februar 2017
Eröffnung und Preisverleihung am
Freitag,  02. Dezember 2016 um 19 Uhr 

Bereits zum 22. Mal wird in diesem Jahr der etablierte und renommierte Lingener Kunstpreis vergeben. Seit 1983 widmet er sich ausschließlich Künstlerinnen und Künstlern, die im Medium Malerei arbeiten, bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren u.a. Karin Kneffel (1994), Antje Majewski (1998), Cornelius Völker (2004), Julia Oschatz (2008) und Birgit Megerle (2010), 2014 erhielt ihn Marieta Chirulescu.

pintura_ederIn diesem Jahr wurden insgesamt zwölf Direktorinnen und Direktoren sowie Kuratorinnen und Kuratoren von Museen und Institutionen um jeweils zwei Vorschläge gebeten. Das Niveau der eingereichten Bewerbungen war erstaunlich hoch. Die Jury – bestehend aus den Mitgliedern des Freundeskreises des Lingener Kunstpreises Sigrid Hohoff, Marita Kamp und Richard Lange sowie Oriane Durand (Künstlerische Leiterin, Kunstverein Dortmund), Kathleen Rahn (Direktorin Kunstverein Hannover) und Meike Behm (Direktorin der Kunsthalle Lingen) – ist zu dem Ergebnis gekommen, den Preis an den brasilianischen Künstler Éder Oliveira zu verleihen.

Éder Oliveira wurde 1983 in Timboteua, Brasilien, geboren und lebt heute in Belém, er schloss sein Studium der freien Kunst 2007 an der Universidade Federal do Pará ab. Er arbeitet in den Medien Malerei, Wandmalerei und Kunst im öffentlichen Raum. Sein Hauptmotiv bilden großformatige Portraits überwiegend von jungen Männern, meist einfarbig in Rot, Blau oder Gelb gestaltet. Hierbei handelt es sich aber nicht um Freunde, Verwandte oder Bekannte des Künstlers, sondern sie basieren auf Fotografien aus der lokalen Zeitung in Bélem, veröffentlicht auf einer Seite, auf der die Polizei Untersuchungshäftlinge und in Gewahrsam genommene, verdächtige Personen – vor jeglicher Gerichtsverhandlung – abdruckt, meist mit afrikanischem oder indigenem Hintergrund. Somit charakterisiert die Malerei Éder Oliveiras ein politischer und sozialkritischer Hintergrund.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.

Der Lingener Kunstpreis wird in diesem Jahr von der Johann-Alexander-Wisniewsky-Stiftung gestiftet. Die Ausstellung von Éder Oliveira und der sie begleitende Katalog werden durch den Freundeskreis des Lingener Kunstpreises ermöglicht.

Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-17 Uhr, Sa, So 11-17 Uhr
BarDo 08.12. ab 18 Uhr

(Fotos: © Kunstverein Lingen)

Kunsthalle: Thomas Schmit

9. September 2016

schmittposter

 

Thomas Schmit
bald ist wieder schneckentreffen
Ausstellung
Lingen (Ems)  –  Kunstverein, Kunsthalle

Eröffnung Freitag, 09.09. 19 Uhr
geöffnet Di – Fr 10.00 – 17.00 Uhr
Sa, So 11.00 – 17.00 Uhr
vom 10.09. – 13.11.2016

Eintritt: 3 Euro / 1,50 Euro ermäßigt
Freitags Eintritt frei

Silke Schatz

6. April 2016

Silke.Schatz

SILKE SCHATZ – HÄNDE HOCH!<

Im Obergeschoss und im Wasserturm:
CHARLIE JEFFERY – “I AM A BELIEVER, I AM OFTEN MISTAKEN”

Lingen (Ems), Kunsthalle, Kaierstr. 10a. April bis 5. Juni 2016

ERÖFFNUNG AM 8. APRIL 2016, 19 UHR

ÖFFNUNGSZEITEN

Di – Fr 10.00 – 17.00 Uhr
Sa, So 11.00 – 17.00 Uhr

Eintritt: 3 Euro / 1,50 Euro ermäßigt
Freitags Eintritt frei

Silke Schatz (geb. 1967 in Celle, lebt in Köln) fertigt Zeichnungen, Skulpturen und Installationen. Sie präsentierte ihre künstlerische Arbeit in Einzelausstellungen in der Kunsthalle Basel (2002), im Boomann Museum in Celle (2006) und im Kunstverein Mühlheim an der Ruhr (2012) sowie in Gruppenausstellungen auf der Manifesta 5 in San Sebastian (2004) und in der Saatchi Gallery in London (2013).

