Wo ist eigentlich unser Gas geblieben?
22. Januar 2026
Während draußen die Temperaturen sinken, kocht in der politischen Debatte ein Thema hoch, das uns alle betrifft: Die Wärme in unseren Wohnzimmern – oder besser gesagt, das Fehlen einer Garantie dafür. Schnallt euch an, es geht um historische Tiefstände in den Erdgasspeichern und die Verantwortung der neuen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) im Kreuzfeuer.
Wir schreiben den Januar 2026, und eigentlich sollten wir uns im tiefsten Winter auf unsere Vorräte verlassen können. Aber die Gasspeicherstände in Deutschland sind auf einem historischen Tiefstand für diese Jahreszeit gefallen und dümpeln bei nicht ganz 41 % herum. Die deutschen Gasspeicher sind damit etwa 23 Prozentpunkte weniger gefüllt als im Mittel der Jahre 2017 bis 2021 (Datenstand: 20.01.2026).
Auch die Industrie beobachtet die sinkenden Füllstände der Gasspeicher in Deutschland mit Sorge. Führende Verbände erklärten, die Unternehmen hätten Notfallpläne, um in einer Mangellage Produktionsausfälle möglichst gering zu halten.
Experten warnen: Wenn jetzt eine langanhaltende Frostperiode kommt, könnten wir tatsächlich vor Versorgungslücken stehen. Man fragt sich unwillkürlich: Wer hat im letzten Sommer eigentlich vergessen, den Hahn aufzudrehen und die Vorräte für die kalten Tage zu sichern?
Kitzbühel statt Krisenmanagement?
Allerdings ist Robert Habeck (Bündnis’90/Die Grünen) seit dem Frühjahr nicht mehr Bundeswirtschaftsminister, und deshalb sieht die Realität eher düster aus: Im Zentrum der Kritik steht die neue Bundesregierung und ganz besonders Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU). Während das Land schlottert, wirkt das Krisenmanagement im Ministerium seltsam distanziert.
Besonders pikant: Während die Speicherstände sanken, sah man die Ministerin des Öfteren bei exklusiven Terminen, etwa an der Seite ihres Partners Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) auf Wirtschaftsgipfeln in Kitzbühel. Böse Zungen behaupten, das Networking auf glattem Parkett sei der Ministerin wichtiger gewesen als die profanen Füllstände in den deutschen Erdgaskavernen.
Ideologie füllt keine Speicher
Die Argumentation aus dem Ministerium klingt fast schon routiniert: Man verweist auf „fehlende ökonomische Anreize“ für Händler im Sommer 2025 und betont die Entlastung durch die Abschaffung der Gasspeicherumlage zum 1. Januar 2026.
Doch hier liegt der Hund begraben: Weniger Gebühren auf der Rechnung sind zwar nett, aber sie ersetzen kein physisches Gas im Netz. Die Opposition wirft Reiche vor, sehenden Auges in die Mangellage gesteuert zu sein, weil man sich zu sehr auf Marktmechanismen verlassen hat, die in Krisenzeiten schlicht nicht funktionieren.
Mein Fazit: Eine Phase der „Krisen-Nonchalance“
Was wir also hier erleben, ist eine gefährliche Mischung aus politischer Selbstzufriedenheit und organisatorischem Versagen. Man pflegt im Ministerium die Kunst der gepflegten Ausrede, während die Bürger zu Hause die Decken fester um sich ziehen. Wenn die „Wirtschaftswende“ der neuen Regierung so aussieht, dass wir bei 40 % Speicherstand auf den Frühling hoffen müssen, dann haben wir ein massives Problem.
Was meint ihr dazu?
Habt ihr schon die Heizung runtergedreht oder vertraut ihr darauf, dass die Regierung die Lage noch in den Griff bekommt? Wie bewertet ihr den Auftritt von Katherina Reiche in dieser Krise? Schreibt es mir in die Kommentare! ✍️👇
Foto/Beitragsbild: Ergdgas (Symbolbild) Aufnahme von Adam Górka auf Pixabay
Quellen: NDR, Bundesnetzagentur, tagesschau, taz, SZ, Handelsblatt