Gnocchi di patate al burro e salvia
14. Januar 2026
Die vor drei Jahren im biblischen Alter von 95 Jahren verstorbene Sybil Gräfin Schönfeldt war eine Schriftstellerin und Publizistin, die für ihre Beiträge zur Kinder- und Jugendliteratur, ihre kulinarischen Kochbücher sowie ihre Kolumnen und Essays bekannt war, unter anderem für die ZEIT. Sie wurde für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Seit 2007 oder 2008 gab sie dann den Literarischen Küchenkalender heraus, ab wann genau hab ich nicht herausgefunden. Der Kalender mit wöchentlichen Beiträgen erscheint immer noch unter der Genitiv-Überschrift Sybil Gräfin Schönfeldts. Ich habe gelesen, dass für 2026 die freie Autorin Brigitte Lotz Texte für den Küchenkalender geschrieben hat – neben alten aus Schönfeldts Archiv; Julia Linne hat die von Susanne Nadolny ausgewählten Texte lektoriert.
Ein Exemplar der-inzwischen preislich reduzierten- Ausgabe für das neue Jahr habe ich mir doch noch in letzter Minute gegönnt, und gleich in dieser Woche lese ich darin über das Rezept Gnocchi in Salbeibutter („Gnocchi di patate al burro e salvia“) und den mir bis dato unbekannten kanadischen Schriftsteller David Bezmozgis; der hatte Ende der 1970er Jahre als Kind nach der Ausreise seiner jüdischen Familie aus der UdSSR monatelang in Rom gelebt, bis die Weiterreise ins kanadische Exil klar war. Darüber schrieb Bezmozgis vor 15 Jahren seinen hochgelobten Debutroman „Die freie Welt“ („The Free World“) und darin eben auch über Gnocchi, ein Aushängeschild der Cucina italiana, und über Salbei (italienisch: Salvia), das Speisen (nicht nur) der italienischen Küche eine bekömmliche Note verleiht.Nächste Woche übrigens geht es dann im Küchenkalender um… das wird hier nicht verraten. Aber das Rezept der in ihrer Einfachheit einfach nur köstlichen Gnocchi:
- Zutaten: 700 g mehlig kochende Kartoffeln, Salz, 200 g Mail, 2EL Butter, zwei Eier, zehn Salbeiblättchen, 50g frisch geriebener Parmesan
- Zubereitung: Kartoffeln mit Schale in Salzwasser, weich kochen, Pellen und durch eine Kartoffelpresse auf eine bemehlte Arbeitsfläche drücken. Das Püree leicht salzen und so viel Mehl unterkneten, bis ein elastischer Teig entsteht. Ich meine, zwei Eier für den Kartoffelteig schaden nicht, wenn auch das Schönfeldt-Rezept darauf verzichtet. Den Teig zu fingerdicken Rollen formen und ihn in jeweils ca. 3 cm dicke Stücke schneiden. Mit einer Gabel Rillen in die Teigstückchen drücken. Die Gnocchi in kochendes Wasser geben und bei schwacher Hitze circa vier Minuten garen, bis sie an der Oberfläche schwimmen. Dann sind sie gar, also Herausnehmen und abtropfen lassen. Die Butter (es dürfen auch mehr als 2 Esslöffel sein, finde ich; Butter ist inzwischen auch wieder bezahlbar…) in einer Pfanne zerlassen, Salbeiblättchen darin zart anbraten, die Gnocchi zugeben und in der Salbeibutter schwenken.
Vor dem sofortigen Servieren mit Parmesan bestreuen. Dazu passt eine frische Tomatensoße. - Nebenbei: Ein Glas Arneis passt ganz gut dazu, oder auch Grauburgunder (geht natürlich nicht im Dry January, aber dann geht der Klassiker: Sprudelwasser mit Zitrone oder Limette)
- Hier das Gnocchi-Machen per Wie-mach-ichs-Video:
Noch etwas Besserwisserei:
Wie Sven es in seinem Video macht: Gnocchi spricht sich „Njoki“ aus, mit einem weichen „nj“-Laut am Anfang, ähnlich wie in „Mignon“, und „oki“ am Ende, also mit K; das „g“ vorn wird dabei fast verschluckt oder weich „nj“ ausgesprochen. Bitte, bitte also nicht als hartes „g“ oder gar vorn wie hinten ein „tsch“. Danke.
Salbei, Foto oben von ignartonosbg via pixabay