RB Lingen

22. November 2016

Gestern Abend wurde im Kolpinghaus an der Lingener Burgstraße ein neues Kapitel des Fußballs in der größten Stadt an Ems und Vechte eröffnet. 15 Fußballenthusiasten gründeten mit „Rasenballsport Lingen“ (kurz: „RB Lingen“) den Nachfolgeverein des in Insolvenz befindlichen TuS Lingen 1910 eV.  Der Vorschlag zu dem nicht gewöhnlichen Namen kam vom langjährigen TuS-Vorsitzenden Heinrich Essmann, und nach kurzer Debatte wurde seine Empfehlung einstimmig angenommen. Keine Frage: Der Name RB wird Aufmerksamkeit hervorrufen, kontrovers diskutiert werden und zu manch neidischer Aufregung führen.

Das Fußball-Internetportal KEI berichtete noch gestern exklusiv über die Gründungsversammlung:

„Die Tage des TuS Lingen, das teilte der Vorstand bereits in der letzten Woche mit (KEI berichtete), sind gezählt! Doch die Verantwortlichen verständigten sich auf die Gründung eines neuen Vereins, der nicht nur an die lange Tradition anknüpfen, sondern auch die Spielrechte des TuS Lingen übernehmen soll.

rblingenDer Name dürfte dabei für viele Fans eine echte Überraschung sein. Anders als bisher angenommen, wird der neue Club nicht „FC Lingen“ heißen, sondern trägt den Namen „RB Lingen“! „Ein Vorschlag auf Initiative unseres Ehrenvorsitzenden und Hauptsponsors“, verriet Marcel Eilermann. Der aktuelle Vorsitzende des TuS Lingen wurde zusammen mit Michaela Bauer (2. Vorsitzende), Yvonne Fieker-Hinzkowski (Kassenwartin und Jugendwartin), Steffi Gerdelmann (Schriftührerin) sowie Markus Meer (Sportlicher Leiter Senioren) durch die Gründungsversammlung in einer, wie es heißt, sehr harmonischen Abstimmung gewählt. Zuvor hatte es zur Aussprache und Beschlussfassung über die Vereinssatzung ebenfalls ausschließlich Ja-Stimmen gegeben.

Ob „RB Lingen“ auch weiterhin seine derzeitigen Spielrechte wahrnehmen darf, liegt nun in den Händen der Zulassungskommission des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV). „Es wartet viel Arbeit auf uns, aber wir freuen uns auf die Aufgabe und die Herausforderungen. Mit dem NFV und den Vertretern im Emsland sind wir in intensiven Gesprächen und optimistisch“, teilte Eilermann mit. „RB Lingen ist ein Club für ganz Lingen“, zitierte der neue Vorsitzende die neue Präambel gegenüber KEI. Als Mitgründer unterzeichnete auch der frühere TuS Vorsitzende und langjährige Ehrenvorsitzende Heinrich Essmann am Montagabend die Gründungsurkunde des neuen Clubs im Lingener Kolpinghaus (Foto).

Lingens Vorstand machte deutlich, dass der neue Verein, der wie sein Vorgänger in Rot-Gelb auflaufen werde, unbelastet in die Zukunft gehe und auch die viele Sponsoren erhalten blieben. Neu ist hingegen ein ständiger Beirat, der den RB-Vorstand in seiner Arbeit zu beraten und zu unterstützen, aber auch, z.B. in der Kassenführung, kontrollieren soll. „Wir müssen auch Vertrauen aufbauen“, so Eilermann.

Auf Unverständnis stieß eine Ankündigung der Lingener Stadtverwaltung, die die Nutzung des Emslandstadions in Frage stelle. „Wir hoffen sehr“, so Eilermann abschließend, „dass wir auch weiterhin im Emslandstadion zuhause sind“.“

(Fotomontage): mit Dank an © KEI-Fußball; kleines Foto CC BY 2.0 DE RB Lingen: Heinrich Essmann unterzeichnet die RB-Gründungssatzung;)

9 Antworten to “RB Lingen”

  1. […] Ernst? In Lingen soll sich ein Fußballklub gegründet und bei der Namenswahl für Rasenballsport entschieden haben. Der neue Klub soll die Nachfolge des insolventen TuS […]

  2. Lutz G. said

    Hoffen die dass jetzt Red Bull als Hauptsponsor anklopft?

  3. […] da das Emslandstadion als Heimspielstadion des TuS wohl der Stadt Lingen gehört. Aber klar ist, dass RB Lingen in der Tradition des TuS Lingen in Rot-Gelb auflaufen wird. So wird vielleicht doch noch alles gut beim Club, mit dem Ernst Middendorp, Michael Rensing, […]

  4. Realist said

    Red Bull Leipzig hat jetzt Nachwuchs …

    http://www.bild.de/sport/fussball/rb-leipzig/rb-leipzig-hat-jetzt-nachwuchs-48879728.bild.html

    Ich denke der Name passt ausgezeichnet, insbesondere aufgrund der „Beliebtheit“ des Vereins im Emsland sind eindeutig Parallelen zum großen Bruder erkennbar.

