Blackout: Für den Ernstfall rüsten
10. Januar 2026
Man kann im Ernstfall auch in Lingen natürlich noch einige Zeit mit dem Smartphone googeln und so herausfinden, wo sich bespielbare Tennisplätze und -hallen befinden, in die man vor dem Blackout-Stress flüchten kann (mehr…). Denn klar ist, ein Stromausfall trifft uns eigentlich immer unvorbereitet. Allerdings macht es moderne Technik heute möglich, Licht und Wärme zu bewahren, ohne beispielsweise die Ruhe der Nachbarschaft durch Generatorenlärm zu stören. Also: Vorsorgen, nicht Tennisspielen ist der richtige Schritt.
Was gleich nach Neujahr in Berlin geschehen ist –durch wen auch immer- , wünscht sich bekanntlich niemand: Ein Klick auf den Lichtschalter, aber alles bleibt dunkel und nach einiger Zeit taut das Tiefkühlgemüse und es wird mangels Heizung immer kälter. Während wir uns früher auf Kerzen verlassen mussten, ist die Vorsorge heute ein Stück weit „smarter“ geworden. Der Trend zur besonnenen Eigenverantwortung zeigt: Sicherheit und gute Nachbarschaft gehen Hand in Hand.
Was machen MieterInnen?
Gerade für MieterInnen in Mehrfamilienhäusern waren klassische Generatoren aufgrund von Abgasen und Lärm bisher keine Option. Doch die Technik hat aufgeholt. Die Lösung für die Wohnung heißt Powerstation. Diese großen Akkus arbeiten völlig geräuschlos und können sicher selbst im Wohnzimmer betrieben werden.
MieterInnen brauchen keinen Benzinmotor im Keller. Eine kompakte Powerstation unter dem Schreibtisch reicht aus, um das WLAN, das Handy und die wichtigste Beleuchtung über viele Stunden zu versorgen.“ Wer ein Balkonkraftwerk besitzt, das in Lingen nach kurzer Zeit nur noch die BürgerNahen (BN) auch für Empfänger von Bürgergeld und Grundsicherung kommunal fördern wollten – CDU/FDP, SPD und Grüne aber nicht- kann dieses oft mit einem passenden Speicher kombinieren, sodass die Sonnenenergie auch dann zur Verfügung steht, wenn das öffentliche Netz Pause macht.
Kluge Lösungen für das Eigenheim
Für Hausbesitzer bieten sich zusätzliche Wege. Inverter-Stromerzeuger sind die moderne Antwort auf die alten, lauten Aggregate. Sie liefern „sauberen“ Strom, der selbst empfindliche Heizungssteuerungen nicht beschädigt. Wer einen Schritt weiter gehen will, lässt sich vom örtlichen Elektriker eine Einspeisesteckdose installieren. So kann im Notfall das gesamte Hausnetz mit dem eigenen Gerät verbunden werden – ein Knopfdruck genügt, und die Wasserpumpe oder der Kühlschrank laufen weiter.
Sicherheit bedeutet in einer Stadt wie Lingen auch Zusammenhalt. Man kann sich im Vorfeld mit den Nachbarn absprechen. Wer hat einen Gaskocher, um eine warme Suppe für die ältere Dame von nebenan zu kochen? Wer besitzt eine Powerstation, an der im Notfall auch das Handy des Nachbarn für einen Notruf geladen werden kann?
„Vorsorge ist kein Misstrauen in die öffentliche Infrastruktur, sondern Eigenverantwortund und eine Form der nachbarschaftlichen Solidarität“, lese ich. J klar: Wenn einige Haushalte autark bleiben können, entlastet das im Ernstfall die lokalen Rettungskräfte.
Tipps für die Sicherheit vor Ort:
- Für Mieter: Eine Powerstation mit mindestens 500 bis 1.000 Wattstunden (Wh) Kapazität einplanen.
- Für Hausbesitzer: Bei Benzin-Generatoren auf die „Inverter“-Technik achten, um Elektronik zu schützen.