Silke Schatz’ Zeichnungen, Skulpturen und Gemälde erforschen architektonische Situationen als öffentliche und private Orte, als Träger historischer wie gegenwärtiger Sinnzusammenhänge. Die Künstlerin entwickelt ihr Werk in einem bewusst zeitgenössischen Kontinuum. Bezugspunkte ihrer Arbeit findet sie in der Ästhetik moderner Kunst und Architektur, in den Theorien von Literatur und Philosophie ebenso wie in der Reflexion des eigenen Lebens und in den Widersprüchen unserer Zeit und Gesellschaft. Bekannt geworden ist Silke Schatz durch ihre großen, häufig wandfüllenden perspektivischen Architekturzeichnungen, die wie äußerst akkurate Gebäudekonstruktionen wirken. Doch in das akribische Liniensystem schleicht sich Verwirrung ein. Die präzise Darstellung ist gar nicht so präzise, verhindert eine konkrete Raumvorstellung durch die vielen ineinander geschachtelten Schnitte und Ansichten. Innenräume, Fassaden, Querschnitte überlappen sich, formieren so Zonen der Undurchsichtigkeit in der transparenten Zeichnung. Die perspektivischen Fluchtlinien lassen den wiedergegeben Raum als virtuelles Informationsnetz erscheinen.

DSC05203Die Ausstellung in der Kunsthalle Lingen trägt den Titel „Hände hoch!“ und beinhaltet einerseits bereits bestehende Arbeiten zu gesellschaftlich relevanten Themen, beispielsweise ein Werk über das Konzentrationslager Theresienstadt und seinen Ort. Weiterhin entstehen eigens für die Kunsthalle Lingen neue Werke, die sich mit dem Lingener Kernkraftwerk sowie einem Bunker aus der Zeit des zweiten Weltkriegs auseinandersetzen, so dass eine direkte Beschäftigung mit dem Ort der Ausstellung einen wichtigen Bestandteil der Präsentation bildet. (Quelle)

Charlie Jeffery (geb. 1975 in Oxford) studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Reading, England. 2001 residierte er in der Fondazione Pistoletto, Cittadellarte in Biella in Italien. 2010 war er vom Mud Office für einen Künstleraufenthalt in der Synagoge in Delme eingeladen. Seit 1998 lebt er in Paris. Er präsentierte seine künstlerische Arbeit in Einzelausstellungen im Le Quartier, Centre d’art contemporain in Quimper und in Gruppenausstellungen in der Galerie Michel Rein in Paris, im Osan Museum of Art in Korea sowie im Kunstmuseum Olten. Er ist Dozent für Performance an der F+F Schule für Kunst und Design, Zürich, seine jüngste Performance wurde im Centre Pompidou in Paris aufgeführt. Die Kunsthalle Lingen richtet Charlie Jeffery die erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland aus.

Die künstlerische Arbeit von Charlie Jeffery ist häufig prozessual angelegt. Er arbeitet oft mit vor Ort gefundenen Materialien und lotet ihre Eigenschaften und unterschiedlichen Wertigkeiten aus. Objekte aus Materialien wie Gips oder Styropor sowie gefundene Kleidungsstücke flankieren die Schnittstelle zum Design, sie charakterisiert aber vielmehr eine surreale Formensprache, oft wirken die Arbeiten fragil und berühren die Grenze zum Scheitern. Weiterhin arbeitet Charlie Jeffery im Bereich Malerei und Performance, häufig im Kollektiv mit Künstlerkollegen. Die Ausstellung präsentiert einen retrospektiven Überblick über das jüngste Werk von Charlie Jeffery und beinhaltet Malerei, Objekte und Skulpturen. (Quelle)

Thea Djordjadze

20. Februar 2013

Thea_Djordjadze

Thea Djordjadze
Lingen (Ems) – Kunst-/Halle IV, Kaiserstr. 10a
Freitag, 22.02.2013 – 28.04.2013
Eröffnung Freitag, 22. Februar 2013 um 18.00 Uhr
Di – Fr 10 bis 17 Uhr
Sa u. So 11 bis 17 Uhr
Kostenlose Führung durch die Ausstellung an Sonntagen um 15.30 Uhr u.
am Do 7.3. und Do 4.4. um 18.30 Uhr

„Der Kunstverein Lingen freut sich sehr, das Ausstellungsprogramm 2013 mit einer Einzelpräsentation der international bekannten Künstlerin Thea Djordjadze [თეა ჯორჯაძე] zu eröffnen, deren Werk spätestens seit ihrer Teilnahme an der letztjährigen dOCUMENTA (13) einem breiten Publikum bekannt ist. Sie wurde 1971 in Tiflis geboren und absolvierte ihr Studium sowohl an der Kunstakademie in Tiflis als auch an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam und an der Kunstakademie in Düsseldorf, wo sie Meisterschülerin von Rosemarie Trockel war. Heute lebt Thea Djordjadze in Berlin. Sie präsentierte ihre Arbeit in Einzelausstellungen in den Institutionen The Common Guild, Glasgow (2011), westlondonprojects, London (2009-2010) und Kunstverein Nürnberg (2008) sowie in Gruppenausstellungen im Carré d’Art, Musée d’Art Contemporain, Nîmes (2011), Sculpture Centre, New York (2011), im Centre Georges Pompidou, Paris (2010) und der Biennale von Venedig (2003).

