Nijmegen

5. Februar 2014

Nijmegen_wappenDas niederländische Nijmegen (Wappen lks) hat eine neue, besonders bemerkenswerte Qualität in der Auseinandersetzung mit der eigenen Bürgerschaft erreicht. Wird man dort nämlich as Einwohner des Sozialleistungsbetrugs verdächtigt, installiert die Kommune eine eigene Überwachungskamera, die die Wohnungstür des Verdächtigen im Blick behält. Damit die städtischen Betrugserkennungspolizei die Verdächtigen besser im Auge behalten kann! Dies hat, wie diese  Dokumente belegen, der Stadtrat der 160.000-Einwohner-Stadt  in der Provinz Gelderland nahe des deutschen Niederrheins beschlossen und das auch noch mit dem Segen des Datenschutzbeauftragten.

Das ist wirklich neu: Wenn man meint, alle verfassungswidrigen Beklopptheiten der Verwaltungsbürokraten zu kennen, kommt der nächste Scheiß.
[Quelle]

Deutsch

21. November 2013

Mit Beginn des kommenden Jahres verschwindet Deutsch als verpflichtetes Unterrichtsfach komplett aus dem Lehrplan des berufsbildenden Sekundarunterrichts (MBO) in den Niederlanden. Hiergegen setzten sich jetzt viele Bürgermeister aus der Grenzregion zur Wehr. Mit einem gemeinsamen Brief an die niederländische Bildungsministerin wollen sie die Regierung in Den Haag davon überzeugen, dass in den Berufsschulen in der Grenzregion sogar mehr Deutschunterricht als bisher stattfinden sollte. Die Regierungspläne sehen seit 2012 jedoch vor, dass Englisch und Mathematik als Pflichtfächer in Zukunft eine größere Bedeutung haben sollen; was oftmals zur Folge hat, dass die Schülerinnen und Schüler wenig motiviert sind, mit Deutsch eine zweite Fremdsprache zu belegen.

Bildschirmfoto 2013-11-21 um 22.22.22Amtskollegen aus zehn anderen Grenzgemeinden hat Nimwegens Bürgermeister Hubert Bruls schon mit ins Boot holen können. Gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen schreibt der Initiator jetzt an einem Protestbrief an die niederländische Bildungsministerin Jet Bussemaker, der in der kommenden Woche verschickt werden soll. Bis dahin hofft Hubert Bruls von Maastricht bis Groningen noch weitere Kollegen aus dem Grenzgebiet mit für seine Sache gewinnen zu können. Konkret befürchten die niederländischen Bürgermeister eine Marginalisierung des Deutschen im Berufsschulunterricht und bringen dabei dieselben Argumente vor, die 2011 schon eine vom niederländischen Bildungsministerium in Auftrag gegebene Studie anbrachte: Die Studie sprach von einem „besorgniserregenden Zustand“ des Schulfaches an niederländischen Bildungseinrichtungen (NiederlandeNet berichtete). Dabei bestätigten die Ergebnisse auch die seit Jahren geäußerte Meinung vieler leitender Verwaltungsangestellter, von Bildungsinstitutionen sowie Unternehmen, dass es nicht passe, dass die Kenntnis der deutschen Sprache in den Niederlanden als einem Land, welches stark von Deutschland abhängig ist, seit Jahren auf einem schlechten Niveau ist.

Nimwegens Bürgermeister Bruls ist der Ansicht, dass das Fach in den Berufsschulen der Grenzregion nicht abgeschafft werden dürfe. Grund dafür ist, dass man entlang der Grenze einfach nicht ohne die Sprache des direkten Nachbarlandes auskommen könne. Die schwindende Aufmerksamkeit für die deutsche Sprache bezeichnet er als eine „dramatische“ Entwicklung und verweist auf das enorme wirtschaftliche Potential des deutschen Hinterlandes für die niederländischen Grenzregionen. Die Niederlande erzielen gut 30 Prozent ihres Einkommens durch die deutschen Nachbarn. „Berufsschulen sind die größten Bezugsquellen von Fachkräften. Wenn die Jungen und Mädchen in Zukunft kein Deutsch mehr sprechen und schreiben können, dann ist das eine sehr schlechte Entwicklung.“ Venlos Beigeordneter Stephan Satijn spricht ebenfalls von einer besorgniserregenden Entwicklung und verlangt Besserung: „Daher fordern wir in diesem Brief für das Fachpersonal in den nach Deutschland orientierten Wirtschaftsbereichen bessere Deutschkenntnisse – insbesondere bei den vielen dieser Firmen, die im Osten der Niederlande angesiedelt sind.“

