Legal

20. April 2018

Die Axel Springer AG ist gestern mit ihrem Versuch gescheitert, die Browsererweiterung Adblock Plus verbieten zu lassen. Der Bundesgerichtshof hat am Donnerstag entschieden, dass das Whitelisting genannte Geschäftsmodell der Firma EYEO nicht wettbewerbswidrig ist.

Der Bundesgerichtshof (BGH) entschied heute im Rechtsstreit zwischen dem Axel-Springer-Verlag und EYEO, der Firma hinter der Browser-Erweiterung Adblock Plus. Dem BGH zufolge ist das Geschäftsmodell von EYEO nicht rechtswidrig, Adblock Plus darf also weiter am Markt bleiben.

Das Programm blockiert das Ausspielen von Werbung und lässt nur Anzeigen von Firmen zu, die dafür Geld bezahlen. Diese Praxis nennt sich Whitelisting. Die Anzeigen müssen zudem Kriterien für „akzeptable Werbung“ entsprechen, die von EYEO festgelegt werden. Mit dem Urteil wird die vorinstanzliche Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln aufgehoben. Nach dieser sind Adblocker zwar grundsätzlich erlaubt, das Geschäftsmodell Whitelisting aber nicht.

Wichtige grundsätzliche Fragen, wie etwa die nach der Verantwortung, die Verlage für Werbung auf ihren Webseiten tragen, spielten in den Verfahren keine Rolle. Weil die Medienhäuser kaum kontrollieren, was für Anzeigen auf ihren Seiten geschaltet werden, kommt es immer wieder zu Fällen, in denen betrügerische Werbung geschaltet wird oder Schadsoftware mit den Anzeigen geladen wird.

Ein paar grundsätzliche Erwägungen zum Einsatz von Adblockern hält der BGH aber doch fest. So etwa, dass Adblocker weder das Grundrecht auf Pressefreiheit bedrohen, noch die Bereitstellung kostenloser Inhalte im Internet verhindern. Gleichwohl sei es legitim, wenn Medienhäuser durch Adblocker-Detektoren Menschen ausschließen, die keine Werbung angezeigt bekommen wollen:

Der Klägerin ist auch mit Blick auf das Grundrecht der Pressefreiheit zumutbar, den vom Einsatz des Programms ausgehenden Beeinträchtigung zu begegnen, indem sie die ihr möglichen Abwehrmaßnahmen ergreift. Dazu gehört etwa das Aussperren von Nutzern, die nicht bereit sind, auf den Einsatz des Werbeblockers zu verzichten. Es liegt auch keine allgemeine Marktbehinderung vor, weil keine hinreichenden Anhaltspunkte dafür bestehen, dass das Geschäftsmodell der Bereitstellung kostenloser Inhalte im Internet zerstört wird.

Der Streitwert wurde  auf 2,5 Millionen Euro festgelegt.

Übrigens In Deutschland wird bei etwa jedem vierten Seitenabruf von einem Desktop-PC die Werbung blockiert. Das stört die Verlage, die mit Werbeeinblendungen Geld verdienen. Bundesregierung und Bundesländer prüfen auf Branchenwunsch deshalb ein gesetzliches Verbot von Ad-Blockern.

( Grafik: CC-BY 2.0 Joe The Goat Farmer; Text 

Spike Jonze

7. März 2018

Wenn sich der oscarprämierte Regisseur Spike Jonze auf Werbung einlässt, darf man gespannt sein und sich freuen. Meistens kommt ein Meisterwerk dabei heraus. So wie voriges Jahr sein grandioser Musikclip für Kenzo World, der allein bei den Cannes Lions mit zweimal Gold, zweimal Silber, dreimal Bronze und obendrein einem Titanium Lions prämiert wurde. Die Messlatte liegt hoch und Jonze hat offenbar nicht vor, drunter durch zu springen. Sein neuestes Werk: Ein nicht minder episches Video für Apple’s HomePod. Grandiose Werbung 2018.

HomePod. The new sound of home. Directed by Spike Jonze. Starring FKA twigs.
(Quelle)

werbefrei

25. Januar 2018

Endlich! hab ich mir gedacht, als ich heute diese Veröffentlichung bei urbanshit gelesen habe. In ihr geht es (nur vordergründig) um Grenoble. Die französische Stadt hat nämlich 2014 als erste europäische Stadt ein Verbot der Außenwerbung erlassen. Die Werbefreiheit führt zu einem überraschend deutlich wahrnehmbaren Unterschied zu anderen Städten (mit Werbung) – die Qualität des öffentlichen Raumes ist an keiner Stelle durch Werbung:

Man muss hierzulande schon mit geschlossenen Augen durch die Stadt gegen, um nicht zu sehen, dass große Teil belebter und gut frequentierter öffentlicher Räume in Großstädten mit Plakaten und Werbebotschaften zugepflastert sind.

Die Initiative Berlin Werbefrei plant nun gegen großformatige Werbung im öffentlichen Raum vorzugehen und möchte ein neues Gesetz zur Regulierung von Werbung in öffentlichen Einrichtungen und im öffentlichen Raum (AntiKommG) auf den Weg bringen.

