Valentinstag in Lingen. Während draußen die Rosenpreise explodieren, wurde im Saal der Wilhelmshöhe die ganz große politische Liebe zelebriert. Wobei, wenn man ehrlich ist, glich die donnerstägliche Veranstaltung der Lingener CDU eher einer rituellen Scheidung mit gleichzeitiger Blitzverlobung.

98,5 Prozent für den OB-Kandidaten Jens Hofschröer. (Foto lks). Ein Ergebnis wie aus einem Guss, präsentiert von der heiligen Dreifaltigkeit der Lingener Union: Herbrüggen, Fühner und Hilling, der  „Findungskommission“, die geliefert hat. Man hat einen Kandidaten aus dem Hut gezaubert, der – obwohl gebürtiger Lingener – für viele im Saal so neu war wie ein Elektroauto auf einem CDU-Parteitag. Aber egal: Der Kandidat hat geredet, er hat überzeugt, und zack – 98,5 Prozent. In der CDU-Mitgliederschaft weiß man halt, wo man das Kreuzchen zu machen hat, wenn die Führung freundlich lächelt.

Das wirklich Spannende war dabei nicht, wer da war, sondern wer totgeschwiegen wurde: Dieter Krone. Wer war das noch gleich? Man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen: Jahrelang war Krone der Liebling der Schwarzen, man hat gemeinsam regiert, gelacht und so manches Ungemach weggelächelt und weggestimmt. Und jetzt? In den Redebeiträgen fiel sein Name kein einziges Mal. Komplette Amnesie. Abgrenzung durch Distanzierung, nennt das der Fachmann. Ich nenne es: Die CDU hat mit ihrem einstigen Ziehsohn so gründlich abgeschlossen, dass man fast glauben könnte, er hätte nie im Rathaus gesessen.

Natürlich darf bei so einem Theater der passende Kommentar in der Haus- und Hofpostille nicht fehlen. Thomas Pertz, unser aller Chronist und bekennender Edelfan des amtierenden Oberbürgermeisters, mühte sich auf Seite 11 der heutigen LT-Ausgabe redlich ab, die Lage einzuordnen. Man spürt förmlich den Schmerz in seiner Feder: Einerseits muss er anerkennen, dass die CDU mit Hofschröer einen durchaus „interessanten“ Fang gemacht hat (zugegeben, sogar wir von den BürgerNahen fanden den ersten Kontakt mit ihm ganz erfrischend  – aber pssst!). Andererseits klammert sich Pertz an seinen Dieter: Der habe ja den Vorteil, dass ihn jeder kennt. Nach 15 Jahren im Amt und bei der Presse ist das auch kein Kunststück, Herr Pertz!

Besonders drollig wird es bei der politischen Farbenlehre: Krone wird nun von der SPD und den Grünen unterstützt. Also ausgerechnet von denen, denen er jahrelang das Leben schwergemacht hat, während ihn die CDU jetzt fallen lässt wie eine heiße Adretta-Kartoffel. Verkehrte Welt im Lingener Rathaus!

Jens Hofschröer kommt nun jedenfalls mit der „Auswärtsbrille“. Das ist ein schönes Bild. Vielleicht sieht er durch diese Brille ja auch die Dinge, die das CDU-Establishment seit Jahrzehnten erfolgreich übersieht. Unsere BürgerNahen werden jedenfalls ganz genau hinschauen, ob unter dem „Parteilos-Mantel“ von Jens Hofschröer am Ende nicht doch nur die alte CDU und ihr Programm für die steckt, die schon haben – oder ob da wirklich frischer Wind weht: Gemeinsamkeit, Solidarität, Teilhabe und Nachhaltigkeit, also kommunale Politik für die, die nicht schon alles haben.

Der Wahlkampf verspricht jedenfalls, besonders zu werden. Wenn die CDU so weitermacht, wird sie jedenfalls demnächst behaupten, 16 Jahre lang OB Krone seien eine Erfindung der SPD gewesen. Und die wird‘s wahrscheinlich sogar glauben.

Ein Schelm, wer Freches bei all dem denkt. Aber dafür bin ich ja da.

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Foto: Jens Hofschröer (C, Stadt Wolfsburg)

Kleiner Reminder zum Valentinstag: Wer seine Familie/Partner*in wirklich liebt, sichert sie ab mit Vorsorgevollmacht und Testament.

HSG: Kommt der Aufstieg?

14. Februar 2026

Morgen Abend tritt die HSG Nordhorn-Lingen ab 17 Uhr in der EmslandArena an. Die Situation des Teams ist spannend wie schon lange nicht mehr. Bei der HSG Nordhorn-Lingen herrscht aktuell pure Euphorie, denn die Mannschaft ist sportlich einfach nicht zu stoppen.

Die Erfolgsserie der Jungs von Trainer Mark Bult ist schlicht phänomenal. Mit dem packenden 36:34-Sieg beim TV Großwallstadt am Montag der Woche hat das Zwei-Städte-team seine Bilanz auf wirklich beeindruckende zehn Siege in Serie geschraubt! Das ist die längste Siegesserie der HSG ohne jeden Punktverlust, seit die eingleisige 2. Bundesliga zur Saison 2011/12 eingeführt wurde. Kapitän Björn Zintel und seine Kollegen wirbeln die 2. Liga ordentlich auf.

Damit hat die HSG Kurs auf die 1. Liga. Wie heiß das Aufstiegsrennen ist, zeigt die  Tabelle: die nämlich liest sich momentan wie ein Traum für alle Fans an Ems und Vechte:

  • Aktueller Stand: 4. Tabellenplatz
  • Punktekonto: 27:9 Punkte
  • Abstand nach oben: Nur ein einziger Punkt trennt die HSG vom Aufstiegsrang zwei (aktuell belegt vom HC Elbflorenz mit 28:8).

Damit ist die Rückkehr ins deutsche Handball-Oberhaus so greifbar wie seit Jahren nicht mehr! Seit dem letzten Zweitliga-Erfolgsweg 2019 gab es nicht mehr so viel Grund zum Jubeln. Damals gab es unter Heiner Bültmann eine Serie von neun Siegen – die aktuelle Mannschaft hat diesen Rekord also bereits getoppt!

Die Festung EmslandArena
In dem Heimspielen ist die HSG eine echte Macht. Seit dem knappen 33:34 gegen Potsdam im Oktober ist die Weste blütenweiß:

  • Fünf Heimsiege in Folge haben die Fans begeistert.
  • Die Zuschauer feiern die Mannschaft und Trainer Mark Bult, der seine Freude nach den Siegen lautstark mit den Fans teilt.

Wie geht es weiter?
An diesem Sonntag um 17 Uhr soll die Party in der EmslandArena weitergehen. Gegen Eintracht Hagen will die HSG die nächsten zwei Punkte im Aufstiegsrennen und damit die magische Serie weiter ausbauen.

Hier gibts (Rest-)Karten ab 14 Euro