Der jetzt veröffentlichte „Wild und Jagd Landesjagdbericht“ für das Jagdjahr 2024/2025 belegt das Wirken der niedersächsischen Jägerinnen und Jäger beim  Kampf gegen sog. invasiver Tierarten. Das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und die Landesjägerschaft Niedersachsen e.V. stellten den 23. Bericht seit 1991 unlängst gemeinsam vor.

Besonders bei Waschbär, Marderhund und Nutria wurden neue Höchstwerte erreicht. Im vergangenen Jagdjahr wurden 32.771 (!) Waschbären erlegt. Das war ein Anstieg um knapp 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch beim -vor allem für heimische Bodenbrüter und Amphibien  schädlichen- Marderhund  (>5.000; +18,7 %) und bei der Nutria (>50.000; +19,5 %) zeigen die Zahlen eine deutliche Zunahme. Diese invasiven Arten kommen regional sehr unterschiedlich vor: Der Waschbär im Osten Niedersachsens, der Marderhund im Nordosten und die Nutria im Westen. Ministerium und Landesjägerschaft erklärten, dass die intensive Bejagung dieser Arten einen wichtigen Beitrag zum Schutz heimischer Tierarten und zur Sicherung leistet, etwa durch die Reduzierung von Fraßschäden an Deichen.

Auch bei Wildgänsen wie Graugans, Kanadagans und Nilgans meldet der Bericht neue Höchstwerte, während die Strecken beim Schalenwild – etwa beim Rot- und Muffelwild – rückläufig waren. Fachleute sehen dort Zusammenhänge mit der Rückkehr des Wolfs nach Niedersachsen.

Grundlage des Landesjagdberichts ist die Wildtiererfassung Niedersachsen (WTE) – ein etabliertes Monitoringprogramm, das seit 1991 wertvolle Daten zur Entwicklung der Wildtierbestände liefert. „Ohne das engagierte Mitwirken der Jägerinnen und Jäger wäre dieses Programm nicht denkbar“, würdigte Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte (Bündnis’90/Die Grünen) den Einsatz der Beteiligten bei der Vorstellung des Berichts..

Ergänzt wird der Landesjagdbericht durch aktuelle wildbiologische Erkenntnisse sowie Projekte im Biotop- und Artenschutz und durch Hinweise zur Nutzung von Wildbret aus heimischer Jagd.

Der Landesjagdbericht informiert jährlich über Entwicklungen in den Wildtierpopulationen verdeutlicht die Bedeutung der Jagd als Instrument des praktischen Naturschutzes.

Der vollständige aktuelle Landesjagdbericht ist abrufbar unter www.ml.niedersachsen.de und www.ljn.de.

Kraftklub: Der Marlboro-Man

9. November 2025

Neue Single vom neuen, kommenden Kraftwerk-Album. Wann spielen Kraftklub wieder in Lingen, Stepping?

 

Der Anwalt und Kinderbuchautor Heinrich Hannover wäre Ende Oktober 100 Jahre alt geworden. Ex-Kollege Bernhard Docke erinnert kommende Woche an ihn mit einer Lesung in Bremen. Die taz hat mit Docke darüber ein Gespräch geführt:

“taz: Herr Docke, Heinrich Hannover wäre am 31. Oktober 100 Jahre alt geworden. Sie haben mit ihm in seiner Kanzlei zusammengearbeitet. Wie haben Sie ihn kennengelernt und erlebt?

Bernhard Docke: Meine Eltern und die Hannovers waren Nachbarn, ich hatte also schon in den 50er Jahren privaten Kontakt zu Heinrich. Er war für mich in meiner kindlichen Wahrnehmung ein absolut cooler Typ, der sich von vielen eher grauen Adenauer-Elterntypen deutlich unterschied. Er war lebenslustig, witzig, unangepasst, antiautoritär. Als Schüler habe ich ihn Ende der 60er Jahre erlebt, als er die rebellierenden Schüler gegen Knüppel der Polizei verteidigt hat. Er war dann für mich so etwas wie ein Held, ein Vorbild. Er hat mich stark motiviert, selbst Jura zu studieren und mich dann später auch ganz auf Strafrecht zu spezialisieren.

taz: Er war nicht nur ein engagierter Strafverteidiger, sondern auch ein streitbarer Kritiker der Justiz und der politischen Verhältnisse.

Docke: Heinrich war ein rundum Oppositioneller, was die Adenauer-Zeit angeht. Er hat sich aus seiner grundsätzlich pazifistischen Einstellung heraus, die auch biografisch bedingt war, gegen die Aufrüstung gewandt, gegen die Notstandsgesetze, war aufseiten der rebellierenden Jugend, die sich Ende der 60er Jahre gegen den Vietnamkrieg wandte. Er hat dann viele Verfahren gehabt, die einen politischen Einschlag hatten, weil der Staat gegen seine Gegner auch strafrechtlich vorging, Verfahren wegen Widerstands, wegen Landfriedensbruchs und ähnlicher Anklagepunkte.

taz: Darüber schreibt er auch, unter anderem später in seiner Buchreihe „Die Republik vor Gericht“.

Docke: Ja, darin ist der ganze Reigen seiner Verfahren abgebildet. Es ist ein Spiegel der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte, sehr interessant, absolut empfehlenswert. Er war…“

[weiter in der wochentaz]

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Heinrich Hannover (2016) Foto von Georg Maria Vormschlag –  CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=118477109