Neben den Bürgermeistern sind auch die Regionalen Berufsbildungszentren (ROCs) in der Provinz Gelderland der Meinung, dass das Fach Deutsch in der Grenzregion zu den Standardfächern gehören muss. Gemeinsam mit dem Goetheinstitut und den Fachhochschulen Arnheim und Nimwegen haben sie deshalb auch bereits einen „alternativen Lehrplan“ mit freiwilligen Lehrangeboten entwickelt. Wie die Regionalzeitung de Gelderlander berichtete, bietet das ROC Graafschap College in Doetinchem ab dem Schuljahr 2015/2016 allen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit, Deutsch als Wahlfach zu belegen. Da Deutsch momentan lediglich bei Ausbildungsberufen in den Sektoren Wirtschaft und Dienstleistung als fester Unterrichtsbaustein vorhanden ist, würde die Neuregelung eine beträchtliche Ausbreitung des Angebots bedeuten.

(Quelle: niederlande.net)

Grenzpendler

28. Juni 2013

Bildschirmfoto 2013-06-22 um 00.26.51Am vorvergangenen Mittwoch wurde vom Benelux-Generalsekretariat ein neues Onlineportal für Grenzpendler in Belgien, den Niederlanden und Nordrhein-Westfalen (NRW) online gestellt. Die Präsentation fand im Rahmen der Eröffnung eines neuen Europe Direct-Informationszentrums im niederländischen Nimwegen statt.

Das Portal, welches unter der Internetadresse www.grenzpendler-info.de erreichbar ist, bietet Grenzpendlern einen zentralen Einstieg in die vorhandenen Informationen verschiedener Instanzen der drei beteiligten Länder und stellt nützliche Links zu Partnerwebsites bereit. Es bietet Antworten auf Fragen zur unterschiedlichen Gesetzgebung in den drei Ländern und darüber, was man beachten muss, wenn man in einem der Länder arbeitet und einem anderen wohnt. „Das Portal ist eine wirkliche Hilfe im Alltag. Es bietet schnelle und aktuelle Informationen, etwa zu Fragen der Renten- und Arbeitslosenversicherung im Nachbarland, oder wenn es um die Anerkennung von Berufsabschlüssen geht“, so NRW-Arbeitsminister Guntram Schneider. Der Minister beschrieb die Website als einen weiteren „Baustein zum gemeinsamen, grenzenlosen Europa“.

Als Benutzer des neuen Portals wählt man zuerst das Land, in dem man wohnt und anschließend das Land, in dem man arbeitet. Im nächsten Schritt kann man aus verschiedenen Rubriken wie etwa Arbeitsrecht, Steuern, Krankheit, Rente oder Sozialversicherung wählen und bekommt anschließend die hinterlegten Informationen oder Verweise zu anderen Websites in verschiedenen Sprachen angezeigt. Benelux-Generalsekretär Jan van Laarhoven zeigte sich am Mittwoch davon „überzeugt, dass wir durch das Einstellen von guten digitalen Informationen für Grenzarbeiter direkt an der Stimulierung von grenzüberschreitender Arbeitsmobilität beitragen“.

Entwickelt und in Auftrag gegeben wurde die neue Website, welche die Informationen zweier bisheriger Seiten für Belgien-Niederlande und NRW-Niederlande zu einem kombinierten Portal vereint, von der belgischen Gesundheits- und Sozialministerin Laurette Onkelinx , dem nordrhein-westfälischen Arbeits-, Integrations- und Sozialminister Guntram Schneider sowie dem niederländischen Sozial- und Arbeitsminister Lodewijk Asscher. Gepflegt werden wird das Portal zukünftig durch das Benelux-Generalsekretariat in Brüssel. Für die nahe Zukunft ist auch die Integration von Informationen über Luxemburg in das Portal geplant. Ebenfalls noch nicht komplett sind die hinterlegten Informationen für Grenzpendler zwischen Belgien und Deutschland zu sein.

Weitere Informationen für Grenzpendler erhält man auch in den NiederlandeNet-Hintergrunddossiers zu Rechtsfragen zum Thema Arbeiten in den Niederlanden, zu Grenzüberschreitenden Beziehungen zwischen NRW und Benelux sowie zur Benelux aus niederländischer Perspektive.

(gefunden bei NiederlandeNet)