„Die Kamera als Waffe“

27. Januar 2026

Alex Pretti filmte einen ICE-Einsatz und bezahlte mit seinem Leben. Warum Handykameras die Lügen entlarven und staatliche Gewalt sichtbar machen. Ein notwendiger taz -Kommentar von Valérie Catil:

Ohne Videomaterial wäre George Floyds Tötung vermutlich nicht als solche verfolgt worden. Ohne Videomaterial wäre nicht sichtbar, dass die von einem ICE-Agenten in ihrem Auto erschossene Renée Good keinen seiner Kollegen zuvor angefahren hatte und er nicht aus Selbstverteidigung schoss. Und ohne Videomaterial wäre auch nicht glasklar, dass Alex Pretti, das jüngste Opfer der staatlich beauftragten Gewalttäter, kaltblütig hingerichtet wurde.

Die Kamera ist eine Form der Bewaffnung, denn sie ermächtigt uns gegenüber staatlicher Propaganda, die Wahrheit verzerren will. Wie wichtig es ist, dass Menschen filmen, wenn sie von staatlichen Stellen ausgeübte Gewalt sehen, wird derzeit während der brutalen ICE-Einsätze und der Proteste in Minneapolis klar.

Das aktuellste Beispiel dafür, wie unverzichtbar Videos von Augenzeug_innen sind, ist die Tötung des 37-jährigen Alex Pretti durch ICE. Es dauerte keinen Tag, da hatte die US-Regierung schon ihr Narrativ darüber, warum sein Tod nicht zu verhindern war, zurechtgelegt. Trump nannte ihn auf Truth Social „gunman“. Das US Department of Homeland Security (DHS) veröffentlichte noch am Sonntag ein Statement, in dem es heißt, Pretti sei mit einer 9-mm-Halbautomatikpistole auf US-Grenzschutzbeamte zugegangen und dass die Agenten „versuchten, den Verdächtigen zu entwaffnen, dieser sich jedoch heftig wehrte“. Das ist eine Lüge.

Das Video enthüllt die Wahrheit

Videoaufnahmen eines Augenzeugen zeigen, dass…

[weiter in der taz]

hier & jetzt

27. Januar 2026

Hier & Jetzt
Lingen (Ems) – Kunsthalle, Kaiserstraße 10a  / Harry-Kramer-Platz
31. Januar 2026 – 15. März 2026
Eröffnung Freitag, 30. Januar 2026 um 19 Uhr
öffentliche, kostenlose Führungen jeweils sonntags um 15:30 Uhr.

Früher hieß die traditionelle Gruppenpräsentation schlicht „Mitgliederausstellung“. Jetzt wird unter dem Titel „hier & jetzt!“ ein umfangreicher Einblick in die künstlerische Tätigkeit unserer Region geboten. Sowohl Künstler:innen, die an renommierten Kunsthochschulen oder auch an vergleichbaren Hochschulen studiert haben, als auch solche, die sich autodidaktisch ausgebildet haben, stellen in den kommenden Wochen in der Kunsthalle aus. Als Mitglieder des 1983 gegründeten Kunstverein Lingen leben viele von ihnen im Emsland, in der Grafschaft Bentheim oder auch in den benachbarten Niederlanden. Die gestalterische Freiheit sorgt für eine breit gefächerte Sammlung an Techniken, die von Malerei, Zeichnung, Fotografie, Collage, Assemblage, Skulptur und Video bis hin zu Installation und Performance reicht.

Entstanden ist ein vielschichtiger Überblick über die zeitgenössische künstlerische Produktion in all ihren aktuellen medialen Ausprägungen. Inhaltlich eint die Werke ihre Auseinandersetzung mit gesellschaftlich und politisch relevanten Themen, sowohl im regionalen als auch im überregionalen Kontext.

Zur Eröffnung der Gruppenausstellung am Freitag, dem 30. Januar 2026 um 19 Uhr, lädt der Kunstverein Lingen herzlich ein. Nach Begrüßung und Grußworten führen Meike Böhm und Julia Weber in die Ausstellung ein. Anschließend bietet der Kunstverein  Getränke und einen Imbiss.
Musik: Maria Haase, Blockflöte, und  Wilhelm Schulte, Gitarre