- Wärme planen: Ein einfacher Gaskocher (für Balkon oder Garten) ist die ideale Ergänzung, wenn der Elektroherd ausfällt.
- Informationen teilen: Wissen Sie, wo sich die offiziellen „Anlaufstellen“ in Lingen befinden? Ich weiß es nicht und frage, gibt es die überhaupt?
Ein beruhigendes Gefühl
Sich vorzubereiten bedeutet nicht, mit dem Schlimmsten zu rechnen, sondern für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Von einem kompakten Akku für die Mietwohnung bis hin zu einem Gerät für das gesamte Haus – moderne Technik bietet die nötige Gelassenheit. Denn der nächste Blackout kommt bestimmt und dem können wir in Lingen dann entspannter entgegensehen, allemal natürlich, wenn wir zusammenstehen und uns gegenseitig helfen.
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-> Sicherheitshinweis:
Betreiben Sie benzin- oder dieselbetriebene Generatoren niemals in geschlossenen Räumen oder auf überdachten Balkonen! Es besteht Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid. Nutzen Sie für den Innenbereich ausschließlich batteriebetriebene Powerstations
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Grafik by Clker-Free-Vector-Images from Pixabay
Wettrup
2. Februar 2025
DIE ZEIT hat einen Beitrag über Wettrup veröffentlicht. Das kleine Sittengemälde ist gestern erschienen, Teil der ZEIT-Serie „Stadt, Land, Wahl„ über Deutschland vor der Bundestagswahl, und es stammt aus dem ZEIT-Ressort X: Manches dörfliche Gerede, das DIE ZEIT schildert, darf man staunend als oberflächlich-dumm einordnen, beispielsweise den Kinderbuchautor; aber lest selbst:“
Wer das konservative Paradies sucht, findet es vermutlich weit im Nordwesten der Republik, fast an der niederländischen Grenze, wo Ortsschilder auf so nette Namen verweisen wie Herzlake, Haselünne, Quakenbrück oder einfach Berge, obwohl die Emsländer Touristikgesellschaft mit einer „Flachland-Garantie“ wirbt – das ist wichtig, denn das Emsland ist die wohl meistbefahrene Radreiseregion in Deutschland.
Eingebettet zwischen all diesen Radwegen, die entlang von Kanälen, Feldern und Mooren führen, liegt das 570-Einwohner-Dorf Wettrup. Es ist ein besonderes Dorf, denn während es bundesweit Debatten um bezahlbares Wohnen gibt, leben in Wettrup 93 Prozent im Eigenheim. So viel wie nirgends sonst in Deutschland.
Knapp 14 Quadratkilometer hat der Ort, außerdem 16 Straßen, drei Bauernhöfe, eine Kirche (katholisch), einen Bankautomaten, ein jährliches Schützenfest, das „Scheibenschießen“. Sogar drei Kneipen gibt es, liebevoll „Bermudadreieck“ genannt, weil man da wirklich verloren gehen kann, wenn alle gleichzeitig offen haben und einer zur nächsten zieht. Die Männer haben eine WhatsApp-Gruppe und die Frauen haben eine WhatsApp-Gruppe.
Hier wählt man außerdem die CDU, weil es schon die Eltern getan haben, und das mit beachtlichen Ergebnissen: 2014, zur Europawahl, erhielt sie in Wettrup 79 Prozent der Stimmen. Zur Landtagswahl 2017: 68,2 Prozent. Zur Bundestagswahl 2017: 65,9 Prozent. Europawahl 2019: 60 Prozent. Nur einmal verlor sie die absolute Mehrheit, 2021 nämlich. Bei der letzten Bundestagswahl gingen „nur“ 45,9 Prozent an die Christdemokraten, es war der „Laschet-Knick“ – für Wettruper Verhältnisse regelrechte Meuterei. Schon zur Landtagswahl 2022 erreichte die CDU aber wieder 62,2 Prozent.
…“
Spoiler: Man muss den Artikel lesen und fast noch besser sind die Kommentare.
