Im Rathaus und in der Presse erntet die jüngste Idee der Lingener Wirtschaft + Tourismus GmbH (LWT) bereits vollumfängliche Lobhudeleien. Der Plan des LWT das diesjährige sog. „Public Viewing“ ins das Lingener Emslandstadion zu legen, sei „eine gute Idee“ kommentiert die Lingener Tagespost. Und LWT-Geschäftsführerin Gesche Hagemeier spricht in der LT von „optimalen Voraussetzungen“, die das Stadion böte. Doch ist das wirklich so oder überwiegen nicht zahlreiche Risiken?

Unbestritten ist, dass ein Public Viewing auf dem Markt neben den finanziellen Aufwendungen auch Probleme verursacht. Die ansässigen Gastronomen und der Wochenmarkt würden eingeschränkt und auch ständiger Auf- und Abbau steigern die Kosten. Dass sich der vom LWT vor zwei Jahren ins Auge gefasste Emsauenpark ebenfalls wenig eignet, erkannte man spät, als niemand die Veranstaltung organisieren wollte, war aber einsichtig. 3.000 Besucher hinterlassen nunmal „Spuren“, brauchen Parkplätze und eine solide Infrastruktur. Es ist also richtig, einen Alternative zu finden. Doch das Emslandstadion ist es kaum! Bei der Idee, fürchte ich, macht man es sich zu leicht.

Weil der LWT nicht das Risiko eines Veranstalters übernehmen will, sucht er nämlich einen Interessenten, den man mit 5000,00 EUR und mit „Hilfe bei der Werbung“ (!?) bezuschussen möchte. Da muss man kein Event-Experte sein, um die großen wirtschaftlichen Risiken einer Ausrichtung im Emslandstadion zu rkennen. Auch dort benötigt jeder Veranstalter ein ausgesprochen teures Sicherheitskonzept, die Vorrundenspiele der deutschen Mannschaft liegen – zumindest für feierwillige Fans – terminlich eher ungünstig (Sonntag, Samstag, Mittwoch) und ob es sechs Monate vor der WM möglich sein wird, noch eine adäquate Videowand zu organisieren, ist völlig offen. Dazu kommen das unbeständige emsländische Opden-Air-Wetter, Personalkosten sowie eine zu lösende Toilettensituation. Und als Bonbon wird der Rasen im Emslandstadion auf zentralen Teilen auszubessern sein, denn dort steht über Wochen eine Leinwand. 5000,00 EUR werden für neuen Rollrasen kaum reichen.

Doch gibt es überhaupt eine Alternative? Ich denke ja und zwar derer sogar zwei!

Erstens:
Die Emslandhallen. Sie fallen für den LWT raus, denn „die Technik in den Emslandhallen“ , so Geschäftsführerin Hagemeier, sei „nicht mehr auf dem neuesten Stand“. Das stimmt. Der „Beamer“ der Veranstaltungshalle ist nicht HD fähig und damit nicht „hochauflösend“. Besucher, die zuhause sicherlich ein besseres Bild haben, monierten dies – zu recht – schon 2016 (Foto © Emslandhallen). Es bräuchte also neues Hochleistungs-Equipment mit einer ausreichenden Lichtleistung. Das ist allerdings eine Anschaffung, die die Stadt ohnehin auf Sicht tätigen müsste. WCs, Sicherheitskonzept, Tribünen, Bewirtungsbereiche und „Wetterunabhängigkeit“ sind darüber hinaus vorhanden. Die Emslandhallen sind erprobt (Foto) und haben sich bewährt. Es werden alle Zusatzkosten gespart, die den Standort Emslandstadion so belasten. Allerdings war das Bier schlichtweg viel zu teuer; da half und hilft auch keine „Happy Hour“ vor dem Spiel.

