Neues in Sachen Brennelementefabrik
30. Juni 2025
Am 1. Juli 2025 um 19 Uhr lädt das Bündnis AgiEL gemeinsam mit .ausgestrahlt und SofA Münster zu einem Vortrags- und Informationsabend in das Lingener Calvinhaus, Wilhelmstr. 42 ein:
Es geht an dem Abend um den russischen Atomkonzern Rosatom, um geopolitische Strategien des Kremls und darum, was die Stadt Lingen mit all dem zu tun hat. Im Mittelpunkt steht die geplante Zusammenarbeit der Brennelementfabrik Lingen mit dem russischen Atomkonzern Rosatom. Einen entsprechenden Antrag hatte die Betreiberfirma ANF/Framatome bei der niedersächsischen Atomaufsicht eingereicht.
Gegen diese Pläne hatten bereits Anfang 2024 rund 11.000 Menschen im Rahmen eines vom niedersächsischen Umweltministeriums angeordneten öffentlichen Beteiligungsverfahrens Einwendungen vorgebracht. Im November 2024 wurden diese Einwendungen in einem dreitägigen Anhörungstermin in den Emslandhallen erörtert. Eine Entscheidung der Atomaufsicht über den Antrag für das Joint-Venture zwischen ANF/Framatome und Rosatom steht noch aus.
„Wer sich eine Meinung bilden möchte, muss die Fakten kennen“, so Alexander Vent vom Lingener Bündnis AgiEL. „Die Fakten sind in diesem Fall aber äußerst komplex und vielschichtig. Deshalb laden wir die Öffentlichkeit zu einem Informationsabend mit Fachexperten ein.“
Fachkundige Referenten an dem Abend sind Vladimir Slivyak und Bettina Ackermann.Slivyak wuchs im russischen Kaliningrad auf und ist Mitbegründer der Umweltorganisation „Ecodefense“, die sich seit 1989 für eine saubere und gesunde Umwelt ohne fossile Energieträger und Atomkraft einsetzt. Nach ersten erfolgreichen Projekten der Umweltorganisation in Russland wurde diese 2014 beim russischen Justizministerium als „Organisation in der Funktion eines ausländischen Agenten“ registriert, was empfindliche Geldstrafen nach sich zog und die Arbeit von Ecodefense deutlich erschwerte.
Der jetzt im deutschen Exil lebende Aktivist erhielt 2021 den renommierten „Right Livelihood Award“, auch bekannt als „Alternativer Nobelpreis“. 2022 empfing die Stadt Lingen ihn für einen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt. Im Frühjahr 2025 erklärte der Kreml auch Slivyak selbst zum „Auslandsagenten“.
Durch seine langjährige Auseinandersetzung mit der russischen Staatsführung und mit dem staatlichen Atomkonzern Rosatom ist Vladimir Slivyak international anerkannter Experte für die geopolitische Strategie des Kremls. Er berichtet über die Verflechtungen von Rosatom mit der europäischen Wirtschaft und Politik, sowie über die möglichen Gefahren, die von einer Beteiligung Russlands an der Lingener Brennelementfabrik ausgehen. Bettina Ackermann von der Antiatom-NGO .ausgestrahlt ergänzt den Abend. Diskussion und Austausch sind erwünscht. Der Eintritt ist frei.
-> Am Mittochmorgen (2.7.2025, 7.30 Uhr) findet vor dem Werkstor der Brennelementfabrik, Am Seitenkanal 1 in Lingen, ein Protestfrühstück statt. „Wer schweigt, stimmt zu“, so Margret Greving vom Bündnis AgiEL. „Wer bei den Atomplänen in Lingen ein schlechtes Gefühl hat, ist herzlich zum Frühstück bei Framatome eingeladen.“
-> Am 15.7.2025 strahlt schließlich der TV-Sender Arte „Die Nuklearfalle: Putins Deals mit dem Westen“ aus. Lingen spielt in dem 90-min-Film eine bedeutende Rolle…