Groningen: Eurosonic Norderslag 2026
13. Januar 2026
Ab Mittwoch und bis Samstag, 17. Januar 2026 ist wieder ESNS („Eurosonic Noorderslag“) in Groningen. Zu seiner 40. Auflage haben das Festival und die begleitende Konferenz 96 Künstlerinnen und Künstler eingeladen. Davon werden 36 Acts von 32 Mitgliedsradiostationen der European Broadcasting Union (EBU) nominiert. Zum ersten Mal ist auch Rumänien beim ESNS 2026 vertreten. Die ARD schickt die Berliner Singer-Songwriterin Muryel sowie das Wiener Musikduo Abor & Tynna nach Groningen; da war doch was? Richtig, die beiden Österreicher vertraten Deutschland beim letzten Eurovision Song Contest 2025 in Basel (Platz 15).Seit 1986 ist das gemeinnützige Showcase-Festival eine echte Bereicherung für aufstrebende MusikerInnen und hilft ihnen, ein internationales Publikum zu erreichen. Das ESNS hat schon vielen heute weltbekannten Künstler:innen wie Dua Lipa, Fontaines D.C., Altin Gün und AURORA den Weg geebnet. Auch in Zukunft möchte das Festival neuen Talenten eine Bühne bieten und die nächste Generation musikalischer Newcomer unterstützen. Anna van Nunen, Managing Director des ESNS, freut sich über die 40-jährige Wirkung in der Musikszene: „Vierzig Jahre ist natürlich ein Grund zum Feiern, aber es ist auch eine Gelegenheit, unsere Mission für die kommenden Jahrzehnte zu festigen: Europäische Künstler:innen mit Publikum und Fachleuten der Branche über Grenzen hinweg zu verbinden.“
Mit dem neuen Motto „Europe Calling“ möchte das ESNS 2026 noch stärker betonen, wofür es steht: ein gemeinsames kulturelles Erbe und ein starkes Zeichen für Einheit und Zusammenhalt. Gerade in Zeiten politischer und gesellschaftlicher Spannungen soll das Festival zeigen, wie Musik Menschen zusammenbringt und Grenzen überwindet. Mit einem vielfältigen Line-up aus ganz Europa feiert ESNS die bunte Vielfalt des Kontinents – in Sprachen, Genres und kulturellen Einflüssen. Robert Meijerink, Programmchef und ESNS-Booker, ist von der ESNS-Vielfalt begeistert: „Von intimen Singer-Songwriter*innen über innovative Elektronik bis hin zu energiegeladenen Live-Bands – sie alle verkörpern die Energie und Innovationskraft, die ESNS zu einem einzigartigen Treffpunkt für MusikliebhaberInnen und Branchenprofis macht.“
Neben einer ganzen Reihe von Live-Performances bietet das Programm auch spannende Panels, Talks und Roundtables mit Sprechern und Sprecherinnen aus der internationalen Musikbranche. FestivalorganisatorIinnen, AgentIinnen, BookerInnen und andere einflussreiche Stimmen werden dabei sein. Die Themen reichen von den Auswirkungen von KI über den Aktivismus von KünstlerInnen bis hin zur Pressefreiheit. Auch Chancen für Solidarität, Zusammenarbeit und kulturelle Einheit stehen auf dem Programm. Tickets und weitere Infos zum ESNS findet man auf der offiziellen Website (NL / EN).
14.–17.01.2026 · Immer im Stadtzentrum Groningen, Niederlande
Das Festival ist ausverkauft. Es gibt eine Resale-Börse.
Line-up:
Sodl (AT, ORF FM4), Madhouse Express (CZ, CR Radio Wave), Jazzbois (HU, NoRadioStation), Omasta (PL, NoRadioStation), Ise (BE, VRT Studio Brussel),
-> Muryel (DE, ARD), MOIO (IE, RTE 2FM), Fidju Kitxora (PT, Antena 3), Kaat Van Stralen (BE, VRT Studio Brussel), -> Abor & Tynna (DE, ARD), Elín Hall (IS, RÚV Rás 2), Valeria Stoica (RO/MD, Radio România Cultural), Linda Elys (CH, SRF 3), Llum (ES, iCat), Das RADIAL (LU, Radio 100,7), Nejc Pipp & Co. (SI, RTVSLO Val202), Yoa (CH, Couleur 3), Maustetytöt (FI, YLE X), ZeMe (LV, Latvijas Radio 5), Tolstoys (SK/DE, Radio_FM), Mortòri (CH, RSI Rete 3), Benni (BE, RTBF Tipik), Snuggle (DK, DR P6 Beat), Coca Puma (IT, RAI Radio 2), Turbo Trans Turisti (RS, RTS Radio Belgrade One), Me and My Devil (BG, BNR), Nadia Kadek (UK/England, BBC Introducing), Della (CY, NoRadioStation), Ki Klop (HR, HRT HR1), The Clumps (NO, NRK P3), Becky Sikasa (UK/Scotland, BBC Introducing), Mariin K. (EE, ERR Radio 2), Katarsis (LT, LRT Opus), BIJI (SE, SR P3), Léonie Pernet (FR, FIP Radio France), Enny Monsou (NL, NPO 3FM), Carpetman (UA, NoRadioStation), Mattiu (CH, RTR), Xcellence (GR, ERT Kosmos), Hiqpy (NL, NPO 3FM)
Reverend Hardy Hardon & The Church of Elvis
13. Januar 2026

„Lasst in diesen dunklen Zeiten das heilige Licht von Las Vegas in eure Herzen strahlen und findet zum wahren Glauben!“ Am Freitag, den 16. Januar 2026, kommt das Alter Ego von Christian Steiffen, Reverend Hardy Hardon, mit seiner „Church of Elvis“ nach Lingen in den Alten Schlachthof, um die einzig wahre „Religion“ zu zelebrieren.