Zweitens:
Auch die Parkfläche „Am Wall Süd“, wo jahrelang die Hochschule ihre Gebäude unterhielt, bietet Platz und Stadtnähe. Vor über einigen Jahren Jahren riss die Stadt kurzerhand das ehemalige Gebäude der Hochschule „Am Wall Süd“ ab. Es entstand ein Parkplatz mit 170 Stellplätzen auf einer Fläche von mehr als 8000 qm. Sicherlich könnte man dort leicht dort – ggf nach dem Vorbild der Meppener Schülerwiese – eine Public Viewing Fläche errichten, die allen Ansprüchen genügt. Parkplätze befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft und das Areal „Am Wall Süd“ ist in unmittelbarer Nähe zur Kneipenmeile der Innenstadt. Die Kosten für das Sicherheitskonzept, Toilettenwagen sind mit dem Stadion vergleichbar. Lediglich die Wettergarantie und „die“ Tribüne fehlen, aber dass es die nicht braucht, zeigen uns ja die Meppener auf ihrer Schülerwiese..…

[Ein Beitrag von Jonas Johannsen für RobertsBlog]

RB Lingen

22. November 2016

Gestern Abend wurde im Kolpinghaus an der Lingener Burgstraße ein neues Kapitel des Fußballs in der größten Stadt an Ems und Vechte eröffnet. 15 Fußballenthusiasten gründeten mit „Rasenballsport Lingen“ (kurz: „RB Lingen“) den Nachfolgeverein des in Insolvenz befindlichen TuS Lingen 1910 eV.  Der Vorschlag zu dem nicht gewöhnlichen Namen kam vom langjährigen TuS-Vorsitzenden Heinrich Essmann, und nach kurzer Debatte wurde seine Empfehlung einstimmig angenommen. Keine Frage: Der Name RB wird Aufmerksamkeit hervorrufen, kontrovers diskutiert werden und zu manch neidischer Aufregung führen.

Das Fußball-Internetportal KEI berichtete noch gestern exklusiv über die Gründungsversammlung:

„Die Tage des TuS Lingen, das teilte der Vorstand bereits in der letzten Woche mit (KEI berichtete), sind gezählt! Doch die Verantwortlichen verständigten sich auf die Gründung eines neuen Vereins, der nicht nur an die lange Tradition anknüpfen, sondern auch die Spielrechte des TuS Lingen übernehmen soll.

rblingenDer Name dürfte dabei für viele Fans eine echte Überraschung sein. Anders als bisher angenommen, wird der neue Club nicht „FC Lingen“ heißen, sondern trägt den Namen „RB Lingen“! „Ein Vorschlag auf Initiative unseres Ehrenvorsitzenden und Hauptsponsors“, verriet Marcel Eilermann. Der aktuelle Vorsitzende des TuS Lingen wurde zusammen mit Michaela Bauer (2. Vorsitzende), Yvonne Fieker-Hinzkowski (Kassenwartin und Jugendwartin), Steffi Gerdelmann (Schriftührerin) sowie Markus Meer (Sportlicher Leiter Senioren) durch die Gründungsversammlung in einer, wie es heißt, sehr harmonischen Abstimmung gewählt. Zuvor hatte es zur Aussprache und Beschlussfassung über die Vereinssatzung ebenfalls ausschließlich Ja-Stimmen gegeben.

Ob „RB Lingen“ auch weiterhin seine derzeitigen Spielrechte wahrnehmen darf, liegt nun in den Händen der Zulassungskommission des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV). „Es wartet viel Arbeit auf uns, aber wir freuen uns auf die Aufgabe und die Herausforderungen. Mit dem NFV und den Vertretern im Emsland sind wir in intensiven Gesprächen und optimistisch“, teilte Eilermann mit. „RB Lingen ist ein Club für ganz Lingen“, zitierte der neue Vorsitzende die neue Präambel gegenüber KEI. Als Mitgründer unterzeichnete auch der frühere TuS Vorsitzende und langjährige Ehrenvorsitzende Heinrich Essmann am Montagabend die Gründungsurkunde des neuen Clubs im Lingener Kolpinghaus (Foto).