„Wir stellen der stetigen Kommerzialisierung des öffentlichen Raumes eine neue Regelung zum Umgang mit Aussenwerbung entgegen. Mit unserem Gesetzentwurf sollen zukünftig Plakate für Kultur, Sport und Gemeinnütziges im Vordergrund stehen. Produktwerbung bleibt weiterhin an der „Stätte der Leistung“ erlaubt, zum Beispiel an Läden, Gaststätten und Betrieben.“

Der Vorschlag der Initiative Berlin Werbefrei ist es dabei nicht, Werbung im öffentlichen Raum in Gänze zu verbieten, sondern Billboards und Großplakate aus dem Stadtraum zu verbannen. Werbung von Geschäften und Gaststädten, sowie für Kultur- und Sportangebote sollen weiterhin erlaubt sein. Zudem soll nach Meinung der Initiative Werbung aus Universitäten und Schulen ganz verschwinden.

Sollte es am Ende zum Beschluss des Gesetzes kommen, würde sich Berlin optisch ziemlich sicher an vielen Stellen stark verändern. Der Hauptstadt – und anderen Großstädten – würde es ganz sicher gut tun. Andere Städte, wie Sao Paulo in Brasilien, haben bereits ähnliche Gesetze erlassen.

Der geplante Volksentscheid kann seit dem 16. Januar Tagen unterzeichnet werden. Die Unterschriftenliste gibt es auf der Website der Initiative zum Download. Hier bei uns könte man die öffentliche Werbung abbauen und die „Werbeflut“ eindämmen, über den der kritische Twitteraccount Lingen_Fehler oft (und berechtigt) klagt.

Kulturschock

2. November 2017

Diese Woche hat die Bundeswehr-Werbespot-Serie „Die Rekruten“ Gold in der Sparte „Content Hero“ des Werbewettbewerbs GWA Effie gewonnen. Die Bundeswehr will auf diese Weise junge Menschen für sich als Arbeitgeber begeistern. Dazu hat sich die Düsseldorfer Agentur Castenow Communications etwas einfallen lassen: Mit einer Youtube-Reality-Dokuserie werden die Streitkräfte zum Nummer-1-Trend bei der Videoplattform. In über 80 Folgen begleitet die Serie zwölf Soldatinnen und Soldaten bei ihrer Grundausbildung und zeichnet dabei ein authentisches Bild von der Bundeswehr, das es in dieser Form noch nicht gab. Naja, muss man inhaltlich nicht gut finden. Werblich ist die Serie aber …eingestandenermaßen…gelungen. Der Blogbetreiber wundert sich.

Denn der youtube-Kanal verzeichnet nach wenigen Wochen über 40 Millionen Views und 270.000 Abonnenten. 40 Prozent der Kernzielgruppe kennen die Serie und die Karriereseite der Bundeswehr erzielte 40 Prozent mehr Zugriffe.

#dontcallmom

8. August 2017

Man kann noch so viel Skandale machen wie der ADAC, die Werbung wird’s schon richten.

Gemüt III

22. Dezember 2016

Einen Commercial Clip fürs weihnachtliche Gemüt hätte ich da noch…

Gemüt II

16. Dezember 2016

Noch etwas für’s weihnachtliche Gemüt: Czego szukasz w Święta? | English for beginners
Hach, wie schön…

Gemüt I

15. Dezember 2016

Die Weihnachtszeit ist für große Unternehmen und ihre Werbeagenturen die kreative Hochsaison des Jahres. Auch 2016 überbieten sie sich gegenseitig mit emotionalen Weihnachtsfilmen. Also -auf besonderen Wunsch einzelner LeserInnen dieses kleinen Blogs- hier und in den nächsten Tagen etwas fürs weihnachtliche Gemüt. Hach, wie schön… 😉

 

60 Euro 66

27. September 2016

BVG-Werbung: „Uns ist ja vieles egal. Aber manche Dinge müssen einfach von langer Hand geplant werden, damit sie richtig gut funktionieren.“

EM/4

18. Juni 2016

Mit dem „EM-Streich“ nutzt die Supermarktkette Netto den aktuellen Fußballhype und holt sich dafür prominente Unterstützung ins Boot: Sky-Kommentator Wolff-Christoph Fuss. Für seine erste Folge des „EM-Streichs“ suchte sich die Kette seinen Markt an der Bargteheider Straße 30 in Hamburg-Rahlstedt aus. 1,5 Kilometer Kabel wurden verlegt und 18 Kameras aufgebaut. Schaut selbst.

Netto hilft der Film wohl dabei, seine Reichweite in den sozialen Netzwerken auszubauen. Nach nicht einmal 24 Stunden kam der „EM-Streich“ allein auf Facebook auf rund 350.000 Views. Im Laufe der EM soll die Clipreihe mit Sky-Mann Fuss mit mehreren Episoden fortgesetzt werden.