Die Papenburger Meyer Werft will ein Dutzend ihrer Mitarbeitenden rauswerfen. Denen hat das Unternehmen fristlos („außerordentlich“) gekündigt , da es Unregelmäßigkeiten bei den Arbeitszeiten gegeben habe.   Die Hannoversche Allgemeine Zeitung“ (HAZ) hat als erste über diesen Fall berichtet. Die Meyer Werft hat bestätigt, dass derzeit Verfahren vor dem Arbeitsgericht Lingen laufen.  Insgesamt geht es in zwölf Fällen um die Frage, ob es zu Arbeitszeitbetrug durch Werftmitarbeiter gekommen ist, wie das Arbeitsgericht mitteilte.  Die gekündigten Mitarbeiter haben daraufhin Klage eingereicht.  Laut HAZ handelt es sich bei den zwölf Fällen um Mitarbeitende, die während des Baus des Kreuzfahrtschiffes „Disney Adventure“ zwischen Papenburg und Wismar gependelt sind.  Sie sollen sich angeblich mehr Arbeitszeit aufgeschrieben haben als sie tatsächlich geleistet haben. Zehn Mitarbeiter haben gegen ihre Kündigungen inzwischen Kündigungsschutzklagen eingereicht. Ihnen steht die IG Metall zur Seite und gewährt Rechtsschutz. Daneben werden zwei weitere Fälle vor dem Arbeitsgericht in Lingen bearbeitet. Sie betreffen Jugend- und Auszubildendenvertreter.  Diese Beschäftigtenvertreter genießen einen besonderen Schutz; sie können nur mit Zustimmung des Betriebsrats gekündigt werden.  In beiden Fällen hat der Betriebsrat der Meyer Werft seine Zustimmung nicht erteilt.  Dagegen läuft nun ein sogenanntes Zustimmungsersetzungsverfahren.  Sollte das Gericht gegen die Jugend- und Auszubildendenvertreter entscheiden, kann es die fehlende Zustimmung des Betriebsrats ersetzen.  Erst dann wäre die Meyer Werft berechtigt, eine Kündigung auszusprechen.  Eine Entscheidung des Lingener Arbeitsgerichts wird voraussichtlich Ende März erwartet.


Quellen: haz, NDR, Neue OZ