Lingens Vorstand machte deutlich, dass der neue Verein, der wie sein Vorgänger in Rot-Gelb auflaufen werde, unbelastet in die Zukunft gehe und auch die viele Sponsoren erhalten blieben. Neu ist hingegen ein ständiger Beirat, der den RB-Vorstand in seiner Arbeit zu beraten und zu unterstützen, aber auch, z.B. in der Kassenführung, kontrollieren soll. „Wir müssen auch Vertrauen aufbauen“, so Eilermann.

Auf Unverständnis stieß eine Ankündigung der Lingener Stadtverwaltung, die die Nutzung des Emslandstadions in Frage stelle. „Wir hoffen sehr“, so Eilermann abschließend, „dass wir auch weiterhin im Emslandstadion zuhause sind“.“

(Fotomontage): mit Dank an © KEI-Fußball; kleines Foto CC BY 2.0 DE RB Lingen: Heinrich Essmann unterzeichnet die RB-Gründungssatzung;)

FSL ’15/32.

13. Juli 2015

Bildschirmfoto 2015-07-12 um 15.32.07Heute startet im Lingener Emslandstadion die jährliche Fußball-Stadtmeisterschaft (Fachkürzel: FSL). Die Zuschauer sehen in diesem Jahr die 32. Auflage der FSL (Hashtag: #FSL15). Traditionell wird der Cup reihum von einem der acht 11 teilnehmenden Lingener Fußballvereine ausgerichtet. In diesem Jahr ist TuS Lingen verantwortlich, dessen Erste gerade in die Oberliga aufgestiegen und deshalb Favorit ist. Der Ausrichter darf einen Gastverein aus dem Umland als 12. Team einladen; deshalb ist der SV Wietmarschen dabei.

Noch eine Besonderheit: Im Rahmen der FSL’15 wird am Dienstag der neue (und bisher einzige) Kunstrasenplatz in Lingen eingeweiht und zwar um 17 Uhr „an den Fischteichen“, wie der verstorbene FSL-Nestor Alois Kemmer den Bereich des Emslandstadions immer nannte, weil dort jahrzehntelang Fischteiche betrieben wurden. Das erste Spiel auf dem neuen Platz bestreiten anschließend Kemmers Verein Olympia Laxten gegen den TuS Lingen.

Gespielt wird die Vorrunde heute und morgen ab 18 Uhr. Das Endspiel wird am kommenden Sonntag ausgetragen. Die Eintrittspreise:

Tageskarte:                    3,00 €
Tageskarte ermäßigt:      2,00 €

Turnierkarte:                10,00 €
Turnierkarte ermäßigt:    8,00 €

Frauen und Kinder bis 14 Jahren zahlen keinen Eintritt.

Nicht nur ich wünsche mir fairen, spannenden Fußball. Hier die Spieltabelle der Vorrunde [Zur Webseite und zum Endrundenspielplan der „FSL’15“ bitte auf die Grafik klicken].

Bildschirmfoto 2015-07-12 um 13.38.03

U10

16. Mai 2012

Man kann ja trotz des gestrigen Bengalo-Radau-Abends in Düsseldorf auch mal zum Fußball gehen: Morgen, am Himmelsfahrtstag führt der TuS Lingen im Emslandstadion sein 2. U10-Bundesliganachwuchs-Turnier durch. U 10 ist die E-Jugend. 8 Fußballmannschaften nehmen in diesem Jahr teil. Neben dem Gastgeber starten die Kreisauswahl Emsland-Süd und Fortuna Düsseldorf, VfL Bochum, SuS Kaiserau, BFC Dynamo Berlin, Bayer 05 Uerdingen und ETB SW Essen. Es spielt „jeder gegen jeden“. Anstoß ist um 11 Uhr. Das 28. und letzte Spiel beginnt um 15:50 Uhr, so dass die Siegerehrung gegen 16:50 Uhr stattfinden dürfte.