    • Realist said

      „Völlig überschätzt“

      „RB-Lingen-Gründer haben sich bei Namenswahl verkalkuliert“

      „Die Ankündigung des aktuellen TuS-Vorsitzenden […], dass RB Lingen »ein Klub für ganz Lingen« sein soll, dürfte allein mit dieser Entscheidung ad absurdum geführt werden.“

      Quelle: http://www.fupa.net/berichte/voellig-ueberschaetzt-600497.html

      Eigentlich kann man nur noch hoffen, dass es sich um einen Marketing-Gag handelt … ansonsten wird hoffentlich als nächster Schritt „Lingen“ aus dem Vereinsnamen entfernt.

      Wie wäre es mit RB Reuschberge?

      • Bernhard W. said

        ein Schelm welcher Böses dabei denkt. Es würde nicht wundern, wenn das Trikot den Namen „RadeBerger“ schmückt, ganz im Sinne vom Hauptsponsor H.E. Leipzig lässt grüßen. Ein Club für ganz Lingen…. alle Sympathien schon verspielt. Ein No-Go

  5. Christian said

    Ich frage mich, ob die Initiatoren auf der Jagd nach billiger Publicity auch nur einen Moment an die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen gedacht haben, die diesen „Verein“ zukünftig ausmachen sollen. Es dürfte schwer werden, diese davon zu überzeugen, künftig für den „RB Lingen“ aufzulaufen und sich mit ihm zu identifizieren. Eine Totgeburt, die statt „neidischer Aufregung“ Entsetzen und Fremdschämen hervorruft.

  6. Andreas Sudowe said

    Ja, warum nicht „FC Lingen“? Weil die Stadt dieses untersagt hat mit der Begründung, „dieser Name sei für einen höherklassigen Fußballverein in Lingen reserviert“. Das wurde im obigen Blog leider nicht erwähnt!? Höherklassig? Hä? Da spielt der TUS in der 5. Liga sicher mit, ein Sponsor hält seine Zusage nicht ein und die Stadt Lingen lässt den Verein vor die Hunde gehen. Auf was Warten die Verantwortlichen eigentlich? Ach ja, bald fällt ein russischer Milliardär vom Himmel, kauft den SV Meppen und sponsert dann den neuen FC Meppen-Lingen. Aber ja, das hatten wir doch schonmal, als sich die Stadt bei einem zweitklassigen Handballverein eingekauft hat …….. Nordhorn …… das war für mich als echten Lingener und TUS-Fan (wenn auch schon lange in Wien lebend) das wahre No Go; und wenn ihr es wissen wollt, ihr wichtigen Leute im Rathaus: hier in Österreich kennt niemand Lingen und erst recht nicht die HSG Nordhorn-Lingen, aber RB Lingen ist hier in Österreich schon in allen großen Zeitungen gestanden. Ihr werdet schon sehen, RB wird seinen Weg machen ohne die Altlasten und wer braucht schon die Ignoranten der Stadt? Wenn die ihr Stadion lieber leerstehen lassen, es wird sich schon was anderes finden. Auf geht´s RB, meine Sympathie habt ihr.
    P.S. Mein Namensvorschlag wäre übrigens gewesen: JERIDIR Lingen (JetzterstrechtihrDeppenimRathaus Lingen)

  7. Tiger,T said

    8 Kommentare zur Frage, wie es im Lingener Fußball nach dem ExiTus weitergeht, haben mich insgesamt doch enttäuscht! Es brodelt in mir:
    Kein Ende der Zersplitterung in Stadtteil- und Dorfvereine in Sicht? Armes Lingen: 2000 gehen regelmäßig zum staatlich geförderten Handball…,

    Und in Meppen? Da kann der SV die Meisterschaft fast schon eintüten bei der fußlahmen Konkurrenz in der Regionalliga-Nord. Zum Glück gibt es ja noch eine Aufstiegsrunde für die 3. Liga. Da kann man richtig Pech haben als Meister der 4.Liga…

    Aber zurück nach Lingen:
    Ein Lichtblick war der Beitrag von Herrn Sudowe aus Wien. Er sollte allen die Augen öffnen, dass RB in ganz Europa die Zukunft gehört.
    Daher brauchen Fußballfachleuten wie die Herren Essmann, Krämer, Deppe und Co. eine faire Chance.

    Die haben doch schon bewiesen, dass sie es können!

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