Heute ab 17.30 Uhr findet in Laxten eine seit langem vom Ortsrat auf den Weg gebrachte Bürgerversammlung im Heimathof, Stahljans Hof 8 statt. Dort soll über aktuelle Baupläne in Laxten informiert werden. Dabei wird nicht mit den Bürgerinnen und Bürgern über die Pläne und Alternativen diskutiert, sondern es werden die längst getroffenen Entscheidungen werden bloß,  voraussichtlich wortreich und mit Begeisterung vorgestellt. Das ist sicherlich auch eine verspätete Reaktion auf die an den Einwohnern vorbei durchgesetzte Neubauplanung auf der Fläche ehemaligen Gaststätte Klaas-Schaper, ein prominenter, reicher Investor aus Spelle über eine eigene Gesellschaft seine Vorstellungen zahlreicher Miniwohnungen realisieren darf, nachdem er unserem OB Krone zugesagt hatte, auf dem nicht unumstrittenen sog. IT Campus  ein, zwei größere Neubauten zu errichten. Der Zusammenhang ist nicht öffentlich bekannt oder dargestellt worden, auch deshalb, weil die Lokalzeitung darüber reinweg nichts recherchiert und berichtet. Die Anwohner rund um diie inzwischen abgebrochene Gaststätte Klaas-Schaper hatte zuvor niemand der Stadtverwaltung gefragt. Das empörte sie, was wiederum die Stadtverwaltung und OB Krone empörte.

Die Bürgerversammlung findet heute bereits ab 17.30 Uhr statt. Damit ist es zeitlich zwar nicht für die Bürgerinnen und Bürger aber für unsere Stadtverwaltung und Stadtbaurat Schreinemacher einfacher. Der Laxtener Ortsrat hatte ebenso einstimmig wie vergeblich für 19 Uhr votiert, was für die Teilnahme von Bürgerinnen und Bürgern natürlich besser ist. Aber es klappt nicht, angeblich weil der Stadtbaurat abends einen privaten Termin habe, hieß es.

Dann kaperte die lokale CDU die städtische Veranstaltung und stellte sie so dar, als sei es ihre: „Die Planungen bewegen viele Bürgerinnen und Bürger und genau darüber wollen wir sprechen.“ Besonders pikant ist, dass die CDU dazu als Aufmacher einer WhatsApp-Nachricht das Foto eines Bauvorhabens nördlich der Kettelerstraße abbildet (links), das nicht einmal im Ortsteil Laxten liegt.

Auch die örtliche SPD empörte sich über die CDU, was sich anschließend darin niederschlug, dass sie nun ihrerseits in einem Posting so tat, als sei die Bürgerversammlung die ihre.

Ich habe vergangene Woche an Stadtbaurat Schreinemacher geschrieben, dass er sich nicht vor einen parteipolitischen Karren spannen solle und ich habe ihn gebeten, sich dazu zu äußern. Das hat er nicht für notwendig erachtet, was auch eine Botschaft ist.

Aktuell haben sich die Laxtener CDU und ihr folgend OB Krone und seine Verwaltung sich übrigens noch einen ganz besonderen Clou erlaubt. Sie haben einfach einen Gebietsteil des alten Stadtgebietes kurzerhand dem Ortsteil Laxten zugeschlagen. Dort entlang der von-Pettenkofer-Straße befindet sich eine Gartenhofhaus-Siedlung, die stets zum Stadtgebiet Lingen gehörte und die jetzt durch einen neuen Bebauungsplan dauerhaft gesichert werden soll. Was im Gegensatz zur östlichen Seite des Resedawegs noch nie (!) zu Laxten gehörte, ist jetzt plötzlich vom OB und seinen Mannen zur Freude des Ortsrats Laxten  Teil eben dieses Ortsteils Laxten. (Bildausriss rechts aus dem Geoportal der Stadt) mit der Ortsteilsgrenze in blau: Laxten links, Stadtgebiet Lingen mit von-Pettenkofer-Straße rechts)

Man habe „eine alte Karte“ gefunden, die das bestätige, hieß es. Das ist unwahr. Jedenfalls ist Walter Gandre zu danken, der in ganz anderem Zusammenhang eine ältere Karte (1950, unten) veröffentlicht hat. Sie zeigt die Grenze zwischen Lingen und Laxten und bestätigt das, was seit der Eingemeindung Laxtens im Jahr 1970 nie zum Ortsteil gehörte. Auch die Bewohner des Quartiers von Pettenkofer-Straße wählten nie in Laxten und die Katasterbezeichnungen bestätigen dasselbe; das kann jede/r im Boris-System unseres Bundeslandes  nachprüfen. Dem OB in seiner Beliebigkeit ist das aber offenbar gleichgültig.