Hier geht es zum Spielplan. Eintritt frei. Fürs leibliche Wohl ist gesorgt.

ps Früher gab es mal ein Jugendturnier am Himmelsfahrtstag, das Voran Brögbern prima organisierte. Fällt das 2012 aus?

Aufn Platz

22. April 2012

Bisweilen habe nicht nur ich den Eindruck, dass im Emsland die Fußballweisheit „Entscheidend is aufn Platz“ geändert wird in „Entscheidend is inne Zeitung“. Sie kennen diese Schlagzeilen zur genüge: „SV Meppen wirklich gut – aber unglücklich 0:5 verloren.“ Auch wenn der stellvertretende Ball-Obmann in Meppen an Husten erkrankt, berichten alle Emslandausgaben der Neuen Osnabrück Zeitung täglich darüber, als wäre der Bundespräsident auf dem Weg zum Emir beim Herumschreien mitgeschnitten worden.

Nun gut: Unser Lingen will voran. Fußballerisch. Die Verwaltung ist aktiv. Weniger aus sportlichen Gründen, denke ich mir, als aus finanziellen. Denn sollte der Nordstadtverein SV Holthausen-Biene (dessen, lt. Wikipedia offizielle  Internetseite nicht fluppt  @-( ) in die Fußball-Regionalliga aufsteigen, würde sich sofort die Sportplatz-,…pardon natürlich Stadionfrage stellen.  Zwar werben die Biener mit ihrer Austragungsstätte, die im Naturschutzgebiet liege und deshalb eine der schönsten in der Liga ist, aber so wirklich prall ist der Platz  für den populären Ballsport nicht. Aktuell weniger des Naturschutzes wegen als vielmehr aus Sicherheitsgründen. Die DFB-Fußballoberen verlangen nämlich einiges, um Raufhändel und Randale zu minimieren. Das scheitert am Biener Busch schon wegen der fehlenden zweiten Zufahrt.

Jetzt also sprechen drei Lingener Fußballvereine über eine gemeinsame Zukunft. Das Gespräch moderiert Ralf Büring, erster Stadtrat. Der dritte, der in der Lokalzeitung namentlich nicht genannt werden wollte, ist offenbar der VfB Lingen, dessen Einzugsgebiet – zwischen Brögbern, Laxten und Altenlingen gelegen – die Damaschkaner keine große Zukunft für sich sehen lässt. Daneben sind SV Holthausen-Biene und TuS Lingen als höherklassig spielende Clubs mit am Tisch.

Etwas versteckt haben sich inzwischen die HoBis zu den Gesprächen so geäußert:

„Nachdem in der lokalen Presse einiges über den ” FC Lingen ” zu lesen war, möchten wir an dieser Stelle auch ein Statement dazu abgeben. Es ist richtig, dass es Gespräche mit der Stadt Lingen und anderen Lingener Sportvereinen gibt. Und ja, auch der TuS Lingen ist an diesen Gesprächen beteiligt. Es sind lockere Gespräche um die Weichen für die Zukunft zu stellen. Entscheidungen, dass haben wir auf…  der Info-Veranstaltung angekündigt, werden im Rahmen einer Mitglieder/Generalversammlung getroffen.

Es ist also vollkommen verfrüht, jetzt schon Vorwürfe an den Vorstand zu richten. Wenn der Vorstand nicht rechtzeitig nach Möglichkeiten sucht, wird es später vielleicht heißen: Warum habt ihr nicht früher…

Außerdem wollen wir den Begriff “Fusion” ins rechte Licht rücken: Es ist nicht beabsichtigt den SV Holthausen/Biene aufzulösen! Unser Sportverein bleibt in seiner jetzigen Form bestehen! Unsere Überlegung ist es für die Zukunft (frühestens 2013/2014) einen NEUEN Lingener Fußballclub zu gründen, der von allen Vereinen und der Stadt Lingen als Aushängeschild getragen wird. Dadurch soll eine Konzentration von Sponsoren, Leistungssport und Wirtschaftlichkeit erreicht werden.

