Amsterdam: Der Stadtrat hat in dieser Woche ein Werbeverbot für Fleisch, Wurstwaren und andere Klimaschädlichkeiten beschlossen. 

Ab dem Sommer gibt es an Straßen, Plätzen und Haltestellen des niederländischen Flaggschiffs keine Werbung für bestimmte Produkte wie Hamburger, Kreuzfahrten, Dieselautos oder Flugreisen mehr. Der Stadtrat hat mit einer ökologisch-linken Mehrheit für dieses Verbot gestimmt. Damit ist Amsterdam die erste Hauptstadt der Welt, die Werbung für Fleischprodukte verbietet. Für ExpertInnen: Obwohl der Regierungssitz im Nachbarland in Den Haag liegt, ist Amsterdam laut Verfassung die Hauptstadt der Niederlande.

Die ökologische Partei GroenLinks, die sich für das Verbot eingesetzt hat, freut sich über diesen „wichtigen Sieg für das Klima und die öffentliche Gesundheit“.  „Für Werbung großer Unternehmen, die die Klimakrise vorantreiben, ist in Amsterdam kein Platz mehr“, sagte die grüne Stadtabgeordnete Jenneke van Pijpen.  Schon 2020 hatte Amsterdam versucht, die sogenannte fossile Reklame zu verbieten, aber bisher hatte es nicht geklappt.

In den Niederlanden haben schon einige Städte ähnliche Verbote beschlossen. Haarlem war im Jahr 2024 weltweit die allererste Stadt, die Werbung für Fleisch verbot und sorgte damit für internationale Aufmerksamkeit.  Die britische Tageszeitung „The Guardian“ berichtete zum Beispiel darüber. Auch in Nijmegen und Utrecht gibt es ähnliche Verbote. Im vergangenen Jahr wies ein Gericht in Den Haag die Klage von Reiseveranstaltern gegen ein Reklameverbot ab.

Die Wirkung ist vor allem symbolisch: Werbung für klimaschädliche Produkte verschwindet von städtisch kontrollierten Außenflächen, aber im Fernsehen, Internet oder im Supermarkt werden Konsumenten weiterhin Werbung sehen.