In der mitreißenden Zeremonie werden Elvis-Lieder gesungen, der King „Kong“ Elvis Presley wird andächtig angebetet und neue Mitglieder feierlich in die Church of Elvis aufgenommen. Vielleicht wird sogar jemand Elvis’ letzten Weg nachempfinden und symbolisch vom „heiligen Thron“ fallen? Dabei kommt die Musik des Kings nicht zu kurz: Es wird ein Feuerwerk an Elvis-Hymnen geben, denn er ist unser Rock und er ist unser Roll. Die zwölfköpfige (!) Band trägt den Reverend dabei in himmlische Sphären.
Am Ende dieses rock‘n’rolligen Gottesdienstes werden garantiert neue Jünger und Jüngerinnen gewonnen, sodass alle gemeinsam voller Inbrunst „Allright Mama!“ rufen. Reverend Hardy Hardon (Christian Steiffen) wird dabei unterstützt von Vollblutmusikern der Angefahrenen Schulkinder, des Philip Boa and the Voodoo Clubs, Tito & Tarantula, der Blues Company und der Tommy Schneller Band.
Alles nicht ganz billig, aber notwendig, weil einmalig:
Reverend Hardy Hardon & The Church of Elvis
The Kong of Rock´n´Roll Mission to Lingen
Lingen (Ems) – Alter Schlachthof, Konrad-Adenuaer-Ring 40
Freitag, 16. Januar 2026 – 20 Uhr
Karten ab 31,80 € (an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie über http://www.eventim.de, www.reservix.de )
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Foto: Manfred Pollert Photography (c) Alter Schlachthof
Wölfe: Dem Unsichtbaren auf den Fersen
13. Januar 2026
„Kot checken, Spuren suchen, Rudel dokumentieren: Jedes Wochenende sind in Niedersachsen freiwillige Wolfsschützer unterwegs. Warum tun sie das?
Die beiden Männer warten auf dem Parkplatz, direkt an der Landstraße. Das Große Moor, gelegen zwischen Bremen und Osnabrück, ist nicht weit. Sie stehen da in Tarnklamotte und räumen Dinge im Auto herum: Ferngläser, Rucksäcke, eine Tüte mit Pappe und Gipspulver, ein Transparent liegt da auch. „Ja, sieht etwas martialisch, militärisch aus“, sagt Hendrik Spiess und schaut an sich hinunter. „Aber mit Militär haben wir nichts am Hut.“ In diesem Outfit können sie bei ihren stundenlangen Streifzügen durch die niedersächsische Ebene einfach besser mit der Umgebung verschmelzen, spazieren unter dem Radar gewissermaßen. Hilfreich bisweilen, denn sie sind nicht gern gesehen.
Vor allem den Jägern sind die Männer ein Dorn im Auge. Sie stehen auf zwei Seiten: Hier die Mitglieder vom Freundeskreis des freilebenden Wolfes, dort die Jägerschaft. Hier die, die sich über die Rückkehr des Wolfes in Deutschland freuen, dort diejenigen, für die der Wolf sowas wie eine Konkurrenz ist. Hier die, die immer wieder gegen Abschussgenehmigungen für Wölfe vor Gericht ziehen, dort jene, die es begrüßen, dass die Bundesregierung den Abschuss von Wölfen grundsätzlich erleichtern will.
Die beiden Wolfsschützer sind an vielen Wochenenden in einem Wolfsterritorium unterwegs. Auch an diesem Samstag im Dezember. Rein ins Auto und auf gehts. Wölfe suchen, naja, ihre Spuren, das trifft es eher: Kot, Trittsiegel, Haare, Risse. Denn die Tiere selber kriegt man nicht zu sehen. Spiess hat bisher überhaupt erst drei Wölfe gesehen, von weitem und mit viel Geduld und Glück. Sein Begleiter hat noch nie einen in freier Wildbahn gesehen, aber sie wollen den Tieren ohnehin nicht zu nahe kommen, um sie nicht zu stören.
Aber von Spuren…“
Foto. Wolf (CC) hier im Blogbeitrag vom 22.06.2018