Es gibt bis jetzt noch kein Konzept, wie dieser aussehen wird, sondern lediglich lose Überlegungen. Wir hoffen mit dieser Ankündigung wieder für etwas mehr Ruhe und Sicherheit in unseren Verein zu sorgen.

Das Fazit lautet also: Für die Saison 2012/2013 bleibt es wie bisher!!!

Wer also als Sponsor auf den Zug aufspringen möchte, kann sich gerne an den Vorstand wenden oder unter info@sv-holthausen-biene.com eine Nachricht hinterlassen.“(Quelle: Facebook/SV Holthausen/Biene)

„Noch kein Konzept, alles wie bisher“… wozu also das Ganze? Nun, alle drei Vereine versprechen sich letztlich finanzkräftige Sponsoren und vor allem ein neues, „reines“ Fußball-Stadion. Also: Noch’n Platz von der Kommune und die Sponsoren für den Spielbetrieb. Nun müssen wir uns -trotz dieser Probleme– in Lingen nicht in Sack und Asche gewanden und gar nichts mehr zutrauen. Doch eine Emslandarena II wird nicht billig. Sie war  zwar zu Heiner Potts Zeiten schon einmal „langfristig angedacht“. Standort sollte das östliche Altenlingen „Am Bahndamm“  zwischen Eisenbahnlinie und Umgehungsstraße sein. Aber ist sie notwendig?

Allemal sind die erwähnten DFB-Sicherheitsrichtlinien heute am Biener Busch nicht zu verkraften; sie überfordern selbst das Emslandstadion in Reuschberge, mit dessen Fläche unser kühner Heiner anderes vorhatte. Er wollte dort Wohnbauflächen schaffen und mit dem Verkaufserlös das neue Fußballstadion bezahlen; zugleich sollte das Stadion des SuS Darme die Leichtathletikanlagen aufnehmen. Das alles aber ist a) Zukunftsmusik und b) eben doch schwer zu bezahlen (u.a. wg Emslandarena I). Also hilft vor dem Zweitweg -beispielsweise ins benachbarte Meppen (gruselgrusel 😉 ) – zurzeit nur  der Nichtaufstieg. Wie weit der SV Holthausen-Biene damit ist, kann man heute Nachmittag am Biener Busch im  Spiel gegen VfL Bückeburg sehen. Beginn 15 Uhr.

Der 102-jährige Tus spielt zur selben Zeit in der Bezirksliga auswärts gegen Herzlake. Da steht übrigens das Haseltalstadion. Es ist auch regionalligatauglich, seit 1993 der damals möbelfabrikantklose-gesponserte VfL Herzlake an die Tür der zweiten  Liga klopfte, daraufhin das Hasetalstadion mit Innenzaun mittels einer kräftigen Finanzspritze durch den Landkreis  sofort aufgepeppt wurde, der VfL dann aber in den Aufstiegsspielen knapp an Rot-Weiss Essen scheiterte, wo einst Helmut Rahn kickte. Schon daraus kann man manches lernen – oder?  Dass auch der  VfB  heute  um 15 Uhr bei Eintracht Schepsdorf (1. Kreisklasse-Süd) drei Punkte ergattern will, teilt der Chronist hiermit pflichtgemäß mit.

Anschließend wird weiter miteinander gesprochen. Merke: Die  Saison 2013/14 beginnt in 15 Monaten.

Fußball und Fußball

4. Juni 2011

Noch zwei persönliche Tipps zum Fußball-Wochenende:

Heute, am Samstag, den 4.6., gastiert um 16 Uhr die U-21-Nationalelf von Weißrussland/ Belarus im Lingener Emslandstadion und spielt dort gegen den Tus Lingen. „Dieser fußballerische Leckerbissen ist ein Superabschluss der Saison“, freut sich TuS-Macher Siggi Lüpken. „Für unsere Spieler und die Nachwuchstalente aus Weißrussland wäre eine große Zuschauerzahl natürlich ein großer Ansporn“. Die Weißrussen werden vom ehemaligen Cheftrainer der DDR, Bernd Stange,  trainiert. Er hat sie in die Endrunde bei der diesjährigen Europameisterschaft in Dänemark geführt. Sie bereiten sich derzeit in Aselage auf das EM-Turnier vor. Dort werden sie vom 11.bis 25.06. mit England, Island, der Schweiz, Spanien, Tschechien, der Ukraine und Gastgeber Dänemark um den Europatitel kämpfen.
Ilya Belanowsky, der Team-Manager der weißrussischen Mannschaft, freut sich schon auf das „friendly game against TuS Lingen“. Das Spiel gegen den TuS ist der erste Test seiner Mannschaft nach der Anreise aus Minsk. Heute also eine weitere Gelegenheit für alle Fußballfreunde aus der Region, internationalen Fussballflair zu schnuppern und auch die TuS-Talente zu sehen, die aus der A-Jugend im kommenden Jahr zur Seniorenmannschaft stoßen.
Das Vorspiel bestreitet ab 14:30 Uhr übrigens das TuS-Team „Mittendrin“.  Hier geht es zum Liveticker.
Und morgen, Sonntag, 5.6.,,  tritt dann um 15 Uhr Eintracht Schepsdorf im ersten von drei Relegationsspielen an. Das Ziel ist der Aufstieg in die Kreisliga Emsland, den die Schepsdorfer als Vizemeister der 1. Kreisklasse Emsland-Süd nur knapp verpasst haben. Grund hierfür war ein verkorkster Saisonbeginn. Jetzt müssen die motivierten Eintrachtler also nachsitzen und haben diesen Spielplan zu absolvieren -mit dem ausgelosten kleinen Vorteil von zwei Heimspielen:

Sonntag, 5. Juni, 15 Uhr

Eintracht SchepsdorfGrenzland Twist
SV EsterwegenSV Surwold

Mittwoch, 8. Juni, 19.30 Uhr

SV Esterwegen- Eintracht Schepsdorf
SV Surwold – Grenzland Twist

Montag, 13. Juni, 15 Uhr

Eintracht Schepsdorf – SV Surwold
Grenzland Twist – SV Esterwegen

ps Liebe Relegationsteams, ich wünsche Euch spannende und faire Spiele und dass der Beste in die Kreisliga aufsteigen möge. Aber vor allem wünsche ich Euch allen auch  jemand, der sich um die Vereinswebseite kümmert. Würde man nämlich deren Qualität zugrunde legen, müsstet ihr sämtlich 3. Kreisklasse spielen und Grenzland Twist dürfte gar nicht mehr ran 😉

Länderspiel

12. Februar 2010

Ein kleiner Hinweis und etwas zur lokalen Sportgeschichte:
Am Donnerstag, 25.März um 11 Uhr vormittags findet im Lingener Emslandstadion das U-18 Länderspiel zwischen Deutschland und Frankreich statt. Die Teams treffen zwei Tage zuvor bereits im benachbarten Cloppenburg aufeinander. Das Spiel im Emsland-Stadion ist der Auftakt zu den 100-Jahre-TuS-Lingen-Feierlichkeiten. Den traditionsreichen Lingener Club gibt es seit genau 100 Jahren.

Denn am 10. April 1910 wurde der heutige TuS Lingen als „Lingener Sportverein 1910“ (LSV) gegründet. Damals war  „Fußball“ bei vielen  noch verpönt. Wohl deshalb zählte der Verein am Gründungstag nur 13, fast ausschließlich junge Mitglieder. Das erste Training wurde auf der Kotten-Wiese in Schepsdorf durchgeführt.

Schon bald kam es zum ersten Spiel. Die 2.Mannschaft des damals ebenfalls in Lingen ansässigen „FC Umicitia“ schlug dabei den LSV mit 2:1. Nach dieser Niederlage folgten im gleichen Jahr noch die Begegnungen gegen „Vorwärts Nordhorn“ -nicht identisch mit dem heutigen Verein gleichen Namens–  und „Hellas Rheine“, die jeweils mit 4:1 gewonnen werden konnten.

