Kritische NOZ-Initiative: „Bemerkenswerte Resonanz“
2. Februar 2026
Es geht um die Neue Osnabrücker Zeitung und ihre Lokalausgaben, zu denen auch die Lingener Tagspost zählt, die örtliche Tageszeitung. Der Verlag wirbt für sich:
Journalismus ist unsere DNA.
Doch was soll man, fragen KritikerInnen, von dieser Tageszeitung halten, deren Herausgeber zum Vorwurf des Rechtspopulismus schweigen? Deren Chefredakteur sich für Trump als Friedensnobelpreisträger stark macht und Bundeskanzler Merz zuruft, er solle mehr Musk und Milei wagen. Deren Kommentare auffällig oft eine fragwürdige Begeisterung für Autokraten an den Tag legen. Über die Aktion NOZkritisch hatte auch dieser Blog bereits berichtet. Jetzt laden die Kritiker ein:
„Unsere Initiative – ANK Aktion NOZkritisch – hält diese Entwicklung der NOZ für gefährlich. Wer das ähnlich sieht, ist herzlich zu unserer zweiten öffentlichen Veranstaltung eingeladen. Wir möchten die NOZ so begleiten, dass sie ihrem selbstgewählten Anspruch eines faktenbasierten Journalismus und einer fairen Abbildung gesellschaftlicher Wirklichkeit gerecht wird.
Dazu treffen wir uns am Dienstag, 24. Februar 2026 um 19 Uhr im Kulturzentum Lagerhalle/Spitzbogen, Rolandsmauer 24, Osnabrück.,
Wir wollen eure Meinungen hören und Kräfte bündeln.
In einem ersten öffentlichen Teil, zu dem auch PressevertreterInnen eingeladen sind, ist Zeit für ein Resümee und für Stellungnahmen und Erfahrungsberichte aus dem Plenum. Nach einer kurzen Pause stehen künftige Projekte und neue Aktionen auf der Agenda. Dieser zweite Veranstaltungsteil findet ohne Pressebeteiligung statt. Wer Lust hat, sich zu informieren, besser noch bei uns mitzuarbeiten, ist herzlich willkommen. Wir sind viele! Und freuen uns auf deinen Besuch!
ANK – Aktion NOZkritisch.“
Neue Osnabrücker Zeitung: Druck auf dem Kessel
24. November 2025
LeserInnen der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ haben eine Initiative gegründet. Sie werfen ihrer Lokalzeitung vor, immer rechtspopulistischer zu werden. Harff-Peter Schönherr berichtet in der taz über die Gründung der Initiative ANK – „Aktion NOZkritisch“:
In einer Osnabrücker Gaststätte gründete sich am Dienstag vergangener Woche die „Aktion NOZkritisch“ (ANK). Sie entstand aus einem öffentlichen Runden Tisch der LeserInnen-Initiative „Für einen faktenbasierten Journalismus ohne Rechtspopulismus“. Einen Tag zuvor – Zufall oder nicht – breitete der Chefredakteur der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ), Burkhard Ewert, dessen Handeln die Kritik der ANK mitauslöste, in seiner Zeitung sechs Thesen zur „Zukunft des Journalismus“ aus.
Ewert geht darin auch auf den Vorwurf ein, der Politik-Mantelteil seiner Regionalzeitung vollziehe einen „Rechtsruck“. Die Redaktion verkörpere „Vielfalt und Breite in ihren Positionen und ihren Personen“. Sie respektiere die Positionen, „die in der Leserschaft vorhanden sind“, heißt es in dem Beitrag, zu dem Ewert auf einem großen Foto als Visionär in die Ferne blickt. Die Kritik komme im Kern von Menschen, die „keine Vielfalt wollen, die Einseitigkeit wollen“, lässt sich Ewert zitieren.
Christoph Schnare, einer der Initiatoren der ANK, weist diese Wertung zurück: „Ewert verwechselt die von ihm beklagte ‚Einseitigkeit‘ seiner Kritiker mit einer demokratischen Grundhaltung, die die Vielfalt des demokratischen Spektrums respektiert, aber das einseitige Weltbild der Rechtsextremen ablehnt“, sagt er der taz. Gesellschaftliche Vielfalt lasse sich auch abbilden, ohne sich „rechte Narrative zu eigen machen zu müssen“.
Stefan Rümmele, ebenfalls einer der Initiatoren, sagt der taz, die ANK sei „sehr zufrieden“ mit der „lebendigen Resonanz“ auf ihren ersten Runden Tisch. „Empörung“ und „viel Wut“ seien zutage getreten. Rund 25 NOZ-KritikerInnen waren gekommen. „Da war viel Druck auf dem Kessel.“
Im überregionalen Mantelteil der NOZ befeuern Ewert und Michael Clasen, operativer Verantwortlicher der Gemeinschaftsredaktion von NOZ und dem Medienhaus NOZ/mh:n, immer wieder rechte Diskurse – zur Irritation von Lesenden, NOZ-MitarbeiterInnen und Medien. Auch die taz berichtete.
Die ANK-Initiatoren haben sich im April dieses Jahres erstmals privat getroffen. Im Juni entstand ein Offener Brief an die Verleger und Geschäftsführer der NOZ-Mediengruppe, in dem die Entwicklung der NOZ zu einer „immer rechtspopulistischer ausgerichteten Tageszeitung“ kritisiert wird. Dieser Brief führte im Juli zu einem Treffen mit Ewert in der NOZ-Geschäftsstelle, das allerdings, so Rümmele, keine Klärung brachte.
Gruppe konfrontiert Herausgeber mit Fragenkatalog
Daraufhin konfrontierte die Gruppe die Herausgeber der NOZ mit einem langen Fragenkatalog. Ein Thema war beispielsweise, warum sich in Ewerts Kommentaren „niemals…