Die Ausstellung in der Kunsthalle Lingen entsteht in Kooperation mit der Kunsthalle Malmö und dem Museum für Moderne Kunst Luxemburg und stellt insofern die zweite Station auf einer längeren Ausstellungstournee mit aktuellen Werken von Thea Djordjadze dar. Die Präsentation wird von einem Katalog begleitet, der gemeinsam von allen beteiligten Institutionen herausgegeben wird.“

Charly Monecke +

4. Februar 2013

Charly_Monecke

Karl-Heinz „Charly“ Monecke ist am 1. Februar gestorben, nach langer Krankheit. 30 Jahre unterrichtete Monecke am Georgianum. Der Künstler zählte zu den Gründern des „Lingener Kunstkreises“, des Vorläufers des heutigen Kunstverein Lingen, der Charly Monecke vor 13 Jahren mit einer eigenen Ausstellung ehrte. Vor fünf Jahren sendete die Deutsche Welle dieses kurze Interview mit dem Verstorbenen:

„Sprecherin:
Auch Charly Monecke lebt schon seit mehreren Jahrzehnten in der Provinz. Eigentlich wollte er nach seinem Studium der Bildenden Kunst in die Großstadt gehen. Doch zunächst verschlug es ihn während seines Referendariats nach Papenburg, an die Grenze zwischen Emsland und Ostfriesland. Dort erlebte er Aberglauben und ländliche Sitten, die er nie für möglich gehalten hätte.

Charly Monecke:
„Ja, da ist der Hund begraben, aber das war sogar so, dass ich da so einige Sachen erlebt habe wie: Dann war ein Handschuh vor der Tür – irgendeiner hatte da einen fallen lassen – und dann: ‚Ja, oh, morgen stirbt einer, der Handschuh, der gehört ja jemandem‘ – das war die Frau im Hause, wo ich zur Miete wohnte. Solche Sachen konntest du da alles noch erleben.“

Sprecher:
Mit der Redensart da ist der Hund begraben will man sagen: Das ist eine öde, langweilige Gegend. Der Hund ist in redensartlichen Ausdrücken von zwiespältiger Bedeutung. Er ist ebenso sehr Bild des Elenden, Niederträchtigen wie auch Symbol der Treue und Wachsamkeit. Schatztruhen wurden in früheren Zeiten zwecks Abschreckung der Diebe mit dem Bild eines bissigen Hundes versehen – auch mit dem des Teufels, aber selbst diesem wurde gelegentlich die Gestalt eines Hundes verliehen. Mutige Schatzsucher wussten also, wenn sie auf den Hund stießen, waren sie der Beute nahe.

Musik: Element of Crime, Damals hinterm Mond

„Zu spielen gab es nie zu viel, und abends wusst‘ ich immer, wo du warst. Was haben wir gelacht. Damals, hinterm Mond“

Sprecherin:
Nach seiner Pensionierung als Kunsterzieher fing Charly Monecke wieder an zu malen. In seinem Atelier hängen viele Bilder in Rot- und Blautönen mit verschlüsselten Motiven. In seiner Heimatstadt Lingen wie in einigen Städten der Umgebung hatte er bereits Ausstellungen. Doch hat er die Erfahrung gemacht, dass es für einen Künstler, der in der Provinz lebt, nicht leicht ist, dort anerkannt zu werden.

Charly Monecke:
„Ich war eigentlich der erste, der hier im eigentlichen Sinne Kunst mit den Schülern machte und nicht bloß so das Übliche. Das waren sie vorher hier überhaupt nicht gewohnt, und das wirkte sich dann auch auf die Stadt aus. Der Augenarzt, ach, ’ne ganze Reihe von Leuten, die sich dann zu so ’nem Kunstkreis zusammenschlossen, dafür hab‘ ich das Emblem noch gemacht. Und das ist auch wieder typisch Land: Da spricht heute keiner von. Heute sind es andere, die sagen, durch uns ist überhaupt erst die Kunst hier nach Lingen gekommen, und du bist auf dem Abstellgleis. Das ist hier also einfach ganz schnell.“

Sprecher:
Wenn jemand auf dem Abstellgleis steht oder auf ein Abstellgleis geschoben wird, befindet er sich in einer Stellung ohne Aufstiegsmöglichkeit oder wird gar aus seinem Wirkungskreis verdrängt. Die Redensart leitet sich unschwer aus dem Eisenbahnverkehr her. Eine alte Lokomotive oder ein Waggon wird auf einem Nebengleis abgestellt.

Sprecherin:
Charly Monecke ist in der Provinz geblieben. Er hat hier längst Wurzeln geschlagen und beabsichtigt, in seinem neuen Atelier zu regelmäßigen Gesprächen über Kunst einzuladen.“

Antje Allroggen (für die Deutsche Welle)

Jacqueline Doyen

16. November 2012

Jacqueline Doyen
Eclipse

Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstr. 10 a
17. November 2012 bis 27. Januar 2013

Eröffnung am Freitag, 16.11. 2012, 19 Uhr
geöffnet: Di, Mi, Do, Fr 10 bis 17 Uhr
Am Do 06.12. und Do 03.01.13 bis 20 Uhr
Sa u. So 11 bis 17 Uhr,
kostenlose Führungen Sonntags 15.30 Uhr, und
am 06.12. und 03.01. 18.30 Uhr

Mo geschlossen