Nachdem bis 1913 die Mitgliedszahl nur auf 35 stieg und dann stagnierte, begann der LSV neben Fußball auch Leichtathletik anzubieten. Dadurch konnte die Mitgliederzahl tatsächlich stetig gesteigert werden. Sowohl Fußballer als auch die Leichtathleten zeigten in den 1920er Jahren sehr gute Leistungen. Während die Leichtathleten auf überregionalen Sportfesten Erfolge erringen konnten, stiegen die Fußballer bis in die „Gauliga“ auf. Ebenfalls wurde nach dem Ersten Weltkrieg der Sportplatz „Wilhelmshöhe“ neuer Spielort des LSV. Dort befindet sich heute das Kino Cine-World. Anfang der 1930er Jahre fusionierten der LSV und der Turnverein „Gut Heil“ zum „TuS Lingen 1882/1910“. Mehr zur Geschichte des TuS Lingen 1910 eV hier

Der TuS Lingen will  in den nächsten Tagen eine eigene Internetseite mit allen Informationen rund um das U18-Länderspiel freischalten.

(Quelle zum Geschichtsrückblick: wikipedia.de)

Inhalt

10. April 2009

Diesen Pressebericht der Jungen Union Lingen vom 31. März habe ich erst heute entdeckt. ’schuldigung. Mein Fazit zu dem Bericht: Schlechtes Deutsch, richtiger Inhalt. Jedenfalls grundsätzlich. Deshalb darf er hier -trotz seiner Länge- gelesen werden 😉

Lingen: Neuer Plan für die „Emslandarena“ muss differenziert betrachtet werden

JU Lingen kritisiert die aktuellen Vorschläge der Stadt Lingen

Lingen: Die Junge Union (JU) Lingen reagiert mit Bedenken auf die Pläne der Stadt Lingen zum Neubau der Emslandarena. Laut Meinung der jungen Unionisten stehe nicht mehr der eigentliche Kerngedanke des Projektes, die Emslandhallen zukunftsfest zu machen,  im Vordergrund.

„Der Grundgedanke, die Emslandhallen zu sanieren und damit zu einem zukunftsfähigen Konzept umzugestalten, sind in den Hintergrund getreten“, so der JU-Stadtverbandsvorsitzende Johannes Thomas. Die bestehenden Emslandhallen sind in einem nutzbaren Zustand, zwar können Veranstaltungen in einem relativ großen Rahmen durchgeführt werden, jedoch mangelt es an Deckenhöhe und technischer Ausstattung. Die Hallen wurden dem Wandel der Zeit nicht angepasst und sind somit nicht auf die Zukunft ausgerichtet.

Die Junge Union bekennt sich eindeutig für den Standort der jetzigen Gebäude an der Lindenstraße.  Begründend dazu fügt Johannes Thomas an, dass zwar rechtliche und verkehrtechnische Bedenken gegen den Standort sprechen, jedoch wurde nicht über eine Änderung des Konzeptes, beispielsweise einer Reduzierung der Tribünenplatzzahlen nachgedacht, sodass die genehmigungsrechtlichen Hürden geringer werden. Des Weiteren widerspricht sich die Politik der Stadt Lingen Ems mit der Wahl des Ausweichplatzes gegenüber der Hedon-Klinik. Vor einigen Jahren wollte die Firma Senger dort ein Autohaus errichten, dies wurde jedoch aufgrund der emissionsrechtlichen Situation von der Stadt angelehnt.

