„Lingens Geschichte – leicht gekürzt“
Vortrag von Stadtarchivar Mirko Crabus
Lingen (Ems) – Professorenhaus, Universitätsplatz 5-6
Donnerstag, 18. Dez. 2025 – 19 Uhr
Eintritt: frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.


„Wollte man Lingen über die Jahrhunderte hinweg mit wenigen Worten charakterisieren, so wäre es wohl als eine Stadt an der Grenze und ein Zentrum in der Peripherie. Und bekanntlich trennen Grenzen nicht nur, sie verbinden zugleich auch. Lingen liegt an der Ems, an der entlang die Friesische Straße, eine wichtige mittelalterliche Handelsstraße, verlief. Auch die im 19. Jahrhundert etablierte Bahnlinie folgt dieser Nord-Süd-Achse. Die Friesische Straße kreuzte sich in Lingen mit der Flämischen Straße, die die Niederlande mit Norddeutschland verband. Die Nähe zu den Niederlanden machte sich auch an den zahlreichen Hollandgängern bemerkbar, die bei Lingen die Ems überquerten. Und nicht zuletzt war die Hohe Schule in Lingen stark niederländisch ausgerichtet. Im 16. und 17. Jahrhundert erlebte Lingen mehrere Herrschafts- und Konfessionswechsel. Prägend war außerdem die problematische Keilstellung zwischen dem Niederstift und dem Oberstift Münster. Direkt hinter der Ems begann schon das münsterische Territorium. Während der Emslandplan das strukturschwache Emsland voranbringen sollte, wurde Lingen mit Ölraffinerie, Kernkraftwerk und Gaskraftwerken schließlich ein wichtiger Energiestandort. In einer nach wie vor landwirtschaftlich geprägten Region entwickelte sich die Stadt zunehmend zu einem kulturellen Zentrum.“

(Textquelle und Foto (c): Stadtarchiv)