„Man muss die Planung differenzierter betrachten und dabei auch über einen partiellen Abriss der Emslandhallen nachdenken“, so Philipp Heinrichs stellvertretender Vorsitzender des JU-Kreisverbandes Lingen. Die Zukunft der Hallen an der Lindenstraße stehe auf dem Spiel und dürfe so einfach nicht verworfen werden. Über eine Neupositionierung des Bauvorhabens darf aufgrund des eindeutigen Bekenntnisses der Stadt zum Standort der Veranstaltungshalle nicht nachgedacht werden. Außerdem stellt sich dem mündigen Bürger die Frage, warum ein frühzeitiges Gutachten nicht die nötige Erkenntnis gebracht hätte, an einem anderen Standort zu bauen! Wieso erst jetzt, hätte man das nicht schon vorher wissen müssen?

Viele Kommunen in Deutschland sind auf den risikoreichen Zug der Veranstaltungsbauten aufgesprungen und gnadenlos gescheitert, so existieren häufig leer stehende Hallen und kostenintensive Reaktivierungsmaßnahmen. Möglicherweise ist dies in Lingen abzuwenden, jedoch ist eine Koexistenz zweier großer Veranstaltungszentren realitätsfern. „Die Nachhaltigkeit und das Risiko müsse bei den richtungweisenden Entscheidungen berücksichtigt werden“, so Heinrichs weiter „Zwei unausgelastete Hallen sind inakzeptabel.“

Verkehrstechnische Probleme sind im Bereich der Lindenstraße durchaus ein zu ernstzunehmender Faktor, doch bauliche Maßnahmen, wie zum Beispiel die Sanierung der Darmer Hafenstraße könnten der prekären Verkehrsituation Abhilfe schaffen. Eine Parkpalette auf dem Gebiet des Alten Hafens wäre auch erdenklich und vielleicht sogar architektonisch mit den Plänen eines Yachthafens oder Wohngebietes vereinbar. Außerdem hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass die Emslandhallen ein wichtiger Faktor zur Belebung der Innenstadt waren und sind, denn viele Besucher strömen nach einem Besuch der Hallen öfters in die Innenstadt und fördern somit den regionalen Einzelhandel.

Der JU-Stadtverband fordert daher ein Umdenken bei der Stadt Lingen und die Rückbesinnung auf Kerngedanken. Für die jungen Unionisten stelle sich nicht die Frage nach einer zweiten Veranstaltungshalle. Die Kosten für den Neubau und die Unterhaltung beider Hallen stehen im keinen Verhältnis zu Sanierungs- und Erweiterungskosten der Emslandhallen.“

Wo ich anderer Meinung als die JU bin, habe ich den Text kursiv gesetzt. Meine Meinung:
Wenn Emslandarena, dann am Platz der Emslandhallen. Parkplätze gibt es im Umkreis genug. Besucher müssen im Zweifel nur fünf Minuten gehen, zB von der Berufsakademie oder dem neuen Campus an der Kaiserstraße. Am Emslandstadion an der Teichstraße gibt es zusätzlich Hunderte Parkplätze; das Areal wird ohnehin bald über eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke mit dem Stadtkern verbunden. Sie erinnern sich vielleicht an diesen Blogbeitrag?

Auch die Aufregung um den Lärm ist bei den heute bestehenden und stolz erwähnten “ über 280 Hallenbelegungstagen“ der Emslandhallen nicht zu verstehen. Der Emslandhallen-Lärm ist ja längst vorhanden, von der Kirmes oder den anderen Veranstaltungen auf dem Festplatz ganz zu schweigen. Mit passivem Lärmschutz wie etwa Lärmschutzfenstern an exponierten Häusern  kann außerdem gegenüber dem heutigen Zustand eine deutliche Verbesserung für die Anwohnervor allem  jenseits des Kanals  erreicht werden. 

Wir brauchen auch keine teueren Investitionen in den Straßenverkehr. Der an- und abfließende Verkehr darf ruhig mal von Polizeibeamten geregelt werden, zu deren Aufgaben ja nicht nur die entschlossene  Bekämpfung von Terrorismus, Zuschnellfahren, Kiffern usw. zählt, wenn ich mich richtig erinnere…

Aber sonst ist die Kritik der JU an dem aufgeregten und wenig souveränen Herumplanen der Herren Pott, Lisiecki & Co schon ok.